Archiv für die Kategorie ‘ökologischer Fußabdruck’

Serie: Element Wasser – Das unentbehrliche Lebenselixier

Dienstag, 17. Oktober 2017
Zusammenfassung: Die vier klassischen Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer haben alle einen wichtigen Anteil am Kreislauf des Lebens. Aber kaum ein anderes Element wird so stark mit dem Leben an sich in Verbindung gebracht, wie das Wasser. Dabei übernimmt das erfrischende Element vielfältige Aufgaben für Mensch, Natur und Klima.

 

 

Der blaue Planet.

Die Erde, der blaue Planet. Bilder aus dem Weltall üben eine hohe Faszination aus. Schließlich relativieren sie die scheinbare Wichtigkeit von den Dingen des Alltags und geben einen Blick auf das Große und Ganze. Der Blick von oben zeigt auch deutlich – die Erde ist zu 71 Prozent von Wasser bedeckt. Damit ist das Element Wasser eine der spezifischen Besonderheiten unseres Planeten und mit eines der grundlegenden Voraussetzungen unseres Seins

 

Mit seinem Wasseranteil ist der Menschkosmisch gesehen – dem Planeten Erde sehr ähnlich, denn auch der menschliche Körper besteht zu mehr als zwei Dritteln aus Wasser.

 

Der griechische Philosoph Thales von Milet ging davon aus, dass alles Leben auf der Erde seinen Ursprung im Wasser habe. Im dritten Teil unserer Serie „In die Lebensgrundlagen investieren“ betrachten wir daher heute das Element Wasser.

 

 

Alles fließt

Erfrischende Kraftquelle!

Wasser steht symbolisch für den Fluss des Lebens. Der antike Philosoph Heraklit erklärte mit seinem Ausspruch „panta rhei“, dass dieser Fluss in ständiger Bewegung und Veränderung sei. Auch in den Schöpfungsgeschichten vieler Kulturen spielt das Wasser eine wichtige Rolle.

 

Bereits die Sumerer beschrieben im Gilgamesch Epos eine große Sintflut, die sich später auch im Alten Testament findet. Schon der Begriff der Schöpfung legt die Nähe zum Element Wasser nahe. Viele Religionen sehen Wasser als Inbegriff des körperlichen und geistigen Lebens. Entsprechend spielen Quellen, Flüsse und Meere eine tragende Rolle bei den unterschiedlichen Riten, denn Wasser steht für Reinigung und Erneuerung. Beispiele hierfür finden sich im rituellen Bad im Ganges bei den Hindus. Das Judentum kennt das Bad in der Mikwe. Im Islam gibt es die Waschung vor dem Gebet. Im Christentum wird durch die Taufe mit Wasser die Aufnahme in die Kirche vollzogen.

 

In der Esoterik steht Wasser sinnbildlich für die Seele, innere und unbewusste Gefühle, Träume und Fantasien. Ist das Element Wasser bei einem Menschen gut ausbalanciert, treten positive Eigenschaften wie Kreativität und Urvertrauen hervor. Ein Zuviel an Wasser führt dagegen zu Passivität und Selbstmitleid. Quellen und Flüsse gelten dabei als Kraftorte, aus denen Energie geschöpft werden kann.

 

 

Wasserstoff – die Nummer eins der Elemente

Die moderne Naturwissenschaft kennt kein Element Wasser. Wasser (H2O) ist hier vielmehr die chemische Verbindung von zwei Atomen des Elementes Wasserstoff (H) mit einem Atom Sauerstoff (O) . Dieses Wassermolekül ist in Form eines Tetraeders aufgebaut, auch Symbol des philosophischen Elements Wasser. Aber auch im streng wissenschaftlichen Periodensystem der Elemente nimmt Wasserstoff mit der Ordnungszahl 1 eine herausragende Rolle ein.

 

Die chemische Verbindung Wasser ist bei Zimmertemperatur flüssig. Aber auch die beiden anderen Aggregatzustände sind den Menschen seit langer Zeit bekannt. Bei Null Grad Celsius gefriert Wasser zu festem Eis, bei 100 Grad Celsius wird Wasser als Dampf gasförmig.

 

 

Erfolgsgeschichte Mensch und Wasser

Wasser ist eine wichtige Lebensgrundlage für Mensch und Natur. Dabei stillt Wasser nicht nur den Durst, sorgt für gutes Wachstum in der Landwirtschaft und tränkt Tiere. Wasser steht auch für Verbindung und Kommunikation. Wasserstraßen verbinden Handelszentren und schaffen wichtige Voraussetzungen für die Industrie.

 

Dabei sieht sich der Mensch seit Jahrtausenden der Problematik des Zuviel und Zuwenig an Wasser ausgesetzt. Denn genauso wie Dürren zu Missernten und Hungersnöten führen, bedrohen Hochwasser die Lebengrundlagen und vernichten Ernten. Mensch und Wasser stehen also in einer uralten Beziehung, die Wohlstand und Vernichtung eng aneinander rückt.

 

 

Wassermangel – altes Problem mit neuen Dimensionen

Nur ein Bruchteil des Wasserbedarfs weltweit entfällt auf die Trinkwasserversorgung. Ein großer Teil des Wasserbedarfs wird in der Industrie verbraucht. In Deutschland beträgt – ohne den industriellen Verbrauch – der durchschnittliche Wasserbedarf rund 130 Liter pro Einwohner und Tag. Davon entfallen jedoch nur rund zwei Liter auf Speisen und Getränke. Der übrige Wasserverbrauch entfällt auf Duschen, Toilettenspülungen, Waschmaschinen und weitere Haushaltsgeräte. 130 Liter erscheinen auf den ersten Blick gar nicht so viel – zumal viele Haushaltsgeräte immer sparsamer arbeiten und der bewusste Umgang mit Trinkwasser generell ein Teil des kollektiven Umweltbewusstseins ausmacht. Im weltweiten Vergleich sieht der Umgang mit dem Element Wasser jedoch etwas anders aus.

 

Wassermangel bedroht das Leben vieler Menschen.

Aktuell sind rund vier Milliarden Menschen von Wasserknappheit betroffen. Das bedeutet, dass etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung mindestens einen Monat im Jahr unter Wassermangel leiden. Bis zu 2,9 Milliarden verfügen zwischen vier und sechs Monaten nicht über ausreichende Wassermengen. Eine halbe Milliarde Menschen ist permanent unzureichend mit Wasser versorgt. In der Folge sterben immer mehr Menschen aufgrund des Wassermangels beziehungsweise aufgrund des mangelhaften Zugangs zu sauberem Trinkwasser.

 

 

Trinkwasser – ein Menschenrecht

Seit 2010 wurde der Zugang zu sauberem Wasser von den Vereinten Nationen als eigenständiges Menschenrecht anerkannt und hat das Thema damit noch einmal stärker in das globale Bewusstsein gerückt.

 

Die Erde ist zwar zum größten Teil von Wasser bedeckt, jedoch lediglich drei Prozent davon ist Süßwasser und nur ein Prozent steht als Trinkwasser zur Verfügung. Die ausreichende Versorgung der Weltbevölkerung mit sauberem Trinkwasser und dem Zugang zu sanitärer Grundversorgung ist eine der größten Herausforderungen der Zeit und eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden sollen.

 

Ob diese Ziele wirklich erreicht werden, ist derzeit zweifelhaft, denn der Zugang zu Trinkwasser wird gerade in den armen Ländern des Südens immer schwieriger. Dabei spielen unterschiedliche Faktoren gemeinsam eine tragende Rolle. Zum einen graben multinationale Konzerne vor Ort – im wahrsten Sinne des Wortes – den Menschen das Wasser ab. Zum anderen führen klimatische Veränderungen zu Versteppungen und Dürren ganzer Landstriche. In einigen Teilen der Welt verseucht auch der chemische Abbau von Bodenschätzen das Grundwasser.

 

Eine Entwicklung, der entgegengewirkt werden muss. Neben vielen internationalen Hilfsorganisationen, wie beispielsweise der Welthungerhilfe, macht sich auch seit rund zehn Jahren die Hamburger Initiative Viva con Agua  für „Wasser für alle“ stark. Durch eine forcierte Präsenz auf Festivals, Konzerten und Sportevents ist es dem jungen Verein in kurzer Zeit gelungen, das weltweite Wasserproblem vor allem bei jungen Menschen erfolgreich zu platzieren.

 

 

Einfluss des Wassers auf das globale Klima

Die Klimakrise bringt auch die Ozeane in Gefahr.

Der Einfluss des Wassers auf das Wetter ist weithin bekannt. Schließlich werden die jeweiligen Meeresströmungen in nahezu jedem Wetterbericht erwähnt – so sorgt beispielsweise der Golfstrom für das angenehme Klima Mitteleuropas.

 

Welche Rolle spielt jedoch das Element Wasser bei der langfristigen Entwicklung des globalen Klimas? Hier ist der Einfluss der Weltmeere von Bedeutung, denn ein großer Teil der menschlich verursachten CO2-Emissionen wurde in den Ozeanen gespeichert. Die enormen Mengen an Treibhausgasen – Wissenschaftler gehen von rund 140 Milliarden Tonnen CO2 seit Beginn der Industrialisierung aus – haben jedoch dazu geführt, dass diese riesigen Speicher mittlerweile voll sind.

 

Verstärkt wird das Problem durch die steigende Erwärmung der Erde, die auch zu einem Temperaturanstieg der Meere führt. Denn das erwärmte Meerwasser kann das gebundene Kohlendioxid schlechter halten. Die Folge: Das einst gebundene CO2 entweicht, steigt in die Atmosphäre und verstärkt so den Treibhauseffekt.

 

Ein weiterer Effekt, der sich kaum noch von der Hand weisen lässt: Die Erwärmung der Ozeane bedingt das wachsende Auftreten extremer Wirbelstürme. Darüber hinaus führt ein Anstieg der Temperaturen in den Ozeanen bereits seit einiger Zeit zu einer Veränderung des gesamten marinen Ökosystems.

 

Die Auswirkungen sind dabei extrem vielfältig und stehen in unzähligen Abhängigkeiten zueinander. So zerstört die Versauerung der Meere riesige Korallenriffe. Auch die Lebenswelt der Fische, Meeressäuger und –vögel verändert sich rapide. Damit geht eine große Anzahl an Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich verloren.

 

 

Wasser schützen – Wasser nutzen

Wasserkraft – natürliche Energien nutzen.

Die Bedeutung des Wassers für unser Leben ist zwar generell bekannt, doch der Schutz von der Meere, des Grund- und Trinkwassers muss weiter voran gebracht werden. Bereits seit 25 Jahren macht der „Tag des Wassers“ am 22. März weltweit auf die existenzielle Bedeutung des Elementes aufmerksam. Genauso lange schon gibt es den „Tag des Meeres“ am 8. Juni, der einmal mehr auf die Besonderheiten dieses besonderen Lebensraums hinweist.

 

Damit diese Aktionstage nicht zu Gedenktagen werden, ist jedoch Handeln angesagt. Ein effektiver Schutz des Wassers besteht auch in der nachhaltigen und sinnvollen Nutzung des nassen Elementes.

 

Gerade im Bereich der sauberen und klimafreundlichen Energiegewinnung, kann Wasser – als kraftvolles Element – einen wichtigen Beitrag leisten. Denn Wasserkraftwerke sind ein wichtiger Teil im Mix Erneuerbaren Energien und basieren auf einer bekannten und bewährten Technologie. Ein wichtiger Vorteil besteht außerdem in der kostengünstigen, gleichmäßigen und effizienten Energieproduktion der Anlagen. Durch einen modernen und umweltbewussten Aufbau der Wasserkraftanlagen, ist darüber hinaus der Eingriff in die Natur sehr gering. Besonders in Norwegen und in der Schweiz wird die Energie aus Wasser genutzt.

 

 

Die etwas andere Art des Wassersparens

Wassersparen bedeutet nicht nur, den Wasserhahn immer wieder gut zuzudrehen, sondern auch, den Geldhahn zu öffnen. Denn wer regelmäßig in Unternehmen aus dem Bereich Wasser investiert, wird schnell feststellen, dass „steter Tropfen den Stein höhlt“. Denn bereits ab monatlich 100 Euro können Anleger bei einer mittleren Laufzeit von mindestens acht Jahren von hohen Renditen profitieren. Genauso ist auch die einmalige Anlage ab 5.000 Euro möglich.

 

Dabei unterliegen alle Unternehmen in Musterdepot Wasser strengen ethischen und ökologischen Kriterien. Das angelegte Geld fließt in rund 150 Wasser-Unternehmen, wie beispielsweise Anbieter von Meerwasserentsalzungsanlagen sowie vielfältige Zulieferer und Produzenten aus den Bereichen Wasseraufbereitung, – reinigung und –einsparung.

 

Grünes Geld,  erfahrener Anbieter nachhaltiger Geldanlagen, bietet mit dem Einmalsparen beziehungsweise dem Sparplan Wasser ein Investment, das sich für Anleger, Umwelt und Klima gleichermaßen auszahlt.

 

Finden Sie Ihre Möglichkeiten, das Element Wasser zu unterstützen und machen Sie den Grünes Geld Test.

 

 

 

 

PS: Übrigens setzt auch die Grünes Geld Vermögensverwaltung (ab 50.000 Euro Anlagevolumen) einen Schwerpunkt auf das Thema Wasser.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

Die nachhaltigsten Städte in Deutschland

Freitag, 01. September 2017

Zusammenfassung: Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde. Während die Vereinten Nationen 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet haben, geht es national um die Umsetzung dieser wichtigen Ziele. Städten und Gemeinden fällt bei der Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung eine besonders wichtige Rolle zu – ganz im Sinne des Slogans „think globally – act locally“.

 

Nachhaltige Entwicklung kennt nur Gewinner!

Nachhaltigkeit ist Trumpf! – Das Kriterium der Nachhaltigkeit hat sich zu einer starken Antriebsfeder entwickelt, die neue Standards für Unternehmen, Produkte, Prozesse und nicht zuletzt auch für den Lebensstil der Menschen setzt.

 

Die durchaus anspruchsvollen Ziele haben ihre Berechtigung, schließlich geht es bei Nachhaltigkeit um weit mehr als um ökologische Lebensmittel und Toilettenpapier mit dem Blauen Engel.

 

Nachhaltigkeit bringt Umwelt-, Natur- und Klimaschutz unter einen Hut und hat zum Ziel, die Erde auch für zukünftige Generationen lebenswert zu erhalten. Damit bildet der Begriff der Nachhaltigkeit das Dach für die unzähligen Aktivitäten, die zur Bewahrung der Lebensgrundlagen dienen und einen Beitrag dazu leisten, bereits entstandene Schäden auszugleichen.

 

Unternehmen haben durchaus bereits die Vorteile von sinnvollen Nachhaltigkeitskonzepten entdeckt. Dabei spielen nicht nur Marketing-Strategien eine tragende Rolle, sondern durchaus auch die handfesten wirtschaftlichen Vorteile einer nachhaltigen Unternehmensführung.

 

 

Think globally – act locally

Komplexität nimmt zu.

Die Probleme der Welt werden zunehmend komplexer. Die unzähligen Abhängigkeiten und Verbindungen, die nahezu jedem Produkt und jedem Prozess anhängig sind, erfordern globales Denken.

 

Daher haben auch die Vereinten Nationen insgesamt 17 Ziele für eine nachhaltige weltweite Entwicklung definiert, die eine sichtbare positive Veränderung bis zum Jahr 2030 bringen soll.

 

Dabei geht es um forcierte Maßnahmen in den Bereichen Wirtschaft, Soziales und Ökologie. Die unterzeichnenden Staaten sind konkret dazu aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten, um einer weiteren Spaltung zwischen Arm und Reich entgegenzuwirken. Entsprechend sollen auch tragfähige Konzepte zur Sicherung von Ernährung, dem Zugang zu sauberem Wasser, klimafreundlicher Energie sowie zu Bildungseinrichtungen erarbeitet werden. Wirtschaftliches Wachstum und ökologische Standards sollen in Einklang gebracht werden. Die 2015 definierten Nachhaltigkeitsziele wurden bislang von den Staaten unterschiedlich erfolgreich umgesetzt. Das ist wenig verwunderlich, denn die Ausgangssituationen sind enorm unterschiedlich. Während die Industriestaaten besonders gefordert sind, ihren CO2-Ausstoß zu verringern, steht bei den Ländern des Südens die Beseitigung von Hunger und Armut ganz oben auf der To-Do-Liste.

