Archiv für die Kategorie ‘Soziale Verantwortung’

Mikrofinanz-Fonds – Hilfe zur Selbsthilfe

Dienstag, 16. Mai 2017
Zusammenfassung: Das Frankfurter Finanzunternehmen Invest in Visions zählt zu den etablierten Anbietern von Mikrofinanz-Fonds. Gemeinsam mit erfahrenen internationalen Partnerunternehmen ermöglichte Invest in Visions bereits weit mehr als 100.000 Mikrokredite in Entwicklungs- und Schwellenländern. Wer in den Mikrofinanz-Fonds investiert, fördert nicht nur eine positive gesellschaftliche Entwicklung, sondern kann zudem mit einer guten Rendite rechnen.

 

 

Mikrokredite – kleiner Einsatz – große Wirkung.

Kleine Ursache – große Wirkung. Dieses Prinzip ist in vielen Lebensbereichen zu beobachten. Viel zitiert wird Schmetterlingseffekt, der von einem US-amerikanischen Meteorologen 1972 formuliert wurde. Demnach kann der Flügelschlag eines Schmetterlings einen ganzen Wirbelsturm auslösen („Does the Flap of a Butterfly’s Wings in Brazil set off a Tornado in Texas?“). Aber während in diesem Beispiel der Flügelschlag eine Katastrophe herbeiführt, stehen im wirtschaftlichen und sozialen Leben kleine Impulse oft für eine positive Entwicklung. Denn viele gute Ideen und innovative Projekte werden niemals umgesetzt, weil eine entscheidende Kleinigkeit fehlt. Und diese Kleinigkeit ist nicht selten die Anschubfinanzierung. Ein Problem, das viele Unternehmer in spe auf der ganzen Welt kennen. Doch während in der westlichen Welt Jungunternehmer mit einer tragfähigen Geschäftsidee auf Unterstützung von verschiedenen Stellen hoffen können, sieht das in ärmeren Ländern völlig anders aus. Hier haben breite Teile der Bevölkerung keinen Zugang zum Finanzmarkt. Mikrofinanz-Systeme schaffen hier Abhilfe.

 

 

Hilfe zur Selbsthilfe

Wer in den armen Ländern Afrikas, Asiens, Südamerika und Osteuropa Geld benötigt, um selbstständig Handel, Handwerk oder Dienstleistungen anbieten zu können, hat in vielen Fällen keine Möglichkeit, einen seriösen Bankkredit zu erhalten. Zum einen fehlt es an Bürgen und Sicherheiten, in einigen Regionen beginnt die Schwierigkeit schon damit, dass Finanzinstitute aufgrund der Infrastruktur kaum erreichbar sind. Die Alternative sind dann häufig lokale Geldverleiher, die ihr Geschäft mit überzogenen Zinsforderungen betreiben. Wer hier einen Kredit aufnimmt, gerät meist noch tiefer in die wirtschaftliche Misere. Wer so scheitert, verliert nicht nur sein letzte Hab und Gut, sondern auch meist seinen Unternehmergeist und seine Antriebskraft.

 

Um diesem teuflischen Kreislauf der Armut ein Ende zu setzen, wurde die Idee der Mikrokredite entwickelt. Mit Hilfe dieser Klein- und Kleinstkredite, die ohne die üblichen Sicherheiten vergeben werden, können Menschen eine selbstständige Arbeit aufnehmen, die sie und ihre Familie ernährt und von Almosen unabhängig macht.

 

Weithin bekannt wurde das Mikrofinanz-System durch den Volkswirtschaftler  Muhammad Yunus aus Bangladesch. Er wurde für die Belebung dieser Idee im Jahr 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Yunus von seiner Universität in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Aufgabe erhalten, ein Entwicklungsprojekt zu managen. Aus seiner Idee, Selbsthilfe zu fördern und Anschubkredite an die verarmte Bevölkerung zu vergeben, entstand eine weltweite Bewegung. Zahlreiche Erfolgsgeschichten gaben der Mikrofinanz-Idee Recht. Aktuell bietet eine Vielzahl von Mikrokredit-Instituten weltweit Darlehen an. Schätzungen zu Folge, beläuft sich das Gesamtvolumen der einhundert größten Anbieter auf rund 52 Milliarden US-Dollar. Der weltweite Bedarf an Klein- und Kleinstkrediten in Entwicklungs- und Schwellenländern wird allerdings sechsmal so hoch geschätzt.

 

 

Visionen fördern – Invest in Visions

Das Geld, das weltweit über Mikrofinanzinstitute an Kleinunternehmer vergeben wird, kommt von zahlreichen Mikrofinanzinvestoren weltweit. Ein Finanzier der ersten Stunde ist dabei die Frankfurter Invest in Visions GmbH, die damit zu den erfahrensten Anbietern in diesem Markt zählt.

 

Das Unternehmen wurde 2006 gegründet. Ein Jahr nach dem „Jahr der Mikrokredite“, das von den Vereinten Nationen zu Bekämpfung der Armut ausgerufen wurde und im gleichen Jahr wie die Ehrung der Mikrofinanzidee durch das schwedische Nobelpreiskomitee.

 

Ziel der Unternehmensgründerin Edda Schöder war es seit dem, privaten und institutionellen Anlegern sogenannte „Impact Investments“ zu ermöglichen. Das bedeutet, dass die Investoren nicht nur mit interessanten finanziellen Erträgen rechnen können, sondern zugleich auch mit ihrem Investment einen positiven gesellschaftlichen Effekt erzielen.

 

Engagierte Unternehmen geben wichtige Impulse.

2011 legte Invest in Visions mit dem IIV Mikrofinanzfonds den ersten Fonds dieser Anlageklasse in Deutschland auf. Ende des Geschäftsjahres 2016 belief sich das Fondsvolumen auf und 368 Millionen Euro. Damit konnte das Fondsvolumen um mehr als 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr weiterentwickelt werden, Ende 2015 belief sich das Fondvolumen noch auf 198 Millionen Euro.

 

Tipp: Aus Gesprächen wissen wir, dass immer wieder viele Menschen über den Namen „IIV“ rätseln. Sind das römische Zahlen? Für was steht es? Die Lösung ist recht einfach: es sind die Initialbuchstaben von Invest-in-Visions.

 

Insgesamt verwaltet Invest in Visions rund 500 Millionen Euro in vier Impact-Investment-Fonds. Mikrofinanzinvestments bilden dabei den größten Anteil des Vermögens. Das Unternehmen engagiert sich jedoch auch in Projekten aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien, der Förderung nachhaltiger Landwirtschaft sowie in den Bereichen Sozialunternehmen und sozialer Wirkungskredite.

 

 

Sorgfältige Auswahl der lokalen Mikrofinanzinstitute

Aktuell sind die Gelder des IIV Mikrofinanzfonds in 68 Mikrofinanzinstitute (MFI) in 25 Ländern investiert. Diese Mikrofinanzinstitute sorgen vor Ort in Afrika, Asien, Südamerika und Osteuropa dafür, dass die Mikrokredite bei den Menschen landen, die sie benötigen, das sind mittlerweile mehr als 122.000 Endkreditnehmer. Die durchschnittliche Kreditsumme beträgt dabei rund 2.320 US-Dollar.

 

Bei der Vergabe der Mikrokredite in den einzelnen Ländern, arbeitet Invest in Visions eng mit den Investmentmanagern der Kooperationspartner zusammen. Seit 2015 besteht eine Partnerschaft mit der belgischen Incofin Investment Management, einem Pionier in Sachen Mikrofinanz. Das Unternehmen verfügt über sehr spezifisches Know how zu den einzelnen Ländern und ist mit Niederlassungen in Kolumbien, Indien, Kenia und Kambodscha vertreten.

