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Antworten auf die Social Media Umfrage vom 28. April 2017

Montag, 29. Mai 2017
Zusammenfassung: In den Grünes Geld News vom 28. April 2017 haben wir die Leser aufgefordert, uns ihr Social Media Verhalten und ihre Meinung dazu mitzuteilen. Hier sind die wichtigsten Text-Antworten.
 

Unsere Grünes Geld News Leser haben explizite Meinungen zu den Sozialen Medien. Wer noch nicht angemeldet ist: Anmeldung

Setzen Sie ein Zeichen gegen den unüberlegten Trend und verweigern Sie die Nutzung der aus meiner Sicht völlig überflüssigen Un-Sozialen-Medien.
Den wirklichen Nutzen haben Konzerne -und wenn es schlecht läuft Regierungen- in der Verwertung unserer Daten. Persönlichkeitsrechte waren ein schwer erkämpftes Gut, welches aktuell völlig hirnlos preisgegeben wird.
Telefon und Briefe funktionieren noch so eben…e-mail gilt schon als veraltet, erfüllt aber mehr als ausreichend alle wesendlichen Ansprüche.

Nicht nur wegen potenzieller Informationsueberflutung, sondern auch wegen der Risiken fuer die Privatsphaere lehne ich die so genannten ‚Sozialen Medien‘ ab.

Neue Medien werden zu viel und zu unsensibel bezügl. Datenschutz genutzt.
Ich finde es sehr schade, dass es immer mehr zur Selbstverständlichkeit wird ein Smart phone auf dem Tisch liegen zuhaben, obwohl ich gerade mit jemandem ein persönliches Treffen habe. Ich fühle mich dadurch weniger beachtet / wertgeschätzt, oft realisiert das mein gegenüber (trotzHinweis) leider nicht. Wir sollten wieder mehr im hier und jetzt sein. Dann bin ich eben mal nicht erreichbar. Ja und?

Wahrscheinlich bin ich mittlerweile etwas altmodisch und verpasse auch mal was, aber mir reichen Telefon, email und Internet. Bei Facebook und WhatsApp habe ich momentan Bedenken wegen des Datenschutzes.

Ich denke, soziale Medien sind inzwischen in allen Bevölerungsschichten angekommen und lösen andere Kommunikationsformen nach und nach ab. Ich schätze es, regelmäßig und unkompliziert mit vielen Menschen im Kontakt stehen zu können, mag es aber nicht, dass immer mehr gesellschaftlich erwartet wird, immer und überall erreichbar zu sein. Ich möchte mit meiner Aufmerksamkeit dort sein, wo ich bin auch körperlich bin und versuche daher noch so lange ohne Smartphone auszukommen, wie es noch funktioniert.

Die Informationen, die geschickt werden sind:
– ausreichend für mich
– vielfältig
– immer interessant und anregend
– geeignet zum Weitergeben
– Danke!

Machen Sie so weiter!!

Mobilfunkstrahlung ist gesundheitsschädlich! Potentiell krebserregend sagt auch die WHO! Deshalb verwende ich keine solchen Technologien (Handys, WLAN, Schnurlostelefone etc.). Das Kommunikationsverhalten der armen Kinder wird sich extrem zum Nachteil verändern – Folge: Digitaler Autismus.

Wer Postkarten schreibt, bekommt auch welche. So sehe ich das auch mit Sozialen Medien. Es gehört in jedem Fall der nötige Anstand dazu und Post zu beantworten.

Informationen wie bisher

Am liebsten kommuniziere ich direkt. Ich bin dankbar für Ihre Arbeit.
 

Cittàslow – Die entschleunigte Stadt

Freitag, 26. Mai 2017
Zusammenfassung: Immer mehr Städte verlieren ihre kulturelle Identität, besonders in den Innenstädten ist eine rasante Angleichung durch Ladenketten und Franchise-Unternehmen zu beobachten. Gegen diese Entwicklung tritt die Cittàslow-Bewegung ein. Ziel der durch den Slow Food-Gedanken inspirierte Gruppierung ist es, die regionalen Besonderheiten zu stärken und zu betonen und damit die Lebensqualität generell zu verbessern.

 

 

Vielfalt bringt mehr Aufenthaltsqualität in die Städte.

Entschleunigung, Achtsamkeit, mehr Bewusstsein für die Umwelt mit all ihren zahlreichen Facetten. Immer mehr Menschen interessieren sich für Konzepte abseits der hektischen Betriebsamkeit der Großstädte und dem durchgetakteten Arbeitsleben. Und auch wenn vieles nicht im Lebensalltag konsequent umgesetzt werden kann – die Nachfrage nach sinngebenden, einfachen Dingen und Prozessen steigt und ist vielfach eine Kraftquelle in Freizeit und Urlaub. Ein Konzept, bei dem viel Wert auf den natürlichen Ablauf der Arbeits- und Herstellungsprozesse gelegt wird, ist die Slow Food-Bewegung.

 

Seit rund dreißig Jahren setzen sich die Anhänger dieser Bewegung für gutes Essen und ein gemäßigtes Lebenstempo ein. Dabei fühlt sich Slow Food nicht ausschließlich dem Thema Lebensmittel verspflichtet, sondern hat auch zum Ziel, kulturelle und traditionelle Werte zu bewahren und die spezifischen Eigenheiten jeder Region zu fördern und zu erhalten.

 

 

Die Slow-Bewegung breitet sich aus

Ende der neunziger Jahren formierte eine neue Bewegung, die durch die Slow Food-Prinzipien inspiriert wurde: die Cittàslow (cittaslow), die entschleunigte Stadt. Bis 2003 wurde auch der Begriff der Slow City offiziell verwendet, der teilweise noch immer gebräuchlich ist.

 

Die Vision der Cittàslow ist das Gegenkonzept zu den zunehmend vereinheitlichten Großstadtzentren. Die Cittàslow soll demnach ein Raum für Menschen sein, die mit Zeit und Muse einander begegnen. Entsprechend soll die Stadt über Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität, kulturelle Einrichtungen, Lokale, Geschäfte und Handwerksbetriebe verfügen, die dem lokalen Charakter des Ortes entsprechen. Langsamkeit soll in diesem Zusammenhang als Zeit für die natürlichen Abläufe, wie auch für den Wechsel der Jahreszeiten verstanden werden. Zusammengenommen stehen diese Faktoren für eine hohe Lebensqualität.

 

Wie bereits die Slow Food-Bewegung, entstand die Idee der Cittàslow in Italien. Hauptziel ist es dabei, den Slow Food-Gedanken auch auf andere Lebensbereiche zu übertragen und damit generell die Lebensqualität zu verbessern.

 

Cittàslow der ersten Stunde: Orvieto.

Um dieser Philosophie einen Raum zu geben, gründeten 1999 die vier italienischen Städte Bra (Piemont), Greve (Chianti), Positano (Kampanien) und Orvieto (Umbiren) das Netzwerk „Slow City“. Initiator war dabei der Bürgermeister von Greve in Chianti, Paolo Saturnini. Ihm gelang es, weitere Bürgermeister für das Projekt zu begeistern. Gemeinsam wollten die Kommunen der herrschenden Maxime der Schnelllebigkeit ein moderates Lebenstempo entgegenzusetzen, das den Kreisläufen der Landwirtschaft und des Weinanbaus entspricht und sich positiv auf Mensch, Natur und Umwelt auswirkt.

 

Bereits ein Jahr später verfügte die Bewegung über 30 Mitgliedstädte in Italien. Vernetzt und koordiniert werden die teilnehmenden Kommunen vom Hauptsitz der Cittàslow-Bewegung. Dieser befindet sich in einer ehemaligen Klosteranlage in Orvieto aus dem 15. Jahrhundert.

 

 

Vielfalt und Identität der Städte stärken

So, wie die Slow Food-Bewegung handwerklich erzeugte und ökologische Lebensmittel aus der Region fördern will und standardisierte Fastfood-Produkte ablehnt, wollen die Einwohner einer Cittàslow der Vereinheitlichung der Städte entgegenwirken und die Besonderheit des Ortes unterstreichen.

 

Typische deutsche Fußgängerzone.

Die spezielle Identität der Städte zu stärken ist ein Anliegen, das auf ein breites Interesse stößt. Denn durch die Verbreitung internationaler Ladenketten und Franchise-Unternehmen hat sich in den letzten Jahren das Gesicht der Innenstädte weltweit stark vereinheitlicht. Waren Fußgängerzonen und Ladengalerien in den siebziger Jahren noch mit durch ein vielfältiges und lokales Angebot geprägt, hat sich spätestens ab der Jahrtausendwende eine rasante Amerikanisierung in den europäischen Zentren vollzogen, die sich in der Folge auch auf die Klein- und Mittelstädte ausbreitete. Zugespitzt beschreibt der Autor Marc-Uwe Kling in seinem Gedicht „Kettenkarussell“ diese Entwicklung. Dabei ist es einem Reisenden nahezu unmöglich zu erkennen, in welcher Stadt er sich gerade befindet, denn die Innenstädte sehen mit den immer gleichen Filialen der führenden Ladenketten völlig identisch aus.

 

Kleinere regionale Einzelhändler, Manufakturen, Lokale und Handwerker haben immer seltener die Möglichkeit, sich in den sogenannten 1A-Lagen der Städte zu behaupten. In der Folge verlieren Städte zunehmend ihre unverwechselbare Eigenheit und sind damit beliebig austauschbar. Ein Problem mit weitreichenden Folgen, denn ohne eine persönliche Bindung an die eigene Stadt, haben die Einwohner kaum Gründe, sich für ihre Heimat einzusetzen.

 

Dieser Entwicklung will die Cittàslow-Bewegung mit positiven Beispielen und Konzepten entgegenwirken. So sollen die einzigartigen und speziellen Werte der einzelnen Städte wieder stärker in den Mittelpunkt des Interesses gerückt werden – und zwar für Einwohner und Besucher gleichermaßen. Ein weiteres Ziel ist es, Städte dabei zu unterstützen, ihre kulturelle Vielfalt zu erhalten und zu betonen.

 

 

Cittàslow-Bewegung in Deutschland

Motiviert durch den guten Start in Italien, beschlossen die Initiatoren, die Idee international auszuweiten. Aktuell gibt es 233 Cittáslows in 30 Ländern rund um den Globus, die in 20 Netzwerken organisiert sind.  In Deutschland fanden die Ideen der Slow-Bewegung schnell Freunde. Bereits 2001 wurde Hersbruck in Mittelfranken als erste deutsche Stadt und als erste Stadt außerhalb Italiens in der Cittàslow-Bewegung aufgenommen. Kurz darauf folgten Waldkirch im Breisgau und Überlingen am Bodensee. Derzeit gibt es 17 deutsche Cittàslow-Städte, deren Geschäftsstelle im pfälzischen Deidesheim liegt.

 

Die Entdeckung der Langsamkeit – entschleunigt leben.

Die Cittàslow-Vereinigung sieht sich in erster Linie als Bewegung, die aus vielen Klein- und Mittelstädten besteht. Daher ist eine Mitgliedschaft nur für Städte und Gemeinden unter 50.000 Einwohnern möglich. Darüber hinaus müssen die Städte vielfältige Kriterien erfüllen, um sich für eine Mitgliedschaft zu qualifizieren. Die Kriterien sind in einem umfangreichen Katalog festgelegt, aber auch hier werden spezifische Besonderheiten berücksichtigt. Da nicht für jede Stadt nach den gleichen Kriterien gemessen werden kann gilt es, mindestens die Hälfte der Anforderungen zu erfüllen. Diese prüft die jeweilige Stadt in einem Selbstbewertungsprozess und erarbeitet ein individuelles Konzept für ihre Cittàslow mit dem sie sich beim nationalen Netzwerk um eine Aufnahme bewirbt. Nach einer positiven Prüfung durch die zuständige Kommission, erhält die Stadt das Zertifikat „Cittàslow“, nach vier Jahren findet eine erneute Zertifizierung statt.

 

Seit 2005 besteht für Unternehmen und Institutionen, aber auch für Städte, die sich nicht selbst qualifizieren können, die Möglichkeit, den Cittàslow-Gedanken als Unterstützer zu fördern.

 

 

Besonderes Markenzeichen: Einzigartigkeit

Das Besondere Merkmal einer Cittàslow ist ihre Einzigartigkeit. Darüber hinaus sthet die Stadt für eine besondere Lebensqualität. Fortschritt ist wichtig, stellt jedoch den Menschen in den Mittelpunkt des Handelns. Die besondere Bedeutung regionaler Erzeugnisse und kurze Versorgungswege sind wichtige Punkte, die auch durch die besondere Beziehung zwischen Stadt und Land gefördert werden soll. Genauso bedeutsam ist aber auch das soziale Miteinander und die Förderung des Zusammenhaltes innerhalb der Gemeinschaft. Damit sieht sich die Cittàslow auch als wirksames Projekt gegen alte und neue Armutsstrukturen und fühlt sich dem umfassenden Nachhaltigkeitsgedanken und der Generationengerechtigkeit verpflichtet.

 

Um den anspruchsvollen Erwartungen an eine Cittàslow gerecht zu werden, erarbeiten die teilnehmenden Städte Maßnahmen aus sieben Themenbereichen und tauschen sich regelmäßig mit anderen Gemeinden im Netzwerk aus. Auf der Agenda der Cittàslow ist das Themenfeld Energie- und Umweltpolitik weit oben angesiedelt. Dazu zählen die Sicherung der Luft-, Boden- und Wasserqualität genauso, wie der Erhalt der biologischen Vielfalt und die öffentliche Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen. Aber auch Maßnahmen zu Energieeffizienz im öffentlichen und im privaten Bereich gehören dazu. Ebenfalls wichtige Teilbereiche sind hier die klassischen Umweltthemen Abfallvermeidung und –verwertung, aber auch neuere Themenfelder, wie etwa die visuelle Umweltverschmutzung.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt für eine lebenswerte Stadt ist die Infrastrukturpolitik. Hier wird besonders die Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel positiv bewertet, aber auch die vielfältigen Maßnahmen für eine barrierefreie Stadt, die allen Bewohnern eine gute Erreichbarkeit der unterschiedlichsten Einrichtungen ermöglicht. Ebenso von Belang sind aber auch Faktoren, die die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit fördern.

 

Die Cittàslow versteht sich nicht als Museumsdorf, sondern als moderne Kommune. Daher sind Maßnahmen zur Verbesserung der urbanen Qualität wichtige Kriterien, die alle Mitglieder erfüllen müssen. Darunter fallen zum einen der Erhalt historischer und kulturell bedeutender Bauwerke zur Aufwertung des Stadtkerns, aber auch Förderung eines nachhaltige Nutzung der Randgebiete und die Schaffung von neuem Wohnraum. Ebenso soll eine Cittàslow auch eine zeitgemäße Datenschnelligkeit gewährleisten und im öffentlichen Bereich interaktive Dienste anbieten.

 

Vielfalt und Besonderheit der Region stärken.

Die Wurzeln der Slow Food-Bewegung werden vor allem im Anforderungskatalog im Bereich Landwirtschaft, Tourismus und Handwerk deutlich. Eines der Hauptziele ist dabei die Aufwertung traditioneller Berufe und Arbeitstechniken und damit verbunden der Erhalt und die Vermarktung der einheimischen Erzeugnisse. Um diese Ziele zu erreichen, sind hier neben der regionalen Vermarktung auch die Bewahrung durch kulturelle Einrichtungen und Brauchtümer vorgesehen, die auch für Besucher von Interesse sind. Neben diesen beschaulich wirkenden Kriterien, fallen aber auch die relevanten Themen des ökologischen Ackerbaus und des Verbotes von gentechnisch veränderten Organismen in dieses Feld.

