Autor: Gerd Junker 29. September 2017

Energieeffizienz – Die Kennzeichnung von Elektrogeräten wird neu geordnet

Zusammenfassung: Energieeffizienz beschreibt die optimale Ausnutzung der Energie bei elektrischen Geräten. Durch die EU-Kennzeichnung mit der farbigen Effizienzskala, können Verbraucher zuverlässig den Verbrauch eines Gerätes ermitteln und so Stromkosten sparen und die Umwelt schonen. Die EU hat in diesem Jahr die vereinfachte Einstufung der Geräte in eine Skala von A bis G beschlossen. Besonders wichtig dabei – die Energieeffizienz von Heizgeräten und Warmwasserbereitern.

 

 

Nicht von den Energiekosten auffressen lassen.

Energiesparen schont die Umwelt und die Haushaltskasse. Aber während Sparsamkeit immer auch mit einem Verzicht verbunden ist, sorgt Effizienz für eine optimale Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Mittel.

 

Das Zauberwort lautet daher Energieeffizienz. Und die hat sich in der Tat in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen stark verbessert.

 

 

Wer heute ein neues Elektrogerät anschaffen will, sollte nicht nur die unterschiedlichen Preise vergleichen, sondern auch den Energieverbrauch des Produktes im Blick haben. Denn sonst kommt ein scheinbar günstiges Gerät – durch einen hohen Energieverbrauch – schnell teurer,  als ein sparsameres Gerät zum höheren Preis.

 

Der Energieverbrauch von Haushaltsgeräten durch eine entsprechende Kennzeichnung leicht ersichtlich. Durch den niedrigeren Energiebedarf lassen sich zum einen die privaten Kosten senken, zum anderen wird auch die Energienachfrage eingedämmt. So können die Energieeffizienzziele der Europäischen Union erfolgreich umgesetzt werden.

 

Die farbige Skala für den schnellen Überblick

Der Vergleich des Energieverbrauchs ist nicht schwer, denn gemäß einer europäischen Rahmenrichtlinie, sind Elektrogeräte mit einer farbigen Effizienzskala gekennzeichnet, aus der sich der Energiebedarf rasch ermitteln lässt. Damit informieren die Kennzeichnungen die Verbraucher rasch und sorgen für ein verbessertes Bewusstsein im Umgang mit Energie.

 

So können sich Kunden – ohne weitere aufwändige Recherchen- rasch für das energieeffizienteste Produkt entscheiden. Die bunten Hinweise zum Energieverbrauch haben sich zu einem kaufentscheidenden Faktor entwickelt. Hersteller sind damit mehr denn je gefordert, energiesparende und dennoch leistungsfähige Produkte auf den Markt zu bringen.

 

Die Rahmenrichtlinie der EU bezieht sich grundsätzlich auf alle Produkte, die Energie verbrauchen. Damit werden sowohl alle elektrischen Haushaltsgeräte entsprechend bewertet und gekennzeichnet, als auch die entsprechenden Produkte, die gewerblich verwendet werden, beispielsweise gewerbliche Kühlgeräte. Ebenfalls gekennzeichnet werden aber auch Produkte, die selbst keine Energie verbrauchen, jedoch den Energieverbrauch beeinflussen, wie etwa Wärmeschutzfenster.

 

 

Das EU-Energielabel

Die Energieeffizienzklasse bildet die Bewertungsgrundlage für das europäische Effizienzlabel, das für alle Händler und Hersteller in der Europäischen Union verbindlich ist.

 

Im Allgemeinen ist das farbige Effizienzlabel gut sichtbar auf den Geräten angebracht. Es unterteilt die Energieeffizienz in insgesamt sieben Klassen von A bis G. Die Einteilung lehnt sich an das angelsächsische Schulnotensystem an. Dabei ist A die beste Bewertung mit dem niedrigsten Energiebedarf. Mit G gekennzeichnete Geräte sind wahre Energiefresser.

 

Das Effizienzlabel gibt Auskunft über den Energieverbrauch des Gerätes. Oftmals entscheiden sich Hersteller darüber hinaus dafür, weitere Informationen, wie beispielsweise den Energiebedarf eines Jahres mit anzugeben. Bei Spül- und Waschmaschinen auch den Wasserverbrauch. Das ist nützlich und verbraucherfreundlich, dennoch vermittelt der erste Blick auf die farbige Skala bereits die wichtigsten Angaben.

 

Im Gegensatz zu komplexen Verbrauchstabellen und Berechnungen, wurde bei der Entwicklung des Labels für die Energieeffizienz eine sehr einfache Aufbereitung gewählt. Die Kennzeichnung ist in Europa einheitlich, einfach gehalten und sprachneutral.

