Archiv für Oktober 2012

Energie aus Biomasse – Kehrtwende des Umweltbundsamtes

Dienstag, 30. Oktober 2012

Was Vielen schon lange ein Dorn im Auge war, bestätigt jetzt auch das Umweltbundesamt (UBA). Der Anbau von Pflanzen zur ausschließlichen Erzeugung von Strom und Sprit entpuppt sich als ökologischer und ethischer Irrtum. Die Behörde empfiehlt in einem aktuell veröffentlichten Positionspapier, langfristig weitgehend auf Bioenergie zu verzichten.

 

Kein Spielraum für die Erweiterung von Anbauflächen

 

Mit der stetig wachsenden Weltbevölkerung wächst auch die Nachfrage in Bezug auf Landflächen für die Produktion von Agrar- und Forstgütern. Unser konstant ansteigender, ressourcenintensiver Konsum in den Industrieländern und auch in immer mehr Schwellenländern führt zu der Problematik, dass auch die Nachfrage nach Biomasse, wie Mais, Soja oder Getreide, beständig ansteigt. Wenn man allerdings eine Weltbevölkerung von 9 Milliarden Menschen in Zukunft ernähren will, muss man erkennen, dass es für eine Erweiterung der weltweiten Anbauflächen kaum noch Spielräume gibt. Stark schwankende Preise von Agrargütern und fruchtbaren Landflächen als Spekulationsobjekte, Hungerkrisen und das Phänomen des Landgrabbings zeigen bereits jetzt einen intensiven Handlungsbedarf auf. Denn wird eine Steigerung der Produktivität durch eine Anbauflächenausdehnung angestrebt, kann dies nur zu Lasten der biologischen Vielfalt und von Ökosystemen, die für die dringend notwendige Regulierung unseres Klimas notwendig sind, geschehen. Bereits jetzt dominieren Monokulturen zum Anbau von Pflanzen für Bioenergie ganze Landstriche. Auch forstwirtschaftliche Intensivierungen zur Gewinnung von Biomasse bergen massive Risiken. Die negative Nährstoffbilanz und der Verlust der CO2-Senkenfuntion unserer Wälder hätten gravierende Folgen.

 

Fleischkonsum beansprucht zuviel Anbauflächen

 

Somit beansprucht der Anbau von Biomasse eigens für die energetische Nutzung unverhältnismäßig hohe Anteile an produktiven Anbauflächen. Mit Wind- und Solarenergie stehen zumindest in Deutschland produktivere Alternativen zur Verfügung. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher eine Kaskadennutzung von Biomasse (erst „stofflich“, dann „energetisch“), in der die energetische Verwendung lediglich den Abschluss bildet. Außerdem wird in Ländern mit einem unverhältnismäßig hohem Fleischkonsum und anderen tierischen Produkten empfohlen, eine Steigerung des pflanzlichen Anteils in der Ernährung zu erreichen. Momentan stehen weltweit rund fünf Milliarden Hektar Fläche für die Landwirtschaft zur Verfügung. 3,5 Milliarden Hektar werden als Weide-, der Rest als Ackerland genutzt. Davon wiederum werden knapp über 70% als Anbauflächen für Viehfutter benötigt. Rund 11% werden für den Anbau von Biomasse verwendet.

 

 

Weltweite Nutzung der freien Flächen 2008

Nutzung der globalen Freiflächen in 2008

 

Verwendung der geernteten Agrar- und Forstbiomasse in 2008

Nutzung der Biomasse 2008

 

 

Ein großer Baustein, in der nachhaltigen Nutzung der zur Verfügung stehenden Anbaufläche, muss also die Eindämmung von Verlusten in der Produktionskette von Nahrungsmitteln und eine Veränderung des weltweiten Konsumverhaltens sein. Daher sollten Biokraftstoffe nur dort zum Einsatz kommen, wo ein Ersatz fossiler Treibstoffe durch weniger kritische Technologien (noch) nicht in Aussicht ist. Auch die Automobilwirtschaft sollte z. B. erkennen, dass Biosprit keine vertretbare Alternative ist. Vielmehr sollte sie ihre Energie in die Erforschung und Entwicklung von alternativen Antriebssystemen stecken. Eine weitere staatliche Förderung und Ausbau der Energie durch Biomasse ist im Hinblick auf die Endlichkeit der Landanbauflächen, die ökologisch vertretbar sind, nicht zielführend.

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:“Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.“

RE02 Windenergie Deutschland – Erste Bilder vom Baufortschritt

Freitag, 26. Oktober 2012

Deutschland ist nach wie vor einer der attraktivsten Standorte für die Errichtung von Windkraftanlagen. Im Zuge der Energiewende ist Deutschland auf den Ausbau der Windkraft dringend angewiesen. Diese Tatsache sollten sich Anleger zu nutze machen.

 

Der Anlagefond „RE02 Windenergie Deutschland“ erfreut sich großer Beliebtheit und kann noch bis zum 31.12.2012 gezeichnet werden. Jetzt gibt es einen ersten Bericht und Bilder vom Baufortschritt des Windparks 1 Niederlehme in Brandenburg.

 

Schon im Juli wurde die Genehmigung zum Bau der externen Kabeltrasse erteilt und der Bau konnte Ende August beginnen. Nach Abschluss dieser Arbeiten wurde die interne Zuwegung innerhalb des Windparks fertig gestellt und die ersten Arbeiten an der Baugrube begonnen. Aktuell werden von der Firma Geopier auf der Baustelle mittels sogenannter Rüttelstopfsäulen Bodenverbesserungsmaßnahmen durchgeführt und die Probesäulen wurden bereits eingesetzt. Diese Arbeiten werden in Kürze abgeschlossen. Bereits am 10.10.2012 hat der Anlagenlieferant Vestas die beiden Ankerkörbe geliefert. Somit kann nach Abschluss der Bodenverbesserung und Guss der Sauberkeitsschicht direkt mit dem Fundament der beiden Windkraftanlagen begonnen werden.

