Autor: Gerd Junker 17. Januar 2017

Smart Grid – Das intelligente Stromnetz bewegt die Energiewende

Zusammenfassung: Erneuerbare Energien sind im Kommen und verändern das Stromnetz. Da erneuerbare Energieträger schwankende Stromerträge liefern, sind intelligente Lösungen zum Ausgleich gegen Über- und Unterlast der Netze gefragt. Smart Grid übernimmt eine wichtige Steuerungsfunktion in der Vernetzung und Kommunikation und soll außerdem zu einer verbesserten Energieeffizienz beitragen.

 

 

Mit dem „Klimaschutzplan 2050″ hat Deutschland eine langfristige Strategie entwickelt, um sich bis zum Jahr 2050 komplett vom Ausstoß des Treibhausgases CO2 zu verabschieden und damit seinen Teil dazu beizutragen die Erderwärmung wirkungsvoll zu stoppen.

 

Um diese Treibhausgasneutralität zu erreichen, ist der Ausbau Erneuerbarer Energien wie Solarenergie und Windkraft unerlässlich. Ein wichtiges Puzzleteil dabei ist es auch, die Energieversorgung nicht nur klimafreundlich, sondern auch effizienter zu gestalten. Dabei können intelligente Stromnetze, auch unter dem Begriff Smart Grid bekannt, einen wichtigen Beitrag leisten.

 

 

Smart Grid – Kommunikation und Vernetzung

Smart Grid – Intelligente und vernetzte Stromversorgung.

Der Begriff Smart Grid steht für intelligente Stromnetze. Intelligent bedeutet dabei, dass die Stromerzeugung, die Speicherung, die Verbrauchs- und Betriebsgeräte vernetzt sind, sich gegenseitig ansteuern können und miteinander kommunizieren.

 

Ziel dieser intelligenten Vernetzung ist eine sichere, dezentrale und effiziente Energieversorgung. Diese soll die frühere zentrale Stromversorgung ablösen und besser auf die Herausforderungen reagieren können, die sich durch den Einsatz Erneuerbarer Energien ergeben haben. Außerdem sollen intelligente Lösungen helfen, den produzierten Strom effizient zu nutzen und damit den generellen Stromverbrauch zu reduzieren.

 

 

Erneuerbare Energien – Herausforderung angenommen

Erneuerbare Energien sind eine saubere und sichere Lösung für Mensch, Natur und Klima. Durch den Verzicht auf fossile Energieträger entsteht kein klimaschädliches CO2, begrenzte Rohstoffe müssen nicht energieaufwändig gefördert werden. Genutzt werden die natürlichen und unbegrenzten Ressourcen der Umwelt: Sonne, Wind und Wasser.

 

Aber auch die grenzenlose Verfügbarkeit der natürlichen Energieträger hat einen kleinen Haken: Im Gegensatz zur konventionellen Stromerzeugung, liefert die Natur nicht gleichmäßig.

 

Wind- und Sonnenenergie werden erzeugt, wenn die Sonne scheint und der Wind weht, unabhängig davon, ob gerade Strom benötigt wird oder nicht. Entsprechend ist die zuverlässige Stromversorgung mit Erneuerbarer Energie auch eine komplexe Managementaufgabe, denn Stromerzeugung und Stromverbrauch müssen sinnvoll aufeinander abgestimmt werden.

 

 

Smart Grid – zuverlässige Öko-Stromversorgung

Smart Grid managet Angebot und Nachfrage bei der Stromversorgung. Das klassische Stromnetz wird dabei ergänzt um moderne Kommunikationstechnologie, die Stromerzeuger und Endverbraucher miteinander vernetzt. Durch einen gezielten Datenaustausch können so beispielsweise bei einem Überangebot an Strom Speicher-Aggregate gefüllt werden.

 

Smart Grid ermöglicht es, auf Schwankungen in der Stromversorgung automatisch zu reagieren und diese auszugleichen. Wenn ins Stromnetz zu viel oder zu wenig Strom eingespeist als verbraucht wird, bricht es zusammen. Während bei der konventionellen Stromerzeugung Schwankungen durch zu- und abschalten leicht ausbalanciert werden konnten, sieht das bei Erneuerbaren Energien etwas anders aus, denn hier wird der Strom in vielen dezentralen Anlagen gewonnen.

 

Um das notwendige Gleichgewicht im Stromnetz zu erhalten, ist eine Steuerung und Kommunikation zwischen allen Akteuren wichtig. Smart Grid ermöglicht diese Vernetzung und schließt die Stromproduzenten in einem virtuellen Kraftwerk zusammen, kann Solar- und Windparks steuern, Strom zuverlässig liefern und Überkapazitäten speichern und im Bedarfsfall zuschalten.

