Archiv für die Kategorie ‘Politik’

Energieeffizienz – Die Kennzeichnung von Elektrogeräten wird neu geordnet

Freitag, 29. September 2017
Zusammenfassung: Energieeffizienz beschreibt die optimale Ausnutzung der Energie bei elektrischen Geräten. Durch die EU-Kennzeichnung mit der farbigen Effizienzskala, können Verbraucher zuverlässig den Verbrauch eines Gerätes ermitteln und so Stromkosten sparen und die Umwelt schonen. Die EU hat in diesem Jahr die vereinfachte Einstufung der Geräte in eine Skala von A bis G beschlossen. Besonders wichtig dabei – die Energieeffizienz von Heizgeräten und Warmwasserbereitern.

 

 

Nicht von den Energiekosten auffressen lassen.

Energiesparen schont die Umwelt und die Haushaltskasse. Aber während Sparsamkeit immer auch mit einem Verzicht verbunden ist, sorgt Effizienz für eine optimale Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Mittel.

 

Das Zauberwort lautet daher Energieeffizienz. Und die hat sich in der Tat in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen stark verbessert.

 

 

Wer heute ein neues Elektrogerät anschaffen will, sollte nicht nur die unterschiedlichen Preise vergleichen, sondern auch den Energieverbrauch des Produktes im Blick haben. Denn sonst kommt ein scheinbar günstiges Gerät – durch einen hohen Energieverbrauch – schnell teurer,  als ein sparsameres Gerät zum höheren Preis.

 

Der Energieverbrauch von Haushaltsgeräten durch eine entsprechende Kennzeichnung leicht ersichtlich. Durch den niedrigeren Energiebedarf lassen sich zum einen die privaten Kosten senken, zum anderen wird auch die Energienachfrage eingedämmt. So können die Energieeffizienzziele der Europäischen Union erfolgreich umgesetzt werden.

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Monatssparen – Die einfache Art der Geldanlage

Freitag, 15. September 2017
Zusammenfassung: Sparen gilt als Tugend. Aber lohnt sich Sparen noch zu Zeiten des Niedrigzinses? Die Antwort lautet „jein“, denn Sparbuch & Co. haben in der Tat ausgedient. Dafür gibt es mittlerweile vielfältige Angebote, die monatliches Sparen attraktiv machen und gleichzeitig nachhaltig wirken.

 

 

Sparen hat teilweise an Glanz verloren.

Sparen oder nicht sparen – eine schwierige Frage in Zeiten des anhaltenden Niedrigzinses. Selten war es schwieriger, zwischen Vernunft und Spaß abzuwägen. Denn die alte Weisheit „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“, verliert sehr an Reiz, wenn das Ersparte am Ende weniger Wert ist als vorher. Schließlich ist die Motivation zur Sparsamkeit, für unvorhersehbare Situationen und das Alter vorzusorgen. Wenn Sparen allerdings bedeutet, heute zu verzichten und morgen dennoch wenig zu haben, dann muss Sparen neu gedacht werden.

 

Banken und Fondsgesellschaften bewerben seit je her regelmäßig ihre Sparangebote. Dennoch haben auch Ökonomen die vermeintliche Tugend Sparen durchaus kritisch gesehen. So erklärte der britische Ökonom John Maynard Keynes, dass Sparen zu einer Rezession führen kann, denn ohne Konsum werden weite Teile der Wirtschaft lahm gelegt. Dagegen steht die Ansicht, dass gespartes Geld bei den Banken im Wirtschaftskreislauf erhalten bleibt und so beispielsweise Kredite ermöglicht.

 

 

Sparen – schwierig aber erstrebenswert

Der deutsche Philosoph Immanuel Kant konstatierte, dass Sparsamkeit keine Tugend sei, denn zum Sparen gehöre weder Geschicklichkeit noch Talent. Kant würde sich jedoch wundern, wenn er heute eine Sparentscheidung zu treffen hätte, denn von Einfachheit ist seit einigen Jahren kaum noch etwas zu bemerken. Wer heute Geld sparen will, muss sich genau überlegen, wie das zurückgelegte Geld in einigen Jahren an Wert gewinnt und nicht verliert.

 

Allen Widrigkeiten zum Trotz, Sparen ist und bleibt ein Thema, dass die Deutschen bewegt und auch weiterhin als erstrebenswert gilt. Nicht umsonst ist Deutschland wahrscheinlich das einzige Land auf der Welt, in dem es mit rund 90 Millionen Lebensversicherungen mehr Policen gibt, als Einwohner. Denn Sparen vermittelt Sicherheit und Unabhängigkeit.

 

Dass Sparen so extrem unattraktiv geworden ist, kratzt entsprechend am Selbstbewusstsein einer gesamten Gesellschaft. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel ging gar soweit, deutschen Sparern zu unterstellen, dass sie ihr Geld schlichtweg ohne Zins und Verstand horten. Ein harsches Urteil, angesichts der mehr als zehn Millionen staatlich geförderter Riester-Verträge, die kaum Gewinn abwerfen – jedoch nicht ganz von der Hand zu weisen.

 

Was ist also zu tun? Der „Spiegel“ sieht  ein gesellschaftliches Problem, wenn immer mehr Menschen mit ihren Sparplänen scheitern und von der Altersarmut  bedroht sind. Entsprechend stehe die Politik in der Verantwortung.

 

 

Ein erfolgreicher Sparer – geht das überhaupt?

Erfolgreiches Sparen bedeutet, dass das zurückgelegte Geld nicht nur werterhaltend sondern auch wertsteigernd angelegt wird. Bedingt durch die anhaltende Niedrig- bis Nullzinsphase stehen Sparwillige jedoch vor einer neuen Herausforderung, denn mit dem einfachen Sparbuch ist es längst nicht mehr getan.

 

Sparplan statt planlos!

Auch der Vogelstrauß steckt nicht (immer) den Kopf in den Sand.

Dennoch sollten sich Sparer durch die komplexen Veränderungen im Finanzbereich nicht verunsichern lassen und den Kopf in den Sand stecken. Denn ein solider Sparplan ist auch ohne Wirtschaftsstudium möglich. Mit einem passenden und solide ausgearbeiteten Sparplan können die Einzahlungen individuell gestaltet werden, eben so, wie es das persönliche Budget und die aktuelle Lebenssituation zulässt.

 

Auch die Dauer des Sparens kann flexibel auf die individuellen Ziele angepasst werden. Soll das Sparvermögen beispielsweise für eine spätere Altersvorsorge dienen, ist eine langfristige Planung sinnvoll.

 

A und O eines soliden Sparplans ist die regelmäßige Einzahlung. Mit dem Sparguthaben werden unterschiedliche Fondsanteile erworben. Bei niedrigen Preisen im Markt werden mehr Anteile erworben, bei höheren Preisen wenige. Damit wir ein günstigerer durchschnittlicher Preis erzielt, als bei einem „Großeinkauf“.

 

 

Die goldenen Regeln des Sparens

Mit einem soliden Sparplan kann die Bildung von langfristigen Rücklagen losgehen. Dabei ist es jedoch auch wichtig darauf zu achten, dass der Plan den persönlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht. Daher bei einem Sparvorhaben folgende Fragen vorab geklärt werden:

 

  • Erst Rücklagen bilden, dann Sparvermögen Aufbauen
    Wer gerade erst mit dem Sparen beginnt, sollte seine Pläne nicht unterbrechen, weil unvorhergesehene Anschaffungen gemacht werden müssen. Daher bietet sich die alte Faustregel an, drei Monats-Nettoeinkommen als Rücklage schnell verfügbar zu halten. Wenn diese Basis stimmt, kann mit dem langfristigen Sparen begonnen werden.

 

  • Wie viel Geld kann und will ich monatlich sparen?
    Sicher fällt das spätere Sparvermögen höher aus, wenn höhere Summen regelmäßig gespart wurden. Es ist jedoch auch nicht sinnvoll, sich im hier und jetzt in eine finanzielle Schieflage zu bringen.

 

  • Welche Summe soll erreicht werden?
    Ziele setzen und realistisch bleiben, lautet hier die Devise. Wie hoch das Sparvermögen in einigen Jahren ausfallen soll, ist allerdings von vielen individuellen Faktoren abhängig. Hier sollten sich Sparer ausführlich informieren, um beispielsweise Versorgungslücken zu ermitteln.

 

  • Wie lange wird gespart?
    Zeit ist ein wichtiger Faktor beim Sparen. Generell gilt hier die Faustregel, je früher mit dem Sparen begonnen wird, desto niedriger können die monatlichen Beiträge ausfallen um eine bestimmte Summe zu erreichen. Hier wirkt sich der Zinseszinseffekt positiv aus.

 

 

Keine Pauschallösung in Sicht

Wer diese Fragen für sich geklärt hat, steht noch vor einer weiteren Entscheidung: Welche Faktoren sind mir beim Sparen wichtig? Steht die Sicherheit im Vordergrund der Handlung oder das solide Wachstum des Sparvermögens. Oder eine Mischung aus Beidem. Wie auch immer ein one-size-fits-all-Lösung gibt es auch hier nicht.

 

Ein Produkte, das allen passt, gibt es selten.

 

Schade? – Eigentlich nicht, denn es gibt zwar keine Einheitslösung, wohl aber eine breite Palette an individuellen Möglichkeiten. Tipp: die meisten finden sich bei einer ausgewogenen Variante, unserem Musterdepot Balance wieder. Ab 5 Jahren Anlagedauer bei guter Sicherheit und interessanten Renditen im Bereich 4 bis 6 Prozent jährlich. Erfahren Sie mehr zum Musterdepot Balance.

 

 

Sicherheit in unsicheren Zeiten

Die Welt befindet sich in Bewegung, sichere Prognosen für die Zukunft werden immer schwieriger. Unter diesem Eindruck wünschen sich viele Sparer eine sichere Art der Geldanlage.

 

Hier bietet das Sicherheit Monatssparen von Grünes Geld eine gute Lösung. Das Konzept ist einfach und überzeugend. Monatlich werden mindestens 100 Euro im Musterdepot angespart. Die empfohlene Mindestlaufzeit beträgt drei Jahre.

 

Das Musterdepot Sicherheit Monatssparen basiert auf rund 500 nachhaltigen Wertpapieren (Festverzinsliche und Aktien). Durch die breite Streuung über mehrere Nachhaltigkeitsfonds ist das Depot besonders sicher aufgestellt. Das macht sich bei der jährlichen Rendite bemerkbar. In den vergangenen fünf Jahren hat sich dieses Depot mit durchschnittlichen 4,7 Prozent Rendite rentabel entwickelt.

 

Konkret bedeutet das, dass ein Sparer aus monatlichen 300 Euro über zehn Jahre hinweg mit einem Sparvermögen von mehr als 45.000 Euro (gemäß BVI-Methode) rechnen kann. Ein Ergebnis, das sich positiv von den Zinsergebnissen aus Sparbüchern und Tagesgeldkonten abhebt. Gleichzeitig verfügt das Monatssparen Sicherheit über eine hohe soziale und ökologische Wirkung.

 

 

Im Gleichgewicht bleiben

Ausgewogenheit – fair und beruhigend.

Wer spart, setzt generell auf Sicherheit. Wie stark jedoch das Sicherheitsbedürfnis ist, hängt vom Anlegertyp ab. Für viele Sparer ist daher der Mittelweg in der Tat der Weg, der zum einen ausreichende Sicherheit und zugleich auch eine profitable Rendite verspricht.

 

Hier bietet sich das Balance Monatssparen von Grünes Geld an. Auch hier beginnt die monatliche Sparanlage bei 100 Euro. Um die avisierte Rendite zu erreichen, empfiehlt sich eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren, um den Zinseszins-Effekt optimal ausnutzen zu können. Es gibt jedoch keine vorgeschriebene Vertragslaufzeit, Sparer können jederzeit auf ihr Geld zugreifen oder über die empfohlene Laufzeit hinaus weiter sparen.

 

In den vergangenen fünf Jahren belief sich die Rendite im Musterdepot Balance Monatssparen auf durchschnittlich 7,8 Prozent. Wer also über zehn Jahre hinweg monatlich 300 Euro anlegt, kann mit einem Sparvermögen von rund 54.000 Euro rechnen.

 

Auch das Musterdepot Balance Monatssparen baut auf Nachhaltigkeit und kann eine hohe soziale und ökologische Wirkung für sich verbuchen. Das Geld wird dabei in einem Portfolio von mehr als 500 nachhaltigen Staaten und Unternehmen weltweit gestreut.

 

 

Wenn es etwas mehr sein darf …

Monatssparen ist einfach und bequem!

Monatssparen ist einfach und bequem. Wenn einmal der passende Sparplan gefunden wurde, läuft alles eigentlich wie von selbst. Dafür bleiben die Erträge aber auch hinter den Ergebnissen anderer Geldanlagen zurück? – Nicht unbedingt! Denn auch mit Monatssparen kann eine durchschnittliche Rendite von 8,9 Prozent erreicht werden.

 

Das Musterdepot Wachstum Monatssparen von Grünes Geld beispielsweise, setzt auf voll auf den Cost-Average-Effekt und nutzt diesen optimal aus, um mit einer längeren Laufzeit – empfohlen sind mindestens sieben Jahre – mögliche Schwankungen optimal auszugleichen.

 

Entsprechend verfügt das Musterdepot Wachstum Monatssparen über einen höheren Aktienanteil. Hier wirken Geduld und Erfahrung. Bei niedrigen Kursen werden viele Anteile gekauft, bei hohen wenige. Selbstverständlich kommen auch hier nur nachhaltige Staaten und Unternehmen zum Zug. Für eine gleichmäßige Wertentwicklung sorgt außerdem noch eine Beimischung festverzinslicher Wertpapiere.

 

Wer sich über zehn Jahre hinweg für einen monatlichen Sparbetrag von 300 Euro entscheidet, kann mit einem Sparvermögen von rund 57.000 Euro rechnen. Eine sehr gute finanzielle Rendite und zugleich ein positiver Beitrag zur ethischen und ökologischen Entwicklung der Welt.

 

 

Sparen – der bewusste Umgang mit Ressourcen

Wer spart, geht bewusst mit seinem Geld um und versucht, auch morgen noch über ausreichende finanzielle Mittel zu verfügen. Wer so an seine Zukunft denkt, sollte auch einen Schritt weiter denken und die globale Entwicklung mit in seinen individuellen Sparplan einbeziehen. Denn Monatssparen kann nachhaltig wirken. Auch nachhaltige Fonds mehren das Sparvermögen und setzen das Geld darüber hinaus da ein, wo es eine positive soziale, ökologische oder klimaschonende Wirkung zeigt.

 

Wer also mit gutem Gewissen und guten Ergebnissen sparen will, sollte auf die Angebote von Finanzdienstleistern zurückgreifen, die Erfahrung und Expertise aufweisen können, wie beispielsweise Grünes Geld. Das Unternehmen gehört zu den Pionieren der ethischen und ökologischen Geldanlagen.

 

Dabei greifen die Experten von Grünes Geld zum einen auf ihre umfangreiche Kenntnisse des Marktes für nachhaltige Geldanlagen zurück, zum anderen nutzen die Berater die umfangreichen Methoden wie beispielsweise Ausschlusskriterien („Blacklist“), Positivauswahl („Whitelist“) oder den Best-in-Class-Ansatz, bei dem in die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche investiert wird.

 

Damit kann sichergestellt werden, dass Sparvermögen nicht durch Umweltzerstörung, Ausbeutung und Krieg erwirtschaftet wird. Genauso wichtig wie die Marktkenntnis ist aber auch die Menschenkenntnis. Daher ist eine Analyse der Kundenbedürfnisse eine essentielle Voraussetzung für die passende Lösung. Finden Sie mit uns Ihre passende Lösung und machen sie den Grünes Geld Test.

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

5 nachhaltige Städte weltweit – ein Kennenlernen wert

Dienstag, 12. September 2017

Zusammenfassung: Nachhaltige Entwicklung ist ein globales gesellschaftliches Ziel. Jedoch ist Nachhaltigkeit auch ein komplexer Ansatz, so dass kaum alle Ansprüche auf einmal umgesetzt werden können. Vorbildfunktion haben daher besondere und nachahmenswerte Projekte einzelner Städte. Ein Blick auf fünf Städte von fünf Kontinenten.