 

Die Verabschiedung der 17 Nachhaltigkeitsziele durch die UN sind eine große Leistung, denn sie unterstreichen die Wichtigkeit des nachhaltigen Handelns weltweit. Doch die Probleme der Menschheit können kaum durch die Definition von Staatszielen allein gelöst werden. Daher ist das lokale Handeln eine wichtige Aufforderung an jeden Menschen.

 

 

Nachhaltige Städte und Gemeinden – Gemeinsam lokal handeln

Gemeinsam aktiv!

Sicher ist ein individuelles ethisches Handeln eine gute Sache, doch noch wirkungsvoller wird es, wenn größere gesellschaftliche Gruppen sich gemeinsam das Ziel Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreiben. Wie etwa Städte und Gemeinden.

 

Viele Kommunen haben in den vergangenen 25 Jahren sehr engagiert das Aktionsprogramm Agenda 21 umgesetzt, das aus den Empfehlungen der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro entstanden ist. Kurzgefasst lautet das Ziel der Agenda 21: Eine nachhaltige Entwicklung soll kommunal umgesetzt werden.

 

Seit 2012 wird in Deutschland ein Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden vergeben. Dabei werden seit dem jährlich – aufgeteilt in drei Kategorien – eine Großstadt, eine Stadt mittlerer Größe sowie eine Kleinstadt beziehungsweise Gemeinde für ihre nachhaltige Stadtentwicklung ausgezeichnet.

 

Entscheidend für die Preisverleihung ist das besondere Nachhaltigkeitskonzept der Kommune. Berücksichtigt wird dabei auch die Wirtschafts- und Finanzkraft der Bewerber. Gute Chancen haben also Städte, die mit limitierten Möglichkeiten eine nachhaltige Entwicklung vorantreiben.

 

Das Preisgeld beträgt jeweils 35.000 Euro und wird zweckgebunden für ein Nachhaltigkeitsprojekt in der jeweiligen Stadt vergeben. Vergeben wird der Preis für Städte und Gemeinden von der gemeinnützigen Allianz Umweltstiftung, die Projekte aus den Bereichen Umwelt, Soziales, Kultur und Bildung fördert.

 

Die Auszeichnungen der nachhaltigsten Städte und Gemeinden sind Teil des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, der außerdem auch Preise für nachhaltiges Bauen sowie nachhaltige Unternehmen vergibt.

 

 

And the Winner is … – bisherige Preisträger in der Kategorie Großstadt

Bislang wurden jeweils fünf Großstädte, mittlere Städte und Kleinstädte beziehungsweise Gemeinden mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

 

2012: Freiburg – Die heimliche Öko-Hauptstadt

Nicht alle Freiburger fahren mit dem Rad – aber viele.

Erster Preisträger im Jahr 2012 in der Kategorie Großstadt war Freiburg im Breisgau. Eigentlich keine besondere Überraschung, denn die badische Metropole gilt bereits seit langem als heimliche Öko-Hauptstadt und machte mit dem autofreien Wohnviertel Vauban, einem grünen Oberbürgermeister und der ersten Photovoltaik-Anlage auf einem Stadiondach vielfach von sich reden gemacht.

 

Aber Freiburg hat noch mehr zu bieten und nimmt die nachhaltige Stadtentwicklung als gemeinschaftliches Projekt mit seinen Bürgern und den unterschiedlichen Interessensgruppen ernst. Darüber hinaus setzt die Stadt auch intern auf eine verknüpfte Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung als Teil seiner strategischen Nachhaltigkeitssteuerung.

 

Um das Engagement jedoch auch für alle Bürger sichtbar zu machen, setzt Freiburg auf eine Vielzahl praktischer Projekte, die Nachhaltigkeit erfahrbar machen. So setzte die Stadt auch das Preisgeld für ein sehr klassisches Nachhaltigkeitsthema ein: Mit dem Projekt „Schulverwaldung“ lernen Schulklassen direkt im Freiburger Schulwald die vielfältigen Prozesse der Natur hautnah kennen.

 

 

2013: Augsburg – Stadt mit Zukunftsleitlinien

Reiche Fugger-Stadt mit Häusern wie aus der Puppenkiste.

Zukunftskompetenz haben in den letzten Jahren auch vier weitere Großstädte unter Beweis gestellt. 2013 wurde die Fugger-Stadt Augsburg als nachhaltigste Stadt ausgezeichnet. Bereits im Vorjahr kam die Stadt unter die ersten drei in der Auswahl der nachhaltigsten Städte. Augsburg hat ein ambitioniertes Handlungsprogramm zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt. Entstanden ist das Programm an Runden Tischen von Bürgern, Stadtverwaltung, Politik, Institutionen, Vereinen und Verbänden. Obgleich dieses Vorgehen durch die Vielzahl der Akteure sehr aufwändig ist, scheut Augsburg den Aufwand nicht.

 

Das Handlungsprogramm, das aktuell durch Zukunftsleitlinien für Augsburg ersetzt wurde, wird kontinuierlich weiterentwickelt und wurde zunehmend breiter aufgestellt. Neben den vielfältigen Belangen des Umwelt- und Klimaschutz, wirkt Augsburg verstärkt darauf hin, durch unterschiedliche Maßnahmen die Stadt lebenswert und naturnah zu gestalten. So wird aktuell ein Coffee-to-go-Mehrwegkonzept erarbeitet, um die Abfallflut durch den mobilen Kaffeegenuss einzudämmen.

 

Auch Baumschutz wird groß geschrieben. Um das Stadtklima zu verbessern und einen gesunden Lebensraum auch für vielfältige Vogel- und Insektenarten zu erhalten, bietet das Umweltreferat Informationen und Beratung zum Thema Baumschutz bei Bauvorhaben. Dabei bezieht sich der Service nicht nur auf Bauvorhaben mit städtischer Beteiligung, sondern richtet sich auch ganz klar an Bürger und Baufirmen.

 

Nachhaltigkeit ist aber nicht nur im Umweltbereich von Bedeutung. Augsburg hat ebenso Programme für günstigen Wohnraum aufgesetzt und bietet seinen Bürgern ein weitreichendes Beratungs- und Hilfsangebot in besonderen Lebenslagen. Ebenso stehen bedarfsgerechte Bildungs- und Betreuungseinrichtungen auf der Agenda. Durch den Nachhaltigkeitspreis sieht sich die Stadt in ihrem langjährigen Engagement bestärkt und nicht zuletzt auch gestärkt.

 

 

2014: Dortmund – Aktive Ruhr-Metropole

Gelungenes Konversionsprojekt am Phönix-See.

Großstädte in Nordrhein-Westfalen haben es schon allein vom Image her schwerer, mit Nachhaltigkeitszielen in Verbindung gebracht zu werden, als ihre süddeutschen Kollegen. Dortmund, die bevölkerungsreichste Stadt des Ruhrgebiets hat jedoch diese Herausforderung beherzt angenommen – und das mit einigem Erfolg. Aufgrund ihres integrierten politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Engagements, wurde Dortmund als nachhaltigste Großstadt 2014 ausgezeichnet.

 

Seit Ende der neunziger Jahre beschäftigt sich Dortmund tiefergehend mit dem Erhalt der natürlichen Ressourcen für kommende Generationen – ganz im Sinne der Lokalen Agenda 21. Nachhaltige Entwicklung hat Dortmund jedoch zur Chefsache erklärt. Obgleich viele Bereiche direkt beim Oberbürgermeister angesiedelt sind, setzt die Stadt auf Vernetzung und Kooperation, verfügt über weitreichende Beteiligungsinstrumente und holt Bürger, Unternehmen und lokale Einrichtungen mit ins Boot. Die Stadt hat eine Vielzahl überzeugender Projekte initiiert und betreibt ein umfangreiches Nachhaltigkeitsmanagement.

 

Besondere Schwerpunkte liegen in den Bereichen Klimaschutz, Energie- und Wärmeversorgung, Elektromobilität sowie Bildung und Integration. Darüber hinaus ist Dortmund mit dem großangelegten Konversionsprojekt Phönix eine nachhaltige Umgestaltung eines ehemaligen Areals der Montanindustrie in einen modernen Standort für Zukunftstechnologien sowie ein Naherholungsgebiet gelungen. Hier ergeben sich auch positive Auswirkungen für das Stadtklima und die Biodiversität der Region.

 

 

2015: Karlsruhe – Wachstum mit Weitblick

Tradition und Moderne.

Wie auch im Vorjahr Dortmund, gelang es Karlsruhe erst im zweiten Bewerbungsanlauf vollständig zu überzeugen. 2015 wurde die badische Stadt zur nachhaltigsten in Deutschland gekürt.

 

Überzeugen konnte Karlsruhe mit einem umfassenden Nachhaltigkeitsprofil. Dabei konnte die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs mit vielen erfolgreichen Projekten aufwarten und begegnet den Herausforderungen einer wachsenden Stadt mit ökologischem und sozialem Weitblick.

 

Besonders gelungen ist dabei das integrierte Stadtentwicklungskonzept, das ressortübergreifend und die kommunale Nachhaltigkeitsstrategie festlegt. Entstanden ist die Strategie unter starker Beteiligung der Bürger. Dabei wurde auch Wert auf eine besondere Partizipation von Kindern und Jugendlichen gelegt. Zu einer breiten Akzeptanz trägt auch die Einbeziehung relevanter Gruppen wie dem NABU  oder dem BUND bei.

 

Karlsruhe hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu sein und unterhält dazu auch eine kommunale Klimaschutzagentur. Auch die Synergien, die sich am Wissenschaftsstandort Karlsruhe ergeben, werden sinnvoll genutzt: Die Initiative “SmarterCity“ vernetzt Forschung und Wirtschaft bei der Entwicklung nachhaltiger Innovationen.

 

 

2016: Nürnberg – Schluss mit dem Frankensmog

Beschauliche Wirkung – erstaunliche Projekte.

Bei seiner dritten Bewerbung hatte Nürnberg 2016 endlich die Nase als nachhaltigste Großstadt vorn. Die zweitgrößte Stadt Bayerns überzeugte unter anderem als treibende Kraft der nachhaltigen Entwicklung in der Metropolregion sowie durch eine Vielzahl von Projekten und Initiativen, die eine soziale und ökologische Nachhaltigkeit voranbringen.

 

Auch in der Franken-Metropole ist Klimaschutz ein wichtiges Thema. Schließlich wurde der Franken-Smog über dem Gewerbegebiet Nürnberg-Süd durch den Sänger Heinz-Rudolf Kunze über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Bis zum Jahr 2050, so das Ziel von Nürnberg, soll die CO2-Emissionen um 80 Prozent reduziert werden.

 

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt Nürnbergs liegt in der nachhaltigen Entwicklung der Bereiche Bildung und Integration. Ein Thema, das Nürnberg schon lange am Herzen liegt. Schließlich verleiht die Stadt seit 1995 alle zwei Jahre den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis.

 

 

Kleines Nord-Süd-Gefälle

Ob es kleineren, mittleren oder großen Städten leichter oder schwerer fällt, ein sinnvolles Nachhaltigkeitskonzept zu entwickeln und konsequent zu verfolgen, ist schwierig zu beantworten. Während größere Kommunen von einer agilen Vereins- und Verbandslandschaft profitieren, die Entwicklungen positiv mit beeinflussen kann, haben es kleinere Gemeinden oft leichter, Projekte zeitnah umzusetzen. Natürlich ist auch die finanzielle Ausstattung der Kommune von Bedeutung, ebenso politische Traditionen der Mitbestimmung.

 

In den vergangenen fünf Jahren wurden im Bereich der mittleren Städte Neumarkt in der Oberpfalz, Primasens, Ludwigsburg, Kempten und Delitzsch ausgezeichnet. Bei den kleineren Städten und Gemeinden konnten bisher das hessische Alheim, die Nordseeinsel Juist, die bayerischen Kommune Furth sowie die ebenfalls bayerischen Kleinstädte Pfaffenhofen und Wunsiedel überzeugen.

 

 

Nachhaltigkeit am Standort Internet

Grünes Geld, Experte für nachhaltige Geldanlagen, hat sein Beratungsbüro seit mehr als zehn Jahren in einer mittleren Stadt.

 

„Wir fühlen uns hier sehr wohl, denn eine Stadt dieser Größe bietet eine vielfältige Infrastruktur. Gleichzeitig schätzen wir die Nähe zur Natur und den ausgedehnten Waldgebieten, die quasi vor unserer Haustür liegen“, erklärt Carmen Junker.

 

Als Finanzberater, die Nachhaltigkeit auch leben, versuchen die Berater von Grünes Geld auf unnötige Fahrten zu verzichten. Viele Beratungsgespräche lassen sich hervorragend über Telefon und Internet führen. „So müssen wir nicht auf den persönlichen Kontakt verzichten und sparen dennoch CO2-Emissionen ein,“ so Carmen Junker weiter.

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Alles öko? – Teil 1: Büro & Schule

Freitag, 04. August 2017
Zusammenfassung: Viele Dinge des täglichen Bedarfs belasten Klima und Umwelt. In der neuen Serie „Alles öko?“ werden verschiedene Lebensbereiche unter die Lupe genommen. Den Anfang machen Büro und Schule. Hier kann durch umweltfreundliche Produkte und die Vermeidung von überflüssigen Artikeln ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

 

 

Earth Overshot Day – jetzt erst recht die Welt im Blick behalten!

Am vergangenen Mittwoch war es in diesem Jahr soweit. Das Global Footprint Network teilte mit, dass die Menschheit bereits am 2. August die natürlichen Ressourcen aufgebraucht hat, die für das gesamte Jahr 2017 zur Verfügung stehen. Damit wurde die Folge der traurigen Rekorde weiter fortgesetzt, denn seit Beginn der Errechnung des sogenannten Earth Overshot Day in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, rückt der Termin im Kalender immer weiter nach vorne. Einziger – wenn auch winziger –Hoffnungsschimmer: der Welterschöpfungstag ist im Vergleich zum Vorjahr lediglich einen Tag nach vorne gerutscht.

 

 

Die Erde in der Schuldenfalle

Alle natürlichen Ressourcen, die ab dem 3. August der Natur entnommen und verbraucht werden, stellen einen Raubbau an der Natur dar. Ab sofort lebt also die gesamte Menschheit auf diesem Planeten – ungeachtet des persönlichen Ressourcenverbrauchs – auf Pump.

 

Wem die Rechnung mit der Erdüberlastung zu abstrakt ist, kann sich das Modell auch konkret so vorstellen: Bereits nach sieben Monaten ist das komplette Jahresgehalt für 2017 aufgebraucht. Und das, obwohl es noch nicht vollständig erarbeitet wurde. Rücklagen gibt es keine. Für Anschaffungen zum neuen Schuljahr – relevant für alle Eltern – , Weihnachtsgeschenke, Wintergarderobe, Urlaub oder auch ganz simpel: Miete und Lebensmittel ist nichts übrig.

 

Aber während Banken derzeit mit Krediten zu günstigen Konditionen locken und einen normalen Haushalt vorerst finanziell aushelfen könnten, gerät die Erde direkt in die Schuldenfalle. Denn der übermäßige Verbrauch der natürlichen Ressourcen geht weit über die Idee eines Dispo-Kredits im Alltag hinaus.

 

Höchste Zeit also, sich dieser Entwicklung entgegen zu stellen und den eigenen Lebensstil kritisch unter die Lupe zu nehmen. Denn neben den großen Herausforderungen der Menschheit, wie beispielsweise der drastischen Reduzierung der CO2-Emissionen und Ausbau bezahlbarer und sauberer Energie weltweit, ist das Konsumverhalten der Menschen in den Industrienationen – und zunehmend auch in Teilen der Schwellenländer – verantwortlich für die bedenkliche Entwicklung.

 

 

Viele kleine Dinge bewirken Veränderung

Eine afrikanische Weisheit besagt: „Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ – Der Spruch mag häufig belächelt werden, gibt jedoch die Quintessenz eines nachhaltigen Lebensstils wider: Veränderungen im Alltag und ein bewussterer Konsum können in der Masse bereits viel bewirken.

 

Welche Möglichkeiten konkret bestehen, werden wir in den kommenden Wochen in unserer kleinen Serie „Alles öko?“ beleuchten. Im ersten Teil geht es heute rund um den Schreibtisch. Vorgestellt werden Tipps und Anregungen für nachhaltige Produkte und Verhaltensweisen im Büro, am heimischen Schreibtisch und in der Schule.

