Autor: Carmen Junker 4. November 2016

Auch beim Wein ist „Bio“ die beste Wahl

Zusammenfassung: Guter Wein ist ein vielseitiges Genussmittel und ein uraltes Kulturgut. Ökologischer Weinanbau liefert hervorragende Bio-Weine und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

 

 

Bio-Winzer setzen sich für Artenvielfalt ein.

Bio-Winzer setzen sich für Artenvielfalt ein.

Der Herbst geht langsam zu Ende, die Weinlese ist in allen deutschen Anbaugebieten abgeschlossen, die Trauben sind gekeltert , der junge Wein reift in den Fässern. Winzer und Weinfreunde sind gleichermaßen gespannt auf den neuen Jahrgang.

 

Weine sind extrem vielseitig. Ob Weißwein, Rotwein oder Rosé – trocken oder lieber lieblich – hier findet jeder einen Favoriten. Weinkenner freuen sich darüber hinaus über die Besonderheiten der unterschiedlichsten Rebsorten und bestimmen diese sicher. Seinen gesamten Zauber entfaltet der Wein jedoch mit seinen speziellen Aromen und auch hier präsentiert sich der Rebensaft in einer nahezu unendlichen Vielfalt: Angefangen bei den beliebten und verbreiteten fruchtigen und blumigen Aromen, über Gewürznoten bis hin zu holztypischen tönen. Bei Weinen gibt es fast nichts was es nicht gibt.

 

Doch gleichgültig, wie fein Nase und Gaumen der Weinliebhaber sind, es ist nahezu unmöglich, einen biologisch angebauten Wein allein durch den Geschmack von einem Wein aus konventionellen Anbau zu unterscheiden. Sicher bevorzugen Bio-Winzer robustere Rebsorten, die sich besser Schädlingen erwehren können. Auch kommen im ökologischen Weinbau vermehrt Neuzüchtungen zum Einsatz, wie beispielsweise die Rebsorten Johanniter, Solaris und Phönix. Dennoch gilt für den Bio- wie für den konventionellen Anbau: Es gibt gute und weniger gute Jahrgänge. Aber es gibt auch sehr überzeugende Argumente für Bio-Weine.

 

 

Bio-Weine sind im Kommen

Bio-Weine gewinnen immer mehr an Beliebtheit. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Anbauflächen von Bio-Wein aus einem Nischendasein heraus verdreifacht. Aktuell werden rund 7,5 Prozent der deutschen Weinberge nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet, insgesamt sind das 7.000 Hektar. Eine erfreuliche Entwicklung, die noch längst nicht am Ende ist, denn die Nachfrage nach Bio-Weinen steigt weiter an. Entsprechend durchlaufen immer mehr Winzer den anspruchsvollen und zeitaufwändigen Umstellungsprozess vom konventionellen zum ökologischen Weinanbau.

 

Getrieben wird diese Entwicklung durch das wachsende Bewusstsein und Interesse an der Herstellung unserer Lebensmittel und ihrer Inhaltsstoffe. Hier punkten Bio-Weine, denn im konventionellen Anbau werden vielfältige Pestizide eingesetzt, deren Rückstände vielfach in den Weinen nachgewiesen werden können. Außerdem kommen künstliche Dünger, teilweise sogar Gentechnologie zum Einsatz.

 

Ebenfalls den Weingenuss getrübt haben Nachrichten über Glyphosat-Rückstände in deutschen Weinen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace veröffentlichte dazu in diesem Jahr einen Test bei dem in sieben von elf untersuchten Weinen aus konventionellem Anbau das umstrittene Pflanzengift Glyphosat nachgewiesen werden konnte. Die drei untersuchten Bio-Weine wiesen keine Rückstände auf. Glyphosat wird von der Weltgesundheitsbehörde WHO als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Innerhalb der Europäischen Union ist das Pflanzengift vorerst weiter zugelassen, da sich die Mitgliedstaaten nicht auf ein Verbot einigen konnten und das Krebsrisiko noch nicht endgültig geklärt ist.

 

 

Ökologischer Weinbau – Ohne Gift für Mensch und Umwelt

Ungetrübter Genuss - Bio-Wein.

Ungetrübter Genuss – Bio-Wein.

Pflanzenschädlinge machen allerdings auch vor ökologischen Weinanbauflächen nicht Halt. Bio-Winzer gehen daher gegen Schädlinge mit Duftstoffen, sogenannten Pheromonfallen, vor. Wenn gegen den gefürchteten Mehltau gar nicht mehr hilft, kommen Schwefel oder Kupfer zum Einsatz. Diese Methode ist allerdings auch im ökologischen Weinanbau umstritten, da die beiden Elemente den Boden schädigen. Versuche mit Natriumhydrogencarbonat, bekannt unter dem Handelsnamen Backpulver, zeigen in der Praxis auch bereits gute Ergebnisse. Wie in der ökologischen Landwirtschaft, düngen auch Bio-Winzer mit Kompost und entfernen Unkraut teilweise händisch.

