Archiv für die Kategorie ‘Sichere Geldanlage’

Monatssparen – Die einfache Art der Geldanlage

Freitag, 15. September 2017
Zusammenfassung: Sparen gilt als Tugend. Aber lohnt sich Sparen noch zu Zeiten des Niedrigzinses? Die Antwort lautet „jein“, denn Sparbuch & Co. haben in der Tat ausgedient. Dafür gibt es mittlerweile vielfältige Angebote, die monatliches Sparen attraktiv machen und gleichzeitig nachhaltig wirken.

 

 

Sparen hat teilweise an Glanz verloren.

Sparen oder nicht sparen – eine schwierige Frage in Zeiten des anhaltenden Niedrigzinses. Selten war es schwieriger, zwischen Vernunft und Spaß abzuwägen. Denn die alte Weisheit „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“, verliert sehr an Reiz, wenn das Ersparte am Ende weniger Wert ist als vorher. Schließlich ist die Motivation zur Sparsamkeit, für unvorhersehbare Situationen und das Alter vorzusorgen. Wenn Sparen allerdings bedeutet, heute zu verzichten und morgen dennoch wenig zu haben, dann muss Sparen neu gedacht werden.

 

Banken und Fondsgesellschaften bewerben seit je her regelmäßig ihre Sparangebote. Dennoch haben auch Ökonomen die vermeintliche Tugend Sparen durchaus kritisch gesehen. So erklärte der britische Ökonom John Maynard Keynes, dass Sparen zu einer Rezession führen kann, denn ohne Konsum werden weite Teile der Wirtschaft lahm gelegt. Dagegen steht die Ansicht, dass gespartes Geld bei den Banken im Wirtschaftskreislauf erhalten bleibt und so beispielsweise Kredite ermöglicht.

 

 

Sparen – schwierig aber erstrebenswert

Der deutsche Philosoph Immanuel Kant konstatierte, dass Sparsamkeit keine Tugend sei, denn zum Sparen gehöre weder Geschicklichkeit noch Talent. Kant würde sich jedoch wundern, wenn er heute eine Sparentscheidung zu treffen hätte, denn von Einfachheit ist seit einigen Jahren kaum noch etwas zu bemerken. Wer heute Geld sparen will, muss sich genau überlegen, wie das zurückgelegte Geld in einigen Jahren an Wert gewinnt und nicht verliert.

 

Allen Widrigkeiten zum Trotz, Sparen ist und bleibt ein Thema, dass die Deutschen bewegt und auch weiterhin als erstrebenswert gilt. Nicht umsonst ist Deutschland wahrscheinlich das einzige Land auf der Welt, in dem es mit rund 90 Millionen Lebensversicherungen mehr Policen gibt, als Einwohner. Denn Sparen vermittelt Sicherheit und Unabhängigkeit.

 

Dass Sparen so extrem unattraktiv geworden ist, kratzt entsprechend am Selbstbewusstsein einer gesamten Gesellschaft. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel ging gar soweit, deutschen Sparern zu unterstellen, dass sie ihr Geld schlichtweg ohne Zins und Verstand horten. Ein harsches Urteil, angesichts der mehr als zehn Millionen staatlich geförderter Riester-Verträge, die kaum Gewinn abwerfen – jedoch nicht ganz von der Hand zu weisen.

 

Was ist also zu tun? Der „Spiegel“ sieht  ein gesellschaftliches Problem, wenn immer mehr Menschen mit ihren Sparplänen scheitern und von der Altersarmut  bedroht sind. Entsprechend stehe die Politik in der Verantwortung.

 

 

Ein erfolgreicher Sparer – geht das überhaupt?

Erfolgreiches Sparen bedeutet, dass das zurückgelegte Geld nicht nur werterhaltend sondern auch wertsteigernd angelegt wird. Bedingt durch die anhaltende Niedrig- bis Nullzinsphase stehen Sparwillige jedoch vor einer neuen Herausforderung, denn mit dem einfachen Sparbuch ist es längst nicht mehr getan.

 

Sparplan statt planlos!

Auch der Vogelstrauß steckt nicht (immer) den Kopf in den Sand.

Dennoch sollten sich Sparer durch die komplexen Veränderungen im Finanzbereich nicht verunsichern lassen und den Kopf in den Sand stecken. Denn ein solider Sparplan ist auch ohne Wirtschaftsstudium möglich. Mit einem passenden und solide ausgearbeiteten Sparplan können die Einzahlungen individuell gestaltet werden, eben so, wie es das persönliche Budget und die aktuelle Lebenssituation zulässt.

 

Auch die Dauer des Sparens kann flexibel auf die individuellen Ziele angepasst werden. Soll das Sparvermögen beispielsweise für eine spätere Altersvorsorge dienen, ist eine langfristige Planung sinnvoll.

 

A und O eines soliden Sparplans ist die regelmäßige Einzahlung. Mit dem Sparguthaben werden unterschiedliche Fondsanteile erworben. Bei niedrigen Preisen im Markt werden mehr Anteile erworben, bei höheren Preisen wenige. Damit wir ein günstigerer durchschnittlicher Preis erzielt, als bei einem „Großeinkauf“.

 

 

Die goldenen Regeln des Sparens

Mit einem soliden Sparplan kann die Bildung von langfristigen Rücklagen losgehen. Dabei ist es jedoch auch wichtig darauf zu achten, dass der Plan den persönlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht. Daher bei einem Sparvorhaben folgende Fragen vorab geklärt werden:

 

  • Erst Rücklagen bilden, dann Sparvermögen Aufbauen
    Wer gerade erst mit dem Sparen beginnt, sollte seine Pläne nicht unterbrechen, weil unvorhergesehene Anschaffungen gemacht werden müssen. Daher bietet sich die alte Faustregel an, drei Monats-Nettoeinkommen als Rücklage schnell verfügbar zu halten. Wenn diese Basis stimmt, kann mit dem langfristigen Sparen begonnen werden.

 

  • Wie viel Geld kann und will ich monatlich sparen?
    Sicher fällt das spätere Sparvermögen höher aus, wenn höhere Summen regelmäßig gespart wurden. Es ist jedoch auch nicht sinnvoll, sich im hier und jetzt in eine finanzielle Schieflage zu bringen.

 

  • Welche Summe soll erreicht werden?
    Ziele setzen und realistisch bleiben, lautet hier die Devise. Wie hoch das Sparvermögen in einigen Jahren ausfallen soll, ist allerdings von vielen individuellen Faktoren abhängig. Hier sollten sich Sparer ausführlich informieren, um beispielsweise Versorgungslücken zu ermitteln.

 

  • Wie lange wird gespart?
    Zeit ist ein wichtiger Faktor beim Sparen. Generell gilt hier die Faustregel, je früher mit dem Sparen begonnen wird, desto niedriger können die monatlichen Beiträge ausfallen um eine bestimmte Summe zu erreichen. Hier wirkt sich der Zinseszinseffekt positiv aus.

 

 

Keine Pauschallösung in Sicht

Wer diese Fragen für sich geklärt hat, steht noch vor einer weiteren Entscheidung: Welche Faktoren sind mir beim Sparen wichtig? Steht die Sicherheit im Vordergrund der Handlung oder das solide Wachstum des Sparvermögens. Oder eine Mischung aus Beidem. Wie auch immer ein one-size-fits-all-Lösung gibt es auch hier nicht.

 

Ein Produkte, das allen passt, gibt es selten.

 

Schade? – Eigentlich nicht, denn es gibt zwar keine Einheitslösung, wohl aber eine breite Palette an individuellen Möglichkeiten. Tipp: die meisten finden sich bei einer ausgewogenen Variante, unserem Musterdepot Balance wieder. Ab 5 Jahren Anlagedauer bei guter Sicherheit und interessanten Renditen im Bereich 4 bis 6 Prozent jährlich. Erfahren Sie mehr zum Musterdepot Balance.

 

 

Sicherheit in unsicheren Zeiten

Die Welt befindet sich in Bewegung, sichere Prognosen für die Zukunft werden immer schwieriger. Unter diesem Eindruck wünschen sich viele Sparer eine sichere Art der Geldanlage.

 

Hier bietet das Sicherheit Monatssparen von Grünes Geld eine gute Lösung. Das Konzept ist einfach und überzeugend. Monatlich werden mindestens 100 Euro im Musterdepot angespart. Die empfohlene Mindestlaufzeit beträgt drei Jahre.

 

Das Musterdepot Sicherheit Monatssparen basiert auf rund 500 nachhaltigen Wertpapieren (Festverzinsliche und Aktien). Durch die breite Streuung über mehrere Nachhaltigkeitsfonds ist das Depot besonders sicher aufgestellt. Das macht sich bei der jährlichen Rendite bemerkbar. In den vergangenen fünf Jahren hat sich dieses Depot mit durchschnittlichen 4,7 Prozent Rendite rentabel entwickelt.

 

Konkret bedeutet das, dass ein Sparer aus monatlichen 300 Euro über zehn Jahre hinweg mit einem Sparvermögen von mehr als 45.000 Euro (gemäß BVI-Methode) rechnen kann. Ein Ergebnis, das sich positiv von den Zinsergebnissen aus Sparbüchern und Tagesgeldkonten abhebt. Gleichzeitig verfügt das Monatssparen Sicherheit über eine hohe soziale und ökologische Wirkung.

 

 

Im Gleichgewicht bleiben

Ausgewogenheit – fair und beruhigend.

Wer spart, setzt generell auf Sicherheit. Wie stark jedoch das Sicherheitsbedürfnis ist, hängt vom Anlegertyp ab. Für viele Sparer ist daher der Mittelweg in der Tat der Weg, der zum einen ausreichende Sicherheit und zugleich auch eine profitable Rendite verspricht.

 

Hier bietet sich das Balance Monatssparen von Grünes Geld an. Auch hier beginnt die monatliche Sparanlage bei 100 Euro. Um die avisierte Rendite zu erreichen, empfiehlt sich eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren, um den Zinseszins-Effekt optimal ausnutzen zu können. Es gibt jedoch keine vorgeschriebene Vertragslaufzeit, Sparer können jederzeit auf ihr Geld zugreifen oder über die empfohlene Laufzeit hinaus weiter sparen.

 

In den vergangenen fünf Jahren belief sich die Rendite im Musterdepot Balance Monatssparen auf durchschnittlich 7,8 Prozent. Wer also über zehn Jahre hinweg monatlich 300 Euro anlegt, kann mit einem Sparvermögen von rund 54.000 Euro rechnen.

 

Auch das Musterdepot Balance Monatssparen baut auf Nachhaltigkeit und kann eine hohe soziale und ökologische Wirkung für sich verbuchen. Das Geld wird dabei in einem Portfolio von mehr als 500 nachhaltigen Staaten und Unternehmen weltweit gestreut.

 

 

Wenn es etwas mehr sein darf …

Monatssparen ist einfach und bequem!

Monatssparen ist einfach und bequem. Wenn einmal der passende Sparplan gefunden wurde, läuft alles eigentlich wie von selbst. Dafür bleiben die Erträge aber auch hinter den Ergebnissen anderer Geldanlagen zurück? – Nicht unbedingt! Denn auch mit Monatssparen kann eine durchschnittliche Rendite von 8,9 Prozent erreicht werden.

 

Das Musterdepot Wachstum Monatssparen von Grünes Geld beispielsweise, setzt auf voll auf den Cost-Average-Effekt und nutzt diesen optimal aus, um mit einer längeren Laufzeit – empfohlen sind mindestens sieben Jahre – mögliche Schwankungen optimal auszugleichen.

 

Entsprechend verfügt das Musterdepot Wachstum Monatssparen über einen höheren Aktienanteil. Hier wirken Geduld und Erfahrung. Bei niedrigen Kursen werden viele Anteile gekauft, bei hohen wenige. Selbstverständlich kommen auch hier nur nachhaltige Staaten und Unternehmen zum Zug. Für eine gleichmäßige Wertentwicklung sorgt außerdem noch eine Beimischung festverzinslicher Wertpapiere.

 

Wer sich über zehn Jahre hinweg für einen monatlichen Sparbetrag von 300 Euro entscheidet, kann mit einem Sparvermögen von rund 57.000 Euro rechnen. Eine sehr gute finanzielle Rendite und zugleich ein positiver Beitrag zur ethischen und ökologischen Entwicklung der Welt.

 

 

Sparen – der bewusste Umgang mit Ressourcen

Wer spart, geht bewusst mit seinem Geld um und versucht, auch morgen noch über ausreichende finanzielle Mittel zu verfügen. Wer so an seine Zukunft denkt, sollte auch einen Schritt weiter denken und die globale Entwicklung mit in seinen individuellen Sparplan einbeziehen. Denn Monatssparen kann nachhaltig wirken. Auch nachhaltige Fonds mehren das Sparvermögen und setzen das Geld darüber hinaus da ein, wo es eine positive soziale, ökologische oder klimaschonende Wirkung zeigt.