 

 

Büro & Schule: Weniger ist mehr

Unser Konsum beeinflusst in nahezu allen Lebensbereichen die Entwicklung von Umwelt und Klima. Im Lebensmittel und Kosmetikbereich haben sich Bio-Siegel bereits gut etabliert, aber schon bei Kleidung sind die meisten Güte-Siegel zum einen kaum bekannt, zum anderen wird die Kaufentscheidung fast ausschließlich vom individuellen Geschmack beeinflusst.

 

Weniger ist mehr!

Bei Büroartikeln und Schulsachen könnte die Sache einfacher sein, ist sie aber nicht. Zwar steht hier vielfach die Funktion der Dinge im Vordergrund, entscheidend ist allerdings auch meist der Preis.

 

Die einfachste, klimafreundlichste und billigste Möglichkeit ist es, unnötige Anschaffungen zu vermeiden, vorhandene Materialien zu nutzen und – wo immer es möglich ist – erneut zu verwenden.

 

In vielen Büros hat es sich durchgesetzt, auf unnötige Ausdrucke zu verzichten und auf papierlose Ablagesysteme zu setzten. Sicher wird durch die Arbeitsleistung der Rechner auch Energie verbraucht. Durch die steigende Akzeptanz von nachhaltig erzeugtem Strom, ist hier jedoch eine gute Ökobilanz möglich.

 

Mehr Energieeffizienz verspricht auch das EU Energy Star-Siegel, das sich bei vielen Geräten im IT- und Office-Bereiche durchgesetzt hat. Nachteil des Siegels ist allerdings, dass es niedrigschwellig vergeben wird. Die Hersteller ordnen sich nach ihren eigenen Vorgaben ein und teilen die der EU-Kommission mit. Eine externe Prüfung findet nicht statt.

 

 

Umweltfreundliches Papier mit Brief und Siegel

Altpapier: Abfall? – Nein, Rohstoff!

Dort, wo Papier zur Arbeit benötigt wird, sollten Unternehmen, private Haushalte und Schulen auf umweltfreundliche Produkte setzen. Aber Augen auf! – Nicht jede wohlklingende Werbeaussage steht auch wirklich für ein klima- und umweltfreundliches Produkt.

 

Noch immer werden zur Papierherstellung tropische Regenwälder abgeholzt. Wer dann auf das Siegel „tropenwaldfrei“ vertraut, kann unwissentlich Papier aus Plantagenholz in Händen halten. Und die Plantagen sind nicht selten auf den gerodeten Flächen der tropischen Wälder entstanden. Ebenso kann Papier mit diesem Label auch aus bedrohten Waldgebieten in Sibirien oder Kanada stammen.

 

Häufig tragen Papierprodukte die Bezeichnung „holzfrei“. Was für den Konsumenten wie ein ökologisch sinnvolles Versprechen klingt, bezeichnet in der Papierindustrie jedoch die holzfreie Qualitätsstufe des Papiers, das wenig vergilbt. Auch das holzfreie Papier besteht aus Zellstoff und dieser wird aus Holz gewonnen. Im holzfreien Papier dürfen jedoch nur ein ganz geringer Anteil an verholzten Fasern, sogenanntem Holzschliff, sein. Es ist in der Herstellung teuer und umweltschädlicher, da sogar mehr Bäume benötigt werden. 

 

Selbst die an sich unmissverständliche Aufschrift „chlorfrei“ steht nicht automatisch für ein umweltfreundliches Papier, denn hier wurde nur auf eine problematische Zutat verzichtet. Chlorfrei gebleichtes Papier schont zwar die Gewässer, nicht jedoch zwangsläufig den Erhalt der Wälder.

 

Vertrauen können Verbraucher auf die folgenden Siegel, denen strenge Umweltkriterien zugrunde liegen.

 

Am bekanntesten ist dabei der Blaue Engel. Das Umweltzeichen wurde bereits 1978 vom Bundesinnenministerium und den Umweltministerien der Länder auf den Weg gebracht und diente als Vorbild für viele internationale Umweltsiegel und für die ISO-Norm 14024. Kopierpapier, Schreibhefte und andere Papierartikel mit dem Blauen Engel werden nach ökologischen Standards hergestellt. Dabei ist nicht nur der Altpapiergehalt relevant, sondern auch die chlorfreie Bleiche sowie die Einhaltung von Schadstoffgrenzen. Der Blaue Engel wird nicht nur für Schul- und Büromaterialien vergeben. Das Siegel kennzeichnet auch viele weitere Produkte des täglichen Lebens. Laut einer Umweltbewusstseinsstudie kennen 92 Prozent der Befragten Personen das Umweltzeichen Blauer Engel, für 37 Prozent ist das Siegel kaufentscheidend.

 

Neben dem Blauen Engel stehen auch die als UWS-Papier gekennzeichneten Produkte für eine positive Ökobilanz. UWS-Papier ist ein Recyclingpapier, das ohne De-Inking und Bleiche hergestellt wird. Dadurch ist es im Allgemeinen nicht reinweiß, ist jedoch was den Ressourcenverbrauch anbelangt die erste Wahl unter den Papierprodukten.

 

Weniger bekannt ist das Siegel Ökopa plus, das vom ökologischen Schreibaren-Großhändler Venceremos als unternehmensinternes Gütesiegel vergeben wird. Öko plus Papier besteht zu einhundert Prozent aus Altpapier und wird umweltfreundlich hergestellt.

 

Sollte in Schule oder Büro einmal akute Papiernot herrschen und kein Recyclingpapier verfügbar sein, ist Papier mit FSC-Siegel eine klimafreundliche Alternative zu herkömmlichen Papieren. Das FSC-Siegel steht für eine nachhaltige Forstwirtschaft. An diesem Zertifizierungssystem sind Wirtschaft, Umwelt- und Sozialverbänden beteiligt und setzen sich für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ein.

 

 

Schreibzeug & Co. – Comeback des Füllers

Füllfederhalter sind wieder beliebt!

Schreibtische sind Mikrokosmen, die viel Auskunft über ihren Besitzer geben. Da sind auf der einen Seite durchorganisierte Puristen, die neben ihrem Laptop kaum etwas auf der Tischplatte dulden, auf der anderen Seite Schreibtisch-Messis, die nicht nur sämtliche Arbeitsmaterialien um sich herum verstreuen und zudem diverse Papierhaufen und Kleinkram vor sich liegen haben. Natürlich gibt es unzählige Typen zwischen den beiden Extremen.

 

Stifte finden sich quasi auf allen Schreibtischen – vom Erstklässler bis zum Generaldirektor. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren eine interessante Entwicklung parallel zur Digitalisierung der Arbeitswelt ergeben: Der Füller feiert sein Revival. Bildeten noch vor einigen Jahren Werbekugelschreiber und Fineliner in den Stifteköchern und Schreibmäppchen die Mehrheit, ist in den letzten Jahren die Freude am guten alten Füllfederhalter wieder erwacht. Gut für die Umwelt: Der Stift hält lange, die Feder kann ausgetauscht werden, Tinte wird – je nach System – aus dem Tintenfass, der wiederbefüllbaren Patrone (Konverter) oder – schlechteste Möglichkeit – der Einwegpatrone getankt. Darüber hinaus ist die Auswahl breit gefächert und deckt nahezu alle Preisvorstellungen ab.

 

 

Ernüchterung nach den Ferien – Schulsachen einkaufen

Während viele Büroangestellte mit relativ wenig Schreibmaterialien auskommen, sind die Einkaufslisten der Schüler traditionell lang. Buntstifte, Wasserfarben, Textmarker, Bleistifte in den unterschiedlichsten Stärken, Hefte, Blöcke, Umschläge – da kommt einiges Zusammen. Bei der Vielzahl der Artikel ist es sicher nicht einfach, umwelt- und klimafreundliche Produkte im Blick zu behalten.

 

Daher ist es sinnvoll, drei einfache Faustregeln zu beachten:

 

  1. Welche Produkte sind bereits vorhanden und können weiter genutzt werden?

Viele Hefte aus dem vergangenen Schuljahr sind nur zur Hälfte genutzt worden. Warum also nicht einfach dort weitermachen, wo vor den Ferien geendet wurde? Wer das partout nicht will, kann aus dem unbeschriebenen Papier Notizblöcke herstellen.

 

  1. Können Produkte nachgekauft, repariert oder ergänzt werden?

Das ist zum Beispiel bei Wasserfarbkästen und Farbstiften ein wichtiger Punkt, mit dem sich Geld sparen lässt. Gleichzeitig werden Ressourcen geschont.

 

  1. Giftstoffe und Plastik vermeiden!

Tintenkiller, Klebstoffe, bunte Radiergummis, hier sollte bereits der Geruch häufig vom Kauf abhalten. Viele dieser Produkte enthalten giftige Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Lösungsmittel. Darüber hinaus stecken viele in überflüssigen Plastikhüllen.

 

Buntstifte in guter & klimafreundlicher Qualität.

Die gute Nachricht, für fast alles gibt es umweltfreundliche Alternativen. Kautschuk-Radierer können teilweise sogar Tintenspuren beseitigen. Flüssigkleber gibt es nachfüllbar und frei von Lösungsmittel, Textmarker werden als Holzstifte angeboten und wer auf Filzstifte nicht verzichten will oder kann, sollte auf Refills achten. Die meisten Produkte sind im gut sortierten Schreibwarengeschäft und in den Kauf- und Warenhäusern erhältlich.

 

Eine gute Orientierung über die Produkte im Markt und umweltfreundliche Alternativen bietet die Broschüre „Umweltfreundliche Schulmaterialien“ der Stiftung Naturschutz Berlin

 

Wer lieber online Shoppen geht, kann sich bei Anbietern wie beispielsweise dem ökologischen Büroausstatter memo alles ins Haus liefern lassen, übrigens CO2-neutral und in einer klimafreundlichen Pfandkiste verpackt. Hier finden sich auch ökologische Büromöbel und Schülerschreibtische.

 

Ebenfalls ökologisch gefertigt, ausgefallen im Design und praktisch im Aufbau sind auch die Ordnungssystems des Herstellers Werkhaus. Das Unternehmen fertigt seit 25 Jahren eine facettenreiche Produktpalette mit ausgeklügelten Ordnungssystemen für den professionellen und den heimischen Arbeitsplatz. Das Unternehmen engagiert sich zudem auch sozial. Zwölf Prozent der Arbeitsplätze sind mit Menschen körperlicher oder seelischer Einschränkung besetzt.

 

 

Grüner Arbeitsplatz

An einem grünen Schreibtisch macht die Arbeit gleich viel mehr Spaß. Das geht sicher nicht nur dem Team von Grünes Geld so. Denn umgeben von sinnvollen Dingen, die Ressourcen schonen, werden auch unsere Ressourcen frei und wir kommen auf gut Ideen. Zum Beispiel wie Ihr Geld ökologisch und sozial positiv wirkt und Ihnen zugleich eine gute Rendite bringt. Wie das geht? Machen Sie einfach den Grünes Geld Test.

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

Urlaub Teil 2 – Nachhaltige Urlaubsregionen

Freitag, 21. Juli 2017
Zusammenfassung: Klimafreundliche Entspannung ist möglich. Nachhaltige Tourismus-Konzepte sorgen dafür, dass Gast, Region sowie Klima und Umwelt als Gewinner aus dem Urlaub hervorgehen. Fünf deutsche Regionen überzeugen dabei besonders und wurden im Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen ausgezeichnet. Sieger unter den nachhaltigen Regionen: das Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

 

 

 

Urlaub – Zeit für Begegnungen.

Klimafreundliche Entspannung ist möglich, wie auch in unserem gleichnamigen Beitrag vom 14. Juli 2017 zu lesen. Immer mehr Regionen entdecken die wirtschaftlichen Vorteile von nachhaltigem Handeln. Denn immer mehr Urlauber bevorzugen Urlaubsziele abseits der Routen des Massentourismus. Orte, die echte Begegnungen ermöglichen, mit der Natur und den Menschen vor Ort.

 

Tourismus hat sich zu einem weltweit bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Dabei sind die Angebote innerhalb der Branche sehr breit gefächert und spiegelt sämtliche gesellschaftlichen Trends wider. Verglichen mit der Lebensmittel-Branche, die vom billigen Discounter-Angebot bis zur Delikatesse aus Manufakturbetrieben ein weiteres Spektrum abdeckt, hält auch die Reise-Industrie für nahezu jeden Anspruch und jeden Geldbeutel das passende Angebot bereit. Angefangen beim niedrig-preisigen Pauschalangebot, über ausgeklügelte Individualreisen an exotische Destinationen, Kultur- und Bildungsreisen bis hin zum Familienurlaub auf dem Bio-Bauernhof. Denn die Reisefreude ist ein gemeinsames Merkmal der ansonsten eher sesshaften westlichen Gesellschaft.

 

 

Das Urlaubsthema wandelt sich

Saure-Gurken-Zeit – am liebsten mit Gurken aus der Region.

Urlaub ist ein beliebtes Thema in den Medien – gerade zur sogenannten „saure-Gurken-Zeit“. Aber auch in der medialen Aufbereitung lässt sich mittlerweile eine Veränderung in der Berichterstattung feststellen.

 

So schreibt das Magazin der Süddeutschen Zeitung in ihrer aktuellen „Abschiedskolumne“ einen Brief an die kommenden Generationen und entschuldigt sich für ihren klimaschädlichen Lebensstil, der für abgebrochene Eisberge, gerodete Regenwälder und überfischte Meere verantwortlich zeichnet. Dabei beschreibt die Kolumne das Handeln wider besseres Wissen. Schließlich verabschieden sich auch die nicht vom verschwenderischen Lebensstil, die es eigentlich besser wissen könnten. Der Verzicht auf eine Flugreise, die man sich finanziell leisten kann, fällt vielen schwer – CO2-Ausstoss und Generationengerechtigkeit hin und her.

 

Weniger hart geht die Hamburger „Zeit“ mit ihren Lesern ins Gericht. Stattdessen gibt die Wochenzeitung einige Denkanstöße und umsetzbare Ratschläge mit ins Gepäck. Einer der wichtigsten Tipps dabei ist, dorthin zu reisen, wo man willkommen ist und weder Zäune noch Mauern den Gast von den Einheimischen trennt.

 

 

Nachhaltiger Tourismus kennt nur Gewinner

Gute Geldanlage: Musterdepots Vermögensaufbau bei Grünes GeldEin Auftrag, dem nachhaltige Urlaubsregionen gerne nachkommen, denn stimmige Tourismuskonzepte kennen nur Gewinner. Den Gast, der Erholung findet und neue Eindrücke mitnimmt sowie die Wirtschaft vor Ort, die von den Gästen profitiert. Darüber hinaus gewinnen auch Umwelt und Klima, denn moderne nachhaltige Reiseprogramme beinhalten auch vielfältige Maßnahmen, um die Natur langfristig zu erhalten und zu schützen.

 

Ein umweltbewusster Urlaub beginnt bei gut ausgebauten Möglichkeiten für eine klimafreundliche Mobilität, geht über bewusste Ernährung, die regionale Angebote mit einschließt und umfasst auch gerechte Arbeitsbedingungen im Hotel sowie die respektvollen Einbeziehung der jeweiligen Kultur. Je nach Vorliebe des Reisenden, können diese Faktoren den Ausschlag für eine bestimmte Region geben.

 

 

5 Top-Regionen für nachhaltigen Tourismus

Eine nachhaltige Reise zu planen, kann schwierig sein, denn eine unüberschaubare Zahl von Anbietern schmückt sich mit den unterschiedlichsten Bezeichnungen, die mit dem Thema Nachhaltigkeit in Verbindung stehen können, aber nicht müssen. Eine gute Orientierung im Dschungel von Bio-, Natur- und Öko-Reisen bieten die Reiseziele an sich. So zeichnet der Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen in jedem Jahr die Region oder Stadt aus, die durch ein besonders tragfähiges und nachhaltiges Tourismus-Konzept überzeugt. Initiatoren des Wettbewerbs sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie der Deutsche Tourismusverband (DTV).

 

In diesem Jahr kamen fünf der 27 Bewerber ins Finale und wurden von einer Experten-Jury vor Ort genauestens unter die Lupe genommen.

 

 

Nummer eins der nachhaltigen Destinationen: die Schwäbische Alb

Mit weitem Blick über die Alb – die Hohenzollern Burg.

Als Sieger ging dabei das Biosphärengebiet Schwäbische Alb hervor. Das Gebiet liegt südöstlich von Stuttgart und vom Albvorland bis in den Osten zu den weitläufigen Hochflächen der Schwäbischen Alb. Typisch für die Landschaft sind Wachholderheiden, Streuobstwiesen und wilde Buchenwälder. Darüber hinaus ist die Albregion geprägt durch beeindruckende Burgen und Schlösser sowie typische schwäbische Dörfer und Kleinstädte.

