Archiv für Juni 2015

10 Fakten über den Plastikmüll in der Nordsee die Sie kennen sollten

Dienstag, 30. Juni 2015

 

Waren Sie heute schon Einkaufen? Beim Supermarkt, im Kleidergeschäft oder im Schreibwarenhandel? Falls ja, dann stehen die Chancen gut, dass Sie eine Plastiktüte für Ihren Einkauf bekommen haben. Einfach so dazu geschenkt. Weil es viel bequemer ist, als eine eigene Tasche von zu Hause mitzubringen. Oder weil der Einkauf spontan war. Doch nichts im Leben bleibt ohne Auswirkungen, auch wenn manche recht entfernt sind. Im Fall der Plastiktüten sind es tote Vögel in der Nordsee, oder Fische oder Krebse. Denn unser Plastikmüll verstopft die Mägen der Tiere oder fängt sie wie eine Falle und lässt sie jämmerlich verenden.

 

 

Kunststoffmüll im Meer

Die Nordsee vor Plastikmüll schützen

 

 

Wie in unserem Blogbeitrag Schön: EU zieht in den Kampf gegen Plastiktüten vom 3. März 2015 berichtet, ist das Thema seit Jahren bekannt. Man weiß, dass unser Plastik die Meere zumüllt und aufgrund der schieren Menge und der langen Zeiträume, bis sich Kunststoff auflöst, praktisch nie verschwindet. Aber welche belastbaren Fakten gibt es dazu? Wir haben die 10 wichtigsten Fakten über den Plastikmüll für Sie zusammen getragen.

 

1.) 97 Prozent aller Eissturmvögel haben Plastik im Magen

 

Wie die Wochenzeitung “Die Zeit” in ihrer Ausgabe vom 25. Juni 2015 berichtet, haben Wissenschaftler, unter Ihnen der Biologe Nils Guse, in ihrer Arbeit “Der Eissturmvogel als Indikator für die Plastikmüllbelastung der Nordsee” heraus gefunden, dass 97 Prozent aller Eissturmvögel Plastikmüll im Magen haben. Im Durchschnitt enthält der Magen 30 Plastikpartikel.

 

2.) Der erste industriell gefertigte Kunststoff: Bakelit 1907

 

Die Kunststoffe, oder umgangssprachlich Plastik, eroberten in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg die Industrieländer und schließlich die ganze Welt. Hergestellt aus Rohöl ist Kunststoff formbar, widerstandsfähig und vor allem unglaublich billig. Was die wenigsten wissen: der erste industriell gefertigte Kunststoff war Bakelit im Jahr 1907. Es folgten Nylon, Zelluloid, Cellophan, Resopal und  Styropor.

 

3.) Seit 1950 Produktion x 300

 

Der Siegeszug in den 1950er Jahren und den folgenden Jahrzehnten hängt nur zum Teil mit der Explosion der Weltbevölkerung zusammen – weitgehend ist er auf die weite Verbreitung des neuen Materials zurück zu führen. Während die Weltproduktion an Kunststoff 1950 noch 1 Million Tonnen betrug, stellen wir mittlerweile 300 Millionen Tonnen jährlich her.

 

4.) Das Plastik-Meer Problem wird bekannt: Charles J. Moore

 

Wir schreiben die letzten Jahre der 1990er. Die Welt ist im Börsenboom-Zeitalter angelangt, Bill Clinton ist Präsident der USA und macht mit persönlichen Affären auf sich aufmerksam. Da durchquert der amerikanische Meeresforscher Charles J. Moore den Nordpazifik entdeckt eine riesige Ansammlung von Plastikteilen – so groß wie Mitteleuropa. Der erste Müllstrudel, angetrieben durch Erdrotation und Wind und Strömung, ist entdeckt und und macht das Problem weiten Kreisen der Bevölkerung bekannt.

 

5.) Wohl größte Plastikmüll-Deponie Deutschlands: Die Nordsee

 

Während sich die Entdeckung des ersten Plastikmüllstrudels im weit entfernten Pazifik vor der Haustüre von noch nicht weit entwickelten Schwellenländern abträgt, wächst auch der Plastikmüll in der Nordsee. Man schätzt den Plastikmüll in der Nordsee nach Angaben der Zeit auf mittlerweile 700.000 Kubikmeter. Das entspricht in etwa dem Verbrauch an Rohöl der größten Volkswirtschaft der Welt, der USA, an einem kompletten Tag.

 

6.) Entsorgung von Plastikmüll durch China: bis zu 3,5 Millionen Tonnen

 

Jedes Land entsorgt Plastik im Meer – auch Deutschland. Doch während es sich in Deutschland üblicherweise nur um die Abfälle von Schiffen handelt, die nach wie vor einfach während der Fahrt illegal entsorgt werden, geht es in aufstrebenden Ländern noch um ganz andere Mengen. Alleine China entsorgt nach Untersuchungen einer Gruppe von Wissenschaftlern, veröffentlicht im Science, jährlich zwischen 1,3 und 3,5 Millionen Tonnen im Meer.

 

7.) Die Top 5 der Plastiksünder

 

Diese Länder entsorgen alle mindestens 80 Prozent Ihres Mülls falsch, also verklappen direkt im Meer oder schütten den Kunststoff auf offene Deponien, von wo aus er durch den Wind aufs Meer geweht wird:

 

 

 

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Grafik: Grünes Geld GmbH

 

 

 

8.) Wie lange dauert es eigentlich, bis Kunststoffe vollständig zerfallen?

