Autor: Gerd Junker 23. Juli 2015

Aktuelle Konditionen der 4 wichtigsten Ökobanken: Ethikbank, Umweltbank, Triodos und GLS Bank

Letzte Aktualisierung: 30.05.2017

Die Konditionen der Banken sind weiterhin auf einem historischen Tiefstand, der nach Ansicht vieler Experten auch noch einige Zeit andauern wird. Dem können sich auch die 4 wichtigsten Ökobanken in Deutschland kaum entziehen, die Ethikbank, Umweltbank, Triodos und die GLS Bank (hier geht’s zur vollständige Liste aller Ökobanken).

 

Wer sein Geld trotzdem noch in Bankeinlagen anlegen will, findet bei diesen Banken zumindest ethisch-ökologisch saubere Anlagen. Allerdings sind die Kriterienkataloge unterschiedlich und Anleger mit besonderen Wünschen, zum Beispiel Veganer, die die Ausbeutung von Tieren auch bei Ihrer Geldanlage vermeiden möchten, tun sich schwer.

 

 

 

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Eine andere Umweltbank: keine Zinsen, aber schönes Sitzen.

1. Ethikbank

 

Die Anlagekriterien der Ethikbank sind streng und für die meisten Anleger ausreichend. Sie folgt einem Negativ- und Positiv-Ansatz mit fast allen bekannten Kriterien wie Ausschluss von Militärwaffen, Kinderarbeit, Korruption aber auch mit Negativ-Kriterien wie Spekulation mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln.

 

Das Tagesgeldkonto kennt keine Mindestanlagesumme, bietet aber aktuell auch mit 0,00 Prozent überhaupt keine Zinsen. Der gleiche Zinssatz gilt für alle Festgeld-Varianten (ab 5.000 Euro). Sparbriefe werden erst ab 2.500 Euro mit bis zu 10 Jahren Laufzeit angeboten – Zins: ebenfalls 0,0 Prozent. Da stellt sich schon die Frage, wer sich dafür erwärmen können soll.

 

 

2. Umweltbank

 

Die Umweltkriterien der Umweltbank sind ebenfalls streng und an deutschen Maßstäben ausgerichtet, denn für Deutschland wichtige Punkte, wie zum Beispiel der Ausschluss von Kernenergie, ist dabei. In anderen Ländern wie zum Beispiel in den USA, ist Atomkraft auch in Ethikfonds zu finden. Insgesamt sind es jedoch etwas weniger Kriterien als bei anderen Ökobanken; so fehlt zum Beispiel der Ausschluss von Nahrungsmittelspekulationen oder der Ausschluss von Suchtmittel-Produzenten (Alkohol, Tabak).

 

Ein Girokonto bietet die Umweltbank generell nicht an. Das Tagesgeldkonto kann ab 500 € eröffnet werden und bietet 0,025 Prozent Zinsen (ab 100.000 Euro 0,01 Prozent, ab 500.000 Euro 0,0 Prozent). Es gibt ein Wachstumssparen mit unterschiedlichen Laufzeiten von 1 Jahr bis 7 Jahren – und 0,1 Prozent Zins im ersten Jahr, 0,2 Prozent im zweiten Jahr bis hin zu 1,0 Prozent im 7. Jahr. Sparbriefe werden ab 500 Euro angeboten, bei 2 Jahren Laufzeit zahlt die Bank 0,2 Prozent. Bei 20 Jahren Laufzeit zahlt die Umweltbank 1,25 Prozent.

 

 

3. Triodos

 

 

Bei der Triodos Bank erfolgt die ethisch-ökologische Auswahl über den Investment-Ansatz und die Ausschlusskriterien. Die Ausschlüsse sind streng, und obwohl Triodos eine ausländische Bank ist fehlt, der Ausschluss von Kernenergie nicht. Auch Ausschluss-Punkte wie Pelzindustrie oder Tabak sind vertreten. Der Investment-Ansatz sieht allerdings den er liberalen Best-in-Class-Ansatz vor; dafür betreibt Triodos eine aufwendige Engagement-Strategie. Das heißt, Triodos wirkt aktiv auf Unternehmen ein, um sie zum Umdenken zu bewegen.

 

Girokonto und Tagesgeldkonto sind im Angebot. Beim Tagesgeldkonto gilt: 0,1% Zinsen ohne Mindestanlagesumme. Ab 500 Euro kann Festgeld angelegt werden. Für 3 Monate gibt es 0,1 Prozent, für 12 Monate immerhin 0,15 Prozent. Für 10 Jahre zahlt die Triodos-Bank 0,8 Prozent Zinsen pro Jahr.

 

4. GLS Bank

 

Last-but-not-least die GLS Bank, die größte und am längsten in Deutschland bestehende Ökobank. Ihre Anlagegrundsätze sind gut, auch Punkte wie Suchtmittel oder chlororganische Massenprodukte sind darunter zu finden. Engagement wird nicht betrieben, aber ein besonderer Wert auf die Positiv-Kriterien gelegt, die die hauptsächliche Investitionsrichtung vorgeben.

 

Die GLS Bank versteht sich als Vollbank und bietet entsprechend ein Girokonto an. Das Tagesgeldkonto kennt zwar keine Mindestanlagesumme, dafür ist der Zinssatz aber auch komplett auf 0 Prozent. Sparbriefe bietet die GLS Bank mit 3 Jahren (0,0 Prozent), 5 Jahren (0,15 Prozent) oder 7 Jahren (0,25 Prozent) Laufzeit an.

 

Achtung: Die GLS Bank hat im Dezember 2016 den „GLS Beitrag“ eingeführt, so dass jeder Kunde grundsätzlich 5 Euro Gebühr pro Monat zahlen muss. Hintergrund sei die geringere Zinsmarge, die das GLS Geschäft ansonsten nicht mehr tragen kann.

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
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