 

Somit sind zur Freude der bisherigen Anleger alle Arbeiten exakt im Zeitplan. Hier einige Bilder vom Baufortschritt:

 

 

Bodenarbeiten am Standordt der Windkraftanlage

Einbau der Rüttelstopfsäulen für Bodenoptimierung

 

Bauarbeiten am Windpark Niederlehme

Befüllung der Baugrube mit Schotter

 

Bauarbeiten am Windpark Niederlehme

Anlieferung der Ankerhaken

 

Bis Ende Dezember 2012 sollen die beiden Windenergieanlagen des Windparks Niederlehme fertiggestellt sein. Die Anlagen des Typs V90 haben jeweils eine Leistung von 2,0 MVV. Die Anlagen werden voraussichtlich jährlich 6,9 Mio kWh (nach Sicherheitsabschlägen) produzieren. So können etwa 2.000 Haushalte mit sauberem Strom versorgt und dadurch ca. 6 Mio. kg CO2 pro Jahr eingespart werden.

 

Der zweite Anlagenpark des Windfonds „RE02 Windenergie Deutschland“ soll bis Mitte 2013 im Westen Thüringens mit fünf Anlagen des Typ Vestas V112 mit jeweils 3,0 MVV Leistung entstehen. Hier wird nach Netzanschluss eine jährliche Leistung von 35,8 Mio. kWh Strom (nach Sicherheitsabschlägen) erwartet. Damit können bis zu 10.500 Haushalte mit Strom versorgt und ca. 27 Mio. kg CO2 eingespart werden.

 

Hier nochmal die wichtigsten Eigenschaften des „RE02 Windenergie Deutschland„:

 

– Investition in leistungsstarke Windparks an zwei Standorten in Deutschland

– Eigenkapital in Höhe von 9,1 Millionen Euro

– Gesamtausschüttungen von mehr als 270 %

– 7 % Frühzeichnerbonus p. a.

– 7 % Anfangsausschüttung

– Mindestbeteiligung 10.000,- €, zzgl. 3 % Agio

– Laufzeit 20 Jahre

– Kurzläuferoption durch Rückgabeoption nach 10 Jahren,  Gesamtmittelrückfluss 174,35 %

– Windenergieanlagen vom Weltmarktführer Vestas

– Langfristige Einnahmesicherheit durch staatlich garantierte Einspeisevergütung

– Mehrertragspotential durch Direktvermarktung des Stroms

 

Alle Details und Informationen zum Projekt gibt es hier:  RE02 Windenergie Deutschland

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:“Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – auch beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist.“

„All-Time-High“ bei Wasserinvestments

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Der neue Finance & Ethics Research Nachhaltigkeitsbericht hat dargestellt, dass die als nachhaltig definierten Aktienfonds über ein Jahr betrachtet eine geringfügig niedrigere Wertentwicklung auswiesen als der Gesamtmarkt. Grund ist der starke Einbruch im Bereich Erneuerbare Energien, ausgelöst durch die scharfe Wettbewerbssituation zwischen Europa und Asien. Dies führte zu Schwierigkeiten bei vielen deutschen Unternehmen, die in der Produktion von Photovoltaikmodulen tätig sind.

 

Entwicklung nachhaltiger Aktienfonds

Einzig bei den Aktienfonds liegt der Gesamtmarkt vorn

 

Positiv jedoch lief es für die nachhaltigen Anleihefonds und die nachhaltigen Mischfonds. Diese haben sich erfolgreicher entwickelt als der Gesamtmarkt.

 

Nachhaltige Mischfonds im Vergleich

Nachhaltige Mischfonds liegen über der Wertenwicklung des Gesamtmarktes

 

Besonders gut entwickelte sich der Bereich der Wasserinvestments, diese Kategorie weist auf 1-Jahressicht eine Wertentwicklung von knapp + 17% aus. Dies ist die beste 1-Jahres-Performance seit Aufzeichungen von Finance & Ethics Research FER. Während der Themenansatz Neue Energien ein deutliches Minus aufweist.

 

Wasser entwickelte sich am besten

Die Kategorie Wasser liegt in der 1-Jahres-Performance klar vorn.

 

 

Fazit: Eine gute Streuung der Anlagen ist der Garant für eine gute Entwicklung des Vermögens.

 

 

Datenbasis und weitere Informationen Sämtliche Berechnungen basieren auf einem von software-systems.at betreuten Datenbank-Finanzvolumen von knapp über 2,4 Billionen Euro unter besonderer Berücksichtigung der Märkte Deutschland, Schweiz und Österreich. Detaillierte Auswertungen über die Entwicklungen von Performance, Mittelzu- und Abflüssen sowie Rankings können Sie jederzeit unter www.miza.at online erstellen.

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages:

Carmen Junker ist Mit-Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und, weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Nachhaltige Geldanlagen legen kräftig zu

Dienstag, 23. Oktober 2012

Eine nachhaltige Lebensweise bedeutet für immer mehr Menschen nicht nur einen sorgsamen Umgang mit der Umwelt und Ressourcen, oder eine biologische Ernährung. Das Stichwort „Nachhaltigkeit“ findet auch eine stetig wachsende Anzahl an Interessenten im Bereich der Geldanlage. Seit der Bankenkrise, die unter anderem durch fragwürdige Investments ausgelöst wurde, möchten immer mehr Anleger wissen oder auch selbst bestimmen, wie mit ihrem Geld gearbeitet wird.

