Weshalb Oma mehr über Geldanlage weiß als wir

Februar 19th, 2010

Stellen Sie sich einen zehnjährigen Jungen vor, nennen wir ihn Peter. Peter will sich etwas kaufen und braucht dafür 10 Euro.

Er läuft zu seiner Oma und fragt Sie, ob sie ihm wohl 10 Euro leihen würde.

Was fragt seine Oma zuerst?



Sie wird fragen: “Was willst Du mit dem Geld denn machen?”. Sie will wissen, was mit ihrem Geld passiert. Sie will wissen, wofür sie einen Kredit vergibt, ob damit etwas Sinnvolles oder etwas Unsin-niges gemacht wird.

Wenn er das Geld für ein Schulbuch möchte, wird sie ihm das Geld geben. Wenn er das Geld für Naschsachen oder gar seine erste Flasche Schnaps benötigt, wird sie nein dazu sagen.

Damit nimmt die Oma Einfluss auf Peter und steuert ihn in die richtige Richtung.

Leider haben wir als Erwachsene vergessen, diese wichtige Frage zu stellen. Denn auch wir vergeben permanent Kredite: unser Girokonto, der Bausparvertrag, die Lebensversicherung, das Aktiendepot, das Sparbuch – ständig verleihen wir unser Geld. Und die anderen handeln damit. Allerdings ohne dass wir auch nur eine Ahnung davon haben, was unser Geld macht.

Jeder einzelne von uns sollte sich ganz bewusst dieselbe Frage stellen, die auch Oma stellt: Was wol-len wir mit dem Geld denn machen?

Das ist die Grundlage für grünes Investment. Allein diese Frage reicht aus, um sein Geld ethisch-ökologisch korrekt anzulegen. Damit wird sichergestellt, dass statt Rüstungskonzernen, Atom-Industrie oder Umweltverschmutzern die richtigen, die sauber arbeitenden Firmen und Organisationen Kredite bekommen und unterstützt werden. Automatisch werden Sonnen-Energie, Wald-Aufforstung oder Geldströme in benachteiligte Länder fließen.

Helfen Sie mit, stellen Sie die richtige Frage und investieren Sie so verantwortungsvoll wie ihre Oma! Geld ist die stärkste Macht der Welt – nutzen wir sie.

Grüne Privat-Equity-Investments jetzt?

Dezember 29th, 2009

Zunächst einmal schrecken viele bei Private-Equity zurück – das sind doch die Heu-Schrecken, wie passt das zu ethischen Investments?!?


Nun, während sich in Deutschland eine starke Meinung gegen Private-Equity gebildet hat, geht man im Ausland damit viel differenzierter um. Denn un-ethisch und un-sozial handeln nur wenige Private-Equity-Investoren – die große Mehrheit sind gute, aktive Unternehmer die den Wert Ihres Unternehmens nachhaltig steigern wollen. Und das ist im besten Sinne ethisch-sozialen Investments.

Privat-Equity heißt nämlich wirklich nur, dass in nicht-börsennotierte Unternehmen investiert wird. Wenn Sie also Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn bei der Gründung eines Ladengeschäftes finanziell helfen, dann sind auch Sie Private-Equity-Investor. Und das ist ein sehr positive Sache.

Und gerade deshalb gibt es auch im grünen Sektor Private-Equity-Fonds, wie z.B. von Wölbern oder aktuell von Ökorenta, den Zukunftsenergien I.

Allerdings ist der Private-Equity Markt in Deutschland in letzter Zeit zusammen gebrochen. Von 2 Milliarden Investitionsvolumen in 2007 auf nur noch ca. 0,4 Milliarden in 2009. Als Folge der Finanzkrise wollten die Deutschen nicht mehr in für sie neuere Investments gehen – obwohl das Anlagesegement natürlich schon sehr alt ist und gerade im angelsäsischen Raum zu den Basisinvestments zählt. Auch die Kreditfinanzierung vieler Abschlüsse wurde in Zeiten der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise sehr schwer. Sicher sind auf absehbare Zeit Abschlüsse, die zu 80 oder 90 % über Kredite finanziert wurden, vorbei.