 

Seit 2016 arbeitet Invest in Visions darüber hinaus mit US-amerikanischen Unternehmen Developing World Markets, einem der ältesten Player in diesem Bereich, zusammen. Beide Partnerunternehmen prüfen die Mikrofinanzinstitute und erstellen Analysen der einzelnen Länder. So wird die Arbeit der lokalen Mikrofinanzinstitute genau überwacht. Dabei werden soziale und ökologische Faktoren genauso unter die Lupe genommen, wie die wirtschaftliche Tragfähigkeit des jeweiligen Mikrofinanzinstituts sowie die Abwägung der Kreditrisiken.

 

Eingehend geprüfte Mikrofinanzinstitute können dann ihre Teile des Fondsvolumens als Mikrokredite an sinnvoll ausgewählte Projekte vergeben.

 

Ein eigenes Feld zu bewirtschaften kann die Exisitenz der gesamten Familie langfristig sichern.

 

Aktuell ist eine Veränderung im Markt der Mikrofinanzinstitute zu beobachten, sie unterliegen zunehmend neuen Regularien. Vielfach wird die Hinterlegung eines höheren Eigenkapitalanteils als Reserve vorgeschrieben. Daraus folgend müssen vermehrt Mikrofinanzinstitute eine Banklizenz erwerben und Kundeneinlagen annehmen. Die zunehmenden Auflagen der Regulierungsbehörden bringen auch neue Möglichkeiten für die Institute: Durch Geldeinlagen ihrer Kunden vermehrt sich das Geld in der lokalen Währung und kann für weitere Kreditvergaben genutzt werden. Dabei entfallen die Kosten für die Währungsabsicherung. Eine wichtige Entwicklung, denn sie kann steigende Betriebskosten ausgleichen.

 

 

Erfolge vor Ort

Typische Zielgruppen für Mikrokredite sind dabei Kleinhändler- und Bauern sowie Handwerker. Mit den gewährten Krediten können sie Arbeitsgeräte, Saatgut und Vieh oder auch Transportmittel finanzieren, die für den Erfolg ihres Geschäftes notwendig sind. Läuft das Geschäft, und das tut es in vielen Fällen, kann durch die selbstständige Arbeit die Existenz langfristig gesichert werden. Besonders Frauen nutzen die Mikrokredite erfolgreich für sich und ihre Familien. Durch ihren Geschäftserfolg können sie nicht nur ihre wirtschaftliche, sondern vielfach auch ihre gesellschaftliche Position stärken.

 

In seinem aktuellen „Social Report“ stellt Invest in Visions, stellvertretend für unzählige andere Kreditnehmer, zwei Erfolgsgeschichten exemplarisch vor.

 

Zum einen die Geschichte einer fünfköpfigen Familie aus Kambodscha, die von einer kleinen Rente sowie dem Reisanbau lebte. Nachdem die Reisernte durch eine Überschwemmung vernichtet wurde, ließ sich die Frau beraten und erhielt einen Kredit über rund 300 US-Dollar, um den Reisanbau nochmals zu versuchen. Nach dem Verkauf ihrer ersten Ernte konnte sie den Kredit zurückzahlen und einen Teil ihres Gewinnes für neue Investitionen zurücklegen. Darüber hinaus nahm die Frau nochmals einen Kredit auf, erweiterte den Reisanbau und baute ein eigenes kleines Lebensmittelgeschäft auf. Mit dem regelmäßigen Einkommen konnte die Familie in ein größeres Haus umziehen und den regelmäßigen Schulbesuch der Kinder sichern.

 

Die Früchte der Arbeit einfahren.

Ein weiteres Beispiel kommt aus Chile. Dort konnte ein Ehepaar mit Hilfe eines Mikrokredits ein Himbeerfeld kaufen. Nach einer Anlaufphase wurde die Ackerfläche vergrößert und ein erster Mitarbeiter eingestellt. Außerdem gelang es dem Paar, zusätzlich Brombeeren anzubauen und zu verkaufen. Der wirtschaftliche Erfolg ermöglichte es ihnen, für ihre Auslieferungen einen gebrauchten Lastwagen zu kaufen.

 

Die Erfolge der Mikrokredite für die Kreditnehmer wirken sich auch direkt positiv auf die Investoren aus. Denn Mikrokredite werden zwar ohne Sicherheiten an erfolgversprechende Projekte vergeben, sie sind jedoch nicht zinslos. Die Rückzahlungsquote ist generell hoch und liegt im Bereich der Mikrokredite zwischen 95 und 98 Prozent. Damit ist die Zahlungsmoral der Kreditnehmer in den Entwicklungs- und Schwellenländern entschieden höher als in den Industrienationen. Mikrokredite befördern so eine Win-Win-Situation auf beiden Seiten. Kreditnehmer profitieren von einem fairen Darlehen ohne Wucherzinsen, Kreditgeber und damit auch Investoren profitieren von Zinserträgen ohne hohe Rückzahlungsausfälle.

 

 

Die Nachfrage nach Mikrokrediten wird weiter steigen

Der größte Erfolg des Mikrofinanzsystems wäre sicher die endgültige Überwindung der Armut, wie sie von den Vereinten Nationen bereits in den Millenniumszielen sowie in den Zielen für eine nachhaltige Entwicklung von den Vereinten Nationen gefordert wird. Fakt ist allerdings, dass die Weltbevölkerung besonders in Afrika südlich der Sahara weiter anwächst. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Bevölkerung von derzeit einer Milliarde Menschen bis 2100 auf rund vier Milliarden ansteigen wird. Das Bevölkerungswachstum dort sowie auch in vielen armen Region der Welt wird jedoch den Bedarf nach Mikrokrediten sicher auch zukünftig noch steigern.

 

 

Eine soziale Zukunft mitgestalten

Geld nur mit starrem Blick auf den Shareholder Value anzulegen, kommt für immer mehr Anleger nicht mehr in Frage. Viele Anleger wissen, dass sie mit ihrem Geld etwas bewirken können. Und das bedeutet nicht, dass sie auf interessante Erträge verzichten müssten. Im Gegenteil. Mit ethischen Geldanlagen – wie beispielsweise Mikrofinanz-Fonds von Invest in Visions –  ist es möglich, sein Geld sinnvoll und sicher anzulegen und dennoch gute Erträge zu erzielen.

 

Grünes Geld, erfahrener Anbieter nachhaltiger Geldanlagen, bietet Mikrofinanz-Fonds im Rahmen des Musterdepots „Soziale Verantwortung“. Wer sich für diese gesellschaftlich sinnvolle und sozial sehr wirksame Geldanlage interessiert, hat zwei Möglichkeiten zur Auswahl.

 

Zum einen besteht die Möglichkeit, ab einer Anlagesumme von 5.000 Euro einmalig in das Musterdepot zu investieren. Die Anlage hat keine feste Laufzeit und ist damit täglich kündbar. Die Rendite pro Jahr wird mit lohnenden 2,4 Prozent pro Jahr prognostiziert.

 

Wer sich für das Monatssparen  entscheidet, legt jeden Monat 100 Euro an. Auch hier ist die Laufzeit frei wählbar. Auch Monatssparer können mit einer jährlichen Rendite von 2,4 Prozent rechnen. In beiden Fällen wird eine Mindestanlagedauer von drei Jahren empfohlen, um möglich Schwankungen ausgleichen zu können.

