Autor: Carmen Junker 4. Oktober 2017

Serie: In die Lebensgrundlagen investieren – Element Erde

Zusammenfassung: Die klassischen vier Elemente Erde, Luft, Feuer und Wasser bilden die Grundlagen des Lebens. Auch wenn die Vier-Elementen-Lehre gegenüber der modernen Wissenschaft stark vereinfacht, bildet sie die Grundprinzipien der Natur ab. Auch bei der Betrachtung nachhaltiger Entwicklung und der Planung sinnvoller Investitionen können sie ein Wegweiser sein.

 

 

Die klassischen vier Elemente.

Erde – Luft – Feuer – Wasser – seit der griechischen Philosophie werden diese vier Elemente als Grundlage unseres Seins betrachtet. Sie stehen für die Kräfte des Lebens und die glühend und verzehrend, flüssig, gasförmig oder fest sind.

 

Auch wenn diese Prinzipien heute sehr spirituell und wenig rational erscheinen, bildet die Gedankenwelt der Vier-Elemente-Lehre die Grundlage der modernen Naturwissenschaften.

 

Entstehung der Vier-Elemente-Lehre

Vor der Lehre der vier Elemente, die in ihrem Zusammenwirken das Leben bestimmen, stellten verschiedene griechische Philosophen vor rund 2500 Jahren Theorien darüber auf, welche Kraft beziehungsweise welcher Urstoff der bestimmende sei.

 

Thales von Milet stellte die These auf, dass alle Stoffe nur ein Aspekt des Urstoffs Wasser sei. Seiner Ansicht nach, war die Erde eine flache Scheibe, die auf einem großen Meer schwimmt. Auch oberhalb des Himmelsgewölbe, so Thales, sei Wasser.

 

Dem entgegen stand die Theorie des Philosophen Anaximenes, der die Luft als Urstoff definierte, aus dem die Elemente Wasser und Erde erste entstehen würden.

 

Dagegen wandte sich Heraklit, der Feuer zum Urstoff erklärte. Schließlich sei Feuer wandelbar und veränderlich, genauso, wie sich im Universum alles in ständiger Veränderung befinde.

 

Während sich diese Philosophen noch über einen Urstoff stritten, bezog der Naturphilosoph Empedokles alle Elemente in seine Betrachtung mit ein und löste sich von der Urstoff-Theorie, die seiner Meinung nach nur die unterschiedlichen Zustände eines Stoffes – die Aggregatzustände – beschreiben. Er erklärte die vier Elemente als die Grundsubstanzen, aus denen – je nach Mischung – die Vielfalt aller existierenden Stoffe entstehen. Diese Idee bildete die Grundlage des Periodensystem der Elemente in der modernen Chemie.

 

Die Gedankenwelt der griechischen Philosophen bezog zwar vielfältige naturwissenschaftliche Betrachtungen mit ein, ebenso wichtig war jedoch auch die geistige Komponente.

 

So ordnete Empedokles den vier Elementen Gottheiten zu. Entsprechend der griechischen Götterwelt, wurden den Elementen die besonderen Eigenschaften der jeweiligen Gottheit zugeschrieben.

 

  • Das Element Feuer steht für Zielstrebigkeit und Ehrgeiz.
  • Das Element Wasser symbolisiert Nachgiebigkeit und Sanftheit.
  • Das Element Luft steht für Flexibilität und Veränderung.
  • Das Element Erde steht für Beständigkeit und Starre.

 

Entstehung eines komplexen Systems

Unsere Erde – ein fragiles Zusammenspiel der Elemente.

Die Vier-Elemente-Lehre wurde in der Folgezeit von Philosophen stetig weiterentwickelt und fand auch Einzug in andere Disziplinen. So sah beispielsweise die klassische Medizin Krankheit als Ungleichgewicht der Elemente, eine Annahme, die sich in der modernen alternativen Heilung wiederfindet.

 

In der Alchemie wurde den Elementen jeweils ein Metall zugeordnet, das für die jeweilige Elementenenergie steht. Gold stand für das Element Feuer, Silber für Wasser. Dem Element Luft wurde Quecksilber beigeordnet und Blei für Erde.

 

Im 16. Jahrhundert griff der Arzt, Alchemist und Astrologe Paracelsus die Vier-Elementen-Lehre wieder auf und ordnete den Elementen jeweils Naturgeister zu. Auch die Astrologie ordnete den Tierkreiszeichen ein charakteristisches Element bei.