 

Wer also mit gutem Gewissen und guten Ergebnissen sparen will, sollte auf die Angebote von Finanzdienstleistern zurückgreifen, die Erfahrung und Expertise aufweisen können, wie beispielsweise Grünes Geld. Das Unternehmen gehört zu den Pionieren der ethischen und ökologischen Geldanlagen.

 

Dabei greifen die Experten von Grünes Geld zum einen auf ihre umfangreiche Kenntnisse des Marktes für nachhaltige Geldanlagen zurück, zum anderen nutzen die Berater die umfangreichen Methoden wie beispielsweise Ausschlusskriterien („Blacklist“), Positivauswahl („Whitelist“) oder den Best-in-Class-Ansatz, bei dem in die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche investiert wird.

 

Damit kann sichergestellt werden, dass Sparvermögen nicht durch Umweltzerstörung, Ausbeutung und Krieg erwirtschaftet wird. Genauso wichtig wie die Marktkenntnis ist aber auch die Menschenkenntnis. Daher ist eine Analyse der Kundenbedürfnisse eine essentielle Voraussetzung für die passende Lösung. Finden Sie mit uns Ihre passende Lösung und machen sie den Grünes Geld Test.

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Qualifikation zum Ruhestandsplaner (HLA) abgeschlossen

Montag, 04. September 2017

 

Die Ruhestandsplanung war früher eine einfache Sache. Wer wie üblich gearbeitet hatte konnte sich mit gesetzlicher Rente und einer eventuellen Betriebsrente ganz entspannt zurück lehnen. Die Situation hat sich mittlerweile drastisch geändert.

 

Bereits vor ca. 20 Jahren hat der Staat bekannt gegeben, dass die gesetzlichen Systeme nur noch eine Grundsicherung abdecken können. Bildlich ausgedrückt reicht die Rente nur noch für Wasser und Brot. Wer weiterhin leckeres Gemüse, Nudeln und gute Soßen genießen wolle, müsse selbst vorsorgen. Die private Altersvorsorge wurde damit zur Pflicht für alle.

 

Doch heute stehen wir vor neuen Herausforderungen. Die Menschen leben glücklicherweise immer länger, die jungen Generationen werden schwächer und vor allem, die Null-Zinsphase drückt die Renditen.

 

Die Folge: die Ruhestandsplanung der meisten Bundesbürger wird durcheinander gewürfelt.

 

Prüfung erfolgreich bestanden: Zertifikatsübergabe an Gerd Junker (re.) am 1. September 2017 in Frankfurt durch Dozent Jens Patze (HLA).

Viele weitere Punkte neben der rein finanziellen Absicherung kommen jedoch hinzu. Wie sieht es zum Beispiel bei Ihnen mit Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht aus? Kennen Sie sich im Erbschaftsrecht aus? Ist die Liquiditätsplanung aktuell?

 

Um über all diese Punkte noch besser informieren und beraten zu können hat sich Grünes Geld Geschäftsführer Gerd Junker weitergebildet zum zertifizierten Ruhestandsplaner (HLA). In der  mehrtägigen Weiterbildung mit Abschlussprüfung wurden folgende Punkte behandelt:

 

  • Erben & Schenken
  • Vorsorgevollmacht
  • Liquiditätsplanung
  • Patientenverfügung
  • Krankenversicherung der Rentner
  • Pflegefallabsicherung
  • Todesfall
  • Steuern
  • Inflation

 

Haben Sie Fragen zu den oben genannten Themen – nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Rückkaufswert der Lebensversicherung – Verluste vorprogrammiert

Freitag, 11. August 2017
Zusammenfassung: Lebensversicherungen sind Verträge, die auf einen langen Zeitraum ausgerichtet sind. Wenn jedoch die regelmäßigen Beiträge zur Belastung werden, denken Versicherte über eine Auslösung des Vertrags nach. Der jeweilige Rückkaufswert gibt Auskunft über den aktuellen Wert der Police. Generell ist die vorzeitige Beendigung des Vertrags wirtschaftlich nicht vorteilhaft.

 

 

Beliebte Geldanlage: Kapitallebensversicherungen.

Wer eine Kapitallebensversicherung abschließt, geht eine langfristige Bindung ein. Schließlich gehen dem Vertragsabschluss persönliche Überlegungen und Planungen sowie eine ausführliche Beratung voran.

 

Im Allgemeinen beträgt die Laufzeit der Lebensversicherung mindestens zwölf Jahre. Teilweise bieten sich auch längere Laufzeiten von 20 oder 30 Jahren an, um eine höhere Rendite zu erzielen und den Zinseszinseffekt voll auszunutzen.

 

 

Langfristige Verträge in kurzlebigen Zeiten

Ein norddeutsches Sprichwort besagt: „Zeit, Ebbe und Flut wartet auf niemand.“ Und die Umstände, unter denen einstmals eine Lebensversicherung abgeschlossen wurde, verändern sich über die Jahre rasch. Schließlich sind die teilweise gewählten zwölf Jahre in unserer schnelllebigen Zeit eine halbe Ewigkeit; wer schon bei den Kindern an die Rente denkt kann auch schnell einen über viele Jahrzehnte laufenden Vertrag erhalten.

 

Auch bei solider Planung – die Zukunft ist ungewiss.

Innerhalb dieser kleinen Ewigkeit verändern sich Lebensumstände radikal. Ehen werden geschlossen – und das längst nicht mehr für die Ewigkeit, denn das Scheidungsrisiko steigt bereits nach drei Ehejahren signifikant an und ebbt erst nach elf Jahren wieder ab. Darüber hinaus verändern Kinder die Lebenssituation. Auch berufliche Wechsel oder gar der Verlust der Arbeitsstelle können eine radikale Veränderung der wirtschaftlichen Situation verursachen – und plötzlich ist nichts mehr so, wie es bei Vertragsbeginn einmal gewesen ist. Aber, wie schon der legendäre Fußballtrainer Dragoslav Stepanovic sagte: „Lebbe geht weider!“

 

Auch wenn der Blick in die Zukunft generell schwierig ist, gut ist es in jedem Fall, die persönlichen Finanzen im Blick zu behalten. Dazu gehört es auch, den Wert – in diesem Falle Rückkaufswert – seiner Lebensversicherung zu kennen – auch wenn Kündigung und Rückkauf ein Verlustgeschäft darstellen.

 

Viele Versicherungsnehmer ziehen diesen Schritt dennoch in Betracht, um einen raschen Ausweg aus finanziellen Engpässen zu finden. Immerhin endet rund jeder dritte Lebensversicherungsvertrag im Rückkauf. Eine stolze Zahl, bei immerhin rund 90 Millionen laufender Verträge in Deutschland. Insgesamt wurden im Jahr 2015 Policen im Wert von rund 13 Milliarden Euro beendet.

 

 

Rückkaufsrechte – gesetzlich festgelegt oder vertraglich vereinbart

Wer – aus welchen Gründen auch immer – seine Kapitallebensversicherung aufgeben will, hat die rechtlich zugesicherte Möglichkeit, die Police an die Versicherungsgesellschaft zurück zu verkaufen. Der Versicherer kauft also dem Versicherungsnehmer die Rechte ab, die er durch den Abschluss der Police einmal erworben hat.

 

In Deutschland wird der Rückkauf von Lebensversicherungsverträgen konkret durch das Versicherungsvertragsgesetz geregelt. Darin sieht der Gesetzgeber vor, dass Versicherte generell ein Rückkaufsrecht haben – vorausgesetzt, es besteht zu diesem Zeitpunkt ein echter Rückkaufswert. Unter diese gesetzliche Regelung fallen damit die klassischen Kapitallebensversicherungen sowie die fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung in der Zeit zwischen Vertragsbeginn und Rentenzahlung, der sogenannten Aufschubzeit.

 

Bei anderen Verträgen kann ein Rückkaufsrecht vertraglich vereinbart werden. Ohne Rückkaufrecht sind in der Regel Risikolebensversicherungen. Außerdem Rentenversicherung, die bereits ausgezahlt werden sowie Rentenversicherungen in der Aufschubzeit ohne vereinbarte Todesfallleistung.

 

 

Rückkaufswert – der Zeitwert der Lebensversicherung

Rückkauf bedeutet Verluste – Geduld lohnt sich …

Versicherungsgesellschaften informieren ihre Kunden jährlich über die Höhe des angesparten Rückkaufswertes der Versicherungspolice ihrer Lebensversicherung. – Ein Standardbrief, der unter normalen Umständen schnell in der Ablage verschwindet. Es sei denn, der Kunde überlegt aktuell tatsächlich sich von seinem Versicherungsvertrag zu trennen. Zum Beispiel, weil die monatlichen Belastungen nicht in die derzeitige Lebens- und Finanzsituation passen (auch wenn dann die Beitragsfreistellung die passendere Lösung wäre…).

 

Der Rückkaufswert beschreibt damit dem Zeitwert der Versicherungspolice. Die Versicherungsgesellschaft garantiert damit das Recht, die Police zurückzugeben und dem Versicherten die zugeteilten Überschussanteile und – seit 2008 – die Hälfte der Bewertungsreserven anteilig auszuzahlen.

 

Wer sich – aus welchen Gründen auch immer – für den Rückkauf seiner Lebensversicherung entscheidet, muss wissen, dass dieser Schritt – vor allem am Anfang der Laufzeit – nicht gerade lukrativ ist. Das gilt nicht nur für den Versicherungsnehmer, sondern auch für die Versicherungsgesellschaft. Schließlich plant diese mit den laufenden Beiträgen langfristige Anlagen, um optimale Erträge zu erwirtschaften.

 

Ein weiterer Nachteil beim Rückkauf von Lebensversicherungen: Der aktuelle Rückkaufswert fällt nie höher aus, als die Auszahlung im Todesfall. Sollte der Rückkaufswert über der vertraglich vereinbarten Todesfallleistung liegen, verwendet die Versicherungsgesellschaft das Geld für die Bildung beitragsfreier Versicherungen.

 

 

Keine Steuererleichterung bei Rückkäufen

Wer seine Lebensversicherung vor Ablauf der Mindestlaufzeit von zwölf Jahren zurückgibt, verliert nicht nur Geld durch fehlende Überschussbeteiligungen und Erträge, sondern lässt sich auch steuerliche Vorteile entgehen.

 

Rückkauf bedeutet auch Steuern.

Denn seit 2005 gelten für neu abgeschlossene Lebensversicherungen, neue Regelungen. Waren vormals die Erträge der private Renten- oder Kapitallebensversicherungen  bei einer einmaligen Auszahlung steuerfrei, müssen diese Gelder aktuell versteuert werden. Betroffen sind dabei sämtliche privaten Lebens- und Rentenversicherungen. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit werden die Erträge nach den Regelungen des Alterseinkünftegesetz vorgelagert versteuert. Da die Beiträge zu diesen Versicherungen auf bereits versteuertem Einkommen stammen, greifen hier Erleichterungen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden. Die Versicherungsnehmer erhalten im Rahmen ihrer Einkommenssteuererklärung Geld zurück, je nach Steuerklasse bis zu 50 Prozent der vorgelagerten Besteuerung . Allerdings nur, wenn die Mindestlaufzeit eingezahlten wurde. Wer sich für einen Rückkauf entscheidet, muss die entsprechenden Erträge voll versteuern.

 

 

Neu: Die Ermittlung des Rückkaufswertes bei Verträgen ab 2008

Schlechtes Geschäft hin oder her – manchmal mag kein Weg am Rückkauf vorbei führen. Gute Nachricht für Versicherte, die ihren Vertrag ab 2008 abgeschlossen haben: für den Rückkauf dieser Policen sieht der Gesetzgeber generell einen Mindestrückkaufswert  vor. Dabei gilt für Kapitallebensversicherungen die Faustregel: der Rückkaufswert entspricht dem Deckungskapital der Versicherung, aus dem normalerweise die Lebensversicherung nach Ablauf der Vertragslaufzeit ausbezahlt wird.

 

Beim Rückkauf werden entsprechend der Sparanteil der geleisteten Beiträge sowie die für den Versicherungszeitraum zugeteilten Überschussbeteiligungen und Zinsen ausgezahlt. Allerdings werden von diesem Betrag auch noch anteilig Vertriebs- und Abschlusskosten sowie weitere Aufwendungen für die Verwaltung abgezogen. Auch ein Stornoabschlag ist möglich, muss aber angemessen und vertraglich vereinbart worden sein.