Aber gerade in solchen Zeiten können antizyklische Investoren einen Einstieg mit sehr guten Erfolgsaussichten wagen. Die abgeschlossenen Geschäfte sind in solchen Zeiten sehr solide (niedrige Kredit-Anteile, intensive Prüfungen) und historisch zeigt sich, dass in Krisenzeiten die Unternehmen extrem günstig eingekauft werden konnten. Damit ist die Basis gelegt, um bei einem Ausstieg in 7-10 Jahren eine sehr gute Rendite zu erzielen.

Für Investoren, die auch gegen den Strom schwimmen können und antizyklisch investieren, ist also jetzt Schnäppchen-Zeit!

Holz-Investments: nur etwas für Außenseiter oder reelles Investment?

Dezember 16th, 2009

Adlige und Vermögende tun es schon immer, Bauern und Waldbesitzer sowieso, aber auch Elite-Universitäten mit hohen zu verwaltenden Vermögen machen es seit mehr als 20 Jahren: in Holz investieren.


Holz ist neben Öl und Gas der wichtigste Rohstoff der Erde, die Anwendungsfälle von Papier über Möbel oder einfach als CO2-neutraler Brennstoff sind unzählbar. Und: je mehr Bevölkerung es auf unserem Planeten gibt, umso mehr Holz wird verbraucht. Täglich verbraucht jeder Mensch 1,3 Kilogramm Holz und Holzprodukte und bis 2030 gibt es rund 2 Milliarden Menschen mehr auf der Erde. Das ist ein schöner Wachstumsmarkt.

Um einfach uns professionell an diesem Wachstumsmarkt teilnehmen zu können, werden seit einigen Jahren Holz-Fonds aufgelegt. In der Regel sind das geschlossene Fonds. Wer statt nur auf die Rendite zu schauen auf einen hohen ökologischen Wert erzeugen will, wird Holz-Fonds auswählen, die Aufforsten statt nur bestehende Wälder zu ernten.

Die Laufzeiten hängen stark von der Wachstumsgeschwindigkeit der angepflanzten Hölzer ab. Nach frühestens 8 Jahren kann dann die Ernte beginnen, was natürlich nur bei gleichzeitigem Pflanzen frischer Bäume Sinn macht.

Ein “natürlicher Wertzuwachs” entsteht, denn das Baum-Volumen vergrößert sich jährlich. Gekoppelt mit einer niedrigen Inflation kann man dann mit einer Rendite des eingesetzten Kapitals von ca. 7-8% rechnen. Höhere Inflation treibt auch den Rohstoff und damit den Holzpreis, so dass ggf. auch höhere Renditen zu erzielen sind.

Die Anlageklasse Holz ist also zur Beimischung ins Depot absolut zu empfehlen, zumal auch gegen eine Hyper-Inflation mit extremer Geldentwertung ein guter Schutz besteht.

Allerdings gibt es viele Anbieter auf dem Markt. Viele setzen auf südamerikansiche Regionen, da wegen Hitze und Nässe sehr gute Wachstumsbedingungen herrschen. Oftmals ist dort aber ein Währungs-Schwankungs-Risiko mit einzukalkulieren, was die Holz-Renditen schnell schmälern kann. Andere Anbieter bleiben in der Euro-Zone, um das zu umgehen. Dann wird allerdings mit einem kleineren Wachstum zu rechnen sein.

Forst-Investments: wieso gibt es dort einen Boom?

November 12th, 2009

Das Vertrauen der Anleger in Banken und die üblichen Produkte ist erschüttert, Finanzvertriebe wie AWD oder MLP verzeichnen drastische Einbrüche. Doch wohin mit dem Geld?


Ein üblicher Weg früher hätte lauten können, Bäume zu pflanzen. Wer einen Wald hat, der hat ein kleines Vermögen – unabhängig von Schwankungen der Aktien- oder Devisen-Märkte.