 

Da die Kulturlandschaft als besonders schützenswert gilt, wurde die Region bereits 2009 von der UNESCO als Biosphärengebiet anerkannt. Mit dem neuen Status als Biosphäre startete die Region mit vielfältigen Projekten und regionalen Initiativen zur nachhaltigen Entwicklung. Im Mittelpunkt stand dabei der Schutz der Biodiversität sowie eine Steigerung der regionalen Wertschöpfung durch eine forcierte Einbindung lokaler Partner.

 

Wachholderheide – ein besonderer Geruch!

Fast die Hälfte der gestarteten 200 Projekte beschäftigte sich dabei um die nachhaltige Entwicklung im Tourismus. Dazu zählen zum einen traditionsbewusste Landwirte, die vielfältige regionale Produkte erzeugen, aber auch Vermarkter, Restaurants und Hotels. Gemeinsames Ziel ist es, durch qualitativ hochwertige Angebote zu entwickeln und das touristische Angebot weiter zu optimieren. Neben dem reichhaltigen Angebot für Genießer, zählen dazu auch eine umfangreiche Beschilderung der Wander- und Radwege, Routen zur Naturbeobachtung und barrierefreie Angebote.

 

Darüber hinaus werden die Partnerunternehmen des Biosphärengebietes bei ihren Nachhaltigkeitsanstrengungen professionell unterstützt. Kleinere Unternehmen erhalten eine Energieeffizienz- oder Umweltberatung, größere Unternehmen Betriebe werden im Umweltbereich zertifiziert. Außerdem durchlaufen die anerkannten Biosphären-Hotels das strenge europäische Umweltmanagementsystem EMAS.

 

Als Leuchtturm-Projekt gilt die Ferienanlage „Hofgut Hopfenburg“, die als naturnaher und integrativer Ferienanlage ihren Gästen ein nachhaltiges Natur- und Kulturerlebnis bietet. Urlauber können hier auch Tipis, Zirkuswagen aber auch historische Schäfer- und – Heidewagen als Schlafplatz auswählen und so in vergangene Zeiten abtauchen. Das Hofgut bietet außerdem ein vielfältiges Freizeitangebot. Neben Ausflügen in die Natur, mit dem Rad, zu Fuß oder auf dem Pferderücken, können Gäste auch traditionelle Handwerke erlernen.

 

 

Finalisten und Sonderpreisträger

Schützen vor Inflation: Sachwerte wie Windkraftbeteiligungen, Fotovoltaik, BHKWNeben dem Preisträger Biosphärengebiet Schwäbische Alb konnten sich noch vier weitere Bewerber für das Finale qualifizieren und gehören damit auch sicher zu den nachhaltigsten Urlaubsgebieten in Deutschland.

 

Die vier weiteren Regionen sind das Biosphärenreservat Bliesgau im südöstlichen Saarland, die Nordeifel, die Residenzstadt Celle und die Nordseeinsel Juist. Letztere wurde mit einem der Sonderpreise ausgezeichnet.

 

 

Norseeinsel Juist – Klimaschutz und Energieeffizienz

Öko-Insel Nummer eins: Juist!

Die autofreie Nordseeinsel Juist wurde von der Jury des Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen in diesem Jahr mit dem mit dem Sonderpreis Klimaschutz, Ressourcen- und Energieeffizienz ausgezeichnet. Und das mit einigem Recht, den die kleine Insel gilt schon lange nicht nur als Zauberland („Töwerland“), sondern auch als Vorreiterin in Sachen regionalem Klimaschutz und Ressourceneffizienz.

 

Das ambitionierte Ziel der Insel ist es, bis 2030 klimaneutral zu sein. Dafür hat Juist ein Klimaschutzkonzept entwickelt und wird bei der Durchführung von einem Klimaschutzmanagers unterstützt. So bezieht die Kurverwaltung bereits seit einigen Jahren Strom aus erneuerbaren Quellen und fördert vielfältige Maßnahmen für einen nachhaltigen Tourismus. Unter anderem wurde ein CO2-Fußabdruck für die Tourist-Info erstellt. Durch die Kompensation Emissionen arbeitet die Tourist-Info seit zwei Jahren klimaneutral – als einzige in Deutschland.

 

Weitere Aktivitäten der Inselgemeinde sind ein wöchentlicher Veggietag in den Restaurants, um den engen Zusammenhang zwischen klimaschädlichen Treibhausgasen und Fleischerzeugung zu verdeutlichen. Auch weitere Klimaschutzaktivitäten der Insel sind für die Gäste direkt erlebbar. Bei der großen Fahrradtour „Juist unplugged“ präsentiert die Insel die wichtigen Nachhaltigkeits-Orte auf dem aktiven Eiland und setzt damit innovative Akzente in Tourismus-Region.

 

  

Allgäu – Regionalität ist Trumpf

Mit dem Sonderpreis Regionalität wurde in diesem Jahr die größte zusammenhängende deutsche Tourismusregion geehrt, das Allgäu.

 

Allgäuer Käsespatzen – lecker mit Zutaten aus der Region.

Die Region zwischen Voralpenland und Allgäuer Alpen hat es sich zum Ziel gesetzt, das Allgäu als führende, zukunftsfähige und nachhaltige Marke im Bereich Tourismus aufzustellen. Getragen wird das Tourismuskonzept durch eine breit aufgestellte Partnerstrategie. Dabei verpflichten sich Markenpartner zu umfangreichen Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit. Damit sollen auch hochwertige, regionale und gesunde Produkte stärker gefördert werden. Das Konzept „Made im Allgäu“ geht bereits auf. Regionale Produkte werden über den Großhandel gezielt an die lokale Gastronomie und Hotellerie vertrieben.

 

Als Leuchtturm-Projekt hat das Allgäu die Allgäuer Alpwirtschaftskultur und den Alpgenuss als „immaterielles Kulturerbe“ initiiert. Mit von der Partie sind 40 anerkannten Alpgenuss Betrieben mit original Allgäuer Spezialitäten – ganz in der Philosophie der Slow Food-Bewegung.

 

 

Mobil in der Sächsischen Schweiz

Vielseitig & faszinierend – die Sächsische Schweiz.

Urlaub in ländlichen Regionen bedeutete bislang an vielen Orten auch Urlaub mit dem Auto. Denn in vielen Gegenden wurden in den vergangenen Jahren Bahn- und Bushalte gestrichen und die Fahrpläne ausgedünnt. Nicht so in der Sächsischen Schweiz, die mit dem Sonderpreis für nachhaltige Mobilität ausgezeichnet wurde. Die Region im Osten des Freistaats Sachsen grenzt an die Tschechische Republik und ist landschaftlich geprägt durch das Elbsandsteingebirge und die Nationalparks Sächsische und Böhmische Schweiz, die zusammen da größte zusammenhänge Waldgebiet Mitteleuropas bilden.

 

Nachhaltiger Tourismus ist ein wichtiges Thema der Region. Um hier eine klimafreundliche Mobilität zu gewährleisten, engagiert sich die Sächsische Schweiz bereits seit 2003 in der Initiative „Fahrtziel Natur“, einer Kooperation der Umweltverbände NABU, BUND, VCD und der Deutschen Bahn.

 

Im Rahmen dieses Netzwerks wurden die regionalen Mobilitätsleistungen durch bessere Linienführungen und Vertaktungen verbessert und damit auch an die touristischen Bedürfnisse angepasst. Das Verkehrskonzept wird auch weiterhin ausgebaut und optimiert, ein Mobilitätsmanager auf Landkreisebene wird in den kommenden drei Jahren Maßnahmen für eine umweltgerechte Mobilität umsetzen. Um das Angebot auch für Urlauber bekannt zu machen, gibt jede lokale Tourist-info auch Fahrplanauskünfte für den öffentlichen Personennahverkehr. Zusätzlich wird auch der umweltfreundliche Individualverkehr gefördert. So stehen an vielen Orten E-Bike Verleih- und Akkuladestationen zur Verfügung.

 

 

Naturerlebnis in der Vorpommern

Wilde Flußlandschaft der Peene.

Eine wilde Flusslandschaft in Vorpommern bietet die Peeneregion mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Das Gebiet ist darüber hinaus mit verschiedenen Naturschutzgebieten, Vogelschutzgebieten, Fauna-Flora-Habitat und Naturpark dem Naturschutz unterstellt.

 

Durch die naturbelassene Flusslandschaft sind die Tourismus-Angebote der Peeneregion durch Wasserwanderwege, Rad- und Wandertouren geprägt. Ein besonderes Angebot des Gebietes ist das „Abenteuer Flusslandschaft“ als nachhaltiges Naturerlebnis. So ist beispielsweise eine Tour auf Peene im Solarboot möglich, bei der auch das Catering aus regionalen Produkten besteht.

 

 

Positiv Spuren hinterlassen

 

Eindrücke mitnehmen, nicht nur hinterlassen.

Grünes Geld, Ihr Experte für nachhaltige Geldanlagen wünscht Ihnen viel Freude bei der Planung Ihres nachhaltigen Urlaubs und eine gute Erholung.

 

Eine alte Reise- und Wanderweisheit besagt: „Hinterlasse nichts als deine Fußabdrücke.“ In Zeiten des vieldiskutierten ökologischen Fußabdrucks, lässt sich noch hinzufügen, dass der Abdruck nicht zu tief werden sollte. Sinnvoll ist es daher, nicht nur nachhaltig zu reisen, sondern auch nachhaltig zu investieren, denn mit Geldanlagen in klimaschützende Projekte, wie beispielsweise Aufforstungsprojekte, können Sie nicht nur eine attraktive Rendite erwirtschaften, sondern auch einen wichtigen Beitrag für die Zukunft des Planeten leisten.

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

Urlaub Teil 1 – 7 Tipps für klimafreundliche Entspannung

Freitag, 14. Juli 2017
Zusammenfassung: In den Sommermonaten ist bei vielen Menschen Urlaubszeit. Zeit, die ganz unterschiedlich genutzt werden kann. Besonders angenehm: Wenn die sinnvolle Entspannung Mensch, Natur und Klima gleichermaßen nutzt.

 

 

 

Sommer – jetzt Fernweh oder Ruhebdürfnis stillen!

Natürlich kann jeder Arbeitnehmer seine Urlaubstage nehmen, wann immer es ihm beliebt, beziehungsweise wie es mit dem Unternehmen und den Kollegen zu vereinbaren ist. Dennoch sind die Sommermonate untrennbar mit Ferien, Urlaub, Reisen und Entspannung verbunden. Und wer zu Schulzeiten sechs freie Wochen schätzen und lieben gelernt hat, freut sich auch im weiteren Leben über eine Verschnaufpause in dieser Zeit.

 

Wo das am besten geht, haben wir übrigens in unserem Beitrag über nachhaltige Urlaubsregionen dargestellt.

 

„Wer lebt, stört“, schrieb einst Tankred Dorst. Und auch wenn der kürzlich verstorbene Dramatiker diesen Satz mehr auf die Abgründe des zwischenmenschlichen Lebens bezogen hat, so ist die Essenz auch in Zeiten der Klimakrise und Umweltzerstörung zutreffend. Denn wer lebt, konsumiert, mobil ist, reist – kurzum aktiv am Leben teilnimmt, erzeugt auch eine ganze Menge klimaschädlicher Treibhausgase und hinterlässt durch seinen Wasser- und Ressourcenverbrauch einen tiefen ökologischen Fußabdruck.

 

 

 „Bleibe im Lande und nähre dich redlich?“

Sicher ist der biblische Rat, zu Hause zu bleiben und keine Abenteuer in fernen Landen zu suchen, gut für die Umwelt. Es spricht aber auch einiges gegen die extreme Stubenhockerei. Denn auch die alte Weisheit „reisen bildet“ wird – nicht zu Unrecht – immer wieder bemüht. Wer mit offenen Augen unterwegs ist, lernt die Welt kennen und erweitert seinen Horizont. Der Austausch mit Menschen aus anderen Regionen, Ländern und Kulturen ist bereichernd. Andere Landschaften präsentieren eine ungewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt. Fremde Speisen geben eine Idee von der globalen Vielfalt – abseits vom Einheitsgeschmack. Und was man kennen- und schätzen gelernt hat, ist man auch bereit zu bewahren und zu schützen.

 

 

7 klimafreundliche Tipps zur Entspannung

Gleichgültig, ob Sie sich in diesem Sommer für ein weiteres oder näheres Reiseziel entscheiden – oder das heimische Sofa beziehungsweise den Liegestuhl zu ihrem Lieblingsort wählen, wir von Grünes Geld wünschen Ihnen jedenfalls eine entspannte Zeit, gute Erholung und viele interessante Erlebnisse und Begegnungen. Als kleine Anregung haben wir für Sie sieben klimafreundliche Tipps zusammengestellt, die Ihre persönliche Sommerzeit bereichern können.

 

 

Tipp 1: Ecocamping statt Glamping

Camping – ganz nah an der Natur.

Die feste Behausung verlassen und raus ins Freie. Camping hat schon lange das Billig-Urlaub-Image verlassen und  in allen Einkommens- und Altersklassen seine treuen Fans gefunden. Dass die Gruppe der Camping-Freunde sich weiter vergrößert, liegt an zwei neuen Trends auf dem Campingplatz.

 

Da ist zum einen das Glamping“. Der Begriff setzt sich aus den beiden Wörtern „Glamour “ und Camping zusammen. Damit ist bereits der Name Programm. Denn wem Camping bislang zu beschwerlich war oder wer bereits damit Schwierigkeiten hatte, das Zelt aufzubauen und am Bunsenbrenner Mahlzeiten zu bereiten, kann beim Glamping einen gewissen Komfort genießen. Beim „Glamping“ stehen trendige und moderne Lodge-Zelte oder andere Mobilheime bereits fix und fertig eingerichtet bereit. Vom Hotelaufenthalte unterscheidet sich diese Unterkunft durch ihre Nähe zur Natur, vom klassischen Camping durch den ungewöhnlichen Komfort.

 

Auf der anderen Seite ist das „Ecocamping“ im Kommen. Beim Ecocamping setzen die Campingbetriebe auf ein besonders umwelt- und klimafreundliches Angebot. Beispielsweise werden zur Warmwasserbereitung Solarkollektoren genutzt und Strom von der platzeigenen Photovoltaikanlage zur Verfügung gestellt. Auch das klassische Konservenangebot vom Campingplatz-Kiosk sucht man hier vergeblich. Beim Ecocamping können Outdoor-Freunde nachhaltig produzierte Lebensmittel aus der Region kaufen und zubereiten. Damit die klimabewussten Camper auch ohne Auto anreisen können, bieten viele Plätze auch die komplette Campingausstattung im Verleih an.

 

 

Tipp 2: Ausflüge statt Fernflüge

Wer eine Fernreise plant, hat zunächst einmal einiges an Arbeit und Kosten vor sich. Das beginnt bei der langwierigen Recherche bezüglich der unterschiedlichen Reiseanbieter, geht über die Beschaffung notwendiger Impfungen und Reisedokumente bis hin zum Packen für alle Eventualitäten. Wenn die ersehnte Traumreise dann nicht hundertprozentig den Wünschen entspricht, ist die Enttäuschung oft groß. Wer in den Ferien auf unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse eingehen muss, ist oft mit einem nahen Reiseziel und vielfältigen Ausflügen gut beraten. Das schont Nerven, Reisekasse und Klima gleichermaßen und sorgt dennoch für vielfältige neue Erfahrungen.

 

 

Tipp 3: Straßenbahn statt Straßenkreuzer

Unterwegs den richtigen Weg finden …

Im Urlaub aktiv und auf eigene Faust das Land kennenlernen. Um vor Ort mobil zu sein, setzen viele Touristen auf Leihwagen. Das kann in wenig besiedelten Gegenden alternativlos sein. In Städten sollten Urlauber jedoch auf die lokalen Verkehrsmittel zurückgreifen. Gerade mit dem öffentlichen Nahverkehr kommt man in den europäischen Metropolen gut ans Ziel, muss sich nicht auf den Verkehr konzentrieren und erlebt Land und Leute ganz unmittelbar. Natürlich muss auch am Urlaubsziel ein Fahrschein gelöst werden. Wer sich vor dem Tarifdschungel fürchtet, dem sei ein Besuch in der estnische Hauptstadt ans herz gelegt. Denn in Tallin sind seit 2013 die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos.

