Am Wochenende hatten die Initiatoren der Anti-Atomkraft-Kette in Stuttgart opimistisch mit 40.000 Teilnehmern gerechnet. Gekommen sind dann: 60.000!
Das Votum der Deutschen ist klar: Atomkraft birgt zu viele Gefahren, als dass ein Betrieb für uns und unsere kommenden Generationen verantwortbar wäre. Denn zu aktuellen Sicherheitsfragen kommt die weiter ungelöste Frage der Lagerung der tausende von Jahren strahlenden, radioaktiven Abfälle.
Was hat das mit Ihrer Geldanlage, also Ihrem Sparbuch, Ihrer Lebensversicherung oder Ihrem Aktienfonds zu tun? Nun, jeden Cent den Sie anlegen, wird Ihre Bank, Ihre Versicherung oder Ihre Kapitalanlagegesellschaft auch wieder anlegen. Und zwar in Kredite, Anleihen oder Aktien von Staaten und Unternehmen.
Jetzt kommt das Problem: Ihre Bank wird das Geld auch Unternehmen geben, die Atomkraftwerke bauen, Uran abbauen, Atomkraftwerke betreiben usw. Und damit werden diese Unternehmen gestützt und gefördert.
Glücklicherweise gibt es auch Banken und Versicherungen, die eben genau darauf verzichten. Wenn alle Banken und Versicherungen bereits heute so handeln würden, hätten es die Atomkonzerne schwer: denn ohne Kredite, Anleihen und steigende Aktienkurse könnten sie nicht weiter existieren.
Sehen Sie hier, welche Gesellschaften sich wie verhalten!
Bank-Anlagen wie Girokonto, Sparbuch, Sparbriefe, ETF’s, Zertifikate
Banken legen die ihnen anvertrauten Gelder wieder an. Entweder vergeben Sie Kredite, oder sie kaufen Anleihen oder Aktien. Bei den meisten Banken ist die Anlagepolitik “geheim” – der Anleger weiß nicht, was mit seinem Geld getan wird.
Lebens- und Rentenversicherungen
Die Deutschen Lebens- und Rentenversicherungen nehmen jedes Jahr zwischen 70 und 80 Milliarden Euro an Beiträgen ein und legen diese an. Auch hier gilt ähnlich wie bei den Banken: die Transparenz über die Anlagen ist gering; die Anlagekriterien und Ausschlusskriterien sind für Außenstehende meist nicht einsichtig. Die Unterstützung der Atomkraft ist allgegenwärtig.
| Bank | Wertung | Kommentar |
|---|---|---|
| Allianz | Die Allianz versucht einerseits durch Nachhaltigkeitsberichte zu glänzen, ist aber größter Einzelaktionär am Atom-Konzern RWE. Von Ausschlusskriterien bei den Investionen der Allianz ist nichts zu lesen. | |
| AMB Generali | Auch bei AMB Generali finden sich viele Worte zur Nachhaltigkeit – aber wenig konkretes. Ein Ausschluss von Atomkraft-Konzernen sucht man vergeblich. | |
| Talanx (HDI Konzern) | Auch beim drittgrößten deutschen Versicherer nach Allianz und Münchner Rück sucht man vergebens nach belastbaren Ausschlusskriterien. Atomkraft befindet sich also sicher auch im Anlage-Portfolio. | |
| Oeco Capital | Der einzige voll auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Versicherer Deutschlands ist die Oeco Capital. Die für jeden im Internet frei zugägnglichen Umweltleitlinien schließen Atomenergie unmissverständlich aus. |
Investmentfonds
Investmentfonds investieren das Geld der Anleger in Anleihen, Aktien, Geldmarktinstrumente, Immobilien oder andere Produkte des Finanzmarkts. Ca. 80 Gesellschaften verwalten ein Vermögen von ca. 1,5 Billionen Euro nur in Deutschland. Auch hier herrscht bei den meisten Fonds-Managern noch blankes Staunen, wenn sie nach Nachhaltigkeits-Kriterien oder dem Ausschluss von Atomkraft gefragt werden.
| Bank | Wertung | Kommentar |
|---|---|---|
| DWS (Deutsche Bank) | Die größte deutsche Fondsgesellschaft hätte mir Ihren Investments viel Macht, etwas zum Guten zu bewegen. Diese Chance wird vertan; von Ausschlusskriterien ist selbst bei Nachhaltigkeitsfonds der DWS nichts zu lesen. | |
| Deka (Sparkassen) | Verzicht auf Atomkraft ist auch hier Fehlanzeige. Selbst bei Nachhaltigkeitfonds von Deka, wie z.B. dem DekaSelect: Nachhaltigkeit Chance, bei dem Ausschlusskriterien berücksichtigt werden, wird Atomkraft explizit zugelassen. | |
| Union Investment (Volks- und Raiffeisenbanken) | Auch bei Union Invest gibt es wenig Platz für Nachhaltigkeit. Selbst der Nachhaltigkeitsfonds UNINACHHALTIG AKTIEN GLOBAL muss nur zu 51% in nachhaltige Unternehmen investieren. Und selbst für die Definition von Nachhaltigkeit gibt es keine harten Kriterien wie Ausschlüsse von Branchen (z.B. Atomkraft). Das Urteil ist klar: hier handelt es sich um Augenwischerei und Green Washing. | |
| Ökoworld, Sisscanto, Sarasin, GoodGrowthFund | Diese Anbieter meinen es ernst mit Nachhaltigkeit. Ihre nachhaltigen Investmentfonds berücksichtigen harte Kriterien und schließen Atomenergie aus. |
Alternativen mit Verzicht auf Nukleartechnik finden Sie hier:






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