Autor: Gerd Junker 22. November 2016

UN-Klimakonferenz COP 22 in Marrakesch – es geht voran

Zusammenfassung: Nach dem letzten Klimagipfel in Paris und dem gemeinsamen Abkommen zum Klimaschutz wurden jetzt bei der UN-Klimakonferenz in Marrakesch die konkreten Schritte zur Umsetzung verhandelt. Das gemeinsame Ziel ist unstrittig, Begrenzung der Erderwärmung. Gastgeberland Marokko zeigt sich vorbildlich in Sachen Klimaschutz. Europa muss seine Klimaziele weiter voran bringen, vor allem durch den Ausbau von erneuerbaren Energien.

 

Tee trinken, ja! - Abwarten: nein!

Tee trinken, ja! – Abwarten: nein!

In der vergangenen Woche ging die 22. UN-Weltklimakonferenz im südmarokkanischen Marrakesch zu Ende. Mehr als zehn Tage lang verhandelten und diskutierten die Vertreter der teilnehmenden Staaten, wie der Klimawandel und die damit verbundene Erderwärmung wirkungsvoll zu stoppen seien.

 

Gleich zu Beginn der Konferenz ging ein Ruck durch die Reihen: Die Nachricht, dass Donald Trump die Präsidentschaftswahlen in den USA für sich entscheiden konnte, lässt nichts Gutes für den Klimaschutz aus dieser Richtung hoffen. Zählt Trump doch zu den Leugnern des anthropogenen, also durch das menschliche Verhalten verursachten, Klimawandels. Eine seiner ersten Ankündigungen war dementsprechend die Zusage, Kohleabbau und Ölförderung kräftig zu unterstützen.

 

 

Gastgeber Marokko – mit gutem Beispiel voran

Letztlich war diese Nachricht nicht richtungsweisend für die Stimmung in Marrakesch. Schließlich hatte das Klimasekretariat der Vereinten Nationen zu einer Konferenz des Handelns aufgerufen. Entsprechend äußerte sich Salaheddine Mezouar, Konferenzpräsident und Außenminister des gastgebenden Landes, in seiner Eröffnungsrede. Er forderte die Staatengemeinschaft auf, Entscheidungen zum Klimaschutz zu treffen und dementsprechend zu handeln. Schließlich leiden bereits viele Länder – vornehmlich südlich der Sahara – unter dem fortschreitenden Klimawandel.

 

Gastgeberland Marokko geht dabei mit gutem Beispiel voran. Das relativ kleine Land hat sich ehrgeizige Klimaziele in einem nationalen Klimaplan gesetzt und bereits einiges zur Umsetzung getan. Bis 2030 will Marokko mehr als die Hälfte seiner Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne beziehen. Experten bewerten dies als realistisch, schließlich hat Marokko in kürzester Zeit eines der größten Solarkraftwerke weltweit aufgebaut und plant bereits weitere Anlagen. Mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien macht sich Marokko auch unabhängig von teuren Importen, denn das Land verfügt selbst über keine ÖL- und Gasvorkommen. Darüber hinaus trägt Marokko durch enorme Emissionseinsparungen, wie etwa durch Elektrobusse, kaum eine Verantwortung für den globalen Klimawandel.

 

Der CO2-Ausstoß pro Kopf beträgt dort 1,6 Tonnen, im Vergleich dazu werden in Europa durchschnittlich zehn Tonnen CO2 pro Person emittiert, in den USA sind es doppelt so viel, rund 20 Tonnen CO2 pro Person. Der Durchschnittsverbrauch an CO2 auf dem afrikanischen Kontinent beträgt lediglich 0,5 Tonnen pro Person. Doch gerade dort machen sich die Auswirkungen der globalen Klimaveränderung besonders bemerkbar: In den letzten Jahren war Afrika vielfach von Wetterextremen betroffen, in erste Linie von Überschwemmungen.

 

Auch hier zeigt sich Marokko vorbildlich und hat Partnerschaftsabkommen mit verschiedenen afrikanischen Staaten verabschiedet, um sie beim Ausbau erneuerbarer Energien tatkräftig zu unterstützen und eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen. Aktiv ist Marokko hier bereits in Mauretanien, Niger, im Tschad sowie an der Elfenbeinküste.

 

 

Jahr eins nach Paris – Konferenz des Handelns

Im vergangenen Jahr konnte die 21. Klimakonferenz bereits positive Signale in die Welt senden. Die 196 teilnehmenden Staaten der COP 21 haben mit dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz erstmals einen gemeinsamer Rahmenvertrag erarbeitet, den es jetzt konsequent und zügig umzusetzen gilt, um die Erderwärmung deutlich unterhalb der zwei-Grad-Celsius-Grenze zu halten, optimalerweise unter dem 1,5-Grad-Celsius-Limit. Immerhin hatten im Oktober diesen Jahres mehr als 55 Staaten, die zusammen mehr als die Hälfte aller CO2-Emissionen verantworten, das Abkommen von Paris unterzeichnet.