 

 

Tipp 4: Weg statt Ziel – Entschleunigen

Unzählige Alltäglichkeiten entstehen aus Zeitnot. So wird beispielsweise das Auto für kurze Strecken eingesetzt, um Zeit zu sparen. Das ist menschlich verständlich, wenn auch nicht gut für das Klima. Die freie Zeit einmal bewusst nutzen, um all das zu tun, wofür im täglichen Arbeitsalltag keine Zeit bleibt – das schärft den Sinn für die Veränderbarkeit von Gewohnheiten und entschleunigt auf angenehme Weise.

 

Eine Abkühlung finden und entschleunigen …

Warum also nicht einmal eine lange Wandertour entlang einer reizvollen Landschaft unternehmen. Das Ziel ist dabei zweitrangig. Interessant sind alte Kultur- und Pilgerwege wie etwa die vielfältigen Teilstrecken des Jakobswegs, die sich über ganz Europa – auch weit ab vom Getümmel in Santiago de Compostela – erstrecken oder den Olavsweg in Skandinavien. Auch wer in die Ferne schweift, kann beim Wandern Ruhe finden. Der 3.500 Kilometer lange Fernwanderweg Appalachian Trail verspricht ein USA-Bild, abseits der gängigen Berichterstattung.

 

Wer den Weg genießen kann, bekommt unterwegs die erwünschte Entspannung. Auch Rad fahren kann diesen Erholungseffekt herbeiführen. Zugliebhaber schwören teilweise auch bei langen Wegen auf Nahverkehrsverbindungen und selbst Autofahrer schonen mit mehr Zeit Tank und Umwelt.

 

 

Tipp 5: Anregungen statt Aufregungen

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat 2017 zum „International Year of Sustainable Tourism for Development“ erklärt. Grund für diese Entscheidung war es, dass ein nachhaltig konzipierter Tourismus einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Regionen beitragen kann.

 

Entscheidend dafür sind existenzsichernde und menschenwürdige Arbeitsplätze, verbesserte Handelschancen vor Ort sowie die Möglichkeit zur Völkerverständigung und der Wertschätzung anderer Kulturen. Das gilt für den internationalen Tourismus genauso, wie für den Tourismus im eigenen Land.

 

Gerade der Urlaub im eigenen Land – ohnehin das Lieblingsreiseland der Deutschen – wartet mit insgesamt 41 UNESCO Welterbestätten auf. Damit die Deutschlandreise nicht kreuz und quer geht und der thematische Faden nicht abreißt, wurden die vielfältigen Naturlandschaften und pulsierenden Städte in acht abwechslungsreichen UNESCO-Routen zusammengefasst.

 

So führt beispielsweise die rund 750 Kilometer lange Route „Visionäre und Vordenker“ ihre Besucher von Berlin mach Frankfurt. Stationen sind unter anderem die Bauhaus-Stadt Dessau, Orte der Reformation wie Eisleben und Wittenberg sowie die Heldenstadt Leipzig.

 

Wer im Urlaub weniger Kultur und mehr Natur bevorzug, findet mit der Route „Zwischen Alpen und Bodensee“ landschaftlich reizvolle Ziele zwischen Stuttgart und München.

 

 

Tipp 6: Probieren statt studieren

Entspannung und Erholung bedeutet für viele Menschen auch, den Kopf frei machen von den alltäglichen Anforderungen. Die freie Zeit ist auch eine gute Gelegenheit, neue Dinge auszuprobieren und zu erlernen. Am liebsten etwas, was die Sinne belebt und rein gar nichts mit der beruflichen Tätigkeit zu tun hat. Hoch im Kurs stehen seit Jahren Sportangebote wie Nordic Walking, Yoga, aber auch ausgefallenere Kurse wie Zen-Bogenschießen spricht viele an.

 

Selbstgemacht – mit viel Zeit und Muse!

Auch wenn Kochen im Alltag eine teilweise lästige Aufgabe darstellt, freuen sich viele Erholungssuchende über Kochkurse, die zu einer kulinarischen Weltreise oder zu einer speziellen Richtung einladen. Das Schöne an diesen Kursen – wer später zu Hause im Alltag etwas nachkocht, holt sich das Urlaubsgefühl – wenigstens für eine Weile – wieder zurück.

 

Kochen spricht verschiedene Sinne an. Es kann aber auch eine interessante Erfahrung sein, sich einmal auf einen Sinn besonders zu konzentrieren. Zum Beispiel den Geschmackssinn. Einen Geschmack zuverlässig – ohne die üblichen optischen und werblichen Einflüsse – zu identifizieren ist eine große Kunst, die ein hohes Maß an Achtsamkeit erfordert. Degustationskurse wird das Bewusstsein für Aromen und Geschmacksrichtungen geschult. Angeboten werden diese Seminare von Weinkellereien, Kaffeeröstereien, Schokoladenmanufakturen, Ölmühlen und vielen anderen Herstellern.

 

 

Tipp 7: Machen statt zuschauen

Hilfsprojekte im Urlaub aktiv unterstützen – sicher nicht für jeden eine geeignete Urlaubsbeschäftigung. Für einige jedoch sicher eine sinngebende Erfahrung, aus der Kraft für den Alltag geschöpft werden kann.

 

Gesucht werden dabei nicht nur Ärzte zum Einsatz in Krisengebieten. Mittlerweile existieren Plattformen unterschiedlicher Anbieter, die Helfer mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten und unterschiedlichen Zeitbudgets an Projekte vermitteln. Die Plattform TeachSurfing beispielsweise vermittelt auch für kurze Zeiträume Reisende an Projekte, um erste Sprachkenntnisse zu unterrichten  oder Freizeitaktivitäten zu betreuen. Reiseanbieter Travel Beyond vermittelt Hilfswillige in verschiedene Länder und organisiert die gesamte Reise. Unter anderem werden Trinkwasserprojekte in Äthiopien oder Regenwaldprojekte in Ecuador unterstützt.

 

Anpacken bei gemeinsamen Hilfsprojekten.

Auch ökologische Projekte freuen sich über Freiwilligenarbeit. Bei Biosphere Expeditions oder dem Earthwatch Institute  können Urlauber gemeinsam mit Wissenschaftlern und Experten an Artenschutz-, Naturschutz- und Hilfsprojekten arbeiten, für die ansonsten aus dem universitären Betrieb keine Mittel zur Verfügung stehen.

 

Die meisten Projekte sind in Asien, Süd- und Mittelamerika und Afrika angesiedelt. Um in diesen Bereichen aktiv zu sein, ist aber nicht zwingend eine weite Reise notwendig. Umwelt- und Naturschutzverbände benötigen immer wieder ehrenamtliche Helfer. Unterstützung ist beispielsweise zu Zeiten der Krötenwanderung gefragt, aber auch die regelmäßige Überwachung und Pflege von Nist- und Brutkästen, Wasserqualitäten und ähnliche Arbeiten erfordern begeisterte Mitstreiter.

 

Grabe wo du stehst – Selbst archäologische Ausgrabungen und Kartierungen können im Urlaub zu Hause angegangen werden. Dabei werden Laien von Wissenschaftlern angeleitet, sind hautnah an den Projekten beteiligt und erfahren viel über die heimische Region und über ihre eigenen Fähigkeiten. Wer mehr zur Theorie neigt, die Arbeit in Archiven nicht scheut und sich für die Entwicklung der Region und die Sozial- und Mentalitätsgeschichte interessiert, kann sich in lokalen Geschichtsvereinen und Geschichtswerkstätten auch temporär – engagieren.

 

Grünes Geld, Ihr Experte für nachhaltige Geldanlagen wünscht Ihnen einen erholsamen, erlebnisreichen oder auch abenteuerlichen Urlaub – eben einen Sommer, wie Sie ihn sich wünschen! Und wenn Sie etwas für die Reduktion des CO2 Fußabdrucks Ihrer Urlaubsreise tun möchten, investieren Sie nachhaltig! Seien es nun Anlagen in Klimaschutz oder Aufforstungsprojekte. Neben der Gutschrift der finanziellen Rendite können Sie damit noch einen Bonus auf Ihr CO2 Konto verbuchen.

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

Europas Hauptstädte im Energievergleich – unser Beitrag zum Klimawandel

Donnerstag, 13. Juli 2017
Zusammenfassung: Der Energieberater Utilitywise hat eine interaktive Energiekarte mit dem Pro-Kopf-Verbrauch verschiedener europäischer Städte erstellt. Wichtig: der Energieverbrauch ist nicht gleichzusetzen mit den Treibhausgas-Emissionen, denn die Energie-Gewinnung unterscheidet sich stark.

 

 

 

Die Energiekarte von Utilitywise zeigt den Energieverbrauch pro Kopf und Jahr.

Vor dem aktuellen Hintergrund des Ausscheidens der USA aus dem Pariser Klimaabkommen wird mit besonderer Dringlichkeit bewusst, dass in Fragen Umweltschutz zusammengearbeitet werden muss. Das Versprechen der EU, bis 2030 die CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 40% zu senken, scheint hoch gesteckt, haben manche Länder doch noch starke Defizite im umweltbewussten Energieverbrauch.

 

 

 

Die interaktive Karte erklärt den Energieverbrauch und die CO2-Bilanz 19 europäischer Hauptstädte im Vergleich und beleuchtet Gründe für die teilweise stark abweichenden Ergebnisse.

 

 

 

 

 

Höchster Energieverbrauch bedeutet nicht gleich größter CO2-Fußabdruck

 

 

Den höchsten Energieverbrauch pro Kopf weist die isländische Hauptstadt Reykjavik auf, mit 204.490,29 kWh. Diese Zahl scheint erschreckend, wenn man bedenkt, dass Dublin auf Platz 2 mit 43.449,68 kWh pro Jahr und Kopf weniger als ein Viertel dessen verbraucht.

 

Die Gründe dafür sind jedoch einleuchtend: das kalte Klima Islands und die wenigen Sonnenstunden im Winter erfordern einen hohen Strom- und Wärmeenergie-Verbrauch das ganze Jahr über. Glücklicherweise stammen 81% der produzierten Energie des Landes aus Erneuerbaren Energiequellen, beim Elektrizitätsbedarf sind es sogar 100%. Des Weiteren kommen 90% der Heizenergie aus Geothermiequellen, wodurch Island, trotz des enormen Energieverbrauchs, nur einen geringen Anteil an der europäischen CO2-Bilanz verantworten muss.

 

Die einzigartige Vulkanlandschaft Islands und die unendlichen Wasservorräte erlauben eine Energiepolitik mit Zukunft: ein Projekt, das konventionelle Geothermie-Bohrungen durch Magma-Felder ersetzen soll, die ein Vielfaches der Kraft von herkömmlichen Wasserdampf erzeugen können, startete dieses Jahr und soll, falls alles nach Plan verläuft, dann grüne Energie nach Europa exportieren.

 

 

 

Ist Europa sauber?

 

 

Europas Norden macht umweltfreundliche Energiewirtschaft vor. In Kopenhagen beispielsweise, besitzen gerade mal 29% der Einwohner überhaupt in Auto. Das Vorhaben der Stadt von 2005, den CO2-Ausstoß bis 2015 um 20% zu senken, haben die Dänen schon 2011 erreicht und auch das neue Ziel, die erste CO2-neutrale Stadt der Welt zu werden scheint erreichbar.

 

Um das zu schaffen, sollen CO2-Abgase im Straßenverkehr durch den Ausbau erneuerbarer Energien gesenkt und der öffentliche Nahverkehr gestärkt werden. So startete im März dieses Jahres die erste CO2-neutrale Buslinie. Eine Verbesserung der Fahrradwege führte außerdem dazu, dass mittlerweile 62% der Einwohner mit dem Rad zur Arbeit fahren.

 

Ähnlich sieht es in London aus, wo ab September 2020 eine Ultra-Null-Emissions-Zone im Stadtkern entstehen wird. Die englische Hauptstadt, deren Energieverbrauch auf die vielen Bürogebäude und den hohen Pendlerverkehr zurückgeht, hofft seine CO2-Emissionen bis 2025 um 70% senken zu können.

 

Oslo und Stockholm nutzen ihre geographisch günstige Lage und setzen auf Energie aus Wasser und Wind. In beiden Fällen wird ein Großteil des Wärmebedarfs außerdem aus Abfall gewonnen, in Stockholm sind es sogar über 80%.

 

Oslo nutzt bisweilen importierten Abfall aus England zur Heizenergiegewinnung und hält damit den CO2-Ausstoß niedrig. In Norwegen bemüht man sich insbesondere im öffentlichen Transportsektor auf erneuerbare Energien zu setzen und das mit positiven Folgen: Oslos Energieeffizienz macht die Stadt zu eine der umweltfreundlichsten Europas.

 

 

 

Wenn der Verkehr zum Problem wird

 

 

Leider hat nicht jede Stadt eine so vorbildliche CO2-Bilanz wie die Nachbarn im Norden aufzuweisen. Im Falle Dublins führen das hohe Verkehrsaufkommen und der damit verbundene Benzinimport dazu, dass die irische Hauptstadt die meisten Treibhausgas-Emissionen-pro-Kopf Europas erzeugt.

 

 

Brüssel und Rom schneiden vergleichbar ab. In der italienischen Hauptstadt fahren jeden Tag 56% der Einwohner mit dem Auto zu Arbeit, in Brüssel sind es sogar 63%. Andernorts wird versucht durch strenge Auflagen oder eine hohe Maut für besonders umweltschädliche Fahrzeuge die Zahl der Autofahrer zu senken. In Budapest fahren dadurch nur noch ca. 31% mit dem Auto zur Arbeit.

 

 

 

Deutschlands Anteil an der CO2-Bilanz

 

 

Der Energieverbrauch in der deutschen Hauptstadt liegt bei 24.225,29 kWh, womit Berlin auf dem 9. Platz leicht über dem Durchschnitt liegt. Die verstärkte Zuwanderung seit 2015 und die gute Konjunktur lassen zusätzlich einen Anstieg des Stromverbrauchs für 2017 vermuten.

 

 

Im europäischen Vergleich erzeugte Deutschland in den letzten Jahren mit Abstand am meisten Treibhausgase. Laut des Klimaabkommens von Paris dürften jährlich nicht mehr als 220 Millionen Tonnen CO2-Emissionen erzeugt werden – ein Wert der in diesem Jahr schon im April überschritten wurde. Dabei sollte die Energiewende zur Priorität gemacht werden, wenn der Anteil erneuerbarer Energien bis 2050 auf 80% erhöht werden möchte.

 

 

Dafür geht es jedoch nicht schnell genug voran. Von 2015 auf 2016 stieg der Anteil der erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung lediglich um 0,2%, im Verkehrs- und Wärmesektor sinken die Zahlen sogar leicht.

 

 

Es gibt jedoch Grund zur Hoffnung: insbesondere der Ausbau von Windenergie und Photovoltaik schreitet weiter voran in Deutschland. Bei der Wärmeerzeugung sind vor allen Dingen Solarthermieanlagen und der biogene Anteil des Abfalls ausgebaut.

 

 

 

Die CO2-Schleudern des Ostens

 

 

Prag (18.654,52 kWh) und Warschau (13.828,07 kWh) verzeichnen nach Lissabon, mit 13.502,43 kWh, den niedrigsten Energieverbrauch und gleichzeitig zwei der höchsten CO2-Emissionswerte in Europa.

 

Hauptursache dafür ist, dass Energie noch hauptsächlich aus Kohlekraftwerken gewonnen wird, die zum Teil älter als 60 Jahre sind. Das führt zu gesundheitlichen Problemen und hohen Umweltbelastungen durch die enorme Luftverschmutzung. Trotzdem gelten erneuerbare Energien oft noch als zu teuer und unzuverlässig, weshalb zum Beispiel in Warschau 78% der gesamten Treibhausgasemissionen des Landes aus der Strom- und Wärmeenergieerzeugung kommen.

 

Prag leidet ebenfalls unter der hohen Umweltbelastung. Schon mehrfach wurde dort die Grenze für Feinstaubwerte in der Luft überschritten. Naheliegende Lösungen, wie die Anzahl der Autos in den Straßen der Stadt zu begrenzen oder Umweltzonen zu errichten, blieben bis heute ungenutzt.

 

 

 

Alles nicht mein Problem?

 

 

In Nordeuropa wird zur Zeit eindrucksvoll bewiesen, dass die klimatischen und geographischen Bedingungen eines Landes die Energiepolitik maßgeblich beeinflussen. Natürlich Ressourcen bestimmen, welche erneuerbaren Energiequellen überhaupt genutzt werden können. Zusammen mit der energiepolitischen Ausrichtung einer Regierung, fährt jedes Land also seinen ganz eigenen Kurs hin zur Energiewende.

