Auf welche Konsumgüter können die Deutschen nicht verzichten? 3sat hat im Rahmen seiner Themenwoche “Hauptsache Konsum?” seine Zuschauer gefragt und eine Rangliste erstellt. Wir haben uns auch mit dieser Liste beschäftigt und vor kurzem bereits unsere Kommentare zu Platz 20 bis 11 veröffentlicht. Jetzt geht es ans Eingemachte! Hier die Top 10:
Platz 10: Mode

Muss der Schrank wirklich alle paar Monate neu gefüllt werden?
C. J.: Ich wähle eher klassische und zeitlose Bekleidung. Fummel für eine Saison sind nichts für mich. Zu viel Aufwand ständig einkaufen zu gehen. Ansonsten meide ich Anbieter bei denen bekannt ist, dass sie Menschen in den Herstellungsländern ausbeuten.
G. J.: Nachhaltigkeit heisst ja auch, die Kleidung länger als eine Saison zu tragen. Das widerspricht dem Gedanken der heutigen Modewelt – also hier könnte man sich bestimmt einschränken.
J. M.: Mode muss funktionell und schick sein, aber ich laufe keinen kurzlebigen Trends hinterher. Lieber ein paar Klamotten weniger im Schrank, die fair und bio produziert wurden, als jede Saison ein Schrank voll mit neuen Kleidern von einer der unzähligen Modeketten. Second Hand ist auch eine tolle Alternative.
T. E.: Zu undurchsichtig, um wirklich zu wissen woher etwas kommt und wie die Arbeitsbedingungen sind. Nur grüne Mode zu kaufen, ist auch nicht die Lösung. Wenn möglich die “üblichen Verdächtigen” meiden (Textildiscounter).
Platz 9: Flugreisen

Viele zieht es mit dem Flieger in die Ferne.
C. J.: Ich fliege gerne und würde das auch gerne noch öfter als ich es tue. Das plagende Gewissen stelle ich mit grünen Geldanlagen ruhig. Warscheinlich würden Flugreisen auf meiner persönlichen Rangliste nicht auf Platz 9, sondern weiter oben landen.
G.J.: Da sind sowohl Nutzen als auch Umweltverschmutzung schon sehr hoch. Andere Kulturen kennen lernen und verstehen trägt sicher zum Weltfrieden bei. Aber die Umweltschäden durch Flugverkehr sind auch extrem. Einschränken – aber nicht verbieten.
J. M.: Ich fliege nicht gerne und bin die letzten Jahre auch sehr gut ohne ausgekommen. Weitere Strecken lege ich lieber mit dem Zug zurück, was ich deutlich komfortabler und entspannter finde. Fernreisen fallen daher für mich flach, aber damit kann ich ganz gut leben. Wir leben hier knapp 50 km entfernt vom Frankfurter Flughafen und an manchen Tagen ist die Lärmbelästigung schon immens. Flüge sollten wieder deutlich teurer werden! Es kann nicht sein, dass ein Flug von München nach Hamburg günstiger ist als die Zugfahrt.
T. E.: Kommt auf die Entfernung an. Es lässt sich über Online-Rechner ganz gut ausrechnen, was ökologisch sinnvoller ist (Bus, Bahn, Auto, Flugzeug). Lässt sich grundsätzlich nicht vermeiden. Gegebenenfalls sollte man CO2 an anderer Stelle einsparen.
Platz 8: Alkohol

136 Liter Alkohl konsumierten die Deutschen im letzten Jahr pro Person.
C. J.: Frankenwein – übrigens nicht in Maßen
G. J.: In Maßen
J. M.: Hin und wieder ein Glas Wein oder ein Bier mit Freunden.
T. E.: In Maßen
Platz 7: Smartphone