 

Gemäß der klassischen Lehre Platons, wurde außerdem jedem Element ein regelmäßiger Körper zugeteilt. Die Vier-Elemente-Lehre entwickelte sich zu einem komplexen System. Zum einen wurde den Elementen weitere Eigenschaften und Zuständigkeiten zugeschrieben. Beispielsweise eine Zuordnung der vier Temperamente oder der vier Himmelsrichtungen oder eines speziellen Symbols. Zum anderen beeinflusst die Lehre der vier Grundelemente bis heute das westliche Denken und hat Eingang in Kunst, Literatur und in die moderne Philosophie gefunden.

 

Auch wenn in der Moderne Vernunft und Wissenschaft als Grundlagen der Entscheidungen dienen, ist die Idee der vier Elemente, die unser Leben beeinflussen und bestimmen noch immer präsent und ein unlösbarer Teil der Gedankenwelt. In unserer kleinen Serie verbinden wir daher in den kommenden Wochen nachhaltige Investments mit der Philosophie der Elemente, die das Leben bestimmen. Den Anfang macht in dieser Woche das Element Erde.

 

 

Die Erde: Das bodenständige und vielseitige Element

Die Erde als Grundlage des Lebens.

Dem Element Erde werden unterschiedliche Eigenschaften zugeordnet. Im Allgemeinen steht Erde für Beständigkeit, Struktur und Ordnung. Sie gilt als das konkrete und materielle Element mit einem Sinn für das Praktische und Machbare. – Kurzum, Erde ist greifbar und sorgt für Sicherheit und Leben. Entsprechend werden der Erde auch mütterliche Eigenschaften zugeschrieben. Besonders bekannt ist die Erdmutter Gaia aus der griechischen Mythologie. Aber auch der griechischen Göttin Demeter wurde die Verantwortung für Erde, Landwirtschaft und Fruchtbarkeit zugeschrieben. Entsprechend ist die antike Gottheit Namensgeberin für ein Gütesiegel der biologischen Landwirtschaft.

 

Auch im alltäglichen Sprachgebrauch ist noch immer vielfach von „Mutter Erde“, teilweise auch von „Mutter Natur“, die Rede. Neben diesem metaphorischen Begriff gibt es darüber hinaus auch die Muttererde, jener fruchtbaren Schicht im Erdboden, der nicht zerstört werden darf und unter besonderem Schutz steht.

 

 

Geschenke der Erde: Nahrung – Bodenschätze – Energie

Das Element Erde steht für Fruchtbarkeit und vielfältiges Wachstum – kurzum für Biodiversität. Dabei liefert die Erde nicht nur reichhaltig Nahrung für alle Lebewesen, sondern auch vielfältige Bodenschätze. Darüber hinaus war die Erde auch lange die führende Lieferantin von Energie. Angefangen bei getrocknetem Torf, der früher als Brennstoff genutzt wurde, bis hin zu den fossilen Energien wie Erdöl, Erdgas und Kohle.

 

Das klingt sehr natürlich und ausgewogen. Jedoch hat die Plünderung und der Raubbau an der Erde extreme Ausmaße angenommen. Im Bereich der Lebensmittel hat die industrielle Landwirtschaft immensen Schaden angerichtet. Massentierhaltung, Brandrodungen, Ausbau von Monokulturen und exzessiver Ackerbau zerstören die Lebensgrundlagen mehr, als dass sie die wachsenden Weltbevölkerung angemessen ernähren.

 

Auch der großangelegte Abbau von Bodenschätzen fügt der Erde einen enormen Schaden zu. Um beispielsweise an Gold und Seltene Erden zu kommen, werden weitflächige Gebiete zerstört und Menschen unter sklavenhalterischen Bedingungen ausgebeutet.

 

Und schließlich werden durch den Abbau und die Verwendung von fossilen Energien die Lebensgrundlagen auf der Erde existenziell bedroht. Denn zum einen führt die Verbrennung der fossilen Energieträger zum Ausstoß von Kohlendioxid. Dadurch wird der Treibhauseffekt verstärkt und die Erderwärmung nimmt zu. Zum anderen sind die fossilen Energiequellen begrenzt. Selbst der Abbau von Torf, der als Brennstoff längst ausgedient hat, bringt mittlerweile Gefahren für die Erde mit sich. Durch großangelegte Trockenlegung von Mooren zur Torfgewinnung – etwa für Pflanzerde – wurden wichtige natürliche Lebensräume zerstört.

 

Höchste Zeit also, die Erde als grundlegendes Element des Lebens besser zu behandeln, denn Alternativen sind durchaus möglich.

 

 

Erde in Gefahr

 Dass die Erde in Gefahr ist, rückt immer stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein. Seit 1970 wird daher weltweit der Tag der Erde (Earth Day) am 22. April jeden Jahres begangen. Zielsetzung dieses Aktionstages ist es, die Wertschätzung für die Umwelt zu stärken, auf die zunehmende Umweltverschmutzung und –zerstörung aufmerksam zu machen sowie das ressourcenverschlingende Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen.