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Essen statt Wegwerfen – aktiv gegen die Lebensmittelverschwendung vorgehen

Freitag, 21. April 2017
Zusammenfassung: Weltweit haben 795 Millionen Menschen Hunger. Gleichzeitig landen jährlich rund 220 Tonnen essbarer Lebensmittel in den Abfalltonnen der Industrienationen. Dabei besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Lebensmittelverschwendung auf der einen Seite und der Armut auf der anderen Seite der Welt. Ein ethisch verantwortungsvoller Umgang mit Nahrung muss ins Bewusstsein rücken. Vielfältige Initiativen machen sich für das Thema stark.

 

 

Lebensmittel gehören auf den Teller.

Die beiden ersten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind die Bekämpfung von Armut und Hunger bis zum Jahr 2030. Diese Ziel weltweit zu erreichen, wird nicht einfach sein. Denn Kriege, Naturkatastrophen und die Folgen der Klimaerwärmung stellen enorme Hemmnisse dar. Hinzu kommen vielfältige globale wirtschaftliche Verflechtungen, die zu tiefen Gräben zwischen Arm und Reich geführt haben und schwer zu überwinden sind.

 

Aktuell leben fast 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde. Davon haben 795 Millionen Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern nicht genug zu essen. Die Mehrheit der Hungernden lebt im Wirtschaftsraum Asien/Pazifik. Gemessen am Anteil der Bevölkerung ist jedoch Afrika am stärksten vom Hunger betroffen. Dort werden 20 Prozent der Bevölkerung nicht satt. Hunger ist damit die größte Geisel der Menschheit und jährlich für mehr Tote verantwortlich als AIDS, Malaria und TBC zusammen.

 

 

Hunger versus Überfluss

Manch einer erinnert sich noch an die Belehrungen seiner Eltern oder Großeltern. Diese forderten mit Nachdruck dazu auf, den Teller leer zu essen, weil in Afrika Kinder hungern müssen. Daran war zwar nicht der kindliche Esser schuld, jedoch war und ist der Hunger in den armen Ländern eng verknüpft mit dem Überfluss und der Lebensmittelverschwendung in den Industrienationen.

 

Im Zuge der Globalisierung verstärkt sich diese Abhängigkeit noch weiter. Die Weltbevölkerung wächst weiter an. Bevölkerungsreiche Staaten wie beispielsweise China – das derzeit noch zu den Schwellländern zählt – verbessern ihre wirtschaftliche Situation. Das bringt veränderte Lebensgewohnheiten mit sich. In der Folge nimmt die Nachfrage nach Lebensmitteln rasant zu, in erster Linie nach Fleisch und anderen tierische Erzeugnissen.

 

Eine kritische Entwicklung für Umwelt und Klima auf der einen Seite, denn gerade tierische Lebensmittel benötigen viel Fläche und Wasser. Darüber hinaus trägt die industrielle Tierhaltung auch zum vermehrten Ausstoß vom klimaschädlichen Treibhausgas Methan bei.

 

Getreideanbau kann viele Menschen satt machen.

Auf der anderen Seite ist der steigende Fleischkonsum auch ein Problem, da in der Viehzucht Getreide als Futtermittel genutzt wird. Um ein Kilo Schweinfleisch zu erzeugen, müssen drei Kilo Getreide verfüttert werden, bei Rindfleisch liegt die Bilanz noch ungünstiger. Hier werden sieben Kilo Getreide benötigt. Bei einer Weltbevölkerung, die sich gerade anschickt, die 10 Milliarden-Grenze zu überschreiten, wird die Frage nach der Ernährungssicherheit überlebenswichtig, denn der steigende Fleischkonsum in den reichen Teilen der Welt trägt entscheidend zu einer Verknappung von Getreide und zu steigenden Preisen auf dem Weltmarkt bei. Damit werden Grundnahrungsmittel in den armen Ländern teuer – teilweise unerschwinglich.

 

Um diese enormen Mengen Getreide anzubauen werden große Ackerflächen benötigt. Um diesen Landbedarf zu decken kaufen reiche Staaten zunehmend Land in den Entwicklungsländern auf. Dafür werden traditionell arbeitende Kleinbauern häufig von ihrem Land vertrieben und zwangsenteignet. Sie stehen nach dem Verlust ihres Landes vor dem wirtschaftlichen Aus.

 

Ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmittel in den Industrienationen und Schwellenländern kann diese Faktoren entschärfen. Denn hier schließt sich wieder der Kreis: Weggeworfene Lebensmittel in den Industrienationen fehlen in den Hunger-Regionen. Für das eingangs zitierte Bild vom „Teller leer essen“ sollte die Konsequenz allerdings lauten: Lieber nicht mehr als benötigt auftischen und einkaufen. So landen Nahrungsmittel nicht im Abfall.

 

 

Nicht einfach „ab in die Tonne“

Experten gehen davon aus, dass rund ein Drittel aller Lebensmittel weltweit nicht nicht gegessen wird, sondern auf dem Müll landet.

 

Ein nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln endet nicht damit, ökologische erzeugte Produkte aus der Region in der richtigen Saison einzukaufen. Es geht auch darum, Mengen richtig zu kalkulieren, keine Vorräte verderblicher Produkte zu horten – „es könnte ja überraschend Besuch kommen“ – und sich nicht sklavisch an das Mindesthaltbarkeitsdatum zu halten. Denn viele Lebensmittel sind auch noch weit darüber hinaus genießbar. Um das zuverlässig zu beurteilen, sollten Konsumenten mehr auf ihre eigene Wahrnehmung achten, denn auf das Kalenderdatum.

 

 

Keine krummen Geschäft: Gemüse jenseits der Norm

Knackiges Gemüse in Bestform bleibt selten liegen.

Das gleiche gilt für Obst und Gemüse. Hier setzt die Verschwendung bereits ein, bevor sich die ersten braunen Stellen zeigen könnten: Enorme Mengen der Ernte werden bereits als Ausschuss aussortiert, bevor sie in den Handel erreichen. Schätzungen zu Folge werden in Europa zwischen 20 und 40 Prozent der Ernte nicht gegessen. Krummes Gemüse landet im Müll, wird geschreddert und untergepflügt oder verfüttert.

 

Entsprechend liegen Kartoffeln, Karotten, Gurken & Co. gleichförmig und wohlgewachsen in den Lebensmittelgeschäften. Obwohl die sogenannte Gurkenkrümmungsverordnung der Europäischen Union, wie einige andere Normierungen von Obst und Gemüse bereits 2009 außer Kraft trat, setzt der Handel auch weiterhin auf optisch einwandfreie Ware. Das bedeutet in der Praxis, dass natürlich gewachsene Früchte nur geringe Chancen haben, verkauft zu werden. Genormtes Aussehen ist wichtiger als Qualität und Geschmack. Vielfach geben Handelskonzerne den Landwirten Vorgaben, welche Farbe und Größe die Obst- und Gemüsesorten haben müssen. Dabei spielt nicht einmal unbedingt die Käuferpräferenz eine Rolle, vielmehr sind hier auch logistische Faktoren, wie die Größe von Packkisten entscheidend.

 

Angesichts des Aufwands an Wasser und Energie in der Landwirtschaft sowie dem Bodenbedarf sicher keine nachhaltige Lösung. Ob Kunden auch Früchte jenseits der Norm akzeptieren, versuchen verschiedene Initiativen unter dem Motto „Esst die ganz Ernte“ herauszufinden. Das Berliner Catering-Unternehmen „Culinary Misfits“ greift bei seinen vielfältigen Gemüsegerichten bewusst zur Ware jenseits der üblichen Norm und bietet zudem Workshops an, um die kulinarischen Außenseiter zurück auf die Teller zu bringen. Ihre Empfehlungen an die Kunden ist es, auf Märkten und in Hofläden auch bewusst krummes Gemüse zu kaufen, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot entscheidend mit.