 

Auch vorbildliche europäische Staaten wie Deutschland oder die ganzen Nordsee Anrainerstaaten bringen kaum noch Plastikmüll ins Meer. Aber woher kommt dann die unheimlich große Verschmutzung? Die Antwort liegt in der Vergangenheit, denn so lange brauchen moderne Kunststoffe in etwa, bis sie zerfallen:

 

Kunststoff


Zerfalldauer in Jahren

PET Flasche

450 Jahre

Plastiktüte

10 bis 20 Jahre

Styroporbecher

50 Jahre

Angelschnur

600 Jahre

Quelle: Die Zeit, Ausgabe 25.6.2015

 

 

 

9.) Kontrollierte Schiffe: 365 von 10.000

 

Seit 1983 gib es das “Internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe”, das die größte Quelle für neue Kunststoff-Verschmutzungen in der Nordsee, die Schifffahrt, regulieren will.  Die Schiffe müssen ihren Müll an Bord sammeln und trennen, in den Häfen werden sie von der Wasserschutzpolizei kontrolliert. Der einzige Haken: von rund 10.000 Schiffen jährlich in Hamburg werden nur 365 kontrolliert. Das sind weniger als 4 Prozent.

 

 

 

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Weniger als 4 Prozent der Schiffe in Hamburg werden kontrolliert (Grafik: Grünes Geld GmbH)

 

 

10.) 643 Produkte enthalten Mikroplastik

 

Mikroplastik – was ist das? Das sind winzige Kunststoffkügelchen, die sich in sehr vielen täglich benutzten Produkten befinden. Sie werden genutzt als Schleifmittel um in Cremes zum Beispiel überschüssigen Talg oder tote Hautzellen abzutragen. Oder als Filmbildner in Shampoos oder als Bindemittel in Gesichtscremes.

 

Mikroplastik muss nicht auf die Verpackungen geschrieben werden. Trotzdem nehmen wir Menschen das Mikroplastik auf und lassen es in die Weltmeere gelangen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat einen Einkaufsratgeber heraus gebracht, in dem 643 Kosmetika mit Mikroplastik aufgezählt sind, unter anderem von Avon, Balea, Clinique, Garnier, L`Oréal, Nivea, Shiseido, The Body Shop, Vichy oder Yves Rocher.

 

 

 

 

 

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Umweltbank – gute Zahlen auf der Hauptversammlung

Freitag, 26. Juni 2015

 

Die Umweltbank AG ist die einzige börsennotierte, deutsche, ethisch-ökologische Bank. Ich besuchte die Hauptversammlung der Umweltbank in Nürnberg am 25. Juni 2015 in der Meistersingerhalle. Aufgrund des Ausscheidens des Gründers und der Aufsichtsratsvorsitzenden war dies eine ganz besondere Hauptversammlung für die Umweltbank. Aber auch gute Geschäftszahlen und aufgebrachte Anleger ließen aufhorchen.

 

 

 

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Von links: Hofmann, Klotz, Schöne, Bašic, Weber, Hammermann (Hauptversammlung 25.6.15)

 

Umweltbank Gründer und Aufsichtsratsvorsitzende gehen

 

Die bisherige Geschichte der Umweltbank ist ganz eng mit Horst P. Popp verknüpft. Bereits Mitte der neunziger Jahre setzte er die Idee einer Bank um, die der Umwelt Gutes tut und damit wirtschaftlichen Erfolg hat. Laut Popp damals ein neuer Gedanke – zu dieser Zeit galt Umweltschutz als reiner Kostenblock. Vorbilder gab es allerdings schon, die Bochumer GLS Bank oder die Triodos Bank etwa. Doch von den heute weltweit rund 700 Ethikbanken konnte damals niemand auch nur träumen.

 

Popp gründete die Umweltbank, erhielt 1997 die Banklizenz und führte das Institut später an die Börse. Es folgten gute Geschäftszahlen mit einer ebenso positiven Entwicklung an der Börse. Zum 1.5.2015 schließlich trat Pop als Vorstandsvorsitzender im Alter von 57 Jahren zurück und übergab die Geschicke der Bank an die langjährigen Umweltbank Manager Goran Bašic (Vorstandssprecher) und Stefan Weber (Vorstand). Die Hauptversammlung 2015 erlebte Popp erstmals als reiner Aktionär (seine Beteiligungsgesellschaft hält 15,5 Prozent der Aktien) ohne Funktion auf dem Podium.

 

Nach einer Abkühlphase kann sich Horst P. Popp eine Mitarbeit im Aufsichtsrat vorstellen. Im Moment, und das zeigt das Besondere an der Umweltbank, ist er zur Vertretung eines mehrmonatig erkrankten Abteilungsleiters wieder im operativen Geschäft eingesprungen. Sicher eine interessante Erfahrung für Popp, der in seinem Grußwort anführte, dass er von ihm bearbeitete Anträge von den aktuellen Vorständen mit Korrekturen wieder zurück erhält. Eine neue Gefühlt für den ansonsten dominanten Anführer Popp.