 

Dass von einer Cittáslow-Zertifizierung Einwohner und Besucher gleichermaßen profitieren, zeigen die Bestrebungen im Politikfeld Gastfreundschaft, Bewusstsein und Bildung. Hierzu zählen zum einen eine einladende, vielfältige und interessante touristische Infrastruktur, wie beispielsweise übersichtliche Orientierungshilfen und spezielle Slow-Führungen. Es geht aber auch um das Bewusstsein und die Motivation aller Einwohner, das Projekt lebendig zu gestalten. Um das zu erreichen, ist auch die Verwaltung gefordert, regelmäßig über Projekte zu informieren und die aktive Beteiligung der Bevölkerung, sowie der Vereine zu fördern und zu integrieren.

 

Eine Cittàslow lebt vom Mitmachen und kann nicht von Verwaltungsseite aus verordnet werden. Entsprechend wichtig sind daher auch Maßnahmen, die den sozialen Zusammenhalt der Stadt stärken. Dazu zählt die Förderung einer vielfältigen Vereinslandschaft genauso, wie attraktive Angebote für alle Alters- und Gesellschaftsgruppen, multikulturelle Integration und politische Partizipation.

 

Gemeinsam Ziele erreichen, das ist auch der Grundgedanke der Citàslow. Daher bildet das Thema Partnerschaften einen eigenständigen Punkt im Kriterienkatalog der Bewegung. Die entschleunigte Stadt ist daher auch aufgefordert, sich nicht zu isolieren, sondern durch Städtepartnerschaften und -freundschaften international zu vernetzen und mit Organisationen zusammenzuarbeiten, die sich für ähnliche Ziele einsetzen. Um generell den Cittàslow-Gedanken weiterzutragen und ins Gespräch zu bringen, sind die Gemeinden außerdem aufgefordert, sich an entsprechenden Kampagnen und Aktionen zu beteiligen.

 

 

Entschleunigung ist auch ein Finanzthema

Die Prinzipien der Cittàslow sind Weg und Ziel gleichermaßen. Weg von den Standardlösungen und der gedankenlosen Schnelllebigkeit, hin zu einer nachhaltig arbeitenden und lebenden Gemeinschaft. Eine Philosophie, die sich auch auf Geldanlagen übertragen lässt, denn auch in Sachen Finanzen zahlt es sich aus, individuelle Konzepte zu entwickeln und auf langfristige solide Erträge zu bauen.

Grünes Geld, erfahrener Anbieter ethischer und ökologischer Geldanlagen, hat verfügt nicht nur über eine langjährige Expertise in diesem Bereich, sondern hat auch mehr als 300 interessante Investments im Angebot.

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

Nachhaltige Branchen 5 – Lebensmittelindustrie

Dienstag, 23. Mai 2017
Zusammenfassung: Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie wird schnell auf die Faktoren „Bio“ und „Fair Trade“ reduziert. Aber auch der verantwortungsvolle Umgang mit Energie, Land und Wasser sind wichtige Faktoren in diesem Bereich. Generell hat das Interesse der Verbraucher am Thema Nachhaltigkeit zugenommen. Der Zusammenhang zwischen Lebensstil, Ernährungsweise und Klimaveränderung ist in den Köpfen angekommen.

 

 

Das Interesse an nachhaltig produzierten Lebensmitteln steigt.

Das Bewusstsein für die Gefahren des Klimawandels ist gestiegen. Entsprechend zugenommen hat das Interesse an mehr Nachhaltigkeit in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens. Denn immer mehr Menschen in den Industrienationen wird klar, dass unser Lebensstil, unser Umgang mit Energie und unsere Lebensmittelproduktion mit für die Klimakrise verantwortlich sind.

 

Dabei rückt die Ernährung besonders in den Mittelpunkt der Betrachtung. Denn hier kann jeder einzelne durch sein Einkaufs- und Konsumverhalten direkten Einfluss ausüben. Generell nimmt die Nachfrage nach Lebensmitteln, die nachhaltig erzeugt wurden zu. Eine Trend, auf den die Branche versucht entsprechend zu reagieren.

 

Laut Angaben der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie nimmt die Bedeutung der Qualität der Lebensmittel als Kaufentscheidung zu. Rund 27 Prozent der Konsumenten legen Wert auf eine bewusste, nachhaltige und gesunde Ernährung. Der gleiche Anteil an Verbraucher ist dabei auch bereit, höhere Preise zu akzeptieren.

 

 

Spannungsfeld Industrie und Nachhaltigkeit

Nachhaltiger Konsum zählt aktuell zu den wichtigsten Trends, denn immer mehr Verbraucher in Deutschland wollen mit ihrer Kaufentscheidung die Weichen für eine soziale, umwelt- und klimafreundliche Zukunft mit stellten. Entsprechend dieser steigenden Nachfrage verändert sich auch das Angebot.

 

Dabei bestehen vielfältige Spannungsfelder. Denn westliche Verbraucher freuen sich über die reichhaltige Auswahl in den übervollen Regalen der Supermärkte und Discounter, stehen zugleich aber auch der enormen Verschwendung und Vernichtung von Lebensmitteln kritisch gegenüber.

 

Eine weitere Spannung bildet sich bereits durch den Begriff der Lebensmittelindustrie. Denn die industrielle Produktionsweise steht Gegensatz zur handwerklichen Herstellung, wie sie bei vielen Bio-Produkten und in der Slow Food-Bewegung propagiert werden.

 

Durchaus wichtige Aspekte, denn Nachhaltigkeit muss in der Lebensmittelproduktion weit über die reinen Qualitätsanforderungen der Konsumenten aus den reichen Industrienationen hinaus gehen. Nachhaltigkeit umfasst hier auch Aspekte der Verteilung und des fairen Welthandels.

 

Schließlich geht es hier nicht allein um rund 80 Millionen potenziell kritischer Verbraucher in den deutschen Supermärkten, sondern um die Antwort auf die Ernährungsfrage von bald zehn Milliarden Menschen weltweit. Nicht zuletzt lautet eines der vorrangigen  Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, den Hunger zu bekämpfen.

 

Nur wenige Lebensmittelkonzerne beherrschen den weltweiten Markt.

Kritisch gesehen wird in diesem Zusammenhang allerdings die zunehmende Konzentration der Lebensmittelproduktion auf nur wenige Konzerne weltweit. Im Jahr 2013 legte die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam erstmals ein vergleichendes Ranking für die zehn größten Lebensmittelkonzerne der Welt vor. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand deren soziales und ökologisch nachhaltiges Handeln.

 

An der Spitze behaupteten sich die beiden Lebensmittelmultis Nestlé und Unilever, da sie – im Gegensatz zu ihren Mitbewerbern – bereits Maßnahmen eingeleitet hatten, um soziale und ökologische Mängel in ihrer Lieferkette zu begegnen. Nestlé kündigte an, die Situation der Kakaobäuerinnen verbessern zu wollen, die Unilever Fundation engagiert sich mit Oxfam in Projekten zur Armutsbekämpfung. Generell fiel die Oxfam-Studie „Behind the Brands“ allerdings ernüchternd aus, denn kaum ein Großkonzern nutzt sein Marktposition aus, um eine weltweite Ernährungsgerechtigkeit voranzubringen. Größtes Problem dabei war und ist, dass sich viele Angaben der Hersteller kaum belegen lassen. Darüber hinaus herrscht unter den Konzernen ein großes Stillschwiegen über die Herkunft der Rohstoffe und die Umstände wie und wo diese gewonnen wurden. Außerdem untersuchte Oxfam die Nachhaltigkeitsberichte der Konzerne und versuchte die Anstrengungen der Konzerne in Sachen Frauenrechte, fairer Bezahlung und Arbeitsbedingungen herauszufinden. Außerdem wollte die Organisation wissen, welche Maßnahmen die Konzerne gegen den Klimawandel unternehmen, wie Landraub, das sogenannte Landgrabbing, verhindert wird ein verantwortlicher Umgang mit Wasser und Energie aussieht. Die meisten Konzerne verwiesen mehr auf ihre Hilfsprojekte in verschiedenen Ländern, denn auf ihre Aktivitäten im Bereich der fairen Zusammenarbeit mit Zulieferländern oder ihr ökologisch nachhaltiges Engagement.

 

Nachhaltigkeit bleibt jedoch eines der bestimmenden Themen der Lebensmittelindustrie. Neben den globalen Konzernen existiert auch weiterhin große Anzahl an nationalen und lokalen Nahrungsmittelherstellern, die dem Trend zu mehr Nachhaltigkeit begegnen müssen.

 

 

Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie

Nachhaltigkeit hat als neuer und wichtiger Trend in der Lebensmittelbranche das Thema Ökologie um die Aspekte des fairen Handels und der sozialen Gerechtigkeit erweitert. Gemäß einer Untersuchung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), hat sich der Nachhaltigkeitsanspruch zum globalen Trend innerhalb der Branche entwickelt und stellt damit auch neue Herausforderungen an die Produzenten. Nachhaltigkeit stellt mittlerweile ein relevantes Differenzierungsmerkmal dar. Dabei sind die Ansprüche der Verbraucher gestiegen. Sie erwarten von den Unternehmen eine glaubhafte, nachvollziehbare und transparente Kommunikation, die belegt, dass Nachhaltigkeitsbestrebungen keine Marketingphrasen sind.

 

 

Ökologische Nachhaltigkeit mit Brief und Siegel

Um das zu belegen, setzt die Lebensmittelindustrie auf Siegel und Gütezeichen, die Verbrauchern verlässliche Auskünfte zu Inhalte und Produktionsweise der Lebensmittel geben. Weit verbreitet sind dabei bereits die Zertifizierungen, die eine ökologische Nachhaltigkeit belegen. In Deutschland ist dabei besonders das staatliche Biosiegel bekannt, das 2001 vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eingeführt wurde. Seit 2012 wird dieses Siegel verpflichtend durch das EU Bio-Siegel ergänzt. Beide Siegel garantieren, dass die Produkte zu mindestens 95 Prozent aus ökologischem Landbau stammen. Insgesamt tragen rund 30.000 Artikel im Lebensmitteleinzelhandel das Biosiegel. Hinzu kommen die – zum Teil sehr viel strengeren – Siegel der ökologischen Anbauverbände, wie beispielsweise Bioland, Demeter oder Naturland. Hier werden neben den klassischen Anforderungen an den ökologischen Landbau auch vielfältige weitere Kriterien berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem geschlossene Betriebsabläufe, Energieverbrauch, Klima- und Gewässerschutz.

 

Zudem haben viele Handelsketten eigene Biosiegel entwickelt, beispielsweise „BioBio“ von Plus oder „Füllhorn“ von Rewe. Die entsprechenden Produkte tragen im Allgemeinen auch das staatliche Bio-Siegel, sollen aber Verbraucher durch die präsente Markenbezeichnung eine zusätzliche Orientierung in der Warenwelt bieten.

 

 

 Nachhaltigkeit ist mehr als „Bio“

Zum Beispiel Bananen: Fairer Handel setzt sich durch.

Durch das gestiegene Interesse der Verbraucher an nachhaltigen Lebensmitteln, haben auch die Siegel des fairen Handels an Bedeutung gewonnen und ziehen in den letzten Jahren vermehrt von den klassischen Eine-Welt-Läden in die Regale der großen Handelsketten ein. Am weitesten verbreitet sind dabei die Siegel TransFair/Fair Trade, das bereits seit 25 Jahren vergeben wird, Gepa oder BanaFair.

 

Bei diesen Siegeln können Verbraucher darauf vertrauen, dass Kleinbauern und Produzenten in den Herkunftsländern sichere Arbeitsbedingungen vorfinden und existenzsichernde Löhne erhalten. Zu den Kriterien der sozialen Nachhaltigkeit zählen außerdem langfristige Verträge und Abnahmegarantien, eine gerechte Verteilung der Lebens- und Bildungschancen sowie das Verbot von Kinderarbeit und die Einhaltung der Menschenrechte generell. Etwas 70 Prozent der Produkte aus fairem Handel werden derzeit auch nach den Kriterien des ökologischen Anbaus erzeugt. Das schützt die Biodiversität vor Ort und beugt einen Raubbau an Urwaldgebieten vor, um neue Plantagen aufzubauen.

 

 

Nachhaltiges Wirtschaften in der 360-Grad-Perspektive

Siegel schaffen Vertrauen und geben verbindliche Standards vor. Bislang stehen die Siegel jedoch nur für einzelne Nachhaltigkeitskriterien, denn es gibt kein Nachhaltigkeits-Siegel für Lebensmittel.

 

Eine umfassende Beurteilung der Nachhaltigkeit der Lebensmittelbranche ist schwierig, denn sie umfasst eine Vielzahl relevanter Faktoren, die über die Teilaspekte „Bio“ und „Fair Trade“ hinaus gehen. Schließlich definiert die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung Nachhaltigkeit als dauerhafte Entwicklung, die Bedürfnisse der jetzigen wie der künftigen Generation befriedigen kann. Daher ist der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen Wasser, Luft, Boden sowie sämtlichen Rohstoffen eine grundsätzliche Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaften. Dabei soll die biologische Artenvielfalt und die Bedürfnisse der Weltbevölkerung genauso geschützt werden, wie das globale Klima als Lebensgrundlage.

 

Selbstgemacht, lecker und nachaltiger als Convenience.

Entsprechend zählen auch der Energieverbrauch im Unternehmen, der Einsatz von Erneuerbaren Energien und Effizienzmaßnahmen zu wichtigen Aspekten des Nachhaltigkeitsmanagements. Darüber hinaus muss sich ein nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen auch an seinem Umgang mit Wasser, Fragen der Logistik und dem Weg zum Kunden und viele weitere Faktoren messen lassen. Wie bereits bei vielen Produkten und Aktivitäten, beispielsweise Flugreisen, lässt sich auch bei Lebensmitteln ein ökologischer Fußabdruck ermitteln, der Informationen über die Umwelt- und Klimawirkung gibt. Stark verarbeitete Lebensmittel mit staatlichem Bio-Siegel werden bei einer solchen Berechnung eher schlechter abschneiden, als einfache Produkte aus einem regionalen Hofladen, die möglicherweise nicht zertifiziert sind. Immerhin fließen rund 20 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland in unsere täglichen Lebensmittel.

 

 

Vegane Lebensmittel – Nachhaltigkeit 2.0

Bitte recht klimafreundlich!

Eine ungünstige CO2-Bilanz weisen generell Produkte mit tierischen Inhaltsstoffen auf – auch dann, wenn die Tiere artgerecht gehalten werden. Generell befinden sich vegane Lebensmittel im Aufwind, dabei zeichnet es sich ab, dass die vegane Lebensweise nicht nur ein kurzfristiger Trend sein wird. Aktuell liegt der Anteil der Bevölkerung, die sich vegan ernährt, bei etwa einem Prozent. Vegane Produkte liegen aber auch bei Vegetariern und Flexitariern hoch im Kurs, so dass sich die Nachfrage auf einem weit höheren Niveau einspielt.

 

Viele Anbieter veganer Lebensmittel produzieren sehr nachhaltig. Dabei zum einen natürlich der Verzicht auf energieaufwändige tierische Inhaltstoffe ins Gewicht. Zum anderen fühlen sich vegane Unternehmen – nicht zuletzt durch ihren alternativen Geschäftsansatz – nachhaltigen Kriterien wie ökologischer Landwirtschaft oder energieeffizienten Maßnahmen verpflichtet. Das Zusammenspiel vegan und biologisch ist allerdings nicht zwingend. Wer Gentechnologie und Agrarchemie ausschließen will, benötigt mehr Informationen als das Vegan-Label.

 

Im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen hat sich mittlerweile ein reger Markt für vegane Investments entwickelt. Diese sind dabei auch für Anleger interessant, die Themen wie Massentierhaltung aus ihrem Portfolio generell ausschließen wollen. Interessant sind auch Vegan-Aktien, die vom Trend zur veganen Lebensweise wirtschaftlich profitieren.

 

 

Nachhaltige Geldanlagen bringen Veränderungen

Bewusste Konsumentscheidungen zu treffen, um soziale Gerechtigkeit zu fördern sowie Umwelt und Klima zu entlasten ist sinnvoll und treibt positive wirtschaftliche Veränderungen voran. Auch im Bereich der Geldanlagen lohnt es sich, auf nachhaltige Investments zu setzen. Denn gerade in der Welt der Finanzen fallen richtungsgebende Entscheidungen.

