Autor: Carmen Junker 11. November 2016

Mikrofinanz – Anständige Rendite durch ethische Geldanlagen

Zusammenfassung: Mikrofinanz-Fonds ermöglichen Klein- und Kleinstkredite in Entwicklungs- und Schwellenländern. Für Anleger sind diese Fonds eine gute Möglichkeit soziales Engagement und attraktive Rendite miteinander zu verbinden.

 

 

Mikrofinanz-Kredite ermöglichen eine selbstständige Arbeit.

Mikrofinanz-Kredite ermöglichen eine selbstständige Arbeit.

Manche Entwicklungen laufen auf den ersten Blick gesehen parallel und zeigen keine direkten Berührungspunkte: Da wäre zum einen der Trend zu mehr Nachhaltigkeit. Innerhalb unserer Gesellschaft wächst das Interesse an ökologischen und sozialen Themen, Konsumenten achten zunehmend auf Produkte aus fairem Handel und biologischem Anbau. Zum anderen ist es aktuell schwierig, gut verzinste und sichere Geldanlagen zu finden.

 

Und gerade hier ist eine positive Verbindung möglich, denn Mikrofinanz-Fonds bieten Anlegern beides: eine sinnvolle ethische Geldanlage und einen attraktiven Wertezuwachs.

 

 

Mit kleinen Krediten große Entwicklungen anstoßen

Die Idee ist nicht neu: Klein- oder Kleinstkrediten ermöglichen eine Anschubfinanzierung für Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas sowie Osteuropas. Ziel ist es, mit dem geliehenen Geld eine selbstständige Arbeit und damit verbunden eine langfristige Existenzsicherung zu ermöglichen.

 

Stark belebt wurde die Mikrofinanz-Idee in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch Muhammad Yunus, Wirtschaftsprofessor aus Bangladesch. Da sich die Mikrokredite vielfach als wirkungsvoller Weg aus der Armut erwiesen, wurde Yunus als Vordenker des Mikrofinanz-Systems, im Jahr 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

 

Gerade in den armen Ländern haben viele Menschen keine Möglichkeit, bei Banken einen Kredit zu bekommen. Dabei fehlen oft nur geringe Summen, um ein kleines Geschäft aufzubauen, einen Handwerksbetrieb zu gründen oder ein Feld neu zu bewirtschaften. Mikrofinanz-Projekte ermöglichen diesen Menschen einen Kleinstkredit ohne eine Sicherheit zu verlangen und erheben dafür Zinsen vergleichsweise niedrige Zinsen. Diese sind für westliche Verhältnisse zwar hoch, jedoch im Vergleich zu den Wucherzinsen von lokaler Geldverleiher ein faires Geschäft für alle. Zumal die Mikrofinanz-Geber mit relativ hohen Fixkosten wirtschaften und oft weite und unwegsame Strecken bis zu ihren Kunden zurücklegen müssen.

 

Der wirtschaftliche Erfolg stärkt die Rolle der Frauen in der Gesellschaft.

Der wirtschaftliche Erfolg stärkt die Rolle der Frauen in der Gesellschaft.

Kreditnehmer sind übrigens in erster Linie Frauen. Hier ist eine Mikrofinanzierung besonders wichtig, denn Frauen ist selbst sogar der Zugang zu Geld mit Wucherzinsen verwehrt. Ausgestattet mit einem Kleinkredit finanzieren sie jedoch Saatgut, Marktstände, Nähmaschinen und andere Werkzeuge und Waren, um eine existenzsichernde Arbeit in den Bereichen Handel, Handwerk oder in der Landwirtschaft aufzubauen. Durch ihre wirtschaftlichen Erfolge entkommen Frauen zunehmend aus Abhängigkeitsverhältnissen und verbessern ihre gesellschaftliche Stellung.

 

Und das mit nachhaltigem Erfolg: So liegt die Rückzahlungsquote in den Mikrofinanz-Ländern zwischen 95 und 98 Prozent und damit um einiges höher als in den Industrienationen. Grund für die geringen Zahlungsausfälle ist eine andere Einstellung gegenüber dem Kreditgeber: Während in der ersten Welt Banken selten als Partner auftreten dem Kunden besondere Loyalität verpflichtet wären, ist die Rückzahlung eines Kredits in Entwicklungs- und Schwellenländern auch eine Frage der Ehre – verbunden mit dem Stolz, es geschafft zu haben.

 

Mittlerweile gibt es weltweit unzählige Anbieter von Mikrokrediten. Die einhundert größten Player weltweit verwalten ein Finanzvolumen von rund 52 Milliarden US-Dollar. Der Bedarf an Mikrokrediten wird auf rund 300 Milliarden US-Dollar geschätzt.