 

Smart Grid übernimmt jedoch nicht nur die Steuerung der Stromversorgung. Es bindet auch weitere Konzepte mit ein und kann so auch dazu beitragen, dass Strom gespart und effizient genutzt wird.

 

 

 

Smart Home – keine Utopie mehr

Bereits seit fast zwanzig Jahren prophezeien Zukunftsforscher das intelligente Haus. Gezeichnet werden beispielsweise Szenarien von selbstbestellenden Kühlschränken. Dass sich die vielfältigen Ideen für ein  Smart Home rund um den Dotcom-Hype der Jahrtausendwende nicht so schnell realisierten, hatte nicht allein mit der mangelnden Tragfähigkeit der Konzepte zu tun – es fehlte auch schlichtweg noch an der Leistungsfähigkeit des Internet.

 

Dass diese Zeiten vorbei sind, zeigen die aktuellen Angebote an Dash-Button und anderen smarten Assistenten. Wie smart sich die Haushalte in den kommenden Jahren entwickeln werden, ist noch ungewiss, denn die Akzeptanz dieser Systeme ist in Deutschland bisher gering und mit starker Skepsis begleitet. Schließlich sind sich viele Verbraucher bewusst, dass sie ihr Konsumverhalten so noch stärker durchleuchten lassen.

 

Mehr Erfolg versprechen Lösungen, die den Kunden Kosten ersparen. Hier macht der Smart Grid-Ansatz einiges möglich. Beispielsweise in der Gestaltung des Strompreises. Bei einem hohen Stromangebot im Netz kann Strom günstig angeboten werden. Endverbraucher können dann dieses Angebot nutzen und besonders Geräte nutzen, die viel Energie verbrauchen.

 

Das können zum einen alltägliche Haushaltsgeräte wie Waschmaschine und Geschirrspüler sein. Oder aber auch die eigene Wärmepumpe mit Speicher. Besonders attraktiv ist Smart Grid im Zusammenhang mir Elektroautos. So, wie viele Autofahrer bei günstigen Spritpreisen volltanken, kann auch das Elektroauto günstige Strompreise nutzen und seine Akkus aufladen. Voraussetzung bleibt, dass die Geräte mit einer Datenverbindung zum Stromanbieter ausgestattet sind.

 

 

Smart Meter – Intelligente Zähler sollen beim Stromsparen helfen

Analoge Stromzähler liefern wenige Informationen.

Während die Entwicklung zum Smart Home noch einige Hürden nehmen muss, ist ein Aspekt des Smart Grid-Konzeptes bereits im Alltag angekommen: Der Smart Meter, der intelligente Stromzähler. Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen, misst der Smart Meter nicht nur den Stromverbrauch. Ausgestattet mit einer Schnittstelle ist der Smart Meter direkt mit dem Stromversorger verbunden und kann jederzeit Daten zum Stromverbrauch direkt übermitteln.

 

 

Digitalisierung der Energiewende

Im Zuge der Energiewende hat sich die Bundesregierung entschieden, schrittweise alle Verbraucher mit Smart Metern auszustatten. Dabei wird eine EU-Richtlinie umgesetzt, die vorsieht, dass bis zum Jahr 2020 insgesamt 80 Prozent aller Haushalte mit einem Smart Meter ausgestattet sein sollen. Smart Meter ermöglichen ein flexibles Strompreissystem. Mit den bisherigen analogen Stromzählern sind günstigere Tarife bei einem hohen Stromangebot nicht umzusetzen.

 

Seit Anfang des Jahres ist der Einbau eines Smart Meters bei Neubauten für Großkunden mit einem Jahresverbrauch von mehr als 10.000 kWh Strom im Jahr verpflichtend. Private Haushalte mit mehr einem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 6.000 kWh sollen bis 2020 über einen Smart Meter verfügen. Der intelligente Stromzähler ermöglicht es, zuverlässige Daten über das Verbraucherverhalten zu gewinnen und Einsparpotenziale zu identifizieren.

Die Deutsche Energieagentur geht von Einsparpotenzialen zwischen 5 und 10 Prozent durch den Einsatz von Smart Metern aus.

 

 

Erneuerbare Energien ausbauen und fördern

Die UN-Klimakonferenz in Marrakesch hat gezeigt, dass viele Staaten die Energiewende voranbringen und die Klimaerwärmung stoppen wollen. Wichtig ist dafür der weitere Ausbau Erneuerbarer Energien und der entsprechenden Infrastruktur.

 

Wer in Erneuerbare Energien investiert tut nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern kann auch mit attraktiven Erträgen rechnen.

 

Grünes Geld, Experte für nachhaltige Geldanlagen, berät sie gerne zu Solarfonds, Windkraftbeteiligung und mehr als 300 weiteren nachhaltigen Geldanlagen.

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

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