Autor: Carmen Junker 17. Februar 2017

Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft warnt vor Preisblase im deutschen Markt

[schema type=“review“ description=“Zusammenfassung: In ihrem jährlichen Frühjahrsgutachten warnen die Immobilienweisen des Wirtschaftsverbandes Zentraler Immobilien Ausschuss e. V. vor einer Immobilienblase in Deutschland. Besondere Hinweise dafür bilden die extremen Diskrepanzen zwischen Kauf- und Mietpreis in den sieben beliebtesten deutschen Metropolen. Besonders in München und Berlin werden die Preise sinken. Wer hier in Immobilien investiert, zahlt überteuerte Preise und wird mittelfristig keine entsprechenden Mieterträge realisieren können.“ ] 

 

 

Immobilienbesitz gilt in deutschland als erstrebenswert.

Im vergangenen Jahr sorgte die deutsche Immobilienwirtschaft mit einem Investitionsvolumen von rund 52,9 Milliarden Euro für einen wichtigen wirtschaftlichen Stabilitätsfaktor im Land.

 

Immobilienbesitz ist in Deutschland nicht selbstverständlich, gilt jedoch innerhalb der Bevölkerung über alle Einkommens- und Altersklassen hinweg als durchaus erstrebenswert. Immobilieneigentum zählt damit zu den beliebtesten Werten der Deutschen. Rund die Hälfte der privaten Haushalte verfügt über Haus- und Grundbesitz, dazu zählen Ein- und Mehrfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Grundstücke. Aber auch Büro- und Industrieobjekte gelten als grundsolide und wertbeständige Geldanlage. Doch der vermeintlich sichere Immobilienmarkt hat durchaus seine Tücken.

 

Nun warnt auch der „Rat der Immobilienweisen“ des Zentralen Immobilien Ausschuss e. V. (ZIA) in seinem diesjährigen Frühjahrsgutachten vor einer großen Preisblase im deutschen Immobilienmarkt. Und diese Blase droht, so die Wirtschaftsauguren, bald zu platzen.

 

Das Gutachten der ZIA wird seit 15 Jahren jährlich herausgegeben. Zum Weisenrat gehören sowohl Verbandsmitglieder als auch Mitglieder der Bundesregierung. Die Frühjahrsprognosen sollen Transparenz in den bundesdeutschen Immobilienmarkt bringen und Grundlagen für die Weichen für die weitere Entwicklung dieses Wirtschaftszweiges stellen.

 

 

Steiler Preisanstieg in den Ballungsräumen

Wirtschaftsweise warnen vor einer Immobilienblase.

In den vergangenen Jahren sind die Preise für Immobilien in Deutschland rasant angestiegen. Kein Wunder, denn Angebot und Nachfrage bestimmen bekanntlich den Preis. Und während das Angebot generell limitiert ist, steigt die Nachfrage weiter an.

 

Besonders stark wird diese Entwicklung in den Ballungsgebieten spürbar. In vielen Großstädten ist die Miete für attraktive Wohnungen und Häuser auch für Gut- und Besserverdiener kaum noch bezahlbar. Auch die Kaufpreise sind in die Höhe geschossen. Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V., Interessensverband der Immobilienwirtschaft, bestätigt in seinem Gutachten einen Preisanstieg für Eigentumswohnungen von satten 37 Prozent gegenüber dem Jahr 2010. Dass diese Entwicklung immer schneller fortschreitet, zeigt die Preisentwicklung innerhalb eines Jahres: 2016 waren die Immobilienpreise verglichen mit dem Vorjahr bereits um 8,4 Prozent angestiegen. Entsprechend warnt der Verband vor vollkommen überzogenen Kaufpreisen. Diese Entwicklung kritisch im Blick, warnen Experten bereits seit Längerem vor einer Immobilienblase.

 

 

Schere zwischen mieten oder kaufen öffnet sich immer weiter

„Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr“, schrieb einst der Dichter Rainer Maria Rilke. Auf die heutige Marktsituation angepasst heißt das, mieten kommt vielfach günstiger als der Erwerb von Wohneigentum. Und diese Schere klafft, so der Frühjahrsbericht der Immobilienwirtschaft, immer stärker auseinander.