 

Wer also lieber in biologische Landwirtschaft als in multinationale Konzerne investieren will, Erneuerbare Energien bevorzugt oder auch umweltfreundliche Technologien und Logistikkonzepte voranbringen will, findet bei Grünes Geld leicht ein passendes Finanzprodukt. Grünes Geld, ein erfahrener Anbieter nachhaltiger Geldanlagen, hat mehr als 300 interessante Investments im Angebot. Sämtliche Produkte fördern nicht nur eine soziale und ökologische Entwicklung, sondern sind auch hinsichtlich ihrer finanziellen Erträge eine gute Entscheidung.

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Crowdfunding – Venture Capital 2.0?

Freitag, 19. Mai 2017
Zusammenfassung: Vor rund zwanzig Jahren gründeten sich viele kleine und innovative Unternehmen – oft mit Hilfe von Wagniskapitalgebern. Mittlerweile haben es Start-ups wieder schwerer, an Startkapital zu kommen. Wer die Bank seines Vertrauens nicht von seiner Geschäftsidee überzeugen kann, kann in verschiedenen Communities mehr Erfolg haben. Crowdfunding hat sich als kreative Möglichkeit der Anschubfinanzierung in den letzten Jahren etabliert. Die Besonderheit: Das benötigte Kapital wird von einer Vielzahl von Personen aufgebracht, die ambitionierten Ideen zum Durchbruch verhelfen wollen.

 

 

Ohne Unterstützung ist die Arbeit mühsam …

Crowdfunding ist ein relativ junges Phänomen, das sich im Zuge der sozialen Vernetzung in den digitalen Medien schnell als Idee verbreitet und etabliert hat. Sehr wahrscheinlich wurde der Begriff vor einigen Jahren durch einen Artikel im US-amerikanischen Technologie-Magazin Wired geprägt und fand anschließend über vielfältige Social Media-Kanäle Verbreitung.

 

In Deutschland gewann Crowdfunding im Jahr 2011 weitreichende Beachtung, als die Kölner Produktionsfirma Brainpool auf diese Weise Gelder für den geplanten Spielfilm „Stromberg“ sammelte. Die Aktion war ein voller Erfolg: Das Unternehmen hatte geplant, innerhalb von drei Monaten eine Million Euro zu sammeln, das Fundingziel wurde jedoch bereits nach zwei Wochen erreicht.

 

 

Wenn ein Schwarm für eine Idee schwärmt

Geschäftsideen durch Crowdfunding finanzieren – diese Möglichkeit  hat sich – nicht zuletzt wegen solcher wegweisender Erfolgsgeschichten – in den letzten Jahren stark verbreitet. Das Prinzip, das hinter dem Crowdfunding steht, ist vergleichsweise simpel: Ein große Menge an Personen, die „Crowd“, finanziert mit ihrem Geld die Umsetzung einer Geschäftsidee. Dabei handelt es sich meist um Nischen-Projekte oder –Produkte, die nur eine kleine Zielgruppe ansprechen.

 

… wenn mehrere Gleichgesinnte zusammen finden, geht alles leichter.

Zum Start einer Crowdfunding-Kampagne wird eine Mindestkapitalmenge festgelegt, die durch die Einlagen vieler Beteiligter erreicht werden soll. Die Höhe der Einlage ist dabei meist variabel. Erträge können, müssen aber nicht zwingend ausgezahlt werden. Je nach Vereinbarung, können die Gegenleistungen auch einen ideellen Wert haben oder – nicht selten – auch in Naturalien ausgezahlt werden. Letzteres vor allem dann, wenn mit dem Kapital Alltaggegenstände oder Lebensmittel produziert oder vermarktet werden sollen.

 

Die Bezeichnung des Crowdfundings hat sich auch in der deutschen Sprache durchgesetzt. Gelegentlich wird allerdings auch von Schwarmfinanzierung gesprochen. Eine recht zutreffende Übersetzung, denn hier wird die „Crowd“ nicht als Masse verstanden, ein Begriff, der eher negativ konnotiert wird. An die Stelle einer anonymen Masse, die sich leicht lenken lässt und keinen eigenen Willen hat, tritt der intelligente Schwarm, der durch den zielsicheren Einsatz und die Zusammenführung von unterschiedlichen Fähigkeiten und Mitteln gemeinsam Probleme lösen und optimale Ergebnisse erreichen kann. Mit der Masse hat diese Schwarmintelligenz nur die Durchsetzungskraft gemeinsam.

 

 

Der kleine Unterschied zum Wagniskapital

Wer eine gute Geschäftsidee hat, muss verschiedene Hürden nehmen, um diese erfolgreich umzusetzen. Da ist zuerst einmal das Startkapital. Wer über keine eigenen Mittel verfügt, muss also Geldgeber von der Tragfähigkeit und den Erfolgsaussichten seines Geschäftsmodells überzeugen. Das ist nicht immer einfach. Denn nach einem enormen Gründungsboom Ende des 20. Jahrhunderts (Dot-Com-Blase) und der Ernüchterung nur wenige Jahre später, sind Banken wieder vorsichtiger geworden.

 

Zum Grünes Geld TestKlassische Venture Capital-Unternehmen existieren zwar auch weiterhin, jedoch ist die ehemals boomende Branche der Wagniskapital-Geber längst nicht mehr so blauäugig wie zu Zeiten des DotCom-Booms. Darüber hinaus fokussieren sich die klassischen VCs auf Unternehmungen, die Wachstum und eventuell auch einen Börsengang anstreben. Wer eher ein kleines und überschaubares Gewerbe bei seiner Gründung im Sinn hat, und eher ideelle als finazielle Ziele verfolgt, ist hier an der falschen Adresse.

 

 

Gemeinsam ein Ziel erreichen

Schwarmintelligenz – Gemeinsam Lösungen finden.

Die Geschäftsideen, für die Crowdfunding betrieben wird, sind besonders häufig im kreativen, sozialen und ökologischen Bereich angesiedelt. Hier bildet nicht allein der wirtschaftliche Erfolg den Unternehmenszweck. Vielmehr sollen vielfach auch ideelle Ziele gestärkt und umgesetzt sowie ein nachhaltiger und sinnorientierter Konsum gefördert werden.

 

Für diese Projekte bietet sich Crowdfunding sehr gut an, denn das unternehmerische Risiko wird auf vielen Schultern verteilt. Alle, die sich an der Finanzierung eines Projektes oder Produktes beteiligen, sind außerdem im Allgemeinen hochmotiviert, die Aktion zum Erfolg zu verhelfen. Unternehmen, die ihr Eigenkapital durch Crowdfunding beschaffen, sind darüber hinaus einer Vielzahl von Geldgebern verpflichtet. Diese Gegenseitigkeit bringt eine hohe Dynamik in die Projekte.

 

 

Wie Idee und Geld zusammen kommen

Wer das Kapital für seine Unternehmensidee über Crowdfunding sammelt, startet eine sogenannte Aktion. Dabei wird die Geschäftsidee ausführlich vorgestellt und angegeben, wieviel Geld benötigt wird. Der Zeitraum, in dem das Kapital eingesammelt werden soll, ist begrenzt. Nach Ablauf dieser Laufzeit gilt das Alles-oder-nichts-Prinzip. Entweder die angesetzte Crowdfunding Summe wurde erreicht und das Jungunternehmen kann an den Start gehen oder das Fundingziel konnte nicht erreicht werden. In diesem Fall geht das bis dahin gesammelte Geld direkt an die „Crowd“ zurück. Damit sind die Gelder einer Crowfunding-Aktion zweckgebunden und dürfen nur für das ausgeschriebene Projekt eingesetzt werden.

 

Crowdfunding Aktionen werden im Internet auf speziellen Crowdfunding-Portalen veröffentlicht. Eine der größten klassischen Plattformen im deutschsprachigen Raum wird von der Dresdner Startnext Crowdfunding GmbH betrieben. Das Unternehmen vermittelt vielfältige kreative und nachhaltige Projekte und Start-ups aus dem künstlerischen, ökologischen und sozialen Bereich. Finanziert wird die Plattform über eine freiwillige Provision, deren Höhe die Jungunternehmer selbst festlegen.

 

In eine ähnliche Richtung geht auch die Leipziger Crowdfunding Plattform VisionBakery, die sich eine Stärkung des sozialen Miteinanders und eine wirtschaftliche Gleichberechtigung auf die Fahnen geschrieben hat.

 

Augenfällig an diesen – dem klassischen Crowdfunding-Gedanken verpflichteten – Plattformen ist, dass trotz allem Idealismus ein stark ausgeprägter Realitätssinn und eine hohe Professionalität an den Tag gelegt wird. Marketing und Kommunikation sowie die Einbindung unterschiedlichster Communities und sozialer Medien bringen die Crowdfunding-Projekte einer breiten Gruppe potenzieller Unterstützer näher und tragen entscheidend zum Erfolg des Systems bei.

 

Neben etablierten Plattformen für den gesamten deutschen Markt, gehen auch zunehmend regionale Crowdfunding-Initiativen an den Start. Hier präsentieren lokale Crowdfunding-Aktionen ihre Ideen und sprechen zur Geldbeschaffung gezielt Menschen aus ihrem geographischen Umfeld an.

 

 

Crowdlending als unkomplizierter Kredit

Die Finanzierung durch eine Vielzahl von Unterstützern als Alternative zu den klassischen Banken, entdecken zunehmend auch kleine und mittlere Unternehmen als interessante Möglichkeit der Kapitalbeschaffung. Aktuell bieten zahlreiche Crowdfunding-Plattformen ihre Services für Start-ups aus den unterschiedlichsten Richtungen an.

 

Dazu zählen zunehmend auch Crowdlending-Unternehmen. Bei dieser kreditbasierten Form des Crowdfundings können Unternehmen eine Finanzierung auch nach ihrer Gründungsphase erhalten. Beispielsweise, um neue Investitionen zu tätigen. Grundgedanke dabei ist es, ambitionierten Projekten Kredite zu ermöglichen, die wenige Chancen auf einen Bankkredit haben. Durch die vergleichsweise sehr geringe Bonität des Kreditnehmers, ist Crowlending für die Kreditgeber durchaus risikoreich, jedoch im Erfolgsfall auch ertragreich.

 

Eine Ausnahme bildet dabei das Social Lending. Bei dieser Kreditform erhält der Geldgeber zwar den Anspruch auf eine Rückzahlung des Darlehens, er verzichtet jedoch auf eine Verzinsung. Damit steht beim Social Lending der Gedankte der schnellen und unkomplizierten finanziellen Hilfe im Mittelpunkt

 

Weitere Formen des Crowdfundings

Crowdfunding nach den Maßstäben eines klassischen Investments zu beurteilen ist schwierig, denn viele Crowdfunding-Aktionen geschehen unter Voraussetzungen, die sich nicht mit den Spielregeln herkömmlicher Geldanlagen vergleichen lassen.

 

  1. Crowdfunding als Spende

Wenn ein Crowdfunding-Projekt zwar kaum wirtschaftlichen Erfolg verspricht, aus gesellschaftlicher Sicht jedoch umgesetzt werden sollte, bietet sich das spendenbasierte Crowdfunding an. Dabei verzichten die Geldgeber auf eine Gegenleistung. Diese Form des Crowdfundings ist damit eine gezielte Spendenaktion und damit eher mit einem Fundraising zu vergleichen. Neu am Crowdfunding als Spendenaktion ist allerdings, dass ein bestimmtes Projekt umgesetzt werden soll und dafür eine bestimmte Geldmenge benötigt wird. Wenn das definierte Ziel nicht im vorgesehenen Zeitrahmen erreicht wird, gilt auch hier „alles oder nichts“. Die Spender erhalten ihre Zuwendung zurück und können so sicher gehen, dass das Geld nicht anders als vorgesehen eingesetzt wird.

 

  1. Crowdfunding mit Gegenleistung – der Sponsorengedanke

Gemeinsam gute Ergebnisse erzielen.

Das Crowdfunding mit einer Gegenleistung (Reward-based Crowdfunding) funktioniert ähnlich wie die üblichen Sponsorenprogramme und das klassische Mäzenatentum. Besonders in den Bereichen Kunst, Kultur, aber auch im Sport können so bestimmte Projekte, Filme und Veranstaltungen finanziert werden. Die Geldgeber erhalten für ihre Einlage einen nicht-monetären Dank. Beispielsweise werden Geldgeber in Programmheften oder im Filmabspann namentlich erwähnt. Möglich sind auch spezielle Dinge, wie etwa ansonsten unverkäufliche Fanartikel, signierte Medien und vieles mehr. Auch soziale und ökologische Projekte nutzen diese Crowdfunding-Methode und bieten ihren Geldgebern beispielsweise Baum- und Tierpatenschaften oder ähnliche symbolischen Gegenleistungen an.

 

  1. Crowdfunding mit Gewinnbeteiligung

Zum Investment wird die Beteiligung an Crowdfunding Projekten dann, wenn die Geldgeber an zukünftigen Gewinnen des Projektes beteiligt werden sollen. Beim sogenannten Crowd Investing oder auch Equity-based Crowdfunding werden die Geldgeber meist auch Teilhaber des Unternehmens und erhalten einen Anspruch auf einen Teil der Gewinne des Unternehmens. Der Vorteil des Crowdinvestings ist  die Verteilung des Risikos auf eine größere Gruppe und – im Erfolgsfall – überdurchschnittliche Erträge für die Geldgeber. Generell tragen die Investoren jedoch auch das unternehmerische Risiko mit. Wenn das Projekt scheitert, kann die Geldeinlage komplett verloren gehen. Da die meisten Crowdfunding-Plattformen so aufgestellt sind, dass sie für ihre Angebote keine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht benötigen, unterliegen sie auch keiner staatlichen Regulierung oder Einlagensicherung.

 

 

Interessante Projekte fördern durch nachhaltige Geldanlagen

Wer sich also an einem Crowdfunding Projekt beteiligen will, sollte sich in jedem Fall der Grundidee der geplanten Aktion verpflichtet fühlen. Wer darüber hinaus das Projekt als nachhaltige Geldanlage nutzen will, sollte sich tiefergehend über die Erfolgsaussichten und Marktchancen der Aktion informieren und die eigene Risikobereitschaft kritisch hinterfragen. Denn Crowdfunding sollte ganz klar in erster Linie als Community-Projekt verstanden werden und sehr viel weniger als alternatives Investment.

 

Das bedeutet aber nicht, dass es nicht auch möglich ist, mit sinnvollen und nachhaltigen Projekten Vermögen aufzubauen. Im Gegenteil, ethische und ökologische Geldanlagen stoßen auf immer mehr Interesse. Kein Wunder, denn hier stimmen die Spielregeln: Angelegte Gelder werden in Projekten und Unternehmen investiert, die sich beispielsweise im sozialen Bereich engagieren, Erneuerbare Energien voranbringen oder Technologien für klima- und umweltfreundliche Entwicklungen ermöglichen. Darüber hinaus können Anleger hier mit attraktiven Erträgen rechnen und wissen ihr Geld in guten Händen. Grünes Geld, erfahrener Anbieter nachhaltiger Geldanlagen, hat mehr als 300 interessante Projekte im Angebot. Hier findet jeder Anlegertyp das passende Finanzkonzept.

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Banken und Finanzberater: Augen auf bei der Partnerwahl

Freitag, 12. Mai 2017
Zusammenfassung: Die Auswahl an Banken und Finanzberatern ist mittlerweile unübersichtlich und wächst weiter an. Der Markt bietet damit für jeden Kunden- und Anlegertyp das passende Angebot, allerdings ist es nicht immer leicht, den passenden Anbieter zu finden. Daher ist es gut, wenn Kunden genau wissen, was sie von ihren Finanzpartnern erwarten. Das gilt für Sicherheit und Ertrag der Anlage genauso wie für ethische und ökologische Werte.