 

 

Der Weg zur nachhaltigen Entwicklung ist durchaus steinig.

Das Zeitalter der nachhaltigen Entwicklung ist angebrochen! – Sicher, es liegen noch lange und steinige Wege auf den vielfältigen und verschlungenen Pfaden der praktischen Umsetzung. Aber die dringende Notwendigkeit, weltweit umzudenken, um den Fortbestand des Planeten und der Menschheit zu sichern, ist durchaus in den Köpfen angekommen.

 

Und es ist auch höchste Zeit. Der ehemalige US-Präsident John F. Kennedy hatte zwar bereits vor gut einem halben Jahrhundert konstatiert, dass die Menschheit die Macht besitzt, sowohl alle Arten menschlicher Armut, als auch alle Arten des menschlichen Lebens zu zerstören. Sich auf einen Plan einer nachhaltigen Entwicklung für die gesamte Menschheit zu einigen, dauerte es allerdings noch Jahrzehnte.

 

2015 haben die Vereinten Nationen 17 globale Nachhaltigkeitsziele für alle Staaten der Erde definiert. Mit dieser Zielvorgabe sollen bis zum Jahr 2030 die Länder der Welt die Grundlagen für eine zukunftsfähige wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung schaffen.

 

Kernpunkte des Programms sind, die Spaltung der Gesellschaft zwischen Arm und Reich aufzuhalten und Chancen- und Bildungsgleichheit voran zu bringen. Außerdem sind die Staaten gefordert, für saubere und bezahlbare Energie zu sorgen und die Ernährung sowie den Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung zu sichern.

 

Eine Utopie? – Vielleicht, dennoch gehen viele Länder beherzt daran, ihren Anteil an einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten – auch wenn nicht alle Punkte sofort umsetzbar sind.

 

 

Die Welt verstehen – die Welt erhalten

Nachhaltige Entwicklung, so erläutert der US-Ökonom Jeffrey D. Sachs, ist eine Methode, um die Welt mit ihren vielfältigen Zusammenhängen und Wechselwirkungen zu verstehen. Zugleich ist Nachhaltigkeit aber auch die Methode, um die Welt zu retten. Denn Nachhaltigkeit steht für einen ganzheitlichen Ansatz, der die wirtschaftliche Entwicklung, Bildungssysteme, Gleichberechtigung, Ernährungssicherheit, Gesundheitsfürsorge, Klimakrise, Erneuerbare Energien, Biodiversität und Urbanisierung gleichermaßen berücksichtigt.

 

 

Vorbilder schaffen – nachhaltige Städte

Nachhaltigkeit ist ein komplexes Thema!

Pläne zur nachhaltigen Entwicklung sind extrem komplexe Aufgaben. Daher sind Leuchtturmprojekte wie eine vorbildliche Nachhaltigkeitspolitik einzelner Staaten genauso motivierend, wie gelungene nachhaltige Stadtentwicklungen.

 

Ein weltweites Ranking nachhaltiger Städte ist jedoch schwierig. Denn die Ausgangssituationen sind sehr unterschiedlich. Indigene Völker beispielsweise, die im Einklang mit der Natur leben und durch ihre Art des Wirtschaftens einen kaum sichtbaren ökologischen Fußabdruck produzieren, würden in einem strengen Ranking für Nachhaltigkeit zwar hervorragend abschneiden, entziehen sich jedoch komplett den Bewertungen von Faktoren, wie beispielsweise ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum.

 

Während europäische Städte häufig Konversionsprojekte nachhaltig umsetzen und umweltfreundliche Verkehrskonzepte integrieren, verstehen rasant wachsende Mega-Cities in Asien unter Nachhaltigkeit Maßnahmen, die für ausreichenden Wohnraum ihrer Bevölkerung sorgen. Beiden Konzepten gemein ist der Anspruch, möglichst wenig Ressourcen zu verbrauchen und nur minimal in die Umwelt einzugreifen. Nachhaltigkeit in den Industrienationen ist auch immer der Spagat zwischen einem ökologischen Lebensumfeld und einer soliden wirtschaftlichen Basis der Stadt. Daher liegt es auf der Hand, dass die Metropole Ökotopia vorerst nur ein Modell bleiben wird, von dem Teilstücke realisiert werden.

 

In Deutschland gibt es bislang nur eine Bewertung der Nachhaltigkeit von Städten durch die Allianz Umweltstiftung. Diese vergibt in jedem Jahr drei Preise für die nachhaltige Entwicklung einer Großstadt, einer mittleren Stadt und einer Gemeinde.

 

Die Bewertung der nachhaltigen Entwicklung weltweit ist dagegen um einiges diffiziler. Denn global existieren unterschiedliche Rankings und Bewertungen. So zeichnet die Europäische Union seit 2010 jährlich eine europäische Metropole mit dem European Green Capital Award aus – in diesem Jahr übrigens die Ruhrmetropole Essen.

 

Darüber hinaus hat das Londoner Wirtschaftsforschungsinstitut Centre for Economics and Business Research in einer Untersuchung 50 Städte aus 31 Ländern untersucht und hinsichtlich ihrer geographischen Lage, wirtschaftlichen Entwicklung und ausgewählter Nachhaltigkeitsanforderungen untersucht. Top drei des Sustainable Cities Index waren dabei im letzten Jahr Zürich, Singapur und Stockholm.

 

Auch zahlreiche nationale Projekte wie das dänische Projekt Sustainable Cities und zahllose Blogs beschäftigen sich mit aktuellen Städtebau- und Entwicklungsprojekte.

 

Auswahl und Objektivität fallen daher schwer – aber Vorbilder sind überall zu finden, daher stellen wir fünf beispielhafte Großstädte aus fünf Kontinenten vor.

 

 

Europa: Zürich / Schweiz

Sauber und nachhaltig – Zürich.

Schon beim Ranking der aktuell nachhaltigsten Staaten konnte die Schweiz mit Rang 5 punkten. In dem wohlhabenden Land stimmen die Rahmenbedingungen, was die soziale Grundversorgung der Bevölkerung angeht. Darüber hinaus die Alpenrepublik durch ihre gewachsene Nähe zur Natur auch traditionell stark im Umweltbereich.

 

Aber wie wird die Finanzmetropole Zürich mit ihren enorm hohen Lebenshaltungskosten den Ansprüchen an eine nachhaltige Großstadt gerecht? Da ist zum einen das richtungsweisende und klimafreundliche Verkehrskonzept der Stadt, das in bester Schweizer Tradition steht, schließlich verfügt die Eidgenossenschaft über das dichteste Eisenbahnnetz der Welt. Vom gut vernetzten und vertakteten öffentlichen Nahverkehr profitieren Einwohner und Pendler gleichermaßen. Die Stadt versinkt nicht im täglichen Verkehrskollaps und kann so CO2-Emissionen reduzieren.

 

Den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase möglichst gering zu halten, ist auch das Ziel weiterer Bemühungen der Stadt. Per Volksabstimmung – auch typisch für die demokratischen Schweizer – hat Zürich bereits 2008 beschlossen, den CO2-Ausstoß pro Kopf bis 2050 auf eine Tonne zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich Zürich auf den Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft gemacht. Das bedeutet, dass der Energieverbrauch pro Einwohner ebenfalls bis 2050 auf 2.000 Watt sinken soll. Ermöglich werden sollen diese Ziele durch eine verbesserte Energieeffizienz sowie durch die konsequente Förderung erneuerbarer Energien. Atomstrom soll zukünftig nicht mehr genutzt werden.

 

 

Afrika: Abuja/Nigeria

Die afrikanischen Staaten haben es aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation ungleich schwerer, wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dennoch gibt es auch hier Städte, die als Vorbild für Städte in der Region dienen können, wie beispielsweise die nigerianische Hauptstadt Abuja.

 

Die 1,5 Millionen Metropole Nigerias ist eines der ersten Projekte für eine nachhaltige Stadt in Afrika. Allerdings unterscheidet sich die Abuja auch von anderen afrikanischen Städten der Region dahingehend, dass Abuja in den siebziger Jahren als Planstadt nach westlichem Vorbild auf dem Reißbrett entstanden ist und die alte Hauptstadt Lagos ablösen sollte. Finanziert wurde der Neubau durch Erdölexporte.

 

Obgleich Abuja bestrebt ist, sichere und preiswerte Wohnviertel weiter auszubauen, wachsen die Vorstädte mit Armutsvierteln ebenfalls rasant an. Schätzungen zufolge könnte sich so die Einwohnerzahl in den kommenden zehn Jahren auf bis zu 20 Millionen Menschen erhöhen. Zahlreicher Problem zum Trotz, ist Abuja auf dem Weg zur Green City und entsprechend bestrebt, die Stadt zu begrünen und nachhaltig auszubauen. Da die Versorgung mit Elektrizität schwierig ist, gibt es einen großangelegten Versuch, Straßenlaternen in der Stadt mit Solarenergie zu betreiben.

 

 

Asien: Singapur

Singapur: Von der Glitzerstadt zur grünen Oase.

Wer an den Stadtstaat Singapur denkt, hat nicht unbedingt als erstes Bilder einer nachhaltigen Entwicklung im Kopf. Aber der Dschungel kehrt in die Metropole mit rund 5,6 Millionen Einwohner zurück.

 

Zunehmend überwuchert wieder Grün die Glas- und Betonbauten der Stadt. Das Projekt Singapur zur grünen Mega-City zu verwandeln, wird derzeit von einem Architekten-Team umgesetzt, das sich auf vertikale Begrünung spezialisiert hat.

 

Denn Platz ist durchaus ein Problem der wachsenden Stadt. Daher findet sich die Bepflanzung vor allem an den Hauswänden – auch an den Wolkenkratzern – wider. Ziel der Regierung Singapurs ist dabei die Verbesserung des Klimas. Um das zu erreichen, unterstützt der Staat nicht nur die Bauherren bei der Begrünung und übernimmt die Hälfte der Kosten, sondern geht noch einen Schritt weiter: Ohne das staatliche Zertifikat wird keine Baugenehmigung mehr erteilt. Dabei endet die Nachhaltigkeitsbestrebung nicht bei der Fassadenbegrünung, sondern schließt auch die Nutzung von Sonnenlicht und Regenwasser mit ein. Der Energieverbrauch soll so – auch durch den Verzicht der ansonsten üblichen Klimaanlagen – zurückgefahren werden.

 

 

Australien: Moreland Solar City/Melbourne

Moreland, der nördliche Teil der australischen Metropole Melbourne hat ein besonderes Projekt zur nachhaltigen Entwicklung ins Leben gerufen: Moreland Solar City. Im Rahmen des Programms, das von der australischen Regierung entwickelt wurde, soll die flächendeckende Nutzung der Solarenergie weiter ausgebaut werden. Dabei arbeiten Industrie und Handel eng mit der Kommune zusammen. Ziel ist es, Treibhausemissionen drastisch zu reduziert.

 

Neben diesem Leuchtturmprojekt, bezeichnet sich Melbourne selbst als Stadt, die sich neu erfindet und bietet regelmäßig Veranstaltungen und Aktionen zum Thema Nachhaltigkeit an.

 

 

USA: Portland/Oregon

Portland/Oregon – mehr als nur Leutturmprojekte.

Die USA und Nachhaltigkeit – ein Thema, dass in den letzten Monaten immer mehr an Spannung gewonnen hat. Aber die USA sind groß und gerade Städte und Gemeinden im legendären Cascadia leben eine völlig andere Realität – abseits der Regierung Trump.

 

Immer wieder als eine der nachhaltigsten Städte apostrophiert wird Portland im Bundesstaat Oregon. Die Stadt gilt weit über die Grenzen der USA hinaus als Vorbild einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Dabei ist Portland nicht nur im Bereich der erneuerbaren Energien aktiv, sondern verfügt auch über einen soliden öffentlichen Nahverkehr, eine wachsende Radfahrkultur und ein vorbildliches Recyclingsystem.

 

Darüber hinaus fördert die Stadt nachhaltiges Bauen. Dabei geht Portland über die ökologische Bauweise hinaus und betreibt eine nachhaltige Stadtentwicklung, die zur Planung von Vierteln und dem Ausbau der Infrastruktur auch die Bevölkerung in Nachbarschaftssitzungen in die Entscheidungsprozesse aktiv einbezieht. Ganz gemäß dem Slogan der Stadt: Innovation, Zusammenarbeit, praktische Lösungen.

 

 

Blick über den Tellerrand

Blick über den Tellerrand lohnt sich …

Der globale Blick über den Tellerrand zeigt: Der Weg zu mehr Nachhaltigkeit kennt größere und kleinere Schritte. Aber jeder Schritt in die richtige Richtung ist lohnenswert.

 

Auch in Sachen Finanzen lohnt es sich, nachhaltig zu denken und zu handeln, denn Investitionen in zukunftsfähige Projekte verbessern das Leben vieler Menschen weltweit. Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, hat viele interessante Angebote im Programm, mit denen Sie einen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung leisten und gleichzeitig interessante Rendite erwirtschaften. Machen Sie den Grünes Geld Test.

 

 

 

 

 

Carmen Junker   Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“. Mehr zu ihr und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

Die nachhaltigsten Städte in Deutschland

Freitag, 01. September 2017

Zusammenfassung: Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde. Während die Vereinten Nationen 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet haben, geht es national um die Umsetzung dieser wichtigen Ziele. Städten und Gemeinden fällt bei der Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung eine besonders wichtige Rolle zu – ganz im Sinne des Slogans „think globally – act locally“.

 

Nachhaltige Entwicklung kennt nur Gewinner!

Nachhaltigkeit ist Trumpf! – Das Kriterium der Nachhaltigkeit hat sich zu einer starken Antriebsfeder entwickelt, die neue Standards für Unternehmen, Produkte, Prozesse und nicht zuletzt auch für den Lebensstil der Menschen setzt.

 

Die durchaus anspruchsvollen Ziele haben ihre Berechtigung, schließlich geht es bei Nachhaltigkeit um weit mehr als um ökologische Lebensmittel und Toilettenpapier mit dem Blauen Engel.

 

Nachhaltigkeit bringt Umwelt-, Natur- und Klimaschutz unter einen Hut und hat zum Ziel, die Erde auch für zukünftige Generationen lebenswert zu erhalten. Damit bildet der Begriff der Nachhaltigkeit das Dach für die unzähligen Aktivitäten, die zur Bewahrung der Lebensgrundlagen dienen und einen Beitrag dazu leisten, bereits entstandene Schäden auszugleichen.

 

Unternehmen haben durchaus bereits die Vorteile von sinnvollen Nachhaltigkeitskonzepten entdeckt. Dabei spielen nicht nur Marketing-Strategien eine tragende Rolle, sondern durchaus auch die handfesten wirtschaftlichen Vorteile einer nachhaltigen Unternehmensführung.

 

 

Think globally – act locally

Komplexität nimmt zu.

Die Probleme der Welt werden zunehmend komplexer. Die unzähligen Abhängigkeiten und Verbindungen, die nahezu jedem Produkt und jedem Prozess anhängig sind, erfordern globales Denken.

 

Daher haben auch die Vereinten Nationen insgesamt 17 Ziele für eine nachhaltige weltweite Entwicklung definiert, die eine sichtbare positive Veränderung bis zum Jahr 2030 bringen soll.

 

Dabei geht es um forcierte Maßnahmen in den Bereichen Wirtschaft, Soziales und Ökologie. Die unterzeichnenden Staaten sind konkret dazu aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten, um einer weiteren Spaltung zwischen Arm und Reich entgegenzuwirken. Entsprechend sollen auch tragfähige Konzepte zur Sicherung von Ernährung, dem Zugang zu sauberem Wasser, klimafreundlicher Energie sowie zu Bildungseinrichtungen erarbeitet werden. Wirtschaftliches Wachstum und ökologische Standards sollen in Einklang gebracht werden. Die 2015 definierten Nachhaltigkeitsziele wurden bislang von den Staaten unterschiedlich erfolgreich umgesetzt. Das ist wenig verwunderlich, denn die Ausgangssituationen sind enorm unterschiedlich. Während die Industriestaaten besonders gefordert sind, ihren CO2-Ausstoß zu verringern, steht bei den Ländern des Südens die Beseitigung von Hunger und Armut ganz oben auf der To-Do-Liste.