 

Seit 18 Jahren schließlich war Dr. Irene Schöne im Aufsichtsrat der Umweltbank tätig. Mit der Hauptversammlung 2015, die sie als Aufsichtsratsvorsitzende noch leitete, scheidet auch sie aus Ihrem Amt aus. Sie hat die Bank in unruhigen Zeiten begleitet – Platzen der Börsenblase 2000, Bankenkrise 2008 oder Atomausstieg in Deutschland seien hier genannt, auch wenn die Umweltbank nur teilweise von diesen Vorgängen berührt wurde. Die 71jährige leitete die nicht immer einfache Hauptversammlung gekonnt und gut.

 

Zahlen der Umweltbank: prächtig, aber abklingend?

 

Wie im Geschäftsbericht der Umweltbank AG nachzulesen können sich die Aktionäre über ein wirtschaftlich wie ökologisch erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 freuen. Der Jahresüberschuss stiegt um 8,1% und die Dividende konnte von 1,20 Euro auf 1,30 Euro erhöht werden. Auch die von der Umweltbank ausgewiesene ökologische Rendite, gemessen in kg CO2 pro Aktie, stieg um 7,1% auf 506.

 

Im Vergleich zum Umweltbank Konkurrenten GLS Bank ziehen allerdings ein paar Wolken auf. Zwar gibt es im Detail große Unterschiede, denn die GLS Bank ist eine ökologische Vollbank, die auch normale Girokonten anbietet, aber trotzdem sprechen beide Institute eine ähnliche Klientel an. Während bei der GLS Bank die Kundenanzahl um 14 Prozent wuchs, stieg diese Zahl bei der Umweltbank nur um bescheidene 0,8 Prozent. Auch die Bilanzsumme der GLS Bank wuchs mit 12,5 Prozent deutlich stärker als die Bilanzsumme der Umweltbank (plus 3,3 Prozent) – eine wichtige Kennzahl zur Bestimmung der Bedeutung einer Bank.

 

Zwar berichtete der Vorstand von einer großen Verunsicherung in den ersten 3 Quartalen bei Photovoltaik- und Windkraftprojekten in 2014 durch politische Unsicherheiten in Deutschland, doch das Geschäft wuchs bereits im letzten Quartal 2014 und in den bisherigen Monaten des Jahres 2015 wieder stark an. So stark, dass die Umweltbank AG neues Eigenkapital benötigt um die Kreditnachfrage befriedigen zu können. Das möchte sie durch sogenannte CoCo Bonds von Anlegern einwerben.

 

Aus diesen ansteigenden Kreditzahlen heraus sieht der Vorstand ein gutes Wachstum für die Zukunft der Umweltbank voraus.

 

 

Umweltbank Kunden nutzten Hauptversammlung um Unmut kund zu tun

 

Gestört wurde die insgesamt überzeugende Hauptversammlung der Umweltbank durch Redebeiträge und Anfragen zweier Kunden, die dem Vernehmen nach in frühe Windfonds, die von der Umweltbank vermittelt wurden, investiert hatten und deren Erwartungen enttäuscht wurden. Letztlich wiesen die Umweltbank Vorstände die Vorwürfe jedoch zurück, zumal die Windkraft Beteiligungen nicht von der Umweltbank herausgegeben sondern nur vermittelt wurden. Vorwürfe waren eine unzureichende Prospektprüfung der Umweltbank AG. Als Beobachter konnte man den Eindruck gewinnen, dass persönliche Enttäuschungen von Anlegern der Umweltbank das Motiv für die Beiträge der Redner waren.

 

Computerpanne verursacht Abbruch der Versammlung um 21.00 Uhr

 

Bei der Auszählung zum nächsten Tagesordnungspunkt kam es zu einer Computerpanne. Die versammlungsleitende Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Irene Schöne beriet sich mit dem protokollführenden Notar und entschied in Abstimmung mit ihren beiden Aufsichtsratskollegen, die Versammlung gegen 21.00 Uhr ohne Ergebnis vorzeitig zu beenden. Die Hauptversammlung soll aus Gründen der Rechtssicherheit voraussichtlich Ende September wiederholt werden. Über alle Tagesordnungspunkte wird dann erneut abgestimmt

 

 

 

 

 

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Franziskus‘ Umwelt Enzyklika: Was Experten dazu sagen

Dienstag, 23. Juni 2015

 

Franziskus avanciert immer mehr zum Pop-Star unter den Päpsten. Nach dem eher spröde wirkenden Theologie-Experten Benedikt XVI. erklärt der Argentinier Jorge Mario Bergoglio die Welt in verständlichen Worten anhand konkreter Beispiele und packt Themen an, die anderen zu weltlich waren. In seiner gerade erschienen Enzyklika Laudato Si geht es um das kritischste Thema überhaupt: die Umweltverschmutzung – oder wie es Franziskus formuliert: die Sorge um unser gemeinsames Haus. Nachdem die Umwelt Enzyklika veröffentlicht wurde, haben wir Experten-Meinungen dazu gesammelt.

 

 

 

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Franziskus fordert zu allererst von den Katholiken weniger Luxus und Prunk. Hier: Der Vatikan.

 

 

Umwelt Enzyklika: Um was geht es?