 

Ohne Bankverbindung lässt sich das tägliche Leben nicht regeln.

Der Kolumnist Max Goldt beschrieb vor gut einem viertel Jahrhundert den Umgang mit Geld als das Einfachste auf der ganzen Welt. Er empfahl höchstens soviel Geld vom Konto abzuheben, wie darauf verfügbar sei und am Ende des Monats den Rest auf das Sparbuch übertrage. Dann, so Goldt, gäbe es keine Scherereien.

 

Wir wissen nicht, wie Goldt aktuell mit der Verwaltung seine persönlichen Finanzen verfährt, es ist jedoch sicher anzunehmen, dass auch er sich von dieser simplen Lösung verabschiedet hat, denn das ehemals grundsolide Sparbuch hat durch die Zinsentwicklung ausgedient und ist höchstens noch für Menschen zu empfehlen, die ihr Geld als Alternative im Safe oder unter dem Kopfkissen aufheben würden.

 

Während früher ein einfaches Konto und Sparbuch für viele Menschen ausreichte, hat sich das Leben in den vergangenen Jahrzehnten rapide verändert. Viele Impulse haben zu dieser Veränderung beigetragen. So hat die Rentenreform neue Anforderungen an die Arbeitnehmer gestellt, sich eigenverantwortlicher um ihre Altersvorsorge zu kümmern. Auch die Begeisterung für Aktiengeschäfte ab Mitte der neunziger Jahre, die Einführung der Volksaktie und der Börsenboom und die anfänglichen Erfolge am Neuen Markt haben das Interesse an der Finanzwelt in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt.

 

 

Finanzwelt durchdringt den Alltag

Finanzprodukte außerhalb des üblichen Menüs aus Konto, Sparbuch, festverzinslichen Wertpapieren und Bausparvertrag feierten jetzt einen Siegeszug in die Haushalte. Waren Wertpapiergeschäfte bis dahin nur undurchsichtige Aktivitäten von Yuppies und Wohlhabenden, avancierten Börsenkurse in den späten neunziger Jahren zum allgemein akzeptierten Gesprächsthema. Nach dem Hype folgte mit dem raschen Abflauen vieler Börsenwerte eine Rückbesinnung auf sichere und solide Finanzanlagen.

 

Dennoch hatte diese Entwicklung dazu geführt, dass die Dienstleistungen von Banken und Beratern nun von Kunden aus nahezu allen Bevölkerungsschichten nachgefragt wurden.

 

 

Die Qual der Wahl – das richtige Bankkonto

Ein Bankkonto ist die Basis sämtlicher Geldgeschäfte. Um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, ist eine Bankverbindung mittlerweile unerlässlich. Daher hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr das Recht auf eine Kontoverbindung festgeschrieben und damit die Grundlage für ein sogenanntes Basiskonto auf Guthabenbasis geschaffen.

 

Gewinnaussichten mit hohen Risiken – Spielbank sind keine soliden Finanzpartner.

Wer heute ein Konto eröffnen will, steht vor einer nahezu unüberschaubaren Menge von Angeboten. Daher ist es wichtig, im Vorfeld zu überlegen, welche Kriterien das Konto erfüllen soll. Wem ein dichtes Filialnetz mit persönlicher Beratung wichtig ist, wird sich eher für die altbekannten Banken und Sparkassen entscheiden. Wer mehr auf Online-Banking setzt, kann aus den Angeboten der traditionellen Anbietern und der speziellen Online-Banken wählen. Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist, ob die Bank auch die Depotführung für Wertpapiergeschäfte übernehmen soll und ob Beratungsleistungen zum Vermögensaufbau beziehungsweise zur Vermögensverwaltung in Anspruch genommen werden. Gerade bei der Eröffnung des ersten Kontos sind darüber hinaus auch die Gebühren für die Kontoführung sowie für Karten und die Höhe es Kreditrahmens ein entscheidendes Kriterium.

 

Generell geht der Trend zum Führen von mehreren Girokonten. Das bringt zwar auch für den Kunden einen Mehraufwand an Verwaltung mit sich. Vielfach lassen sich so jedoch auch alltägliche Dinge in Familie und Partnerschaft leichter trennen und übersichtlich gestalten.

 

 

Geld und Ethik – Gegensätze überwinden

In den 1980er Jahren empörten sich viel Menschen über die Geschäfte der Deutschen Bank mit dem südafrikanischen Apartheitsregime. Sicher büßte die Bank einige Kunden ein und musste bei ihren Aktionärsversammlungen Vertretern der Kritischen Aktionären Rede und Antwort stehen, generell war der Bankenwechsel früher jedoch für Kunden um einiges aufwändiger als heute – zudem waren die Alternativen sehr übersichtlich. Das hat sich heute grundlegend geändert.

 

Nachhaltigkeit hat sich zu einem der wichtigsten gesellschaftlichen Trends der letzten Jahren entwickelt. Entsprechend sind die Ansprüche der Kunden gestiegen. Dabei endet die Orientierung an ökologischen und ethischen Werten längst nicht mehr beim Kauf von Bio-Lebensmitteln, der Nutzung von Ökostrom und der Bevorzugung fair produzierter Textilien. Auch Banken und Finanzdienstleister müssen sich an diesen Kriterien messen lassen und durch eine transparente und nachhaltige Unternehmenspolitik das Vertrauen ihrer Kunden immer wieder aufs Neue verdienen.

 

 

Bankgeschäfte erschüttern Kundenvertrauen

Keine undurchsichtige Krötenwanderung: ethische und ökologische Geldanlagen.

Kunden sind sich ihrer gewachsenen wirtschaftlichen Macht bewusst und erteilen verstärkt konventionellen Banken eine Absage. Gestärkt durch vielfältige Informationsquellen sind die Argumente gegen viele Großbanken gefestigt und basieren nicht auf einer diffusen Ablehnung gegen das „Kapital“. Eines der Hauptargumente gegen führende Banken bleibt dabei – leider bereits seit vielen Jahren – deren globale Waffengeschäfte und damit die direkte Unterstützung von Kriegen und Krisen weltweit. Ein weiteres K.O.-Kriterium bei der Auswahl eines nachhaltig arbeitenden Geldinstituts ist die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen, die zu Nahrungsmittelknappheit und Hungersnöten in vielen Regionen der Welt führt. Wenig Voraussicht beweisen auch viele Banken noch, wenn es um Investitionen in Risiko-Technologien geht. Noch immer sehen viele Banken große Atomkonzerne und Betreiber von Kohlekraftwerken als wichtige Geschäftspartner. Politische und gesellschaftliche Entwicklungen wie die Energiewende sollten jedoch auch von der Finanzwelt nicht ignoriert werden. Denn im Zuge einer nachhaltigen Entwicklung verändern sich auch die Geschäftspartner und deren Ansprüche und Ziele. Wer hier weiter nur auf bestehende Netzwerke setzt, kann schnell den Anschluss verlieren.

 

Neben den ethischen und ökologischen Bedenken bei den Finanzgeschäften der konventionellen Banken, stören sich aber auch immer mehr Menschen an den generell wenig sozialen Geschäftspraktiken. Immer mehr Berichte über undurchsichtige Verstrickungen in Schattenfinanzplätzen, Steuerhinterziehungen und nicht zuletzt die Enthüllungen durch die sogenannten Panama Papers haben selbst das Vertrauen langjähriger Kunden erschüttert.

 

 

Alternativen zu den traditionellen Banken

1984 gründete sich in der Bankenmetropole Frankfurt die Ökobank als eingetragene Genossenschaft. Ihr Ziel war es, als Finanzdienstleister Partner für alternative Unternehmen zu sein und Entwicklungsförderung in der Dritten Welt zu betreiben. Diese Geschäftsbereiche wurden damals von den großen Banken nicht abgedeckt. Die Ökobank geriet Anfang des Jahrhunderts in finanzielle Schieflage und gab ihre Geschäfte 2003 auf. Generell stellt jedoch die Geschichte der Ökobank die Inspiration für die heute aktiven grünen Banken und auch für die Nachhaltigkeitsbestrebungen einiger regionaler Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken dar.

 

Aktuell sind drei alternative Banken mit einem alltagstauglichen Angebot für Privatkunden im Markt aktiv: Die GLS Bank, die Ethikbank sowie die Triodos Bank. Alle drei Anbieter fühlen sich sozialen und ökologischen Werten verpflichtet, berichten transparent zu ihren Aktivitäten und veröffentlichen die Ausschluss- und Positivkriterien ihre Investments. Ihren Kunden bieten die alternativen Geldinstitute neben Girokonten und Kreditkarten auch die kostenlose Nutzung ausgewählter Geldautomaten, beispielsweise von Volks- und Raiffeisenbanken und der Sparda-Bank. Darüber hinaus werden Tages- und Festgeldkonten, sowie unterschiedliche Investmentfonds, Wertpapiere und Altersvorsorgeprodukte angeboten.

 

 

Bankenwechsel erleichtert

Kunden, die zu einer grünen Bank wechseln möchten, haben es seit dem vergangenen Jahr besonders leicht. Denn seit September des letzten Jahres sind Banken gesetzlich verpflichtet, ihren Kunden beim Wechsel zu helfen, so dass die Umstellung im Allgemeinen nach zwei Wochen vollständig durchgeführt wird. Die alte und die neue Bank erhalten dafür von ihrem Kunden den Auftrag zum Kontowechsel. Die neue Bank fordert dann sämtliche Daten von der alten Bank an und übernimmt diese in ihren Systemen. Da sämtliche Zahlungen der vergangen 13 Monate übermittelt werden, fallen auch jährlich geleistete Beiträge und Zahlungen nicht durch das Raster. So werden Unterbrechungen von Daueraufträgen und Lastschriftmandaten vermieden und die alltäglichen Geldgeschäfte laufen reibungslos weiter, denn die neue Bank informiert Zahler wie Zahlungsempfänger gleichermaßen über die neue Bankverbindung.

 

 

Bankenunabhängige Finanzberater – eine sinnvolle Ergänzung

Auch wer sich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zu einem Bankenwechsel durchringen kann oder will, kann sein Geld sinnvoll und nachhaltig anlegen. Denn eine Hausbank ist längst nicht mehr der alleinige Anbieter von Finanzprodukten. Bankenunabhängige Berater bilden eine wichtige Ergänzung im Bereich der Finanzdienstleistungen.

 

Gute Finanzberater bieten keine Standardlösungen sondern Kundenorientierung.

Die Zeiten von relevanten Zinserträgen für Konto- und Sparbuchguthaben sind endgültig vorbei. Moderne Geldanlage mit interessanten Erträgen erfordert allerdings auch von Sparern und Anlegern mehr Einsatz als früher. Gut, wer sich dann auch in diesem Bereich auf einen kompetenten Partner verlassen kann. Die Beratung durch einen unabhängigen Anbieter ist für alle Anleger sinnvoll, die ihr Geld ethisch und ökologisch anlegen wollen oder nach diesen Kriterien ein Vermögen aufbauen möchten. Wichtig dabei ist natürlich, dass sich Kunde und Berater auf Augenhöhe begegnen und die gleichen ethischen und ökologischen Werte teilen. Ein erfahrener Finanzberater wird dann gemeinsam mit seinem Klienten Ziele definieren und abwägen, welche Investments für den jeweiligen Anlegertypus in Frage kommen.

 

„Offenheit und Vertrauen sind hier das A und O einer guten Beratung“, weiß Gerd Junker, Gründer und Geschäftsführer von Grünes Geld. „Je mehr wir über unserer Kunden wissen, desto besser können wir die passende Anlagestrategie bestimmen. Beispielsweise gibt es auch vegane Finanzprodukte, bei denen Investments in Tierhaltung völlig ausgeschlossen werden. Um hier sinnvolle Empfehlungen auszusprechen, müssen wir nicht nur die finanziellen Verhältnisse sondern eben auch persönliche Überzeugungen kennen“, so Gerd Junker.

 

 

Aus diesem Grund ist das Beratungsgeschäft auch in Zeiten von Vergleichsportalen anspruchsvoll und spannend, denn ein erfahrener Finanzdienstleister bietet mehr als eine Renditeprognose für die kommenden drei Jahre. Kunden benötigen passgenaue Lösungen, denn stehen spezielle Präferenzen von Anfang an fest und ist klar, wie sicherheitsbewusst beziehungsweise risikofreudig der Kunde ist, kann eine solide und langfristige Anlagestrategie entwickelt werden, die nur noch bei Veränderungen leicht korrigiert werden muss.

 

So findet jeder Kunde ein Investment, das sowohl seinen persönlichen Werten entspricht, als auch generell für eine ethische und ökologische Entwicklung Eintritt. Um das zu gewährleisten werden zum einen entsprechende Projekte gefördert, beispielsweise durch die Vergabe von Mikrokrediten oder bei der Förderung von umwelt- und klimaschädlichen Maßnahmen. Zum anderen werden Investitionen in problematischen Bereichen konsequent ausgeschlossen, beispielsweise Atomkraft, Waffenhandel oder Gentechnologie.

 

Anleger, denen ökologische und soziale Werte wichtig sind und ihr Geld dennoch ertragreich investieren wollen, sind bei Spezialisten wie Grünes Geld an der richtigen Adresse, denn Grünes Geld bietet mehr als 300 interessante Geldanlagen für die unterschiedlichsten Anlegertypen.

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Erneuerbare Energien: Verkehrskonzepte für die Stromversorgung

Freitag, 05. Mai 2017
Zusammenfassung: Die Energiewende befindet sich in der Umsetzung. Bis Ende 2022 gehen in Deutschland die letzten Atomkraftwerke vom Netz. Anlagen zur Gewinnung regenerativer Energien werden ausgebaut. Windkraft kommt dabei eine besonders bedeutende Rolle zu. Um die Stromversorgung im Land zu gewährleisten und Energie vom windreichen Norden in den Süden zu transportieren, werden aktuell leistungsfähige Stromtrassen geplant. Angenehm für das Landschaftsbild und im Allgemeinen umweltverträglich: moderne Stromautobahnen verlaufen unterirdisch.

 

 

Erneuerbare Energien auf den Weg bringen.

Die Energiewende ist in Deutschland beschlossene Sache. Eine positive Entwicklung, denn die bisherige Energieerzeugung und der exzessive Verbrauch hat immense Schäden an Klima und Umwelt verursacht. Seit der Konferenz von Rio 1992 war es ein langer Weg. Mit dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz, das anlässlich der 21. UN-Klimakonferenz von 196 Staaten beschlossen wurde, legte die Staatengemeinschaft fest, nationale Maßnahmen zu ergreifen, um die fortschreitende Erderwärmung deutlich abzubremsen.

 

Mit der bereits beschlossenen Energiewende, zählt Deutschland zu den Vorreitern des Klimaschutzabkommens. Mit einem CO2-Ausstoß von 11,5 Tonnen pro Kopf und Jahr allerdings auch mit zu den Verursachern der Klimakrise. Ziel ist es daher jetzt, CO2 zu vermeiden, nachhaltig Strom zu erzeugen und diesen effizient zu nutzen.

 

 

Hauptaufgaben der Energiewende

Ziel Nummer eins der Energiewende ist es, die umwelt- und klimaschädliche Stromproduktion durch Atomkraftwerke und die Energieerzeugung aus konventionellen Quellen, wie beispielsweise Kohlekraftwerken, auf null zurückzufahren. Um eine flächendeckende und bezahlbare Energieversorgung zu gewährleisten hat die Bundesregierung außerdem beschlossen, die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien zu fördern und gleichzeitig vielfältige Maßnahmen für eine verbesserte Energieeffizienz voran zu treiben.

 

Die letzten Atomkraftwerke gehen 2022 vom Netz.

Spätestens seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima ist das Gefährdungspotenzial der Atomkraftwerke in den Köpfen der Menschen angekommen. Ende 2022 wird das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz gehen. Generell basiert der Ausstieg aus der Atomenergie auf einem breiten gesellschaftlichen Konsens.