 

Die Verabschiedung der 17 Nachhaltigkeitsziele durch die UN sind eine große Leistung, denn sie unterstreichen die Wichtigkeit des nachhaltigen Handelns weltweit. Doch die Probleme der Menschheit können kaum durch die Definition von Staatszielen allein gelöst werden. Daher ist das lokale Handeln eine wichtige Aufforderung an jeden Menschen.

 

 

Nachhaltige Städte und Gemeinden – Gemeinsam lokal handeln

Gemeinsam aktiv!

Sicher ist ein individuelles ethisches Handeln eine gute Sache, doch noch wirkungsvoller wird es, wenn größere gesellschaftliche Gruppen sich gemeinsam das Ziel Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreiben. Wie etwa Städte und Gemeinden.

 

Viele Kommunen haben in den vergangenen 25 Jahren sehr engagiert das Aktionsprogramm Agenda 21 umgesetzt, das aus den Empfehlungen der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro entstanden ist. Kurzgefasst lautet das Ziel der Agenda 21: Eine nachhaltige Entwicklung soll kommunal umgesetzt werden.

 

Seit 2012 wird in Deutschland ein Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden vergeben. Dabei werden seit dem jährlich – aufgeteilt in drei Kategorien – eine Großstadt, eine Stadt mittlerer Größe sowie eine Kleinstadt beziehungsweise Gemeinde für ihre nachhaltige Stadtentwicklung ausgezeichnet.

 

Entscheidend für die Preisverleihung ist das besondere Nachhaltigkeitskonzept der Kommune. Berücksichtigt wird dabei auch die Wirtschafts- und Finanzkraft der Bewerber. Gute Chancen haben also Städte, die mit limitierten Möglichkeiten eine nachhaltige Entwicklung vorantreiben.

 

Das Preisgeld beträgt jeweils 35.000 Euro und wird zweckgebunden für ein Nachhaltigkeitsprojekt in der jeweiligen Stadt vergeben. Vergeben wird der Preis für Städte und Gemeinden von der gemeinnützigen Allianz Umweltstiftung, die Projekte aus den Bereichen Umwelt, Soziales, Kultur und Bildung fördert.

 

Die Auszeichnungen der nachhaltigsten Städte und Gemeinden sind Teil des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, der außerdem auch Preise für nachhaltiges Bauen sowie nachhaltige Unternehmen vergibt.

 

 

And the Winner is … – bisherige Preisträger in der Kategorie Großstadt

Bislang wurden jeweils fünf Großstädte, mittlere Städte und Kleinstädte beziehungsweise Gemeinden mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

 

2012: Freiburg – Die heimliche Öko-Hauptstadt

Nicht alle Freiburger fahren mit dem Rad – aber viele.

Erster Preisträger im Jahr 2012 in der Kategorie Großstadt war Freiburg im Breisgau. Eigentlich keine besondere Überraschung, denn die badische Metropole gilt bereits seit langem als heimliche Öko-Hauptstadt und machte mit dem autofreien Wohnviertel Vauban, einem grünen Oberbürgermeister und der ersten Photovoltaik-Anlage auf einem Stadiondach vielfach von sich reden gemacht.

 

Aber Freiburg hat noch mehr zu bieten und nimmt die nachhaltige Stadtentwicklung als gemeinschaftliches Projekt mit seinen Bürgern und den unterschiedlichen Interessensgruppen ernst. Darüber hinaus setzt die Stadt auch intern auf eine verknüpfte Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung als Teil seiner strategischen Nachhaltigkeitssteuerung.

 

Um das Engagement jedoch auch für alle Bürger sichtbar zu machen, setzt Freiburg auf eine Vielzahl praktischer Projekte, die Nachhaltigkeit erfahrbar machen. So setzte die Stadt auch das Preisgeld für ein sehr klassisches Nachhaltigkeitsthema ein: Mit dem Projekt „Schulverwaldung“ lernen Schulklassen direkt im Freiburger Schulwald die vielfältigen Prozesse der Natur hautnah kennen.

 

 

2013: Augsburg – Stadt mit Zukunftsleitlinien

Reiche Fugger-Stadt mit Häusern wie aus der Puppenkiste.

Zukunftskompetenz haben in den letzten Jahren auch vier weitere Großstädte unter Beweis gestellt. 2013 wurde die Fugger-Stadt Augsburg als nachhaltigste Stadt ausgezeichnet. Bereits im Vorjahr kam die Stadt unter die ersten drei in der Auswahl der nachhaltigsten Städte. Augsburg hat ein ambitioniertes Handlungsprogramm zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt. Entstanden ist das Programm an Runden Tischen von Bürgern, Stadtverwaltung, Politik, Institutionen, Vereinen und Verbänden. Obgleich dieses Vorgehen durch die Vielzahl der Akteure sehr aufwändig ist, scheut Augsburg den Aufwand nicht.

 

Das Handlungsprogramm, das aktuell durch Zukunftsleitlinien für Augsburg ersetzt wurde, wird kontinuierlich weiterentwickelt und wurde zunehmend breiter aufgestellt. Neben den vielfältigen Belangen des Umwelt- und Klimaschutz, wirkt Augsburg verstärkt darauf hin, durch unterschiedliche Maßnahmen die Stadt lebenswert und naturnah zu gestalten. So wird aktuell ein Coffee-to-go-Mehrwegkonzept erarbeitet, um die Abfallflut durch den mobilen Kaffeegenuss einzudämmen.

 

Auch Baumschutz wird groß geschrieben. Um das Stadtklima zu verbessern und einen gesunden Lebensraum auch für vielfältige Vogel- und Insektenarten zu erhalten, bietet das Umweltreferat Informationen und Beratung zum Thema Baumschutz bei Bauvorhaben. Dabei bezieht sich der Service nicht nur auf Bauvorhaben mit städtischer Beteiligung, sondern richtet sich auch ganz klar an Bürger und Baufirmen.

 

Nachhaltigkeit ist aber nicht nur im Umweltbereich von Bedeutung. Augsburg hat ebenso Programme für günstigen Wohnraum aufgesetzt und bietet seinen Bürgern ein weitreichendes Beratungs- und Hilfsangebot in besonderen Lebenslagen. Ebenso stehen bedarfsgerechte Bildungs- und Betreuungseinrichtungen auf der Agenda. Durch den Nachhaltigkeitspreis sieht sich die Stadt in ihrem langjährigen Engagement bestärkt und nicht zuletzt auch gestärkt.

 

 

2014: Dortmund – Aktive Ruhr-Metropole

Gelungenes Konversionsprojekt am Phönix-See.

Großstädte in Nordrhein-Westfalen haben es schon allein vom Image her schwerer, mit Nachhaltigkeitszielen in Verbindung gebracht zu werden, als ihre süddeutschen Kollegen. Dortmund, die bevölkerungsreichste Stadt des Ruhrgebiets hat jedoch diese Herausforderung beherzt angenommen – und das mit einigem Erfolg. Aufgrund ihres integrierten politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Engagements, wurde Dortmund als nachhaltigste Großstadt 2014 ausgezeichnet.

 

Seit Ende der neunziger Jahre beschäftigt sich Dortmund tiefergehend mit dem Erhalt der natürlichen Ressourcen für kommende Generationen – ganz im Sinne der Lokalen Agenda 21. Nachhaltige Entwicklung hat Dortmund jedoch zur Chefsache erklärt. Obgleich viele Bereiche direkt beim Oberbürgermeister angesiedelt sind, setzt die Stadt auf Vernetzung und Kooperation, verfügt über weitreichende Beteiligungsinstrumente und holt Bürger, Unternehmen und lokale Einrichtungen mit ins Boot. Die Stadt hat eine Vielzahl überzeugender Projekte initiiert und betreibt ein umfangreiches Nachhaltigkeitsmanagement.

 

Besondere Schwerpunkte liegen in den Bereichen Klimaschutz, Energie- und Wärmeversorgung, Elektromobilität sowie Bildung und Integration. Darüber hinaus ist Dortmund mit dem großangelegten Konversionsprojekt Phönix eine nachhaltige Umgestaltung eines ehemaligen Areals der Montanindustrie in einen modernen Standort für Zukunftstechnologien sowie ein Naherholungsgebiet gelungen. Hier ergeben sich auch positive Auswirkungen für das Stadtklima und die Biodiversität der Region.

 

 

2015: Karlsruhe – Wachstum mit Weitblick

Tradition und Moderne.

Wie auch im Vorjahr Dortmund, gelang es Karlsruhe erst im zweiten Bewerbungsanlauf vollständig zu überzeugen. 2015 wurde die badische Stadt zur nachhaltigsten in Deutschland gekürt.

 

Überzeugen konnte Karlsruhe mit einem umfassenden Nachhaltigkeitsprofil. Dabei konnte die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs mit vielen erfolgreichen Projekten aufwarten und begegnet den Herausforderungen einer wachsenden Stadt mit ökologischem und sozialem Weitblick.

 

Besonders gelungen ist dabei das integrierte Stadtentwicklungskonzept, das ressortübergreifend und die kommunale Nachhaltigkeitsstrategie festlegt. Entstanden ist die Strategie unter starker Beteiligung der Bürger. Dabei wurde auch Wert auf eine besondere Partizipation von Kindern und Jugendlichen gelegt. Zu einer breiten Akzeptanz trägt auch die Einbeziehung relevanter Gruppen wie dem NABU  oder dem BUND bei.

 

Karlsruhe hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu sein und unterhält dazu auch eine kommunale Klimaschutzagentur. Auch die Synergien, die sich am Wissenschaftsstandort Karlsruhe ergeben, werden sinnvoll genutzt: Die Initiative “SmarterCity“ vernetzt Forschung und Wirtschaft bei der Entwicklung nachhaltiger Innovationen.

 

 

2016: Nürnberg – Schluss mit dem Frankensmog

Beschauliche Wirkung – erstaunliche Projekte.

Bei seiner dritten Bewerbung hatte Nürnberg 2016 endlich die Nase als nachhaltigste Großstadt vorn. Die zweitgrößte Stadt Bayerns überzeugte unter anderem als treibende Kraft der nachhaltigen Entwicklung in der Metropolregion sowie durch eine Vielzahl von Projekten und Initiativen, die eine soziale und ökologische Nachhaltigkeit voranbringen.

 

Auch in der Franken-Metropole ist Klimaschutz ein wichtiges Thema. Schließlich wurde der Franken-Smog über dem Gewerbegebiet Nürnberg-Süd durch den Sänger Heinz-Rudolf Kunze über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Bis zum Jahr 2050, so das Ziel von Nürnberg, soll die CO2-Emissionen um 80 Prozent reduziert werden.

 

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt Nürnbergs liegt in der nachhaltigen Entwicklung der Bereiche Bildung und Integration. Ein Thema, das Nürnberg schon lange am Herzen liegt. Schließlich verleiht die Stadt seit 1995 alle zwei Jahre den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis.

 

 

Kleines Nord-Süd-Gefälle

Ob es kleineren, mittleren oder großen Städten leichter oder schwerer fällt, ein sinnvolles Nachhaltigkeitskonzept zu entwickeln und konsequent zu verfolgen, ist schwierig zu beantworten. Während größere Kommunen von einer agilen Vereins- und Verbandslandschaft profitieren, die Entwicklungen positiv mit beeinflussen kann, haben es kleinere Gemeinden oft leichter, Projekte zeitnah umzusetzen. Natürlich ist auch die finanzielle Ausstattung der Kommune von Bedeutung, ebenso politische Traditionen der Mitbestimmung.

 

In den vergangenen fünf Jahren wurden im Bereich der mittleren Städte Neumarkt in der Oberpfalz, Primasens, Ludwigsburg, Kempten und Delitzsch ausgezeichnet. Bei den kleineren Städten und Gemeinden konnten bisher das hessische Alheim, die Nordseeinsel Juist, die bayerischen Kommune Furth sowie die ebenfalls bayerischen Kleinstädte Pfaffenhofen und Wunsiedel überzeugen.

 

 

Nachhaltigkeit am Standort Internet

Grünes Geld, Experte für nachhaltige Geldanlagen, hat sein Beratungsbüro seit mehr als zehn Jahren in einer mittleren Stadt.

 

„Wir fühlen uns hier sehr wohl, denn eine Stadt dieser Größe bietet eine vielfältige Infrastruktur. Gleichzeitig schätzen wir die Nähe zur Natur und den ausgedehnten Waldgebieten, die quasi vor unserer Haustür liegen“, erklärt Carmen Junker.

 

Als Finanzberater, die Nachhaltigkeit auch leben, versuchen die Berater von Grünes Geld auf unnötige Fahrten zu verzichten. Viele Beratungsgespräche lassen sich hervorragend über Telefon und Internet führen. „So müssen wir nicht auf den persönlichen Kontakt verzichten und sparen dennoch CO2-Emissionen ein,“ so Carmen Junker weiter.

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Mieterstromgesetz – Energiewende nach Hausrezept

Dienstag, 25. Juli 2017
Zusammenfassung: Kurz vor der Sommerpause beschlossen Bundestag und Bundesrat noch das „Gesetz zur Förderung von Mieterstrom und zur Änderung weiterer Vorschriften des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes. Mieter sollen dabei stärker am Ausbau Erneuerbarer Energien beteiligt werden und von kostengünstigem und sauberem Strom profitieren.

 

 

Neues Gesetz auf den Weg gebracht

Neues aus Berlin noch vor der Sommerpause: Ende Juni wurde das „Gesetz zur Förderung von Mieterstrom und zur Änderung weiterer Vorschriften des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes“ im Bundestag verabschiedet. Anfang Juli ging das Gesetz auch durch den Bundesrat und kann damit jetzt, im Sommer 2017, in Kraft treten.

 

Das Mieterstromgesetzt hat zum einen das Ziel, die beschlossene Energiewende weiter voranzubringen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien forciert voranzutreiben.

 

Zum anderen sollen Vermieter und Mieter auch stärker am Ausbau der Erneuerbaren Energien beteiligt werden. Durch die quasi hauseigene Gewinnung von sauberem Strom, können Mieter von günstigen Strompreisen profitieren. Vermieter werden finanziell gefördert.

 

 

Gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam stemmen

Photovoltaikanlagen – nicht nur für Häuslebesitzer attraktiv.

Generell sieht die Bundesregierung ein enormes Potenzial in der dezentralen Versorgung mit klimafreundlichem Strom, gewonnen auf den Dächern der Wohnhäuser.

 

Einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums  zu Folge, können so rund 3,8 Millionen Wohnungen mit Mieterstrom versorgt werden. Bislang beziehen lediglich vier Prozent der Mieter Strom aus einer hauseigenen Solaranlage oder einem Blockheizkraftwerk.

 

Das neue Gesetz und die darin verankerte finanzielle Förderung sollen helfen, das Potenzial voll auszuschöpfen und in den kommenden Jahren rund 370.000 neue Photovoltaikanlagen zu installieren.

 

Eine ambitionierte und dennoch realistische Zielsetzung, denn die Energiewende ist nicht nur eine politische, sondern in erster Linie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Und diese kann nur dann gelingen, wenn sie von möglichst viele Menschen und Unternehmen mitgetragen wird.

 

Damit die Versorgung mit Strom aus Erneuerbaren Energien flächendeckend angeboten werden kann, müssen stärker als bisher auch Mieter an den Angeboten teilhaben können. Bislang konnten Hauseigentümer bereits ihren Strom durch eine Photovoltaikanlage selbst produzieren und nutzen. Durch das neue Gesetz zum Mieterstrom werden nun auch zunehmend Mieter in dieses System mit eingebunden.

 

Voraussetzung für den Erfolg des Gesetzes ist es allerdings auch, ein entsprechendes Mieterstromangebot für Vermieter attraktiv – sprich wirtschaftlich – zu machen. Die vorgesehenen Förderungen des Mieterstromgesetzes ermöglichen Vermietern künftig zu wettbewerbsfähigen Preisen ihren Mietern selbsterzeugten Strom anzubieten.