 

 

Verbesserte Energieeffizienz – „doppelplusgut“

Seit der Einführung der Effizienzskala in der Europäischen Union 1994, wurde das System stetig weiter entwickelt. Gerade bei Kühl- und Gefriergeräte sowie Spül- und Waschmaschinen konnte der Energieverbrauch durch neue technologische Verfahren drastisch reduziert werden.

 

Entsprechend wurde bis zum Jahr 2003 neben der Klassifizierung A, auch die bessere Bewertung A+ erstmals für Kühlschränke vergeben. Anschließend kam die Steigerung A++ hinzu. Seit 2010 trägt die Kennzeichnung A+++ der stetigen Senkung des Energieverbrauchs weiter Rechnung. Seit dem tragen viele effiziente Kühlschränke, Waschmaschinen, Geschirrspüler und Fernsehgeräte die beste Bewertung.

 

Geändert hat sich in den letzten Jahren nicht nur die feinere Abstufung der Bewertung der Energieeffizienz, sondern auch die Ausweitung der Kennzeichnungspflicht. Was mit Kühlschränken und Waschmaschinen – den weißen Haushaltsklassikern begann, dehnte sich weiter über den gesamten Haushalt aus. Darüber hinaus wurden auch Mindeststandards festgelegt. Sod müssen beispielsweise seit 2013 alle im Handel angebotenen Wäschetrockner mindesten die Energieeffizienzklasse C erreichen.

 

 

Neu: Zurück zur einfachen Klassifizierung A bis G

Mit der Untereinteilung der ehemals höchsten Einstufung der Effizienzklasse A soll jetzt mit der neuen Verordnung zur Kennzeichnung der Energieeffizienz Schluss sein. Im Sommer diesen Jahres hat der Rat der Europäischen Union die Novellierung der Richtlinie zur Kennzeichnung der Energieeffizienz beschlossen. Dabei werden die Grundprinzipien der bisherigen Kennzeichnung beibehalten, der Anwendungsbereich jedoch ausgeweitet und präzisiert.

 

Mit der neuen Verordnung, kehrt die Klassifizierung der Energieeffizienz zur einfacheren Einordnung A bis G zurück. Das energieeffizienteste Gerät soll dabei höchstens mit Note „B“ ausgezeichnet werden. Damit bleibt für weitere technologische Verbesserungen weiter Luft nach oben. Bei Produkten mit besonders hohem Verbesserungspotenzial, sollen die Klassen A und B vorerst frei bleiben, um so einen Spielraum zur Bewertung von optimierten Geräten zu erhalten.

 

In einer Übergangszeit sollen die Einordnungen der derzeitigen Klassen A+ bis A+++ in die vereinfachte Skala A bis G schrittweise eingeordnet werden.

 

  • Als allgemeine Frist wurden sechs Jahre zur Neuskalierung angesetzt. Weitere 18 Monate werden dafür eingeräumt, bis das Label im Handel erscheint.
  • Für die weißen Haushaltsgeräte gilt eine kürzere Frist von 15 Monaten zur Neuskalierung, sowie weiteren zwölf Monaten bis zur Einführung in den Handel.
  • Für Heizgeräte und Warmwasserbereiter (Boiler) werden neun Jahre zur Neuskalierung

 

Für diese Neuskalierungen werden Verfahren gemäß der aktuellen technischen Entwicklung festgelegt. Im Handel werden die neuen Labels voraussichtlich Anfang 2020 sichtbar werden.

 

 

Produktdatenbank – bessere Marktübersicht

Mit der neuen Regelung sollen Verbraucher besser du einfacher informiert werden. Wirtschaftliches und politisches Ziel dabei ist es, Innovationsanreize zur Entwicklung effizienter – und damit umweltfreundlicher – Produkte zu schaffen. Außerdem sollen Geräte mit hohem Energieverbrauch vom Markt verdrängt werden.

 

Ab 2019 werden alle Geräte mit Effizienzlabel in einer Produktdatenbank geführt. Diese Datenbank ermöglicht den jeweiligen Marktüberwachungsbehörden der Länder zu prüfen, ob die von den Händlern angegebenen Effizienzberechnungen mit den Effizienzberechnungen der Hersteller übereinstimmen und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

 

Außerdem wird ein Teil der Datenbank öffentlich zugänglich sein So erhalten Verbraucher eine bessere Übersicht der im Handel angebotenen Geräte und können Angebote einfacher vergleichen.

 

 

Heizgeräte und Warmwasserbereiter – beim Energielabel neu dabei

Wärme und warmes Wasser – immerhin zwei Drittel des privaten Energieverbrauchs.

Die Kennzeichnung und Bewertung der Energieeffizienz von elektrischen Haushaltgeräten deckt mittlerweile nahezu alle Produktgruppen ab. Neuzugänge sind dabei nach Heizgeräten und Warmwasserbereitern auch Festbrennstoffkessel und Einzelraumheizgeräte.