 

Die gesetzliche Neuregelung für Verträge ab 2008 bietet den Vorteil, dass die Abschlusskosten der Versicherung auf die ersten fünf Jahre gleichmäßig verteilt werden und seit 2015 zudem begrenzt sein müssen.

 

Versicherte profitieren von der Regelung, denn wer bislang mehr Beiträge eingezahlt hatte als der aktuelle Rückkaufswert betrugt – und das war in den ersteSonderkonditionen mit den Grünes Geld Newsn fünf Jahren die Regel – machte mit dem Rückkauf nur Verluste, denn der Wert der Police belief sich im Allgemeinen auf Null.

 

Grund dafür war die Abschlussprovision – also die Vertriebskosten – der Versicherung. Durch den Abzug dieser Kosten vom Rückkaufswert der Police, begann quasi jede Lebensversicherung mit einem negativen Wert. Durch die neue gesetzliche Regelung hat jede Lebensversicherung, die ab 2008 abgeschlossen wurde einen positiven Rückkaufswert, denn die Kosten werden gezillmert. Hinter diesem Begriff, der auf den Versicherungsmathematiker August Zillmer zurückgeht, steht die Verrechnung der Abschlusskosten auf die Versicherungsbeiträge. Während allerdings Zillmer im 19. Jahrhundert noch von einem Jahresbeitrag zur Deckung der Abschlusskosten ausging, sieht die aktuelle gesetzliche Regelung seit 2015 einen Prozentsatz von maximal 2,5 Prozent der gesamten Beiträge – also auch aller künftigen – vor.

 

 

Alt: Die Ermittlung des Rückkaufswertes bei Verträgen vor 2008

Im Allgemeinen steigt der Rückkaufswert der Lebensversicherung an, je länger die Police bereits läuft. Daher ist es wichtig, auch die Regelungen zum Rückkaufswert für Versicherungsverträge vor 2008 genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

Gemäß der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) gilt für Lebensversicherungen, die zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen wurden die Regelung, dass der Rückkaufswert der Police mindestens der Hälfte des Deckungskapitals entspricht. Dabei wird das Deckungskapital nicht gezillmert. Entsprechend werden von diesem Betrag zwar Verwaltungskosten abgezogen, nicht aber die Abschluss- und Vertriebskosten. Ebenso entfallen Storno- und Kündigungsgebühren.

 

 

Rückkauf von fondsgebundenen Lebensversicherungen

Wer eine fondsgebundene Lebensversicherung abgeschlossen hat und sich für einen Rückkauf entscheidet, kann mit ähnlichen Regelungen wie bei anderen Versicherungspolicen rechnen. Bei Verträgen seit 2008 wird der Rückkaufswert nach dem Wert der Fondsanteile. Auch hier gilt, dass die Vertriebs- und Abschlusskosten der Police gleichmäßig auf die ersten fünf Jahre der Laufzeit verteilt werden müssen.

 

Für Policen, die vor 2008 abgeschlossen wurden hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass sich die Höhe des Rückkaufswertes mindestens an der Hälfte des Fondsguthabens bemisst. Dabei dürfen die Versicherer zwar Verwaltungskosten abziehen, nicht jedoch die hohen Vertriebskosten.

 

 

Erst Beratung – dann Entscheidung

Entscheidungen gemeinsam treffen!

Der Rückkauf einer Lebens- oder Rentenversicherung sollte gut überlegt sein. Schließlich handelt es sich hier um ein Verlustgeschäft, denn der Versicherte verliert nicht nur den vereinbarten Versicherungsschutz, sondern verzichtet auch auf große Teile seine Ansprüche aus Schlussüberschüssen. Zudem muss er die Erträge aus dem frühzeitig beenden Vertrag voll versteuern. Viel bleibt dann oft nicht übrig.

 

Wer also finanziell in der Klemme steckt und kurzfristig Geld benötigt, sollte zunächst einen kühlen Kopf bewahren und seine persönliche Situation genau analysieren. Am besten mit zusammen mit Profis.

 

Grünes Geld, Experte für nachhaltige Geldanlagen, bietet seinen Kunden auch als unabhängiger Finanzexperte Lösungen zur privaten Altersvorsorge an und verfügt über eine weitreichende Erfahrung in diesem Bereich. Gerd Junker, Geschäftsführer von Grünes Geld rät daher: „Die Entscheidung für einen Rückkauf der Lebensversicherung sollte nicht allein im stillen Kämmerlein passieren. Wichtig ist es, mit einem Finanzexperten die Situation zu besprechen, um finanzielle Nachteile zu vermeiden.“

 

Die vorzeitige Beendigung des Vertrags mit den entsprechenden finanziellen Einbußen kann so in vielen Fällen abgewendet werden. Kunden profitieren dann weiter von einem Versicherungsschutz, geplanten Auszahlungen und steuerlichen Vorteilen.

 

Gerade wenn eine Police bereits länger als fünf Jahre läuft, sind unnötige Verluste vorprogrammiert. Je nach Situation des Kunden ergeben sich zum Rückkauf unterschiedliche Alternativen, die ebenfalls aus einem finanziellen Engpass heraushelfen können. Die Möglichkeiten sind hier vielfältig. So kann eine Beitragsfreistellung eine gute Lösung sein, wenn der Vertrag zwar gute Erträge liefert, die Beiträge jedoch nicht aufgebracht werden können. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, den Vertrag zu beleihen oder einen teilweisen Rückkauf durchzuführen und damit nur einzelne Teile des Vertrags kündigen.

 

Auch der Verkauf der Police an einen professionellen Ankäufer ist meist lukrativer als der Rückkauf. Dabei werden alle Rechte auf Auszahlungen nach Ablauf des Vertrags verkauft. Neben dem daraus direkt verfügbaren Geld profitiert der Versicherte weiterhin vom Versicherungsschutz, denn im Todesfalle erhalten die Hinterbliebenen die festgesetzte Todesfallsumme.

 

 

 

 

Carmen Junker   Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“. Mehr zu ihr und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

Verbraucherschutz: Wie Sie 3.000 Euro und mehr aus Ihrer Lebensversicherung aus den Jahren 1994 bis 2007 herausholen können

Dienstag, 25. Juli 2017
Zusammenfassung: Der halbstaatliche Finanztest empfiehlt in seiner Ausgabe 8/2017 bei Lebensversicherungen, die zwischen dem 29. Juli 1994 und dem 31. Dezember 2007 abgeschlossen worden sind, einen Widerspruch zu prüfen. Auch lange nach Vertragsende lassen sich oft noch Tausende Euro Nachschlag holen. Ein Urteil des Bundesgerichtshof BGH macht das möglich.

 

 

Was ist der Hintergrund?

Gut gefüllte Kassen bei Versicherern: allerdings werden Reserven für Niedrigzinsphase noch benötigt.

Es geht um Lebensversicherungen nach dem sogenannten Policenmodell. Dabei wird dem Versicherungsnehmer erst zusammen mit der Versicherungspolice das Kleingedruckte wie zum Beispiel die Verbraucherinformationen oder die Allgemeinen Versicherungsbedingungen übersendet. Nach Empfang selbiger hatte der Verbraucher 14 Tage (ab 2004: 30 Tage) das Recht, schriftlich zu widersprechen – ansonsten ist die Versicherung rechtskräftig abgeschlossen.

 

In den Dokumenten mussten die Versicherer jedoch darauf hinweisen, dass diese Widerspruchsfrist vorhanden ist und läuft. Dieser Hinweis war dem Bundesgerichtshof in den meisten Fällen jedoch zu unpräzise oder schwach (Urteil vom 7. Mai 2014, Az. IV ZR 76/11). Der BGH fordert zum Beispiel, dass der Hinweis, dass der Widerspruch in Textform erfolgen muss, meist fehlte. Außerdem hätte die Belehrung optisch hervorgehoben sein müssen, was sie häufig ebenfalls nicht war.

 

Da also die Belehrung über das Widerrufsrecht in diesem Sinne nicht ausgesprochen wurde, entsteht damit ein ewiges Widerrufsrecht des Kunden.

 

Inwieweit die Forderungen des BGH moralisch vertretbar sind und man daraus einen Vorteil schlagen möchte, muss jeder selbst für sich entscheiden. Klar ist: der Urteilsspruch der Richter erfolgte viele Jahre nachdem die Widerrufsklauseln millionenhaft gedruckt wurden. Zu dem Zeitpunkt, als die Versicherer die Widerrufsbelehrungen abdruckten, konnte niemand ahnen, dass 20 Jahre später ein Richter diese für ungültig erklären würde. Insbesondere die Forderung nach eine optisch abgesetzten Widerrufsbelehrung ist schon weit von der gelebten Realität der damaligen Zeit entfernt.

 

 

Welche Verträge sind betroffen?

Ob Ihr konkreter Vertrag betroffen ist, muss im Einzelfall geprüft werden – die Chancen stehen aber sehr gut. Es betrifft jedoch nur die Veträge mit Abschluss zwischen 29. Juli 1994 und 31. Dezember 2007. Mittlerweile gibt es nämlich das Policenmodell nicht mehr, da es mit europäischem Recht nicht vereinbar war.

 

Es geht um klassische und fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen, Riester- und Rürup-Rentenversicherungen.

 

Es geht um regulär beendete Versicherungsverträge, für noch laufende Verträge und für gekündigte Verträge. Um das also nochmals klar zu machen: Auch wenn Sie Ihren Vertrag schon vor einigen Jahren ausgezahlt bekommen haben, können Sie wegen der fehlerhaften Widerspruchsbelehrung einen deutlichen Nachschlag erhalten.

 

Aber Achtung: wenn Sie einen laufenden Vertrag haben und mit diesem Vertrag zufrieden sind, sollten nicht widersprechen (siehe unten).

 

Was ist der Vorteil für Sie als Kunden?

Wenn ein Widerspruch erfolgreich ist, muss die Versicherung alle Einzahlungen und die durch die Einzahlungen erzielten Kapitalerträge auszahlen. Es müssen also auch die Kosten, zum Beispiel für Vertrieb und Abschluss, wieder ausgezahlt werden.

 

Lediglich die Beiträge für den in Anspruch genommenen Versicherungsschutz, wie zum Beispiel Beitragsanteile für den Todesfallschutz, dürfen vom Versicherungsunternehmen einbehalten werden.

 

Was sich schwierig liest, bedeutet in der Praxis häufig einen Vorteil von mehreren Tausend Euro gegenüber dem Rückkaufswert den eine Gesellschaft auszahlt, wenn der Vertrag gekündigt wird, oder gegenüber der Ablaufleistung bei Auszahlung der Lebensversicherung.

 

Beispiele von Kunden

Finanztest führt zwei konkrete Kundenbeispiele an.

 

 

Harald Börgardts, 52jähriger Elektrotechniker, zwei Lebensversicherungen der Aachener Münchner LV AG aus 2003 und 2005: Während ihm die Gesellschaft einen Rückkaufswert von nur 2.432 Euro vorschlug, berechnete ein Dienstleister Auszahlungen in Höhe von 6.768 Euro. Die macht Hr. Börgardts geltend und erhielt sie nach dem Klageweg ausgezahlt. Nach Abzug der Kosten des Dienstleisters bleibt ihm ein Plus von 2.633 Euro.

 

 

Martina W., 60jährige Physiotherapeutin, drei Versicherer und insgesamt 8 Rentenversicherungen zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen: Der Mehrwert für alle 8 Verträge, bei denen in allen 8 Fällen die Widerrufsbelehrung falsch war, beträgt 80.000 Euro (!). Bisher hat nur eine Gesellschaft (Clerical Medical) einen Widerspruch akzeptiert. Für diesen Vertrag hat Martina W. im Jahr 2014 einen Rückkaufswert von 30.266 Euro erhalten und weitere 5.795 Euro als Nutzungsentschädigung.

 

Schritt-für-Schritt: Was können Sie tun?

1.) Vor dem Ausstieg überlegen, ob er überhaupt sinnvoll ist. Häufig war der Sparanteil mit einer Garantieverzinsung von 3,25 Prozent (2001 bis 2004) oder gar 4,0 Prozent (1994 bis 2000) verzinst, was heute sehr attraktiv ist. Ist Ihre Versicherung mit einem Berufsunfähigkeitsschutz gekoppelt, würde dieser entfallen: einen neuen zu bekommen, ist wegen strenger Gesundheitsfragen häufig nicht mehr möglich und meist deutlich teurer. Auch der Todesfallschutz einer Police entfällt. Und schließlich können Steuervorteile verloren gehen.

 

2.) Suchen Sie die Unterlagen: Ursprüngliche Police mit der möglicherweise fehlerhaften Widerspruchsbelehrung sowie den aktuellen Stand der Versicherung und welche Beträge schon ausgezahlt wurden (falls welche ausgezahlt wurden).