 

Die CO2-Emissionen zu reduzieren, kann aber nicht nur Ziel des Staates sein, sondern ist auch eine Frage des eigenen Verhaltens: nachhaltige Konsumentscheidungen und umsichtiger Energieverbrauch sind wichtig, um die EU in dem Vorhaben zu unterstützen, den CO2 Fußabdruck zu verringern.

 

Der Umstieg auf erneuerbare Energien lohnt sich nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Privathaushalte immer mehr. Insbesondere die Fortschritte in der Sonnenenergie sind keine Zukunfts-Vision mehr, sondern werden immer kostengünstiger und einfacher in den Alltag zu integrieren sein.

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

Holzinvestments – solide und klimafreundliche Geldanlage

Freitag, 30. Juni 2017
Zusammenfassung: Waldbesitz stand schon immer für Wohlstand. Darüber hinaus sind Bäume ein wichtiger CO<sub>2</sub>-Speicher und nachhaltig produziertes Holz ein umweltfreundlicher und begehrter Rohstoff. Investitionen in Holzprojekte sind damit eine interessante und lukrative Möglichkeit, Geld klimafreundlich anzulegen.

 

 

 

Den natürlichen Reichtum nachhaltig nutzen.

Bäume zählen zu den größten und ältesten Lebewesen unserer Erde. Und sie leisten einen enormen Beitrag dazu, unser Leben auf diesem Planeten zu erhalten. Sie sind die einzige Möglichkeit, der Atmosphäre CO2 wieder zu entziehen – alle anderen Maßnahmen zielen nur auf eine Reduktion des CO2 Ausstoßes ab.

 

Darüber hinaus sind Bäume die Lieferanten von regenerativer Energie und wertvoller Roh-, Bau- und Werkstoffe, denn nicht nur die Bäume im Wald leisten viel für den Klimaschutz, sondern auch das Holz an sich.

 

Obwohl Bäume ein relevanter Teil einer globalen Energiewende sein können, sinkt der Waldbestand weltweit um jährlich rund zehn Milliarden Bäume. Eine nachhaltige Aufforstung und Bewirtschaftung der Wälder können dieser Entwicklung entgegenwirken.

 

Lebende Bäume aber auch Holz sind wichtige Speicher des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2), die für die steigende Erderwärmung verantwortlich zeichnen. Daher ist es zum einen wichtig, den Baumbestand weltweit zu erhalten und zu vergrößern. Zum anderen ist aber auch die nachhaltige Nutzung von Holz sinnvoll, denn Holz ist ein enorm vielzeitiger und natürlicher Rohstoff.

 

 

Klimafreundlich bauen und heizen mit Holz

Kein Wunder also, dass sich der Markt für das Naturwunder Holz positiv entwickelt und die Preise für Agrar-Rohstoffe weltweit langfristig steigen. Neben der Produktion von Möbel und Gebrauchsgegenständen bildet sich dabei auch eine starke Nachfrage nach Bauholz heraus.

 

Gerade innovative Holzbauprojekte – auch im urbanen Raum – gewinnen an Bedeutung und stellen eine umwelt- und klimafreundliche Alternative zum konventionellen Bauen, etwa mit Beton, dar. Bauholz kann dagegen eine hervorragende Ökobilanz als Bau- und Werkstoff aufweisen und verfügt über eine ausgezeichnete Tragfähigkeit und Wärmedämmung.

 

Auch als nachhaltiger Energieträger ist Holz von Bedeutung. Schließlich handelt es sich bei Energieholz um einen nachwachsenden Rohstoff und damit um einen bedeutenden erneuerbaren Energieträger.

 

Im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern Öl, Gas und Kohle, verläuft die energetische Nutzung von Holz in einem klimaneutralen CO2-Kreislauf. Denn das beim Verbrennen des Holzes freigesetzte Kohlendioxid wird von den nachwachsenden Bäumen wieder aufgenommen. Wer also beim Heizen auf klassisches Brennholz, Hackschnitzel, Pellets oder Holzbriketts zurückgreift, handelt nachhaltig und schont wertvolle Ressourcen.

 

 

Wer in Wald investiert, ist nicht auf dem Holzweg

Der Wald steht schwarz und schweiget …

Waldbesitz zählt – historisch gesehen – zu den klassischen Anlagewerten und gilt als Garant für Wohlstand und Reichtum. Derzeit befinden sich in Deutschland noch immer rund 43 Prozent aller Waldgebiete in privater Hand. An der Spitze der größten Privatwaldbesitzer in Deutschland steht mit rund 20.000 Hektar seit Jahrhunderten unangefochten die Familie Thurn und Taxis.

 

Der größte Waldbesitzer ist jedoch der Freistaat Bayern mit 770.000 Hektar.

 

Auch ohne ein reiches Erbe ist es möglich, Waldbesitzer zu werden. Hier bieten sich nachhaltige Waldinvestments in Süd- und Mittelamerika an, denn gerade der Schutz der Regenwälder ist im Kampf gegen den Klimawandel von besonderem Interesse. Denn zum einen sind gerade sehr alte Baumbestände extrem leistungsfähige CO2-Speicher.

 

… und aus den Wiesen steiget, der weiße Nebel wunderbar.

Zum anderen erstrecken sich die tropischen Regenwälder Südamerikas über ein Gebiet mit einer riesigen Fläche von acht Millionen Quadratkilometern. Damit befindet sich hier die größte der drei Regenwaldregionen der Erde.

 

Diese zu erhalten ist nicht nur für den Klimaschutz eine bedeutende Aufgabe, sondern genauso für den Artenschutz und die weltweite Biodiversität. Jährlich verschwinden rund 150 Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich von der Erde.

 

Dabei ist die Biodiversität in den tropischen Regenwäldern besonders betroffen, denn viele Arten weisen eine nur sehr wenige Exemplare auf. Ohne den menschlichen Einfluss gehen Schätzungen zufolge nur bis zu 25 Arten pro Jahr verloren.

 

Wenn Aufforstungen von jungen Bäumen betrieben werden und man dieses Holz nutzt, schützt man indirekt die jahrhundertealten Naturwälder und Regenwälder. Denn wird ein Baum aus einer Aufforstung genutzt, braucht man schon keinen aus einem Regenwald fällen.

 

 

Einige interessante Holzinvestments im Überblick

Direktinvestments in Aufforstungsprojekte standen zeitweilig in keinem guten Ruf. Grund dafür war, dass eine unübersichtliche Zahl an Anbietern Projekte anboten, deren finanzielle wie ökologische Nachhaltigkeit nicht immer nachvollziehbar waren. Durch die verschärften gesetzlichen Anforderungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat sich die Zahl der Anbieter drastisch reduziert.

 

Einige Anbieter stellten das Anlagegeschäft komplett ein oder wurden durch Insolvenzen aus dem Markt gedrängt. Ausschließlich die beiden erfahrenen Emissionshäuser ForestFinance und Miller Forest haben bislang offizielle Verkaufsprospekte vorlegen können, die den strengen Anforderungen des Kleinanlegerschutzgesetzes Stand halten und somit von der BaFin geprüft und genehmigt wurden.

 

Miller Forest Energieholz 

Schnellwachsende Hölzer ernten – Naturwälder schützen.

Grundidee des Projektes Energieholz ist es, schnell wachsende Holzsorten anzubauen, die bereits nach sechs Jahren entnommen und zu Hackschnitzeln zum Heizen verarbeitet werden. Der Nachhaltigkeitsaspekt dabei ist der Schutz der Naturwälder. Denn die aufgeforsteten Wirtschaftsbäume werden statt der Naturbäume gefällt. Damit leistet das Projekt Energieholz einen wertvollen Beitrag gegen das Roden uralter Wälder in Paraguay. Das Emissionshaus MillerForest betreut rund 9.000 Hektar Waldflächen in Paraguay und arbeitet seit Jahren vertrauensvoll mit dem Forst-Serviceunternehmen Felber Forestal S.A. vor Ort zusammen.

Anleger, die in Energieholz investieren wollen, müssen mindestens 3.870,00 Euro mit einer Laufzeit von sechs Jahren anlegen, eine Verlängerung der Laufzeit auf zwölf beziehungsweise 18 Jahre ist möglich. Die prognostizierte Rendite (gemäß IRR) der Anlage beträgt bei einer Laufzeit von sechs Jahren 4,3 Prozent jährlich. Andere Varianten in andere Hölzer und mit Kauf der Grundstücksfläche sind ebenfalls von Miller erhältlich. Fragen Sie gerne bei uns nach (–> Kontakt).

 

 

ForestFinance KakaoWald

Braunes Gold – Die Frucht des Kakao-Baums.

Das Projekt KakaoWald investiert in die nachhaltige Aufforstung von peruanischen Kakaowäldern. Anleger pachten dafür eine Waldfläche von mindestens 1.000 Quadratmetern. Die Erträge werden durch die Ernte von Edel-Kakao erwirtschaftet. Der Anbau der Kakaobäume geschieht dabei nach den Kriterien des ökologischen Landbaus und des fairen Handels.

 

Der Nachhaltigkeitsgedanke des Projektes ist dabei, 20 Prozent der Investitionen für den Schutz von tropischen Regenwäldern in Panama einzusetzen. ForestFinance ist seit mehr als zwanzig Jahren im Markt aktiv und ist damit ein Pionier der nachhaltigen Direktinvestments.

 

Anleger, die in das Projekt KakaoWald investieren wollen, müssen mindestens 3.250 Euro (pro 1.000 Quadratmeter) einbringen. Die Mindestlaufzeit des Projektes beträgt 25 Jahre. Allerdings können Investoren bereits ab dem sechsten Jahr mit Erträgen rechnen und profitieren dann von regelmäßigen Einkünften durch den Verkauf des Kakaos. Die prognostizierte Rendite des KakaoWaldes beträgt sechs Prozent bei einer normalen Entwicklung der Anlage.

 

 

 

ForestFinance GreenAcacia

 Von der Acacia-Plantage zum biodiversen Mischwald.

Ein weiteres Holzprojekt des „Waldmachers“ FinanceForest ist GreenAcacia. Dabei wird in eine aufgeforstete Acacia-Plantagen in Kolumbien investiert. Die Plantage wird regelmäßig durchgeforstet und die entnommenen Bäume werden als Konstruktions- und Nutzholz verkauft.

 

Ziel ist es dabei, das Gebiet in einen dauerhaften Mischwald nach den Prinzipien der ökologischen und nachhaltigen Forstwirtschaft umzuwandeln und Menschen vor Ort langfristige und existenzsichernde Arbeit zu bieten.

 

Anleger die sich für GreenAcacia interessieren, können sich aber einer Mindestsumme von 2.625 Euro beteiligen. Die Laufzeit des Projektes beträgt zwölf Jahre, erste Auszahlungen sind prognosegemäß nach drei Jahren möglich, anschließend immer nach den Zwischenernten des entnommenen Holzes. Die prognostizierte Rendite von GreenAcacia beträgt sechs Prozent pro Jahr und hängt von der Menge der Holzernte ab sowie von der Entwicklung der internationalen Holzpreise.

 

 

Steuerliche Besonderheiten bei privaten Veräußerungsgeschäften

Ein Holzinvestment bedeutet dabei nichts anderes als kaufen und später wieder zu verkaufen. Da es sich bei Holzprojekten um Sachwerte handelt, werden Anleger faktisch Eigentümer. Die Erträge, die sich aus diesen Geldanlagen ergeben, müssen als Einkünfte aus dem Betrieb einer Land- und Forstwirtschaft in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden.

 

Holz ist eine sichere Bank.

Wer seine Waldgebiete später – etwa nach der Mindestlaufzeit des Projektes – verkauft, muss einige weitere steuerrechtliche Punkte beachten. Für Privatanleger gilt, dass der entstandene Gewinn, der sich beim Verkauf der Ländereiern ergibt, steuerpflichtig ist.

 

Der Veräußerungsgewinn wird berechnet sich einfach nach der Formel „Verkaufspreis abzüglich Anschaffungspreis“. Ebenfalls abgezogen werden die Kosten, die durch den Verkauf entstanden sind, beispielsweise Notargebühren. Für den Veräußerungsgewinn gibt es keine Freibeträge. Bleibt der erzielte Gewinn aus dem privaten Verkauf im Jahr allerdings unterhalb der Freigrenze von 600 Euro, so bleibt dieser steuerfrei. Liegt der Betrag darüber, muss der Veräußerungsgewinn komplett versteuert werden

 

Allerdings gilt dies nur, wenn zwischen dem Kauf und der Veräußerung ein enger zeitlicher Zusammenhang besteht. Bei Grundstücken und Grundstücksrechten sieht der Gesetzgeber diesen engen Zusammenhang und für einen Verkauf, innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb liegt im Zeitraum bis zu zehn Jahren. Das bedeutet, dass beim Verkauf eines Holzprojektes innerhalb von zehn Jahren nach Erwerb, die „Einkommensteuer auf Spekulationsgewinne“ fällig wird.

 

Die Zehn-Jahres-Frist betrifft in den vorgestellten Projekten nur Investoren, die sich für einen Anlagehorizont von sechs Jahren beim Holzprojekt Energieholz von Miller Forest entschieden haben. Je nach dem, wie sich die Investition entwickelt hat, kann es steuerlich interessant sein, die Laufzeit zu verlängern. Ebenfalls von dieser steuergesetzlichen Regelung sind Anleger betroffen, die sich vor Ablauf der Mindestanlagedauer für einen Verkauf entscheiden. Das Unterschreiten der Mindestlaufzeit ist allerdings auch so nicht zu empfehlen, da mit weiteren Kosten zu rechnen ist.

 

Achtung: Unsere steuerlichen Hinweise sind unverbindlich und können zu einem späteren Zeitpunkt durch eine geänderte Steuergesetzgebung falsch werden. Steuern sind ein individuelles Themengebiet. Fragen Sie unbedingt Ihren Steuerberater zu diesem Thema.

 

Wer ein Holzprojekt erbt, also unentgeltlich erwirbt, muss keine zehn Jahre warten, bis der Sachwert steuerfrei veräußert werden kann. Für diese Fälle ist der Zeitpunkt des Erwerbs durch den für den Erblasser maßgeblich.

 

Wer bei privaten Veräußerungsgeschäften Verluste einfährt, kann diese mit erzielten Gewinnen aus dem gleichen Jahr, in gleicher Höhe, meist auch nur innerhalb der gleichen Art der Einkünfte ausgleichen. Abzüge sind nicht möglich.

 

 

Gut Holz!

Wer in Holz investiert, leistet einen ökologisch sinnvollen Beitrag und trägt zu einer Verbesserung des Klimas weltweit bei. Um sicher zu gehen, dass das Holzinvestment auch wirklich nachhaltig wirkt, sollten Anleger auf Projekte erfahrener Anbieter zurückgreifen und auf das FSC-Siegel  achten. Das FSC-Zertifikat steht für umweltgerechte, soziale und wirtschaftlich tragfähige Waldprojekte.

 

Da bei Direktinvestments oft unzählige Fragen auftauchen, ist es außerdem gut, wenn ein erfahrener Finanzexperte beratend zur Seite steht. Grünes Geld, Experte für nachhaltige Geldanlagen, verfügt über eine langjährige Erfahrung mit Holzprojekten und kennt die Anbieter genau. Mit ausgewählten Holz-Projekten haben Anleger die unvergleichliche Möglichkeit, direkt und detailliert nachzuverfolgen, wie ihr Geld angelegt wird und wie es vor Ort positive ökologische und soziale Entwicklung bewirkt. Neben dieser hohen Transparenz und Wirksamkeit, lassen sich mit diesen Projekten darüber hinaus auch überdurchschnittliche Rendite erzielen. Damit stellen nachhaltige Holz-Projekte eine gute Geldanlage für viele Investoren da. Jeder Anleger ist anders. Daher bietet Grünes Geld nicht nur wirkungsvolle Holz-Projekte, sondern auch weitere interessante Spar- und Anlagemöglichkeiten rund um den schönsten und nützlichsten Werkstoff der Welt.

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Kiribaum im Selbstversuch: aktuelle Situation Juni 2017

Freitag, 30. Juni 2017

Sie möchten mehr wissen?

Artikel vom 26.6.14
Artikel vom 22.7.14

Bilder vom 28.5.15
Artikel vom 3.6.16

 

 

Zusammenfassung: Auch nach 3 Jahren ist der Wuchs der selbst gepflanzten Kiri-Bäume erstaunlich. Aus 17 cm wurden heute 4 Meter. Den späten Frost im April 2017 haben die Bäume gut verkraftet.