 

Das Abkommen gibt mit der Begrenzung der Erderwärmung die Zielrichtung der internationalen Klimapolitik vor. Der Klimagipfel in Marrakesch stand damit unter dem durchaus anspruchsvollen Thema, die konkreten Verhandlungsschritte zu vereinbaren, Details zu klären und Anreize zur Umsetzung zu schaffen.

 

Bislang existieren noch große Unterschiede zwischen der Zielsetzung von Paris und den nationalen Klimaschutzplänen, die jetzt nachgebessert werden müssen. Denn die Ziele von Paris können nur erreicht werden, wenn sich die konsequente Abkehr von fossilen Energieträgern wie Kohle, Gas und Öl endlich durchsetzt. Gleichzeitig müssen die Waldbestände weltweit geschützt werden, um den bestehenden CO2-Ausstoß zu binden. Damit diese Ziele von allen Staaten aktiv umgesetzt werden können, ist außerdem eine finanzielle Unterstützung der Klimaschutzmaßnahmen in den ärmeren Ländern notwendig.

 

Hier sind jetzt besonders die Industriestaaten, Hauptverursacher des Klimawandels, gefordert. Ab 2020 sollen sie jährlich insgesamt 100 Milliarden Dollar für Klimaschutzmaßnahmen und -anpassungen in den Entwicklungsländern aufbringen. Ohne diese Finanzierungszusagen sind die lebenswichtigen Veränderungen in diesen Ländern kaum möglich.

 

Verhandelt wurde auch, wie jetzt das Abkommen von Paris in den einzelnen Staaten umgesetzt wird, also welchen konkreten Beitrag jedes Land zur Erreichung der vereinbarten Klimaziele leistet. Hier sind besonders die Staaten gefordert, die besonders viel CO2 emittieren. Ein wichtiges Ergebnis: Das sogenannte „Regelbuch für das Paris-Abkommen“ soll bis 2018 fertiggestellt werden. Ebenfalls 2018 wird die erste Überprüfung der gesteckten Klimaziele stattfinden.

 

 

Klimaschutz geht in die richtige Richtung

Klimaschutz - ein heller Streifen am Horizont.

Klimaschutz – ein heller Streifen am Horizont.

Experten bewerten die Konferenz in Marrakesch als ermutigenden Schub in die richtige Richtung. Generell wird von einer starken Solidarität innerhalb der Staatengemeinschaft gesprochen sowie dem spürbaren Willen, den in Paris eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen.

 

Gefordert sind jetzt auch die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, ihre Klimaschutzziele zeitnah umzusetzen. Mit Blick auf Deutschland wird der Bundesregierung eine positive Klimaschutzpolitik bescheinigt, von der sich allerdings viele mehr Impulse versprochen haben. Kritiker monieren vor allem, dass noch immer die klare Absage an den fossilen Energieträger Kohle fehlt, ohne den Kohleausstieg jedoch die nationalen Klimaziele nicht zu schaffen seien.

 

Positiv aufgenommen wurde die langfristige Klimaschutzstrategie Deutschlands, denn bislang haben erst drei weitere Staaten langfristige Pläne eingereicht. Ebenso gut aufgenommen wurde das Engagement in Sachen Klimaschutz-Partnerschaft mit Entwicklungsländern und einer entsprechenden finanziellen Unterstützung des UN-Anpassungsfonds.

 

 

Der Druck nimmt zu

Eine Besonderheit an diesem Klimagipfel ist dabei durchaus die neue Verteilung der Führungsrollen in Sachen Klimaschutz. Zum einen zeigte sich die Industrienation China sehr engagiert im Ausbau der erneuerbaren Energien. Zum anderen zeigt das Beispiel Marokko, dass rasche Veränderungen durchaus möglich sind. Darüber hinaus haben 48 Entwicklungsländer erklärt, ihren Beitrag zum 1,5-Grad-Limit zu leisten und hundertprozentig auf erneuerbare Energien umzusteigen. Der Druck auf einen entsprechenden Beitrag zum Klimaschutz von Seiten der Industrienationen nimmt also deutlich zu. Schließlich drängt die Zeit, aktuell beträgt die Erderwärmung bereits 1,2 Grad Celsius.

 

 

Konsequent in erneuerbare Energien investieren

Fossile Energieträger im Boden lassen, den CO2-Ausstoß drastisch reduzieren, konsequent erneuerbare Energien fördern. Diese Maßnahmen klingen einfach. Um die Energieversorgung durch erneuerbare Energien zu gewährleisten, müssen jedoch die entsprechenden Unternehmen und Projekte gefördert werden. Werden Sie auch aktiv und schützen Sie mit Ihren Investitionen das Klima. Wir von Grünes Geld sind Experten für nachhaltige Geldanlagen. Gleichgültig, ob Sie in Windkraft oder Solaranlagen investieren wollen, wir achten darauf, dass Ihr Geld zum klimafreundlich angelegt wird und das mit attraktiven Erträgen.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

   
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