 

 

Spannend wie ein Krimi: „Taste the Waste“

Nicht nur krummes Gemüse landet im Müll, Lebensmittel werden an nahezu allen Stationen eines Produktes entsorgt, sei es beim Transport, in der weiterverarbeitenden Industrie, im Handel, in Restaurants und Kantinen und schließlich auch beim Endkunden selbst. In Deutschland werden geschätzt zwischen 10 und 20 Tonnen essbarer Lebensmittel im Jahr weggeworfen, wieviele es genau sind, lässt sich kaum noch ermitteln. Das Worldwatch Institut geht davon aus, dass in den Industriestaaten jährlich rund 220 Millionen Tonnen an Nahrung nicht verwertet werden. Diese Menge entspricht in etwa der gesamten Lebensmittelproduktion Afrikas südlich der Sahara.

 

2011 brachte ein Dokumentarfilm die enorme Lebensmittelverschwendung in den Industrienationen in die öffentliche Diskussion. Der Regisseur Valentin Thurn zeigte mit „Taste the Waste“ den Umgang mit Lebensmitteln in den reichen Ländern. Dabei beleuchtete er die Einflüsse der Lebensmittelkonzerne, des Handels und der Werbung und sprach mit Initiativen, die sich kreativ gegen die Verschwendung einsetzen.

 

Backwaren – jederzeit in beliebiger Menge verfügbar.

In einem der eindrucksvollsten Beiträge des Films geht es um Brot, dem in Deutschland beliebtesten Grundnahrungsmittel. Da Bäckereien in großen Verbrauchermärkten vertraglich zusichern müssen, dass auch kurz vor Ladenschluss eine breite Palette an Brotsorten vorgehalten wird, ist die Anzahl der nichtverkauften Ware am Ende des Tages enorm. Ein Bäcker zeigt, wie er mit den alten Broten seine Backöfen betreibt. Damit spart er Heizöl ein, produziert jedoch direkt wieder Überschuss. Brot, das verbrannt und nicht gegessen wird.

 

Eine globale Perspektive wird am Beispiel von Bananen eingenommen: In einem französischen Großmarkt sortiert eine Mitarbeiterin aus Kamerun eingeflogene Bananen aus ihrem Heimatland aus. Denn diese können aufgrund von Flecken nicht verkauft werden. Gleichzeitig können sich in Kamerun viele Menschen keine Bananen leisten. Wegen der hohen europäischen Nachfrage sind die Preise stark angestiegen.

 

 

Foodsharing – Essensretter

In „Taste the Waste“ werden zwei sogenannte „Mülltaucher“ gezeigt, die durch das Durchsuchen von Abfalltonnen nahezu ihren gesamten Lebemsmittelbedarf decken. Ein sehr radikaler Ansatz als Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung. Es haben sich in den letzten Jahren jedoch auch bundesweit foodsharing-Initiativen zu einem Verein zusammengeschlossen, der möglichst vielen Menschen ermöglicht, Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten.

 

Guten Ideen gegen Lebensmittelverschwendung setzen sich durch.

In gemeinnützigen Projekten arbeiten Privatpersonen mit lokalen Supermärkten, Händlern und Herstellern zusammen. Überschüssige Produkte werden abgeholt und verteilt, teilweise wird gemeinsam gekocht oder ganze Veranstaltungen versorgt. Auch übrige Lebensmittel und zubereitete Speisen aus Haushalten können über diese Initiativen geteilt werden. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern schont auch die Haushaltskasse. Laut foodsharing e.V. werfen Privatpersonen in Deutschland Jahr für Jahr Lebensmittel im Wert von 22 Milliarden Euro weg, fast 300 Euro pro Person.

 

Die Gründe für die massenhafte Entsorgung von Essen sind vielfältig. 84 Prozent der Verbraucher geben an, dass die Ware verdorben oder das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen sei. Ob die Lebensmittel dennoch genießbar gewesen wären, lässt sich dann kaum noch ermitteln. Vermeidbar wäre aber die Lebensmittelverschwendung durch eine bessere Planung. Immerhin ein Viertel der Kunden gibt an, Lebensmittel wegzuwerfen, weil zu viel eingekauft wurde. Dabei machen Obst und Gemüse die Hälfte der Lebensmittel im Abfall aus. Verbraucherinitiativen gehen davon aus, dass gut 50 Prozent der in Deutschland weggeworfenen Lebensmittel durch eine vorausschauende Planung und richtigere Lagerung hätten gerettet werden können. Daher organisieren viele foodsharing-Initiativen auch Vorträge, Seminare und Kochkurse, um Wissen über eine sinnvolle Planung, Zubereitung und Aufbewahrung von Essen zu vermitteln.

 

 

 

 

Klima-Killer durch Lebensmittel-Müll und Massentierhaltung

Massentierhaltung ist für die Klimakrise mitverantwortlich.

Wenn Lebensmittel, also organische Stoffe, auf Mülldeponien landen, entsteht Methan, ein klimaschädliches Treibhausgas, das für die Erwärmung der Erdatmosphäre mit verantwortlich zeichnet. Rund 15 Prozent der globalen Methan-Emissionen basieren auf Lebensmittel-Müll, weitere 65 Prozent entstehen in der Nutztierhaltung. Damit stehen mindestens 80 Prozent der Methan-Emissionen im Zusammenhang mit den Ernährungsgewohnheiten der Industrienationen.

 

Reduziert werden kann die Entstehung von Methan durch die Kompostierung organischer Abfälle oder durch Verwertung in Biogasanlagen. Noch effektiver wirkt die Reduzierung von Lebensmitteln im Müll und von Lebensmitteln tierischer Herkunft.

 

 

Respektvoller Umgang mit Lebensmitteln

Das Problem der Lebensmittelverschwendung ist in vielen Köpfen angekommen. Immerhin geben fast 70 Prozent der Haushalte, die regelmäßig Lebensmittel wegwerfen an, dies mit einem schlechten Gefühl zu tun. Das Gefühl trügt nicht, denn weggeworfene Lebensmittel in den reichen Staaten sorgen indirekt für den Hunger in armen Ländern. Ein ethischer und respektvoller Umgang mit Nahrung ist daher eine wichtige Voraussetzung um den Hunger in der Welt zu beenden.

 

Viele wichtige Entscheidungen hängen mit den Flüssen des Geldes zusammen. „Die Geldanlage grün zu gestalten ist eine Abstimmung der Bevölkerung mit den Füßen. Das sollten wir alle nutzen. Denn es ist wirklich einfach umzusetzen“, so Gerd Junker, Geschäftsführer von Grünes Geld. Wer daher auch bei seinen Geldanlagen auf ethische und ökologische Kriterien achtet, leistet nicht nur einen wertvollen Beitrag für das globale Miteinander, sondern kann auch mit interessanten Erträgen rechnen. Grünes Geld, erfahrener Anbieter von ethischen und ökologischen Geldanlagen, berät Sie umfassend und kompetent.

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Nachhaltige Staaten – Naher Osten und Nordafrika

Dienstag, 14. März 2017
Zusammenfassung: Die Vereinten Nationen haben 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet, die alle Staaten der Welt bis 2030 umgesetzt haben sollen. Während die westlichen Staaten die ersten 50 Plätze im Ranking der Zielerreichung einnehmen, stehen viele Staaten Afrikas und Asiens vor der Herausforderung, grundlegende Ziele wie Armutsbekämpfung und Wasserversorgung zu erreichen. Der vierte Teil der Serie zu nachhaltigen Staaten richtet seinen Blick auf die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas.