Smartphones sind Bestandteil unseres Alltages.
C. J.: Lange nutzen, auch wenn es schon unmodern ist und dann recyceln. Das ist doch dann sicher okay, oder?
G. J.: Ein Smartphone ist so nützlich, dass es die Menschheit einfach braucht! Umweltfreundlich produzieren und recyceln ist hier die Lösung.
J. M.: Die Smartphones haben sich so in unser Leben geschlichen, dass man inzwischen den Eindruck hat sie wären unverzichtbar. Leider wird einem auch hier vorgespielt, ständig das neueste Modell haben zu müssen und ausrangierte Geräte werden kaum recycelt. Wenn mann mal mit Freunden unterwegs ist und die Hälfte der Leute schaut ständig auf ihr Smartphone, um die neuesten E-Mails, Facebookk-Updates oder WhatsApp-Nachrichten zu lesen, dann nervt das schon sehr! Und hin und wieder ertappe ich mich leider selbst dabei. Praktisch sind sie schon – wie ein Schweizer Taschenmesser. Man hat Telefon, Kamera, Navi , Minicomputer in einem Gerät. Ich empfinde es allerdings inzwischen als “Zeitfresser”. Wenn meines den Geist aufgibt, geht es zurück zum Handy, mit dem man “nur” telefonieren oder SMS schreiben kann – wenn es die bis dahin noch zu kaufen gibt
T. E.: Neumodische Erscheinung und zu 99 % unnötige Benutzung. In der Herstellung wahrscheinlich ebenso ungut, wie das “normale” Handy.
Platz 6: Fleisch

Im Schnitt isst jeder Deutsche 60 kg Fleisch pro Jahr.
C. J.: Auf dem Weg zum Vegetarier bzw. Ei und Honig essenden Veganer (wie heißt der dann eigentlich???). Bisher ist Klasse statt Masse das Credo.
G. J.: Da sag ich jetzt nichts dazu.
J. M.: Ich lebe vegan!
T. E.: In Maßen und wenn, dann ordentliches Fleisch. Auf Herkunft und Qualität achten. Wenn möglich bio oder vom benachbarten Bauern.
Platz 5: Fernsehen

Kulturgut oder Zeiträuber?
C. J.: Ich zahle gerne GEZ für Dokus auf z. B. Arte oder Phoenix. Die restlichen Programme sehe ich als Energieverschwender. In meiner Rangliste landet Fernsehen nicht soweit vorne als Konsumsünde.
G. J.: Das Fernsehen von heute könnte man eigentlich komplett abschalten!
J. M.: Ich persönlich habe für mich vor über einem Jahr entschieden, die Kiste abzuschalten und höre lieber Radio (Bayern 2 – kann ich nur empfehlen). Unser Fernseher hat dann vor einem halben Jahr den Geist aufgegeben. Seitdem gestaltet sich das Familienleben deutlich kommunikativer und keiner vermisst wirklich etwas. Wenn man mal gezielt etwas sehen möchte, geht das auch über die Mediatheken im Internet.
T. E.: Der Klassiker – Volksverdummungsaparat erster Güte. Auch hier zu 99 % unnötig, da leider die Inhalte sehr fragwürdig bzw. auf Zeitvertrieb ausgerichtet sind. Gute Reportagen über kritische Themen kommen noch immer zu wenig.
Platz 4: Süßigkeiten

Süße Versuchung
C. J.: Bin inzwischen keine Schoko-Süchtige mehr. Wenn Schoko, dann doch bitte fair trade und bio. Schmeckt ausßerdem viel leckerer!
G. J.: Wie bei Alkohol – alles in Maßen.
J. M.: Einem leckeren Stück Schokolade kann ich mich hin und wieder nicht entziehen. Aber auch hier immer bio und aus fairem Handel. Ansonsten gibt es bei mir kaum Süßigkeiten.
T. E.: Nichts, was der Mensch wirklich braucht, dennoch ein großes Laster der Gesellschaft. Jeder weiß, dass die meisten ungesund sind und dick machen. Naja, die Glückshormone von Schokolade reissen es wieder raus, nicht wahr
Platz 3: Auto