 

 

Finanzen versus Klima

Vermieter, die künftig Mieterstrom anbieten werden, sind von den üblichen Konzessionsabgaben für Stromanbieter befreit. Damit müssen die Kommunen auf weniger Einnahmen einstellen. Konkret ist mit Einbußen von rund zwei Millionen Euro im Jahr zu rechnen.

 

Gut investierte Einnahmeausfälle: Förderung von Mieterstrom.

Auch dem Bund entgehen Einnahmen bei der Stromsteuer. Hier werden die Einnahmeausfälle im ersten Jahr von etwa 2,5 Millionen Euro angenommen, langfristig werden die Einnahmeausfälle auf bis zu 75 Millionen Euro jährlich ansteigen.

 

Eine stolze Summe, aber auch gut verloren gegebenes Geld. Denn ohne eine entschiedene Neuausrichtung der Energiepolitik, werden die Schäden an Umwelt und Natur diese Summen um ein vielfaches übersteigen. Und ob bei der fortschreitenden Klimakrise überhaupt noch mit Geld gegengesteuert werden kann, bleibt global gesehen ungewiss.

 

 

Mieterstromgesetz bringt Energiewende voran

Der Begriff Mieterstrom bezeichnet den Strom, der Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Wohnhäuser erzeugt und auch direkt in diesem Gebäude verbraucht wird. Damit entfällt eine Netzdurchleitung.

 

Das Mieterstromgesetz regelt künftig die Stromversorgung aus diesen hauseigenen erneuerbaren Energiequellen. Kernpunkt des Gesetzes ist es, dass Mieterstrom dann gefördert wird, wenn er in dem direkt Gebäude genutzt wird, in dem – beziehungsweise auf dessen Dach – er auch produziert wird. In der Praxis bedeutet das, dass eine Photovoltaikanlage auf dem Dach dann gefördert wird, wenn sie den Strom für eben dieses Haus liefert.

 

 

Nur für den Hausgebrauch – keine Versorgung der Nachbarschaft

Mieterstrom sieht keine Versorgung der Nachbarschaft vor.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass innovative Konzepte zur Stromversorgung in städtischen Quartieren nicht umgesetzt werden können. Häuser in der Umgebung, deren Dächer für Photovoltaik nicht geeignet sind, können nicht an die Versorgung der produzierenden Nachbarschaft angeschlossen werden.

 

Der nicht verbrauchte Strom aus den Häusern mit Photovoltaik wird ins Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist und gemäß der gültigen Einspeisevergütung  honoriert.

 

Verschiedene Verbände hatten bei der Verbändeanhörung  im Vorfeld Vorschläge eingebracht, die auch eine Versorgung des nachbarschaftlichen Umfeldes mit sauberer Energie mit einbezogen. Diese Vorschläge wurden im neuen Gesetz jedoch leider nicht berücksichtigt.

 

 

Mieterstrom – lohnend für Mieter und Vermieter

Nutzung der Solarenergie liegt in unserer Hand.

Es gibt nichts Neues unter der Sonne? – Doch gibt es, die Mieterstromförderung beseitigt jetzt einige Problem aus der Vergangenheit.

 

Denn bisher war Mieterstrom zwar generell möglich, für Vermieter jedoch aus wirtschaftlicher Sicht nicht besonders attraktiv. Obwohl es verschiedene finanzielle Vorteile bei Abgaben und Umlagen gab, entstanden erhebliche Kosten durch komplizierte Abrechnungen, Vertrieb und Messungen.

 

Durch die neue Förderung wird Mieterstrom eine lohnende Sache. Nicht nur Umwelt und Klima profitieren vom sauberen und emissionsarm erzeugten Strom. Auch die Haushaltskasse der Stromkunden wird geschont. Denn im Gegensatz zu Strom, der aus dem Netz bezogen wird, entfallen bei der Nutzung des Mieterstrom Kosten wie beispielsweise Netzentgelte, netzseitige Umlagen, Stromsteuer und Konzessionsabgaben. Vollständig gezahlt werden müssen jedoch die EEG-Umlagen. Durch die generelle Erleichterung können Mieter günstigen Strom direkt vom Vermieter beziehen.

 

Darüber hinaus sieht das neue Gesetz einen Mieterstromzuschlag vor. Das bedeutet, dass Vermieter finanziell gefördert werden, wenn sie ihren Mietern sauberen Solarstrom direkt ohne die Nutzung des Netzes anbieten.

 

 

Mieterstromförderung konkret

Die Förderung orientiert sich dabei an den Einspeisetarifen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Von diesem Betrag wird ein Abschlag abgezogen. Wie hoch die Förderung dann jeweils konkret ausfällt, hängt von der Größe der Photovoltaikanlage ab.

 

Bei einer installierten Leistung bis 10 Kilowattstunden (kWh) ist derzeit ein Mieterstromzuschlag in Höhe von 3,81 Cent je kWh vorgesehen, Anlagen bis 40 kWh erhalten 3,47 Cent je kWh, größere Anlagen bis 100 kWh werden mit 2,21 Cent je kWh gefördert.

 

Die Förderung des Mieterstroms ist für zwanzig Jahre garantiert. Sie wird nur für Strom aus Photovoltaikanlage auf dem Hausdach gewährt, die nach Inkrafttreten des Gesetzes in Betrieb gehen und nachdem die Europäische Kommission die Förderung genehmigt hat.

 

Sofern es sich bei der geförderten Anlage nicht ohnehin um ein reines Wohnhaus handelt, muss mindestens 40 Prozent der Gebäudefläche Wohnraum sein. Der nicht genutzte Strom aus den hauseigenen Photovoltaikanlagen geht dann zum gültigen Einspeisetarif ins Netz.

 

Einen kleinen Haken gibt es allerdings noch. Das neue Gesetz sieht nur eine Förderung für Anlagen bis 500 Megawatt pro Jahr vor. Damit bleibt das Mieterstromgesetz nicht nur weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, sondern ignoriert auch die Forderungen der Länder und der beteiligten Verbände. Mit der Limitierung der Förderung kommen gerade großen Wohnanlagen im urbanen Umfeld nicht in den Genuss von günstigem und umweltfreundlichem Solarstrom.

 

 

Wichtig für Mieter

Auch wenn das Angebot, sauberen und günstigen Strom direkt vom Hausdach zu beziehen durchaus attraktiv ist – das letzte Wort in dieser Sache hat der Mieter. Er kann nach wie vor seinen Stromanbieter frei auswählen. Um diese Wahlfreiheit zu garantieren, liefert das neue Gesetz Vorgaben zur Laufzeit der Mieterstromverträge. Außerdem darf der Stromvertrag nicht mit dem Mietvertrag gekoppelt werden. Darüber hinaus schützt der Gesetzgeber Mieter davor, dass schlussendlich nur der Vermieter von den Regelungen profitiert und den Stromverkauf als lukrative Einnahmequelle ausnutzt: das Gesetz sieht daher eine Preisobergrenze für den Mieterstrom vor.

 

Mieterstromvertrag und Mietvertrag sind unabhängig.

Der Mieterstromvertrag ist jeweils nur für ein Jahr gültig und muss dann ausdrücklich verlängert werden. Eine stillschweigende Verlängerung um jeweils ein Jahr, wie sie für sonstige Stromlieferverträge gilt, greift hier nicht.

 

Die Vorteile für den Mieter liegen jedoch auf der Hand. Er erhält hausgemachten Ökostrom, der mindestens preislich zehn Prozent billiger kommt als der Grundversorger der jeweiligen Region.

 

Laut einer Erhebung von Yougov würden sich derzeit zwei Drittel der Mieter für Mieterstrom entscheiden. 16 Prozent gaben an, erst mehr Informationen einzuholen, die übrigen Befragten lehnten das Angebot ab.

 

 

Wissenswertes für Vermieter

Vermieter, die sich bislang noch nicht mit den Möglichkeiten einer Photovoltaikanlage befasst haben, sind leicht verunsichert, ob sich die Dachfläche ihrer Immobilien für eine Solarstromanlage eignen und mit welchen Strommengen zu rechnen ist. Bundesweit haben bereits unzählige Städte und Gemeinden einen kommunalen Solar-Atlas erstellt. Mit diesem kostenfrei einsehbaren Solar-Kataster können Vermieter und Hausbesitzer anhand der Einfärbung ihrer Dachfläche die jeweilige Eignung für Solaranlagen leicht erkennen.

 

Passt eine Photovoltaikanlage aufs Dach? Solar-Kataster geben Auskunft.

Das Mieterstrommodell bietet ein hohes Potenzial. Die Akzeptanz des Angebotes von Mieterseite gibt Vermietern die Sicherheit, dass sich die Investition in eine Photovoltaikanlage rechnet.

 

Wer nur in geringem Umfang vermietet, sollte auch im direkten Gespräch mit den Mietern ermitteln, ob diese den Mieterstrom nutzen werden. Darüber hinaus sind die Betreiber von kleinen Mieterstromanlagen mit einer Leistung von bis zu zehn Kilowatt von den Lieferantenpflichten befreit, die das Energiewirtschaftsgesetz für Stromlieferanten ansonsten vorsieht. Die Abrechnungs-, Informations- und Mitteilungspflichten sind stark reduziert, um Vermieter kleiner Wohnungen nicht unverhältnismäßig mit administrativen Aufgaben zu belasten und zu demotivieren.

 

 

Die Zukunft aktiv gestalten

Das Mieterstromgesetzt bietet Mietern und Vermietern eine gute Möglichkeit, die dringend notwendig Energiewende selbst in Schwung zu bringen und zu vollenden. Durch die Förderung der Eigeninitiative und –Verantwortung kann jeder dazu beitragen, Erneuerbaren Energien zum Erfolg zu verhelfen.

 

Hauseigene Photovoltaikanlagen sind dabei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, denn die Nutzung der Sonnenenergie ist generell ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Energieversorgung.

 

Grünes Geld, erfahrener Finanzexperte für nachhaltige Geldanlagen, bietet seinen Kunden daher ein breites Angebot an attraktiven Anlagemöglichkeiten aus dem Bereich Photovoltaik.

 

Ein Einstieg ist dabei bereits mit kleinen Summen möglich. Ab einer Mindestanlagesumme von 100 Euro monatlich können mit dem Musterdepot Sonne Monatssparen im Laufe der Jahre ein kleines Vermögen erwirtschaftet werden.

 

Eine gute Rendite verspricht auch die Sonne Geldanlage mit einer Mindestanlagesumme von 5.000 Euro. Bei einer empfohlenen Laufzeit von mindestens acht Jahren sind Erträge von rund 9,4 Prozent möglich. Basis des Erfolgs ist dabei ein fondsbasiertes Musterdepot, das aus rund 200 Werten führender Unternehmen der Erneuerbaren Energien Branche sorgfältig zusammengestellt wird. Die breite Streuung reduziert mögliche Risiken und ermöglicht ausgezeichnete Erträge.

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Private Altersvorsorge – aktiv gegen Altersarmut

Dienstag, 04. Juli 2017
Zusammenfassung: Berichte über zunehmende Altersarmut verunsichern viele Menschen. Altersvorsorge ist daher ein wichtiges Thema, das früh in der Lebensplanung eine Rolle spielen sollte - der Zinseszins ist wichtig. Vielfältige Angebote ermöglichen eine zusätzliche Versorgung neben der gesetzlichen Rente. Dabei ist der Einstieg auch schon mit geringen regelmäßigen Einlagen möglich. Besonders gut für eine positive Entwicklung der Zukunft: ökologische und ethische Geldanlagen bei der Altersvorsorge berücksichtigen.

 

 

 

Die Lebenserwartung steigt.

„Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung dazu.“ Das wusste schon der römische Philosoph und Staatsmann Cicero. Und die Einstellungen zum Alter sind sehr unterschiedlich. Denn genauso, wie es die viel beschworene „Jugend von heute“ nicht gibt und die Biographien der Menschen zwischen zwanzig und Mitte sechzig auf unterschiedlichsten Wegen verlaufen, so sind auch die Lebenssituationen in der Gruppe der älteren Bevölkerung sehr verschieden.

 

Wie die Lebenssituation im Alter konkret aussieht, ist nicht nur von strukturellen gesellschaftlichen Bedingungen bedingt, sondern hängt auch stark von der jeweiligen Vorgeschichte jedes Einzelnen ab. Sicher stellen der Eintritt in den Ruhestand und der Abschied aus dem Erwerbsleben einen tiefen Einschnitt in die persönliche Lebensgeschichte dar. Aufgrund individueller körperlicher und psychischer Veränderungsprozesse steigt die Wahrscheinlichkeit, stärker auf medizinische und – besonders im fortschreitenden Alter – auf pflegerische Hilfe angewiesen zu sein.

 

 

Aktiv und mobil bleiben

Dennoch ziehen sich viele grundsätzliche Einstellungen durch das gesamte Leben. Wer in jungen Jahren sportlich aktiv war, wird sicher versuchen, diese Aktivität auch im Alter umzusetzen.

 

Wichtig ist es dann jedoch, sich auch mit einer – möglicherweise – eingeschränkteren körperlichen Fitness abfinden zu können und das zu genießen, was noch umgesetzt werden kann. Wer sein Leben zufrieden geführt hat, wird aller Voraussicht nach seine generelle Lebensfreude behalten und wer viel Wert auf soziale Kontakte innerhalb und außerhalb der Familie gelegt hat, wird im Ruhestand diese Beziehungen weiterpflegen.

 

Der Verlust der Selbstständigkeit im Alter stellt allerdings für viele Menschen ein Schreckensszenario dar. Denn eine eingeschränkte Mobilität beispielsweise, kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Allerdings hat sich gerade in diesem Bereich in den vergangenen Jahren viel getan. Barrierefrei Innenausbauten ermöglichen bis ins hohe Alter ein selbstständiges Leben im gewohnten Umfeld. Darüber hinaus hat sich der Markt an Hilfsmitteln – vom einfachen Gehstock bis hin zum E-Scooter – weiter entwickelt und bietet für nahezu jede Lebenssituation eine passende Lösung.

 

 

Rentenreform begegnet der demographischen Veränderung

Auch im Herbst des Lebens reiche Ernte einfahren.

Kein Wunder, denn die Lebenserwartung steigt seit Jahren stetig an. Gleichzeitig hat sich allerdings auch die demografische Verteilung in unserer Gesellschaft verändert. Die klassische Alterspyramide mit einer breiten Basis junger Menschen hat sich zur demographischen Zwiebel bzw. Urne gewandelt. Verantwortlich dafür zum einen die ständig sinkende Geburtenrate und zum anderen der höhere Anteil Älterer sowie die generell gestiegene Lebenserwartung die damit auch ein erhöhtes durchschnittliches Alter mit sich bringt.

 

Gerade die abnehmende Zahl der erwerbstätigen – und damit auch die Anzahl der rentenbeitragspflichtigen – Personen, wirkt sich auf die zukünftige Rente aus. Prognosen zufolge wird die Anzahl der erwerbstätigen Personen bis zum Jahr 2040 um etwa 15 bis 30 Prozent  abnehmen.

 

Diese Veränderungen haben bereits vor Jahren zu einer umfangreichen Reform des gesetzlichen Rentenversicherungssystems  geführt. Mit der Veränderung der Rentenformel sollte die gesetzliche Alterssicherung gegenüber der veränderten demographischen Entwicklung abgesichert werden. Die Veränderung im Rentensystem hat allerdings auch zu einer starken Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung geführt.

 

Private Vorsorge soll gesetzliche Rente ergänzen

Die klassische gesetzliche Rentenversicherung (GRV) war bis dahin integraler Bestandteil der deutschen Sozialstaatlichkeit. Sie umfasste neben der Altersrente auch Leistungen bei verminderter Erwerbsunfähigkeit und die Versorgung der Hinterbliebenen im Todesfalle. Mit einem Anteil von rund 80 Prozent der Gesamteinahmen stellte sie den Löwenanteil der Alterssicherung dar. Ergänzt wurde die GRV allerdings auch schon vor der Rentenreform um die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung und unterschiedliche private Vorsorgemöglichkeiten.