 

 

Die MENA-Staaten – das Mittelmeer trennt und verbindet.

Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) weltweit, so lautet das große Ziel der Vereinten Nationen, deren Mitgliedstaaten drei Jahre lang eine umfassende Agenda zum Thema entwickelt haben. Aufgeteilt in 17 Teilziele geht es dabei um die großen Herausforderungen der Zeit. Bis zum Jahr 2030 sind die Länder aufgefordert, die für alle gleichermaßen relevanten ökonomischen, ökologischen und sozialen Ziele zu erreichen. Konkret sind das unter anderem ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in den einzelnen Staaten zu entwickeln, Armut und Hunger zu bekämpfen, Bildung und Chancengleichheit für alle auf den Weg zu bringen und nicht zuletzt Umweltzerstörung und Klimawandel Einhalt zu gebieten.

 

Ihrer extrem ungleichen Ausgangslagen geschuldet, gehen die UN-Mitgliedstaaten die Herausforderung unterschiedlich an. In unserer Serie „Nachhaltige Staaten“ haben wir bereits einige Wege vorgestellt. Skandinavien hat vieles erfolgreich umgesetzt und ist bei Erreichung der Nachhaltigkeitsziele weltweit führend. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind gut unter den ersten zehn Staaten platziert und auch die übrigen westeuropäischen Länder sind auf den vorderen Plätzen des SDG-Rankings zu finden. Selbst die USA nehmen mit Platz 25 angesichts ihrer hohen CO2-Emissionen noch einen respektablen Platz ein.

 

Wie sieht es aber mit der nachhaltigen Entwicklung im Nahen Osten und Nordafrika aus? Welchen Stellenwert hat die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele in den krisengeschüttelten Staaten des Maghreb (Algerien, Libyen, Mauretanien, Marokko und Tunesien) auf der politischen Agenda und auf welche Punkte konzentrieren sich die einzelnen Länder? Beispielsweise hat Marokko als Gastgeber der UN-Klimakonferenz COP 22 im vergangenen November positive Signale in die Welt gesendet und bereits einige ambitionierte Anstrengungen unternommen, die lokale Energieversorgung mittelfristig vollständig aus regenerativen Quellen decken zu können. Im vierten Teil unserer Serie werfen wir also einen exemplarischen Blick auf einige MENA-Staaten (Middle East and North Africa).

 

 

Naher Osten und Nordafrika – So nah und doch so fern

Die  MENA-Region Naher Osten und Nordafrika erstreckt sich im süd-östlichen Mittelmeerraum von Marokko bis in den Iran. Dort leben insgesamt rund 380 Millionen Menschen. Besondere Herausforderungen der Region sind das Bevölkerungswachstum, steigende Arbeitslosigkeit und knappe Ressourcen.

 

Seit Ende 2010 ist ein politischer Wandel in vielen Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas spürbar geworden. Bis dahin wurden viele der Länder autoritär regiert und viele Grundrechte stark beschnitten. Intransparente Entscheidungen, mangelnde Informationen, strenge Reglementierungen der Medien und eine stark eingeschränkte Organisationsfreiheit machten eine politische Mitbestimmung der Bevölkerung schwierig bis unmöglich. Darüber hinaus waren und sind Frauen aufgrund gewachsener patriarchalischer Strukturen wirtschaftlich und sozial stark benachteiligt.

 

 

Vom arabischen Frühling zum islamistischen Winter?

Die Forderungen von Millionen Menschen nach einer umfassenden Demokratisierung der Gesellschaft führten in vier Staaten zu einem Sturz des bis dahin bestehenden autokratischen Regimes. 2011 wurden die Machthaber in Tunesien, Ägypten, im Jemen und in Lybien abgelöst. Der gesellschaftliche Umbruch ist jedoch auch weiterhin schwierig und trifft auf die gegenläufige Entwicklung einer radikalen Islamisierung. Entsprechend muss sich die Region auch weiterhin mit vielfältigen Problemen auseinandersetzen. Die Länder erreichen daher bei der Bewertung des UN-Nachhaltigkeitsziels „Frieden und Gerechtigkeit“ maximal mittelmäßige Werte.

 

 

Wirtschaftliche Entwicklung in der Region

Die unterschiedlichen Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens sind kaum unter einen Hut zu bringen.

Wie sich die Wirtschaft in den einzelnen Ländern künftig entwickeln wird, steht in starker Abhängigkeit von der politischen Stabilität. Fakt ist, dass bislang der Erdölexport sowie der Tourismus die beiden wichtigsten Säulen der Volkswirtschaften bildeten. Sowohl Landwirtschaft, als auch verarbeitende Industrie leisten keinen nennenswerten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt.

 

Dabei wird der Maghreb weltweit als wirtschaftlich am schlechtesten integrierte Weltregion bewertet. Exporte sind einseitig auf Europa ausgerichtet, während untereinander kaum wirtschaftliche Beziehungen bestehen. Diese wären auch schwierig, denn die in den 90er Jahren geplante Freihandelszone zwischen den fünf Ländern wurde wegen anhaltender politischer Differenzen nie realisiert. Dem entsprechend sind diese Länder vom UN-Nachhaltigkeitsziels „nachhaltiges Wirtschaftswachstum“ noch weit entfernt.

 

Sehr gute Ergebnisse erzielen hier jedoch durchaus einige MENA-Staaten. Für Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate steht hier bereits die Ampel auf grün. Überhaupt werden die wohlhabenden Golfstaaten viele UN-Entwicklungsziele gut erreichen können. Schwieriger wird es in den extrem armen Regionen wie beispielsweise dem Jemen, der zudem enorm unter dem Wassermangel leiden muss.

 

Ein weiterer Hemmschuh für die nachhaltige Entwicklung in vielen MENA-Staaten sind die andauernden, teilweise auch wechselnden Krisenherde. Zum einen die langanhaltenden Konflikte zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten, zum anderen im Irak. Durch den blutigen Bürgerkrieg in Syrien ist seit 2011 eine weitere Krisenregion hinzugekommen. Darüber hinaus stehen Konflikte – besonders um die Rechte von Minderheiten – in vielen weiteren MENA-Staaten auf der Tagesordnung. Die politischen Unsicherheiten in den Konfliktstaaten strahlen mittlerweile als Bedrohung der Sicherheit auf die ganze Welt aus.

 

 

Wasserarmut betrifft die gesamte Region

Inwieweit Ideologien die Ursache für erbitterte Konflikte sind oder ob Kämpfe nicht doch aufgrund knapper Ressourcen wie Wasser, Erdöl und Erdgas entstehen, bleibt vorerst ungeklärt. Tatsache ist, dass die MENA-Region weltweit zu den wasserärmsten Gebieten der Welt zählt. Regen ist eine Seltenheit und aufgrund der hohen Temperaturen verdunstet Feuchtigkeit rasch. Wasserressourcen ergeben sich ausschließlich durch Flüsse und Seen, davon haben weniger als die Hälfte (43 Prozent) ihren Ursprung in der Region. Die intensive Nutzung der Wasserressourcen durch eine wachsende Bevölkerung hat bewirkt, dass der Grundwasserspiegel Nordafrikas und des Nahen Ostens bereits stark abgesunken ist. Das hat zur Folge, dass die Bevölkerung teilweise nicht mehr ausreichend mit Trinkwasser versorgt und in der Folge auch keine Landwirtschaft mehr betrieben werden kann.

 

Bei der Erreichung des UN-Nachhaltigkeitsziels „Wasserversorgung“ stehen die Ampeln bei den MENA-Staaten auf rot. Lediglich Marokko und der Libanon erreichen hier mittlere Werte.