 

Dennoch werden immer wieder Stimmen laut, die dem Atomzeitalter hinterhertrauern und auf die angeblich klimafreundliche Stromproduktion durch Kernenergie hinweisen. Hier Umwelt und Klima auseinander zu dividieren ist sicher nicht sinnvoll, denn die Risiken der Kernreaktoren sind immens. Zum anderen verursacht auch Atomstrom CO2-Emissionen. Der Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase entsteht dabei allerdings nicht während der Stromproduktion, sondern beim Kraftwerksauf- und Rückbau. Sowohl die Urangewinnung, als auch die Herstellung der Brennelemente sowie die Einlagerungen werden mit einem enorm hohen Energieaufwand betrieben, bei dem große Mengen von CO2 in die Atmosphäre entlassen werden. Atomkraft verursacht zwar deutlich weniger CO2-Emissionen als Kohlekraftwerke, aber entschieden mehr als Erneuerbaren Energien.

 

Im Zuge der laufenden Veränderungen wird der Strommarkt neu organisiert, denn die bisherigen Stromanbieter geraten unter Druck. Ihre Stromproduktion fließt nicht mehr automatisch in die Netze und dient vermehrt dazu, Versorgungsengpässe auszugleichen. Um die Schwankungen in der Stromproduktion optimal auszugleichen und zukünftig flexibel zu lenken, wurde im vergangenen Jahr das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende verabschiedet.

 

Im Zuge dieser Regelung werden zukünftig intelligente Messsysteme Stromproduzenten und –verbraucher miteinander verbinden. Die neue digitale Infrastruktur sorgt nicht nur für eine sichere und zuverlässige Versorgung, sondern auch für eine effiziente und wirtschaftliche Nutzung der Energie. Um die Energie aus regenerativen Quellen zu den Verbrauchern zu bringen, ist jedoch auch eine komplexe Organisation der Übertragungsnetze notwendig.

 

 

Verkehrswege des Stroms: Vom Norden in den Süden

Leistungsfähige Infrastruktur bring geslleschaftlichen Wandel voran.

Die Planung und der Ausbau der Stromautobahnen ist aktuell ein wichtiges Thema der Energiewende, denn Strom wird – wie viele andere Güter des täglichen Lebens – nicht unbedingt dort produziert, wo er gebraucht wird. Entsprechend muss auch die benötigte Energie innerhalb des Landes verteilt werden. Hinzu kommt, dass Erneuerbare Energien nicht so gleichmäßig Strom erzeugen und ins Netz einspeisen wie konventionelle Kraftwerke. Es sind aber nicht nur die Schwankungen der Strommenge, die das Stromnetz vor neue Aufgaben stellt. Auch der erfreuliche Erfolg der Windenergie in Deutschland bringt es mit sich, dass Windenergie Mengen liefert, die das Stromnetz an die Grenzen seiner Kapazitäten bringt. Auch dieser neuen Herausforderung muss ein zukunftsfähiges Stromnetz begegnen. Die Energiewende erfordert also leistungsfähige Stromtrassen.

 

Der Umstieg von Atomstrom zu Erneuerbaren Energien bringt eine deutliche Verschiebung der Stromproduktion vom Süden in den Norden mit sich. Während sechs der noch acht laufenden Atomkraftwerke in Süddeutschland angesiedelt sind, stehen große Teile der Windkraftanlagen im Norden des Landes, teilweise auch als Offshore-Anlagen vor den Küsten. Für diese Standorte spricht nicht allein der sprichwörtliche Windreichtum des Nordens. Auch gesetzliche Hürden, wie die „10-H-Regel“, die einen großen Abstand der Anlagen zur nächsten Wohnbebauung vorschreibt, haben dazu geführt, dass ein Nord-Süd-Gefälle in Sachen Erneuerbarer Energien entstanden ist. Im vergangenen Jahr erzeugten insgesamt 27.220 Windkraftanlagen in Deutschland insgesamt 45.910 Megawatt sauberen Strom. 42 Prozent davon gingen aus dem Norden ins Netz, weitere 44 Prozent lieferte die Mitte des Landes, der Rest wurde in Süddeutschland erzeugt.

 

 

Stromtrasse vor der Haustür?

Eine sichere und zuverlässige Stromversorgung ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Hinzugekommen ist der Wunsch nach nachhaltiger Stromerzeugung, die Klima und Umwelt nicht belastet. Diese Ziele werden mehrheitlich akzeptiert. Schwieriger sieht das aktuell noch mit der Akzeptanz von Stromtrassen aus. Seit einigen Jahren lieferten sich unterschiedliche Interessensgruppen erbitterte Auseinandersetzungen zur Routenführung der geplanten Stromtrassen, die benötigt werden, um den Strom vom Norden und der Mitte des Landes in die bevölkerungsreichen südlichen Bundesländer und ihre Industriezentren zu transportieren.

 

Kaum eine Gemeinde konnte sich für riesige Strommasten in direkter Nachbarschaft erwärmen. Vor allem der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sprach sich wiederholt vehement gegen „Monstertrassen“ aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

Erdkabel statt „Monstertrassen“

Um die Akzeptanz für die großen Stromtrassen generell zu erhöhen hat die Bundesregierung bereits 2015 beschlossen, vorrangig Erdkabel beim Bau der Übertragungsnetze einzusetzen, die Bedarfspläne weiterzuentwickeln und alle zwei Jahre einen neuen Netzentwicklungsplan vorzulegen. Zu diesem Umdenken haben auch verbesserte technologische Möglichkeiten beigetragen. Neuentwickelte Supraleiter sollen zukünftig auch große Stromengen unterirdisch transportieren können.

 

Im März diesen Jahres haben der süddeutsche Netzbetreiber TransnetBW, die niederländische Tennet Holding und die aus dem Vattenfall-Konzern hervorgegangene 50Hertz GmbH ihre Pläne für die zwei unterirdische Routenführungen vom Norden in den Süden Deutschlands vorgestellt und bei der Bundesnetzagentur zur eingehenden Prüfung eingereicht.

 

Erdkabel verschandeln die Landschaft nicht.

Damit liegen jetzt zwei Pläne für Stromautobahnen quer durch Deutschland vor. Die Stromleitung „Süd-Link“ führt von Brunsbüttel an der schleswig-holsteinischen Elbmündung rund 800 Kilometer weit über das bayerische Grafenrheinfeld ins baden-württembergische Großgartach. Die Unternehmen Tennet und TransnetBW haben dazu zwei mögliche Korridore für Erdkabel vorgeschlagen. Ein Vorschlag führt von Niedersachsen über Thüringen und Nordbayern nach Baden-Württemberg. Ein alternativer Erdkabelkorridor könnte westlicher verlaufen und Thüringen unberührt lassen. Die Kosten für dieses Projekt werden Schätzungen zu Folge bei bis zu zehn Milliarden Euro liegen.

 

Die Stromtrasse „Süd-Ost-Link“ ist zwischen dem sachsen-anhaltinischen Wolmirstedt nördlich von Magdeburg über Thüringen ins bayerische Isar bei Landshut geplant. Die verantwortlichen Netzbetreiber Tennet und 50Hertz haben zu ihrem geplanten Streckenverlauf ebenfalls eine Alternativroute eingereicht, die sich jedoch nur in kleinen Teilen vom eigentlichen Vorschlag unterscheidet. Da im Südosten Deutschlands noch keine direkten Leitungsverbindungen existieren, soll „Süd-Ost-Link“ verhindern, dass der saubere Strom durch die Nachbarländer Polen und Tschechien fließt. Die Nähe zum Braunkohleabbau und nicht zu den Windrädern irritiert allerdings. Die Kosten für die gut 500 Kilometer lange Trasse werden voraussichtlich fünf Milliarden Euro betragen.

 

Bei der Planung der Trassen wurden rund 9.000 Hinweise zum Verlauf von Kommunen, Verbänden und Einzelpersonen einbezogen, denn auch wenn die Stromautobahnen zum jetzigen Zeitpunkt U-Bahnen sind, gibt es auch weiterhin kritische Stimmen gegen den Bau und die Routenführung. Auch bei den jetzt eingereichten Plänen ist das letzte Wort längst nicht gesprochen. Die Bundesnetzagentur sicherte zu, bei der Infrastrukturplanung die Öffentlichkeit ausführlich zu informieren und zu beteiligen. Dazu werden in den jeweiligen Regionen Antragskonferenzen und Beteiligungsverfahren durchgeführt. Der genaue Verlauf der beiden geplanten Stromkorridore wird wahrscheinlich erst 2020 fest stehen. Strom wird dann voraussichtlich erst 2025 durch die Erdkabel fließen.

 

 

Verträgliche Wege für sauberen Strom

Eine vielfach geäußerte Kritik beim Bau der Nord-Süd-Stromtrassen äußerte sich in der Kritik an Freileitungen. Dabei wurde vielfach ins Feld geführt, dass das Landschaftsbild empfindlich gestört würde. Aber auch Naturschützer mahnten vor Gefahren für die Tierwelt, beispielsweise durch Kollisionen mit Zugvögeln. Zudem wurden auch gesundheitliche Risiken durch elektromagnetische Felder befürchtet.

 

Stromtrassen sollten nicht durch geschützte Gebiete führen.

Durch die geplante Erdverkabelung konnten viele dieser Bedenken vom Tisch geräumt werden. Allerdings ist auch die unterirdische Stromtrasse nicht gänzlich frei von Risiken. So fürchten Landwirte entlang der geplanten Trassen, eine Zerstörung des natürlichen Gefüges im Boden und entsprechend wirtschaftliche Ausfälle für mehrere Jahre. Neben diesen temporären Beeinträchtigungen während der Bauphase fürchten einige jedoch auch dauerhafte Eingriffe in die Struktur der Felder aufgrund der Erwärmung des Bodens durch die Gleichstromkabel.

 

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. – Nabu begrüßt unterirdische Stromtrassen und sieht enorme Vorteile gegenüber den klassischen Freileitungen. Allerdings bemängelt der Verband, dass bislang kaum verbindliche Regelungen für die Erdkabelverlegung existieren.

 

Diese sollten geschaffen werden, um die Energiewende zügig umzusetzen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Wichtige Punkte sieht der Nabu hier im Schutz von Moorgebieten sowie naturnahen Still- und Fließgewässern. Außerdem sollen Schneisen durch Waldgebiete im allgemeinen und durch Naturschutzgebiete, Nationalparks, Biosphärenreservaten und wichtige Feuchtgebieten im besonderen umgangen werden.

 

Große Infrastrukturprojekte sind aufwändig, kostenintensiv und bringen immer auch einige Schwierigkeiten mit sich. Um die Energiewende konsequent umzusetzen und saubere Energie dorthin zu bringen, wo sie benötigt wird, ist der umweltverträgliche Ausbau der Stromtrassen jedoch ein wichtiger Schritt, der nicht blockiert werden sollte.

 

 

Erneuerbare Energien – klimafreundliche Versorgung

Auch wenn zentrale Projekte jetzt den langfristigen Erfolg der Erneuerbaren Energien sichern werden, haben viele dezentrale Projekte das Thema ins Rollen gebracht, zum Beispiel engagierte Bürgerenergieprojekte und vielfältige Anbieter von Direktinvestments in Erneuerbare Energien.

 

Gemeinsam produzieren Sie seit Jahren saubere und nachhaltig erzeugte Energie. Eingespeist in das gemeinsame Stromnetz stellen Wind, Sonne, Wasser und Biomasse bald die komplette Versorgung des ganzen Landes. Und das zu günstigen Preisen.

 

Investitionen in Projekte aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien zahlen sich aus. Nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für die persönlichen Finanzen. Grünes Geld, erfahrener Anbieter nachhaltiger Geldanlagen, berät Sie zu vielen interessanten und lukrativen Investments aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien.

 

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Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

6 Punkte die Sie über das neue Investmentsteuergesetz wissen müssen

Donnerstag, 04. Mai 2017
Zusammenfassung: Mit dem Inkrafttreten des neuen Investmentsteuergesetzes gibt es zahlreiche Änderungen für Privatanleger. Im Folgenden stellen wir die Änderungen kurz und praxisnah dar. Selbstverständlich stellen diese Informationen keine Steuerberatung dar. Sie sind ein grober Einblick in die anstehende Reform der Besteuerung von Investmentvermögen und bilden die wichtigsten Aspekte ab.

 

Gleichbehandlung von deutschen und ausländischen Fonds

Bislang wird nur auf seiten des Anlegers über die Kapitalerstragssteuer ein Abzug vorgenommen. Künftig wird bereits auch auf Fondsebene ein Steuerabzug von 15 Prozent Körperschaftssteuer (KSt) auf Dividenden und deutsche Immobilienerträge erhoben. Alle anderen Erträge bleiben auf der Fondsebene steuerfrei. Ab 2018 werden deutsche und ausländische Investmenfonds gleich behandelt. Die zu versteuernden Einkünfte setzen sich auf der Anlegerebene künftig aus

  • Ausschüttungen (Zinsen und Dividenden)
  • Vorabpauschale (von der Bundesbank festgelegter risikoloser Zins)
  • Veräußerungsgewinn

zusammen.

 

 

Teilfreistellung für Privatanleger

 

Grund für die neue Besteuerung auf Fondsebene ist die EU-weite Harmonisierung des Quellensteuerabzugs. Die neue Körperschaftssteuer in Deutschland ist vergleichbar mit der 15-prozentigen Quellensteuer, die in den meisten europäischen Ländern bereits erhoben wird. Der deutsche Anleger soll für diese Vorbelastung mit Körperschaftssteuer bei den Einkünften eine Teilfreistellung erhalten und somit werden die Einkünfte zumindest teilweise wieder steuerfrei gestellt. Konkret bedeutet das: auf den teilfreigestellten Betrag fällt keine Steuer an. Genau an dieser Stelle wird das neue Investmentsteuerrecht kompliziert. Die Höhe der Teilfreistellung (siehe Tabelle) bemisst sich daran, wie hoch der Aktien- bzw. Immobilienanteil in einem Investmentfonds ist. Dieser Anteil muss für jeden Investmentfonds im Vertriebsprospekt dauerhaft festgeschrieben werden.

 

Teilfreistellung bei …  prozentuale Teilfreistellung
Aktienfonds (Aktienquote > 51 %) 30 %
Mischfonds (Aktienquote > 25 % < 51%) 15 %
Immobilienfonds (Immobilienquote > 51 %) 60 %
Immobilienfonds (Auslandsimmobilienquote > 51 %) 80%

 

Eindeutige Angaben sind zwingend

 

Die depotführende Stelle wird die Teilfreistellungen beim Steuerabzug nur dann berücksichtigen können, wenn in den Anlagebedingungen des Fonds genaue Mindestquoten für Aktien- und Immobilien vorhanden sind. Fehlen diese Angaben in den Anlagebedingungen, entfällt die automatische Teilfreistellung. Für Privatanleger besteht dann lediglich die Möglichkeit im Rahmen der persönlichen Einkommensteuer nachzuweisen, dass der jeweilige Investmentfonds die Mindestquoten für Aktien bzw. Immobilien das ganze Jahr über tatsächlich eingehalten hat. Dafür ist eine Bestätigung durch die jeweilige Verwahrstelle des Fonds notwendig.

 

Logische Konsequenz

 

Die logische Konsequenz aus den neuen Steuerregeln für Investmentfonds werden Prospektänderungen sein. In diesen werden unter anderem Mindestquoten für Aktien oder Immobilien festgeschrieben sein. Ob Gesellschaften, die einen Großteil der Fonds außerhalb Deutschlands verkaufen bzw. solche die den aktiven Vertrieb in Deutschland eingestellt haben, diese Prospektänderungen vornehmen, erscheint derzeit mehr als fraglich. Sehr wahrscheinlich kann man künftig das Feld in zwei verschiedene Strategien aufteilen. Zum einen wird es „steueroptimierte“ Fonds geben, also Fonds mit klar festgelegten Mindestquoten für Aktien und Immobilen. Zum anderen werden „handlungsoptimierte“ Fonds, also Misch– bzw. Multi-Anlageklassen-Fonds mit maximaler Flexibilität ohne festgeschriebene Mindestquoten und damit ohne Teilfreistellung, bleiben.

