Wie die FDT in Ihrer heutigen Ausgabe berichtet, hat die japanische Regierung erstmals Journalisten zu dem am 11. März 2011 verunglückten Atommailer in Fukushima gelassen. 36 Journalisten durften am Samstagabend per Bus zu dem Unglücksreaktor, 35 davon Japaner. Der einzige Platz für einen ausländischen Journalisten wurde verlost. Ein Mitarbeiter der Martin Fackler von der New York Times war der glückliche. Er teilte seine Eindrücke mit den anderen.
Und diese Eindrücke zeigen im Zeitraffer, was Atomkraft bedeutet: auf der Fahrt zum Meiler säumen Geisterstädte die Straße, das Strahlenmessgerät zeigt kontinuierlich höhere Werte an. Beim Ausgangspunkt, dem J-Village, Japans größter Sportanlage und gleichzeitig Hauptquartier der Krisenmanager, zeigt es 0,45 Mikrosievert an. An der Grenze zum Sperrgebiet sind es schon 0,7 Mikrosievert. 1,5 Mikrosievert sind es dann in Tomioka, dem ehemaligen Besucherzentrum für die Fukushima AKW’s. Fünf Kilometer südlich der Unglücksreaktoren ist der Wert dann so hoch, dass das Messgerät nur noch piepst. Die Atemschutzmasken werden den Journalisten ausgegeben, als der Wert auf 6,7 Mikrosievert gestiegen ist. Am Tor zum AKW-Gelände sind dann 20 Mikrosievert erreicht – aufs Jahr gesehen 175 Millisievert, das 8-fache der Evakuierungsgrenze. Je nach Punkt auf dem Gelände werden sogar extreme 300 Mikrosievert erreicht.
Auf dem Gelände bietet sich weiterhin ein Bild des Schreckens. Tsunami und Reaktorexplosionen haben zertrümmerten Stahlbeton, zerknautsche Lastwagen, zerfetzte Rohre und aufgebrochene Straßen hinterlassen. Die Aufräumarbeiten gehen sehr schleppend voran, denn die täglich 3.200 Helfer müssen sich vor der Strahlung so gut wie möglich schützen.
Konkret ist bisher nur der Reaktor 1 von einem provisorischen Gebäude umschlossen. In den Reaktor 3 kann man sogar noch hineinschauen. Wasserstoffexplosionen hatten nach der Katastrophe Reaktor 1 und Reaktor 3 zerstört sowie ein Loch in Reaktor 4 gerissen.
Ebenfalls am Samstag war der Minister für die Atomkrise und Umweltschutz, Goshi Hosono, auf dem Gelände. In einer Ansprache für die Mitarbeiter zeigte er sich mit dem Fortschritt sehr zufrieden: “Die Daten zeigen, dass die Reaktoren zweifellos stabilisiert worden sind.” Den Xenon Fund von Anfang November (wir berichteten im Blog über den Fukushima-Fund) hält er für harmlos. Das Gas sei nicht bei einer Kernspaltung, die der Beweis für die weitergehende Kernschmelze wäre, entstanden, sondern stamme von Curium, einem Metall, das in Atomreaktoren entsteht und sich leicht spaltet. Er muss allerdings zugeben: ganz sei die Gefahr noch nicht gebannt.
Wenn der Kraftwerksbetreiber Tepco garantiert, dass die Temperatur in den Meilern unter 100 Grad Celcius bleibt, kann die Regierung die 2. Stufe der Rettungsarbeiten abschließen zu können. Das soll bis Ende des Jahres geschafft sein. Auch die schwer erreichbaren Reaktoren 1 und 3 werden offensichtlich bereits gekühlt. Diese sind in die äußere Reaktorschutzkammer hineingeschmolzen. Der genaue Zustand ist aber nach Auskunf von Hosono nicht bekannt.
Trotz aller positiver Zwischenmeldungen: der Gau zeigt die nicht tragbaren Gefahren der Atomkraftwerke. Und auch die immer noch positiv eingestellten japanischen Politiker müssen zugeben, dass erst in 30 Jahren die Fukushima-Reaktoren endgültig abgebaut werden können.
Weiterhin sind wir alle gefragt, um die tödlichen Atomkraftwerke weltweit zu minimieren und zur endgültien Ruhe zu bringen. Deutschland geht den Weg und schaltet ab. Aber damit ist nur der 1. Schritt getan. Solange irgendwo auf der Welt noch AKW’s laufen, ist die Gefahr nicht gebannt. Von den über Tausenden von Jahren strahelnden Abfällen ganz zu schweigen. Wir müssen also weiter machen. Ein wichtiger Schritt: geben Sie ihr Geld nicht an die Atom-Konzerne. Denn wer auf der normalen Bank anlegt, tut das. Das Geld fließt an die Konzerne wie Tepco, natürlich ohne dass dies der Anleger direkt erfährt.
Es ist deshalb die wichtigste Aufgabe jeden Geldanlegers, sich um die Verwendung seiner Mittel zu kümmern. Erneuerbare Enerige statt Atomkraft, Mikrofinanz-Hilfen statt Kinderarbeit, Wasser-Gewinnung statt Umweltverschmutzung. Gute Umweltfonds und Ökofonds leisten genau das. Und wer noch gezielter investieren möchte, solle Windfonds und Solarfonds betrachten. Die lohnen für die Umwelt und für den Geldbeutel gleichermaßen.
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| Laufzeit | 8 Jahre |
| Mindestanlagesumme | 10.500 Euro |
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