Und genau das ist auch der Vorteil von Forst-Investments. In einem einfachen Geschäftsmodell wird Land benötigt, auf diesem werden Bäume gepflanzt und nach der Wachstumsphase von 8 bis 25 Jahren wird das Holz geerntet. Die Transparenz ist voll vorhanden, wer will kann sich seinen Wald oder sein Projekt auch persönlich ansehen.

Zu einer nachhaltigen Geldanlage wird die Sache allerdings erst, wenn man auf ein paar Details achtet. Amerikanische Fonds oder auch Fonds deutscher Gesellschaften, die rein auf Rendite optimiert sind, kaufen nämlich bestehende Wälder und holzen diese ab. Das ist natürlich wenig sinnvoll. Besser sind Fonds, die Brachflächen wieder aufforsten und auch nach der prospektierten Fonds-Laufzeit noch ein intaktes Öko-System hinterlassen.

Solche Fonds gibt es von verschiedenen Anbietern, die jeweils auf unterschiedliche Konzepte setzen. Die Investition erfolgt meist in Edelhölzer, da deren Marktpreis kaum schwankt. Übliche Baumsorten sind Teak, Eukalyptus oder Robinie. Meist erfolgt die Anpflanzung in Mittel- oder Südamerika, denn durch das feuchte und warme Klima wachsen die Bäume schneller. Aber auch in Bulgarien kann der Anleger investieren, womit er durch den Euro Wechselkurs-Schwankungen ausschließt.

Die Anlageform als geschlossener Fonds bringt ein paar Besonderheiten mit sich. So ist die Laufzeit mit 8 bis 25 Jahren relativ lange und die Beteiligung des Anlegers als Unternehmer bedeutet auch, dass im schlimmsten Fall das eingesetzte Kapital verloren gehen kann. Das ist bei diesem Geschäftsmodell in Holz sehr unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen. Forst-Investments sind also nur zur Bemischung gedacht, mehr als 10-20 % des Anlagevolumens sollten nicht in Wälder investiert werden. Risiken wie Waldbrand oder Schädlingsbefall sind im übrigen durch die relative nassen Anbaugebiete und die großen, oftmals verteilten Waldgebiete übrigens nahezu vernachlässigbar.

Einer der Hauptgründe für viele Anleger ist aber in einem Zitat der “Wirtschaftswoche, 41/2007″ begründet: „Keine Notenbank der Welt wird sich dagegen wehren können, durch mehr Inflation einen Kollaps der Staatsfinanzen zu verhindern.“ Eine höhere Inflation wird also kommen. Und während deshalb das Geld seinen Wert verliert, wird das Holz seinen inneren Wert halten können und gut gegen Inflation schützen.

Die Rendite von Forst-Investments lässt sich natürlich nicht exakt abschätzen, aber die Angaben der Anbeiter variieren zwischen 6 und 12 % pro Jahr. Nicht schlecht für eine solch bewährte Anlageform wie die in Wälder.

Nachhaltige Anlage: positive Aktienrendite

September 9th, 2009

So mancher Anleger glaubt, dass grüne Geldanlage zwar eine nette Sache wäre, aber die Rendite hinter der konventionellen Geldanlage zurück bleiben würde. Man könnte höchstens grün anlegen, wenn man es auch als eine Art Spende sehen würde. “Grüne Geldanlage kostet halt”,  so das Argument.



Genau das Gegenteil ist der Fall. Das haben statistische Berechnungen des Center for Corporate Responsibility and Sustainability der Universität Zürich in Kooperation mit der ETH Zürich und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim anhand von Daten der Bank Sarasin nachgewiesen.

Sie haben den Zusammenhang zwischen grüner Geldanlage und der Entwicklung von Aktien untersucht. Dabei kam heraus, dass grüne Geldanlage die Rendite von Aktien positiv beeinflusst. Der genaue Wortlaut ist: “Resultate der ökonometrischen Einzeltitelanalysen zeigen einen signifikanten positiven Einfluss des Unternehmensratings auf die durchschnittliche monatliche Aktienrendite zwischen 2003 und 2006.”