 

 

„Wegen Überfüllung geschlossen“

Fondsanbieter werben im Allgemeinen um ihre Kunden. Dass Fonds wegen zu hoher Beteiligung quasi „wegen Überfüllung geschlossen“ sind, kommt selten vor, so jedoch geschehen beim Mikrofinanz-Fonds Invest in Visions (IIV) im letzten Vierteljahr. Daher steht der Fall IIV exemplarisch für das enorm gewachsene Interesse der Anleger an Mikrofinanz-Investments. Sie profitieren von guten Renditen, einer hohen Sicherheit und sie legen ihr Geld mit guten Gewissen an. Denn waren bis vor kurzem Mikrofinanz-Fonds nur für institutionelle Anleger geöffnet, kommen jetzt auch vermehrt private Anleger und Stiftungen zum Zuge.

 

 

Risikoarm – Renditestark

Mikrofinanz-Fonds streuen ihre Investitionen geografisch meist über mehre Regionen und achten auf Investments in unterschiedlichen Bereichen wir Landwirtschaft, Handel, Handwerk oder Dienstleistungen. So können beispielsweise Einbußen durch Ernteausfälle in einem Landstrich mit den Erträgen aus einem anderen Bereich optimal ausgeglichen werden. Darüber hinaus überwachen die Fondsgesellschaften sämtliche allgemeinen und besonderen Risiken zuverlässig.

 

Die Mikrofinanz-Fonds vergeben Kredite an Mikrofinanz-Institute in den jeweiligen Ländern. Vor dort werden die Mikrokredite zur Existenzgründung an künftige Kleinunternehmer vor Ort vergeben.

 

Damit nicht nur das angelegte Geld sondern auch die ursprüngliche Mikrofinanz-Idee gesichert ist, überwachen die Fondsmanager auch die Mikrofinanz-Institute in den jeweiligen Ländern und prüfen deren Geschäftspraktiken. So können Investoren sicher sein, dass ihr Geld sozial und ethisch angelegt ist.

 

Mikrofinanz-Fonds sind von den Entwicklungen der weltweiten Aktienmärkte unabhängig und unterliegen nur geringen Schwankungen. So bieten diese Fonds solide Renditen ab zwei Prozent. Ein Wertzuwachs, der sich beim aktuellen Zinsniveau und den Sicherheiten eines Mikrofinanz-Fonds, durchaus sehen lassen kann.

 

 

Mikrofinanz-Fonds für private Anleger

Mikrofinanz-Fonds sind erst seit knapp zehn Jahren in Deutschland überhaupt als Fonds-Kategorie zugelassen. 2011 wurde dann der erste Mikrofinanz-Fonds für private Investoren geöffnet: Invest in Visions (IIV). Dieser Fonds hat in den vergangenen fünf Jahren keinen Wertverlust erfahren. Investoren konnten während dieses Zeitraums eine Rendite von rund 2,5 Prozent jährlich verzeichnen.

 

Das Fonds-Management des IIV stellt strenge Nachhaltigkeits-Anforderungen an die Mikrofinanz-Institute in Asien, Südamerika und Osteuropa. Neben der Kreditvergabe sind die Institute besonders aufgefordert, ihren Kunden Schulungen zu umweltfreundlicher Landwirtschaft und nachhaltigem Einsatz sonstiger Ressourcen anzubieten. Insgesamt hat IIV bereits 64.000 Mikro-Kredite ermöglicht.

 

Bereits seit zehn Jahren ist der Mikrofinanz-Fonds Dual Return Fund – Vision Microfinance im Markt aktiv. Seit 2016 können sich nun auch private Anleger in Deutschland an diesem Fonds beteiligen. In den vergangenen Jahren erwirtschaftete dieser Fonds eine durchschnittliche Rendite von 2,9 Prozent. Wie IIV zählt der Dual Return Fund zu den Anbietern mit einem hohen Nachhaltigkeitsanspruch und hat bislang 234.000 Mikro-Kredite in 50 verschiedenen Staaten ermöglicht. Auch hier legen die Fonds-Manager viel Wert auf dir Förderung ökologischer Projekte, beispielsweise zum Schutz des Trinkwassers in den verschiedenen Ländern.

 

 

Mikrofinanz-Fonds – soziales Investment zahlt sich aus

Ethische Geldanlagen wie Mikrofinanz-Fonds ermöglichen es, mit Anstand durchaus anständige Erträge zu erwirtschaften. Und das bei einem geringen Risiko und einer soliden Wertentwicklung.

 

Grünes Geld bietet Mikrofinanz-Fonds im Rahmen eines monatlichen Sparplans an, aber auch als einmaliges Investment. Das Monatssparen ist ab 100 Euro monatlich möglich, einmalige Anlagen ab 5.000 Euro. In beiden Fällen ist Ihr Geld nicht langfristig festgelegt, sondern quartalsweise verfügbar.

 

Informieren Sie sich über Mikrofinanz-Fonds – So übernehmen Sie Verantwortung für soziale Belange und Ihr Vermögen.

 

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

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