 

Nachhaltige Investitionen in Höhe von 103,5 Milliarden Euro

 

Das FNG (Forum Nachhaltiger Geldanlagen) hat jetzt bereits zum sechsten Mal seinen „Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen – Deutschland, Österreich und die Schweiz“ vorgestellt. Mit erfreulichen Ergebnissen. Der Wachstumstrend für nachhaltige Investitionen hat sich in allen drei Ländern fortgesetzt. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt für 2011 bei 103,5 Milliarden Euro. Vor allem Deutschland und Österreich haben mit Wachstumsraten in Höhe von 11 bzw. 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu diesem Ergebnis beigetragen. Aber auch für das Anlageverhalten in der Schweiz ist ein sehr stabiler, positiver Trend zu verzeichnen. Während in Österreich und der Schweiz vornehmlich ein Zuwachs bei institutionellen Anlegern zu verzeichnen war, sind in Deutschland private Investoren für das deutliche Plus verantwortlich. Bei Sachinvestments wurde vor allem in grüne Immobilien investiert (39%), gefolgt von Photovoltaik (24%) und Windkraft (15%).

 

Herstellern von Streumunition wird der Zugang zum Kapitalmarkt erschwert

 

Ein wichtiger Fortschritt ist, dass auf dem gesamten Kapitalmarkt den Herstellern von Streumunition der Zugang erschwert wird. Immer mehr Vermögensverwalter in Deutschland schließen dieses Thema mittlerweile mit einem Gesamtvolumen von 610 Milliarden Euro (in den Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz insgesamt sogar über eine Billion Euro) aus.

 

Streumunition

Bei 610 Milliarden Euro konnten 2011 in Deutschland Investments in Hersteller von Streumunition ausgeschlossen werden.

 

Allerdings reicht ein Ausschlusskriterium für eine nachhaltige Geldanlage nicht aus. Hier ist eine explizite Nachhaltigkeitsanalyse notwendig. Der Zuwachs von 11 Prozent alleine in Deutschland spricht eine deutliche Sprache. Die Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien zahlt sich nicht nur für die Anleger aus. Bevorzugt wurde nach den Anlagestrategien „Ausschlusskriterien“, „Best-in-Class“ und „Integration“ investiert.

 

Anlagestrategien im Überblick:

 

Ausschlüsse Dieser Ansatz schließt systematisch bestimmte Investments oder Investmentklassen wie Unternehmen, Branchen oder Länder vom Investment-Universum aus, wenn die gegen spezifische Kriterien verstoßen.
Best-in-Class Anlagestrategie nach der basierend auf ESG-Kriterien die besten Unternehmen innerhalb einer Branche, Kategorie oder Klasse ausgewählt werden.
Nachhaltige Themenfonds Investitionen in Themen, die mit der Förderung von Nachhaltigkeit zusammenhängen.
ESG Integration Explizite Einbeziehung von ESG-Kriterien bzw. Risiken in die traditionelle Finanzanalyse
Normbasiertes Screening

Bezeichnet Scrreenings von Investments nach Ihrer Konformität mit bestimmten internationalen Standards und Normen, dies sich auf die ESG-Kriterien beziehen.

Engagement Langfristig angelegter Dialog gegenüber Unternehmen, um deren Verhalten bezüglich der ESG-Kriterien zu verbessern.
Impact Investment Investitionen in Unternehmen, Organisationen oder Fonds mit den Ziel, neben finanziellen Erträgen auch Einfluss auf soziale und ökologische Belange auszuüben.

 

 

 

Für die nächsten drei Jahre wird im Bereich Nachhaltige Investments in Deutschland ein Wachstum von 46% Prozent erwartet. Verantwortlich dafür dürften vor allem institutionelle Investoren sein. Aber auch der öffentliche Druck den Medien, Nichtregierungsorganisationen oder Gewerkschaften aufbauen könnten ist immens. Für private Anleger bieten nachhaltige Geldanlagen weiterhin eine attraktive Möglichkeit in ein stabiles, wachsendes Segement zu investiern.

 

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:“Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – auch beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist.“

Nutzung der Wasserkraft in Europa

Freitag, 19. Oktober 2012

Wasserkraft kommt unter den Erneuerbaren Energien eine entscheidende Rolle zu, da sie unvergleichlich effizient ist und zuverlässig zur Verfügung steht. In Europa ist die Nutzung bisher jedoch aufgrund der verschiedenen geografischen Voraussetzungen und des technischen und logistischen Know-hows höchst unterschiedlich. Während das Potential der Wasserkraft in den westeuropäischen Industrienationen wie beispielsweise in Deutschland nahezu erschöpft ist, bieten andere Länder noch gute Ausbaumöglichkeiten.

 

Wasserkraftnutzung in der Europäischen Union

 

Mit rund 70 Prozent Anteil an den Erneuerbaren Energien ist Wasserkraft die wichtigste regenerative Energiequelle in der Europäischen Union. Einer Studie der Deutschen Bank zufolge produziert sie derzeit 19 Prozent der Energie Europas, damit wird das Potenzial der Wasserkraft von 870 TWh/a zu etwa 64 Prozent ausgeschöpft. Somit bleiben aktuell rund zwei Fünftel des Potentials oder mehr als 30 TWh/a ungenutzt. Die Voraussetzungen für die Erschließung der Wasserkraft sind in den einzelnen Regionen unterschiedlich. So verfügen die EU-15 zwar über die größten Möglichkeiten, greifen gegenwärtig allerdings bereits auf 72 Prozent der vorhandenen Wasserkraft-Ressourcen zurück. In den EU-27 betrug die installierte Kapazität aus Wasserkraft im letzten Jahr 136 GW. Unter Einbezug der EURELECTRIC-Mitglieder Island, Kroatien, Türkei, Norwegen und Schweiz erhöht diese sich für 2011 um weitere 64 GW auf eine Gesamtleistung von 200 GW. Anhand der Schweiz, Norwegen, der Türkei und Kroatien lässt sich exemplarisch verdeutlichen, wie die Entwicklung in den nächsten Jahren verlaufen kann.