Das deckt sich sehr gut mit Untersuchungen von Dr. Henry Schäfer von der Universität Stuttgart. Er hat nämlich eine Meta-Studie gemacht. Diese untersuchte die Ergebnisse einer Vielzahl von Einzelstudien, die jeweils den Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Rendite untersuchten. Sein Ergebnis ist, dass es keinen Unterschied in der Rendite zwischen konventionellen Geldanlagen und grünen Geldanlagen gibt – in Einzelfällen performen die grünen Geldanlagen sogar besser.

Gut zu wissen, dass die grüne Geldanlage also keinesfalls eine Spende ist.  Das Argument, ich lege mein Geld lieber normal an, und spende dann an Weihnachten etwas an wohltätige Organisationen ist übrigens ebenfalls wenig überzeugend, denn das gleicht einem Mörder, der zum Ausgleich auch wieder Kinder zeugen möchte. Jedem verantwortungsbewussten Menschen muss es statt dessen darum gehen, gar nicht erst einen Schaden entstehen zu lassen – also gar nicht erst sein Geld “schmutzig” anzulegen. Nur dann haben wir einen wirksamen Hebel, um mit unseren Finanzen die Welt zu ändern.

Jetzt Immobilien kaufen?

August 11th, 2009

Die Deutsche Bank errechnet regelmäßig einen sogenannten Erschwinglichkeitsindex für Immobilien. Dessen wesentliche Einflussfaktoren sind die Hypothekenzinsen, das nominale Pro-Kopf-Einkommen der Bundesbürger sowie die Höhe der Wohnungspreise. Der Wert des Index ist aktuell niedrig, was signalisiert, dass ein Hauskauf relativ leicht ist (auch wenn er im Jahre 2005 noch niedriger war, d.h. damals war der Hauskauf noch lukrativer).


Wer wegen der weltweit stark steigenden Staatsverschuldung auf steigende Inflationsraten spekuliert,  könnte nun recht schnell auf die Idee kommen, eine Immobilie zu erwerben. Denn wer sich aktuell z.B. 4,5 % Hypotheken-Zinsen sichert, der macht bei einer Inflationsrate z.B. von 6% einen “Gewinn” von 1,5 Prozentpunkten pro Jahr. Bei einer Finanzierung über 200.000 Euro  sind das immerhin 3.000 Euro pro Jahr.

Hinzu kommt eine steuerliche Bevorzugung der Immobilien, denn wer eine Immobilie als Geldanlage wählt, kann die Gewinne bei Veräußerung steuerfrei einbehalten – 10 Jahre Haltedauer vorausgesetzt.  Alle anderen Sparer müssen die Gewinne mit 25 % Abgeltungssteuer + 5,5 % Solidaritätszuschlag versteuern.

Bei Berechungen von Focus-Money wurde über mehrere Szenarien eine Rendite von gut 5 Prozent für in Immobilien investiertes Kapital errechnet – bei Selbstnutzung und unter Berücksichtigung der eingesparten Miete. Wer dagegen ein reines Mietobjekt anstrebt, kann langfristig mit einer Renditet zwischen 5 und 7 Prozent pro Jahr rechnen.

Ein weiteres Argument für Immobilien: diese Anlageklasse gilt als inflationssicher. In der Regel steigen die Werte der Immobilien im Gleichtakt zur Inflationsrate. In attraktiven Wohngebieten wie Hamburg, München oder Rhein-Main eher sogar noch stärker, in weniger attraktiven Wohngebieten mit Bevölkerungsflucht dagegen eher schwächer. In vielen Gebieten Deutschlands geht man sogar von einem Wertverlust bei Immobilien aus.

Aus ethisch-ökologischer Sicht ist ein Investment in Immobilien neutral zu bewerten: der Bau einer Immobilie belastet zwar die Umwelt, aufgrund des besseren Wärmeschutzes kann man langfristig jedoch von einer Entlastung ausgehen. Wenn in Deutschland gebaut wird, werden auch die Arbeitsbedingungen der Branche entsprechend gut sein. Bei Bauarbeiten in Problemländern wie z.B. China ist das kaum der Fall.