 

 

 

 

Fallbeispiele:

 

Fonds die den Fokus auf der Erzielung von Dividenenerträge legen, dafür weniger Veräußerungsgewinn (Kursgewinne) und/oder Zinserträge haben (Dividendenstrategie) werden zukünftig steuerlich stärker belastet. Denn Dividenden werden auf Fondsebene bereits mit 15 Prozent Steuer belastet. Dies gilt gleichermaßen für ausländische Dividenden bezüglich der ausländischen Quellensteuer.

 

Aktienfonds, mit Fokus auf Veräußerungsgewinnen und weniger Dividendeneinnahmen (z.B. Growth-Fonds), werden künftig, durch den niedrigeren körperschaftssteuerpflichtigen Ertrag und die Teilfreistellung von 30 Prozent, steuerlich besser gestellt. Ein Fonds, der laut seinen Anlagebedingungen mindestens 51 Prozent Aktienanteil hält und den Rest des Portfolios beispielsweise in Anleihen hält, ist künftig steuerlich besser gestellt als ein Fonds, ohne feste Anlagerichtlinien. Eine besondere Problematik stellt sich bei „Income-Fonds„: sollte die Mindestausschüttung durch den Fonds nicht erwirtschaftet werden und aus der Substanz gezahlt werden, so wird auch diese Auszahlung künftig besteuert.

 

Dachfonds eher benachteiligt

 

Nach derzeitiger Auslegung des Gesetzes sind Dachfonds, die überwiegend in Aktienfonds investieren, benachteiligt. Der Nachweis der geforderten Aktienmindestquoten dürfte über alle Zielfonds (Einzelfonds) unmöglich sein. Somit würde beim Dachfonds nur eine Teilfreistellung von 15 Prozent auf Anlegerebene berücksichtigt werden können. Dachfondsanbieter leisten erheblichen Widerstand, insofern bleibt abzuwarten, ob es hier zu einer Änderung der Regelung kommt.

 

Kein Bestandsschutz mehr für Altfonds

 

Während 2008 den Fondsanlegern noch vom damaligen Finanzminister Steinbrück (SPD) zugesichert wurde, dass bis 31.12.2008 erworbene Investmentfonds dauerhaft von der Besteuerung der Kursgewinne durch die Abgeltungssteuer befreit wären, zeichnet sich jetzt ein völlig anderes Bild. Der Bestandsschutz für Fondsanteile fällt im Rahmen des neuen Besteuerungsprinzips weg. Die Fondsanteile gelten mit Stichtag 31.12.2017 als verkauft und zum 01.01.2018 als neu angeschafft. Steuerfrei bleiben nur die bis zum 31.12.2017 erzielten Kursgewinne, der als fiktiver Veräußerungsgewinn gilt. Somit heisst es Bestandschutz adé, denn ab dem 01. Januar 2018 unterliegen auch die Alt-Anteile grundsätzlich der Steuer sobald diese verkauft werden. Mildernd wirkt jedoch die Verrechnung mit einem Freibetrag von 100.000 Euro pro Anleger (einmalig lebenslang nicht pro Jahr oder pro Fonds), die Steuerbelastung entsteht erst, wenn dieser Betrag überschritten wird. Angesichts aufzubauender Vorsorge für die Altersvorsorge erscheint dieser Freibetrag nicht allzu üppig.

 

Für die Wahl der richtigen Geldanlage spielen steuerliche Aspekte eine große Rolle. Dies gilt auch für die ethisch-ökologische Geldanlage. Grünes Geld, ein erfahrerer Anbieter von ethisch und ökologisch korrekten Geldanlagen, berät sie umfassend und kompetent. Finden Sie die Geldanlage die zu Ihnen passt. Eine erste Hilfestellung bei der Suche ist der Grünes Geld Test.

 

 

 

 

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

Nachhaltige Branchen 4 – Süßwarenindustrie

Dienstag, 02. Mai 2017
Zusammenfassung: Das Thema Nachhaltigkeit ist bei den Süßwarenproduzenten angekommen. Berichte über Kinderarbeit auf Kakaoplantagen und die massenhafte Verwendung von Palmöl haben viele Verbraucher sensibilisiert. Der Verband der Süßwarenindustrie (BDSI) setzt durchaus ambitionierte Ziele. Einige Unternehmen sind bereits aktiv und gehen Nachhaltigkeitskonzepte engagiert an.

 

 

Süßes macht glücklich – im besten Fall Produzenten und Konsumenten.

Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Süßwarenindustrie angekommen. Einer der wichtigen Aspekte ist dabei die nachhaltige Gewinnung der Rohstoffe, allen voran Zucker und Kakao. Bio- und Fairtrade-Produkte boomen und bringen neue Impulse in die Branche. Einige Unternehmen betreiben bereits ein gutes Nachhaltigkeitsmanagement. Treiber der Nachhaltigkeitsstrategien sind aber auch viele Konsumenten, die durch Berichte über Kinderarbeit auf Kakaoplantagen und den klima- und umweltschädlichen Anbau von Palmöl neue Qualitätsansprüche an die Produkte stellen.

 

 

Vom Luxusartikel zum Massenprodukt

Süßigkeiten waren lange Zeit Luxusartikel, die nur selten verzehrt wurden. Die Lust auf Süßes wurde am ehesten durch süßes Obst gestillt. Honig war als frühes Süßungsmittel bekannt, begehrt und teuer. Ebenso wertvoll waren Kakao und Rohrzucker, die durch den Kolonialhandel nach Europa kamen.

 

Zuckerpreis sinkt im 19. Jahrhundert.

Süßigkeiten waren entsprechend Luxusartikel, die nur vom Adel und reichen Kaufmannsleuten konsumiert wurden. Zuckerrüben waren zwar schon lange bekannt, galten aber gemeinhin als Tierfutter. Erst im 18. Jahrhundert entdeckte ein Berliner Apotheker die heimische Zuckerquelle. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand die weltweit erste Rübenzuckerfabrik in Schlesien. Durch Neuzüchtungen konnte der Zuckergehalt der Rüben erhöht werden. Zucker wurde billiger und konnte als Massenkonservierungsmittel eingesetzt werden. In der Folge florierten Konfitüren und Marmeladen. Ab 1850 begann der Zuckerpreis durch die industrielle Herstellung zu fallen und Zucker zog als alltägliches Nahrungsmittel in die Haushalte ein. Diese Entwicklung hält bis heute an. Zucker zählt heute zu den preisgünstigen Lebensmitteln, der hohe Verbrauch wird hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen mittlerweile eher kritisch gesehen.

 

Dennoch haben Süßigkeiten einen festen Platz in unserer Esskultur gefunden, denn auch Zucker-Puristen akzeptieren Süßwaren – mindestens zu speziellen Anlässen – und kritisieren eher den versteckten Zucker.

 

Im Durchschnitt werden in Deutschland täglich rund 50 Gramm Süßigkeiten gegessen. Das entspricht ungefähr einer halben Tafel Schokolade oder einer Viertel Tüte Fruchtgummi. Männer sind statistisch gesehen etwas naschhafter als Frauen. Obwohl Süßwaren extrem günstig in Supermärkten angeboten werden, ist der mengenmäßige Konsum relativ stabil. Der Anteil der Süßwaren, inklusive Eis und Kuchen liegt bei weniger als 5 Prozent gemessen an allen verzehrten Lebensmitteln.

 

 

Stabile Süßwarenindustrie

Süßigkeiten für täglich rund 30 Cent.

Jeder Deutsche gibt im Durchschnitt etwa 109 Euro jährlich für Süßigkeiten, Knabberartikel und Speiseeis aus. Insgesamt setzten die Süßwarenhersteller 2010 und 13,5 Milliarden Euro um. Die deutsche Süßwarenindustrie ist damit die viertgrößte Branche innerhalb der Nahrungsmittelhersteller.

 

Während Umsätze und durchschnittlicher Verbrauch seit einigen Jahren relativ konstant bleiben, verändert sich das Süßwarenangebot durchaus. Die Branche spiegelt generell die gesellschaftlichen Konsumgewohnheiten wider. Zum einen die Nachfrage nach sehr billigen Produkten, zum anderen ein steigendes Interesse an hochpreisigen Süßwaren wie dunklen Schokoladen und Produkten aus Manufakturen.

 

 

… kleine Manufakturen

Gerade bei den Konsumenten im Luxussegment, werden Süßigkeiten als Kulturgut wahrgenommen. Entsprechend verzeichnen auch Nischenanbieter, wie Bonbon-Manufakturen und handwerkliche Confiserie eine stabile Nachfrage. Wie sehr Süßigkeiten zu unserem Leben gehören, belegen auch kulturelle Einrichtungen, wie das Berliner Zuckermuseum oder das Kölner Schokoladenmuseum.

 

 

… und Branchenriesen

Mehrere deutsche Hersteller unter den TopTen der internationalen Süßwarenproduzenten.

Mit einem geschätzten Jahresumsatz von 10,3 Milliarden Euro gilt das italienische Unternehmen Ferrero als Nummer eins im Markt der reinen Süßwarenproduzent, gefolgt von der Süßwarensparte des US-amerikanische Herstellers Mars Incorporated. Platz drei im internationalen Ranking nimmt bereits ein deutsches Unternehmen ein, die westfälische August Storck KG, die durch die Produktion von Handelsmarken für Discounter einen hohen Marktanteil erreicht.

 

Ebenso in der Top Ten vertreten sind die Süßwaren-Bereiche der internationalen Lebensmittelkonzerne Kraft Foods/Mondelez (USA) und Nestlé (Schweiz). Von den reinen Süßwaren-Anbietern können sich außerdem der Bonner Gummibärchen-Produzent Haribo und die Aachener Lambertz-Gruppe im Markt behaupten. Darüber hinaus spielt auch der reine Schokoladenanbieter Lindt & Sprüngli aus der Schweiz im internationalen Markt eine Führungsrolle.

 

 

Nachhaltigkeit auf der Agenda der Süßwarenindustrie

Der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) hat sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Der Verband vertritt die wirtschaftlichen Interessen seiner Mitgliedsunternehmen. Diese bestehen sowohl aus mittelständischen Süßwarenproduzenten als auch aus Vertretern der deutschen Niederlassungen internationaler Anbieter.

 

Im Mittelpunkt der Nachhaltigkeitsbestrebungen stehen dabei die Lebensmittelrohstoffe und die nachhaltige Produktion. Dabei gilt es, soziale, ökologische und wirtschaftliche Gesichtspunkte miteinander zu harmonisieren.

 

Ein relevanter Faktor ist es dabei, Umwelt- und Sozialstandards für die Zulieferer festzulegen und vor allem Kinderarbeit strikt auszuschließen. Außerdem liegt ein Schwerpunkt der gemeinsamen Verbandsarbeit in der Nutzung von nachhaltig produziertem Kakao.

 

 

Kinderarbeit ausschließen

Fair gehandelte Rohstoffe – Teil einer Nachhaltigkeitsstrategie.

Kinderarbeit ist das Top-Thema in Sachen Nachhaltigkeit für die Süßwarenindustrie, denn zwei wichtige Rohstoffe sind besonders in die öffentliche Kritik geraten: Kakao und Haselnüsse.

 

Kakao wird in erster Linie in Entwicklungsländern angebaut. Hier wirken die Folgen jahrhundertelanger kolonialer Ausbeutung noch bis heute nach. Rund 14 Millionen Menschen arbeiten in Westafrika und Südamerika in der Kakaoproduktion. Kinderarbeit ist dabei vor allem in den afrikanischen Staaten noch eine gängige Praxis, denn viele Familien sind auf die zusätzliche Einnahmequelle angewiesen. Darüber hinaus gehen Experten davon aus, dass mehr als 200.000 Kinder als Sklaven auf den Kakaoplantagen arbeiten müssen. Die Kinder wurden meist aus den Nachbarstaaten entführt und verschleppt.

 

Rund 70 Prozent des Kakaos kommt aus den westafrikanischen Staaten Elfenbeinküste und Ghana. Deutschland ist eines der wichtigsten Importeure von Kakao, gut zehn Prozent der weltweiten Kakaoernte wird hier verarbeitet. Aufgrund dieser exponierten wirtschaftlichen Stellung ist eine konsequente Kontrolle der Zulieferer und eine Überwachung der Standards eine wichtiger Teil einer ernst gemeinten Nachhaltigkeitsstrategie.

 

Während die Kakao-Problematik durch vielfältige Berichte und Dokumentationen zunehmend ins Zentrum des öffentlichen Interesses rückt, steht noch ein weiterer Rohstoff in der Kritik: Haselnüsse. Hier ist die Türkei ein Hauptproduzent.

 

Gemeinsam mit der europäischen Interessensvertretung der Süßwarenproduzenten Caobisco versucht der BDSI gegen die Kinderarbeit in der türkischen Landwirtschaft, besonders in den Haselnussgärten, vorzugehen. Da sich die Durchsetzung eines Verbotes der Kinderarbeit in der Praxis als schwierig erwiesen hat, haben die Verbände konkrete Programme entwickelt und vor Ort umgesetzt. So werden direkt in den Camps der Wanderarbeiter soziale Projekte umgesetzt, um Kindern einen Ausweg aus der missbräuchlichen Arbeitssituation zu bieten.

 

Arbeitssicherheit und fairer Lohn für alle

Ein wichtiger Punkt in der Nachhaltigkeitsstrategie der Süßwarenhersteller ist klar die Ausschließung von Kinderarbeit. Aber auch die erwachsenen Mitarbeiter vor Ort haben ein Recht auf eine faire Entlohnung und wirkungsvolle Maßnahmen zur Arbeitssicherheit. In diesem Bereich haben viele Unternehmen noch keine Lösungen, wie die gesamte Lieferkette transparent nachvollzogen und die Überwachung von Standards bei Lieferanten verlässlich abgebildet werden kann. Einige Hersteller initiieren jedoch bereits Projekte in den Herstellungsländern und versuchen die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter und ihrer Familien langfristig zu verbessern.

 

Vielfach setzt sich das Fairtrade-Siegel, als Qualitätsstandard durch und gewinnt das Vertrauen der Verbraucher.

 

 

Nachhaltiger Anbau der Rohstoffe

Nachhaltiger Anbau der Rohstoffe ist ein Feld, in dem sich der Verband der Süßwarenindustrie zunehmend engagiert. Dabei steht in erster Linie die Kakaoerzeugung im Mittelpunkt des Handelns. Der Verband hat in einer Nachhaltigkeitserklärung 2012 seinen Mitgliedern empfohlen, den Anteil von nachhaltig erzeugtem Kakao in den Produkten signifikant zu erhöhen und Lieferketten nachvollziehbar zu machen.

 

Außerdem fordert der BDSI den Einsatz von nachhaltig zertifiziertem Palmöl. Ein wichtiges Anliegen, denn gerade der massenhafte Einsatz des Palmöls verursacht durch Brandrodungen der Regenwälder und dem massenhaften Anbau der Ölpalmen in Monokulturen enorme Schäden an Klima und Umwelt.

 

 

Nachhaltigkeit als Shareholder Value

Mittelständische Unternehmen im privatem Besitz, haben es vergleichsweise einfach, Nachhaltigkeitskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Schwieriger ist es bei Unternehmen, die dem Shareholder Value verpflichtet sind. Sie müssen besonders unter Beweis stellen, dass eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie nicht auf Kosten der Anleger geht.

 

Das Fachmagazin ECOreporter hat mehrere Süßwarenproduzenten unter die Lupe genommen und bescheinigt dabei dem Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli gute Ergebnisse in Sachen Nachhaltigkeit. Dabei konnten sich die Anleger im letzten Jahr zum 13. Mal in Folge über eine steigende Dividende freuen. Das Traditionsunternehmen verfolgt ambitionierte Ethik- und Nachhaltigkeitsziele, die alle Rohstofflieferanten vom Kakaobauern über den Milchlieferanten bis zum Vanillepflückern umfassen. Allerdings unterzieht sich Lindt & Sprüngli keiner externen Zertifizierung.