 

Während der Tag der Erde durchaus das Zusammenspiel der Elemente zum Thema hat und beispielsweise die Bedeutung von Wasser für den Fortbestand des Planeten würdigt, gibt es einen weiteren Gedenktag, der sich ausschließlich der Bedeutung der Erde im Sinne des Erdboden widmet: der Weltbodentag (World Soil Day), der seit dem Jahr 2002 am 5. Dezember begangen wird.

 

Ziel dieses Tages ist es, die Bedeutung des Bodens stärker ins Bewusstsein zu rufen. Denn auch diese Lebensgrundlage wird zunehmend knapp. Schließlich bestehen lediglich zwölf Prozent der Erdoberfläche aus einem Boden, der zur Ernährung der Menschheit dient. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung weiter an, während die Ressource Boden verstärkt unter Druck gerät, denn der Anteil an fruchtbarem Boden nimmt rasant ab. Beispielsweise wird allein in Deutschland täglich eine Fläche von rund 130 Hektar für Siedlungs- und Straßenbau verbraucht.

 

Um die Bedeutung der Böden weltweit zu stärken und die lebenswichtige Ressource zu schützen, unterstützen die Vereinten Nationen den Weltbodentag, der von der Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) ins Leben gerufen wurde.

 

 

In die Erde investieren

Artenvielfalt in der Natur – Reichtum aus der Erde.

Das Element Erde ist muss geschützt werden. Und die Möglichkeiten dazu sind vielfältig. Gerade bei der Betrachtung der Geschenke der Erde, Nahrung, Bodenschätze und Energie, ergeben sich wichtige Handlungsfelder, die eine nachhaltige Entwicklung unterstützen und damit auch den Fortbestand der Erde sichern.

 

Um die Ausbeutung von Mensch und Natur bei der Gewinnung von Bodenschätzen endlich zu stoppen, sind Produzenten und Konsumenten gleichermaßen gefordert. Beim Abbau von Rohstoffen müssen soziale und ökologische Arbeitsbedingungen sichergestellt und überwacht werden. Konsumenten sollten hier auf entsprechende Siegel, wie beispielsweise das Fairtrade-Siegel, achten. Aber auch ein kritisches Hinterfragen der eigenen Konsumgewohnheiten ist hier durchaus angebracht.

 

Zum Thema fossile Energieträger gibt es eine einfache und klimafreundliche Lösung – nämlich der Ausbau und die konsequente Nutzung erneuerbarer Energien. In dem fossile Energieträger in der Erde bleiben, werden Umwelt und Klima geschont. Stattdessen springen hier die Elemente Luft, Feuer und Wasser hilfreich zur Seite. Denn mit Windenergie, Solaranlagen und Wasserkraftwerken kann eine saubere und nachhaltige Energie erzeugt werden, die niemals knapp wird. Aber auch die Erde liefert selbst eine klimaschonende Alternative im Energiebereich: Mit Biomasse kann auf natürliche Weise Energie erzeugt werden. Gleichzeitig läuft der natürliche Kreislauf der Erde – das Wachsen und Vergehen – ununterbrochen weiter.

 

Konsumenten sollten daher bei der Wahl ihres Energielieferanten darauf achten, dass Erde, Umwelt und Klima geschont werden und sich für Energie aus erneuerbaren Quellen entscheiden.

 

Wer sein Geld sinnvoll anlegen und die Energiewende aktiv mit voran bringen will, sollte sich über die vielfältigen Möglichkeiten der Geldanlagen in diesem Bereich informieren. Grünes Geld, erfahrener Experte im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen, verfügt über ein breites Angebot von interessanten Investments in diesem Bereich. Angefangen beim einfachen Monatssparen, bis hin zur direkten Beteiligung an konkreten Projekten bietet das Unternehmen Finanzprodukte für nahezu jeden Anlegertyp.

 

Wem beim Element Erde der Aspekt der Nahrung besonders am Herzen liegt, findet im Bereich der nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft vielfältige Möglichkeiten, für eine positive Entwicklung der Erde zu sorgen. Wer auf natürliche Lebensmittel und biologische Landwirtschaft Wert legt, kann diese Bereiche auch im Bereich der Geldanlagen berücksichtigen. Hier bieten auch Investitionen in Holzprojekte  – einem der schönsten Geschenke der Erde an den Menschen – eine sinnvolle Investitionsmöglichkeit.

 

Finden Sie Ihre Möglichkeiten, das Element Erde zu unterstützen und machen Sie den Grünes Geld Test.

 

 

 

Carmen Junker   Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“. Mehr zu ihr und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

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