 

3.) Lassen Sie Ihren Vertrag prüfen. Teilweise unternehmen das spezialisierte Fachanwälte für Versicherungsrecht oder Dienstleister, die sich darauf spezialisiert haben. Auch die Verbraucherzentrale Hamburg prüft das für 85 Euro (vzhh.de)

 

4.) Sie können, zum Beispiel wenn Sie nicht rechtsschutz versichert sind, auch selbst Widerspruch einlegen. Die Verbraucherzentrale Hamburg bietet dazu einen Musterbrief für 90 Cent zum Download an. Dazu benötigen Sie jedoch auch ein finanzmathematisches Gutachten, das Sie ebenfalls bei der Verbraucherzentrale Hamburg bestellen können.

 

5.) Da es nach Einschätzung von Experten um Milliarden an Rückzahlungen geht versuchen die Versicherungsgesellschaften alles, um Sie abzuwimmeln. Der Versicherungsombudsmann in Berlin steht Ihnen deshalb kostenlos zur Seite. Meist halten sich die Versicherungen an dessen Empfehlungen.

 

Sie haben einen möglicherweise passenden Vertrag und suchen Hilfe? Treten Sie in Kontakt mit uns.

 

 

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Nachhaltiger Fondsparplan: 5 Möglichkeiten die Sie kennen sollten

Freitag, 23. Juni 2017
Zusammenfassung: Mit nachhaltigen Fondsparplänen erzielen Sie eine doppelte Rendite: Sie tun Mensch und Natur etwas Gutes und bauen nebenbei, ohne dass Sie es wirklich merken, ein kleines Vermögen auf. Ein Plus das viele Anleger interessiert: durch den Ausschluss von potenziell kritischen Branchen bleiben auch Skandale und damit Kursrückgänge aus - den Kursrutsch von BP (Ölplattform-Katastrophe 2010), Tepco (Fukushima 2011) oder Deutsche Bank (unzählige Rechtsfälle, sei mehreren Jahren) hat nachhaltige Anleger nie berührt.

 

Wir zeigen Ihnen 5 Möglichkeiten für sinnvolle, nachhaltige Fondsparpläne.

 

Was ist eigentlich ein Fondsparplan und was bringt er mir konkret?

 

Ein Fondsparplan ist die wohl einfachste Möglichkeit, um sich allmählich einen finanziellen Puffer, ein kleines oder gar ein großes Vermögen aufzubauen. Der Dreh- und Angelpunkt ist, dass beim Fondsparplan monatlich eine bestimmte, festgelegte Summe von Ihrem Girokonto abgebucht wird. Mit dieser Summe werden monatlich Fondsanteile gekauft.

 

Was ist ein Fonds oder Investmentfonds? Ein Investmentfonds ist ein stark reguliertes und kontrolliertes Produkt, in das auf der einen Seite Gelder von Anlegern eingezahlt werden, auf der anderen Seite werden damit Wertpapiere gekauft. Je nach Typ der gekauften Wertpapiere unterscheidet man die Investmentfonds, wie zum Beispiel Aktienfonds, Anleihefonds, Immobilienfonds, usw.

 

Da insgesamt hohe Summen von den Anlegern eingezahlt werden, kann der Fonds auch eine hohe Anzahl an unterschiedlichen Wertpapieren kaufen. Der Anleger kann somit schon mit relativ wenig Kapital sehr professionell und breit gestreut investieren.

 

Im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen, bei denen nur ganze Stück gekauft werden, können beim Fonds auf Bruchstücke eines Fonds gekauft werden. Der Vorteil ist für Sparpläne entscheidend: Wer beispielsweise 300 Euro monatlich spart und damit eine Aktie kaufen möchte, die z.B. 1.000 Euro pro Stück kostet, wird erst nach 4 Monaten tatsächlich die erste Aktie erwerben. Und dann hat er nur 1 Aktie eines Unternehmens, was extrem wenig Streuung oder anders herum, ein extrem hohes Risiko bedeutet.

 

Der erste große Vorteil ist also, dass schon mit kleinen Summen monatlich breit gestreut in Wertpapiere investiert werden kann. Hierdurch kann auch der Durchschnittskosten-Effekt (siehe nächstes Kapitel) erreicht werden.

 

Der zweite große Vorteil ist, dass die Abbuchung automatisch jeden Monat erfolgt. Es kann also nicht die Situation geben, dass man vielleicht gerade kein Geld hätte, und entsprechend nichts anlegen würde. Es wird durch die automatische Abbuchung eine extrem hohe Beitragsdisziplin sicher gestellt. Das Beste dabei ist, dass man sich daran gewöhnt und schon nach kurzer Zeit gar nicht mehr bemerkt, dass monatlich Geld abgebucht wird.

 

Die Zauberei beim Fondsplarplan: Durchschnittskosteneffekt

 

Wissen Sie, wie Sie sich bis zu 5 Prozent mehr Rendite holen können? Ich erkläre es Ihnen. Schauen Sie sich bitte folgenden Chart an. Er gibt den bekanntesten Aktien-Index der Welt in seiner wohl schlimmsten Zeit, nämlich während des 2. Weltkrieges, wieder:

 

Besondere Jahre: Der 2. Weltkrieg forderte viel Geduld von Börsianern. Wer durchhielt war allerdings wesentlich besser dran als etwa Besitzer eines deutschen Sparbuchs. Deren Geld war 1948 wertlos. Die roten Pfeile zeigen Kaufzeitpunkte nach jährlichem Sparplan.

 

Sagen wir, dass ein Anleger 1 eine Summe von 60.000 USD 1930, beim Index-Stand von 380 Punkten, angelegt hätte. Würde ein Index-Punkt einem Dollar entsprechend, hätte er damit 157,89 Anteile gekauft.

Sagen wir, dass ein Anleger 2 die gleiche Summe von 60.000 USD investiert hätte. Allerdings nicht auf einmal, sondern er hätte in einem Sparplan jeweils bei den roten Pfeilen im Diagramm gekauft:

 

Zeitpunkt Index-Stand Invest-Summe Erhaltene Anteile
1.1.1933 80 10.000 USD 125
1.1.1936 140 10.000 USD 71,4
1.1.1940 140 10.000 USD 71,4
1.1.1944 130 10.000 USD 76,9
1.1.1948 180 10.000 USD 55,5
1.1.1951 250 10.000 USD 40

 

In Summe hätte Anleger 2 mit dem Sparplan also 440,2 Anteile. Der Anleger 1 hätte jedoch mit seinem Einmalkauf nur 157 Anteile.

 

  Gesamtinvestition Insgesamt erworbene Anteile Wert der Anteile am 1.1.1954
Einmalkauf      
60.000 USD 157 60.000 USD
Sparplan 60.000 USD 440 168.152 USD

 

Statt einer Rendite von genau 0% für den Einmalanleger würde in diesem speziellen Fall der Sparplan-Anleger dank des Durchschnittskosten-Effektes eine IRR-Rendite von 7,9 Prozent erzielen.

 

Anhand dieses – vom Zeitpunkt her sicherlich extremen – Beispiels kann die hohe Wirksamkeit des Durchschnittskosten-Effekts (Cost-Average-Effekt) gut erkannt werden. Allerdings ist ein Vorteil von 7,9 Prozent jährlich die Ausnahme; aber im Bereich 2 bis 3 Prozent kann der Vorteil absolut liegen.

 

Der einfachste Sparplan: Spar-Morgen-Plan

 

Die einfachste und vielleicht am universellsten einsetzbare Fondsparplanart ist der Spar-Morgen-Plan. Der Spar-Morgen-Plan passt für fast alle Gegelegenheit mit einer Anspardauer von 5 oder mehr Jahren, ist schon ab 25 Euro monatlich besparbar und hat in den vergangenen 5 Kalenderjahren im Durchschnitt 5,7 Prozent Rendite pro Jahr erwirtschaftet. Er ist täglich kündbar, die Sparraten können jederzeit verändert oder ausgesetzt werden.

 

Beim Spar-Morgen-Plan wird in einen nachhaltigen Mischfonds investiert. Ein Mischfonds investiert die Anlegergelder in Aktien und Anleihen. Er erzielt damit gute Wertzuwächse bei gegenüber Aktiensparplänen deutlich reduzierten Kursschwankungen.

 

Die Auswahl der Aktien und Anleihen erfolgt nach streng definierten ökologischen und ethischen Kriterien.

 

 

 

 

Schon für 3 Jahre sinnvoll: Soziale Verantwortung Monatssparen

 

Wem der ausgewogene Spar-Morgen-Plan zu schwankungsanfällig ist, kann zu dem sich wohl am ruhigesten entwickelnden Musterdepot, dem Soziale Verantwortung Monatssparen, greifen. Mit sehr geringer Schwankungsbreite ist dieser Fondssparplan sogar für Anlagedauern unterhalb von 5 Jahren denkbar.

 

Er kann ab nur 100,00 Euro pro Monat angespart werden. Die Rendite der letzten 5 Jahre war 2,4 Prozent im Durchschnitt pro Jahr.

 

Das Geld wird verwendet, um daraus Kleinstkredite in Schwellenländern zu machen. Zum Beispiel möchte sich eine Näherin in Bolivien eine Nähmaschine und eine Geschäftsausstattung für 1.500 US Dollar kaufen. Einen Kredit von einer Bank erhält sie dafür nicht, da alleine die Kreditprüfung für die Bank schon sämtliche Gewinne aus diesem Geschäft aufzehrt. Sie kann jedoch einen Mikrokredit erhalten, der aus den deutschen Anlegergeldern gespeist wurde.

 

Damit kann sich der deutsche Anleger über die üblichen 2 bis 3 Prozent Rendite freuen und hat noch gleichzeitig etwas für andere Menschen getan. Die Idee Mikrofinanz wurde 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

 

 

 

 

Der Best-Seller: Balance Monatssparen

 

Das Balance Monatssparen ist ein ausgewogenes Musterdepot, bei dem 5 nachhaltige Investmentfonds so zusammengestellt sind, dass im Normalfall eine Aktienquote von rund 50 Prozent erreicht wird. Im Gegensatz zum Spar-Morgen-Plan erfolgt die Streuung über 5 statt einem Investmentfonds. Das sichert gegen schlechte Jahre eines Fondsmanagers wirkungsvoll ab. Dafür ist die Mindestansparsumme 100 Euro.

Die erzielte Rendite der letzten 5 Kalenderjahre war mit 7,8 Prozent herausragend gut. Langfristig sollte mit 4 bis 6 Prozent Rendite pro Jahr gerechnet werden.

Investiert wird in nachhaltige Aktienfonds, nachhaltige Anleihefonds und in ethisch-ökologische Mischfonds.

 

 

 

 

 

Für die maximale Rendite: Wachstum Monatssparen

Das Wachstum-Monatssparen ist ähnlich zum Balance Monatssparen zu sehen. Sie investieren Ihr Geld breit gestreut in hunderte von Unternehmen und Staaten weltweit. Sie streuen damit ausgewogen über Wirtschaftsräume, Währungen und Branchen. Möglich ist der Sparplan ab 100 Euro monatlich.

 

Allerdings ist der Anteil an Aktien höher als beim Balance Monatssparen. Damit wird die langfristige Rendite-Erwartung höher, aber auch die Schwankungsbreite nimmt zu. Entsprechend empfehlen wir das Musterdepot Wachstum Monatssparen auch erst ab einer Anlagedauer von 7 oder mehr Jahren.

 

Die erzielte Rendite der letzten 5 Kalenderjahre war mit 8,9 Prozent sehr gut. Langfristig sollte mit 5 bis 8 Prozent Rendite pro Jahr gerechnet werden.

 

 

 

 

 

Fürs Alter: Fondsparplan im Versicherungsmantel

Die oben genannten Musterdepot Wachstum Monatssparen und Balance Monatssparen können sehr gut für die Altersvorsorge genutzt werden. Sie bieten hohe Sicherheiten durch die breite Streuung und werden über lange Zeiträume interessante Renditen erzielen.

 

Und für die Altersvorsorge, die meist über sehr lange Zeiträume aufgebaut wird, kann man diese Fondssparpläne nochmals veredeln. Das geschieht in Form eines sogenannten Versicherungsmantels; praktisch eine Art Hülle, die den eigentlichen Fondssparplan umgibt.

 

Zunächst kostet diese Hülle natürlich etwas Geld; trotzdem kommt am Ende mehr für den Anleger heraus. Wieso ist das so?