 

Papst Franziskus hat als zentralen Gedanken des gesamten Textes: Welche Art von Welt wollen wir denen überlassen, die nach uns kommen, den Kindern, die gerade aufwachsen? Daraus erwächst für den Papst zunächst die Pflicht für alle Christen, aber auch für alle anderen, die an einen Schöpfer glauben, die Erde zu schützen. Das Zitat aus dem Alten Testament “Macht Euch die Erde untertan” solle besser übersetzt werden mit “Macht Euch der Erde untertan”.

 

 

Dabei fängt der Papst bereits erstaunlich konkret an und beschreibt gleich zu Beginn die tatsächlichen Probleme unserer Welt. Als wichtigste Punkte sieht der den Klimawandel, die Wasserfrage und den Schutz der Biodiversität. In den weiteren Kapiteln geht es um Das Evangelium von der Schöpfung, die menschliche Wurzel der ökologischen Krise, oder um eine ganzheitliche Ökologie. In Kapitel 5 gibt der Papst konkrete Leitlinien zum Handeln,  sowohl auf globaler politischer Ebene als auch im Kleinen für jedermann. Sei es das Licht auszuschalten oder Fahrgemeinschaften zu bilden.

 

Insgesamt geißelt der Papst die Zerstörung der Umwelt, die Versauerung der Ozeane, die Verwüstung des gesamten Planeten, warnt vor der Gentechnik und vor einem Lebensstil, der zu immer mehr Reichtum von Wenigen und zu immer mehr Armut von Vielen führt.

 

 

 

(Orignaltext der Umwelt Enzyklika Laudato Si hier)

 

Stimmen von Experten zur Umwelt Enzyklika

 

 

 

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Dieser Papst ist weltweit populär, weil er Klartext redet und immer konkret wird. In der ersten Öko-Enzyklika in der 2.000-jährigen Geschichte des Papsttums fordert er Schluss mit Kohle, Gas und Öl und einen raschen Umstieg auf erneuerbare Energien. Die Privatisierung des Wassers sei eine „Menschenrechtsverletzung“.

 

Franz Alt, Fernsehmoderator und Buchautor, Aussage auf sonnenseite.com



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Mit seiner Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“ leiste der Papst Erstaunliches, sagte Nachhaltigkeitsforscher Felix Ekardt im DLF. Interessant sei, ob sich als Konsequenz jetzt auch die Investmentpolitik des Vatikan ändern werde und ob in einem katholischen Land wie Polen weniger klimaschädliche Energieträger eingesetzt würden.

 

Felix Ekardt, Leiter Forschungsstelle Nachhaltigkeit, Aussage auf deutschlandfunk.de



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G-7-Gipfel gibt es jedes Jahr, eine Umweltenzyklika hat nun nach fast zweitausend Jahren römischer Kirche Premiere. Diese Schrift kann gar nicht unpolitisch sein.

 

Hans Joachim Schellnhuber, Potsdamer Klimaforscher, Aussage auf faz.net



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Die Kirche ist zwar keine Expertin für Wissenschaft, Technik, oder für Wirtschaft, aber für Menschlichkeit.

 

Kardinal Peter Turkson, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Aussage auf br.de



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Die Enzyklika wird die Bemühungen zum Energiesparen und für die Energiewende befördern. Sie wird dazu beitragen, dass Unternehmen des Finanzsektors ihr Kapital aus klimaschädlichen Industrien abziehen und immer mehr Menschen ihr Geld in Solar- oder Windkraftanlagen investieren.

 

Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Aussage auf br.de



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Es ist neu, dass ein Papst so bewusst entscheidet: Ich möchte in die politische Debatte hinein Wirkung entfalten.

 

Reinhard Marx, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, Aussage auf abendzeitung-muenchen.de

   

 

 

Soziale Verantwortung zeigen mit unseren Musterdepots

 

 

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RE04 Wasserkraft Kanada: Update für ein ganz besonderes Angebot

Freitag, 12. Juni 2015
reconcept RE04 Wasserkraft Kanada

Die Kraft des Wassers nutzen

Der Reconcept RE04 Wasserkraft Kanada ist ein überzeugendes Projekt:  stabiler Investitionsstandort, Wasserkraftwerke als bewährte, langlebige Technologie und Reconcept als deutsches Emissionshaus, das in vielen Erneuerbaren Energien Projekten seine Klasse bewiesen hat. Grund genug für uns, dass wir das Thema Wasserkraft in Kanada genauer beleuchten.

Grundlagen für Wasserkraft Investments

 

Wer in Wasserkraftwerke investiert, möchte etwas für die Umwelt tun. Mit Wasserkraft erzeugter Strom verbraucht keine fossilen Energien wie Öl, Kohle oder Gas. Das schont zum einen unsere Vorräte, zum anderen vermeidet es den Ausstoß großer Mengen des schädlichen Treibhaus Gases CO2. Doch es gibt auch technische und wirtschaftliche Vorteile der Wasserkraft:

 

 

– Bei richtiger Dimensionierung wird die Kapazität des Kraftwerks konstant gut ausgenutzt, die Auslastung liegt oft bei 40 Prozent bis 60 Prozent. Solarkraftwerke oder Windkraftwerke sind  viel häufiger zum Nichtstun gezwungen, einfach weil oft die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht.