 

Ein wichtiger Schritt, denn ein großer Teil des Energieverbrauchs in privaten Haushalten wir benötigt, um Räume zu heizen. Laut einer Erhebung des Umweltbundesamtes werden mehr als zwei Drittel des Energieverbrauchs privater Haushalte für das Heizen genutzt. In kalten Wintern liegt der Energieverbrauch dann schnell rund zwölf Prozent über den Jahren mit gemäßigter Temperatur. Dabei stehen im Bereich des Heizens noch immer fossile Energieträger an vorderster Stelle.

 

Je nach Effizienz des Gerätes können Heizen und die Warmwasserbereitung einen erheblichen Anteil am Energieverbrauch verursachen. Damit verantworten diese beiden grundlegenden Haushaltsgeräte für einen hohen Ausstoß an Treibhausgasen und tragen so zur Erderwärmung bei.

 

Daher kommt der Effizienzkennzeichnung von Heizgeräten und Warmwasserbereitern eine besonders wichtige Bedeutung bei der Bewertung der Energieeffizienz zu. Mit einer verbraucherfreundlichen Kennzeichnung der Effizienz von Raumheizgeräten und Warmwasserbereitern, können Kunden jedoch das Sparpotenzial eines effizienteren Neugerätes ermitteln. So wird der Energieverbrauch im Haushalt entscheidend reduziert. Das senkt nicht die schädlichen CO2-Emissionen, sondern bringt auch massive Ersparnisse mit sich. Clever gerechnet, macht sich so in vielen Fällen die Neuanschaffung eines effizienten Gerätes schnell wieder bezahlt.

 

Das Effizienzlabel bei Heizgeräten und Warmwasserbereitern gibt nicht nur über die Effizienzklasse Auskunft, es weist auch die Nennleistung beziehungsweise den jährlichen Energieverbrauch aus. Außerdem werden bei Warmwasserspeichern auch Warmhalteverluste verzeichnet. Durch diese Klassifizierung können energieeffiziente Geräte gut verglichen werden. Produkte mit hohem Energieverbrauch werden so zu Ladenhütern. Damit kann der europäische Energieverbrauch weiter gesenkt werden.

 

 

Neuanschaffungen kritisch prüfen

Energieeffizient – aber ein Austausch lohnt sich doch …

Durch die hohen Einsparungen von Geld und Energie amortisieren sich Neuanschaffungen im Bereich Heizen und Warmwasserbereitung schnell. Gerade in einem energieintensiven Bereich wie dem Heizen, kann viel Geld gespart und der Ausstoß von Treibhaugasen drastisch reduziert werden. Der Einsatz von energieeffizienten Geräten, am besten in der höchsten Klasse, lohnt sich also.

 

Bei einer Erst- beziehungsweise Neuanschaffung die ein defektes Gerät ersetzt, ist die Rechnung einfach. Schwieriger wird es jedoch, wen es darum geht, ein funktionierendes Gerät zu ersetzen. Schließlich ist die Produktion energiesparender Geräte auch mit einem hohen Energieeinsatz verbunden. Eine hohe Produktlebensdauer schont dagegen Ressourcen. Teilweise sind auch Reparaturen eine kostengünstigere und klimafreundliche Alternative.

 

Als Faustregel gilt jedoch: Bei verbrauchsintensiven Geräten die häufig im Einsatz sind, wie beispielsweise Waschmaschine und Geschirrspüler, lohnt sich oft der Austausch gegen ein effizienteres Modell. Auskünfte dazu geben auch die Verbraucherzentralen und kommunale Energieberatungen.

 

 

 

 

Energieeffizienz – am besten in Verbindung mit Erneuerbaren Energien

Eine verbesserte Energieeffizienz sorgt für einen geringeren Stromverbrauch bei gleicher Leistung. Das ist prima, noch besser jedoch, wenn der Strom auch konsequent aus erneuerbaren Energien stammt. Denn Sonne, Wind und Wasser produzieren zuverlässig und sicher Energie und schonen das Klima.

 

Die Energiewende in Deutschland ist bereits in vollem Gange, doch noch immer sind auch Atomkraft- und Kohlekraftwerke am Netz. Damit erneuerbare Energien möglichst bald einhundert Prozent unseres Energieverbrauchs auch abdecken können, müssen Anlagen zur Gewinnung regenerativer Energien weiter leistungsfähig ausgebaut werden.

 

Eine lohnende Investition für Umwelt und Klima – aber auch für die persönliche Anlagestrategie, denn wer in Erneuerbare Energien investiert kann mit attraktiven Erträgen rechnen.

 

Grünes Geld, erfahrener Anbieter von nachhaltigen Geldanlagen, bietet vielfältige Finanzprodukte im Bereich der Erneuerbaren Energien an. Angefangen beim Klima Monatssparen, über Solarfonds, Windkraftbeteiligung und viele weitere Projekte aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien ist für nahezu jeden Anlegertyp das Richtige dabei.

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
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