 

Wasserkraftwerk

Wasserkraftwerk in der Türkei (Quelle: Aquila Capital)

 

Norwegen und Schweiz nutzen Wasserkraft aufgrund der idealen Topographie und des hohen technischen wie wirtschaftlichen Standards bereits erfolgreich. Das rentable Ausbaupotential ist dort zum großen Teil erschöpft. Hier stehen Norwegen und die Schweiz stellvertretend für die meisten westeuropäischen Industrienationen. Länder wie die Türkei oder auch Kroatien haben ebenfalls geografisch gute Voraussetzungen, sind aber aufgrund der industriellen Entwicklung noch auf dem Weg, diese Energieressource zu erschließen. Südosteuropa verfügt mit 145 TWh/a zwar nur über die Hälfte des Potentials der EU-15, nutzt diese jedoch auch erst zu 40 Prozent. In einer Vielzahl von Ländern wie bspw.  Kroatien und Türkei befand sich der Energiesektor über einen langen Zeitraum in staatlicher Hand. In Folge der Öffnung des Sektors für Privatunternehmen und aufgrund der zunehmenden Liberalisierung des europäischen Strommarktes bieten sich jetzt zunehmend Anreize, um Projektrealisationen vorzunehmen.

 

Aktueller Vergleich des Wasserkraftpotentials:

 

Land Akt. installierte Leistung Wasserkraft in GW Noch vorhandenes Potential Wasserkraft in %
Schweiz 14,5 10
Norwegen 28 35
Türkei 14 64
Kroatien 2 70

Quelle: Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen, eawag aquatic research, Statkraft, Norwegian Petroleum Directorate, ETA Umweltmanagement GmbH, IHK Rheinhessen, SETIS Strategic Engergy Technologies Information System, Aquila Capital Research

 

Allein die Türkei verfügt über 16 Prozent des theoretisch nutzbaren Wasserkraftpotentials innerhalb Europas. Genutzt werden derzeit jedoch lediglich 36 Prozent bzw. 46 TWh des vorhandenen Potentials von jährlich 128 TWh. Dabei treibt die wirtschaftlich rasante Entwicklung des Landes auch den Energiebedarf auf ein immer neues Rekordniveau. So zählt die Türkei zu einem der am schnellsten wachsenden Strommärkte der Welt. Experten erwarten allein in den kommenden acht Jahren eine Vervierfachung des Elektrizitätsbedarfs. Aktuell muss das Land am Bosporus den einheimischen Energiebedarf noch zu rund 80 Prozent aus Rohstoffimporten decken. Um das Land in Energiefragen unabhängiger zu machen, ist der Ausbau Erneuerbarer Energien und insbesondere der Wasserkraft daher auch im Fokus der politischen Entscheider.

 

Zukunft mit Speicher

 

Auch im Gesamtkontext des Ausbaus Erneuerbarer Energien spielt die Wasserkraft eine entscheidende Rolle. Während konventionelle Kraftwerke ihre Produktion dem aktuellen Bedarf anpassen können, müssen Wind- und Sonnenkraftwerke Energie erzeugen, wie sie anfällt. Daher sind effiziente Systeme notwendig, die überschüssige Energie speichern und im Bedarfsfall wieder abgeben. Hier liefert Wasserkraft einen unverzichtbaren Beitrag. 99 Prozent der weltweiten Speicherkapazität von Energie basiert heute schon auf der Technologie der Pumpspeicherkraftwerke. Produzieren Wind- und Solaranlagen nicht benötigten Strom, wird dieser genutzt, um Wasser in ein höher gelegenes Becken zu pumpen. Bei erhöhter Stromnachfrage fließt es wieder bergab und kann so in den Turbinen verstromt werden. da sich der Bedarf an kurzfristiger Stromspeicherung bis 2025 voraussichtlich verdoppelt, ist ein weiterer ausbau der Wasserkraftwerke als Speicher absehbar.

 

Fazit

 

Natürliche Voraussetzungen zur Wasserkraft-Nutzung sind in den Ländern Europas höchst unterschiedlich verteilt. Während die Fördermöglichkeiten in Ländern wie Deutschland, Norwegen und der Schweiz nahezu erschöpft und größtenteils auf die Effizienzsteigerung bereits vorhandener Anlagen beschränkt sind, bieten andere Länder wie Kroatien und die Türkei noch ein großes, nicht erschlossenes Potential. Mit dem Wirtschaftswachstum nehmen hier auch Wohlstand und Lebensstandard zu. Um den steigenden Pro-Kopf-Verbrauch an Strom künftig abzudecken, ist ein weiterer Ausbau der Wasserkraft notwendig und politisch gewollt. Anleger, die das Potential von Wasserkraft nutzen möchten, können sich über ausgewählte Fonds daran beteiligen. Zu beachten ist allerdings, dass es – wie bei allen Infrastruktur-Investments – ein Projektentwicklungsrisiko gibt, das je nach Zielland unterschiedlich hoch ist. Mit dem Aquila® HydropowerINVEST IV beteiligen sich Anleger an fünf Wasserkraftwerken in der nördlichen Türkei, die bereits errichtet und ans Netz angeschlossen sind.

 

 

 

Stefan Parey, Aquila Capital

 

Verfasser des Beitrages:

Stefan Parey ist Director – Leiter Freie VErtriebe bei Aquila Capital. Die bankenunabhängige Investmentgesellschaft für alternative Kapitalanlagen strukturiert und verwaltet Investmentlösungen, die sich durch eine geringe Korrelation zu traditionellen Anlageklassen auszeichnen und von globalen Makrotrends getragen werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Absolute-Return- und Sachwertinvestitionen.
Eine dynamische Unternehmenskukltur und ein solides oprationelles Rückgrat befähigen das Unternehmen, maßgebliche Trends frühzeitig aufzugreifen und als First Mover in zukunftsträchtige Anlagestrategien zu übersetzen
2001 in Hamburg gegründet, unterhält Aquila Capital mittlerweile sechs Niederlassungen in Europa und Asien. Mit über 80 Mitarbeitern verwaltet das Unternehmen aktuell ein Vermögen von 4,1 Mrd. Euro.