 

Mit der Reform der gesetzlichen Rentenversicherung wurden Beitragszahler stärker in die Pflicht genommen, selbstständig für ihren Lebensabend vorzusorgen. Diese private Altersvorsorge ist freiwillig, wird jedoch von Seiten des Staates finanziell gefördert.

 

Die aus der Rentenreform Anfang des neuen Jahrtausends resultierende Riester-Rente wird mittlerweile von vielen Experten aus den unterschiedlichsten Lagern als wenig geeignet gesehen, die reduzierte GRV ausreichend zu ergänzen. Eine Ergänzung der GRV ist allerdings dringend angeraten, wenn Arbeitnehmer nach der Erwerbsphase an das bisherige Einkommens-Niveau anknüpfen wollen.

 

 

Schreckgespenst Altersarmut

Altersarmut ist kein vollkommen neues Phänomen. Das Thema erfährt jedoch aktuell eine enorme Aufmerksamkeit. Das liegt vor allem daran, dass in früheren Zeiten die Altersarmut fast ausschließlich in sozialen Randgruppen vorkam. Betroffen waren in erste Linie Menschen mit einer sehr kurzen und lückenhaften Erwerbsbiographie.

 

Im Alter aktiv und abgesichert am Leben teilnehmen.

Der Mehrheit der älteren, nicht mehr erwerbstätigen Menschen in Deutschland geht es aktuell finanziell nicht schlecht. Die sogenannten „Best Ager“ werden jedoch in den kommenden Jahren von einer neuen Rentner-Generation abgelöst werden. Diese haben durch Minijobs, Erwerbstätigkeit im Niedriglohnsegment sowie Zeiten der Erwerbslosigkeit nicht ausreichende Rentenpunkte gesammelt – geschweige denn private Altersvorsorge betrieben.

 

Einer aktuellen Studie der Wirtschaftsforschungsinstitute DIW und ZEW zufolge, wird bis zum Jahr 2036 jeder fünfte Neurentner von Altersarmut bedroht sein. Das bedeutet, dass rund 20 Prozent der heutigen End-Vierziger weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben wird und damit armutsgefährdet ist. Bereits die Generation der „Babyboomer“ der geburtenstarken Jahrgänge, die in fünf Jahren das Rentenalter erreicht haben werden, sind von dieser Entwicklung bedroht. Damit ist Altersarmut in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

 

Dabei sehen die Forscher der Studie nicht nur ein strukturelles Problem. Viel würden aktuell die Risikogruppen kaum durch sinnvolle Vorschläge gegen die drohende Gefahr angesprochen werden. Den Schlüssel für eine ausreichende Alterssicherung sehen Experten in erster Linie in sozialversicherungspflichtigen und existenzsichernden Arbeitsverhältnissen.

 

 

Herausforderung Alterssicherung meistern

Auch wer mit beiden Beinen fest im Erwerbsleben steht, ist heute mehr denn je gefordert, den möglichen Gefahren ins Auge zu sehen und Vorsorge für das Alter zu treffen. Je früher, desto besser!

 

Denn eine frühe aktive Haltung zum Thema Altersvorsorge kann nicht nur Versorgungslücken frühzeitig erkennen und diesen begegnen. Sie helfen auch, diffuse Ängste und Befürchtungen zu vermeiden. Obgleich Umfragen ergeben haben, dass mehr als 60 Prozent der aktuell Berufstätigen daran zweifeln, im Alter ausreichend versorgt zu sein, stecken auch mehr als die Hälfte den Kopf in den Sand und sehen keinen Sinn in einer privaten Vorsorge.

 

Grund für diese Vogel-Strauß-Mentalität ist zum einen das unübersichtliche Angebot an privaten Altersvorsorgeprodukten sowie eine für Laien teilweise schwer zu durchdringende Förderungsregeln. Zum anderen ist die Bedeutung der privaten Vorsorge noch nicht in den Köpfen angekommen. Zu fest sitzt die alte Gesinnung, dass sich der Staat schon kümmern werde.

 

Hier sind gerade junge Erwerbstätige gefordert, die alten Denkmuster zu durchbrechen. Schließlich haben sie noch ausreichend Zeit, eine solide und sinnvolle Altersvorsorge aktiv zu betreiben. Neben den erworbenen gesetzlichen Rentenansprüchen und einer betrieblichen Altersvorsorge, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für eine private Altersvorsorge.

 

 

Standort bestimmen und persönlichen Weg finden

So wie die Entscheidung für einen Beruf eine individuelle Entscheidung darstellt und eine angemessene Phase der Planung und Überlegung erfordert, muss auch der Ruhestand gut geplant werden – auch wenn diese Zeit noch unendlich weit entfernt zu liegen scheint. Deshalb ist es sinnvoll, sich ausführlich beraten zu lassen, um eine passende Lösung zu finden.

 

Für immer mehr Menschen ist es darüber hinaus nicht nur wichtig, wie viel am Ende ausgezahlt wird, sondern ebenso, wo und wie ihr Geld während der langen Ansparphase für die spätere Altersvorsorge, eingesetzt wird. Wer sich hier für ökologische und ethische Geldanlagen entscheidet, investiert nicht nur in die eigene Zukunft, sondern genauso in eine intakte Natur und in eine gerechtere Welt.

 

Eine nachhaltige Altersvorsorge ist kein Produkt von der Stange. Deshalb ist es sinnvoll, frühzeitig mit einem erfahrenen Experten, wie Grünes Geld, die passende Lösung zu finden. Als unabhängiger Finanzberater und Spezialist für ökologische und ethische Geldanlagen ist Grünes Geld in der Lage, umfassend über sinnvolle Fördermöglichkeiten und steuerliche Aspekte der geplanten Altersvorsorge zu beraten. Dabei behält Grünes Geld stets im Blick, dass die Rendite der nachhaltigen Altersvorsorge für den Anleger ein relevantes Kriterium ist. Hier hat sich in der Praxis gezeigt, dass grüne Geldanlagen durchaus mit den Erträgen der konventionellen Angebote mithalten können.

 

 

Früher Vogel statt Vogel-Strauß – Ideen zur Altersvorsorge

Der frühe Vogel fängt de Wurm.

Ein altes Sprichwort besagt „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Wer mit dem Kopf jedoch im Sand steckt, hat keine Chance an den schmackhaften Wurm zu kommen. Daher lautet die Devise, ein geringes Renten-Niveau und zunehmende Altersarmut sind erste Themen, die mehr zu Eigeninitiative und Aktivität auffordern, als zu Schockstarre.

 

 

Eine gute Anlagemöglichkeit bieten Investmentfonds, denn die abgestimmte Auswahl unterschiedlicher Wertpapiere bietet Sicherheit und interessante Erträge zwischen sechs und acht Prozent. Darüber hinaus können Fonds für die Altersvorsorge zum Beginn der Rente mit niedrigeren Abgaben versteuert werden.

 

Eine weitere interessante Lösung für die Altersvorsorge ist die Grüne Privatrente, die als private Rentenversicherung bereits ab 50 Euro im Monat bedient werden kann. Während der Ansparphase von mindestens 12 Jahren profitieren Anleger von einem guten Zinseszins-Effekt. In dieser Zeit bleiben außerdem sämtliche Gewinne steuerfrei, bei der regelmäßigen Rentenauszahlung wird die geringere Ertragsanteilsbesteuerung angewendet, wer sich für eine komplette oder teilweise Auszahlung der Rente entscheidet spart durch das sogenannte Halbeinkünfte-Verfahren. Die mit 25 Prozent recht hohe Abgeltungssteuer kommt bei der Grünen Privatrente nicht zum Zug.

 

 

Planung und Beratung sind Trumpf

Wer sich früh für eine private Altersvorsorge entscheidet, hat eine lange Einzahlungsphase vor sich. Entsprechend ist es möglich, mit geringen Beiträgen anzufangen. Generell hat sich die Faustregel bewährt, rund zehn Prozent des Einkommens in die private Altersversorgung zu investieren. Wer selbstständig arbeitet, sollte mindestens das Doppelte einkalkulieren.

 

Für eine umfassende Ruhestandsplanung, die auch Themen wie Patientenverfügung oder Erben & Schenken umfasst, können Sie auch einfach unseren Online-Ruhestands-Planer besuchen.

 

Wie das konkret aussehen kann, welche nachhaltigen Geldanlagen zu Ihnen passen und welche Art der Anlage für ihre persönliche Lebenssituation und ihre Vorstellungen von der Zukunft am besten geeignet sind, ermittelt Grünes Geld mit Ihnen zusammen. Gemeinsam finden wir Ihren Weg, um Vermögen für Ihre Altersvorsorge aufzubauen.

 

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

Holzinvestments – solide und klimafreundliche Geldanlage

Freitag, 30. Juni 2017
Zusammenfassung: Waldbesitz stand schon immer für Wohlstand. Darüber hinaus sind Bäume ein wichtiger CO<sub>2</sub>-Speicher und nachhaltig produziertes Holz ein umweltfreundlicher und begehrter Rohstoff. Investitionen in Holzprojekte sind damit eine interessante und lukrative Möglichkeit, Geld klimafreundlich anzulegen.

 

 

 

Den natürlichen Reichtum nachhaltig nutzen.

Bäume zählen zu den größten und ältesten Lebewesen unserer Erde. Und sie leisten einen enormen Beitrag dazu, unser Leben auf diesem Planeten zu erhalten. Sie sind die einzige Möglichkeit, der Atmosphäre CO2 wieder zu entziehen – alle anderen Maßnahmen zielen nur auf eine Reduktion des CO2 Ausstoßes ab.

 

Darüber hinaus sind Bäume die Lieferanten von regenerativer Energie und wertvoller Roh-, Bau- und Werkstoffe, denn nicht nur die Bäume im Wald leisten viel für den Klimaschutz, sondern auch das Holz an sich.

 

Obwohl Bäume ein relevanter Teil einer globalen Energiewende sein können, sinkt der Waldbestand weltweit um jährlich rund zehn Milliarden Bäume. Eine nachhaltige Aufforstung und Bewirtschaftung der Wälder können dieser Entwicklung entgegenwirken.

 

Lebende Bäume aber auch Holz sind wichtige Speicher des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2), die für die steigende Erderwärmung verantwortlich zeichnen. Daher ist es zum einen wichtig, den Baumbestand weltweit zu erhalten und zu vergrößern. Zum anderen ist aber auch die nachhaltige Nutzung von Holz sinnvoll, denn Holz ist ein enorm vielzeitiger und natürlicher Rohstoff.

 

 

Klimafreundlich bauen und heizen mit Holz

Kein Wunder also, dass sich der Markt für das Naturwunder Holz positiv entwickelt und die Preise für Agrar-Rohstoffe weltweit langfristig steigen. Neben der Produktion von Möbel und Gebrauchsgegenständen bildet sich dabei auch eine starke Nachfrage nach Bauholz heraus.

 

Gerade innovative Holzbauprojekte – auch im urbanen Raum – gewinnen an Bedeutung und stellen eine umwelt- und klimafreundliche Alternative zum konventionellen Bauen, etwa mit Beton, dar. Bauholz kann dagegen eine hervorragende Ökobilanz als Bau- und Werkstoff aufweisen und verfügt über eine ausgezeichnete Tragfähigkeit und Wärmedämmung.

 

Auch als nachhaltiger Energieträger ist Holz von Bedeutung. Schließlich handelt es sich bei Energieholz um einen nachwachsenden Rohstoff und damit um einen bedeutenden erneuerbaren Energieträger.

 

Im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern Öl, Gas und Kohle, verläuft die energetische Nutzung von Holz in einem klimaneutralen CO2-Kreislauf. Denn das beim Verbrennen des Holzes freigesetzte Kohlendioxid wird von den nachwachsenden Bäumen wieder aufgenommen. Wer also beim Heizen auf klassisches Brennholz, Hackschnitzel, Pellets oder Holzbriketts zurückgreift, handelt nachhaltig und schont wertvolle Ressourcen.

 

 

Wer in Wald investiert, ist nicht auf dem Holzweg

Der Wald steht schwarz und schweiget …

Waldbesitz zählt – historisch gesehen – zu den klassischen Anlagewerten und gilt als Garant für Wohlstand und Reichtum. Derzeit befinden sich in Deutschland noch immer rund 43 Prozent aller Waldgebiete in privater Hand. An der Spitze der größten Privatwaldbesitzer in Deutschland steht mit rund 20.000 Hektar seit Jahrhunderten unangefochten die Familie Thurn und Taxis.

 

Der größte Waldbesitzer ist jedoch der Freistaat Bayern mit 770.000 Hektar.

 

Auch ohne ein reiches Erbe ist es möglich, Waldbesitzer zu werden. Hier bieten sich nachhaltige Waldinvestments in Süd- und Mittelamerika an, denn gerade der Schutz der Regenwälder ist im Kampf gegen den Klimawandel von besonderem Interesse. Denn zum einen sind gerade sehr alte Baumbestände extrem leistungsfähige CO2-Speicher.

 

… und aus den Wiesen steiget, der weiße Nebel wunderbar.

Zum anderen erstrecken sich die tropischen Regenwälder Südamerikas über ein Gebiet mit einer riesigen Fläche von acht Millionen Quadratkilometern. Damit befindet sich hier die größte der drei Regenwaldregionen der Erde.

 

Diese zu erhalten ist nicht nur für den Klimaschutz eine bedeutende Aufgabe, sondern genauso für den Artenschutz und die weltweite Biodiversität. Jährlich verschwinden rund 150 Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich von der Erde.

 

Dabei ist die Biodiversität in den tropischen Regenwäldern besonders betroffen, denn viele Arten weisen eine nur sehr wenige Exemplare auf. Ohne den menschlichen Einfluss gehen Schätzungen zufolge nur bis zu 25 Arten pro Jahr verloren.

 

Wenn Aufforstungen von jungen Bäumen betrieben werden und man dieses Holz nutzt, schützt man indirekt die jahrhundertealten Naturwälder und Regenwälder. Denn wird ein Baum aus einer Aufforstung genutzt, braucht man schon keinen aus einem Regenwald fällen.

 

 

Einige interessante Holzinvestments im Überblick

Direktinvestments in Aufforstungsprojekte standen zeitweilig in keinem guten Ruf. Grund dafür war, dass eine unübersichtliche Zahl an Anbietern Projekte anboten, deren finanzielle wie ökologische Nachhaltigkeit nicht immer nachvollziehbar waren. Durch die verschärften gesetzlichen Anforderungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat sich die Zahl der Anbieter drastisch reduziert.

 

Einige Anbieter stellten das Anlagegeschäft komplett ein oder wurden durch Insolvenzen aus dem Markt gedrängt. Ausschließlich die beiden erfahrenen Emissionshäuser ForestFinance und Miller Forest haben bislang offizielle Verkaufsprospekte vorlegen können, die den strengen Anforderungen des Kleinanlegerschutzgesetzes Stand halten und somit von der BaFin geprüft und genehmigt wurden.

 

Miller Forest Energieholz 

Schnellwachsende Hölzer ernten – Naturwälder schützen.

Grundidee des Projektes Energieholz ist es, schnell wachsende Holzsorten anzubauen, die bereits nach sechs Jahren entnommen und zu Hackschnitzeln zum Heizen verarbeitet werden. Der Nachhaltigkeitsaspekt dabei ist der Schutz der Naturwälder. Denn die aufgeforsteten Wirtschaftsbäume werden statt der Naturbäume gefällt. Damit leistet das Projekt Energieholz einen wertvollen Beitrag gegen das Roden uralter Wälder in Paraguay. Das Emissionshaus MillerForest betreut rund 9.000 Hektar Waldflächen in Paraguay und arbeitet seit Jahren vertrauensvoll mit dem Forst-Serviceunternehmen Felber Forestal S.A. vor Ort zusammen.

Anleger, die in Energieholz investieren wollen, müssen mindestens 3.870,00 Euro mit einer Laufzeit von sechs Jahren anlegen, eine Verlängerung der Laufzeit auf zwölf beziehungsweise 18 Jahre ist möglich. Die prognostizierte Rendite (gemäß IRR) der Anlage beträgt bei einer Laufzeit von sechs Jahren 4,3 Prozent jährlich. Andere Varianten in andere Hölzer und mit Kauf der Grundstücksfläche sind ebenfalls von Miller erhältlich. Fragen Sie gerne bei uns nach (–> Kontakt).