Des Deutschen liebstes Spielzeug.
C. J.: Langlebigkeit und zeitlose Eleganz prägen meine Wahl. Wenn die Menschen mit Ihren Kapitalanlagen solche Verluste einfahren würden wie mit neuen Autos, würden sie sicherlich die Vermittler verklagen
G. J.: Da trifft uns natürlich voll die menschliche Eitelkeit. Gerade in Deutschland. Hier wird Umweltraubbau ohne Ende getrieben. Man denke nur an die ach so grüne “Abwrackprämie” – anstatt dass man Autos so lange fährt wie, sie halten.
J. M.: Ich habe ein Auto. Das ist für mich ein reiner Gebrauchsgegenstand und kein Statussymbol, aber trotzdem eine Art Luxus. Allerdings teile ich mein Auto mit Freunden. Hier in der Stadt lege ich fast alle Wege mit dem Rad oder zu Fuß zurück. Und weite Strecken fahre ich lieber mit der Bahn. Grundsätzlich hält man sich mit einem eigenen Auto flexibel. Ich ärgere mich aber jeden Tag, wenn ich mir die Autos im Berufsverkehr ansehe und in über 90 % der Fälle nur eine Person im Auto sitzt. Dann frage ich mich, ob das Benzin vielleicht nicht doch noch zu günstig ist.
T. E.: Luxus. Unterm Strich hat das Auto in unserer Gesellschaft einen viel zu hohen Stellenwert. Eigentlich braucht man es, um von einem Ort zum anderen zu kommen. Heute ist es mehr ein Statussymbol als Fortbewegungsmittel und verbraucht zu viele Ressourcen. Mal ganz abgesehen von den Preisen, die heute aufgerufen werden. Mein Traumauto: Marktfähiges E-Mobil mit adäquater Reichweite und einem sportlichen Aussehen. Das ganze zum realistischen Preis und betankt mit Grünstrom.
Platz 2: Kaffee

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen.
C. J.: Okay ertappt – ich gebe es zu! Doch auch hier achte ich auf fairtrade und bio.
G. J.: Also das könnte man sich abgewöhnen. Das ist reines Suchtverhalten. Aber wer will schon komplett rational sein?
J. M.: Ich bin gelegentlich morgens von sogenannten Morgenmuffel-Dämonen besessen und die lassen sich auch nur mit Kaffee vertreiben. Leider fast unverzichtbar. Für Kaffee gilt (was die Herkunft angeht) für mich das gleiche wie bei Schokolade. Zu Hause habe ich mich gegen eine Kapselmaschine entschieden und trinke inzwischen handgebrühten Kaffee.
T. E.: Luxus. Schmeckt, macht nicht dick, kostet wenig. Unterm Strich: braucht kein Mensch.
Platz 1: Elektrogeräte

Wer möchte schon waschen wie anno dazumal?
C. J.: Ist es eine Konsumsünde, nicht mehr am Fluss waschen zu wollen? Ich bin dankbar für die Helfer und bei den neuen Geräten habe ich hier auch kein schlechtes Gewissen. Wassersparend und energieeffizient. Da freue ich mich über meine Staubsaugroboter, Spülmaschine, Waschmaschine usw.
G. J.: Ich denke, dass Elektrogeräte in ökologischer Hinsicht in so manchem Fall sogar besser sind, als wenn man alles manuell machen würde.
J. M.: Viele Haushaltsgeräte erleichtern uns den Alltag immens. Und eine neue, energieeffiziente Spülmaschine ist zum Beispiel ökologischer, als mit der Hand zu spülen. Allerdings gibt es auch wirklich viele Geräte, die eigentlich kein Mensch braucht.
T. E.: Wenn mit Grünstrom betrieben und hohe Effizienzklasse, ist nichts dagegen zu sagen.
Die 20 größten Konsumsünden – Teil 1