Wind- und Solarfonds-Anbieter überzeugt mit Leistungsbilanz

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Im Zuge der Energiewende sind die Wind- und Solarkraft zwei wichtige Pfeiler. Da hier hohe Investitionen notwendig sind, ergibt sich für Anleger, die ihr Geld nachhaltig investieren möchten, die Gelegenheit, Wind- und Solarfonds zu zeichnen. In den Verkaufsprospekten werden oft relativ hohe Renditen versprochen. Zu Recht fragt sich der kritische Kunde, ob diese Prognosen seriös und realistisch sind.

 

Solarmodul und Windrad

Solar- und Windkraft – wichtige Bausteine der Energiewende

 

Das Fonds-Emissionshaus Chorus stellte am 15.10.2012 seine Leistungsbilanz für 2011 vor und hat alle Prognosen erfüllt bzw. sogar übertroffen.

 

Die deutsche Chorus Gruppe ist seit 2006 auf Umweltfonds spezialisiert. Zunächst waren die Investitionen auf Solaranlagen fokussiert. Seit 2012 verlagert sich der Schwerpunkt auf Sachwertinvestments, die in Windkraftanlagen investieren. Aktuell können z. B. noch bis zum 31.12.2012 Anteile im Chorus CleanTech 10 gezeichnet werden. Für Anleger werden ökologische und nachhaltige Aspekte mit positiven, ökonomischen Perspektiven (stabile, hohe Rendite) verknüpft.

 

Die aktuell vorgestellte Leistungsbilanz für öffentliche Solarfonds aus 2011 zeigt deutlich, dass die Prognosen in vier Fällen erfüllt und in einem sogar übertroffen wurden:

 

 

  Standort Auszahlung Soll für 2011 Auszahlung Ist für 2011 Sonderzahlung
CleanTech Solar 1 9 Anlagen in Italien 6,72 % 6,72 % 2,50 % für 2010
CleanTech Solar 2 9 Anlagen in Deutschland 6,00 % 6,00 % 2,50 % für 2012
CleanTech Solar 3 8 Anlagen in Italien 6,00 % 6,00 %
CleanTech Solar 4 1 Anlage in Deutschland 6,00 % 6,00 % 3,00 % für 2012
CleanTech Solar 6 4 Anlagen in Deutschland 6,50 % 6,50 % 2,00 % für 2012

 

 

 

Auch in Zukunft ist mit stabilen Renditen zu rechnen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet rasant voran und die Windkraft bietet sehr gute Investitionsbedingungen. Die Technik ist inzwischen sehr gut ausgereift und die Preise der einzelnen Komponenten für Windkraftanlagen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Was Sie bei einer Geldanlage in Windkraft beachten sollten, haben wir bereits erörtert. 10 Punkte gibt es, die Sie dabei nicht außer Acht lassen sollten.

 

Die Chorus Gruppe hat mit Ihrer vorgestellten Leistungsbilanz für 2011 gezeigt, dass Ihre Projekte mit hohe technische Standards erfüllen und somit eine ausgezeichnete Performance erreichen.

 

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:“Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – auch beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist.“

Welche Sicherheit bietet ein Solarfonds?

Dienstag, 16. Oktober 2012

Wenn Sie mit Ihrer Geldanlage nicht nur eine angemessene Rendite erzielen, sondern auch etwas für die Umwelt tun möchten, werden Sie sich auch mit Fotovoltaik- oder Solarfonds beschäftigen.

 

Ein Solarfonds ist ein Zusammenschluss von einigen hundert Anlegern, die gemeinsam eine große Solaranlage bauen und/oder betreiben. Der Zusammenschluss erfolgt meist in Form einer GmbH & Co. KG, in manchen Fällen auch in Form einer Genossenschaft.

 

Dabei werden große Umweltentlastung erzielt. Aktuelle Solarfonds, wie z.B. der Neitzel & Cie. Solarenergie 3 Deutschland, sparen nach Einschätzung des Ecoreporters jährlich 21.000 Tonnen CO2 ein und versorgen ca. 10.000 Haushalte (Durchschnittsverbrauch 3.5000 kWh) mit Strom.

 

Die jährlichen Renditen betragen 6-8 Prozent auf das eingesetzte Kapital. Doch welche Sicherheiten bieten Solarfonds für diese Rendite – wie ist die Investition abgesichert?

 

Bild von Solarkraftwerk mit Videoüberwachung

Wichtiger als die Videoüberwachung: die Sicherheit von Solarbeteiligungen ist hoch. Die Technik ist ausgereift und die staatlichen Garantien laufen über 20 Jahre.

 

1.) Sicherheit 1: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG

 

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist die Basis des Aufschwungs der Erneuerbaren Energien in den letzten 10 Jahren in Deutschland und, als Wegbereiter, auch in vielen anderen Ländern der Welt. Die Grundidee ist die, dass der erzeugte Strom zu einem fest vereinbarten Vergütungspreis, z.B. von 17,9 Ct/kWh, für 20 Jahre abgenommen wird. Perfekt – denn damit weiß der Anleger bereits beim Anschluss der Solaranlage an das Stromnetz, welche Vergütungssätze und damit welche Einnahmen in den nächsten 20 Jahren zu erwarten sind. Eine staatliche Garantie, die Solarinvestitionen in den Hauch von sicheren Bundesanleihen gibt.

 

2.) Sicherheit 2: Die Technik ist bewährt

 

Bereits 1839 wurde der photoelektrische Effekt durch den britischen Ingenieur Smith entdeckt, 1953 wurden in den berühmten Bell Laboratories in New Jersey die ersten massentauglichen Fotovoltaik-Zellen produziert. Eine 1955 hergestellte Zelle mit einem Wirkungsgrad von 6 % erreichte bei Messungen im Jahr 2002 immer noch einen Wirkungsgrad von 5,1% – die Technik ist also stabil und extrem langfristig einsetzbar.