 

Eine Verbesserung der Situation zeichnet sich nicht ab, denn hier macht sich die fortschreitende Klimakrise bereits bemerkbar. Die Temperaturen in der gesamten Region steigen an, die verheerende Trockenheit nimmt weiter zu und die Wüsten breiten sich weiter aus und bedrohen die Lebensgrundlagen der Menschen in allen Staaten.

 

 

Platzierungen der MENA-Staaten im SDG-Ranking

Nordeuropa konnte mit vielen erreichten Zielen in der nachhaltigen Entwicklung bislang souverän punkten, Mittel- und Südeuropa schlossen sich mehr oder weniger souverän an und auch die osteuropäischen Staaten sind unter den Top 50 zu finden. Extrem unterschiedlich fallen dagegen die Platzierungen der MENA-Staaten aus. Hier geht behauptet sich beispielsweise Israel auf Platz 29, Tunesien auf Platz 51, Saudi Arabien befindet sich auf Platz 85 und der Jemen liegt abgeschlagen auf Rang 137.

 

Deutlich wird dabei auch, dass besonders die ärmsten Länder der Welt die Schlusslichter des SDG-Rankings bilden, denn obwohl beispielsweise der Jemen einen geringen CO2-Ausstoß aufweisen kann (0,91 Tonnen pro Jahr und Einwohner), können die UN-Ziele wie die Beseitigung von Armut und Hunger, Zugang zu Wasser, Bildung, Gesundheitswesen und eine nachhaltige Entwicklung der Infrastruktur kaum erfüllt werden. Entsprechend stehen die reicheren Länder in der Pflicht, die ärmeren Staaten beim Erreichen der Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. Eine besondere Priorität muss dabei – gerade in der MENA-Region – im nachhaltigen Wassermanagement sowie in der Sicherstellung der Ernährung und der nachhaltigen Landwirtschaft gesetzt werden.

 

 

Marokko – Im Westen durchaus Neues

Im vergangenen Jahr tagte die Klimakonferenz COP 22 mit guten Ergebnissen in Marrakesch. Das westlichste der MENA-Staaten gilt als politisch stabil. Nach Forderungen nach Reformen und mehr Demokratie Anfang 2011 kam es zu einer „Sanften Revolution“ und eine gesellschaftliche Erneuerung wurde angestoßen.

 

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bewertet Marokko nicht als sicheres Herkunftsland und beschreibt in seinem aktuellen Jahresbericht, dass der Staat auch weiterhin das Recht auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit stark einschränkt. Journalisten und Menschenrechtsanwälte sollen wegen ihrer Kritik an Staat und Verwaltung strafrechtlich belangt worden sein. Auch beim Nachhaltigkeitsziel der Gleichstellung der Geschlechter hat Marokko noch einen langen Weg vor sich. Gemäß einer Bewertung des Genfer Weltwirtschaftsforums, nimmt Marokko in Sachen Frauenrechten Platz 133 von 143 bewerteten Ländern ein.

 

Marokko belegt auf dem SDG-Ranking Rang 64, die Nachhaltigkeitsampel steht dabei 9 mal auf rot und 8 mal auf gelb. Wirtschaftlich bewegt sich Marokko in den üblichen Bereichen Erdöl und Tourismus. Allerdings nehmen auch Landwirtschaft und Bergbau zentrale Rollen ein. Außerdem verfügt das Land über große Rohphosphatvorkommen, die als Chemikalie und Düngemittel exportiert werden. Rund drei Viertel des weltweit geförderten Phosphats stammt aus Marokko.

 

Wasserfälle in Marokko.

Zwar steht beim Nachhaltigkeitsziel „Saubere Energiegewinnung“ die SDG-Ampel noch auf rot, allerdings hat sich gerade in diesem Bereich Marokko ambitionierte Ziele gesetzt. Aktuell liefert noch ein Kohlekraftwerk und ein Drittel des Strombedarfs, das soll sich jedoch in naher Zukunft ändern. Die konsequente Umsetzung des nationalen Energieplans ist aktuell das wichtigste politische Thema des Landes. Ziel ist es, die nationale Energieversorgung rasch von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare Energien umzustellen und die Energieeffizienz spürbar zu steigern.

 

Entsprechend investiert das Land in den Ausbau von Wind- und Solarenergie und konnte sich anlässlich der Weltklimakonferenz 2016 als wichtigen Treiber für den Klimaschutz auf dem afrikanischen Kontinent präsentieren. Bis zum Jahr 2030 soll mindestens die Hälfte der Stromversorgung mit Sonnen, Wind- und Wasserkraftwerken produziert werden. Der Grundstein für diese Entwicklung ist gelegt: Marokko verfügt über eines der weltweit größten Solarkraftwerke, das in Rekordzeit realisiert werden konnte. Neben dem Großprojekt setzt das Land auch auf kleine dezentrale Lösungen. So sollen künftig auch Solarmodule auf Hausdächern die Energieversorgung mit sichern.

 

 

Nachhaltigkeitsziele – anspruchsvoll aber erreichbar

Die UN-Nachhaltigkeitsziele sind vielfältig und anspruchsvoll. Das Beispiel Marokkos zeigt, dass auch Länder mit schwieriger Ausgangslage etwas bewirken können und mindestens Teilziele realisieren. Wenn sich noch mehr Staaten bewegen, kann viel verändert werden. Für Umwelt, Klima, Wirtschaftsentwicklung sowie soziale Gerechtigkeit.

 

Für eine solche Entwicklung brauchen alle beteiligten Staaten einen langen Atem und Geld. Denn um viele gute Ideen und Projekte umzusetzen, werden weltweit Investitionen benötigt. Eine gute Möglichkeit also, Geld sinnvoll und für eine nachhaltige Entwicklung anzulegen und gleichzeitig eine gute Rendite zu erwirtschaften. Grünes Geld, erfahrener Experte für grüne Geldanlagen, hat mehr als 300 nachhaltige Finanzprodukte im Angebot. Finden sie mit uns Ihr passendes Anlagekonzept.

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Gold – Nicht immer eine goldrichtige Entscheidung

Freitag, 27. Januar 2017
Zusammenfassung: Gold zählt zu den wertvollsten und begehrtesten Elementen weltweit. Es dient als Material für Schmuck, medizinische und technische Geräte, aber auch als Geldanlage. Gerade in vermeintlich unsicheren Zeiten setzten Anleger teilweise wieder auf scheinbar sichere Werte. Bei Gold gehen dabei viele auch davon aus, dass es sich um eine saubere Sache handele. Doch der Abbau des Edelmetalls schädigt stark die Gesundheit der Arbeiter und die Umwelt. Die Initiative Fair Trade zertifiziert Goldminen mit fairen Arbeitsbedingungen.

 

 

Für viele Menschen ist Gold der Inbegriff einer sicheren und wertbeständigen Geldanlage.

Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe brachte es auf den Punkt: „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles…“ Und in der Tat hat Goethes Titelheld Faust in der gleichnamigen Tragödie mit seinen Schmuckgeschenken an Gretchen einigen Erfolg.

 

Gold ist wertvoll, begehrt und fasziniert seit Jahrtausenden die Menschheit, diente früh als Zahlungsmittel und trat einen unvergleichlichen Siegeszug als Schmuck an. Heute ist die Nachfrage nach Goldschmuck – bedingt durch gestiegene Preise – rapide gesunken, stabil ist die Nachfrage nach Gold in der Zahnmedizin und in der Elektroindustrie.