 

 

ForestFinance KakaoWald

Braunes Gold – Die Frucht des Kakao-Baums.

Das Projekt KakaoWald investiert in die nachhaltige Aufforstung von peruanischen Kakaowäldern. Anleger pachten dafür eine Waldfläche von mindestens 1.000 Quadratmetern. Die Erträge werden durch die Ernte von Edel-Kakao erwirtschaftet. Der Anbau der Kakaobäume geschieht dabei nach den Kriterien des ökologischen Landbaus und des fairen Handels.

 

Der Nachhaltigkeitsgedanke des Projektes ist dabei, 20 Prozent der Investitionen für den Schutz von tropischen Regenwäldern in Panama einzusetzen. ForestFinance ist seit mehr als zwanzig Jahren im Markt aktiv und ist damit ein Pionier der nachhaltigen Direktinvestments.

 

Anleger, die in das Projekt KakaoWald investieren wollen, müssen mindestens 3.250 Euro (pro 1.000 Quadratmeter) einbringen. Die Mindestlaufzeit des Projektes beträgt 25 Jahre. Allerdings können Investoren bereits ab dem sechsten Jahr mit Erträgen rechnen und profitieren dann von regelmäßigen Einkünften durch den Verkauf des Kakaos. Die prognostizierte Rendite des KakaoWaldes beträgt sechs Prozent bei einer normalen Entwicklung der Anlage.

 

 

 

ForestFinance GreenAcacia

 Von der Acacia-Plantage zum biodiversen Mischwald.

Ein weiteres Holzprojekt des „Waldmachers“ FinanceForest ist GreenAcacia. Dabei wird in eine aufgeforstete Acacia-Plantagen in Kolumbien investiert. Die Plantage wird regelmäßig durchgeforstet und die entnommenen Bäume werden als Konstruktions- und Nutzholz verkauft.

 

Ziel ist es dabei, das Gebiet in einen dauerhaften Mischwald nach den Prinzipien der ökologischen und nachhaltigen Forstwirtschaft umzuwandeln und Menschen vor Ort langfristige und existenzsichernde Arbeit zu bieten.

 

Anleger die sich für GreenAcacia interessieren, können sich aber einer Mindestsumme von 2.625 Euro beteiligen. Die Laufzeit des Projektes beträgt zwölf Jahre, erste Auszahlungen sind prognosegemäß nach drei Jahren möglich, anschließend immer nach den Zwischenernten des entnommenen Holzes. Die prognostizierte Rendite von GreenAcacia beträgt sechs Prozent pro Jahr und hängt von der Menge der Holzernte ab sowie von der Entwicklung der internationalen Holzpreise.

 

 

Steuerliche Besonderheiten bei privaten Veräußerungsgeschäften

Ein Holzinvestment bedeutet dabei nichts anderes als kaufen und später wieder zu verkaufen. Da es sich bei Holzprojekten um Sachwerte handelt, werden Anleger faktisch Eigentümer. Die Erträge, die sich aus diesen Geldanlagen ergeben, müssen als Einkünfte aus dem Betrieb einer Land- und Forstwirtschaft in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden.

 

Holz ist eine sichere Bank.

Wer seine Waldgebiete später – etwa nach der Mindestlaufzeit des Projektes – verkauft, muss einige weitere steuerrechtliche Punkte beachten. Für Privatanleger gilt, dass der entstandene Gewinn, der sich beim Verkauf der Ländereiern ergibt, steuerpflichtig ist.

 

Der Veräußerungsgewinn wird berechnet sich einfach nach der Formel „Verkaufspreis abzüglich Anschaffungspreis“. Ebenfalls abgezogen werden die Kosten, die durch den Verkauf entstanden sind, beispielsweise Notargebühren. Für den Veräußerungsgewinn gibt es keine Freibeträge. Bleibt der erzielte Gewinn aus dem privaten Verkauf im Jahr allerdings unterhalb der Freigrenze von 600 Euro, so bleibt dieser steuerfrei. Liegt der Betrag darüber, muss der Veräußerungsgewinn komplett versteuert werden

 

Allerdings gilt dies nur, wenn zwischen dem Kauf und der Veräußerung ein enger zeitlicher Zusammenhang besteht. Bei Grundstücken und Grundstücksrechten sieht der Gesetzgeber diesen engen Zusammenhang und für einen Verkauf, innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb liegt im Zeitraum bis zu zehn Jahren. Das bedeutet, dass beim Verkauf eines Holzprojektes innerhalb von zehn Jahren nach Erwerb, die „Einkommensteuer auf Spekulationsgewinne“ fällig wird.

 

Die Zehn-Jahres-Frist betrifft in den vorgestellten Projekten nur Investoren, die sich für einen Anlagehorizont von sechs Jahren beim Holzprojekt Energieholz von Miller Forest entschieden haben. Je nach dem, wie sich die Investition entwickelt hat, kann es steuerlich interessant sein, die Laufzeit zu verlängern. Ebenfalls von dieser steuergesetzlichen Regelung sind Anleger betroffen, die sich vor Ablauf der Mindestanlagedauer für einen Verkauf entscheiden. Das Unterschreiten der Mindestlaufzeit ist allerdings auch so nicht zu empfehlen, da mit weiteren Kosten zu rechnen ist.

 

Achtung: Unsere steuerlichen Hinweise sind unverbindlich und können zu einem späteren Zeitpunkt durch eine geänderte Steuergesetzgebung falsch werden. Steuern sind ein individuelles Themengebiet. Fragen Sie unbedingt Ihren Steuerberater zu diesem Thema.

 

Wer ein Holzprojekt erbt, also unentgeltlich erwirbt, muss keine zehn Jahre warten, bis der Sachwert steuerfrei veräußert werden kann. Für diese Fälle ist der Zeitpunkt des Erwerbs durch den für den Erblasser maßgeblich.

 

Wer bei privaten Veräußerungsgeschäften Verluste einfährt, kann diese mit erzielten Gewinnen aus dem gleichen Jahr, in gleicher Höhe, meist auch nur innerhalb der gleichen Art der Einkünfte ausgleichen. Abzüge sind nicht möglich.

 

 

Gut Holz!

Wer in Holz investiert, leistet einen ökologisch sinnvollen Beitrag und trägt zu einer Verbesserung des Klimas weltweit bei. Um sicher zu gehen, dass das Holzinvestment auch wirklich nachhaltig wirkt, sollten Anleger auf Projekte erfahrener Anbieter zurückgreifen und auf das FSC-Siegel  achten. Das FSC-Zertifikat steht für umweltgerechte, soziale und wirtschaftlich tragfähige Waldprojekte.

 

Da bei Direktinvestments oft unzählige Fragen auftauchen, ist es außerdem gut, wenn ein erfahrener Finanzexperte beratend zur Seite steht. Grünes Geld, Experte für nachhaltige Geldanlagen, verfügt über eine langjährige Erfahrung mit Holzprojekten und kennt die Anbieter genau. Mit ausgewählten Holz-Projekten haben Anleger die unvergleichliche Möglichkeit, direkt und detailliert nachzuverfolgen, wie ihr Geld angelegt wird und wie es vor Ort positive ökologische und soziale Entwicklung bewirkt. Neben dieser hohen Transparenz und Wirksamkeit, lassen sich mit diesen Projekten darüber hinaus auch überdurchschnittliche Rendite erzielen. Damit stellen nachhaltige Holz-Projekte eine gute Geldanlage für viele Investoren da. Jeder Anleger ist anders. Daher bietet Grünes Geld nicht nur wirkungsvolle Holz-Projekte, sondern auch weitere interessante Spar- und Anlagemöglichkeiten rund um den schönsten und nützlichsten Werkstoff der Welt.

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Biodiversität – Natürliche Vielfalt schützen und erhalten

Freitag, 23. Juni 2017
Zusammenfassung: In den vergangenen Jahrtausenden haben sich Tier- und Pflanzenarten, aber auch der Mensch, als extrem anpassungsfähig erwiesen. Der beschleunigte Klimawandel hat jedoch zur Folge, dass viele Arten sich nicht mehr mit den veränderten Lebensbedingungen zurechtfinden. Die Folge ist ein rasantes Artensterben und damit eine extreme Reduktion der Biodiversität. Diese Entwicklung hat ökologische, ökonomische und soziale Folgen für das menschliche Leben. Eine ganzheitliche Biodiversitätsstrategie soll entgegenwirken.

 

 

Der Wegfall von Arten, gefährdet die Balance.

„Diversity-Management“ etabliert sich seit seinigen Jahren, vor allem in großen und international aufgestellten Unternehmen. Der Begriff bezeichnet die heterogene Zusammensetzung eines Teams. Durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Geschlechter, Altersklassen und Ethnien oder Herkunftsländern soll ein optimales Ergebnis erzielt werden. Schließlich werden unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen in den Arbeitsprozess miteingebracht. Unternehmen, die in ihrer Personalpolitik auf „Diversity“ setzen, profitieren im Allgemeinen von soliden Arbeitsergebnissen und sind um eine diskriminierungsfreie Firmenführung bemüht.

 

Eine gute Entwicklung und gleichzeitig eigentlich keine neue Idee. Denn Vielfalt gehört zum Leben. Das Zusammenspiel und die Nutzung der unterschiedlichsten Fähigkeiten führt zu ausgewogenen Verhältnissen – das gilt nicht nur im Arbeitsleben und in der sozialen Interaktion, sondern genauso in der Natur.

 

 

Biodiversität – das Ideal der Vielfalt

Die natürliche Vielfalt ist der Masterplan der Diversität. In den letzten Jahrzehnten hat sich dafür der Begriff der Biodiversität durchgesetzt. Biodiversität beschreibt das komplexe Zusammenspiel aller lebenden Organismen und deren Abhängigkeiten voneinander. Damit zählen alle Tier- und Pflanzenarten aus sämtlichen ökologischen Systemen zur biologischen Vielfalt. Biodiversität findet also auf der ganzen Welt statt, auf dem Land genauso wie in den Meeren.

 

Rund um den Globus lassen sind drei Bereiche durch eine besonders hohe Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen gekennzeichnet. Dazu gehören die Tropen, die Ozeane sowie die Wälder. Um hier das rapide Schwinden der Arten zu bremsen, versuchen viele Nationen und Organisationen diese Ökosystems besonders zu schützen. Aber auch alte Kulturlandschaften stellen wertvolle Lebensräume für die Artenvielfalt dar.

 

Generell spielt bei der Biodiversität jedoch nicht nur die Menge der Arten eine wichtige Rolle. Genauso bedeutsam ist auch die richtige Zusammensetzung innerhalb der jeweiligen Lebensräume. Tier- und Pflanzenarten, die an die regionalen Gegebenheiten und das entsprechende Klima angepasst und aufeinander abgestimmt sind, bilden gemeinsam ein funktionierendes Ökosystem.

 

Biodiversität schließt in seinem Konzept den Menschen mit ein. Entsprechend bezieht sich der Erhalt der Artenvielfalt auch auf Tier- und Pflanzenzüchtungen, die eine Jahrtausende alte Tradition aufweisen.

 

 

Sicherung der Biodiversität ist Grundlagensicherung

CO2-Speicherung – wichtig für den Klimaschutz.

Die Erhaltung dieser genetischen Vielfältigkeit ist auch eine elementare Grundlage für das menschliche Leben. Ein Aspekt, der – gerade in den Industrienationen – rasch in Vergessenheit gerät. Der Schutz zahlreichen Tier- und Pflanzenarten ist keine wohltätige Aufgabe, denn Fakt ist, dass durch massive Eingriffe und durch die Zerstörung vielfältiger Ökosystems nicht nur die Artenvielfalt in gefährdet wird. Der Mensch entzieht sich auch zugleich selbst die Lebensgrundlagen.

 

Schließlich ist eine intakte Biodiversität die Voraussetzung für die zuverlässige Befriedigung der Grundbedürfnisse menschlichen Lebens. Dazu zählen saubere Luft und Wasser, Klimaschutz durch die Speicherung des Treibhausgas Kohlendioxids (CO2) in Wäldern, Bodenflächen und den Ozeanen und – nicht zu vergessen – sämtliche Nahrungsmittel und Rohstoffe, die aus der Tier- und Pflanzenwelt entnommen werden.

 

Dass in diesem Bereich eine Schädigung der Artenvielfalt unabsehbare Konsequenzen für die Ernährung der Menschheit mit sich bringt, liegt auf der Hand. So sind heute nicht nur viele alte Arten bedroht, auch wertvolle Kulturpflanzen und – Tierzüchtungen verschwinden zunehmend von der Bildfläche, es setzen sich zunehmend Monokulturen durch und verdrängen die Artenvielfalt. Von den etwa 7.000 kultivierten Pflanzenarten, die der menschlichen Ernährung dienen, liefern beispielsweise aktuell nur noch 15 Arten rund 90 Prozent der Nahrung.

 

Darüber hinaus dient die biologische Artenvielfalt noch unzähligen weiteren Bereichen des modernen menschlichen Lebens, denn auch die medizinische Forschung profitiert von den reichen genetischen Ressourcen, der technologische Fortschritt orientiert sich vielfach an biologischen Vorbildern und kopiert gelungene Anpassungsstrategien für innovative Entwicklungen.

 

Wer also auf Vielfalt statt Einfalt setzt, hat gute Gründe die biologische Vielfalt auch weiterhin zu erhalten und auch die Schönheit des natürlichen Artenreichtums zu genießen. Der Schutz der Biodiversität ist dabei auch Teil der des Nachhaltigkeitsdenkens und der Verantwortung gegenüber kommender Generationen.

 

 

Bedrohung der Biodiversität

Riesen-Bärenklau – vor allem für Allergiker ein Problem.

Schätzungen der UNESCO zufolge, sterben täglich 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Die biologische Vielfalt ist eindeutig in Gefahr. Dafür zeichnen viele unterschiedliche Faktoren verantwortlich. Vielfach werden gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten als Grund für das Verschwinden einzelner Spezies gesehen und in der Tat verdrängen Neophyten, wie beispielsweise der Riesen-Bärenklau, heimische Kräuter. Aber das ist nur eine Facette der Bedrohung. Eine Große Gefahr stellt die direkte Zerstörung von Lebensräumen dar. Dazu zählen unter anderem großangelegte Brandrodungen, beispielsweise in Südamerika, bei denen unzählige Tier- du Pflanzenarten ihren Lebensraum verlieren. Aber auch kleine und große Infrastrukturprojekte entziehen heimischen Arten die Lebensgrundlage. Hinzu kommen der generelle Raubbau an der Natur und die zunehmende Übernutzung, wie etwa durch Überfischung, Überweidung und industrielle Landwirtschaft, Massen-Tourismus sowie Gewässer- und Bodenverschmutzung.

 

 

Convention on Biological Diversity – Biodiversität wird Chefsache

Menschen, Tiere und Pflanzen haben sich über die vergangenen Jahrtausende hinweg als extrem anpassungsfähig erwiesen und konnten so ihren Fortbestand sichern. Allerdings setzen zu rasch veränderte Umweltbedingungen sämtlichen Spezies stark zu, nicht alle werden sich in der nötigen Geschwindigkeit anpassen können. Damit verantwortet die Klimakrise auch den Verlust zahlreicher Arten. Eines der populärsten Opfer ist dabei der Eisbär, der bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht.

 

Um dem alarmierenden weltweiten Artensterben entgegenzuwirken, haben die Vereinten Nationen im Rahmen der Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro die Biodiversitätskonvention (Convention on Biological Diversity, kurz: CBD) auf den Weg gebracht. Die Konvention wurde Ende 1993 verabschiedet.

 

 

Schutz, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit

Vielfältige Lebensräume erhalten – auch für Einsiedler.

Der ganzheitliche Ansatz der Biodiversitätskonvention ist es, die biologische und genetische Vielfalt auf der Erde zu schützen und zu bewahren. Weiterhin ist die Staatengemeinschaft aufgefordert, die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen so zu organisieren, dass auch künftige Generationen noch ausreichende Lebensgrundlagen vorfinden werden. Außerdem sollen die Gewinne, die sich aus der Nutzung der natürlichen Ressourcen ergeben, gerecht verteilt werden.