 

Der ökologischer Weinbau ist nicht nur gut für den Weintrinker, sondern auch für die Umwelt generell, denn der Weinberg stellt ein eigenes Ökosystem dar, das in seiner regionalen Artenvielfalt gepflegt und erhalten werden sollte. So werden zwischen den Rebstöcken traditionell auch andere Pflanzen angebaut, die für eine bessere Bodenqualität sorgen. Darüber hinaus zieht die Bodenbegrünung zwischen den Rebstöcken vielfältige Nützlinge an, so dass Schädlinge seltener auftreten und entsprechend nicht mehr bekämpft werden müssen. Klar eigentlich, dass im ökologischen Weinbau auf einen geringen Wasserverbrauch genauso geachtet wird, wie auf eine gute CO2-Bilanz.

 

 

Bio-Siegel garantieren Genuss bei hoher Qualität

Was als Bio-Wein in den Handel kommt, wird durch einen Mindeststandard der Europäischen Union festgelegt. Die entsprechende Verordnung verbietet die Verwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln und mineralischen Düngern, die sich leicht lösen. Ebenfalls ausgeschlossen ist der Einsatz von Gentechnologie. Seit 2012 regelt die EU nicht nur den Anbau sondern auch den Ausbau von Bio-Weinen. So darf Bio-Weinen kein Alkohol entzogen werden. Ein „Light“-Wein in Bio-Qualität wird also nicht angeboten.

 

Über diesen Minimalkonsens hinaus haben die führenden Bio-Siegel Bioland, Naturland, Demeter und ECOVIN eigene strengere Regelungen für den ökologischen Weinanbau entwickelt. Eine wichtige Vorreiterrolle hat dabei ECOVIN eingenommen. Der Verband der ökologisch arbeitenden Weingüter vertritt die Interessen von insgesamt 235 Mitgliedern aus zwölf deutschen Anbaugebieten. Seit 1985 entwickelt ECOVIN Richtlinien für den ökologischen Weinbau, setzt sich für die Artenvielfalt und umweltverträglichen Weinanbau ein.

 

 

Klären – Schönen –Schwefeln

Neben den gängigen ökologischen Qualitätssiegeln wird Wein auch vegan angeboten und mit dem entsprechenden Vegan-Siegel versehen. Viele Bio-Winzer verzichten bewusst auf den Einsatz von tierischem Eiweiß um den Wein zu klären und zu schönen. An die Stelle von Hühnereiweiß, Hausenblase oder Gelatine treten dann pflanzliche Proteine wie beispielsweise Erbsen- oder Kartoffeleiweiß. Trübungen durch Schwebstoffe im Wein werden von vielen Kunden nicht akzeptiert. Einige Bio-Winzer bieten ihre Weine aber auch schon naturtrüb an. Was sich im Bereich Bio-Apfelsaft sehr gut etabliert hat, muss sich beim Bio-Wein noch langsam durchsetzen.

 

Bio-Weine enthalten deutlich weniger Schwefeldioxid als Weine aus konventionellem Anbau. Der Einsatz von Schwefel bei der Bearbeitung von Weinen hat eine uralte Tradition, ist jedoch bei Bio-Weinen stark umstritten. Ursprünglich wurde Schwefeldioxid eingesetzt, um die Weine haltbarer zu machen und eine Oxidation zu verhindern. Konventionelle Winzer argumentieren auch damit, dass ungeschwefelte Wein keinen guten Geschmack haben und die geringen Schwefelmengen für den Menschen unbedenklich sind. Gegen das Schwefeln sprechen die Prinzipien der ökologischen Landwirtschaft, Lebensmittel zu stark zu verarbeiten. Generell müssen Weine seit 2005 mit dem Hinweis „enthält Sulfite“ versehen werden wenn sie mehr als zehn Milligramm Schwefeldioxid pro Liter enthalten.

 

 

Nachhaltig genießen und an die Zukunft denken

Nachhaltig angebauter Wein keine nachhaltige Geldanlage, sondern eine kleine Investition in die eigene Lebensqualität.

 

Den Rekord für den teuersten Wein hält seit Jahren der Mouton Rothschild aus dem Jahr 1945. Für rund 24.000 US-Dollar pro Flasche ging der edle Tropfen beim Auktionshaus Christie’s in Los Angeles über den Tisch. Ob der Käufer den Wein geöffnet hat oder seinen Schatz als sichere Geldanlage ansieht ist leider nicht bekannt. Klar ist aber, dass niemand aktuell für einen guten Bio-Wein so tief in die Tasche greifen muss. Bio-Weine mit dem niedrigschwelligen EU-Siegel sind ab vier Euro aufwärts zu haben, höherwertige Bio-Weine gibt es ab sechs Euro. Entsprechend können diese Weine auch mit gutem Gewissen genossen werden, denn Bio-Weine sind auch ein Teil einer ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft.

 

Noch einmal zurück zum sagenumwobenen Mouton Rothschild – Sachwertinvestitionen unterliegen stets einem gewissen Risiko. Sicherer und zugleich positiv für die Umwelt sind nachhaltige Geldanlagen. Hier wandert das Geld der Anleger in Projekte und Unternehmen, die ökologische, soziale und ethische Werte aktiv umsetzen. Gleichermaßen erwirtschaften diese Projekte auch interessante Erträge. Grünes Geld berät Sie umfassend, wie Sie Ihr Geld rentabel und zukunftsweisend anlegen können.

 

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

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