– Die Nutzungsdauer von Wasserkraftwerken ist extrem lang und liegt bei 50 bis 100 Jahren. In der Folge sind die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer gering.

– Die Prozesse im Wasserkraftwerke sind weitgehend automatisiert, hohe Lohnkosten können damit nicht entstehen. Die laufenden Kosten sind gering.

Wartung und Instandhaltung sind bei der altbekannten Technologie gering. Auch das spart Kosten.

– Die Stromerzeugung ist grundlastfähig, kann also im Gegensatz zu anderen Erneuerbaren Energien auch ohne Stromspeicher Kohle- oder Atomkraftwerke ersetzen. Der wesentliche Faktor ist die durchfließende Wassermenge, die im gesamten Tagesverlauf sehr konstant ist. Auch im Jahresverlauf ist die Stromerzeugung sehr gleichmäßig. Lediglich in den Sommermonaten kann es zu verminderten Energielieferungen kommen, da an manchen Standorten im Sommer weniger Wasser fließt.

– Die Amortisation der Errichtungskosten ist schnell geschehen. Bei kanadischen Kraftwerken, die die Gegebenheiten der Natur gut nutzen, sind Amortisationszeiten von nur 5 bis 8 Jahren normal.

Der Standort Kanada für den RE04 Wasserkraft Kanada

 

Wichtig für eine Investition in Millionenhöhe ist das Investitionsland, beim RE04 Wasserkraft Kanada also das nordamerikanische Kanada. Hier zunächst die politische Stabilität und die finanzielle Stabilität. Die politische Stabilität des Landes, das G7 und Nato Mitglied ist, ist hoch. Die finanzielle Stabilität beurteilt die weltweit bedeutende Rating-Agentur S&P weiterhin mit der Höchstnote AAA bei stabilem Ausblick. Kanada verfüge laut S&P über eine wohlhabende und robuste Volkswirtschaft sowie eine geld- und fiskalpolitische hohe Flexiblität.

 

Konstanz der Stromproduktion und der erzielten Erlöse

 

Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Untersuchung eines ausreichend großen Portfolios von Wasserkraftwerken in Kanada (Studie von Fondsmedia: Wirtschaftlichkeitsanalyse Wasserkraft-Portfolio Kanada Edition 2015). Es handelt sich dabei um ein Portfolio von 73 Wasserkraftwerken:

 

– 19 Kraftwerke in British Columbia

– 41 Kraftwerke in Ontario

– 13 Kraftwerke in Quebec

 

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Verteilung der 73 Wasserkraftwerke, die die Basis der Studie bilden (Grafik: Grünes Geld GmbH, Google Maps)

 

Die Nennleistung des untersuchten Portfolios beträgt über den Untersuchungszeitraum recht konstant 1,3 Gigawatt (Schwankungsbreite lediglich 2,6%). Der Untersuchungszeitraum beträgt 11 Jahre von 2004 bis 2014.

 

Zunächst die Darstellung der produzierten Energiemenge in GWh pro Jahr:

 

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4,783 GWh wurden durchschnittlich im Untersuchungszeitraum geliefert (Grafik: Fondsmedia)

 

Da die Verkaufserlöse für den produzierten Strom schwanken, hier die tatsächlichen Verkaufserlöse in tausend kanadischen Dollar (CAD):

 

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Gute Konstanz bei den Strom-Verkaufserlösen mit Anstieg in jüngerer Vergangenheit (Grafik: Fondsmedia)

 

Im Durchschnitt lag der Verkaufserlös des produzierten Wasserkraftstroms bei rund 300 Mio. kanadischen Dollar (bei aktuellem Wechselkurs rund 220 Mio. Euro).

 

Davon wiederrum hängt der liquide Überschuss ab, also der Gewinn, nachdem alle direkt zurechenbaren Kosten abgezogen wurden, allerdings vor Zinsen, Abschreibungen, administrativen Ausgaben und Steuern.

 

Hier der liquide Überschuss des Test-Portfolios an kanadischen Wasserkraftwerken:

 

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Es bleibt etwas übrig: liquider Überschuss im Durschnitt bei 214 Mio. CAD (Grafik: Fondsmedia)

 

Auch die Konstanz des jährlich erzielten liquiden Überschusses erfreut Geldanleger. Denn in keinem einzigen der 11 Betriebsjahre ist ein Verlust aufgelaufen. Alle Jahre waren jeweils deutlich positiv. In den letzten beiden Jahren waren die liquiden Überschüsse am höchsten.

 

 

Fazit: Konstanz und Überschuss sehr erfreulich

 

Die Stromerzeugung des ausgewerteten Portfolios aus 73 Wasserkraftwerken ist mit eine relative Schwankung in der Stromerzeugung von nur 16,5 auf. Auch die operativen Kosten sind wie angenommen, eher gering – rund 71% der Stromerlöse bleiben als freie Liquidität übrig. Daraus ergeben sich sehr konstante Erlöse mit einer Verzinsung auf das eingesetzte Kapital von durchschnittlich 11,3 Prozent, oder anders ausgedrückt. Die Amortitationszeit ist nur 9 Jahre.