 

Mit diesen drei Zielen geht die Biodiversitätskonvention über die klassischen Schutzansätze hinaus. Sie berücksichtigt nicht nur die ökologischen Aspekte des Problems, sondern bezieht auch die ökonomischen und sozialen Gesichtspunkte gleichberechtigt in das Konzept mit ein.

 

Diese umfassende Sicht der Dinge macht deutlich, dass die genetische Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt und die intakten Ökosysteme unverzichtbare Grundlage für das Leben der Menschen weltweit ist. Besonders in den – traditionell landwirtschaftlich geprägten – Entwicklungsländern wird deutlich, dass die biologische Vielfalt – sprich die heimischen Tier- und Pflanzenarten – die unmittelbare Voraussetzung für ein selbstständiges Leben und Überleben darstellen. Natürliche Ressourcen zu sichern ist damit auch eine wirksame Methode, Armut und Hunger zu bekämpfen.

 

 

Nationale Umsetzung der Biodiversitätskonvention

Naturschutz ist ein gesellschaftlich getragenes Thema in Deutschland. Allerdings bezog sich der Schutz von Fauna und Flora ausschließlich auf die heimischen Tier- und Pflanzengattungen und hatte kaum eine globale Dimension.

 

Wildkräuter – Vielfalt statt Einfalt.

Seit November 2007 setzt Deutschland die Biodiversitätskonvention mit der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“. Neu an der Strategie ist, dass kein starrer Fahrplan vorgegeben wird, nach dem zu handeln ist. Vielmehr setzt die Strategie auf einen breit angelegten Dialogprozess und eine effektive Vernetzung gesellschaftlicher Gruppen, Unternehmen, Verbänden und Organisationen. Durch dieses Vorgehen, kann der Komplexität des Themas am ehesten Rechnung getragen werden, denn durch die Vielzahl der beteiligten Akteure ist eine 360-Grad-Sicht auf die Gesamtproblematik gegeben.

 

Die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt ist fester Bestandteil der Bundespolitik. Mit rund 330 formulierten Zielen und 430 Maßnahmen zu allen relevanten Themen, zählt die deutsche Strategie zur Sicherung der Biodiversität zu den ambitioniertesten weltweit.

 

Im Rahmen dieser Strategie wurde zur Umsetzung der Biodiversitätsziele ein Förderprogramm entwickelt. Dieses Programm definiert die konkreten Fördermaßnahmen im Sinne der von UN definierten Zielsetzung. Abgestimmt mit Vertretern der Länder und Kommunen, Waldbesitzern, Landwirten sowie den Umwelt- und Naturschutzverbänden wurden nicht nur Schwerpunkte der Förderung ausgearbeitet. Auch vielfältige Maßnahmen zur Verbesserung der Akzeptanz des Biodiversitätsprogramms und eine umfassende Informations- und Kommunikationskampagne gehören zum Programm. Besondere Förderung erfahren Projekte, die eine Leuchtturmwirkung für andere Regionen oder Länder haben können und besondere Maßstäbe setzen in Sachen Schutz der Biodiversität, nachhaltiger Nutzung und gerechter Verteilung.

 

 

Vier Schwerpunkte des nationalen Programms biologischer Vielfalt

Bei der konkreten Umsetzung der Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, hat Deutschland vier Förderschwerpunkte entwickelt.

 

Der erste Schwerpunkt umfasst die sogenannten „Verantwortungsarten“. Das bezeichnet die Tiere und Pflanzen, deren Bestand dringend gesichert werden sollte, weil sie nur oder zu großen Teilen in Deutschland vorkommen oder weil ihre Art weltweit gefährdet ist. Daher sind hier besondere Anstrengungen vorgesehen, um die entsprechenden Lebensräume zu erhalten oder wieder herzustellen.

 

Der Schutz von „Hotspots der biologischen Vielfalt“ ist das zweite große Förderziel. Hotspot-Regionen sind dabei besondere Lebensräume mit einer hohen Dichte und Vielfalt von Arten. Selbst das Industrieland Deutschland kann immerhin rund 11 Prozent der Landesfläche als Hotspots ausweisen. Dazu zählen Gebiete in den Alpen genauso wie die Küsten, aber auch Kulturlandschaften in den Mittelgebirgsregionen und Flusstälern.

 

Sauberes Trinkwasser – ein Service der Natur.

Die Natur bietet Menschen eine Existenzgrundlage und ist damit ein bedeutsamer Dienstleister. Die „Sicherung von Ökosystemdienstleistungen“ ist daher ein weiterer Förderschwerpunkt. Das klingt sehr formell, beschreibt jedoch die Sicherung der existenziellen Ressourcen, wie sauberes Trinkwasser, ausreichende Nahrungsmittel, Heilpflanzen und Energieträger. Außerdem schließt dieses Konzept die Speicherung von CO2 für einen wirkungsvollen Klimaschutz mit ein. Diese wichtigen Aufgaben geben den Ökosystemdienstleistungen einen hohen ökonomischen Wert. Um auch zukünftig auf die „Services der Natur“ zurückgreifen zu können, müssen diese Dienste nachhaltig genutzt werden.

 

Weitere Förderschwerpunkte des Biodiversitätskonzepts sind Maßnahmen, die eine beispielhafte und repräsentative Aufgabe übernehmen. Dazu werden ausgewählte Einzelprojekte besonders herausgestellt, um als Beispiel für ähnliche Maßnahmen zu dienen. Das können beispielsweise spezielle Bildungsprojekte sein oder auch konkrete Maßnahmen zu klimaschützenden Maßnahmen im städtischen Raum.

 

Die Umsetzung der Biodiversitätskonvention obliegt dem Bundesamt für Naturschutz. Gemäß dem ganzheitlichen Ansatz des nationalen Konzepts, sind jedoch auch weitere Behörden und Ministerien eingebunden. So setzt auch das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung  große Teile der Strategie mit um und unterstützt Partnerländer dabei, die biologische Vielfalt zu schützen und nachhaltig zu nutzen. Ziel der Entwicklungszusammenarbeit ist es dabei auch, dass die lokale Bevölkerung auch direkt von dieser Entwicklung profitieren kann. Das kann zum einen durch die Sicherung der Nahrungsautonomie sein, zum anderen werden auch Faktoren für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung gestärkt. Beispielsweise durch die nachhaltige Vermarktung von Heilpflanzen oder auch durch Projekte für einen klimafreundlichen Ökotourismus.

 

 

Komplexe Aufgaben – durchdachte Lösungen

Ein durchdachtes Biodiversitätskonzept kann helfen, die Lebensgrundlagen langfristig zu sichern. „Überzeugend ist vor allem, die drei Aspekte Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit miteinander zu verknüpfen“, findet Carmen Junker, Gründerin und Geschäftsführerin von Grünes Geld, einem erfahrenen Anbieter nachhaltiger Geldanlagen. Auch die Finanzexperten von Grünes Geld arbeiten nach diesen drei Gesichtspunkten und bieten ihren Kunden ökologische und ethische Investments, die zugleich eine attraktive Rendite versprechen. So können auch private Investoren durch grüne Geldanlagen einen wirkungsvollen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Lieber früher als später: Vertretungsrechte regeln

Freitag, 16. Juni 2017
Zusammenfassung: Ein neues Gesetz wird ab dem kommenden Jahr die Beistandsmöglichkeiten im medizinischen Bereich für Ehe- und Lebenspartner vereinfachen. Allerdings sollten Paare auch frühzeitig daran denken, wer sie – im Fall der Fälle – in Vermögens- oder Behördenangelegen vertritt und diese Entscheidung rechtlich verbindlich abgeben. Gut auch, sich in Geldfragen auf bewährte Partner verlassen zu können.

 

 

Früh klären: Wer entscheidet, wenn ich es nicht kann?

Eine schreckliche Situation, die aber jeden treffen kann: Der Ehepartner oder Lebensgefährte wird plötzlich schwer krank oder erleidet einen Unfall. Die Sorge um einen geliebten Menschen stellt eine schwere seelische Belastung dar. Gleichzeitig sind jedoch auch viele Entscheidungen zu treffen. Zum einen bezüglich der medizinischen Behandlung. Zum anderen geht es aber auch darum, den erkrankten Partner in Vermögens- oder Behördenangelegenheiten vertreten zu können. Gut, wenn dann bereits im Vorfeld zwischen den Partnern bereits rechtliche Vereinbarungen getroffen worden sind.

 

Was viele nicht wissen: Auch Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschafen können derzeit ohne eine Vorsorgevollmacht  keine Entscheidungen für den handlungsunfähigen Partner treffen. Das bedeutet in der Praxis, dass Partner ohne diese Vorsorgevollmacht erst vom Gericht als rechtlicher Betreuer bevollmächtigt werden müssen.

 

Vorher können sie derzeit keine Entscheidungen bezüglich der weiteren medizinischen Versorgung treffen, dürfen die Post des Partners nicht öffnen und bearbeiten und diesen rechtlich wirksam vertreten. Eine heikle Situation, denn vielfältige finanzielle Verpflichtungen müssen weiter regelmäßig laufen und gerade jetzt sind sicher viele Punkte mit der Krankenversicherung zu klären und abzustimmen. Sich erst jetzt als Betreuer für den Partner bestellen zu lassen, stellt eine zusätzliche Belastung in einer ohnehin schon nervenaufreibenden Zeit dar.

 

 

„Stand by me“ – bessere Beistandsmöglichkeiten durch neues Gesetz

Gemeinsam den Weg bestimmen.

Um diese schwere Last etwas zu erleichtern, hat der deutsche Bundestag im Mai diesen Jahres das „Gesetz zur Verbesserung der Beistandsmöglichkeiten unter Ehegatten und Lebenspartnern in Angelegenheiten der Gesundheitssorge und in Fürsorgeangelegenheiten“ verabschiedet. In Kraft tritt das Gesetz ab dem 1. Juli 2018.

 

Das Gesetzt regelt zukünftig, dass Verheiratete und eingetragene Lebenspartner in Fragen der Gesundheitssorge ihren Partner – auch ohne besondere Bestellung als Betreuer und dezidierte Vorsorgevollmacht – kurzzeitig vertreten zu können. Das umfasst beispielsweise eine Entscheidung zu bestimmten Untersuchungen und Operationen, aber auch die Verlegung in ein anderes Krankenhaus. Außerdem sind behandelnde Ärzte gegenüber dem Partner von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden und müssen eine Einsicht in die Krankenunterlagen gewähren. Allerdings ist diese Gesundheitssorge ohne Vollmacht nur auf einen kurzen Zeitraum beschränkt, in der Regel auf einige Tage nach der Erstversorgung. Anschließend greift wieder die bisherige gerichtliche Bestellung eines Betreuers. Dies ist in den meisten Fällen auch der Ehe- beziehungsweise eingetragene Lebenspartner.

 

Getrennte Paare müssen sich keine Sorgen darüber machen, dass der ehemalige Partner über ihren Kopf hinweg Entscheidungen fällt, denn die Neuregelung gilt für getrennt lebende Ehegatten und Partnerschaften. Außerdem greift die Novelle nicht, wenn der Partner einen anderen Willen hinterlegt hat, eine andere Person – zum Beispiel eines der Kinder – bevollmächtigt oder bereits ein Betreuer von Seiten des Betreuungsgerichts bestellt wurde.

 

Ein weiteres Novum der veränderten Regelung ergibt sich für die behandelnden Ärzte. Sie können auf die Eintragungen des Zentralen Vorsorgeregisters der Bundesnotarkammer  zugreifen, erhalten so einen raschen Zugriff auf Vorsorgedokumente und können mit den dort hinterlegten Bevollmächtigten schnell in Kontakt treten.

 

 

Neues Gesetz nimmt den zeitlichen Druck …

Die gesetzliche Neuregelung nimmt Partnern den Druck, sich wegen wichtiger medizinischer Entscheidungen nach der ersten ärztlichen Akutversorgung eine gesetzliche Betreuungsvollmacht zu besorgen.

 

Patientenverfügungen sind für Ärzte verbindlich.

Unberührt bleiben bei der gesetzlichen Neuregelung jedoch sämtliche Fragen zu Vermögens- oder Behördenangelegenheiten. Eine private Vorsorgevollmacht ist damit auch weiterhin sinnvoll, wenn nicht sogar unbedingt notwendig. Hier stehen die Partner gegenseitig in der Verantwortung, sich frühzeitig über diese wichtigen Fragen abzustimmen und gemeinsam eine für beide gangbare Lösung zu finden. Ebenfalls ausgenommen vom geplanten Gesetz sind sämtliche Inhalte der Patientenverfügung.

 

 

… dennoch sollten Entscheidungen selbstbestimmt und früh getroffen werden

Wer heiratet oder eine Lebenspartnerschaft eintragen lässt, hat neben den vielfältigen Vorbereitungen einer angemessenen Feier auch gleichzeitig einige Behördengänge zu erledigen. Kaum ein Paar will zu diesem Augenblick an Unfälle und Krankheiten denken, dennoch sollten wichtige Entscheidungen zu diesem Thema möglichst früh getroffen werden. Eine Vorsorgevollmacht in Verbindung mit einer Patientenverfügung gibt jedem die Sicherheit, dass im Notfall eine vertraute Person alle anfallenden Entscheidungen treffen wird.

 

 

Patientenverfügung – selbstständige Entscheidung dokumentieren

In der Patientenverfügung können Patienten von vornherein festlegen, welche medizinischen Maßnahmen sie für sich wünschen oder generell ablehnen. Damit hat jede volljährige Person das Recht, frühzeitig zu entscheiden, wie eine Behandlung aussehen soll, wenn der eigene Wille nicht mehr artikuliert werden kann. Die Patientenverfügung ist für Ärzte bindend. Wer frühzeitig eine Patientenverfügung formuliert kann diese jederzeit ändern, denn teilweise ändern sich Auffassungen mit zunehmendem Alter. Experten raten dazu, die Verfügung alle zwei Jahre zu überprüfen.

 

Die Patientenverfügung  muss schriftlich niedergelegt sein und persönliche Daten sowie Datum und Unterschrift enthalten. Außerdem muss die medizinische Situation, in der Verfügung greifen soll, möglichst genau beschrieben werden. Sinnvoll sind beispielsweise Angaben zu lebenserhaltenden Maßnahmen, Schmerz- und Symptombehandlungen. Eventuell bietet sich bei der Niederschrift der Verfügung auch eine Beratung mit dem behandelnden Arzt an. Die Verfügung kann darüber hinaus auch die Bereitschaft zur Organspende beinhalten und Wünsche zu Sterbebegleitung und -ort umfassen. Wirksam wird die Verfügung, wenn der Patient nicht mehr einwilligungsfähig ist. Es reicht auf, die Patientenverfügung bei seinen privaten Unterlagen aufzubewahren. Sinnvoll ist es allerdings auch, eine Kopie beim Hausarzt und Angehörigen oder anderen Vertrauenspersonen zu hinterlegen.

Wenn keine Patientenverfügung vorliegt, müssen Ärzte mutmaßlichen Willen des Patienten ermitteln und stimmt sich dazu im Allgemeinen mit dem rechtlichen Betreuer, beispielsweise dem Partner des Patienten, ab.

 

 

Vorsorgevollmacht – Vertrauenspersonen benennen

Ergänzt werden sollte eine Patientenverfügung mit einer Vorsorgevollmacht, in der eine Person des Vertrauens benannt wird, die im Fall der eigenen Handlungsunfähigkeit stellvertretend alle wichtigen Entscheidungen trifft. Dazu können auch Entscheidungen in Vermögens- oder Versicherungsangelegenheiten zählen. Ebenso kann sich die Vollmacht auf behördliche Angelegenheiten beziehen und auch die Handlungsfelder Post und Internet umfassen. Der Umfang der Vollmacht kann umfassend sein, es können aber auch nur abgegrenzte Bereiche definiert werden. Außerdem kann die Vollmacht jederzeit inhaltlich verändert oder entzogen werden.

 

Gut vorbereitet – ein gutes Gefühl!

