Autor: Carmen Junker 3. März 2017

Nachhaltige Branchen – Energiewirtschaft

Zusammenfassung: Nachhaltigkeit hat sich in der Wirtschaft zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil entwickelt. Entsprechend veröffentlichen Unternehmen und Organisationen Berichte zu ihrem Engagement im sozialen und ökologischen Bereich. Nachhaltigkeitsberichte sollten jedoch nicht zum „Greenwashing“ missbraucht werden. Auch Produkte oder Dienstleistungen sollen den Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung genügen. Ein gutes Beispiel ist die Energiewirtschaft, die sich in einem umgreifenden Wandel befindet.

 

 

Nachhaltigkeitsziele – neue Entwicklungen geben Anstöße.

Nachhaltiges Wirtschaften – das bedeutete einst in der Forst- und Landwirtschaft, dass nur soviel aus der Natur entnommen wurde, wie diese auch wieder im Stande war wieder zu reproduzieren. Damit sollte das fragile Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur ausbalanciert bleiben.

 

Diese Art des Wirtschaftens gehört längst der Vergangenheit an. Mittlerweile ruft der Earth Overshot Day, der von Umweltverbänden ins Leben gerufen  wurde, jedes Jahr ins Gedächtnis, dass die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen das Angebot der Erde längst übersteigt. Entsprechend sind die Ressourcen von Jahr zu Jahr früher erschöpft. Die Umwelt hat kaum noch die Möglichkeit sich zu regenerieren. Bei einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt wäre der „Earth Overshot Day“ am Ende des Jahres. De facto wurde er Erschöpfungstermin im vergangenen Jahr 2016 bereits für den 8. August errechnet.

 

Strategien und Maßnahmen für ein nachhaltiges Wirtschaften sind also mehr denn je gefordert. Entsprechend spielen Nachhaltigkeitskriterien auch in der Beurteilung und Bewertung von Unternehmen und Branchen eine zunehmend wichtige Rolle.

 

 

Nachhaltigkeitsberichte werden zu Wettbewerbsfaktoren

Bereits seit den 90er Jahren veröffentlichen besonders Großunternehmen jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht. Dieser löst mehr und mehr den bis dahin üblichen Umweltbericht des Unternehmens ab und wird oft in den jährlichen Geschäftsbericht integriert.

 

Die Berichterstattung über das gesellschaftliche, ökologische und soziale Engagement von Unternehmen mittlerweile durch eine EU-Verordnung vorgeschrieben. Börsennotierte Unternehmen, sowie Firmen und Organisationen mit mehr als 500 Mitarbeitern oder einer besonderen öffentlichen Bedeutung sind verpflichtet, jährlich über die Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu berichten. Aber auch kleinere Unternehmen erstellen Nachhaltigkeitsberichte. Das ist vor allem für Betriebe von Bedeutung, die als Lieferanten für Großkonzerne arbeiten, denn diese verlangen aufgrund ihrer Unternehmenspolitik Nachhaltigkeitsnachweise ihrer Geschäftspartner.

 

 

Nachhaltigkeitsbericht – sinnvoll oder bloßes „Greenwashing“

Generell rücken Nachhaltigkeitsberichte das Thema ins gesellschaftliche Bewusstsein, nehmen Unternehmen in die Verantwortung und werten die Bedeutung sozialer und ökologischer Belange auf. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass ein Nachhaltigkeitsbericht zum bloßen Marketing-Instrument verkommt, das die Glaubwürdigkeit des Unternehmens erhöhen soll, jedoch eigentlich nur ein „Greenwashing“ darstellt.

 

 

 

Was steht im Nachhaltigkeitsbericht?

Nachhaltigkeitsdenken findet mittlerweile auch jenseits einer beschaulichen Öko-Idylle statt.

Ein Nachhaltigkeitsbericht umfasst unter anderem die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens. Festgehalten wird außerdem die Entwicklung sozialer Ziele innerhalb des Unternehmens. Dazu zählen familienfreundliche Maßnahmen, Umsetzung der Gleichstellung in den unterschiedlichen Führungsebenen, Fortbildungen und Lohngerechtigkeit, aber auch außerbetriebliche Faktoren, wie die Ablehnung von Kinderarbeit, beispielsweise durch eine entsprechende Verpflichtung von Zulieferbetrieben. Ebenso werden ökologische Ziele festgelegt und deren Umsetzung überwacht. Dazu können beispielsweise eine verbesserte Energieeffizienz, eine papierlose Verwaltung oder Elektrofahrzeuge in der Firmenflotte gehören.

 

Das generelle Problem eines Nachhaltigkeitsberichts ist, dass die Prozesse eines Unternehmens oder einer Organisation zwar nahezu lückenlos bewertet werden können. Der Nachhaltigkeitsbericht blendet jedoch eine zentrale Frage, nämlich die Frage nach der Nachhaltigkeit eines Produktes oder einer Dienstleistung selbst, aus.