 

Als Zahlungsmittel  hat das edle Metall zwar weitgehend ausgedient, dennoch spielt Gold noch immer eine Rolle als relativ stabile Geldanlage. Dabei spricht Gold besonders Anleger an, die auf Sicherheit bedacht sind und denen die komplexen Spielregeln der Finanzwelt suspekt erscheinen. Der physische Aspekt des Goldes, etwas zu kaufen und anfassen zu können, ist einleuchtend und vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und Wertbeständigkeit. Die Begrenztheit des Goldes ist in der Tat ein Garant für den stabilen Wert. Entsprechend erleben Goldanlagen besonders in wirtschaftlichen Krisenzeiten ein regelrechtes Come-back.

 

Gold als sichere Bank

Anleger, die ihr Geld sicher in Gold investieren wollen, entscheiden sich für Goldbarren, Goldmünzen oder Tresorgold. Letzteres wird professionell verwahrt und gegen Verlust versichert. Eine Investition in Gold sollte langfristig geschehen. Experten raten zu einem Zeithorizont von mindestens drei Jahren. Da Goldbarren nur als Ganzes wieder verkauft werden können, bleiben Anleger mit einer kleinen Stückelung flexibel. Der Kauf und Verkauf von physischem Gold ist steuerlich günstig, da weder Mehrwert- noch Abgeltungssteuer anfallen. Im Gegensatz zu anderen Geldanlagen bringt Gold jedoch weder Zinsen noch Dividende. Wie hoch der Anteil an Gold innerhalb eines Vermögens ausfallen sollte, ist in der Welt der Finanzberater heftig umstritten und pendelt zwischen 3 und 30 Prozent des Gesamtvermögens.

 

Gold lockt jedoch nicht nur sicherheitsbewusste Anleger, die vergleichsweise geringe Erträge in Kauf nehmen. Gold zieht auch sehr risikofreudige Anlegertypen an. Diese investieren vornehmlich in Goldfonds und -aktien, die massiven Schwankungen unterliegen können und entsprechend als hochspekulative Papiere nur Finanzprofis empfohlen werden.

 

 

Gold als Ursache für Krieg und Ausbeutung

Gold stand und steht sinnbildlich für Reichtum und Reinheit. Doch das positive Image von Gold hat auch Schattenseiten, denn die Gier nach Gold war und ist Auslöser von Kriegen, Eroberungen, Kolonialisierung und Ausbeutung. Und der Goldrausch hält weiter an.

 

Schätzungen zufolge werden jährlich weltweit etwa 2.350 Tonnen Gold abgebaut. Führend ist dabei seit rund zehn Jahren China mit einer Fördermenge von 314 Tonnen. Der ehemalige Spitzenreiter Südafrika erreicht noch eine jährliche Fördermenge von 210 Tonnen Gold.

 

 

Goldsucher – gefährlich und wenig ertragreich

Das begehrte Edelmetall Gold vielfach unter schwierigen Bedingungen gewonnen.

Verändert haben sich auch die Abbaumethoden des Goldes. Während bis in die siebziger Jahre in Südafrika der Abbau von Gold im Tagebau gängig war, wird heute bis zu 4.000 Meter tief nach Gold geschürft.

 

Damit ist der Goldabbau auch sehr energieintensiv und verursacht zusätzliche Kosten. Entsprechend steigt auch der Preis des Goldes. Während sich noch 1999 die Förderkosten für eine Feinunze Gold (rund 31 Gramm) auf 280 US-Dollar beliefen, haben sich die Kosten seit dem mehr als verdoppelt.

 

Neben den großen industriellen Minen existieren weltweit eine nahezu unüberschaubare Menge an kleingewerblichen Goldsuchern, die zu großen Teilen unter ausbeuterischen, gefährlichen und gesundheitsschädlichen Umständen arbeiten.

 

Laut der Initiative Fair Trade International gibt es rund 15 Millionen selbstständige Goldschürfer weltweit, die für das gefundene Gold von ihren Abnehmern kaum ein existenzsicherndes Einkommen erhalten. Stattdessen riskieren sie täglich in überschwemmten Schächten ihr Leben und durch das Einatmen giftiger Quecksilberdämpfe ihre Gesundheit. In vielen Regionen gibt es zudem kaum einen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, von Gesundheitsversorgung ganz zu schweigen.

 

An vielen Orten der Erde wird Gold vollkommen unkontrolliert abgebaut, entsprechend herrscht dort das Recht des Stärkeren. Die Folgen sind blutige Kämpfe und die Zerstörung der Umwelt und der Infrastruktur in diesen Gegenden.

 

 

Faires Gold

Die Initiative Fair Trade, die sich weltweit für einen gerechten Handel einsetzt, zertifiziert auch Gold nach ihren ethischen Standards und setzt sich für die Rechte der Goldschürfer ein. Voraussetzung für eine Fair Trade-Zertifizierung ist, dass der Abbau von Gold legal betrieben wird und die Arbeiter einen Mindestpreis für ihre Goldfunde erhalten. Dieser liegt mit 95 Prozent des von der London Bullion Market Association festgelegten Goldpreises weit über dem sonst üblichen Preis.

 

Sonderkonditionen mit den Grünes Geld NewsAußerdem macht Fair Trade die Lieferketten und Wege des Goldes transparent. Nicht geduldet werden Kinder- und Zwangsarbeit sowie extrem lange Arbeitszeiten. Da bei der Goldgewinnung häufig Quecksilber und andere giftige Chemikalien eingesetzt werden, legt Fair Trade auch ein besonderes Augenmerk auf Schutzkleidung und Schulungen zur Arbeitssicherheit.

 

Mit der Auszahlung von zusätzlichen Prämien pro Kilogramm Gold werden darüber hinaus auch Gemeinschaftsprojekte in den Regionen unterstützt, beispielsweise Gesundheitseinrichtungen und Schulen. Bislang werden nur wenige Goldminen in Peru, Uganda, Kenia und Tansania von Fair Trade zertifiziert. Das dort gewonnene Gold wird in erster Linie von Goldschmieden und Juwelieren verwendet und mit dem Fair Trade-Siegel versehen.

 

 

Smartphones lösen Schmuck als wichtiges Accessoire ab

Ein bedeutender Bereich, in dem Gold benötigt wird, ist die Smartphone-Produktion. Insgesamt stecken rund 30 Materialien in den beliebten Geräten, die in erster Linie aus Krisenregionen in Afrika stammen. Dazu zählt – neben dem mittlerweile vieldiskutierten „Konfliktmetalle“ Coltan – auch Gold. Zwar versuchen viele Elektronikhersteller Gold aus diesen Ländern zu vermeiden, jedoch machen es komplexe und undurchsichtige Lieferketten schwer, diese Vorsätze auch konsequent zu verwirklichen.

 

Die Hersteller des populären alternativen SmartphonesFairphone 2“ setzen gezielt auf transparente Lieferketten. Das niederländische Unternehmen verwendet in seinen Geräten Module, die nach Fair Trade-Prinzipien hergestellt wurden. Die für die Smartphone-Herstellung benötigten Materialien, wie eben Gold, stammen von Lieferanten, für die faire Löhne und Arbeitssicherheit keine Fremdworte sind.

 

Fair geht vor – auch bei den Finanzen

Gold und Geld bewegt die Welt in der wir leben. Doch im Gegensatz zu Geld, das investiert wird und Entwicklungen voranbringen kann, bewegt eingelagertes Gold nichts. Daher gilt es zu überdenken, ob man bei seinen Geldanlagen nur auf Sicherheit und Werterhalt setzt oder aber auch die richtigen Schalter in der Wirtschaft umlegen und von interessanten Erträgen profitieren will. Gut, wenn Kunden dann auf einen unabhängigen Berater bauen können, der die gleichen ethischen und ökologischen Ansprüche teilt und umsetzt.

