Prokon – immer wieder Prokon. Vielen Menschen denken bei nachhaltigen Investments an Prokon. Prokon erscheint omnipräsent. Doch wie schafft es Prokon, soviel Geld für Werbung auszugeben, während andere Unternehmen Ihr Kapital für den Aufbau von Windparks oder Solaranlagen aufbrauchen?
Zu dieser Frage haben sich Finanztest und der Ecoreporter fundiert Gedanken gemacht. Denn bisherige negative Bericht, u.a. in der Sendung des bayersichen Rundfunks “Kontrovers” am 13.04.2011 unter der Überschrift “Anlegerabzocke”, sind nicht immer finanzwirtschaftlich sauber durchgerechnet.
Anlegt wird das Geld der Anleger primär in Windkraft, aber auch in andere Projekte. So wurden etwa 10.000 qm Wald in Rumänien gekauft. Nach Unternehmensangaben deshalb, weil damit die Versorgung der Holzindustrie Torgau OHG (HIT) sichergestellt werden soll. Ein Nachweis, ob die Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden (FSC), bleibt offen. Und auch die Verwendung bei HIT ist nicht etwa im hochwertigen Ökomöbel-Segment, sondern für einfache Holzpaletten.
Unzweifelhaft positiv zu bewerten sind die Windparks von Prokon: 35 Windparks mit 258 Windanlagen sind ein wichtiger Schritt in die Zukunft mit Erneuerbaren Energien.
Doch wie sicher erhält der Anleger seine versprochenen 8% Rendite zurück? Wie sicher ist das Fundament, auf dem Prokon steht?

Fallende Umsätze, teuer geliehenes Geld: Prokon mit Firmensitz in Itzehohe
Die Umsätze gehen in den letzten Jahren zurück. Nach 53 Millionen Euro in 2008, 48,7 Millionen Euro in 2009 waren es 2010 nur noch 47,5 Millionen. Das sind auch 20 % weniger als im Geschäftsbericht für die Genussrechte prognostiziert. Nach Prokon Angaben soll aber der Umsatz weiter steigen – bis 2015 auf 177 Millionen, also +244% gegenüber 2010. Und mit 55 Millionen Euro soll fast die Hälfte des geplanten Umsatzes für die Verzinsung der Genussrechte verwendet werden.
Diese Zahlen machen natürlich äußert skeptisch. Von außen betrachtet wirken diese Zahlen wie bei einem Unternehmen, dessen Geschäft zurück geht, das sich aber über Genussrechte auf Pump finanziert. Denn ein weitere Punkte stößt bei Prokon auf: Das Unternehmen geht davon aus, dass maximal 2% der Genussrechte-Inhaber Ihre Genussrechte kündigen. Das fußt auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre – ein Milchmädchenrechnung. Denn noch sind 9 von 10 Anlegern innerhalb der Mindesthaltedauer von 5 Jahren und können gar nicht kündigen.Wenn aber, wovon auszugehen ist, die Anleger nach den 5 Jahren Anlagedauer wieder ihr Geld zurück haben wollen, kommt die Kalkulation von Prokon ins Wanken.
Der Wind Fonds Prokon 2. ist bilanziell überschuldet – also insolvent. Nur wegen einer positiven Fortführungsprognose der Geschäftsführung konnte der Insolvenzantrag vermieden werden. Denn nach 8 Millionen Miese in 2008 wurden es in 2009 schon 18 Millionen Euro – das Eigenkapital ist aufgebraucht.
Und eine Frage bleibt komplett offen – wozu nimmt Prokon das teure Geld der Genussrechte auf? Windparks werden aktuell von den Banken zu einem Zinssatz von 3,5 bis 5 Prozent finanziert. Über die Genussrechte muss Prokon aber 8 bis 10 Prozent Zinsen and die Anleger zahlen, also rund das Doppelte. Damit verfügen die Prokon Windparks über eine äußerst ungünstige Finanzierungsstruktur für Wind Fonds. Eine mögliche Antwort: Prokon leiht sich das teure Geld bei Anlegern, weil es das billiger Geld der Banken nicht mehr bekommt.
Fazit: Prokon kann gut gehen, denn grünes Investment in Erneuerbare Energien wird auch in den kommenden Jahren gefragt sein. Ein paar schwache Windjahre können Prokon aber ins Straucheln bringen. Und Inhaber von Genussrechten werden im Fall der Fälle zuletzt bedient. Damit drohen verringerte Rückzahlungen oder auch der Totalverlust der Anlagen.
Wir empfehlen deshalb den üblicheren und sichereren Weg: die Beteiligung an einem Projekt als GmbH & Co. KG. Denn dann bleiben dem Anleger im Krisenfall auch Mitspracherechte – die Anlegern entscheiden also selbst und haben Ihr Glück selbst in der Hand.
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