 

 

Wer sich diese günstigen Bedingungen für seine ethisch-ökologische Geldanlage sichern möchte, kann sich hier die wichtigsten Punkte des Projektes ansehen:

 

 

– 2 Investments gesichert

Projektpartner Synex beteiligt sich als Co-Investor an beiden Wasserkraftwerken

– Attraktive Standorte im AAA-Rating-Land Kanada

– Hoher Wirkungsgrad von Wasserkraft: bis zu 95 %

– Relativ geringe Baukosten durch geographische Gegebenheiten in den Rocky Mountains durch natürliches Gefälle

– Seit 100 Jahren etablierte Technologie auf dem neuesten Stand, dadurch geringe Wartungskosten

– Stromverkaufsvertrag mit BC-Hydro (staatl. Stromversorger in British Columbia, Kanada) über 40 Jahre ab Inbetriebnahme

– Zinsfestschreibung für Fremdkapital auf 40 Jahre geplant

– Vertraglich gesicherte Stromvergütung gemäß SOP (Standing Offer Program)

– Anbieter mit mehr als 17 Jahren Erfahrung im Bereich der Erneuerbaren Energien

– Absicherung: Gutachten zur Ergiebigkeit des Standortes und Studien von unabhängigen Experten

– Agio 3 %

 

 

 MehrzumRE04wasserkraftfrankreich

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Welche Auswirkungen hat das Wahlergebnis in Großbritannien auf die Klima- und Umweltpolitik?

Dienstag, 02. Juni 2015

Meinungsforschungsinstitute und Politikwissenschaftler waren am 07. Mai 2015 vom überwältigenden Wahlsieg des neuen und alten Premierminister David Cameron überrascht. Die Tories sind die alleinregierende Partei im Land. Inzwischen ist David Cameron knapp einen Monat an der Macht.

 

 

Was ist vom britischen Premierminister David Cameron für die Klimapolitik zu erwarten?

Was ist vom britischen Premierminister David Cameron für die Klimapolitik zu erwarten?

 

 

 

Wie sind die zu erwartenden Konsequenzen für die Klima- und Umweltpolitik?

 

Im Wahlkampf vermieden die Konservativen weitgehend spezifische Aussagen zur Umwelt- und Energiepolitik. Während David Cameron sich vor 9 Jahren noch mit Huskys in Spitzbergen fotografieren ließ und die Partei neu in Verbindung brachte mit Klimaschutz und Ökothemen, kamen in seinem aktuellen Wahlprogramm keine Ökothemen vor.  2010 hatte Cameron noch angekündigt die “grünste” britische Regierung aller Zeiten zu werden. Doch wie bei seinem transatlantischen Kollegen Obama folgten, folgten den Worten auch bei Cameron keine nachhaltigen Taten. Wie es in den nächsten Jahren seiner Regierungszeit weitergehen wird, dazu gibt es einige Annahmen und Hinweise. Grüne Themen dürften allerdings kaum zu finden sein und das bedeutet nichts Gutes für den Klimawandel. Die ersten Bekundungen und Aussagen der konservativen Regierung lassen nichts Positives für Umwelt und Klima erwarten. Als hätte man von Klimawandel und Umweltschutz noch nichts vernommen und wäre Leugnern des Klimawandels auf den Leim gegangen.

 

Atomkraft? – ja bitte!

 

Klar bekannt haben sich Cameron und seine Partei zur Unterstützung des riesigen und teuren EDF-Atomkraftwerks Hinkley Point C im südenglischen Somerset. Das bereits genehmigte Kraftwerk soll nach seiner Inbetriebnahme in etwa 8 bis 10 Jahren sieben Prozent des britischen Stroms produzieren. Aufgrund der hohen Investitionskosten ist der Bau nicht wirtschaftlich, daher hatte EDF staatliche Subventionen gefordert. Unterhalb von 90 Pfund/MWh würde das Kernkraftwerk Verluste schreiben. Das französisch-chinesische Konsortium hat mit der “alten” britischen Regierung eine Grundsatzvereinbarung getroffen für 16 Mrd. GBP zwei Druckwasserreaktoren mit einer Nettoleistung von 3200 MW zu errichten. Das Konsortium setzt sich zusammen aus der französischen EDF (Électricité de France) zu 40-50% und Areva, dem Kraftwerksbauer mit 10% sowie den chinesischen Unternehmen Guandong Nuclear Power Corporation Holding und China National Nuclear Corporation mit einem Anteil von 30 bis 40 %.

Seit dem Jahr 1995 wurden in Großbritannien bislang keine neuen Atomkraftwerke mehr in Betrieb genommen. Damit die Betreiber Gewinne erwirtschaften erhalten sie ab Inbetriebnahme eine garantierte Einspeisevergütung von 92,5 Pfund/MWh zzgl. einem jährlichen Inflationsausgleich. Diese Vergütung beträgt das Doppelte des durchschnittlichen englischen Strompreises 2013 und liegt deutlich über der Einspeisevergütung für  Onshore Windkraftanlagen. Darüber hinaus wurden staatliche Kreditgarantien über 10 Mrd. GBP vergeben um die Finanzierungskosten zu senken. Die Subventionen gelten für 35 Jahre, die Laufzeit des Betriebs der Kernreaktoren soll 60 Jahre betragen. Die lange Laufzeit ist für die Betreiber risikolos, da für den Fall dass die Kraftwerke gedrosselt oder abgeschaltet werden müssten der Ertragsausfall durch die Regierung finanziell entschädigt werden muss.