 

Auch die zweite wichtige Komponente neben der Solarzelle, der zur Umwandlung des Gleichstroms in Wechselstrom benötigten Wechselrichter, ist mittlerweile bewährt. Alle namhaften Hersteller wie SMA, Siemens oder Sunways gehen von einer Lebensdauer von mindestens 20 bis 25 Jahren aus. Trotzdem sichern sich die Solarfonds oft durch Vollwartungsverträge auch gegen den Ausfall der Wechselrichter ab. In jedem Fall bilden Sie Rückstellungen für den Ausfall von Bauteilen.

 

3.) Sicherheit 3: Politisch gewollt

 

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist beschlossen, der Umstieg zu den Erneuerbaren Energien unumkehrlich. Bis 2020 soll der Anteil der Erneuerbaren Energien am Strommix mindestens 35% betragen (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit).

 

Entsprechend wird auch weiterhin Solarstrom als wichtige Erneuerbare Energiequelle ausgebaut. Von heute ca. 30 GW auf 50 GW soll die Fotovoltaik-Kapazität noch nahezu verdoppelt werden. Es wird also auch weiterhin sinnvolle Investitionsmöglichkeiten im Bereich Photovoltaik geben. Es kann allerdings sein, dass die Renditen von aktuell 6 bis 8 Prozent, zukünftig etwas niedriger sein werden. Wichtig: solche zukünftigen Entwicklungen betreffen nicht die bestehenden Anlagen, denn diese behalten natürlich ihren garantierten Einspeisetarif für die vollen 20 Jahre.

 

4.) Wo drohen Risiken

 

Natürlich gilt auch im Bereich der Solarfonds, dass eine weit überdurchschnittliche Rendite mit Risiken einhergeht. Die Risiken sind bei allen Solarfonds ausführlich in den entsprechenden Prospekten dargestellt, doch welche Risiken drohen tatsächlich? Technisch könnte es z.B. sein, dass bestimmte Bauteile so häufig ausfallen und nicht über Garantien oder Wartungsverträge abgedeckt sind, dass die Rendite des Betreibers darunter leidet. Wirtschaftliche Risiken können entstehen, wenn die Fremdfinanzierung nach z.B. 10 Jahren Kreditlaufzeit, nicht mit einer wirtschaftlich sinnvollen Anschlussfinanzierung abgedeckt  werden könnte. Auch hier kalkulieren die Anbieter Sicherheiten ein, aber bei extremen Zins-Szenarien könnten Rendite – Einbußen entstehen. Und politisch könnte – ebenfalls in Extremsituationen wie einer drohenden Staatspleite z.B. der Bundesrepublik – die bestehende Förderzusage wiederrufen werden. 

 

 

Letztlich sind Solarfonds auch im Jahr 2012 noch eines der interessantesten Erneuerbare Energien Investments. Denn ein besonderer Vorteil der Solarenergie besteht nach wie vor: die Sonneneinstrahlung pro Jahr ist relativ konstant. Während z.B. Windkraft durchaus um 30% jährlich schwankt, ist die Ausbeute der Fotovoltaik mit Schwankungen von 10% pro Jahr sehr konstant. Das freut die Anleger.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Verfasser des Beitrages

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf XingFacebook oder Twitter

Wie bekomme ich die EEG Umlagezahlungen wieder zurück?

Montag, 15. Oktober 2012

Für die meisten Verbraucher ist heute ein teurer Tag. Die Regierung verkündet, dass die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien für 2013 um knapp 50% auf 5,277 Cent pro Kilowattstunde steigen wird. Dies bedeutet für einen Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von 3500 Kilowattstunden im Jahr eine Belastung von 185€ für den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Inzwischen macht sich Unmut in der Bevölkerung über die steigenden Strompreise breit.

Es gilt also einmal zu hinterfragen, weshalb die Energiekosten für die meisten Menschen in Deutschland steigen und ob es nicht doch Möglichkeiten gibt vom EEG zu profitieren.

Ein gewichtiger Grund für die stark gestiegenen Energiekosten ist, dass 2003 mit der Einführung der sogenannten „Besonderen Ausgleichsregelung“ das Grundprinzip des EEGs, die Kosten der Förderung der Erneuerbaren Energien entsprechend des Stromverbrauchs auf alle Verbrauchenden umzulegen, durchbrochen wurde. Hintergrund für die Einführung dieser Regelung war stromintensive und im internationalen Wettbewerb stehende Unternehmen zu schützen und somit einer Benachteiligung vorzubeugen. Doch inzwischen wird diese Ausnahmeregelung immer mehr ausgeweitet. So sind inzwischen Absurditäten wie Golfplätze und der Berliner Friedrichsstadtpalast von der EEG Umlage befreit.

Die Folge davon ist, dass diese Unternehmen zwar 25% des Stromes verbrauchen, allerdings nur 1% der Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren übernehmen. Das Volumen der Entlastungen hat sich in den letzten zwei Jahren verdoppelt.

Steigenede Stromkosten - jedoch nicht für Großabnehmer

Steigende Stromkosten – jedoch nicht für Großabnehmer.

Im Vergleich zu den Folgen der Besonderen Ausgleichsregelung des EEGs im Jahr 2009 mit der Neuerung von 2012 vergleicht, stellt man fest, dass das Entlastungsvolumen der Industrie durch die Ausweitung der Ausnahmen um weitere 700 Millionen Euro, dies entspricht weiteren 25 Prozent, steigt.

Dies wirkt sich zwar positiv für diese bevorzugten Unternehmen aus, denn durch die Ausnahmen von der EEG-Umlage sind die Strompreise für Großverbraucher hierzulande stabil – im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Staaten. Doch die Zeche zahlt der Normalverbraucher.

 

Welche Möglichkeiten gibt es also für den Normalverbraucher die Mehrkosten reinzuholen?

 

Eine sehr geschickte Variante ist es sich an den hohen Erträgen, die durch die Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen, zu beteiligen.

