Das Leben der Solarbranche war wunderbar: durch staatliche Garantien gepäppelt, konnte sie in den letzten 10 Jahren hervorragend wachsen und sich entwickeln. Genauso war es von der rot-grünen Bundesregierung unter Schröder und Fischer gedacht.
Der geniale Ansatz dabei: es wird bei Anschluss der Anlage an das Stromnetz für die nächsten 20 Jahre ein fester Strompreis garantiert. Gezahlt wird dieser überhöhte Strompreis nicht aus Steuergeldern als Subvention, sondern er wird umgelegt auf den normalen Strompreis.
Auch die Reduktion dieser Vergütungssätze in den letzten Jahren (bestehende Anlagen erhalten natürlich den für sie festgelegten Strompreis – die Reduktion gilt immer nur für neue Anlagen) verlief planmäßig. Mit jeder Reduzierung des Einspeisetarifs senkten die Modulhersteller die Preise, so dass weiterhin attraktive Solarinvestitionen getätigt werden konnten.
Dieses Modell wurde in Deutschland erfunden und erfolgreich praktiziert, doch wird es in vielen Ländern mittlerweile ähnlich eingesetzt. Neben Deutschland wuchsen so in Spanien und Italien die bedeutensten Solarländer heran.
Dieses erfolgreiche Konzept führte jedoch mittlerweile dazu, dass die Preise für die Photovoltaikmodule statt 70% nur noch 40% der Kosten einer neuen Solaranlage ausmachen. Der Rest sind Gebühren oder Dienstleistungen, also Kosten, die nicht beliebig reduziert werden können. Jede weitere Senkung der Modulpreise bringt also nur noch relativ wenig, um die Anlagenpreise zu senken.
An dieser kritischen Stelle kommt ein weiteres Problem hinzu: die europäische Schuldenkrise, ganz konkret in Spanien und Italien. Denn um Einzusparen haben diese Länder aktuell die Förderung für neue Anlagen zunächst eingestellt (Moratorium in Spanien) oder diskutieren die Einstellung (Italien), so der ECOreporter und die Financial Times.
Jetzt ist die Solarbranche gefordert – schafft sie es, zumindest in den sonnenreichen Südländern zu Marktpreisen Strom zu erzeugen? In den nächsten Monaten muss die Branche neue Wege finden, um die Anlagen schneller und einfacher aufzubauen. Einfach nur die Preise der Module zu senken geht nicht mehr in dem Stil, wie es in den letzten Jahren noch möglich war. Zu wenig Spielraum ist vorhanden, zu überlegen sind die chinesischen Billigfertiger. Es muss nun an die Dienstleistung gegangen werden. Schnellere Planung, einfachere Zulassungen. Und was bei der Montage bisher Handwerk ist, muss in Zukunft rationalisierte Fertigung werden.
Nur so kommt die Photovoltaik schnell genug zum Ziel und bleibt auch in Europa eine attraktive Möglichkeit zur Stomerzeugung. Ansonsten wird Europa abgehängt, denn die Solarinvestoren haben noch viele weitere Länder zu Auswahl. Die USA haben letztes Jahr fast 1 Gigawatt neue Leistung installiert, China und Indien haben ebenfalls sonnenreiche Gebiete, die förmlich nach Solarparks schreien.
So plötzlich die Kürzungen in Spanien und Italien nun kommen mögen – sie sind gut für die Branche. Sie lassen die Branche schnell erwachsen und unabhängig vom Förder-Tropf werden. Vielleicht beschleunigt sich hierdurch der Weg zum preisgünstigen Solarstrom.
Die von Grünes Geld angebotenen Projekte sind nach dem aktuellen Stand von den Kürzungen ohnehin nicht betroffen:
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SolEs 23: von Kürzungen nicht betroffen
Der SolEs 23 beteiligt sich am größten Solarkraftwerk Europas in |
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SunAsset 3: von Kürzungen nicht betroffen
Der SunAsset 3 ist ein auf Deutschland festgelegter Solarfonds |
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CleanTech Solar 5: von Kürzungen nicht betroffen
Der Fonds investiert in Solarkraftwerke in Italien, hat jedoch bereits |
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CleanTech Solar 8: von Kürzungen nicht betroffen
Der Clean Tech Solar 8 ist ein auf Deutschland fokusierter Solarfonds |




