Also sollte man wirklich in eine Immobilie investieren? An der Stelle gilt die gleiche Antwort wie immer – nur wenn man sich damit einen Lebenstraum erfüllt! Denn es sprechen mehrere Gründe dagegen:

1.) Streuung der Kapitalanlage: Die wahrscheinlich wichtigste Strategie beim Investieren ist, “nicht alle Eier in einen Korb zu legen”. Man sollte seine Investments also breit streuen, damit Verluste in einer Anlageklasse nicht die ganze Kapitalanlage in die Tiefe ziehen. Wer sich eine Immobilie zulegt, verschiebt meist seine Kapitalverteilung gewaltig – in Richtung Immobilie. Oftmals sind nahezu 100% des Kapitals von Anlegern in nur einer Immobilie gebunden. Wenn dann etwas schief geht, ist die Altersvorsorge häufig gefährdet. Und schief gehen kann im Laufe der Lebenszeit einer Immobilie viel. Das kann die neue Autobahn vor dem Wohnzimmerfenster genauso sein wie ständige Überschwemmungen wegen der Klimaerwärmung. Vielleicht entwickelt sich auch die Wohngegend schlechter oder die Immobilie wird wegen eines unattraktiven Gebietes komplett unverkäuflich.

2.) Niedriger Fungibilität: Wer eine Immobilie hat, der hat sie. Ein schneller Verkauf ist ausgeschlossen und wird durch immense Kosten bei der Transaktion (Maklergebühren, Notar, Grundbuchamt, etc.)  sehr unattraktiv. Wer eine Immobilie erwirbt, muss sich also sicher sein, in den nächsten Jahren diese auch zu behalten.

3.) Hoher Aufwand: Eine Immobilie zu kaufen oder gar zu Bauen kann viel Spa߸ machen – sicher ist, dass er viel Zeit kostet.  Wer selbst Pläne entwirft und gespannt Baufortschritte beobachtet wird vielleicht sogar glücklich mit dem Hausbau – für das Groh der Menschen gilt aber, dass eine Bau-Phase sehr belastend ist. Außerdem: wer Immobilien kauft oder baut sollte gutes Grundwissen über den Immobilienmarkt, Finanzierungsmöglichkeiten und Hausbau besitzen. Wer kann das schon aufweisen?

4.) Rendite zu niedrig: Für ein langfristiges Investment über mehrere Jahrzehnte ist die Rendite von 5 bis 7 Prozent mit den oben beschriebenen Einschränkungen historisch gesehen zu niedrig.

FAZIT: Kaufen oder bauen Sie trotz der derzeit günstigen finanziellen Rahmenbedingungen nur dann eine Immobilie, wenn sie darin wohnen möchten. Ansonsten ist die Verzinsung auch heute noch zu gering, um die Nachteile wie niedrige Fungibilität und hoher Aufwand auszugleichen. Wenn Sie in “Betongold” investieren möchten, stehen Ihnen geschlossene und offene Immobilienfonds zu Verfügung. Für eine ähnliche Verzinsung bekommen Sie dort die Immobilie “gemanaget” und Ihren Einsatz auf viele Immobilien gestreut.

Noch besser: Investieren Sie Ihr Geld in geschlossene, ethisch-ökologische Fonds. Dort erhalten Sie neben der Verzinsung auch noch eine ethische Rendite, denn Sie tun aktiv und direkt etwas zur Verbesserung der Welt!

Die Riester Lüge

Juli 30th, 2009

Vielleicht haben Sie es auch schon von Ihrem Bankberater oder ihrem Versicherungsberater gehört: Die Riester-Rente lohnt sich für jeden. Die Argumente sind immer die gleichen: der Staat gibt bares Geld dazu, das muss man mitnehmen.

Und auch im ethisch-ökologischen Sektor gibt es die Riester-Rente als Angebot.

Leider ist auch bei Riester wieder etwas passiert, das man allzu häufig sieht: Man hat etwas gut gemeint und in der Theorie ersonnen, nur was in der Praxis ankommt ist nicht mehr zu gebrauchen. Der Staat wollte mit den Riester-Gesetzen die Möglichkeit für die private Altersvorsorge schaffen. Natürlich sollte alles ziemlich sicher sein und die Anmerkungen der Kritiker sollten durch starre Regeln Berücksichtigung finden.