 

 

 

Wir als Grünes Geld sind einer der wenigen Finanzdienstleister, die ausschließlich ethisch-ökologische Anlagen anbieten. Unsere Mandanten erzielen damit eine doppelte Rendite – eine finanzielle Rendite und einer ethische Rendite. Deshalb prüfen wir die Angebote vielleicht auch anders als andere. Eine unserer Prüfung führte dazu, dass wir 2 Kiri-Bäume im Selbstversuch hier in Deutschland pflanzten. Wir wollten einfach sehen, wie sich die tatsächliche Entwicklung mit den Angaben der Anbieter deckt.

 

 

Natürlich sind wir uns bewusst, dass die Bedingungen im eigenen Garten nicht optimal sind. Die Böden wurden bei uns nicht untersucht und optimiert; eine Düngung erfolgt nicht und Schattenwurf von umstehenden Immobilien verhindern optimales Wachstum.

 

 

Trotzdem: nach nunmehr 3 Jahren und einem Wachstum von 17 cm auf heute rund 4 Meter ist erstaunlich.

 

 

In 3 Jahren rund 4 Meter gewachsen: Kiri-Baum am 30 Juni 2017 (Bild: Grünes Geld)

 

 

 

 

 Höhe    Umfang in Brusthöhe
Baum 1 (früherer Goliath)     3,95 m  15 cm
Baum 2 (früherer David) 4,05 m  16 cm

 

 

 

Die im Bild gezeigten Bäume sind dabei Kiri’s der Sorte NordMax21® für die die We Grow Kiri GmbH in Deutschland bereits 2012 für 30 Jahre den Bundessortenschutz erhalten hat. Sie sind auch für die deutschen Klimaverhältnisse gemacht und vertragen leichten Frost.

 

 

 

Das mussten sie dieses Jahr unter Beweis stellen. Die Bäumen hatten bereits Triebe entwickelt, als der Frost im April zuschlug. Während in der Region viele Bauern von Ernte-Verlusten von teilweise 90 Prozent berichten und eine befreundete Winzerin 70 Prozent Ausfall in 2017 beklagt, haben die Kiri-Bäume nach 2-3 Wochen wieder neue Triebe entwickelt.

 

 

 

Die größte Überraschung: der frühere „Goliath“, also der Baum, der noch in 2016 größer war als der andere, hat durch eine neue Immobilie auf dem Nachbargrundstück weniger Sonne abbekommen. Die Folge: der frühere „David“, hat ihn überholt und ist heute dicker und höher.

 

 

 

Während der bekannteste Anbieter von Kiri-Baum-Investments, WeGrow aus Bonn, die ersten Projekte in Deutschland realisierte, sind aktuelle Anpflanzungen in Spanien beheimatet (Video zum KiriFonds III). Das neue Angebot KiriFonds IV soll demnächst erscheinen und wird derzeit – wie viele andere Projekte – noch bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) geprüft. Geben Sie uns hier bescheid, wenn Sie Informations-Material dazu wünschen.

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Klimafreundlich investieren – Marktüberblick Low Carbon Indices

Dienstag, 27. Juni 2017
Zusammenfassung: Um die fortschreitende Erderwärmung wirkungsvoll zu stoppen, lautet das gemeinsame Ziel der Staatengemeinschaft Dekarbonisierung. CO2-Emissionen sollen daher drastisch reduziert und kompensiert werden. Bis 2100 ist eine vollständige globale Dekarbonisierung geplant. Um das zu erreichen, müssen die Schäden der Industrialisierung behoben und alternative Energien gefördert werden. Um diese Veränderungen voranzutreiben, sind gezielte Investitionen gefragt. Für Anleger ist es jedoch nicht immer einfach, klimafreundliche Geldanlagen sicher zu identifizieren. Mittlerweile existieren mehrere Low Carbon Indices mit unterschiedlichen Regularien.

 

 

Erderwärmung stoppen!

Die Wirtschaftsweise der Industrienationen befindet sich in einem neuen richtungsweisenden Umbruch. Der Schlüsselbegriff lautet Dekarbonisierung oder auch Entkarbonisierung. Ziel ist es dabei, einen möglichst geringen Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) zu verursachen und unvermeidbare Emissionen zu kompensieren. Eine der wichtigsten Branchen in dieser wirtschaftlichen Umwälzungsphase stellt die Energiewirtschaft dar. Denn nur eine konsequente Energiewende, also die Nutzung Erneuerbarer Energien und die Abkehr von fossilen Energieträgern, kann die fortschreitende Erderwärmung wirkungsvoll stoppen.

 

Dekarbonisierung ist aktuell das Mittel der Wahl im Klimaschutz. Darin stimmt die Mehrheit der Staatengemeinschaft weltweit überein. So beziehen sich die von den Vereinten Nationen 2015 vereinbarten 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) in den Punkten „nachhaltige Energie“ und „Bekämpfung des Klimawandels“ direkt auf die dringende Aufgabe der Dekarbonisierung. Im gleichen Jahr vereinbarten die Teilnehmer des G7-Gipfels auf Schloss Elmau, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 drastisch zu reduzieren und bis zum Jahr 2100 auf null zu bringen.

 

In die gleiche Richtung geht auch das Abkommen von Paris im Dezember 2015. Die UN-Klimakonferenz hatte dort beschlossen, den CO2-Ausstoß weltweit zurückzufahren und so die globale Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Die Pläne wurden auf der folgenden Konferenz in Marrakesch weiter ausgearbeitet. Außer die USA Donald Trump’s, der vor vier Wochen das Pariser-Abkommen für die USA aufgekündigt hat, setzt derzeit keine der führenden Industrienation weiter auf Kohle.

 

 

Von der industriellen Revolution zur Dekarbonisierung

Kohle – Ehemals der Garant für Fortschritt.

Der negative Anteil der Kohle, wie auch anderer fossiler Energieträger, am Klimawandel ist in erster Linie nicht allein der Produktion von klimaschädlichen Treibhausgasen geschuldet, sondern vor allem durch die enorme Menge der Ausstöße seit der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts. Denn durch die Entwicklung der Dampfmaschine veränderte sich die gesamte Arbeitswelt. Die wirtschaftliche Produktion stieg rapide. Die industrielle Fertigung verdrängte zunehmend die Herstellung von Gütern in Manufakturen und Handwerk. In der Folge florierte der Handel, es entstanden Industriezentren.

 

War 1800 Deutschland noch ein reiner Agrarstaat, zogen ab den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts Landarbeiter zunehmend in die Städte und arbeiteten in den Fabriken und im Bergbau. Die Agrarwirtschaft, vor allem das Kleinbauerntum, wurde wirtschaftlich stark zurückgedrängt.

 

Kohle, Stahl und der Eisenbahnbau entwickelten sich zu den drei erfolgreichsten Bereiches des wirtschaftlichen Aufschwungs und treiben die Industrialisierungsspirale immer weiter an. Kohle spielt dabei als Energielieferant eine bedeutende Rolle, die bis vor wenigen Jahren das Selbstverständnis einer ganzen Region im Westen Deutschlands prägte. Schließlich hatte sich der Kohlebergbau im Ruhrgebiet schon früh zu einem wichtigen Standortfaktor entwickelt. Bereits 1839 wurde in den Gruben mehr als eine halbe Tonne Steinkohle gefördert, in den kommenden zwanzig Jahren konnte die Menge bereits verdoppelt werden. Damit sicherte der Energielieferant Kohle die ebenfalls steigende Eisenproduktion. Die frühen Logistikherausforderungen wurden durch den Ausbau des Schienennetzes in den folgenden Jahrzehnten bewältigt.

 

 

Keine Veränderungen ohne Investitionen

Wandel ist beständig – vom Kohlrevier zur Kulturregion

Technische Innovationen haben den Erfolg der Industrialisierung voran getrieben. Aber auch umwälzende Veränderungen im Finanzwesen hatten einen entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung: Während die ersten Gründungen in der frühen Phase der Industrialisierung noch vornehmlich durch das Vermögen der Unternehmer finanziert wurde, entstanden in der Folge Großbanken, Kapital- und Aktiengesellschaften. So hatte die 1846 gegründete Preußische Staatsbank vor allem den Zweck, Kredite an Unternehmen zu vergeben, um neue Fabriken aufzubauen und weitere Güter produzieren zu können. Die Finanzwirtschaft entwickelte sich im Zuge der Industrialisierung auch zu einer Schlüsselbranche.

 

Geld war und ist noch immer der Hebel zur Veränderung. So wie zahlreiche Investitionen einmal zur Ausbreitung der Industrialisierung beigetragen haben, kann Geld auch heute eine bedeutende Rolle spielen, wenn es um das gemeinsame Ziel geht, die Schäden zu beheben, die der industrielle Fortschritt mit sich gebracht hat. Wer heute nachhaltig investieren will, sollte daher darauf achten dass die ausgewählten Geldanlagen einen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten.

 

 

Dekarbonisierung als Anlagestrategie

Das Thema Klimaschutz ist längst auch in der Finanzwirtschaft angekommen. Doch gerade für Privatanaleger ist es oft nicht einfach, die Auswirkungen ihrer Investments vollständig zu überblicken. Aber auch institutionelle Anleger, wie beispielsweise Kirchen, Pensionskassen und Versicherungen wünschen sich mehr Transparenz zu diesem wichtigen Zukunftsthema.

 

Geld ist ein mächtiger Hebel

Entsprechend der Nachfrage nach emissionsarmen Werten, werden zunehmend neue Low Carbon Indices angeboten. Im Gegensatz zu Klimaindices und Klimafonds, die im Allgemeinen nur auf bestimmte Bereiche wie Erneuerbare Energien, Energieeffizienz oder spezielle Umwelttechnologien setzen, sind die Werte in den Low Carbon Indices branchenübergreifen aufgestellt.

 

Eine seriöse Zusammenstellung beschränkt sich dabei nicht allein auf den Ausschluss bestimmter Branchen, wie beispielsweise dem Bergbau, sondern bezieht auch den CO2-Ausstoß in der Wertschöpfung vermeintlich harmloser Produkte und Dienstleistungen in die Betrachtung mit ein. Experten betrachten zudem reine Ausschlüsse als demotivierend für Unternehmen im Wettbewerb um eine verbesserte Energieeffizienz.

 

 

Überblick Low Carbon Indices

 

1. Global Challenges Index

Seit 2007 existiert der Global Challenges Index (GCI), den die Börse Hannover zusammen mit der Nachhaltigkeitsrating-Agentur oekom Research AG entwickelt hat. Der GCI versteht sich als Nachhaltigkeitsindex und fokussiert nicht nur stark das Thema Dekarbonisierung, sondern bezieht weitere Gesichtspunkte, wie beispielsweise den Erhalt der Artenvielfalt, sichere Trinkwasserversorgung, nachhaltige Waldwirtschaft und Bekämpfung der Armut mit ein. Damit entspricht dieser Index den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDG). Der Index beinhaltet 50 Titel globaler Unternehmen die nach ihrem sozialen und ökologischen Engagement ausgewählt werden und arbeitet mit strengen Ausschlusskriterien.

 

2. Low Carbon 100 Europe Index

Der Low Carbon 100 Europe Index wurde 2008 von der paneuropäischen Börse Euronext entwickelt und ist damit der älteste reine Low Carbon Index mit insgesamt 100 Titeln. Der Index wählt aus den größten europäischen Unternehmen 10 bis 15 Werte aus, die den höchsten Anteil an emissionsarmen Techniken ausweisen können. Ergänzt wird der Index durch 85 bis 90 Unternehmen mit der besten Bewertung des Carbon Disclosure Project, einer britischen Non-Profit-Organisation, die jährlich Unternehmensdaten zum CO2-ausstoß erhebt und aktuell über die weltweit größte Datenbank zu diesem Thema verfügt. Der Low Carbon 100 Europe Index unterliegt der Überwachung eines Expertengremiums und bildet die Basis für strukturierte Produkte, Fonds und Indexfonds.

 

3. ECPI Global Carbon Equity

Anfang 2010 wurde der ECPI Global Carbon Equity  aufgelegt. Dieser Index entstand in der Zusammenarbeit des nachhaltigen Indexanbieter ECPI und der Unternehmensberatung Arthur D. Little. Der ECPI Global Carbon Equity umfasst 40 Werte aus energieintensiven Branchen wie Industrie, Technologie, Energie, Rohstoffe und Gesundheit. Dabei muss jeder Titel eine Marktkapitalisierung von mindestens einer Milliarde Euro aufweisen können. Die ausgewählten Unternehmen verfügen über – im Branchenvergleich – niedrige Emissionswerte und sind so aufgestellt, dass sie auch bei strengeren gesetzlichen Vorgaben im Markt bestehen können. Darüber hinaus bewerten die Index-Manager die Nachhaltigkeit der Unternehmen anhand von vielfältigen Umwelt-, Sozial- und Governance-Informationen und überprüfen die Zusammenstellung des Index halbjährlich.

 

4. MSCI Global Low Carbon Leader Indexes

Die MSCI Global Low Carbon Leader Indexes  wurden 2014 vom Indexanbieter MSCI als neue Index-Familie lanciert. Diese Indices sollen die Werte des gesamten Aktienmarktes repräsentieren und einen repräsentativen Vergleich der Werte auf dem Weg zu einer emissionsfreien Wirtschaftsweise ermöglichen. Die in diesem Index enthaltenen Unternehmen sollen ihren CO2-Fußabdruck mindestens um 50 Prozent senken.

 

Der Index schließt die Aktien der größten CO2-Emittenten aus, ebenfalls entfernt werden Werte, die große Reserven von fossilen Energieträgern halten, in erster Linie Ölfirmen. Dieser Dekarboniserungsindex enthält damit nur Aktien von Unternehmen, die deutlich weniger CO2 verursachen als die Unternehmen des konventionellen Aktien-Index. Im Schnitt liegt die CO2-Emission damit rund 60 bis 70 Prozent unter den Werten des ursprünglichen Index. Darüber hinaus weichen die MSCI Global Low Carbon Leader Indexes kaum mehr als zwei Prozent vom Hauptindex ab.

 

5. Ethical Europe Climate Care Index

Der Ethical Europe Climate Care Index wurde 2015 vom deutschen Index-Anbieter Solactive gemeinsam mit französischen Bank BNP Paribas aufgelegt. Der Index umfasst 30 Unternehmen aus Index Stoxx Europe 600. Ausgewählt werden die nachhaltigsten Werte jeder Branche. Dabei wird auch der CO2-Fußabdruck mitberücksichtig. Die Zusammenstellung des Index wird vierteljährlich überprüft.

 

Solactive hat darüber hinaus mit der Schweizer South Pole Group eine „Low Carbon Aktienindexfamilie“ gegründet und 2016 dazu einen Bond Index aufgelegt. Dieser Index arbeitet nach dem Ausschlussverfahren. Aufgenommen werden nur die Unternehmen mit den besten Werten im Vergleich. Ausgeschlossen sind außerdem Unternehmen die keine Strategie in Sachen Klimaschutz vorweisen können.

 

6.  Stoxx Low Carbon index family

2016 hat der Indexanbieter der Deutschen Börse, Stoxx, eine Low-Carbon-Familie aus 27 Teilindizes lanciert, mit deren Hilfe sich das Portfolio dekarbonisieren lässt. Dabei orientieren sich die „Low Carbon Indizes“ stark an den herkömmlichen Benchmarks. Bei den „Reported Low Carbon Indizes“ setzt Stoxx auf Unternehmen, die ihre CO2-Emissionen offen legen. Unternehmen mit reduzierten Emissionen sind im „Industry Leader Low Carbon Indizes“ enthalten. Im „Global Climate Change Leaders Index” sind schließlich die Unternehmen, die ausgezeichnete Bewertungen des Carbon Disclosure Projects erhalten. Sämtliche großen CO2-Emittenten schließen die „Low Carbon Footprint Indizes“ aus. Hier werden CO2-intensive Branchen wie vollständig ausgeschlossen.

 

 

Nachhaltig investieren und den Überblick behalten

Sonne und Wind – saubere Energien!

Wer nachhaltig Geld anlegen will, sollte in emissionsarme Projekte investieren. Die Vielzahl der Low Carbon Indices zeigt zum einen, dass die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Finanzwelt angekommen sind. Die unterschiedlichen Regularien zeigen aber auch, dass nicht alle Indices die Tragweite der Themen widerspiegeln. Generell wird die Idee des Dekarbonisierungsindex von der UNEP, der Umweltorganisation der Vereinten Nationen, unterstützt. Schließlich können diese Indices dazu beitragen, dass Investoren nicht nur gute Erträge in ihre Entscheidung mit einbeziehen, sondern auch den relevanten Beitrag zur Reduzierung des klimaschädigenden CO2.