 

Der Hintergrund ist der dritte große Spieler im Bunde. Neben Anlagegesellschaft und Anleger ist nämlich auch der Staat an der Altersvorsorge beteiligt; und zwar, in dem er Steuern kassiert. Wer einen Fondssparplan nutzt und oberhalb der steuerlichen Freigrenzen liegt wird jährlich Steuern auf die erzielten Gewinne zahlen müssen. Diese vermindern natürlich die Substanz und verringern damit den so wichtigen Zineszins-Effekt, den scherzhaft „achtes Weltwunder“ genannten Effekt, dass die Gewinn bei Geldanlagen expotenziell steigen.

 

Zieht man das in Betracht, kommt regelmäßig bei Fondssparplänen im Versicherungsmantel mehr Kapital für den Anleger zusammen, als wenn er direkt in einem Wertpapierdepot angespart hätte.

 

Darüber hinaus bietet der Versicherungsmantel noch so Dinge wie eine lebenslange monatliche Rentenzahlung oder Optionen wir Zahlung der Beiträge auch bei Berufsunfähigkeit oder erhöhte Rentenzahlungen bei Pflegebedürftigkeit.

 

Übrigens gibt’s den Fondssparplan auch für Riesterrente oder Rüruprenten. Auch bei diesen staatlich geförderten Rentenverträgen kann also wie gewohnt in einen Fonds angespart und der Cost-Avergage-Effekt genutzt werden. Nicht zu letzt wegen der hohen Besteuerung der Rentenauszahlungen machen diese beiden Varianten aber nur in wenigen Fällen für den Anleger Sinn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Private Rentenversicherung Test

Freitag, 21. April 2017

 

ZUSAMMENFASSUNG: Während Riester-Renten oder Rürup-Renten in der öffentlichen Wahrnehmung sehr präsent sind, wissen viele kaum etwas über die private Rentenversicherung. Besonders die fondsgebundene Privatrente ist flexibel und erbringt nach Steuern häufig die besten Ergebnisse. Wir stellen Ihnen die Möglichkeiten der privaten Rentenversicherung vor.

 

 

Wofür braucht man eigentlich eine private Rentenversicherung?

Kennen Sie Menschen, die in den 90er Jahren in den Ruhestand gegangen sind? Fragen Sie diese doch einfach einmal, was eine private Rentenversicherung ist. Oder wie sie privat für den Lebensabend vorgesorgt hätten. In den meisten Fällen werden Sie die Antwort erhalten, dass man das doch nicht machen brauchte – der Staat hätte die Vorsorge fürs Alter schon übernommen.

 

Für die Beamten gilt das sogar direkt; der Staat zahlt die Beamtenpensionen einfach aus dem laufenden Staatshaushalt. Bis heute werden dafür keine Rückstellungen gebildet, so wie das zum Beispiel ein privates Unternehmen tun müsste, wenn es Betriebsrenten zusagt.

 

Für Arbeiter und Angestellte galt damals, dass die gesetzliche Rentenversicherung für die Altersabsicherung sorgte. Und zwar in einer Höhe, die ein menschenwürdiges Leben ermöglicht.

 

Dabei ist die gesetzliche Rente ein sogenanntes Umlageverfahren. Das bedeutet, dass die Einzahlungen in die Rentenkasse – geleistet durch Arbeitnehmer und Angestellte – direkt auf die Rentenbezieher umgelegt, also ausgezahlt werden. Es werden nur kleine Reserven gebildet, die für die Überbrückung von 1 oder 2 Monaten vorhalten. Grundsätzlich werden die Einnahmen aber gleich wieder ausgezahlt.

 

Das System funktioniert auch sehr gut, wenn ausreichend Einzahler im Verhältnis zu Rentenbezieher vorhanden sind. Noch 1962 wurde ein Rentner von 6 Beitragszahlern finanziert. Heute sind es nur noch 2,1 Beitragszahler, die einen Rentner finanzieren.

 

Die Folge: das Geld aus den staatlichen Systemen für die Rente reicht nicht.

 

Hier kommt die private Rentenversicherung zum Zuge. Bei ihr kann Geld eingezahlt werden, aus dem später eine monatliche Rente oder eine Kapitalabfindung gezahlt wird.

 

Zwei Vorteile ergeben sich grundsätzlich für eine private Rentenversicherung:

 

1.) Die Rentenzahlung geht bis ans Lebensende: auch wer sehr alt wird, braucht sich keine Sorgen machen.

2.) Der Staat fördert die privaten Rentenversicherungen durch den kompletten Verzicht auf eine Besteuerung in der Ansparphase und durch eine sehr niedrige Besteuerung in der Rentenphase.

 

Man kann mit einer privaten Rentenversicherung also Kapital aufbauen, welches Renditen erzielt und dann für eine lebenslange Rente (oder eine Kapitalauszahlung) genutzt wird. Meist ist es empfehlenswert innerhalb der privaten Rentenversicherung auf die fondsgebundenen Lösungen zu setzen, so dass man langfristig interessante Renditen erzielen kann.

 

Übrigens: Bei der hier vorgestellten privaten Rentenversicherung handelt es sich nicht um eine Riester-Rente oder eine Rürup-Rente. Während die private Rentenversicherung für praktisch jeden in Frage kommt, lohnen sich Riester-Rente oder Rürup-Rente nur in einigen Spezialfällen. Sprechen Sie uns gerne dazu an (—> Kontaktformular).

 

Welche weiteren Einsatzzwecke gibt es noch für private Rentenversicherungen?

Neben der wichtigsten Eigenschaft der privaten Rentenversicherung als Absicherungslösung für den Lebensstandard im Alter kann ein privater Rentenversicherungsvertrag auch für eine Reihe anderer Absichten genutzt werden.

 

1.) Nutzung als Kapitalanlage

 

Man kann die private Rentenversicherung auch nutzen, um einmalig Kapital anzulegen und dieses nach einer (meist längeren) Zeit wieder auszuzahlen. Die Kosten dafür sind im normalen Rahmen; Vorteile sind die meist höhere Rendite als bei Bankeinlagen wie Sparbrief, Festgeld oder Tagesgeldkonto. Die Flexibilität ist ebenfalls hoch; in aller Regel kann man binnen eines Monats über sein Geld verfügen. In der Ansparphase ist die steuerliche Situation interessant (keine Steuern), in der Auszahlphase sind die Kapitalauszahlung  (Halbeinkünfteverfahren) bzw. die monatliche Rentenzahlung (Ertragsanteilsbesteuerung) bei Beachtung der 12/62 Regel recht günstig. Die 12/62 Regel besagt, dass der Vertrag mindestens 12 Jahre Laufzeit hatte und man bei Auszahlung mindestens 62 ist. Ansonsten gilt die Abgeltungssteuer.

 

Berechungsbeispiel:

 

Anlage von 20.000 Euro, Anlage in Fonds mit 6% p.a. Wertentwicklung, Anlagedauer 20 Jahre  
Ergebnis private Rentenversicherung
[unter Berücksichtigung aller Versicherungskosten; keine Steuern berücksichtigt; Tarif Helvetia Select]

57.168 Euro Guthaben

Ergebnis Wertpapierdepot
[unter Berücksichtigung Ausgabeaufschlag i.H.v. fünf Prozent einmalig; Depotgebühren lt. FFB Stand 22.2.17; Servicegebühr von 0,65 Prozent des Depotvolumens jährlich; keine Steuern berücksichtigt]

52.305 Euro Guthaben

(Alle Angaben ohne Gewähr und nur exemplarisch zu verstehen.)

 

 

Nicht berücksichtigt sind dabei die Steuern, die eine Anlage in einem Wertpapierdepot benachteiligen. Denn im Wertpapierdepot gilt die kontinuierliche Besteuerung mit Abgeltungssteuer, während bei der privaten Rentenversicherung 20 Jahre lang keine Steuern entrichtet werden müssen. Bei Kapitalauszahlung gilt beim Wertpapierdepot  erneut die Abgeltungssteuer (25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) und bei der privaten Rentenversicherung, falls der Vertrag 12 Jahre Laufzeit hatte und die Auszahlung nach dem 62. Lebensjahr beginnt, das in jedem Fall günstigere Halbeinkünfteverfahren.

 

2.) Nutzung zur Vererbung mit warmer Hand

 

Wer über ein größeres Vermögen verfügt und dieses Vererben möchte, kommt schnell mit der Erbschaftssteuer in Berührung. Je nach Verwandtschaftsgrad gilt dort nur ein Freibetrag von 20.000 Euro. Was darüber ist, unterliegt der Erbschaftssteuer (alles Wichtige zum Thema Erben hier).

 

Gerne wird deshalb schon zu Lebzeiten eine Schenkung angestrebt, d.h. man verschenkt sein Vermögen statt es zu vererben. Dabei gelten grundsätzlich die gleichen Bedingungen wie bei der Erbschaft. Allerdings: 10 Jahre nach einer Schenkung kann eine neue Schenkung erfolgen, bei der die alte Schenkung nicht mehr angerechnet wird. Man kann also alle 10 Jahre seinen Erbschaftssteuer-Freibetrag ausnutzen.

 

Einziger Nachteil: das vererbte Geld ist tatsächlich vererbt und man kann es nicht mehr nutzen bzw. darüber bestimmen. Hier bieten manche Tarife einer privaten Rentenversicherung eine sehr elegante Lösung.

 

Als Vertragspartner (Expertenbegriff: Versicherungsnehmer) werden sowohl die Vererbende (z.B. Tante), als auch der Erbe (z.B. Neffe) eingetragen. Das Gute dabei: man kann das Verhältnis frei wählen, also zum Beispiel 99% des Vertrages gehören dem Erben, 1% bleibt aber bei der Vererbenden.

 

In der Konsequenz sind 99% des Kapitals verschenkt und zählen für den Schenkungsfreibetrag. Trotzdem kann der Beschenkte nicht frei über das Geld verfügen, da für jede Auszahlung aus dem Vertrag die Unterschriften aller Versicherungsnehmer benötigt werden.

 

Welche Formen von privaten Rentenversicherungen gibt es?

Man kann grundsätzlich die klassischen privaten Rentenversicherungen und die fondsgebundenen privaten Rentenversicherungen unterscheiden. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren Abwandlungen davon entwickelt wie Indexpolicen oder klassische Varianten mit niedrigeren Garantien.

 

Klassische private Rentenversicherung

 

Sie ähnelt sehr der seit vielen Jahrzehnten in Deutschland gebräuchlichen Kapitallebensversicherung, bietet aber neben der Variante “Kapitalauszahlung” auch die Möglichkeit, eine lebenslange Rente zu beziehen (Leibrente).

 

Das Geld wird dabei dem Versicherungsunternehmen übergeben (Einmaleinzahlung oder monatliche Ansparung). Dieses legt das Geld nach bestimmten, sehr konservativen Regeln an. Damit konnten früher Anlageergebnisse von rund 4 bis 5 Prozent jährlich erzielt werden.

 

In der heutigen Niedrigzinswelt sind die Renditen viel niedriger geworden; häufig erreichen die Gesellschaften aktuell eine Gesamtverzinsung von 2 bis 3 Prozent.

 

Die Besonderheit: Bei Vertragsabschluss garantiert die Versicherung eine Mindestverzinsung in jedem einzelnen Jahr während der Laufzeit des Vertrages. Diese Mindestverzinsung gilt, und das ist über solche Zeiträume einmalig, häufig über mehrere Jahrzehnte. Bei einer dreißigjährigen Frau mit Rentendauer zum Beispiel bis 85 Jahre, wäre das ein Zeitraum von immerhin 55 Jahren.

 

Aktuell ist der Garantiezins bei 0,9 Prozent auf den sogenannten Sparanteil, also auf die Einzahlung minus der Kosten.  Da die Versicherer regelmäßig höhere Renditen bei der Kapitalanlage erzielen, erreicht der Anleger meist derzeit um die 3 Prozent Verzinsung.

 

Fondsgebundene private Rentenversicherung

 

Im Gegensatz zur klassischen privaten Rentenversicherung wird das Geld des Sparers bei der fondsgebundenen Rentenversicherung nicht vom Versicherungsunternehmen selbst verwaltet, sondern in Investmentfonds angelegt.

 

Der Sparer kann diese Fonds aus einer vom Versicherungsunternehmen vorgegebenen Auswahl selbst auswählen. In früheren Tarifen konnte er oft nur einen Fonds auswählen und nur einmal pro Jahr kostenlos tauschen. Bei modernen Tarifen können eine Vielzahl von Fonds gleichzeitig gewählt werden und auch der Tausch der Fonds ist mehrmals pro Jahr kostenlos möglich.

 

Besonderes High-Light: Der Tausch der Fonds ist nicht nur kostenlos, sondern auch steuerlich unrelevant. Während also beim Fondstausch im normalen Wertpapierdepot neben Wechselgebühren auch Steuern anfallen, kann der Anleger in einer privaten Rentenversicherung bedenkenlos tauschen und seine Anlagestrategie umsetzen.