 

Sonderkonditionen mit den Grünes Geld NewsDabei bewerten die Immobilienexperten die extreme Kluft zwischen Miet- und Kaufpreisen als klares Signal für eine Blasenbildung, denn seit gut fünf Jahren steigen die Kaufpreise im Vergleich zu den Mieten sehr viel stärker an. So sind die Mieten seit 2010 um 9,4 Prozent angestiegen. 2016 fiel die Mietsteigerung mit 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eher moderat aus.

 

Insgesamt bewerten die Experten die durchschnittlichen Preise für Immobilien deutschlandweit im Vergleich zu den Mietpreisen als rund 16 Prozent zu teuer. Noch extemer sieht das Bild in den Großstädten aus. Hier liegen die Kaufpreise unverhältnismäßig über den entsprechenden Mietpreisen. Spitzenreiter ist hier München. In der bayerischen Hauptstadt ist „eigener Herd“ wirklich „Goldes wert“, denn Kaufwillige müssen rund 75 Prozent mehr für eine Immobilie hinblättern, als es gegenüber dem Mietniveau angemessen wäre. In der Bundeshauptstadt Berlin und der Schwaben-Metropole Stuttgart sind es noch saftige 50 Prozent, Frankfurt und Hamburg liegen mit 40 Prozent höherem Kaufpreis als gerechtfertigt ebenfalls weit vorne, immerhin 36 Prozent zu viel zahlen Kaufwillige in Köln.

 

Warum bevorzugen dennoch weiterhin viele den Immobilienkauf gegenüber der Miete? Mentalitätsgründe sind sicher nur ein Teil der Wahrheit, denn in einer immer mobiler werdenden Arbeitsgesellschaft spielen Haus- und Wohnungseigentum keine übergeordnete Rolle mehr. Besonders jüngere Menschen stehen dem Immobilienerwerb nicht mehr so positiv gegenüber wie die ältere Generation.

 

Interessanter sind hier sicher die wirtschaftlichen Aspekte. Da sind zum einen die anhaltend niedrigen Zinsen. Diese machen die Finanzierung einer Immobilie durchaus interessant. Zum anderen rechnen Immobilienkäufer allerdings mittelfristig mit einer weiteren Verknappung von attraktiven Objekten und einem starken Anstieg der Mietpreise. Ist das wirklich der Fall, sparen sich Immobilienbesitzer den hohen Mietzins. Anleger, die ihre Immobilie vermieten rechnen mit sicheren und steigenden Einnahmen. Dies ist jedoch, so die Immobilienexperten, ein Trugschluss.

 

 

Infrastrukturelle Entwicklung im Blick

Sicher werden Großstädte wie München und Berlin auch zukünftig beliebt sein, jedoch haben gerade hier in den letzten Jahren Politik und Wirtschaft auf die starke Nachfrage reagiert und viele neue Wohnungen gebaut. Mittelfristig gehen die Experten davon aus, werden die Mieten bei Neuverträgen hier wieder sinken, da der Zuzug ebenfalls nachlasse.

 

Neben den klassischen Boom-Regionen nimmt dagegen der Zuzug und entsprechend die Nachfrage in Städten zu, die bislang auf dem Immobilienmarkt nicht ganz oben auf der Agenda standen. Dazu zählen Leipzig und Rostock in Ostdeutschland sowie Erlangen und Regensburg in Süddeutschland.

 

 

Überblick behalten – nachhaltig investieren

Immobilien können eine interessante Geldanlage sein. Das Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft zeigt aber auch, wie wichtig es ist, die aktuellen Entwicklungen stets im Blick zu behalten und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

 

Auch im Immobiliengeschäft werden Nachhaltigkeitsfaktoren immer wichtiger. Viele umweltschonende Baumaßnamen ermöglichen einen niedrigen Energieverbrauch. Davon profitiert nicht nur das Klima, auch Bewohner freuen sich über geringe Nebenkosten. Wer also also in Erneuerbare Energien investiert, unterstützt den Ausbau wichtiger Infrastruktur – auch ohne den direkten Kauf von Immobilien.

 

Grünes Geld, unabhängiger Berater für nachhaltige Geldanlage, hat mehr als 300 ethische und ökologische Investments im Angebot, die eine solide Wertentwicklung versprechen. Lassen sie sich beraten und finden Sie mit uns Ihre passende Geldanlage.

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

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