 

Auch US-Produzent Hershey Company fährt gut mit seinem Nachhaltigkeitskonzept. Die Aktie des Unternehmens ist im Aktienindex Standard & Poor’s 500 gelistet und entwickelt sich positiv. Das Unternehmen wird größtenteils durch eine karitative Stiftung kontrolliert. Hershey’s hat bereits 2005 mit einigen anderen großen Schokoladenproduzenten das Kakaoprotokoll, das sogenannte Harkin-Engel-Protokoll, unterzeichnet, das von den gleichnamigen amerikanischen Senatoren sowie acht Schokoladenherstellern und Menschenrechtsorganisationen ausgearbeitet wurde. Inhalt ist eine Selbstverpflichtung der Unterzeichner gegen ausbeuterische Kinderarbeit sowie eine interne Zertifizierung. Hershey’s hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 nur noch mit zertifiziertem und nachhaltig angebauten Kakao zu produzieren und seine Treibhausgasemissionen bis 2025 zu halbieren. Darüber hinaus will das Unternehmen nur Palmöl aus nachhaltigem Anbau nutzen und die Herkunft bis 2020 vollständig transparent machen. Rund ein Drittel des von Hershey’s verwendeten Kakaos verfügt aktuell bereits über eine Zertifizierung von Fair Trade, Rainforest Alliance und UTZ Certified.

 

 

Süße Investments ohne bitteren Nachgeschmack

Investieren ohne bitteren Nachgeschmack!

Auch wenn viele Nachhaltigkeitsbestrebungen in der Süßwarenindustrie noch nicht konsequent umgesetzt werden, befindet sich die Branche auf einem guten Weg. Befördert wird die Entwicklung durch ein generell gestiegenes Interesse an Bio- und Fairtrade-Produkten und der Popularität einzelner Produkte, wie der Guten Schokolade, die als erfolgreichster Produktlaunch im Fairtrade-Segment gilt.

 

Im Nachhaltigkeitsbereich gibt es mit Forest Finance einen Anbietern, der Anlegern direkt die Investion in Kakao anbietet. Mit dem KakaoWald sollen faire Erntebedingungen und gerechte Löhne sichergestellt werden.

 

Während Qualitätssiegel und Zertifizierungen beim Einkauf von Süßigkeiten helfen können, ist es nicht immer einfach, die richtige Entscheidung zu treffen, wenn es um Vermögensaufbau und Geldanlagen geht. Wer hier nachhaltig anlegen will, ist mit einem erfahrenen Experten an seiner Seite gut beraten. Grünes Geld, Spezialist für ethische und ökologische Geldanlagen hat mehr als 300 interessante Investments im Angebot. Ohne Kinderarbeit, Waffenhandel, Klimaschädigung und anderen zerstörerischen Bereichen. Machen Sie den Grünes Geld Test und finden sie Ihre persönliche und nachhaltige Anlagestrategie – ganz ohne bitteren Nachgeschmack.

 

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Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

„Es grünt so grün“ – Urban Gardening entwickelt sich zum Trend

Mittwoch, 19. April 2017
Zusammenfassung: Großstadtleben, Selbstversorgung und Kommunikation. Unter diesen drei Schlagworten lässt sich der Trend zum Urban Gardening zusammenfassen. Immer mehr Stadtbewohnter engagieren sich in vielfältigen Projekten, produzieren nachhaltig Lebensmittel und verbessern Klima und Lebensqualität.

 

 

Selbst angebaut und geerntet schmeckt es nochmal so gut.

Es ist noch nicht so lange her, da hing Kleingärtnern noch der Ruf eines verschrobenen Spießers an, der – als Ausgleich für das Alltagsleben in der Stadt – am Wochenende in seiner Parzelle kleine Mengen an Obst, Gemüse und Blumen züchtet und im Vereinsheim ein Feierabend-Bier trinkt.

 

Ob diese Idylle in Reinkultur jemals so existiert hat, sei dahin gestellt. Fakt ist, dass immer mehr „Stadtmenschen“ Gartenarbeit für sich neu entdeckt haben. Dabei sind in den vergangenen Jahren viele interessante Projekte entstanden, die unter dem Begriff Urban Gardening, also Gärtnern in der Stadt, zusammengefasst werden.

 

 

Ursprünge des Urban Gardening

Eigentlich ist Urban Gardening keine neue Entwicklung. Mit der Entstehung der Städte war es von je her von Bedeutung, die Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen. Da die Transportwege vom Land in die Stadt teilweise beschwerlich und lang waren, wurde auch in den Stadtvierteln Landwirtschaft und Viehzucht – wenn auch in einem bescheideneren Ausmaß – betrieben. Mit diesen Stadtgärten konnten Versorgungsmängel in Kriegs- und Krisenzeiten überbrückt werden.

 

Damit dient Urban Gardening nicht nur Projekten à la „Unser Stadt soll schöner werden“ sondern kann auch heutzutage noch ein relevanter Faktor in der Versorgung der städtischen Bevölkerung darstellen. Nach den verheerenden Folgen des Hurrikans Katrina im Süden der USA zeigte sich, dass es in den betroffenen Regionen bereits nach drei Tagen zu Versorgungsengpässen kam.

 

 

Licht und Luft für die Stadtbevölkerung

Stadtnahes Gärtnern – klassische Schrebergärten.

Der Leipziger Arzt Moritz Schreber erforschte im 19. Jahrhundert die negativen Auswirkungen des Stadtlebens zu Beginn der Industrialisierung. Um Kindern ein gesünderes Umfeld zu bieten, empfahl er „Armen- und Specialgärten“ als Ausgleich für das naturferne Leben in den städtischen Mietskasernen. Die daraufhin entstehenden Schrebergartenkolonien gehen zwar nicht direkt auf die Initiative Schrebers zurück, folgen aber seiner Empfehlungen, Licht, Luft, Sonne und Bewegung als wichtigen Teil der Gesundheitsvorsorge für Stadtkinder zu ermöglichen. Noch heute ist die Schrebergartenkultur rund um die industriellen Ballungszentren weit verbreitet. Im Ruhrgebiet ist die Kleingarten-Kultur noch immer fest im Selbstverständnis der Region verankert.

 

Neue Impulse erhielt das städtische und stadtnahe Gärtnern in den 1970er Jahren. So fanden sich Menschen in den New Yorker Community Gardens zusammen und bewirtschafteten gemeinsam städtisches Brachland. Neben der Selbstversorgung mit gesunden Lebensmitteln steht dabei auch die Kommunikation im Mittelpunkt der Projekte in Manhatten, Brooklyn und vielen anderen Teilen des „Big Apple“. Bekanntheit erlangten die Urban Gardening Projekte auch 1990 durch den US-Film „Green Card“ von Peter Weir. Hauptdarstellerin Andy MacDowell engagierte sich darin beruflich und privat für die Begrünung der Innenstadt.

 

 

Boom regionaler Produkte

Immer mehr Urban Gardening-Projekte engagieren sich für mehr Grün in den Städten, nachhaltige Bewirtschaftung der zur Verfügung sehenden landwirtschaftlichen Flächen und die umweltschonende Produktion von regionalen Lebensmitteln.

 

Damit schaffen Urban Gardening-Projekte nicht nur einen angenehmen Ausgleich für Städter zum Arbeitsleben fernab der klassischen Landwirtschaft, sondern fördern auch relevante politische und gesellschaftliche Entwicklungen.

 

Offene Gartenprojekte stärken Verantwortung und Gemeinsinn.

Wer seine Lebensmittel – mindestens teilweise – selbst herstellt, konsumiert quasi automatisch bewusster. Denn wer selbst gepflanzt, gejätet, geerntet und zubereitet hat, weiß die geleistete Arbeit zu schätzen und sieht viele Nahrungsmittel mit anderen Augen. Das selbst angebaute Obst und Gemüse ist damit mehr als nur ein Nahrungsmittel. Die Produkte stehen für selbstbestimmten und verantwortlichen Konsum. Auch wenn der Erntesegen nicht generell üppig ausfällt, liefert Urban Gardening den ökonomischen Gegenentwurf zur Macht der multinationalen Lebensmittelkonzerne. Die Wertschätzung und das steigende Interesse an Produkten aus heimischem Anbau entsprechen damit den Prinzipien der Slow Food-Bewegung, die sich für gute, saubere und faire Nahrungsmittel stark macht.

 

Diese Identifikation mit den regionalen und saisonalen Lebensmitteln stärkt auch die Identität der Gemeinschaft. Und auch wenn diese Formen der Subsistenzwirtschaft in unseren Großstädten teilweise noch eher symbolischer Natur sind, gelten sie als Wegweiser für eine nachhaltigere Entwicklung. Schließlich werden ähnliche Projekte in ärmeren Ländern als Hilfe zur Selbsthilfe auch von internationalen Organisationen unterstützt, denn hier ist die Subsistenzwirtschaft überlebenswichtig. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür sind auch die Aktivitäten von Vandana Shiva. Die Trägerin des alternativen Nobelpreises propagiert die Nutzung traditioneller Anbaumethoden und des eigenen Saatgutes, um die Bevölkerung ausreichend zu versorgen und von Saatgut, Düngemitteln und Pestiziden internationaler Anbieter unabhängig zu machen.

 

 

Umwelt- und klimafreundliche Stadtentwicklung

Selbstversorgung ist ein wichtiger Leitgedanke in der Philosophie des Urban Gardening. Aber auch die Verantwortung für Umwelt und Klima sind wichtige Treiber der Entwicklung. Dabei profitiert nicht nur das urbane Klima von den wachsenden grünen Oasen der Städte. Da die regionale Versorgung mit Lebensmitteln Transportwege auf ein Minimum reduzieren, wird auch der CO2-Ausstoß vermindert. Weitere Einsparungspotenziale ergeben sich durch effizient genutzte Anbauflächen.

 

Vielfach leisten Urban Gardening-Projekte auch einen relevanten Beitrag zum lokalen Recycling, den organische Abfälle werden kompostiert und im Anbau wieder integriert. Da urbaner Gartenbau im Allgemeinen den Prinzipien des ökologischen Gärtnerns folgt, entfällt auch eine Belastung des Trinkwassers durch Pestizide.

 

Schließlich leistet Urban Gardening auch einen Beitrag zur Biodiversität. Durch blühende Felder werden Bienen und weitere Nützlinge in die Städte gelockt und finden neue Lebensräume.

 

 

Neue Großstadtkultur – gemeinsam statt einsam

Gemeinschaftliche Leben auf dem Lande – Vereinsamung in den Großstädten. So einfach lässt sich das soziale Leben längst nicht mehr zusammenfassen. Gerade die sozialen Bewegungen innerhalb der Metropolen verändern dieses Bild. Durch Urban Gardening-Projekte entstehen innerhalb der Zentren neue Begegnungsstätten mit hoher Aufenthaltsqualität. Gemeinsames Arbeiten an einem Projekt verbindet und wirkt sich so auch positiv auf das gesellschaftliche Klima aus. Dabei erweist sich die Gardening-Bewegung als hochintegrativ und überwindet Alters- und Nationalitätsgrenzen. Beispielhaft dafür stehen die interkulturellen Bio-Gärten in den Berliner Bezirken Kreuzberg und Neukölln.

 

 

Stadtluft wird grün

Dachgärten – ein Platz an der Sonne.

Auch ansonsten zeigt sich die Hauptstadt als einer der Vorreiter im urbanen Grün. Hier ist in den vergangen Jahren eine sehr rege Urban Gardening-Szene entstanden. Dabei werden Neugärtner von erfahrenen Hobbygärtnern unterstützt. Das Angebot erstreckt sich vom Bauerngarten zum selber Ernten über das Pflanzen neuer Obstbäume bis zur gemeinsamen Nutzung und Ernte von Wildblumen und Kräutern.

 

Auch Nordrhein-Westfalen hat zahlreiche kommunale Grabeland-Projekte initiiert. Im Gegensatz zur festen Gartenangeboten in der Stadt, wird das Grabeland nur für eine bestimmte Zeit bewirtschaftet, das die Gebiete mittelfristig anderweitig genutzt werden sollen. Meist werden daher nur einjährige Pflanzen angebaut, Gartenlauben und Baumbestände sucht man hier vergebens. Der Vorteil allerdings liegt in der sehr geringen Pacht der Grabeland-Parzellen. Außerdem wird aktuell ungenutztes Brachland sinnvoll nutzbar gemacht.

 

Auch ambitionierte Unternehmen haben den Urban Gardening-Trend für sich entdeckt und bieten – auch außerhalb der Trend-setzenden Metropolen stadtnahes Ackerland an. Das Bonner Start-up „meine ernte“ beispielsweise, vermietet an derzeit 26 Standorten Gemüsegärten in unterschiedlichen Größen. Gartengeräte werden gestellt, außerdem steht den Freizeitgärtnern eine landwirtschaftliche Fachkraft zur Seite. Der Arbeitseinsatz der Mieter beträgt so lediglich 2 bis 3 Stunden pro Woche. Mit einem sogenannten „Gemüsepatronat“ können soziale Einrichtungen mit einem gesponserten Garten unterstützt werden.

 

 

Neue Landlust

Im Zuge von Urban Gardening hat sich auch ein stärkeres Interesses an Subsistenzwirtschaft im größeren Stil entwickelt. So haben sich in den letzten Jahren Projekte entwickelt, die abseits der eingeschränkten räumlichen Möglichkeiten der Städte als Gemeinschaftsprojekte aktiv sind. Ein Beispiel dafür ist das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft (SoLawi). Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Landwirten und Gärtnereien. Zusammen mit privaten Haushalten bilden sie eine Wirtschaftsgemeinschaft. Während die landwirtschaftlichen Betriebe zuverlässig ihre Ernte sowie selbst hergestellte Produkte liefern, verpflichten sich die beteiligten Haushalte zur Abnahme der Erzeugnisse und leisten im Voraus einen festgesetzten Beitrag. Die bäuerlichen Betriebe profitieren von der festen Kundenstruktur und können bedarfsorientiert produzieren. Die Haushalte erhalten frische und gesunde Lebensmittel von einem regionalen Anbieter ihres Vertrauens.

 

 

Trautes Heim

Wer sich nicht langfristig an ein Projekt binden will oder abseits von kommunalen und gewerblichen Angeboten lebt, hat derzeit viele Möglichkeiten, auf individuelle Art und Weise am urbanen Gärtnern teilzuhaben: Die Begrünung von Terrassen, Balkonen und Dächer in den Innenstädten ist absolut im Kommen. Dabei zeichnet sich – gerade bei einem begrenztem Raumangebot – der Trend zum vertikalen Gärtnern ab. Die Idee ist nicht ganz neu, denn die ehemals beliebten Spalierobstbäume basierten auf dem Prinzip bei geringer Breite verstärkt die Höhe zum Wachsen zu nutzen. Mittlerweile haben die städtischen Freizeitgärtner jedoch vielfältige Vertikalbeete entwickelt, auch platzsparend ein relativ ertragreiches Gärtnern ermöglichen. Neben der umgebauten Euro-Palette bis hin zu hängenden Pflanzgefäßen und –säulen, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Diese urbanen Gartenprojekte reichen zwar selten zur Selbstversorgung, stellen jedoch sicher eine Bereicherung des Speisezettels dar.

 

 

Fassadenbegrünung – die Mutter des vertikalen Gartens

Fassadengrün belebt das Gesicht der Städte.

Das urbane Gärtnern hat die klassische Gartenkunst der Städte zu ihrem ursprünglichen Zweck zurückgeführt. Anstelle von gepflegten Stadtparks und Anlagen zur Entspannung, treten vermehrt Nutzgärten zur ökologischen und gemeinsamen Versorgung. Es bleibt jedoch unbestritten, dass auch das schmückende städtische Grün nicht vollkommen zweckfrei ist, denn auch städtischen Baumbestände und Bepflanzungen leisten einen Beitrag zu einem besseren Klima.  