Die Subventionen wurden von der Europäischen Union genehmigt und von der EU Kommission als mit EU Recht vereinbar bezeichnet. Die EU Kommission geht von einer Höchstsumme von 34 Mrd. Pfund (46,8 Mrd. €) aus, dies sind die seitens der EU erwarteten Baukosten.

Cameron und seine Tories stehen klar zu dem Bau und werden es nach Kräften fördern, allen Bedenken zum Trotz.

 

Ein Lichtblick für die Klimapolitik? – ja bitte!

 

Auch die Förderung für ein Gezeitenkraftwerk in der Swansea Bay steht auf dem Plan.  Die Bucht bei Swansea (Wales) hat den zweithöchsten Tidenhub der Welt. Damit ist der Standort hervorragend geeignet. Im Juni 2015 soll hierzu eine Entscheidung fallen für oder gegen den Bau. Die Baukosten belaufen sich auf etwa 1,4 Mrd. Euro und das Projekt soll etwa 155.000 Menschen mit Strom versorgen. Eine künstlich dort angelegte Lagune soll mit 16 Unterwasserturbinen mit einer täglichen Maximalleistung von 320 MW bestückt werden. Damit sollen pro Jahr 236.000 Tonnen CO2 eingespart werden können. Das Unternehmen Tidal Lagoon Power blickt angesichts der Aussage von Cameron das Projekt eventuell zu unterstützen optimistisch in die Zukunft. Das Gezeitenkraftwerk wäre auf jeden Fall ein Lichtblick im Bereich der Klimapolitik der Konservativen.

 

Flugverkehr? – gerne mehr!

 

Als weitere Förderobjekte sind Flughäfen in das Visier der Konservativen geraten. So sollen die Flughafenkapazitäten insbesondere in der Metropolregion London stark ausgebaut werden. Bislang gibt es 9 Flughäfen in und um London. Der größte und meist frequentierte Flughafen ganz Europas ist London Heathrow. Etwa 150 Millionen Passagiere werden pro Jahr abgefertigt. Allein am Flughafen London Heathrow gab es im vergangenen Jahr 470.695 Flugbewegungen.  Ein Ausbau der Flugkapazitäten in Heathrow liegt der konservativen Regierung am Herzen. Das Geschäftsjahr 2014 war für den Betreiber überaus erfolgreich. Der operative Gewinn stieg um 10,3 Prozent auf 1,57 Milliarden Pfund (etwa 2,1 Mrd. €). Im Jahr 2009 hat sich die Partei David Camerons noch als aktiver Gegner des Ausbaus positioniert. Inzwischen hat sich die Meinung deutlich geändert. Experten gehen davon aus, dass der Flughafenausbau kommen wird und damit dürften die Emissionen aufgrund des verstärkten Luftverkehrs zunehmen.

 

fossile Brennstoffe? – ja gerne!

 

Cameron steht uneingeschränkt hinter der Förderung fossiler Brennstoffe, insbesondere für die emissionsintensiven Kohlekraftwerke. Auch das in der Bevölkerung stark abgelehnte Fracking zur Gewinnung von Schiefergas hat er zur klaren Priorität ernannt. Der kriselnden Erdöl- und Erdgasproduktion in der Nordsee möchte er ebenfalls unter die Arme greifen und fördern.

 

Dies dürfte für Unmut in der Bevölkerung sorgen, da sie bisher schon über gestiegene Preise für Strom und Gas murren. Verantwortlich gemacht werden dafür die “Big Six”, die größten Energieversorger der Insel: British Gas, EDF Energy, E.ON UK, npower, Scottish Power und SSE. Die Mehrzahl der Briten ist der Meinung, dass diese Unternehmen nicht im Sinne der Verbraucher handeln und die Preise bewusst auf hohem Niveau halten. Der Strommix verspricht eine gute Ertragslage für die großen Konzerne. Etwa 71% des Energiebedarfs stammen aus fossilen Brennstoffen. Der Anteil von Kohle liegt knapp 10 Prozent über dem Anteil von Erdgas,  inzwischen stammen aus erneuerbaren Energiequellen 15%. Der Kernenergieanteil liegt bei etwa 21%.

 

Modernisierung? –  muss nicht sein

 

Gespart werden soll jedoch bei der Modernisierung der veralteten Energieinfrastruktur und generell beim Budget des Umweltministeriums.

Das 2013 unter dem Namen “Green Deal” gestartete Anreizprogramm private Haushalte zu mehr Energieeffizienz anzuhalten, war ein Flop und Cameron will Zitat: “den grünen Mist so schnell wie möglich los werden”.

Obwohl hier dringend Handlungsbedarf herrscht. Im Juli 2012 gab es 26,8 Millionen Häuser in Großbritannien. Mehr als 30 Prozent dieser Häuser sind älter als 65 Jahre. Jedes einzelne Haus verursachte 2010 3,2 Tonnen CO2 durchschnittlich, was etwa 15 Prozent des gesamten jährlichen CO2 Ausstoßes des Landes entspricht.  Zwar hat die Regierung in der vorherigen Amtszeit bereits Anstrengungen unternommen und beispielsweise eine steuerliche Förderung für alle CO2 neutral errichtete Neubauten erlassen, doch lockere Bauvorschriften werden weiterhin dafür sorgen, dass auch neue Häuser nicht das mögliche Energiesparpotential erreichen werden, wie dies bei möglich wäre.