 

Insgesamt gilt also, dass der Anleger bei der fondsgebundenen privaten Rentenversicherung die erzielte Rendite durch die Auswahl von Fonds positiv beeinflussen kann. Über längere Zeiträume kann er zum Beispiel eine Zusammenstellung mit hohem Aktienanteil wählen und damit langfristig 5 bis 7 Prozent Rendite erzielen. Klicken Sie hier um die historischen Renditen des deutschen Leitindex DAX der letzten 50 Jahre anzusehen.

 

 

Welche anderen Möglichkeiten der Absicherung gegen Altersarmut gibt es?

Die private Rentenversicherung ist aufgrund Ihrer Einfachheit, Flexibilität und der steuerlichen Vorteile für die meisten Anleger eine gute Wahl. Trotzdem gibt es noch weitere sinnvolle Möglichkeiten, die sich von der privaten Rentenversicherung unterscheiden:

 

a.) Riester-Rente: meist nur bei vielen Kindern oder sehr hohen Einkommen interessant.

b.) Rürup-Rente: meist nur für Selbstständige ohne große sonstige steuerlichen ansetzbaren Vorsorgemaßnahmen interessant.

c.) 4%-Regel: Mehr Risiko und Eigenverantwortung, dafür höhere monatliche Zahlungen

 

Weiterhin gibt es unzählige Sachinvestments wie Immobilien, Wälder, Rohstoffe / Edelmetalle oder Bankeinlagen und vieles Weitere. Sie alle erfordern jedoch meist viel Wissen beim Anleger oder bieten zu wenig Rendite. Sie  sind nur bedingt für die zuverlässige, rentierliche Altersabsicherung geeignet.

 

 

 

 

 

Welche Optionen gibt es bei privaten Rentenversicherungen?

Private Rentenversicherungen haben sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte mächtig weiterentwickelt. Es gab einen Bedingungswettbewerb der zu kostenlosen Fondswechseln genauso geführt hat wie zu flexiblen Rentenbeginnzeiten, (Teil-) Auszahlungen oder ähnlichem. Hier die wichtigsten und gängigsten Optionen bei privaten Rentenversicherungen:

 

a.) Flexibler Rentenbeginn: man braucht entweder gleich gar keinen fixen Rentenbeginn angeben oder der Rentenbeginn kann nachträglich verschoben werden.

b.) Rentengarantiezeit: Beginnt die Rente und man verstirbt schon nach kurzer Zeit, wäre das ärgerlich. Man kann jedoch Rentengarantiezeiten vereinbaren, z.B. von 10 Jahren. In dem Fall würde der Versicherer, auch wenn man vorher verstirbt, mindestens 10 Jahre die Rente auszahlen (an die Hinterbliebenen / Erben).

c.) Pflegeoption: Wenn man pflegebedürftig wird, entstehen häufig höhere Kosten. Mit der Pflegeoption würde sich die Rente im Pflegefall erhöhen.

d.) Cost-Average-Option: Bei Einmaleinzahlungen wird das Geld zunächst schwankungsarm angelegt und dann Schritt-für-Schritt, z.B. monatlich, in die eigentlich geplanten Fonds getauscht (bei fondsgebundenen privaten Rentenversicherungen)

e.) Auszahlplan: In der Rentenphase kann man sich eine Leibrente auszahlen lassen (lebenslang, eher niedrig). Manche Anbieter bieten jedoch auch einen Auszahlplan an, d.h. dass monatlich ein konstanter Betrag ausgezahlt und damit das Vertragskapital aufgezehrt wird. Wenn jedoch die Geldanlage mehr Rendite bringt als per Auszahlplan entnommen wird, erhält man eine lebenslange monatliche Auszahlung, die meist höher als bei der Leibrente ist.

f.) Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung: Wer berufsunfähig wird hat möglicherweise geringere Einkommen bzw. höhere Ausgaben. Um zu vermeiden, dass dann keine Beiträge in die Altersabsicherung fließen, kann man diese Beiträge vom Versicherer einzahlen lassen, sollte man berufsunfähig werden.

g.) Zuwachsprogramm: Wissen Sie noch, wie viel ein Bällchen Eis in Ihrer Kindheit kostete? Wissen Sie, was es heute kostet? Das ist die ganz normale Geldentwertung. Deshalb sollte man bei monatlichen Einzahlungen auch einen jährlichen Inflationsausgleich wählen und zum Beispiel die Beiträge um 3% jährlich steigen lassen. Das heißt im Fachjargon Zuwachsprogramm oder Dynamische Beitragserhöhung.

h.) Anlagen-Wechsel: Besonders bei fondsgebundenen Tarifen ist es wichtig, dass man zwischen den einzelnen Fonds tauschen kann. Möglichst häufig gratis pro Jahr wäre hier gut. Einige Gesellschaften bieten auch den einmaligen oder den mehrmaligen Wechsel zwischen selbst ausgewählten Fonds und dem klassischen Deckungskapital der Gesellschaft an.

 

Private Rentenversicherungen im Test

Aus unserem Beratungsalltag wissen wir, dass man als Anleger am liebsten “die beste Versicherung” zu den “niedrigsten Beiträgen” haben möchte.

 

An dieser Stelle, speziell unter Beachtung der zahlreichen Optionen, ist klar, dass es nicht “die beste Lösung” gibt. Die Lösungen müssen individuell passend sein und erfordern eine individuelle Analyse der Anforderungen.

 

Neben den oben genannten Optionen, von denen jede Gesellschaft andere bietet, sind noch weitere Punkte bei der Entscheidung mit einzubeziehen, wie zum Beispiel:

 

1.) Solvabilität der Gesellschaft, also wie finanzstark ist sie und kann sie Krisen gut überstehen?

2.) Welche Fonds stehen zur Auswahl, also sind z.B. gute ethisch-ökologische Fonds verfügbar?

3.) Können intelligente Auszahlungslösungen höhere Renten erzielen?

 

Ein gutes Beispiel zu Punkt 3.) liefert das Angebot von Helvetia. Der Anbieter Helvetia Deutschland ist die Tochter des seit über 150 Jahren tätigen schweizerischen Versicherungskonzerns Helvetia. Die formelle Finanzkraft der Helvetia Deutschland ist dabei unterdurchschnittlich – im Falle des Falles würde aber die Mutter aus der Schweiz zur Seite treten und in Krisen die Gesellschaft stabilisieren. Auch die garantierten Rentenleistungen bei Helvetia sind nur Durchschnitt; wer aber die Lösung Payplan kennt, weiß, dass mit einer Kombination aus Auszahlplan und Leibrente ab 85 eine intelligente Lösung zur Verfügung steht, die sowohl für Erben im Todesfall als auch für den Rentenbezieher höhere Zahlungen verspricht.

 

Wenn Sie sich also für eine private Rente interessieren, melden Sie sich und lassen Sie uns darüber reden. Dann kann das individuell für Sie passende Angebot erstellt werden.

 

 

 

 

 

 

Interesse an unseren Themen? Holen Sie sich die Grünes Geld News und erhalten Sie Insider-Tipps und Frühzeichnerboni.

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Sparen für die Enkel 2017 – vollständige Liste aller Möglichkeiten

Mittwoch, 08. Februar 2017
Zusammenfassung: Häufig wollen Großeltern, Eltern oder andere Menschen monatlich Geld für Kinder zurücklegen. Damit können später vielleicht das Studium, ein erstes Auto oder die erste Wohnung bezahlt werden. Wir betrachten die dazu sinnvollen Möglichkeiten. Meist ist ein Fondssparplan in einen Mischfonds die richtige Lösung.

 

Wenn ein Baby geboren wird, ist die Freude groß: Eltern, Geschwister, Tanten und Onkels, Paten und nicht zu vergessen Oma und Opa, sind aus dem Häuschen. Da reift schnell der Gedanke etwas für den neuen Erdenbürger zurück zu legen. Jeden Monat ein bisschen was, dann gibt’s die große Überraschung zum 18. Geburtstag wenn Kind eine hübsche Summe Geld erhält. Für’s Studium, das Auto oder auch für ein erfahrungsreiches Auslandsjahr.

 

Doch auch hier will die Bürokratie erstmal überwunden werden. Das Spannungsfeld zwischen Überraschung, Rendite, Sicherheit, Steuernsparen und nicht zuletzt Nachhaltigkeit will wohl überlegt werden. Genauso der Punkt, wer denn darauf zugreifen darf und wem das Kapital rechtlich gehört.

 

Da es keinen einen Königsweg gibt haben wir uns auf den Weg gemacht und die wohl umfangreichste Liste aller Möglichkeiten erstellt, wie Paten oder Großeltern für die Enkel Geld sinnvoll anlegen können. Natürlich gilt das meiste auch für andere Personen, die etwas zum Wohl des Kindes tun wollen. In der Praxis sind das häufig die Eltern, Patenonkel und -tanten, aber auch Nachbarn oder Freunde.

 

Wir haben allerdings eine Logik-Grenze eingezogen: Anlageformen, die möglich, aber kaum sinnvoll sind, bleiben außen vor. Man könnte das Geld zum Beispiel in einem Sparschwein anlegen. Dabei unterbleibt aber jegliche Verzinsung und ein gewisses Diebstahlrisiko ist vorhanden. Also kaum sinnvoll. Ebenso gibt es Anlageformen in Genussrechte, Nachrangdarlehen oder Direktinvestments. Diese halten wir aufgrund der grundsätzlich hohen Risikoklasse solcher Anlagen aber für eine Kinderansparung ebenfalls für wenig geeignet. Aber schreiben Sie uns – wenn Ihnen eine wichtige Form fehlt, nehmen wir diese gerne noch auf.

 

Möglichkeit 1a: Der Banksparplan auf den Namen des Enkels

 

Der Banksparplan ist der Klassiker für den allmählichen Vermögensaufbau für Enkel. Doch leider ist er eine Lösung aus vergangener Zeit – die Zinsen sind einfach zu niedrig. Wer ethisch-ökologisch anlegen möchte bekommt zum Beispiel den Banksparplan „RentePlus“ der Ethikbank. Bei 8 Jahren Spardauer bietet er 0,01% Zinsen plus 0,005% für jedes Jahr Vertragsdauer (Stand 8.2.2017). Damit die Inflationsrate langfristig zu schlagen ist kaum möglich.

 

Doch wie sehen die Formalitäten aus? Um ein Konto auf den Namen eines anderen eröffnen zu können, so wie das die Großeltern tun würden, muss der andere ausgewiesen werfen. Bei Kindern häufig über die Geburtsurkunde. Zusätzlich müssen aber auch die Erziehungsberechtigten bei der Kontoeröffnung unterschreiben – der Überraschungseffekt zum 18. Geburtstag bleibt also zumindest für die Eltern aus.

 

 

Rendite: Derzeit extrem niedrig.
Verfügbarkeit: Meist wird eine Mindestspardauer vereinbart. Während dieser ist eine Kündigung nicht möglich. Generell können nur die Erziehungsberechtigten (bis 18 Jahre) oder der Enkel über das Geld verfügen.
Sicherheit: Bis 100.000 Euro Einlage hoch; Wertverlust durch schleichende oder galoppierende Inflation
Steuern: Wenn das Konto auf den Namen des Enkels eröffnet wird, gelten dessen 801 Euro an Sparerpauschbetrag. Bei den heutigen Zinsen bedeutet das praktisch in den meisten Fällen eine komplette Steuerbefreiung.
Überrasschungseffekt:   Gering, da die Eltern eingeweiht sein müssen.

 

 

 

Möglichkeit 1b: Der Banksparplan auf den Namen der Großeltern

 

Grundsätzlich gilt die Aussage von Möglichkeit 1a – die Zinsen sind aktuell sehr niedrig und machen diese Form unattraktiv.

 

Formell ist die Eröffnung in diesem Fall einfacher: Oma und Opa eröffnen ein Konto und zahlen ein. Wenn der Enkel 18 ist, lösen Sie das Konto auf und schenken dem Enkel das Geld. Auch der Überraschungseffekt ist größer, denn auch die Eltern des Babies wussten von nichts.

 

Wenn der Sparerpauschbetrag von Oma und Opa schon ausgeschöpft ist, müssen die ohnehin niedrigen Zinserträge jedoch noch versteuert werden.

 

Auch bei der Übergabe des Geschenkes auf einmal könnten eher die Grenzen des Erlaubten überschritten werden, auch wenn diese bei aktuell 400.000 Euro liegt und meist ausreichend hoch ist (mehr zu den Freibeträgen hier).