Was dabei heraus kam ist erschreckend: Klaus Jäger, Professor an der Freien Universität Berlin, hat für die WirtschaftsWoche 6 Musterrechnungen für Riester angestellt. Das gar nicht so überraschene Ergebnis: Sparer müssen häufig über 90 Jahr alt werden, um zumindest ihr eingesetztes Kapital samt Zinsen wiederzubekommen.

Woran hängt es? Zum einen muss der heute 30jährige später seine Rente voll versteuern. Die Steuer-Ersparnis in der Ansparphase von Riester-Verträgen ist also gar nicht so richtig eine Ersparnis, es ist viel mehr eine Stundung – die Versteuerung wird in die Rentenphase verschoben. Hört sich gut an, denn in der Rentenphase könnte man eine niedrigere Einkommenssituation und damit auch niedrigere Steuersätze erwarten. Allerdings werden viele Menschen zukünftig auch in der Rentenphase auf weitere Einnahmen angewiesen sein, wie z.B. vermietete Häuser oder Nebenjobs.

Zum anderen verkaufen die Banken und Versicherungen Riester-Produkte ganz einfach über das Argument “Geld vom Staat”. Damit braucht das Produkt sich nicht mehr direkt mit anderen Anlageformen messen lassen. Eine gute Möglichkeit, hohe Gebühren in die Produkte einzubauen.

Fazit: In wenigen Fällen (i.d.R. Geringverdiener, möglichst mit vielen Kindern) ist die Riester-Rente sinnvoll. In den meisten Fällen heißt es aber: Finger weg von Riester-Produkten. Steuern zu sparen als Selbstzweck ist niemals empfehlenswert.

Geschlossene Fonds – was ist das und wofür braucht man sie eigentlich?

Juli 21st, 2009

Geschlossene Fonds – ein anderer Begriff ist auch “Beteiligung” – ist ein Geld-Topf, in den viele Anleger einzahlen und damit ein besonderes Projekt finanzieren. Das kann dann z.B. die Errichtung einer großen Solaranlage, einer Biogasanlage, eines Windparks oder auch eines Waldes sein.

Aus Sicht der Anleger sollten Geschlossene Fonds in jedem Portfolio sein. Denn das “ideale” Portfolio, bei dem Rendite und Risiko im maximalen Verhältnis stehen, besteht aus 79% Renten, 1% Immobilien und 19% Private Equity. Private Equity heißt außererbörsliche Investments in Unternehmen, und genau das sind geschlossene Fonds. An geschlossenen Fonds hat der Anleger zu recht höhere Erwartungen und kann deshalb mit einer Verzinsung seiner Anlagen zwischen 6 und 15 Prozent rechnen. Aber Achtung, bei geschlossenen Fonds droht teilweise auch der Totalverlust bei grobem Mißmanagement und schwierigen Marktbedingungen.

Gerade in den heutigen Zeiten, in denen die Finanzmärkte viel Vertrauen verspielt haben, möchten viele Anleger in “greifbare” Werte investieren. Denn selbst wenn die Finanzkrise zu extremen Situation, wie z.B. in den Zusammenbruch von Währungen wie dem Euro, führen sollte:  die Sach-Anlagen, wie z.B. ein Wald, behalten ihren Wert trotzdem.

Eine feste Größe sind weiterhin die Steuervorteile, die Geschlossene Fonds bieten. Abgeltungsteuer ist dort kein Thema, denn die Fonds sind als Unternehmen konstruiert. Die Unternehmensgewinne werden als gewerbliche Einkünfte versteuert oder, bei vermögensverwaltenden Fonds und bei Schifffonds, fast gar nicht. Bei vielen Fonds gibt es darüber hinaus einen Steuerstundungs-Effekt, denn die Steuern für die Ausschüttungen der ersten Jahre sind oftmals noch über vorherige Ausgaben abgegolten.  Die Besteuerung der Gewinne erfolgt dann also erst später. Wer seinen Ruhestand plant, kann so ganz einfach Steuer-Zahlungen aus der aktiven Erwerbstätigenzeit in die Ruhestandszeit verschieben. Weil dort in der Regel weniger verdient wird sind die Steuern auch niedriger, d.h. die Gewinne des Geschlossenen Fonds werden weniger stark besteuert.

