Autor: Carmen Junker 29. August 2016

Nachhaltige Altersvorsorge mit dem richtigen Gewusst-wie

Zusammenfassung: Für das Alter finanziell vorzusorgen ist unbestritten wichtig. Schwierig ist es jedoch, das passende Finanzprodukt zu finden. Breite Information und umfassende Beratung helfen, eine nachhaltige Altersvorsorge aufzubauen.

 

 

Altersvorsorge - jetzt nicht den Start verschlafen.

Altersvorsorge – jetzt nicht den Start verschlafen.

Ein chinesisches Sprichwort besagt: „Es zählt nicht, wie alt du bist, sondern wie du alt bist.“ In Zeiten, in denen kaum jemand sicher sein kann, dass die gesetzlich Altersversorgung für ein unbeschwertes Leben im Alter ausreichen wird, lässt sich der Spruch auch umformulieren: „ Es zählt nicht, wie alt du bist, sondern ob du im Alter versorgt sein wirst.“

 

Der Grundstein für eine ausreichende Altersversorgung muss früh gelegt werden. Doch es gibt keine Patentrezepte mehr für eine einfache und sichere Vorsorge. Viele Produkte für eine private Rente sind für den Laien undurchschaubar.

 

Generell fühlen sich viele Menschen von Altersarmut bedroht. Laut einer Umfrage im ARD-Deutschlandtrend sehen sich 57 Prozent aller Befragten für den Ruhestand nicht ausreichend abgesichert. Dennoch will rund die Hälfte aller Berufstätigen ihre Altersvorsorge aufgrund der geringen Rendite nicht weiter ausbauen.

 

In der Gruppe der jüngeren Menschen zwischen 18 und 34 Jahren besteht eine generell positive Einstellung gegenüber der eigenen Zukunft. Dabei bleibt jedoch der Realitätssinn nicht auf der Strecke. Zwei Drittel der jüngeren Gruppe sehen sich im Alter nicht ausreichend versorgt. Dennoch sparen nur rund 35 Prozent der jungen Generation für den Lebensabend. Ein wichtiger Grund ist das Misstrauen gegenüber den angebotenen Vorsorgemodellen.

 

 

Riester- und Rürup-Rente – Tröpfchen für Tröpfchen

Das Misstrauen ist durchaus begründet, denn die staatlichen Modelle zur privaten Altersvorsorge, besser bekannt als Riester-, Privat- und Rürup-Rente, stehen mittlerweile in der Kritik. Weniger als zehn Prozent aller Berufstätigen ziehen die Riester-Rente als Element ihrer Altersvorsorge in Betracht. Seit 2002 fördert der Staat durch finanzielle Zuschüsse und durch Steuervergünstigungen die private Altersvorsorge, die sogenannte Riester-Rente. Dabei werden staatliche Zulagen für den Aufbau einer privaten Alterssicherung gezahlt, die nach Höhe der Beiträge und Zahl der Kinder variiert. Hinzu kommt der steuerliche Vorteil durch einen vom Einkommen unabhängigen Sonderausgabenabzug. Zinsen und Erträge bleiben bis zur Auszahlung der angesparten Rente steuerfrei. 2005 kam das Modell der Basis- oder Rürup-Rente dazu. Hier wurde auch Selbstständigen die Möglichkeit zu einer staatlich geförderten Altersvorsorge ermöglicht. Es wurde die nachgelagerte Besteuerung eingeführt, in Zuge deren umfangreiche steuerliche Abzugsmöglichkeiten für Ausgaben zur Altersvorsorge eingeführt wurden. Die staatlich geförderten Modelle sind mittlerweile sehr vielfältig und schwer zu durchdringen. Vielfach werden die Modelle als gescheitert betrachtet und in der Tat können sie sich als Verlustgeschäft erweisen. Zwar müssen Riester-Anbieter sicher stellen, dass Kunden mindestens ihre Einzahlungen zurückerhalten, durch Inflationsverluste kann der Wert der Einlagen jedoch empfindlich geschmälert werden.

 

Besonders unattraktiv sind Riester-Verträge für Menschen mit geringem Einkommen, denn die Riester-Einkünfte werden vollständig auf die Grundsicherung angerechnet. Darüber hinaus ist die Vererbung des angesparten Riester-Vermögens unterschiedlich geregelt. Bei Riester-Versicherungen ohne besondere Zusatzvereinbarung kann das Vermögen bei Tod des Einzahlers komplett verloren gehen (fällt der Versichertengemeinschaft zu). Je nach Vertragsabschluss ist die Auszahlung ab dem 60. (Altverträge) oder 62. Lebensjahr (aktuelle Verträge) möglich. Ausgezahlt wird die Riester-Rente monatlich, maximal 30 Prozent des angesparten Vermögens können bei Rentenbeginn abgerufen werden.