Während Institutionelle Anleger, wie Versicherungen und Pensionsfonds, inzwischen immer mehr in Photovoltaik- und Windkraftanlagen investieren, halten sich Normalanleger hier häufig noch zurück. Diese sparen weiterhin am liebsten auf das Tagesgeldkonto und die Lebensversicherung. Aufgrund der niedrigen Zinsen ist hier jedoch eine Mehrung des Vermögens nicht gegeben, eher das Gegenteil, denn durch die Inflationsrate wird es an der Kaufkraft gemessen immer weniger.

 

Wie rentiert sich eine Beteiligung an Erneuerbaren Energien?

 

Schön ist es sich an Anlagen zu beteiligen, die noch von der höheren Förderung vor der Absenkung profitieren. Ein Beispiel ist der Neitzel & Cie. Solarenergie 3 Deutschland. Der Fonds investiert in Solaranlagen in Deutschland. Bereits beschlossene oder weitere Kürzungen, die für die Einspeisevergütung kommen sollen, wirken sich nicht auf die Prognosen der Beteiligung aus, da für die erworbenen Anlagen die Vergütungen für den erzeugten Strom bereits feststehen. Bei einer geplanten Laufzeit von 10 Jahren, ist mit jährlichen Ausschüttungen von 6,75% auf 8 % ansteigend zu rechnen. Ein Gesamtmittelzufluss von 201% (bis 2021) ist prognostiziert.

 

Bei einer Investition von 10.000€ erfolgen 675€ Ausschüttung im Jahr 2013. Hiervon lässt sich die gestiegene Umlage auf den Stromrechnungen gut tragen.

 

 

Eine weitere Möglichkeit vom Ausbau der Erneuerbaren zu profitieren ist die Beteiligung an der Energiewende und an den Erträgen in Form einer Genossenschaftsbeteiligung. Genossenschaften sind ein bewährtes Modell und aufgrund der Struktur sehr transparent und kostengünstig. Zielrendite bei der Europäischen Energiegenossenschaft ist hier 10% pro Jahr – ab einer Mindestbeteiligung von 5.000€.

 

Somit stünden hier 500€ an Ausschüttung von denen sich die gestiegenen Stromkosten gut bezahlen lassen. Attraktive Anlagemöglichkeiten von der Energiewende auch finanziell zu profitieren finden Interessierte bei GrünesGeld.24.de.

 

Diese Möglichkeit bleibt allerdings Menschen, die auch einen gewissen Geldbetrag oder ein gewisses Vermögen haben, vorbehalten.

 

Somit ist die Kritik von Sozialverbänden gerechtfertigt, die darauf hinweisen, dass es zu Umverteilungen und damit zu Energiearmut bei Teilen der Bevölkerung kommt. Es gibt Schätzungen dass 200.000 Betroffenen in Jahr 2011 der Strom abgedreht wurde, weil sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlten. Bei der Berechnung des Hartz-IV-Regelsatzes wurden die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Energiepreise nicht berücksichtigt. Energiearmut jetzt aber allein auf die Energiewende zu schieben ist zu kurz gedacht, denn die Energiepreise sind nicht nur aufgrund der Umlage für EE gestiegen.

 

Carmen Junker 

Verfasser des Beitrages:

Carmen Junker ist Mit-Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und, weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Was passiert mit meinem Geld in Mikrofinanzanlagen?

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Ein Teil der Nachhaltigen Investition ist die Anlage in Mikrofinanzkredite. Für die Idee und deren Umsetzung wurde 2006 Mohammed Yunus mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Anleger die in sogenannte Mikrofinanzfonds investieren leisten aktiven Beitrag zur Armutsbekämpfung. Doch was passiert genau mit dem Geld?  Über den Fonds Invest in Visions können wir genauere Informationen bekommen. Hier investierte Gelder sind sehr transparent nachzuverfolgen.  Wir möchten den sozialen Nutzen von Geldanlagen in Mikrofinanz, wie unter Grünes Geld Soziale Verantwortung  erhältlich, an einer persönlichen Geschichte und an anhand eines Mikrofinanzinstitutes verdeutlichen. 

 

Die persönliche Geschichte des Mr. Abbas:

 

Mr. Abbas, ein Landwirt im abgelegenen Teil von Uganda, hat im Juni 2008 seinen 6. Mikrokredit ( den ersten hatte er vor 8  Jahren in Höhe von 500 USD bekommen und alle zurückgezahlt) von dem örtlichen Mikrofinanzinstitut in Höhe von 1.000 USD erhalten. Mit diesem Geld konnte er sich ein weiteres Stück Land kaufen und seine Einnahmen aus dem Anbau von Kaffee und Mantoke (Kochbananen) steigern. Durch diese Mehreinnahmen kann er seinen Kindern ( 11 an der Zahl) den Besuch der Schule in Uganda ermöglichen. Die beiden Älteren besuchen mittlerweile die Universität. Langfristig verhilft sich Mr. Abbas und seiner Familie damit aus der Armut und ermöglich seinen Kindern eine Ausbildung für ein „besseres“ Leben.

 

Kontrolle vor Ort

Bilderreihe vom Besuch bei Mr. Abbas in Uganda. Seine Kinder können alle die Schule besuchen. Ein nachhaltiger Schritt aus der Armut

Mr. Abbas hätte von einer kommerziellen Bank nie einen Kredit bekommen. Warum? Weil er keine Sicherheiten bieten konnte außer seiner eigenen Arbeitskraft. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Prinzip der Mikrofinanz. Mit einem „kleinen“ Kredit – diese liegen zwischen 20 USD in Asien und 3.000 USD in Osteuropa – wird diesen Menschen die Möglichkeit gegeben sich selbst aus der Armut zu befreien. Mikrofinanzinstitute, spezielle auf diese Zielgruppe ausgerichtete Finanzdienstleistungsinstitute übernehmen regional die Kreditvergabe.

 

Im September hat der Mikrofinanzfonds Invest in Visions Microfinance unter anderem in Kambodscha investiert.  Weshalb fiel die Wahl auf ein Mikrofinanzinstitut in Kambodscha?