Was ist wichtig wenn ich in einen Geschlossenen Fonds investieren möchte?

Zunächst einmal muss die Idee des Geschlossene Fonds Sie überzeugen.  Wenn der Fonds einen Zweck hat, der Ihren Vorstellungen nicht entspricht bzw. sie glauben nicht, dass sich damit Geld verdienen lässt, kommt dieser nicht in Frage. Wer glaubt, dass z.B. die Schifffahrt wegen den extrem schlechten Abgasen (”schwimmende Müllverbrennungsanlagen”) nichts mit Ökologie zu tun hat, der sollte auch nicht in einen Geschlossenen Schiffsfonds investieren. Auch wenn die steuerliche Situation sehr gut ist.

Dann sollten Auszahlungsplan, Laufzeit und die Mindesteinlage in den Fonds zu Ihnen passen. Die meisten Geschlossenen Fonds sind erst ab 5.000,- oder 10.000,- Euro Mindesteinlage zu erhalten. Und wer sein Geld in 5-8 Jahren haben möchte, sollte nicht in einen Geschlossenen Fonds mit Laufzeiten von 20 oder 30 Jahren investieren, sondern in einen Geschlossenen Fonds mit 5-8 Jahren Laufzeit.

Einer der wichtigsten Punkte überhaupt ist der Initiator des Fonds.  Ist er erfahren, sowohl in der Branche in die der Fonds investiert also auch als Herausgeber Geschlossener Fonds?  Wenn große Erfahrung beim Initiator und das Vertrauen des Anlegers vorliegen, steht einem Erfolg nichts mehr im Weg.

Biogas-Invest Rogäsen: Besser abwarten

Juli 14th, 2009

Biogas ist ein brennbares Gas, das durch Vergährung von Biomasse in Biogasanlagen hergestellt wird und zur Erzeugung von Bioenergie verwendet wird.  Damit werden Heizwärme und Strom erzeugt.

Der erzeugte Strom wird ins allgemeine Stormnetz eingespeist und dank des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) auf 20 Jahre festgelegt vergütet. Diese Vergütung ist komfortabel hoch, so dass es sich lohnt Biogas-Anlagen als geschlossene Fonds aufzulegen.

Ein solches Angebot ist die Biogas-Anlage des Initiators Bioconinvest. Dieser ist seit 1999 auf dem Markt, hat sich in 2004 auf Biogasanlagen konzentriert.  Ein aktuell angebotener Fonds ist das “Beteiligungsangebot Rogäsen”.

Nachdem 3 Beteiligungsangebote im Bereich Biogas-Anlagen erfolgreich platziert werden konnten, verzögert sich die Zulassung der Anlage Rogäsen weiter.  Statt wie geplant 2008 in Betrieb zu gehen, ist auch Mitte 2009 vom Initiator noch kein Termin zu erfahren, wann die Zulassung da sein soll (man vermutet “bald”) und wann ein der Betrieb startet. Der aktive Vertrieb ruht derzeit, auch wenn die Beteiligung weiterhin auf der Website und auf der Website anderer Unternehmen weiter angeboten wird.

Mein Fazit: Der Initiator ist derzeit nicht Herr der Lage – eine konkrete Lösung für den zu ca. 75% platzierten Fonds noch nicht absehbar. Wenn die Zulassung vorhanden ist müssen nämlich immer noch die fehlenden 25% des Fonds an Kunden vertrieben werden. Beim aktuellen Marktumfeld und bei dieser Historie keine leichte Sache.  Bei einem zweiten Fonds des Initiators, Biogas Glienick, hat zwar die Anlage die Zulassung, aber auch hier sind erst 70% platziert.

Impressum

Juli 7th, 2009

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