 

Windkraft? – Rolle rückwärts!

 

Verwundert wurde bisher vernommen, dass die Subventionen für neue Windkraftparks auf dem Festland abgeschafft oder zurückgenommen werden sollen. Windkraft wäre die billigste Form der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen in Großbritannien. Die Kürzungen oder Streichung von Subventionen sollen jedoch nur neue, noch nicht am Netz oder im Bau befindliche Windkraftanlagen gelten. Bereits genehmigte Projekte stellen sehr interessante Anlagemöglichkeiten für die Investoren dar. Auch wenn nur wenige Projekte für Privatanleger konzipiert werden. Eines davon wird in Kürze von institutionellen Investoren übernommen, so dass auch eines der weniger Projekte für Privatpersonen vom Markt verschwindet. Kurzentschlossene können sich noch beteiligen unter http://www.gruenesgeld24.de/windpowerinvest-ii.htm. Derzeit gibt es in Großbritannien rund 4.000 Onshore-Windräder, welche 5 Prozent des Stroms produzieren. Laut einer Umfrage die im Guardian veröffentlicht wurde, unterstützt die Mehrheit der Bevölkerung die Förderung von erneuerbaren Energien und der Windkrafterzeugung an Land. Der Vorstoß zu Kürzung der Förderung ist also nicht auf Proteste aus der Bevölkerung, wie dies in Deutschland häufig angeführt wird, zurückzuführen.

 

 

Genehmigte Windprojekte auf der Insel stellen interessante Anlagemöglichkeiten dar

Genehmigte Windprojekte auf der Insel stellen interessante Anlagemöglichkeiten dar

 

 

Damoklesschwert? –  BREXIT!

 

 

Bislang werden viele Umweltschutzstandards in Großbritannien überwiegend nur durch die Umsetzung von EU- Richtlinien in nationales Recht garantiert. Solle es zum BREXIT, also zum Austritt Großbritanniens aus der EU kommen, dürfte es für die Umwelt- und Klimaschutzpolitik zu einer Zäsur kommen. Spannend wir, ob das für 2017 angekündigte Referendum in dem die Bevölkerung über den Verbleib in der EU abstimmen soll tatsächlich kommen wird und wie daraufhin das europafreundliche Schottland reagieren wird.

 

Weltklimakonferenz? – nichts zu erwarten!

 

Die UN-Weltklimakonferenz in Paris hat mit der regierenden Partei Großbritanniens einen weiteren Teilnehmer, von dem keine zukunftsorientierten und ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erwarten sind. Dass Ende November bis 11. Dezember 2015 tatsächlich ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll beschlossen würde, rückt wieder ein Stück weiter in die Ferne. Bereits zum 21.ten mal findet die jährlich stattfindende Vertragsstaatenkonferenz statt. Es ist das höchste Gremium der Klimarahmenkonvention UNFCCC, in der sich alle Industrieländer zur Reduktion Ihres Ausstoßes an Treibhausgasen verpflichtet haben. Letztes Jahr trafen sich die Regierungsvertreter in Lima und obwohl selbst der Papst Franziskus am 11. Dezember an den Klimagipfel eine eindringliche Botschaft, jetzt etwas gegen den Klimawandel und seine bedrohlichen Folgen zu tun, endete die Konferenz ohne konkrete Beschlüsse. Wir sind gespannt, was das Klima und damit die Menschheit vom 21. Klimagipfel erwarten kann.

 

Ausblick? – Eigeninitiative!

 

Das Beispiel Großbritanniens zeigt, dass Wahlen zu einem Rückschlag für die Klima- und Umweltpolitik führen können, daher ist es umso notwendiger die eigenen Anlagen auf versteckte Klimawandelrisiken zu überprüfen. Auf die Politik zu warten wäre unverantwortlich sorglos.

 

Neu ist es darüber hinaus nicht, Unternehmen auf Klimawandelrisiken zu untersuchen.  Einige zukunftsorientierte große Investoren gründeten im Jahr 2000 in London das Carbon Disclosure Projekt (CDP). Es hat zum Ziel den Dialog zwischen Investoren und Unternehmen in Fragen des Klimawandels zu fördern und mehr Transparenz bei klimaschädlichen CO2 Emissionen wichtiger Unternehmen zu erreichen. Inzwischen werden über 3.000 Unternehmen zu ihren CO2-Daten und zu Strategien der Emissionsreduzierung befragt und die Daten im Internet veröffentlicht. Das CDP ist weltweit das größte Projekt von Investoren die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf Unternehmen zu analysieren und zu beobachten. Die Daten werden unter anderem genutzt um Unternehmen nach ihrer Klimafreundlichkeit zu bewerten, dies kommt vor allem im Bereich der nachhaltigen Geldanlage vor.

 

Nutzen Sie die Macht des Geldes um positiv auf das Klima einzuwirken, denn auf die Macht der Politik zu warten, erscheint langwierig wenn nicht aussichtslos. Ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Anlageportfolio ist laut einer Studie für 40 Prozent weniger CO2 Ausstoß verantwortlich als ein herkömmliches Anlageportfolio. We believe in the impact of money!

 

 

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Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.