 

 

Nachhaltige Unternehmensfühung ergibt nicht automatisch ein ethisches Produkt

Denn auch wenn ein Unternehmen seine Produktion zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien bestreitet, in seiner Kantine Bio-Gerichte aus regionalen und saisonalen Produkten anbietet und den Arbeitnehmern weitreichende Mitbestimmungsrechte einräumt – so ist der Begriff der Nachhaltigkeit doch fragwürdig, wenn es sich um ein Unternehmen handelt, das Kriegswaffen herstellt. Für eine umfassende Bewertung von Nachhaltigkeit sollte auch die soziale und ökologische Wirkung eines Produktes mit in die Betrachtung einbezogen werden.

 

 

Wirtschaft und Gesellschaft wirken zusammen

Das ist natürlich ein Extrembeispiel. Denn generell lassen sich Wirtschaft und Gesellschaft nicht auseinanderdividieren. Viele Unternehmen befinden sich eher in der für die Moderne typischen Situation, mit ihren Produkten zwar weder den konkreten Weltfrieden noch den sofortigen Stopp des Klimawandels zu befördern, sind aber durchaus bestrebt, ihre Prozesse sozial, ökologisch und klimafreundlich zu gestalten und ihre Produkte nachhaltig zu fertigen.

 

 

Beispiel Energiewirtschaft

Große Energiekonzerne müssen ihre Nachhaltigkeitsstrategie neu definieren.

In loser Folge stellen wir daher Branchen und Unternehmen vor, die sich den anspruchsvollen Nachhaltigkeitszielen stellen. Den Anfang macht die Energiewirtschaft.

 

Durch das gestiegene gesellschaftliche Interesse an Nachhaltigkeitsthemen reagieren Medien und Verbraucher außerordentlich sensibel wenn der Verdacht auf „Greenwashing“ besteht. Wenn Unternehmen der konventionellen Energiewirtschaft gedankenlos ohne konkrete Maßnahmen auf den Nachhaltigkeitszug aufspringen, wird das in der breiten Öffentlichkeit mittlerweile übel genommen und kann sich zum entscheidenden Wettbewerbsnachteil entwickeln.

 

Die Energiewirtschaft ist als Branche einem extremen Wandel unterworfen. Mit dem Siegeszug der Elektrizität und dem Aufbau von Stromnetzen bildeten sich Monopole heraus, die staatlich reguliert wurden. Mit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 zog sich der Staat aus der Kontrolle des Energiemarktes zurück, so dass eine breite Anbieterstruktur entstehen konnte. Allerdings bildeten sich mit E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall rasch vier große Player heraus, die mit Unterstützung zahlreicher Tochterunternehmen den deutschen Energiemarkt dominierten. Der deregulierte Strommarkt ermöglichte aber auch das Aufkommen einer Vielzahl von kleineren Energieanbietern, die den Ausbau Erneuerbarer Energien zum Ziel hatte.

 

Durch den beschlossenen Atomausstieg und die Energiewende in Deutschland werden die Karten im Energiemarkt aktuell neu gemischt, denn das gegenwärtige Energiesystem ist nicht nachhaltig. Zu diesem Schluss ist die Enquetekommission des deutschen Bundestages gekommen. Um eine Veränderung zu forcieren, muss ein Mix aus Erneuerbaren Energien gefördert und koordiniert werden, denn keine regenerative Quelle kann alleine die künftige Energieversorgung sichern. Entsprechend gefördert werden daher die Solarstromerzeugung mit Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft, Biomasse, Geothermie und Gezeitenkraft.

 

Die konventionellen Energie-Anbieter haben aktuell lediglich einen einstelligen Prozentanteil an den produzierten Erneuerbaren Energien. Entsprechend sind diese Unternehmen jetzt besonders gefordert, ihre Nachhaltigkeitsstrategie neu zu definieren.

 

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Dabei wandelt sich bei den bislang führenden Konzernen der bisherige Wettbewerbsvorteil zum Nachteil. Den behäbigen Wirtschaftsriesen stehen jetzt viele agile und wandlungsfähige Unternehmen gegenüber, die bereits positive Nachhaltigkeitsbilanzen für sich verbuchen können. Unter den Anbietern von regenerativen Energien befinden sich engagierte Start-ups, Energiegenossenschaften und auch viele regionale Energieversorger, die jetzt als kommunale Unternehmen agieren.

 

 

Nachhaltiges Denken heißt vorausschauendes Denken

Nachhaltigkeit bedeutet auch immer, die Zeichen der Zeit zu erkennen und frühzeitig den richtigen Weg einzuschlagen. Manche Entwicklungen sind unausweichlich, auch wenn sie etwas auf sich warten lassen. Ein gutes Beispiel dafür sind die Erneuerbaren Energien, denn Experten haben bereits vor Jahrzehnten auf die Begrenztheit von fossilen Energieträgern, dem Schaden für das Klima durch eine hohe Kohlendioxid-Belastung sowie den generellen Gefahren durch Atomkraft hingewiesen. Wer früh auf Erneuerbare Energien gesetzt hat, sieht sich jetzt in seiner Investition bestätigt.

 

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Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

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