 

Außerdem sollte man auch an den Todesfall bei Oma & Opa denken: die für den Enkel gedachten Beträge fallen grundsätzlich in die allgemeine Erbmasse. Es sollte dann also per Testament Vorsorge getroffen werden, dass das Ersparte auch wirklich den Enkel erreicht.

 

Interessant sind die Zugriffsmöglichkeiten: Solange das Geld auf dem Konto der Großeltern ist, haben auch nur diese den Zugriff.

 

 

Rendite: Derzeit extrem niedrig.
Verfügbarkeit: Meist wird eine Mindestspardauer vereinbart. Während dieser ist eine Kündigung nicht möglich. Generell können nur die Großeltern verfügen.
Sicherheit: Bis 100.000 Euro Einlage hoch; Wertverlust durch schleichende oder galoppierende Inflation
Steuern: Die Kapitalerträge werden den sonstigen Kapitalerträgen der Großeltern zugewiesen. Wenn die Freibeträge bzw. Sparerpauschbeträge überschritten sind, also steuerlich eher nachteilig.
Überrasschungseffekt:   Hoch – nur Opa und Oma wissen bescheid.

 

 

 

Möglichkeit 2a: Der Bausparvertrag auf den Namen des Enkels

Leider wird der Bausparvertrag weiterhin zum Geld anlegen missbraucht. Denn er ist dafür denkbar schlecht geeignet – ein Bausparvertrag, ganz besonders in den heutigen Zeiten, hat nur ein Ziel: langfristig niedrige Baudarlehens-Zinsen zu sichern. Dafür wird, oft über 7 Jahre, Geld im Bausparvertrag zu festen Konditionen angespart. Im Anschluss kann man ein Hypothekendarlehen in Anspruch nehmen, das zu bereits bei Vertragsabschluss feststehende Zinsen gewährt. Lukrativ ist der Bausparvertrag immer dann, wenn man sich bei Abschluss bereits die Zinsen sichern möchte – in der Erwartung, dass die Zinsen später gestiegen sein würden.

 

Dabei gibt es auf der die Ansparphase, die teilweise zweckentfremded wird als reines Guthaben-Ansammeln ohne die Absicht, später ein Hypothekendarlehen in Anspruch zu nehmen. Für das im Bausparvertrag anlegte Geld erhält man (relativ niedrige) Guthabenzinsen.

 

 

 

Das Konditionsblatt einer großen Bausparkasse zeigt aktuell (Stand: 8.2.2017) z.B. im günstigsten Fall 0,25 Prozent p.a. an Rendite an. Zieht man die 1% Abschlussgebühr der Bausparsumme sowie die Jahresentgelte von 4,80 Euro pro Jahr ab, bleibt dabei häufig nur eine Null-Verzinsung, in vielen Fällen sogar eine negative Verzinsung, übrig.

 

Rendite: Derzeit extrem niedrig, häufig negative Verzinsung (!)
Verfügbarkeit: Grundsätzlich gute Verfügbarkeit; aufgrund der Abschlusskosten ist jedoch eine lange Haltezeit sinnvoll
Sicherheit: Bis 100.000 Euro Einlage sehr hoch (früher höher, Sicherung wurde jedoch reduziert); Wertverlust durch schleichende oder galoppierende Inflation
Steuern: Wenn der Bausparvertrag auf den Namen des Enkels eröffnet wird, gelten dessen 801 Euro an Sparerpauschbetrag. Bei den heutigen Zinsen bedeutet das praktisch in den meisten Fällen eine komplette Steuerbefreiung.
Überrasschungseffekt:   Gering, da die Eltern eingeweiht sein müssen.

 

Möglichkeit 2b: Der Bausparvertrag auf den Namen der Großeltern

 

Das unter 2a gesagte zum Bausparvertrag gilt auch hier: wer nicht aufpasst, erzielt eine negative Verzinsung mit dem Bausparvertrag bei den aktuellen Konditionen.

 

Rendite: Derzeit extrem niedrig, häufig negative Verzinsung (!)
Verfügbarkeit: Grundsätzlich gute Verfügbarkeit; aufgrund der Abschlusskosten ist jedoch eine lange Haltezeit sinnvoll
Sicherheit: Bis 100.000 Euro Einlage sehr hoch (früher höher, Sicherung wurde jedoch reduziert); Wertverlust durch schleichende oder galoppierende Inflation
Steuern: Die Kapitalerträge werden den sonstigen Kapitalerträgen der Großeltern zugewiesen. Wenn die Freibeträge überschritten sind, also steuerlich eher nachteilig.
Überrasschungseffekt:   Hoch – nur Opa und Oma wissen bescheid.

 

 

Möglichkeit 3: Klassische Lebensversicherung

Die deutschen Lebensversicherungen sind in Verruf geraten. Obwohl rund 90 Millionen Verträge in Deutschland existieren, haben sich die Bedingungen so verschlechtert, dass die Entscheidung für den Abschluss nicht mehr so einfach ist wie früher.

 

Trotzdem bleiben einige Punkte sehr attraktiv – zum Beispiel der sehr langfristig garantierte Zins. Bei keiner anderen Anlageform kann ein Zins über Jahrzehnte schon bei Vertragsabschluss fix vereinbart werden. Während bei Bankanlagen häufig nur für wenige Jahre, maximal 8 oder 10, die Zinsen vereinbart werden können, gelten Garantiezinsen, z.B. bei Rentenversicherungen, teilweise für 80 oder mehr Jahre.

 

Aktuell ist der Garantiezinssatz bei 0,9 Prozent jährlich. Das klingt nach wenig, ist im Vergleich zu den ähnlich sicheren Anlagen wie dem Banksparplan (z.B. 0,1 Prozent) oder dem Bausparen (z.B. 0,25 Prozent) aber attraktiv.

 

Bei speziellen Kinder-Policen, teilweise auch Ausbildungsversicherungen genannt, kann darüber hinaus das Risiko abgesichert werden, dass der Versorger ausfallen würde – dann werden die monatlichen Beiträge automatisch von der Versicherung übernommen. Ziel ist, dass auch wenn z.B. der Hauptverdiener in einer Familie ausfällt, z.B. wegen Erkrankung oder auch wegen einem Todesfall, das Kind zum Ende der Schulzeit ausreichend Kapital hat, um eine Ausbildung oder ein Studium durchzuführen.

 

Rendite: Derzeit niedrig, unbedingt auf ausreichende Laufzeit des Vertrages achten
Verfügbarkeit: Grundsätzlich gute Verfügbarkeit; aufgrund der Abschlusskosten ist jedoch eine lange Haltezeit sinnvoll
Sicherheit: Lebensversicherungsgesellschaften in Deutschland gelten als sehr sicher und sind im Insolvenzfall durch Protektor abgesichert; jedoch ist auch hier keine absolute Sicherheit möglich. Wertverlust durch schleichende oder galoppierende Inflation.
Steuern: Wenn das Kind die versicherte Person (VP) ist und das Geld vor seinem 62. Lebensjahr auszahlen lässt, gilt die Abgeltungssteuer. Man profitiert dabei von einem Steuerstundungseffekt und möglicherweise vom Sparerpauschbetrag von 801 Euro.
Überrasschungseffekt:   Gering, da die Eltern eingeweiht sein müssen, wenn das Kind als versicherte Person eingesetzt wird.

 

 

Möglichkeit 4: Fondsgebundene Lebensversicherung

 

Im Gegensatz zur klassischen Lebensversicherung wie unter Möglichkeit 3 genannt, wird das eingezahlte Geld bei der fondsgebundenen Lebensversicherung nicht vom Versicherungsunternehmen verwaltet, sondern der Anleger kann selbst entscheiden, in welchen Investmentfonds das Geld angelegt wird. Dabei kann er zum Beispiel den Aktienanteil frei wählen und auch 70 oder 80 Prozent Aktienanteil festlegen – auf 15 oder 20 Jahre sind damit deutlich höhere Renditen zu erwarten.

 

 


 

 

Mehr zu fondsgebundenen Rentenverträgen? Hier klicken

 

 


 

 

Auf eine Garantie sollte der Anleger jedoch verzichten, auch wenn diese in den unterschiedlichsten Varianten für fondsgebundene Rentenverträge angeboten werden. Grund: Garantien kosten Geld und sind durch die niedrigen Zinsen, die für die Abbildung von Garantien als Grundlage genommen werden, aktuell fast unbezahlbar. Sein Sicherheitsbedürfnis sollte der Anleger deshalb selbsttätig durch die gezielte Wahl der Aktienquote festlegen.

 

 

Rendite: Durch lange Laufzeiten und hohe Aktienquoten können hohe Renditen erzielt werden
Verfügbarkeit: Grundsätzlich gute Verfügbarkeit; aufgrund der Abschlusskosten ist jedoch eine lange Haltezeit sinnvoll
Sicherheit: Lebensversicherungsgesellschaften in Deutschland gelten als sehr sicher und sind im Insolvenzfall durch Protektor geschützt; jedoch ist auch hier keine absolute Sicherheit möglich. Wertverlust durch schleichende oder galoppierende Inflation oder falsche Fondsauswahl möglich.
Steuern: Wenn das Kind die versicherte Person (VP) ist und das Geld vor seinem 62. Lebensjahr auszahlen lässt, gilt die Abgeltungssteuer. Man profitiert dabei von einem Steuerstundungseffekt und möglicherweise vom Sparerpauschbetrag 801 Euro bzw. vom Einkommensfreibetrag.
Überrasschungseffekt:   Gering, da die Eltern eingeweiht sein müssen, wenn das Kind als versicherte Person eingesetzt wird.

 

 

Möglichkeit 5: Fondssparplan auf den Namen der Großeltern

 

Die in den meisten Fällen sinnvollste Möglichkeit ist der Fondssparplan. Die Großeltern, Eltern oder die Patentante eröffnen ein Wertpapierdepot bei einer Depotbank und beginnen mit konstanten monatlichen Beiträgen in einen Investmentfonds anzusparen.

 

Die Auswahl an Fonds ist gewaltig: Rund 8.000 bis 10.000 Investmentfonds sind in Deutschland erhältlich. Dabei gibt es Geldmarktfonds, die wenig Risiken haben, aber auch kaum Rendite bieten, Immobilienfonds, Anleihefonds, Aktienfonds, Dachfonds, ETF’s und vieles mehr.

 

 

Häufig werden auch Mischfonds gewählt, bei denen Profis dem Anleger die Entscheidung für die tatsächliche Entscheidung überlassen. Auf einem Mischfonds basiert deshalb auch unser Spar-Morgen-Plan.

 

Im Gegensatz zur fondsgebundenen Lebensversicherung ist der Fondssparplan meist kostengünstiger. Fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherungen sind dafür bei sehr langlaufenden Altersvorsorge-Verträgen empfehlenswerter, da dann höhere Kosten über die günstigere Besteuerung kompensiert werden.

 

 

Rendite: Durch lange Laufzeiten und hohe Aktienquoten können hohe Renditen erzielt werden
Verfügbarkeit: Grundsätzlich gute Verfügbarkeit; aufgrund moderater Abschlusskosten auch bei mittlerer Haltezeit sinnvoll
Sicherheit: Das in Investmentfonds angelegte Vermögen ist geschütztes Sondervermögen, das auch im Fall der Insovlenz von Fondsgesellschaft oder Depotbank im Besitz des Anlegers bleibt – die Sicherheit ist entsprechend sehr hoch. Wertverlust durch schleichende oder galoppierende Inflation oder falsche Fondsauswahl möglich.
Steuern: Wenn das Depot auf den Namen der Großeltern läuft, muss die Abgeltungssteuer (zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) gezahlt werden. Sollte noch etwas vom Sparerpauschbetrag (801 € pro Jahr, 1.602 € bei gemeinsamer Veranlagung) übrig sein, kann dieser verwendet werden.
Überrasschungseffekt:   Hoch – nur Opa und Oma wissen bescheid.

 

 

Möglichkeit 6: Fondssparplan auf den Namen des Kindes

Im Vergleich zur Möglichkeit 5, dem Fondssparplan auf den Namen der Großeltern, ist das Geld, steuerlich gesehen im Rahmen von monatlichen Schenkungen bereits  auf die Kinder oder Enkel übertragen. Das könnte finanzielle Vorteile haben, falls die Schenkungsfreibeträge oder Erbschaftsfreibeträge überschritten werden würden.

 

 

Allerdings ist klar, dass der Zugriff auf das Geld ab Übertragung nicht mehr für die Schenkenden (z.B. Großeltern) möglich ist. Zugriff haben nur noch die Kinder bzw. deren Erziehungsberechtigten.