 

Daher ist auch eine umfangreiche Fassadenbegrünung eine interessante Möglichkeit, mehr Grünpflanzen in die Zentren zu bringen, Häuserfronten optisch aufzuwerten und die Stadtluft erheblich zu verbessern. Gleichzeitig nutzt die Fassadenbegrünung auch als natürliche Dämmung gegen Wärme, Kälte und Lärm. Darüber hinaus stellt sie einen – in den Städten seltenen – Lebensraum für Vögel und Insekten dar.

 

Eindrucksvoll umgesetzt ist die moderne Fassadenbegrünung am neuen Völkerkundemuseum in Paris. Das 2006 eröffnete Museum liegt in einem großen Stadtgarten in der Nähe des Eiffelturms. Eine Fassade des Museums besteht aus einer riesigen begrünten Mauer. Auf rund 800 Quadratmetern versammeln sich rund 15.000 Pflanzen aus 150 Arten aus der ganzen Welt zu einem gigantischen Bild.

 

 

Grün ist das neue Gold

Einst waren goldene Dächer und prächtige Stadthäuser kennzeichnend für Wohlstand und wirtschaftlichen Erfolg einer Metropole. In Zeiten der Klimakrise und sozialer Ungerechtigkeiten zeichnen grüne Städte ein hoffnungsvolleres und menschengrechtes Bild.

 

Und nicht nur Städte lassen sich begrünen, auch Ihre Geldanlagen können zu einer ökologischen und sozialen Entwicklung beitragen. Mit Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, finden Sie die passende Strategie.

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf Xing, Facebook oder Twitter.

Nachhaltige Branchen 3 – Automobilindustrie

Donnerstag, 13. April 2017
Zusammenfassung: Die Automobilbranche ist mehr denn je gefordert, einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Nach den Abgas-Skandalen ist die Skepsis gegenüber den Herstellern gestiegen. Gleichzeitig fordern Kunden das nahezu Unmögliche: Große und sichere Fahrzeuge mit niedrigem Verbrauch. Einige Automobilhersteller stellen sich bereits erfolgreich den neuen Herausforderungen. Das Thema Nachhaltigkeit wird jedoch auch in den kommenden Jahren für die Automobilkonzerne wichtig bleiben. Gelöst werden müssen die Fragen nach reduzierten Schadstoffemissionen, niedrigem Energieverbrauch und er Zukunft der E-Mobilität generell.

 

Ökologisch nachhaltig, jedoch sehr langsam.

Mobilität bedeutet Beweglichkeit – und genau das macht den Reiz von Automobilen seit mehr als einhundert Jahren aus: Menschen können mit Hilfe von motorisierten Fahrzeugen den Radius ihrer Aktivitäten komfortabel vergrößern.

 

1886 entwickelt Carl Benz das erste Automobil mit Verbrennungsmotor und meldete es zum Patent an. Seit dieser bahnbrechenden Erfindung standen die Räder kaum noch still. Im 20. Jahrhundert lösten motorisierte Fahrzeuge zunehmend die bis dato üblichen Wagen mit Zugtieren ab. Technische Neuerungen trieben die Verbreitung des Automobils weiter voran. Wurden in den USA um 1900 noch rund 40 Prozent der Autos mit Dampf betrieben, 38 Prozent elektrisch und lediglich 22 Prozent mit Benzinmotor, fuhren ab der Mitte des vergangenen Jahrhunderts nahezu alle Autos mit einem Verbrennungsmotor. Erst mit Beginn des neuen Jahrtausends spielt der Elektromotor wieder eine Rolle.

 

Der Siegeszug des Automobils zum Massenfortbewegungsmittel war anfänglich von einer großen Fortschrittseuphorie begleitet. Spätestens in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde jedoch deutlich, dass der stetig zunehmende mobilisierte Individualverkehr Umwelt und Klima große Schäden zufügt.

 

Die Entwicklung lässt sich aktuell kaum zurück nehmen, jedoch korrigieren. Gemäß der Nachhaltigkeitsziele, die von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden, sind alle Staaten der Erde aufgefordert, die Emission des klimaschädlichen CO2 drastisch zurückzufahren. Damit steht die Automobilbranche besonders in der Verantwortung, ihren Anteil an einer klimafreundlichen und nachhaltigen Entwicklung zu leisten.

 

Im dritten Teil unserer Serie „Nachhaltige Branchen“ beleuchten wir daher heute, wie die Automobilindustrie den neuen ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen begegnet.

 

 

Automobilbranche zwischen Dauerkrise und Innovationskraft

Mit Innovationskraft aus der Dauerkrise.

2015 war kein gutes Jahr für die Volkswagen AG. Um die Abgasnormen in den USA zu umgehen, hatte VW eine Software in rund elf Millionen Fahrzeugen installiert, die beschönigende Werte lieferte. Aufgedeckt wurde die Abgasaffäre durch die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency). Betroffen waren dabei nicht nur Fahrzeuge, die für den US-Markt produziert wurden, sondern auch Autos für den europäischen Markt. Der Skandal erstreckte sich dabei nicht nur auf die Marke VW, die Software war auch in PKWs der Marken Audi und Porsche zu finden.

 

Damit zeichnete der Konzern für stark überhöhte Schadstoffemissionen verantwortlich und löste zugleich eine weitreichende Krise in der Automobilbranche aus. Schließlich standen auch die Fahrzeugmodelle nahezu aller Hersteller auf dem Prüfstand, um die Diskrepanz zwischen den realen und von der Software berechneten Emissionen unter die Lupe zu nehmen. Im Zuge des Abgas-Skandals riefen verschiedene namhafte deutsche Autohersteller mehr als 630.000 Fahrzeuge freiwillig zurück. Hintergrund der manipulierten Abgaswerte ist nicht allein das Einhalten gesetzlich festgelegter Grenzwerte. Generell sind die Automobilkonzerne auch bestrebt, sich möglichst umwelt- und klimafreundlich vor ihren Kunden zu präsentieren.

 

Deutschland nimmt weltweit den 9. Platz in der PKW-Dichte ein. Mit 573 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner platziert sich die Bundesrepublik sogar drei Plätze vor dem Automobil-Land USA. Die Vorzüge der individuellen Mobilität will kaum ein Autofahrer mehr aufgeben. Gestiegen sind allerdings auch die Anforderungen an die Autohersteller. Das hat zum einen mit einem gewachsenen Verständnis für einen globalen Klimaschutz zu tun, zum anderen sind auch schwankende Spritpreise ein wichtiger Grund dafür, sparsame und umweltfreundliche Modelle zu bevorzugen. Schließlich ist der Aufwand an Energie und Rohstoffen allein bei der Autoproduktion schon enorm hoch. Vor diesem Hintergrund ist es eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe der Automobilhersteller, nachhaltig zu produzieren.

 

Den Herausforderungen sehen sich vor allem Unternehmen gewachsen, die die Zeichen der Zeit früh erkannt haben und auf innovative Technologien, Transparenz und neue Konzepte einer umweltfreundlichen Mobilität setzen.

 

 

Die Herausforderung einer nachhaltigen Mobilität

Kaum eine andere Kaufentscheidung ist so stark vom Image der Marke abhängig wie der Kauf eines Autos. Die Markentreue ist in diesem Bereich extrem ausgeprägt und führt nicht selten zu einer lebenslangen Beziehung zwischen Kunde und Produkt. Allerdings verändern und erweitern sich die Images der Marken und versuchen soziale und ökologische Aspekte stärker in die Kommunikation der Marke und letztlich auch in die Unternehmensführung und in die eigentliche Produktion einzubinden. Hier macht sich der veränderte Wertekanon bemerkbar. Entsprechend sind die Automobilkonzerne gefordert, den Spagat zwischen hohen PS-Zahlen, Design und modernster Elektronik auf der einen Seite und einem geringen Energieverbrauch, niedrigen Emissionswerten, transparenten Lieferketten und fairen Arbeitsbedingungen zu meistern.

 

Gerade das Problem des niedrigen Energieverbrauchs stellt eine extreme Herausforderung dar, denn die prestigeträchtigen Autos der letzten Jahrzehnte sind in der Regel eher immer größer und schwerer geworden, ein Umstand der den Energieverbrauch – gleichgültig aus welcher Quelle er bedient wird – stark nach oben treibt. Und während auf der einen Seite Kunden sich für große Modelle bis hin zu den SUVs begeistern, werben die Autokonzerne verstärkt mit umweltfreundlichen Elektroautos und engagieren sich für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

 

 

Im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit

Nachhaltigkeit in der Automobilbranche bedeutet daher, neue technologische Entwicklungen voranzutreiben, die leistungsfähige Motoren verbrauchseffizienter machen. Gleichzeitig müssen die Fahrzeuge leichter werden ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Ein generell schwieriges Unterfangen, denn hier bewegen sich die Automobilhersteller in vielfältigen Spannungsfeldern: Um Fahrzeuge mit einer Technologie state-of-the-art auszustatten, benötigt die Automobilindustrie Computerchips, die aus seltenen Rohstoffen hergestellt werden und deren Abbau in einigen Gegenden Afrikas zu anhaltenden blutigen Auseinandersetzungen führen.

 

Um den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 zu reduzieren, müssen Fahrzeuge möglichst leicht konstruiert werden. Dafür wird Aluminium verwendet, dessen Gewinnung sehr energieintensiv ist. In der Nachhaltigkeitsbilanz eines Fahrzeugs ist es dabei auch von Bedeutung, unter welchen Umständen Aluminium gewonnen wurde und ob ein ökologischer Ausgleich geschaffen wurde. Da viele Automobilkonzerne ihre Lieferketten nicht offen legen, ist die detaillierte Bewertung der Nachhaltigkeit nahezu unmöglich. Zunehmend lassen sich die großen Hersteller jedoch von Zulieferern vertraglich zusichern, dass Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden, Kontrollen bleiben jedoch weiter sehr schwierig.

 

 

Deutscher Nachhaltigkeitsführer: BMW

BMW i3 – sportlicher „Stromer“

Unter den deutschen Autobauern ist BMW führend in Sachen Nachhaltigkeit. Bereits seit 1973 beschäftigt der Konzern einen Umweltschutzbeauftragten und war damit das erste Unternehmen der Branche, dass ökologische Belange in seine Unternehmensstrategie mit aufgenommen hat. Auch aktuell verfügt BMW über ein Nachhaltigkeitskonzept, das einen integralen Bestandteil der Firmenpolitik einnimmt.

 

Diesem Gedanken folgend, ist der Ausbau der Elektromobilität eines der wichtigsten Konzernziele. Insgesamt acht Plug-in-Hybrid-Modelle und insgesamt 200.000 E-Fahrzeugen in diesem Jahr belegen, dass E-Mobilität fest in die Kernmarke verankert wurde. BMW will nun zukünftig auch die Entwicklung rein batterie-elektrischer Fahrzeuge ausbauen und so seinen Kunden ein breites Angebot an die wachsende Nachfrage von Kundenseite optimal anpassen.

 

Nachhaltigkeitskonzept und wirtschaftlicher Erfolg gehen bei BMW Hand in Hand. In seiner Jahresbilanz 2016 konnte der bayrische Autokonzern sowohl seinen Umsatz als auch sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um jeweils rund zwei Prozent steigern und plant sich auch im laufenden Geschäftsjahr – wie in den vergangenen acht Jahren – weiter zu verbessern. Von den guten Ergebnissen des Unternehmens profitieren auch die Anleger. Seit 2009 hat BMW jedes Jahr seine Dividende gesteigert. Für das Jahr 2016 zahlte BMW seinen Aktionären 3,50 Euro pro Aktie, im vorangegangenen Geschäftsjahr belief sich die Dividende auf 3,20 Euro.

 

 

Autobauer auf dem Silicon Valley – Tesla rollt den Markt auf

Tesla – aktuell der Popstar unter den nachhaltigen Automodellen.

Wenn in den vergangenen Jahren über Unternehmen aus dem Silicon Valley gesprochen wurde, war im Allgemeinen von Hightech die Rede. Das hat sich mit dem Erfolg von Tesla verändert. Das kalifornische Start-up Unternehmen hat sich zum wertvollsten US-Autobauer entwickelt und lässt die traditionellen „Big Three“ –  GM, Ford und Chrysler – hinter sich. Zwar produziert GM auch weiterhin noch mehr Fahrzeuge als der Elektro-Autobauer, jedoch liegt der Börsenwert von Tesla aktuell über dem von General Motors. Diese Entwicklung wurde zum einen durch positive Analystenkommentare befördert, jedoch hatte sich die Tesla-Aktie bereits in der letzten Zeit positiv weiterentwickelt.

 

Was die Nachhaltigkeit des Unternehmens anbelangt, hat Tesla-Grüner Elon Musk bereits viel Voraussicht bewiesen und die Weichen im Markt der E-Mobilität neu gestellt. Ziel ist es, Elektromobilität für den Massenmarkt attraktiv und erschwinglich zu machen. Der Schlüssel dazu sind selbst produzierte Batterien, die – hergestellt in der Tesla Gigafactory – rund 30 bis 35 Prozent günstiger kommen als zugekaufte Akkus.

 

In Deutschland verkaufte sich bislang das Modell BMW i3 noch bei weitem besser als die gehypten Tesla-Fahrzeuge. Im ersten Quartal des Jahres verkaufte Tesla rund 25.000 Fahrzeuge. Das kann sich allerdings rasch ändern, wenn Tesla preisgünstiger anbieten kann. Die bislang hochpreisigen Fahrzeuge wie der Sportwagen Tesla Roadster, der Viertürer Model S sowie der SUV/Minivan Model X sind allerdings auch die Wegbereiter für preiswertere Fahrzeuge wie der Tesla Model 3. Das gilt zum einen, was die Kosten für Entwicklungen in diesem Bereich angeht, zum anderen aber auch was die Akzeptanz von Elektroautos angeht. Ein hochpreisiger Sportwagen setzt beim potenziellen Kunden stärkere Emotionen frei. Das Image der hochpreisigen Modelle überträgt sich dann auch auf die günstigeren Fahrzeuge. Tesla zeigt sich nicht nur in der Entwicklung nachhaltiger Fahrzeuge sehr ambitioniert.

 

Strom aus Erneuerbaren Energien tanken.

Das Unternehmen wirkt auch aktiv beim Ausbau der für die E-Mobilität notwendigen Infrastruktur mit. So baut Tesla an der West- und Ostküste der USA sowie in einigen Teilen Kanadas Stromtankstellen. An diesen „Superchargern“ können Elektrofahrzeuge schnell aufgeladen werden. Ein flächendeckendes Netz an Stromtankstellen, die Energie aus erneuerbaren Quellen bietet, löst das Problem der relativ geringen Reichweite von elektrisch betriebenen Autos und fördert deren Akzeptanz und Verbreitung aktiv mit. Was Erneuerbare Energien anbelangt, spielt Tesla in den USA auch in diesem Bereich mit und bietet Solarstromanlagen von der Konzeption bis zur Installation an. Die Module können gemietet der gekauft werden, derzeit versorgt Tesla bereits rund 300.000 Häuser auf diese Weise mit Solarstrom.

 

 

Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energien bleiben Trumpf

Durch das energieaufwändige Produkt und klimaschädliche Emissionen der Fahrzeuge hat es die Automobilbranche generell schwer, als nachhaltige Branche per se wahrgenommen zu werden. Die positiven Beispiele innovativer Unternehmen zeigen jedoch, dass sich auch hier viel erreichen lässt. Besonders die Entwicklungen im Bereich der Elektro-Autos werden die Mobilität in der Zukunft verändern. Der ohnehin anstehende Ausbau Erneuerbarer Energien liefert dabei einen der wichtigsten Treibstoffe der Zukunft: sauberen Strom.

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf Xing, Facebook oder Twitter.