 

 

Lebensversicherung – Zum Leben zu wenig …

Lebensversicherungen waren jahrzehntelang der Deutschen liebste Altersvorsorge. Die Versicherungsgesellschaften in Deutschland verzeichnen 90 Millionen Verträge für Lebensversicherungen und private Rentenversicherungen. Bei rund 80 Millionen Einwohnern bedeutet das, dass viele Menschen mehrere Policen in der Schublade haben. Allerdings erwirtschaften die Lebensversicherer nicht einmal mehr annähernd die vormals versprochene Rendite. Kein Wunder in Zeiten des Niedrigzinses. Entsprechend müssen sich die Versicherungsnehmer im Alter mit einer geringeren Zusatzrente abfinden. So haben Ansehen und Beliebtheit der Lebensversicherung Schaden genommen: Lediglich fünf Prozent planen noch den Abschluss einer klassischen Lebensversicherung mit Kapitalauszahlung.

 

 

Private Altersvorsorge nahhaltig angehen

Nachhaltige Anlagestrategie entwickeln statt auf die lange Bank schieben.

Nachhaltige Anlagestrategie entwickeln statt auf die lange Bank schieben.

„Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not.“, so rät das alte Sprichwort und preist das Sparen als generelle Tugend an. Doch Sparen im Sinne von „Geld zurücklegen für später und Zinsen einstreichen“ ist passé in Zeiten von Niedrig- und Null-Zinsen.

 

Richtig bleibt jedoch, wer früher mit der privaten Altersvorsorge beginnt, kann mit geringeren Beträgen starten und mögliche Verluste durch einen langen Investitionszeitraum ausgleichen.

 

Eine nachhaltige Form der Altersvorsorge auszuwählen ist jedoch noch recht knifflig. In Deutschland machen nachhaltige Finanzprodukte, die auf ökologische, ethische und soziale Geldanlagen bauen, nicht einmal drei Prozent des Finanzmarktes aus. Dabei sind die Anleger durchaus interessiert, befürchten aber auch undurchschaubare Risiken und einen ungleich höheren Aufwand. Gut, wer hier auf kompetente Berater zählen kann, denn nachhaltige Finanzprodukte können durchaus erklärungsbedürftiger sein als die herkömmlichen Standardprodukte. Was die Rendite anbelangt, müssen sich die nachhaltigen Geldanlagen jedoch längst nicht mehr hinter ihren konventionellen Mitbewerbern verstecken, denn die relevanten Anlagekriterien Liquidität, Rendite und Risiko haben auch hier Priorität. Hinzu kommt dann der Nachhaltigkeitsaspekt. Hier ist es gut, kritisch nachzufragen, denn der Begriff der Nachhaltigkeit ist nicht geschützt und kann sehr weit ausgelegt werden. Auch hier können Berater wertvolle Informationen dazu geben, ob bestimmte Branchen, Technologien oder Märkte generell ausgeschlossen werden.

 

 

Schritt für Schritt zum Ziel

Eine sinnvolle finanzielle Vorsorge für das Alter aufzubauen muss Schritt für Schritt geplant werden. Innerhalb eines unübersichtlichen und sich verändernden Marktes ist es daher wichtig, die eigenen Bedürfnisse genau zu kennen und seine finanziellen Möglichkeiten und Prioritäten auszuloten. Als Faustregel hat es sich bewährt, zehn Prozent des Einkommens für die private Altersvorsorge einzuplanen, bei Selbstständigen zwanzig Prozent.

 

Niemand will seine Altersvorsorge verspekulieren. Ein sinnvoll zusammengestelltes Portfolio aus Aktien- und Rentenfonds ist jedoch weit entfernt von der Börsenzockerei der Jahrtausendwende und verspricht langfristig interessante Renditen zwischen sechs und acht Prozent. Besonders interessant für die Altersvorsorge sind Fondspolicen, die erst mit Rentenbeginn mit einer niedrigen Steuer belegt werden.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist es, die Anspardauer zu bestimmen. Sinnvolle nachhaltige Anlageprodukte haben eine Mindestlaufzeit von 2 bis 3 Jahren. Gerade in der Altersvorsorge ist jedoch ein weiterer Zeithorizont sinnvoll und meist auch möglich. Durch einen individuell zugeschnittenen Sparplan mit einer breiten Streuung sind gut Renditen erzielbar. Durch die Investition in nachhaltige Projekte wird nicht nur die persönliche finanzielle Zukunft positiv mitgestaltet, sondern auch der Erhalt der Umwelt.

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

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