Bereits im Dezember 2011 hat sich die EZB einen Drei-Jahres-Tender einfallen lassen um Banken und Wirtschaft zu stabilisieren. Sie stellt allen Banken im Euro Raum die Möglichkeit sich für 3 Jahre Geld von der EZB für 1% Zinsen zu leihen. Bonitätsprüfungen gab es keine, jeder wurde bedient zum gleichen Zinssatz. Im Dezember flossen so 500 Milliarden von der EZB zu den Banken.
Die Absicht der EZB war es, die Banken mit Kapital auszustatten um damit Unternehmenskredite zu ermöglichen und somit die Wirtschaft vor allem in den ins Schwanken gekommenen Euro Ländern zu stabilisieren. Bislang wurde jedoch das Kapital haupsächlich dafür genutzt um die eigenen Taschen zu füllen. Über sogenannte Arbitrage Geschäfte wurden stattliche Gewinne eingefahren. Während man sich das Geld für 1% Zinsen von der EZB leiht, kauft man dafür italienische oder spanische Staatspapiere die deutlich höher rentieren. Somit ein gutes Geschäft für die Bankhäuser jedoch ein schlechtes Geschäft für die Steuerzahler in den europäischen Ländern.
Heute steht der zweite EZB Drei-Jahres-Tender zur Verfügung. Bedient wird jeder der möchte, vorausgesetzt er ist eine Bank. Experten gehen von einem höheren Volumen aus im Dezember, denn es wird sicherlich Nachahmer geben zu denen, die sich im Dezember so doch einige Gewinne gesichert haben. Abgerufen wurden 529 Milliarden Euro.
Wohin könnte das Geld fließen außer in höherrentierliche Staatsanleihen? Sicherlich ist die Liquiditätsschwemme der Banken auch eine Möglichkeit für diese in Rohstoff- und Aktienmärkte zu investieren. Auch wenn dies nur in begrenztem Maße möglich ist, da hier eine relativ hohe Eigenkapitalunterlegung notwendig ist. Zu erwarten ist also eine weitere Ralley an den Märkten.
Zeit also um sich als Privatperson Gedanken zu machen, wie die Finanzen aufgebessert werden können. Leider können wir Privatmenschen nicht einfach zur EZB gehen und uns für 1% Geld leihen und dies dann bei Grünes Geld in Musterdepots zu investieren. Somit bleiben nur bisher aufgebaute Ersparnisse. Diese sind jedoch bei nachhaltigen Geldanlagen gut angelegt.
Interessant wäre es, zu wissen, wie nachhaltige Banken wie die GLS oder Triodos zu dem 1%Euro-Tender stehen. Wäre es doch für sie auch eine Möglichkeit Mittel zu bekommen um den Greentech Sektor zu unterstützen und zu finanzieren.
Leider sind diese Banken noch nicht “to big to fail’” so dass ein wirklich nachhaltiges Handeln notwendig ist. Anders als bei herkömmlichen Großbanken, von denen sich manche bereits in Schieflage befinden. Wenn eine dieser Banken erst den Status erreicht hat, dass sie groß genug ist um fallengelassen zu werden, sind der Risikofreude keine Grenzen mehr gesetzt. Jedem Privatanleger ist das Moral Hazard Problem wohlvertraut. Je höher die bereits erlittenen Verluste sind, desto höher ist auch die Bereitschaft alles auf eine Karte zu setzen, denn nur so besteht die Möglichkeit Verluste durch hohe Gewinne wieder auszugleichen. Hohe Gewinne jedoch stehen meist auch hohen Risiken gegenüber.
Also bis ans Ende gedacht, steigen wohl insgesamt die Risiken und die ursprüngliche Intention der Politik und EZB, die für einen Risikoabbau in den Bilanzen sorgen soll, wird ad absurdum geführt.
Es bleibt spannend, wie hoch die Rechnung am Ende für die europäischen Steuerzahler ausfallen wird oder ob die Geschichtsbücher den politischen und monetären Lösungen huldigen werden.