Konkret kann die Vorsorgevollmacht beispielsweise den Abschluss von Verträgen, Bankangelegenheiten oder auch den Einzug in ein Pflegeheim regeln. Die Vorsorgevollmacht ist sinnvoll, da Partner oder Familienangehörige nicht automatisch Entscheidungen treffen können, sondern erst rechtlich als Betreuer bestimmt werden müssen. Darüber hinaus können auch unterschiedliche Gründe dafür sprechen, eine Vertrauensperson außerhalb der Familie mit der Vollmacht zu wichtigen finanziellen und gesundheitlichen Fragen zu betreuen, beispielsweise um Überforderungen zu vermeiden.

Eine Vorsorgevollmacht sollte notariell beglaubigt oder beurkundet sein, damit sie eine entsprechende rechtliche Durchsetzungskraft hat. Empfehlenswert ist außerdem die Ablage im zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer, das seit zehn Jahren existiert und nach eigenen Angaben monatlich rund 200.000 Abfragen verzeichnet. Obwohl das Register gerade in medizinischen Notfällen Ärzten eine schnelle Orientierung gibt, wer notwenige Entscheidungen treffen kann, haben bislang lediglich vier Prozent der volljährigen Deutschen eine solche Vollmacht hinterlegt. Grund dafür ist vielfach, dass vor allem Ehepartner davon ausgehen, dass sie bereits ein verbindliches Vertretungsrecht besitzen.

 

Da die Vollmacht individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten ist, gilt für die Form ein breiter Gestaltungsspielraum, allerdings ist auch hier eine regelmäßige Durchsicht sinnvoll.

 

 

Sorgenfrei durch gute Vorbereitung

Sich auf alle Eventualitäten des Lebens vorzubereitet ist nahezu unmöglich. Dennoch ist es beruhigend, wenn persönliche Entscheidungen bereits ohne Not getroffen worden sind.

 

Das vermittelt gerade in Geldfragen und Vermögensangelegenheiten ein gutes Gefühl von Sicherheit. Wer dann auch noch einen erfahrenen und kompetenten Ansprechpartner, wie beispielsweise Grünes Geld an seiner Seite weiß, kann gelassen in die Zukunft schauen. Grünes Geld, berät Anleger nicht nur seit Jahren umfassend im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen, sondern hat sich auch im Bereich der Vermögensbetreuung als zuverlässiger Ansprechpartner einen guten Namen gemacht.

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Nationalparks – Natur pur

Freitag, 09. Juni 2017
Zusammenfassung: Deutschland ist eine Industrienation, dennoch ist ein Drittel der Landesfläche mit Wäldern bedeckt. Unberührte Natur ist jedoch selten, denn die Wälder sind größtenteils Wirtschaftswälder. Für den Erhalt einer reichen Biodiversität gibt es jedoch verschiedene Schutzgebiete, die – je nach Ausweisung – unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Dabei verbinden Nationalparks - nicht nur in Waldgebieten - ökologische Aufgaben mit ökonomischen Vorteilen.

 

 

Naturbelassene Wälder sind selten geworden.

Deutschland zählt zu den führenden Industrienationen weltweit. Innerhalb der Europäischen Union gehört das Land zugleich auch zu den waldreichsten Ländern. Knapp ein Drittel des gesamten Landes ist mit Wald bedeckt , dabei hat sich die Waldfläche im letzten Jahren sogar wieder leicht um 0,4 Prozent vergrößert. Insgesamt sind das rund 90 Milliarden Bäume auf 11,4 Millionen Hektar Land, die als Ökosystem einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten.

 

Wälder werden aber auch seit Jahrhunderten als Wirtschaftswälder genutzt – und das nicht immer nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit, die im 18. Jahrhundert formuliert wurden und den langfristigen Erhalt der Baumbestände zum Ziel hatten, denn der Raubbau an der Natur ist nicht allein ein Phänomen der Moderne. Entsprechend dem Werk „Silvicultura Oeconomica“ von Hans Carl von Carlowitz sollten stets nur die Menge an Bäumen entnommen werden, wie auch wieder aufgeforstet werden können.

 

Durch die wirtschaftliche Bedeutung von Holz kam es jedoch in der Geschichte immer wieder zu größeren Entnahmen. Mit einem Anteil von 99 Prozent überwieg der Hochwald, der durch Naturverjüngung, Saat und Pflanzung entsteht. Nur noch geringe Anteile haben der Niederwald, bei dem Bäume in kurzen Abständen entnommen werden, sowie der Mittelwald, der beide Wirtschaftsformen kombiniert.

 

 

Keine unberührte Natur

Schon die forstwirtschaftliche namentliche Einteilung der Waldgebiet macht deutlich, dass es echte Urwälder – also Primärwälder, in die der Mensch nicht eingreift, in Deutschland nicht mehr gibt. Urwaldähnliche Gebiete existieren jedoch im Rahmen einiger Nationalparks. Hier hat die Natur Vorrang vor den Bedürfnissen der Menschen.

 

 

 

 

 

 

Zudem sieht das Bundesnaturschutzgesetz noch weitere Schutzgebiete vor, deren Besonderheiten jeweils geregelt sind. Einen besonderen Gebietsschutz zur Erhaltung wildlebender Tier- und Pflanzenarten bieten demnach auch ausgewiesene Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und Naturparks. Einzelne Landschaftsteile werden als Naturdenkmale oder geschützte Landschaftsbestandteile unter besondere Aufsicht gestellt. Ebenfalls im Naturschutzgesetz verankert ist der Biotopschutz. Darüber hinaus gibt es als europäische Richtlinie die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, die Teil des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 sein soll.

 

Die Gesellschaft stärker für die Bedeutung des Natur- und Artenschutz und die verantwortungsvolle und schonende Nutzung der Ressourcen zu sensibilisieren, ist Aufgabe und Ziel der „International Union for Conservation of Nature and Natural Resources“, kurz IUCN. Die Nichtregierungsorganisation veröffentlicht die „Rote Liste der gefährdeten Arten“ und kategorisiert nationale Schutzgebiete, um sie international vergleichbar zu machen.

 

Dafür hat die IUCN Standards für den Natur- und Artenschutz entwickelt. Die Organisation mit Sitz in der Schweiz wurde 1948 gegründet und verfügt über Niederlassungen in mehr als 60 Ländern weltweit. Außerdem genießt die IUCN einen Beobachterstatus bei der UN-Vollversammlung. Zu den Mitgliedern der IUCN zählen in Deutschland unter anderem das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, das Bundesamt für Naturschutz, der Bund Naturschutz, der Naturschutzbund Deutschland sowie die Zoologische Gesellschaft Frankfurt.

 

 

Nationalparks – Die große Idee

Der erste Nationalpark weltweit: Yellowstone/USA.

Nationalparks gibt es in vielen Ländern der Welt. Im Allgemeinen werden diese großen Schutzgebiete von der jeweiligen Regierung verwaltet und sollen die natürliche Entwicklung der heimischen Tier- und Pflanzenarten fördern. Die Nationalparks werden zwar in einem gewissen Sinne gepflegt, das Eingreifen des Menschen soll jedoch möglichst gering gehalten werden. Außerdem werden die Gebiete auch aktiv vor Umweltverschmutzung geschützt.

 

Neben der wichtigen ökologischen Aufgabe der Nationalparks, werden die Gebiete jedoch auch touristisch vermarktet und sollen der Erholung dienen. Die Idee der Nationalparks entstand im 19. Jahrhundert in verschiedenen Ländern. Gemeinsames Ziel war es, die ursprüngliche Natur zu bewahren und für kommende Generationen erlebbar zu machen. Die ersten Nationalparks entstanden in den USA. 1864 wurde ein erstes Schutzgebiet ausgewiesen, das heute Teil des Yosemite National Park ist. Der weltweit erste offizielle Nationalpark war der Yellowstone National Park, der 1872 eröffnet wurde. Die nationale Bedeutung der Schutzgebiete spiegelt sich auch in der behördlichen Zuständigkeit wider: Die Nationalparks der USA liegen im Verantwortungsbereich einer eigenständigen Behörde des Innenministeriums.

 

In den folgenden Jahrzehnten setzte sich die Idee der nationalen Schutzgebiete weiter durch. Es folgten große Parks in Kanada, Australien und Neuseeland. Die ersten europäischen Nationalparks entstanden 1909 in Schweden. Dort wurden gleich neun Gebiete als Nationalparks ausgewiesen.

 

 

Mensch als Teil der Natur

Rentiere in Lapponia – das Schutzgebiet bezieht auch den Menschen mit ein.

Dabei gingen die Skandinavier einen Schritt weiter und berücksichtigten auch den Menschen als Teil des Schutzgebietes. So wurde dem indigenen Volksstamm der Samen im Norden des Landes teilweise Nutzungsrechte für ihre Rentierherden eingeräumt.

 

Ein wichtiger Punkt in der Entwicklung der Parks, denn das Nutzungsverbot in anderen Teilen der Erde führte in vielen Fällen zur Vertreibung der einheimischen Völker, die vormals im Einklang mit der Natur gelebt haben, von ihrem angestammten Land. Die Annahme, dass der menschliche Eingriff prinzipiell schädlich für die Natur sei, entsprang dabei der unreflektierten Erfahrung des eigenen ausbeuterischen Umgangs mit der Natur.

 

Der Gedanke, die lokalen Gemeinschaften als Teil Natur mit in die Nationalparkkonzepte miteinzubeziehen, setzt sich erst in den letzten Jahren durch, vor allem durch deren eigene Initiative, durch. In eine ähnliche Richtung zielt auch die Ausweisung einer Region als Biosphärenreservat. Bei diesem Projekt der UNESCO werden neben den Aspekten der Ökologie und Nachhaltigkeit auch die sozio-kulturellen Aspekte mit einbezogen und der Mensch als Bestandteil des Ökosystems gesehen.

 

 

Nationalparks zählen zu den nationalen Assets

Auf dem Weg zum Urwald.

Nationalparks sind heute weltweit etabliert und stehen dabei auch für die Besonderheiten und Werte des jeweiligen Landes. Aktuell gibt es mehr als 2.200 Nationalparks in rund 120 Ländern der Erde und umfassen nahezu alle Landschaftstypen. Die weltweite Koordination obliegt der IUCN.

 

Voraussetzung für einen Nationalpark ist es, dass drei Viertel der Fläche sich selbst überlassen werden, um das Ökosystem langfristig zu schützen. Im Gegensatz zu einem Totalreservat, sind verschiedene Eingriffe erlaubt, um das gestörte ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen. Beispielsweise durch die Bestandsregulierung von Wild, die Wiederansiedlung lokal ausgerotteter Arten oder die Beseitigung nicht heimischer Arten.

 

Ein Viertel der Fläche darf auch wirtschaftlich genutzt werden, etwa durch Landwirtschaft, Fischerei oder Brennholzentnahme. Darüber hinaus stehen weite Teile der Nationalparks für Besucher offen und sollen so auch als Lernort dienen und Erholung und Entspannung in der Natur fördern

 

 

Nationalparks in Deutschland

Natur Natur sein lassen.

Die Ausweisung von Naturdenkmälern und den vielfältigen Naturschutzgebieten als Nationalparks begann in Deutschland erst in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Mittlerweile gibt es 16 deutsche Nationalparks, die insgesamt 0,6 Prozent der Landfläche einnehmen. Nicht gezählt sind dabei die marinen Flächen der Nord- und Ostsee.

 

Der Wert ist vergleichsweise niedrig, Nachbarländer wie beispielsweise Österreich können immerhin einen Flächenanteil von 2,8 Prozent an Nationalparks ausweisen. Allerdings verfügt Deutschland neben den offiziellen Nationalparks über mehr als 8.500 Naturschutzgebiete, die zusätzlich 2,8 Prozent der Landesfläche ausmachen.

 

Als erster deutscher Nationalpark ging 1970 der Bayerischer Wald an den Start. Das Konzept, den Wald als Urwald seiner eigenen Entwicklung zu überlassen, war damals ungewöhnlich, stellte aber die Weichen für die weitere Entwicklung der Nationalpark-Idee in Waldgebieten. Auch nach einem heftigen Gewittersturm 1983 wurde die beschädigte Fläche nicht aufgearbeitet, sondern konsequent die Leitidee „Natur Natur sein lassen“ verfolgt.

 

Das Waldgebiet entlang der Grenze zu Tschechien verfügt über einen dichten Bewuchs, eine vielfältige Fauna und Flora und entwickelt sich zu einem bodenständigen Urwaldgebiet. Dass von einem weitsichtigen Nationalpark-Management nicht nur die Natur sondern auch der Mensch profitiert, bewahrheitet sich im Nationalpark Bayerischer Wald, der zu den beliebtesten Urlaubsregionen im Land zählt. Besonders attraktiv ist hier auch die Vernetzung mit dem Nationalpark Böhmerwald (Šumava). Die beiden Parks bilden zusammen das größte zusammenhängende mitteleuropäische Waldgebiet.

 

Im Nationalpark Bayerischer Wald ist – gemäß der Richtlinien der IUCN in vier Zonen eingeteilt. In der Naturzone, die aktuell rund 67 Prozent der Fläche einnimmt, haben die natürlichen Prozesse Vorrang. Dort sind grundsätzlich keine menschlichen Eingriffe vorgesehen.

 

Innerhalb der Entwicklungszone, rund 10 Prozent der Fläche, werden die Wälder schrittweise ihrer natürlichen Entwicklung überlassen. Rund 21 Prozent des Gebietes zählen zum Randbereich, dort werden Waldschutzmaßnahmen durchgeführt. Die verbleibende Fläche wird als Erholungszone gemanagt. Dort sorgt die Nationalparkverwaltung für die Sicherheit der Nationalparkbesucher.

 

 

Die Nationalparkidee macht Schule

1978 folgte mit dem Nationalpark Berchtesgaden ein alpines Schutzgebiet. In den achtziger Jahren folgen vier Nationalparks in den Küstenregionen Niedersachsen, Schleswig Holstein, Hamburg und Mecklenburg Vorpommerns. Dabei konnten die Wattenmeer-Nationalparks besonders viel Aufmerksamkeit für die ökologische Bedeutung der Meere auf sich ziehen.

 

Baumkronenpfade ermöglichen eine neue Perspektive.

In den neunziger Jahren kamen fünf Nationalparks in Ostdeutschland dazu. Hier machte besonders der Nationalpark Hainich in Thüringen von sich Reden: Da der Hainich lange ein mili­tärisches Sperrgebiet war und kaum betreten und genutzt wurde, konnten sich die dortigen Waldbestände ungestört und urwaldähnlich entwickeln. Bei den Besuchern besonders beliebt ist dabei der Baumkronenpfad, der eine neue Sicht auf das Ökosystem Wald ermöglicht.

 

In den 2000er Jahren entdeckten auch zunehmend die deutschen Mittelgebirge die Vorteile einer Nationalparkausweisung. Mit Eifel, Kellerwald, Harz und Hunsrück ergänzten vier Regionen die Nationalparkkarte. Seit 2014 dabei ist außerdem der Nationalpark Schwarzwald.

 

 

Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden

Der ökologische Gewinn durch Nationalparks wird kaum noch angezweifelt. In vielen Regionen hat sich zudem gezeigt, dass sich das ökologische Engagement auch langfristig wirtschaftlich auszahlt.

 

Im Zuge des naturnahen sanften Tourismus haben sich nicht nur die landschaftlich herausragenden Regionen am Alpenrand und am Wattenmeer gut entwickelt, auch Regionen, in denen der Fremdenverkehr vormals kein besonderer Wirtschaftsfaktor darstellte, haben viele neue Freunde gefunden. Ein gutes Beispiel dafür sind die vielfältigen Wanderangebote in den ehemals strukturschwachen Gebieten von Eifel und Hunsrück.

 

Ökonomie und Ökologie sind also eine gute Kombination, auch bei Geldanlagen. Denn wer sein Geld sozial und ökologisch sinnvoll investiert, hat nicht nur Anteil an einer positiven Entwicklung, sondern kann sich auch über attraktive Erträge freuen. Grünes Geld, erfahrener Anbieter nachhaltiger Anlagen, berät Sie gerne.

 

 

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.