 

Eine entschiedene Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoß liegt vielen privaten Anlegern am Herzen. Bei der Entscheidung für die passende Geldanlage helfen jedoch die diffizilen Indices weniger. Hier bauen viele Anleger auf die vertrauensvolle Beratung mit versierten Finanzberatern, die sich den gleichen Werten verpflichtet sehen. Grünes Geld, erfahrener Finanzexperte und Anbieter nachhaltiger Investments, kennt den Markt genau und bezieht ethische und ökologische Gesichtspunkte in die Beratung ein.

 

Grünes Geld hat mehr als 300 interessante Geldanlagen im Angebot. Durch einen besonderen Schwerpunkt auf Investments im Bereich Erneuerbarer Energien können Anleger sicher sein, dass ihr Geld einen Beitrag zur Dekarboniserung leistet und gleichzeitig auch eine attraktive Rendite sichert.

 

 

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Biodiversität – Natürliche Vielfalt schützen und erhalten

Freitag, 23. Juni 2017
Zusammenfassung: In den vergangenen Jahrtausenden haben sich Tier- und Pflanzenarten, aber auch der Mensch, als extrem anpassungsfähig erwiesen. Der beschleunigte Klimawandel hat jedoch zur Folge, dass viele Arten sich nicht mehr mit den veränderten Lebensbedingungen zurechtfinden. Die Folge ist ein rasantes Artensterben und damit eine extreme Reduktion der Biodiversität. Diese Entwicklung hat ökologische, ökonomische und soziale Folgen für das menschliche Leben. Eine ganzheitliche Biodiversitätsstrategie soll entgegenwirken.

 

 

Der Wegfall von Arten, gefährdet die Balance.

„Diversity-Management“ etabliert sich seit seinigen Jahren, vor allem in großen und international aufgestellten Unternehmen. Der Begriff bezeichnet die heterogene Zusammensetzung eines Teams. Durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Geschlechter, Altersklassen und Ethnien oder Herkunftsländern soll ein optimales Ergebnis erzielt werden. Schließlich werden unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen in den Arbeitsprozess miteingebracht. Unternehmen, die in ihrer Personalpolitik auf „Diversity“ setzen, profitieren im Allgemeinen von soliden Arbeitsergebnissen und sind um eine diskriminierungsfreie Firmenführung bemüht.

 

Eine gute Entwicklung und gleichzeitig eigentlich keine neue Idee. Denn Vielfalt gehört zum Leben. Das Zusammenspiel und die Nutzung der unterschiedlichsten Fähigkeiten führt zu ausgewogenen Verhältnissen – das gilt nicht nur im Arbeitsleben und in der sozialen Interaktion, sondern genauso in der Natur.

 

 

Biodiversität – das Ideal der Vielfalt

Die natürliche Vielfalt ist der Masterplan der Diversität. In den letzten Jahrzehnten hat sich dafür der Begriff der Biodiversität durchgesetzt. Biodiversität beschreibt das komplexe Zusammenspiel aller lebenden Organismen und deren Abhängigkeiten voneinander. Damit zählen alle Tier- und Pflanzenarten aus sämtlichen ökologischen Systemen zur biologischen Vielfalt. Biodiversität findet also auf der ganzen Welt statt, auf dem Land genauso wie in den Meeren.

 

Rund um den Globus lassen sind drei Bereiche durch eine besonders hohe Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen gekennzeichnet. Dazu gehören die Tropen, die Ozeane sowie die Wälder. Um hier das rapide Schwinden der Arten zu bremsen, versuchen viele Nationen und Organisationen diese Ökosystems besonders zu schützen. Aber auch alte Kulturlandschaften stellen wertvolle Lebensräume für die Artenvielfalt dar.

 

Generell spielt bei der Biodiversität jedoch nicht nur die Menge der Arten eine wichtige Rolle. Genauso bedeutsam ist auch die richtige Zusammensetzung innerhalb der jeweiligen Lebensräume. Tier- und Pflanzenarten, die an die regionalen Gegebenheiten und das entsprechende Klima angepasst und aufeinander abgestimmt sind, bilden gemeinsam ein funktionierendes Ökosystem.

 

Biodiversität schließt in seinem Konzept den Menschen mit ein. Entsprechend bezieht sich der Erhalt der Artenvielfalt auch auf Tier- und Pflanzenzüchtungen, die eine Jahrtausende alte Tradition aufweisen.

 

 

Sicherung der Biodiversität ist Grundlagensicherung

CO2-Speicherung – wichtig für den Klimaschutz.

Die Erhaltung dieser genetischen Vielfältigkeit ist auch eine elementare Grundlage für das menschliche Leben. Ein Aspekt, der – gerade in den Industrienationen – rasch in Vergessenheit gerät. Der Schutz zahlreichen Tier- und Pflanzenarten ist keine wohltätige Aufgabe, denn Fakt ist, dass durch massive Eingriffe und durch die Zerstörung vielfältiger Ökosystems nicht nur die Artenvielfalt in gefährdet wird. Der Mensch entzieht sich auch zugleich selbst die Lebensgrundlagen.

 

Schließlich ist eine intakte Biodiversität die Voraussetzung für die zuverlässige Befriedigung der Grundbedürfnisse menschlichen Lebens. Dazu zählen saubere Luft und Wasser, Klimaschutz durch die Speicherung des Treibhausgas Kohlendioxids (CO2) in Wäldern, Bodenflächen und den Ozeanen und – nicht zu vergessen – sämtliche Nahrungsmittel und Rohstoffe, die aus der Tier- und Pflanzenwelt entnommen werden.

 

Dass in diesem Bereich eine Schädigung der Artenvielfalt unabsehbare Konsequenzen für die Ernährung der Menschheit mit sich bringt, liegt auf der Hand. So sind heute nicht nur viele alte Arten bedroht, auch wertvolle Kulturpflanzen und – Tierzüchtungen verschwinden zunehmend von der Bildfläche, es setzen sich zunehmend Monokulturen durch und verdrängen die Artenvielfalt. Von den etwa 7.000 kultivierten Pflanzenarten, die der menschlichen Ernährung dienen, liefern beispielsweise aktuell nur noch 15 Arten rund 90 Prozent der Nahrung.

 

Darüber hinaus dient die biologische Artenvielfalt noch unzähligen weiteren Bereichen des modernen menschlichen Lebens, denn auch die medizinische Forschung profitiert von den reichen genetischen Ressourcen, der technologische Fortschritt orientiert sich vielfach an biologischen Vorbildern und kopiert gelungene Anpassungsstrategien für innovative Entwicklungen.

 

Wer also auf Vielfalt statt Einfalt setzt, hat gute Gründe die biologische Vielfalt auch weiterhin zu erhalten und auch die Schönheit des natürlichen Artenreichtums zu genießen. Der Schutz der Biodiversität ist dabei auch Teil der des Nachhaltigkeitsdenkens und der Verantwortung gegenüber kommender Generationen.

 

 

Bedrohung der Biodiversität

Riesen-Bärenklau – vor allem für Allergiker ein Problem.

Schätzungen der UNESCO zufolge, sterben täglich 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Die biologische Vielfalt ist eindeutig in Gefahr. Dafür zeichnen viele unterschiedliche Faktoren verantwortlich. Vielfach werden gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten als Grund für das Verschwinden einzelner Spezies gesehen und in der Tat verdrängen Neophyten, wie beispielsweise der Riesen-Bärenklau, heimische Kräuter. Aber das ist nur eine Facette der Bedrohung. Eine Große Gefahr stellt die direkte Zerstörung von Lebensräumen dar. Dazu zählen unter anderem großangelegte Brandrodungen, beispielsweise in Südamerika, bei denen unzählige Tier- du Pflanzenarten ihren Lebensraum verlieren. Aber auch kleine und große Infrastrukturprojekte entziehen heimischen Arten die Lebensgrundlage. Hinzu kommen der generelle Raubbau an der Natur und die zunehmende Übernutzung, wie etwa durch Überfischung, Überweidung und industrielle Landwirtschaft, Massen-Tourismus sowie Gewässer- und Bodenverschmutzung.

 

 

Convention on Biological Diversity – Biodiversität wird Chefsache

Menschen, Tiere und Pflanzen haben sich über die vergangenen Jahrtausende hinweg als extrem anpassungsfähig erwiesen und konnten so ihren Fortbestand sichern. Allerdings setzen zu rasch veränderte Umweltbedingungen sämtlichen Spezies stark zu, nicht alle werden sich in der nötigen Geschwindigkeit anpassen können. Damit verantwortet die Klimakrise auch den Verlust zahlreicher Arten. Eines der populärsten Opfer ist dabei der Eisbär, der bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht.

 

Um dem alarmierenden weltweiten Artensterben entgegenzuwirken, haben die Vereinten Nationen im Rahmen der Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro die Biodiversitätskonvention (Convention on Biological Diversity, kurz: CBD) auf den Weg gebracht. Die Konvention wurde Ende 1993 verabschiedet.

 

 

Schutz, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit

Vielfältige Lebensräume erhalten – auch für Einsiedler.

Der ganzheitliche Ansatz der Biodiversitätskonvention ist es, die biologische und genetische Vielfalt auf der Erde zu schützen und zu bewahren. Weiterhin ist die Staatengemeinschaft aufgefordert, die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen so zu organisieren, dass auch künftige Generationen noch ausreichende Lebensgrundlagen vorfinden werden. Außerdem sollen die Gewinne, die sich aus der Nutzung der natürlichen Ressourcen ergeben, gerecht verteilt werden.

 

Mit diesen drei Zielen geht die Biodiversitätskonvention über die klassischen Schutzansätze hinaus. Sie berücksichtigt nicht nur die ökologischen Aspekte des Problems, sondern bezieht auch die ökonomischen und sozialen Gesichtspunkte gleichberechtigt in das Konzept mit ein.

 

Diese umfassende Sicht der Dinge macht deutlich, dass die genetische Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt und die intakten Ökosysteme unverzichtbare Grundlage für das Leben der Menschen weltweit ist. Besonders in den – traditionell landwirtschaftlich geprägten – Entwicklungsländern wird deutlich, dass die biologische Vielfalt – sprich die heimischen Tier- und Pflanzenarten – die unmittelbare Voraussetzung für ein selbstständiges Leben und Überleben darstellen. Natürliche Ressourcen zu sichern ist damit auch eine wirksame Methode, Armut und Hunger zu bekämpfen.

 

 

Nationale Umsetzung der Biodiversitätskonvention

Naturschutz ist ein gesellschaftlich getragenes Thema in Deutschland. Allerdings bezog sich der Schutz von Fauna und Flora ausschließlich auf die heimischen Tier- und Pflanzengattungen und hatte kaum eine globale Dimension.

 

Wildkräuter – Vielfalt statt Einfalt.

Seit November 2007 setzt Deutschland die Biodiversitätskonvention mit der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“. Neu an der Strategie ist, dass kein starrer Fahrplan vorgegeben wird, nach dem zu handeln ist. Vielmehr setzt die Strategie auf einen breit angelegten Dialogprozess und eine effektive Vernetzung gesellschaftlicher Gruppen, Unternehmen, Verbänden und Organisationen. Durch dieses Vorgehen, kann der Komplexität des Themas am ehesten Rechnung getragen werden, denn durch die Vielzahl der beteiligten Akteure ist eine 360-Grad-Sicht auf die Gesamtproblematik gegeben.

 

Die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt ist fester Bestandteil der Bundespolitik. Mit rund 330 formulierten Zielen und 430 Maßnahmen zu allen relevanten Themen, zählt die deutsche Strategie zur Sicherung der Biodiversität zu den ambitioniertesten weltweit.

 

Im Rahmen dieser Strategie wurde zur Umsetzung der Biodiversitätsziele ein Förderprogramm entwickelt. Dieses Programm definiert die konkreten Fördermaßnahmen im Sinne der von UN definierten Zielsetzung. Abgestimmt mit Vertretern der Länder und Kommunen, Waldbesitzern, Landwirten sowie den Umwelt- und Naturschutzverbänden wurden nicht nur Schwerpunkte der Förderung ausgearbeitet. Auch vielfältige Maßnahmen zur Verbesserung der Akzeptanz des Biodiversitätsprogramms und eine umfassende Informations- und Kommunikationskampagne gehören zum Programm. Besondere Förderung erfahren Projekte, die eine Leuchtturmwirkung für andere Regionen oder Länder haben können und besondere Maßstäbe setzen in Sachen Schutz der Biodiversität, nachhaltiger Nutzung und gerechter Verteilung.

 

 

Vier Schwerpunkte des nationalen Programms biologischer Vielfalt

Bei der konkreten Umsetzung der Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, hat Deutschland vier Förderschwerpunkte entwickelt.

 

Der erste Schwerpunkt umfasst die sogenannten „Verantwortungsarten“. Das bezeichnet die Tiere und Pflanzen, deren Bestand dringend gesichert werden sollte, weil sie nur oder zu großen Teilen in Deutschland vorkommen oder weil ihre Art weltweit gefährdet ist. Daher sind hier besondere Anstrengungen vorgesehen, um die entsprechenden Lebensräume zu erhalten oder wieder herzustellen.

 

Der Schutz von „Hotspots der biologischen Vielfalt“ ist das zweite große Förderziel. Hotspot-Regionen sind dabei besondere Lebensräume mit einer hohen Dichte und Vielfalt von Arten. Selbst das Industrieland Deutschland kann immerhin rund 11 Prozent der Landesfläche als Hotspots ausweisen. Dazu zählen Gebiete in den Alpen genauso wie die Küsten, aber auch Kulturlandschaften in den Mittelgebirgsregionen und Flusstälern.

 

Sauberes Trinkwasser – ein Service der Natur.

Die Natur bietet Menschen eine Existenzgrundlage und ist damit ein bedeutsamer Dienstleister. Die „Sicherung von Ökosystemdienstleistungen“ ist daher ein weiterer Förderschwerpunkt. Das klingt sehr formell, beschreibt jedoch die Sicherung der existenziellen Ressourcen, wie sauberes Trinkwasser, ausreichende Nahrungsmittel, Heilpflanzen und Energieträger. Außerdem schließt dieses Konzept die Speicherung von CO2 für einen wirkungsvollen Klimaschutz mit ein. Diese wichtigen Aufgaben geben den Ökosystemdienstleistungen einen hohen ökonomischen Wert. Um auch zukünftig auf die „Services der Natur“ zurückgreifen zu können, müssen diese Dienste nachhaltig genutzt werden.

 

Weitere Förderschwerpunkte des Biodiversitätskonzepts sind Maßnahmen, die eine beispielhafte und repräsentative Aufgabe übernehmen. Dazu werden ausgewählte Einzelprojekte besonders herausgestellt, um als Beispiel für ähnliche Maßnahmen zu dienen. Das können beispielsweise spezielle Bildungsprojekte sein oder auch konkrete Maßnahmen zu klimaschützenden Maßnahmen im städtischen Raum.

 

Die Umsetzung der Biodiversitätskonvention obliegt dem Bundesamt für Naturschutz. Gemäß dem ganzheitlichen Ansatz des nationalen Konzepts, sind jedoch auch weitere Behörden und Ministerien eingebunden. So setzt auch das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung  große Teile der Strategie mit um und unterstützt Partnerländer dabei, die biologische Vielfalt zu schützen und nachhaltig zu nutzen. Ziel der Entwicklungszusammenarbeit ist es dabei auch, dass die lokale Bevölkerung auch direkt von dieser Entwicklung profitieren kann. Das kann zum einen durch die Sicherung der Nahrungsautonomie sein, zum anderen werden auch Faktoren für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung gestärkt. Beispielsweise durch die nachhaltige Vermarktung von Heilpflanzen oder auch durch Projekte für einen klimafreundlichen Ökotourismus.

 

 

Komplexe Aufgaben – durchdachte Lösungen

Ein durchdachtes Biodiversitätskonzept kann helfen, die Lebensgrundlagen langfristig zu sichern. „Überzeugend ist vor allem, die drei Aspekte Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit miteinander zu verknüpfen“, findet Carmen Junker, Gründerin und Geschäftsführerin von Grünes Geld, einem erfahrenen Anbieter nachhaltiger Geldanlagen. Auch die Finanzexperten von Grünes Geld arbeiten nach diesen drei Gesichtspunkten und bieten ihren Kunden ökologische und ethische Investments, die zugleich eine attraktive Rendite versprechen. So können auch private Investoren durch grüne Geldanlagen einen wirkungsvollen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.