 

Das Beispiel Prasac – Mikrofinanzinstitut in Kambodscha:

 

Kambodscha ist ein südostasiatisches Land, welches durch die Roten Khmer den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verfall erlebt hat. Die Roten Khmer wollten die Gesellschaft mit Gewalt in einen Agrarkommunismus überführen. Dieser Prozess umfasste auch die fast vollständige Vertreibung der Bevölkerung aus der Hauptstadt Phnom Penh und mündete in einem Massenmord an der kambodschanischen Bevölkerung. Bis zum Ende ihrer Herrschaft 1978 fielen den Roten Khmer nach Schätzungen etwa 1,7 bis 2,2 Millionen Kambodschaner zum Opfer.
31% der 14,4 Millionen Kambodschaner leben auch heute noch in bitterer Armut. Kambodscha exportiert neben Agrarerzeugnissen wie Reis, Gemüse, Kautschuk und Cashewnüssen auch Textilien (70% des Exports) und Rohstoffe. Das Wirtschaftswachstum betrug 2011 ca. 6%. Über 50% der Bevölkerung sind jünger als 25 Jahre.

 

Kambodscha hat einen regulierten Mikrofinanzmarkt. Die Einführung von transparenten Praktiken wie z.B. Effektivzins, Preismodelle und auch einem Kreditbüro (ähnlich Schufa) hat dem Mikrofinanzmarkt ein weiteres Wachstum verschafft. Mittlerweile wird 1,2 Millionen Menschen durch Mikrofinanzierung der Zugang zu Finanzdienstleistung verschafft.
Im September hat der Fonds ein Darlehen in Höhe von 1,5 Millionen USD an Prasac Microfinance Ltd., ein MFI mit einem Marktanteil von ca. 21% vergeben. Prasac bedient ca. 120.000 Kunden im ländlichen als auch städtischen Bereich, davon 70% Frauen. Prasac ist aus einem Entwicklungshilfeprojekt der EU (1995) hervorgegangen, welches die Landbevölkerung in Kambodscha fördern sollte. Mittlerweile ist das Mikrofinanzinstitut reguliert und kann seit 2011 auch Spareinlagen annehmen. Um weiter wachsen zu können benötigte Prasac den Kredit in Höhe von 1,5 Millionen USD.

 

 

Geldanlagen werden also immer noch benötigt um den Mikrofinanzbereich weiter zu fördern. Für den Anleger hier rechnet sich sein Engagement ebenfalls. Bei einer Verzinsung von etwa 2-4% pro Jahr wird die Geldanlage nebenbei noch höher verzinst als auf dem Tagesgeldkonto bei der Bank.

 

 

Verfasser des Beitrages:

Carmen Junker ist Mit-Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst hier noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Nachhaltige Banken: Girokonto jetzt auch bei Triodos

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Seit der Wirtschaftskrise haben Nachhaltige Banken einen starken Zulauf. Viele Kunden möchten ganz genau wissen, wie mit ihrem Geld gearbeitet  und in welche Anlagen oder Projekte investiert wird. Finanzunternehmen wie die GLS Bank, EthikBank, UmweltBank oder die Triodos Bank legen sehr viel Wert auf Transparenz und arbeiten mit sogenannten „Negativ- und Positiv-Kriterien“. Das bedeutet, dass beim Einsatz des zur Verfügung gestellten Geldes ethische, soziale und/oder ökologische Aspekte zu Grunde gelegt werden. Investitionen in Rüstungs- und Atomgeschäfte sind zum Beispiel genauso ausgeschlossen, wie Spekulationen mit Lebensmitteln. Weitere, typische Ausschlußkriterien sehen wie folgt aus:

 

– Verletzung von Menschenrechten
– schlechte Arbeitsbedingungen
– Kinderarbeit
– Tierversuche
– Einsatz von Gentechnik
– umweltschädliche Arbeitsweise

 

Demgegenüber stehen positive, fördernswerte Aspekte, die je nach Unternehmen bzw. Projekt variieren können. Eine sozial-ökologische Ausrichtung ist in der Regel Grundvoraussetzung und wird ergänzt durch besonderes Engagement in punkto Klimaschutz, Bildung,  einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen oder zum Beispiel mit Förderung von entwicklungspolitischen Zielen. Bei einigen der aufgeführten Banken können die Kunden sogar ganz gezielt festlegen, in welchem Themenbereich mit ihrem Geld gearbeitet wird.

 

Kornfeld, ökologische Landwirdschaft

Die Umweltbank  finanziert ausschließlich Umweltprojekte, wie zum Beispiel ökologischen Landbau.

 

Die Banken bieten unterschiedliche Produkte an, meist von klassischen Bankprodukten über Projektbeteiligungen bis hin zu Riesterverträgen und Basisrenten. Jedoch ist die Auswahl durchaus unterschiedlich und wird kontinuierlich angepasst.

So bietet seit kurzem  auch die Triodos Bank die Möglichkeit an, ein Girokonto zu eröffnen. Damit gibt es jetzt bei drei der vier wichtigsten, nachhaltigen Banken in Deutschland die Möglichkeit, ein Girokonto zu führen. Hier die aktuellen Konditionen für Privatkunden im Vergleich:

 

 
  GLS Bank EthikBank UmweltBank Triodos Bank
Kontoführungsgebühr 2,- €/mtl.
5,- €/mtl.
kein Girokonto verfügbar 3,50 €/mtl.
Kontoführung online, telefonisch, schriftlich
online, telefonisch online, telefonisch
Bankkarte 15,- € p.a.
inklusive 15,- € p.a.
Kosten f. Online-Banking
keine keine keine

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Übrigens, wem die Zinsen auf dem Girokonto oder Tagesgeldkonto doch zu niedrig sind, kann sich auch gerne mal ein Sicherheitsdepot von uns ansehen. Dort ist auch eine tägliche Verfügbarkeit gegeben und die Verzinsung liegt trotzdem höher. Man sollte das Geld aber schon 2-3 Jahr im Depot lassen.

 

 

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt seit Oktober 2012 Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:“Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – auch beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist.“