 

 

Der Antragsprozess ist schließlich etwas aufwendiger, als beim Abschluss auf die Großeltern. Denn neben den Großeltern müssen nun das Kind als Depotinhaber, sowie die beiden Erziehungsberechtigten identifiziert werden. Das sollte aber für eine langfristige Geldanlage nicht das entscheidende Kriterium sein, schließlich lassen sich auch aufwendige Identifikationsprozesse innerhalb von wenigen Minuten absolvieren.

 

 

 

 

 

Rendite: Durch lange Laufzeiten und hohe Aktienquoten können hohe Renditen erzielt werden
Verfügbarkeit: Grundsätzlich gute Verfügbarkeit; aufgrund moderater Abschlusskosten auch bei mittlerer Haltezeit sinnvoll
Sicherheit: Das in Investmentfonds angelegte Vermögen ist geschütztes Sondervermögen, das auch im Fall der Insovlenz von Fondsgesellschaft oder Depotbank im Besitz des Anlegers bleibt – die Sicherheit ist entsprechend sehr hoch. Wertverlust durch schleichende oder galoppierende Inflation oder falsche Fondsauswahl möglich.
Steuern: Meist ist bei Kindern die steuerliche Situation noch entspannt und die Kinder zahlen keine Kapitalertragssteuern. Wenn die Kinder den Vertrag allerdings einfach weiterlaufen lassen und schließlich sogar bis zur Rente nutzen, wäre eine fondsgebundene Rentenversicherung die bessere Lösung gewesen.
Überrasschungseffekt:   Hoch – nur Opa und Oma wissen bescheid.

 

 

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

 

Video-Interview mit R. A. Kraemer: Umweltschutz fällt nie hinter die Top 10 zurück

Montag, 30. Januar 2017

Umweltschutz bestimmt in den letzten Monaten nicht mehr die politische Diskussion. Themen wie Flüchtlinge, Brexit oder Donald Trump nehmen mehr Raum ein. Trotzdem ist sich R. Andreas Kraemer, Gründer und langjähriger Geschäftsführer des Ecologic Institute, im Interview mit Grünes Geld Geschäftsführer Gerd Junker sicher, fällt es als Thema nie hinter die Top-10 Themen zurück. Und auch als Thema Nummer 2 oder 3 lässt sich viel erreichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Interesse an unseren Themen? Holen Sie sich die Grünes Geld News und erhalten Sie Insider-Tipps und Frühzeichnerboni.

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Gold – Nicht immer eine goldrichtige Entscheidung

Freitag, 27. Januar 2017
Zusammenfassung: Gold zählt zu den wertvollsten und begehrtesten Elementen weltweit. Es dient als Material für Schmuck, medizinische und technische Geräte, aber auch als Geldanlage. Gerade in vermeintlich unsicheren Zeiten setzten Anleger teilweise wieder auf scheinbar sichere Werte. Bei Gold gehen dabei viele auch davon aus, dass es sich um eine saubere Sache handele. Doch der Abbau des Edelmetalls schädigt stark die Gesundheit der Arbeiter und die Umwelt. Die Initiative Fair Trade zertifiziert Goldminen mit fairen Arbeitsbedingungen.

 

 

Für viele Menschen ist Gold der Inbegriff einer sicheren und wertbeständigen Geldanlage.

Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe brachte es auf den Punkt: „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles…“ Und in der Tat hat Goethes Titelheld Faust in der gleichnamigen Tragödie mit seinen Schmuckgeschenken an Gretchen einigen Erfolg.

 

Gold ist wertvoll, begehrt und fasziniert seit Jahrtausenden die Menschheit, diente früh als Zahlungsmittel und trat einen unvergleichlichen Siegeszug als Schmuck an. Heute ist die Nachfrage nach Goldschmuck – bedingt durch gestiegene Preise – rapide gesunken, stabil ist die Nachfrage nach Gold in der Zahnmedizin und in der Elektroindustrie.

 

Als Zahlungsmittel  hat das edle Metall zwar weitgehend ausgedient, dennoch spielt Gold noch immer eine Rolle als relativ stabile Geldanlage. Dabei spricht Gold besonders Anleger an, die auf Sicherheit bedacht sind und denen die komplexen Spielregeln der Finanzwelt suspekt erscheinen. Der physische Aspekt des Goldes, etwas zu kaufen und anfassen zu können, ist einleuchtend und vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und Wertbeständigkeit. Die Begrenztheit des Goldes ist in der Tat ein Garant für den stabilen Wert. Entsprechend erleben Goldanlagen besonders in wirtschaftlichen Krisenzeiten ein regelrechtes Come-back.

 

Gold als sichere Bank

Anleger, die ihr Geld sicher in Gold investieren wollen, entscheiden sich für Goldbarren, Goldmünzen oder Tresorgold. Letzteres wird professionell verwahrt und gegen Verlust versichert. Eine Investition in Gold sollte langfristig geschehen. Experten raten zu einem Zeithorizont von mindestens drei Jahren. Da Goldbarren nur als Ganzes wieder verkauft werden können, bleiben Anleger mit einer kleinen Stückelung flexibel. Der Kauf und Verkauf von physischem Gold ist steuerlich günstig, da weder Mehrwert- noch Abgeltungssteuer anfallen. Im Gegensatz zu anderen Geldanlagen bringt Gold jedoch weder Zinsen noch Dividende. Wie hoch der Anteil an Gold innerhalb eines Vermögens ausfallen sollte, ist in der Welt der Finanzberater heftig umstritten und pendelt zwischen 3 und 30 Prozent des Gesamtvermögens.

 

Gold lockt jedoch nicht nur sicherheitsbewusste Anleger, die vergleichsweise geringe Erträge in Kauf nehmen. Gold zieht auch sehr risikofreudige Anlegertypen an. Diese investieren vornehmlich in Goldfonds und -aktien, die massiven Schwankungen unterliegen können und entsprechend als hochspekulative Papiere nur Finanzprofis empfohlen werden.

 

 

Gold als Ursache für Krieg und Ausbeutung

Gold stand und steht sinnbildlich für Reichtum und Reinheit. Doch das positive Image von Gold hat auch Schattenseiten, denn die Gier nach Gold war und ist Auslöser von Kriegen, Eroberungen, Kolonialisierung und Ausbeutung. Und der Goldrausch hält weiter an.

 

Schätzungen zufolge werden jährlich weltweit etwa 2.350 Tonnen Gold abgebaut. Führend ist dabei seit rund zehn Jahren China mit einer Fördermenge von 314 Tonnen. Der ehemalige Spitzenreiter Südafrika erreicht noch eine jährliche Fördermenge von 210 Tonnen Gold.

 

 

Goldsucher – gefährlich und wenig ertragreich

Das begehrte Edelmetall Gold vielfach unter schwierigen Bedingungen gewonnen.

Verändert haben sich auch die Abbaumethoden des Goldes. Während bis in die siebziger Jahre in Südafrika der Abbau von Gold im Tagebau gängig war, wird heute bis zu 4.000 Meter tief nach Gold geschürft.

 

Damit ist der Goldabbau auch sehr energieintensiv und verursacht zusätzliche Kosten. Entsprechend steigt auch der Preis des Goldes. Während sich noch 1999 die Förderkosten für eine Feinunze Gold (rund 31 Gramm) auf 280 US-Dollar beliefen, haben sich die Kosten seit dem mehr als verdoppelt.

 

Neben den großen industriellen Minen existieren weltweit eine nahezu unüberschaubare Menge an kleingewerblichen Goldsuchern, die zu großen Teilen unter ausbeuterischen, gefährlichen und gesundheitsschädlichen Umständen arbeiten.

 

Laut der Initiative Fair Trade International gibt es rund 15 Millionen selbstständige Goldschürfer weltweit, die für das gefundene Gold von ihren Abnehmern kaum ein existenzsicherndes Einkommen erhalten. Stattdessen riskieren sie täglich in überschwemmten Schächten ihr Leben und durch das Einatmen giftiger Quecksilberdämpfe ihre Gesundheit. In vielen Regionen gibt es zudem kaum einen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, von Gesundheitsversorgung ganz zu schweigen.

 

An vielen Orten der Erde wird Gold vollkommen unkontrolliert abgebaut, entsprechend herrscht dort das Recht des Stärkeren. Die Folgen sind blutige Kämpfe und die Zerstörung der Umwelt und der Infrastruktur in diesen Gegenden.

 

 

Faires Gold

Die Initiative Fair Trade, die sich weltweit für einen gerechten Handel einsetzt, zertifiziert auch Gold nach ihren ethischen Standards und setzt sich für die Rechte der Goldschürfer ein. Voraussetzung für eine Fair Trade-Zertifizierung ist, dass der Abbau von Gold legal betrieben wird und die Arbeiter einen Mindestpreis für ihre Goldfunde erhalten. Dieser liegt mit 95 Prozent des von der London Bullion Market Association festgelegten Goldpreises weit über dem sonst üblichen Preis.

 

Sonderkonditionen mit den Grünes Geld NewsAußerdem macht Fair Trade die Lieferketten und Wege des Goldes transparent. Nicht geduldet werden Kinder- und Zwangsarbeit sowie extrem lange Arbeitszeiten. Da bei der Goldgewinnung häufig Quecksilber und andere giftige Chemikalien eingesetzt werden, legt Fair Trade auch ein besonderes Augenmerk auf Schutzkleidung und Schulungen zur Arbeitssicherheit.

 

Mit der Auszahlung von zusätzlichen Prämien pro Kilogramm Gold werden darüber hinaus auch Gemeinschaftsprojekte in den Regionen unterstützt, beispielsweise Gesundheitseinrichtungen und Schulen. Bislang werden nur wenige Goldminen in Peru, Uganda, Kenia und Tansania von Fair Trade zertifiziert. Das dort gewonnene Gold wird in erster Linie von Goldschmieden und Juwelieren verwendet und mit dem Fair Trade-Siegel versehen.

 

 

Smartphones lösen Schmuck als wichtiges Accessoire ab

Ein bedeutender Bereich, in dem Gold benötigt wird, ist die Smartphone-Produktion. Insgesamt stecken rund 30 Materialien in den beliebten Geräten, die in erster Linie aus Krisenregionen in Afrika stammen. Dazu zählt – neben dem mittlerweile vieldiskutierten „Konfliktmetalle“ Coltan – auch Gold. Zwar versuchen viele Elektronikhersteller Gold aus diesen Ländern zu vermeiden, jedoch machen es komplexe und undurchsichtige Lieferketten schwer, diese Vorsätze auch konsequent zu verwirklichen.

 

Die Hersteller des populären alternativen SmartphonesFairphone 2“ setzen gezielt auf transparente Lieferketten. Das niederländische Unternehmen verwendet in seinen Geräten Module, die nach Fair Trade-Prinzipien hergestellt wurden. Die für die Smartphone-Herstellung benötigten Materialien, wie eben Gold, stammen von Lieferanten, für die faire Löhne und Arbeitssicherheit keine Fremdworte sind.

 

Fair geht vor – auch bei den Finanzen

Gold und Geld bewegt die Welt in der wir leben. Doch im Gegensatz zu Geld, das investiert wird und Entwicklungen voranbringen kann, bewegt eingelagertes Gold nichts. Daher gilt es zu überdenken, ob man bei seinen Geldanlagen nur auf Sicherheit und Werterhalt setzt oder aber auch die richtigen Schalter in der Wirtschaft umlegen und von interessanten Erträgen profitieren will. Gut, wenn Kunden dann auf einen unabhängigen Berater bauen können, der die gleichen ethischen und ökologischen Ansprüche teilt und umsetzt.

 

Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, bietet mehr als 300 ethische, soziale und ökologische Finanzprodukte für Privatanleger. Hier finden Sie die passende Geldanlage.

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Video Interview Roman Boner, Swisscanto Invest

Donnerstag, 26. Januar 2017

Swisscanto ist schon länger mit dem Thema ethisch-ökologische Geldanlagen beschäftigt als die meisten anderen Anbieter. Im Grünes Geld Video Interview vom 25. Januar 2017 stellte sich Roman Boner, Portfolio Manager ESG Solutions und Mitglied des Kaders von Swisscanto Invest, den Fragen von Grünes Geld Geschäftsführer Gerd Junker. Mit im Gepäck: sein persönlicher Anlagetipp für einen nachhaltig orientierten Anleger.
 

 

 

 

 

 

 

 

Wer sich mehr für die Swisscanto Investmentfonds interessiert findet sie hier in unseren Musterdepots:

 

 

Für niedrige Schwankungen:

Für ein ausgewogenes Depot:     
Für hohe Zuwächse:
Für das Thema Wasser:
   

 

Interesse an unseren Themen? Holen Sie sich die Grünes Geld News und erhalten Sie Insider-Tipps und Frühzeichnerboni.

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.