 

Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, bietet mehr als 300 ethische, soziale und ökologische Finanzprodukte für Privatanleger. Hier finden Sie die passende Geldanlage.

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Mobiltelefone – Smart und fair kaufen, behalten, Geld sparen

Dienstag, 20. Dezember 2016
Zusammenfassung: Mobiltelefone, Smartphones, Handys – sie haben das Alltagsleben massiv verändert und bieten ihren Nutzern viele attraktive Funktionen. In der Herstellung sind diese Geräte allerdings weniger smart. Beim Abbau der notwendigen Metalle und Mineralien werden Mensch und Natur brutal ausgebeutet. Auswege bieten ein bewusster Umgang mit den Geräten: lange Nutzung, alternative Anbieter, Reparatur und Recycling.

 

 

Smartphones sind aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

Smartphones sind aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

Zum Weihnachtfest werden sie wieder auf vielen Gabentischen liegen: Smartphones erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Kein Wunder, schließlich vereinigt dieses kleine Gerät unzählige Funktionen, für die noch vor wenigen Jahren viele unterschiedliche Geräte notwendig waren. Telefon, Computer, Kamera, Navigationsgerät, Diktiergerät, MP3-Player, Radio – mit einem Smartphone hat man einfach alles im Griff.

 

Laut Branchenverband Bitkom e.V. planen rund 30 Prozent der Deutschen planen, sich zum Jahresende selbst ein neues Smartphone anzuschaffen. Weitere 5 Prozent planen ein Smartphone als Geschenk.

 

 

Mobiltelefone entwickeln sich zu Wegwerfartikeln

Oftmals sind die vermeintlich alten Modelle noch voll funktionstüchtig, jedoch nicht mehr auf dem letzten Stand der technischen Entwicklung. Die alten Geräte werden teilweise weiterverkauft oder innerhalb der Familie oder des Freundeskreises weitergegeben. Viele Altgeräte landen jedoch auf dem Müll beziehungsweise bei der Wertstoffwiederverwertung. Die durchschnittliche Nutzungsdauer eines Smartphones liegt mittlerweile unter zwei Jahren.

 

Die kurze Nutzungsdauer eines Smartphones hat einen hohen Ressourcenverbrauch zur Folge. Darüber hinaus ist die Handy-Produktion auch ein Treiber von blutigen Auseinandersetzungen im Kampf um die begehrten Rohstoffe zur Handy-Produktion. Ebenso zeichnen Mobiltelefone auch für einen massiven Raubbau an der Umwelt verantwortlich.

 

 

Wertvolle Rohstoffe in Mobiltelefonen

Während bei vielen technischen Produkten Entwicklung, Know-how und Marketing die entscheidenden Kostenfaktoren darstellen und die Materialien kaum eine preisliche Rolle spielen, sind in Mobiltelefonen wertvolle Rohstoffe enthalten: unter anderem Gold, Platin, Kupfer, Coltan und die Metalle von sogenannten Seltenen Erden.

 

China baut seine Marktmacht in Sachen Mobilfontechnologie massiv aus und hat durch große Vorkommen der begehrten Seltenen Erden die notwendigen Rohstoffe im Land. Mehr als die Hälfte der Seltenen Erden werden in China, nahe der Wüste Gobi, abgebaut. Dieser Abbau stellt die Umwelt auf eine harte Prüfung. Die Metalle werden mit Säuren aus aufgebohrten Gesteinen chemisch ausgewaschen. Zurück bleiben hochgiftige und radioaktive Abfälle, die in künstlichen Seen gelagert werden. Da die Umweltauflagen in China in diesem Bereich nicht sonderlich streng sind, besteht in den Abbauregionen eine große Gefahr, dass Grundwasser und den angrenzenden Gelben Fluss verseucht werden.

 

 

Raubbau durch Recycling

Innere Werte: Handys und Smartphones seltene Rohstoffe.

Innere Werte: Handys und Smartphones enthalten seltene Rohstoffe.

Bereits vor der großen Smartphone-Welle hat allerdings die chinesische Stadt Guiyu in der Provinz Guangdong den traurigen Titel „Computerschrott-Hölle“ erworben. Schon seit den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts arbeiten die Menschen in dort, unterstützt von unzähligen Wanderarbeitern, auf riesigen Deponien für Elektronikgeräte. Der Elektroschrott wird dabei in erster Linie aus den USA, Europa, Japan und Taiwan angeliefert.

 

In Guiyu werden dann Drucker, Monitore, Computer und zunehmend auch mobile Geräte auseinandergenommen, um an die wertvollen Metalle zu kommen. Was auf den ersten Blick nach einem sinnvollen Recycling klingt, sieht in der Realität anders aus. Die Arbeiter schmelzen über offenen Kohlefeuern Computerplatinen, Kabel und Transistoren in einem Quecksilberbad, um an die begehrten Metalle zu kommen. Die Arbeiter verfügen dabei kaum über angemessen Schutzkleidung und atmen die giftigen Quecksilberdämpfe ein und tragen Verätzungen davon. Gleichzeitig geraten Chemikalien direkt in den Boden und machen das Trinkwasser in der Region ungenießbar.

 

Rund 1,5 Millionen Tonnen alter Elektronikgeräte werden pro Jahr in Guiyu verarbeitet. Die Schattenseiten der Wiederverwertung werden hier deutlich: Die Gesundheit der Arbeiter und die Umwelt werden massiv geschädigt.

 

 

Krieg um Rohstoffe im Kongo

Obwohl offiziell seit 2002 in der Demokratischen Republik Kongo Frieden herrscht, stehen blutige Konflikte im Land noch immer an der Tagesordnung. Und obwohl das Land über wertvolle Rohstoffvorkommen verfügt, zählt der Kongo zu den ärmsten Staaten weltweit. Denn seit vielen Jahren liefern sich unterschiedliche Gruppen erbitterte Kämpfe um die Minen, in denen Erze, in erster Linie Coltan, abgebaut werden, wertvolle Rohstoffe für die Handyproduktion. Schätzungen zufolge sind bei diesem Krieg bereits fünf Millionen Menschen gestorben. Der dänische Dokumentarfilmer Frank Piasecki Poulsen hat bereits 2010 in seinem Film „Blood in the Mobile“ die unmenschlichen Arbeitsbedingungen im Kongo gezeigt und Mobilfunkanbieter aufgefordert, mehr Verantwortung zu übernehmen.

 

 

4 Wege aus dem Smartphone-Dilemma

Kaum ein Smartphone-Käufer möchte Krieg, Ausbeutung und Raubbau an der Umwelt willentlich und wissentlich unterstützten. Aber deshalb auf die Errungenschaften der Technik verzichten? Mit den folgenden vier Vorschlägen, kann die Smartphone-Nutzung nachhaltiger gestaltet werden.

 

 

1. Mobiltelefone lange nutzen

Im Allgemeinen laufen Handy-Verträge über zwei Jahre. Alle zwei Jahre möchte also der Netzanbieter den Vertrag verlängern und bietet gleichzeitig ein neues Gerät günstig an. Da der Preis des neuen Vertrags-Handys weit unter dem Listenpreis liegt, greifen viele zu, obwohl das bisherige Gerät noch gut funktioniert. In Sachen Nachhaltigkeit ein fataler Fehler und auch finanziell gesehen eine Milchmädchenrechnung, denn auch ein günstiges Gerät, das nicht gebraucht wird, ist sinnlos ausgegebenes Geld.

 

 

2. Mobiltelefone aus dem Gebrauchtmarkt

Alles, was nicht neu produziert werden muss, schont Ressourcen und damit die gesamte Umwelt. Im Fall eines Smartphone-Kaufs ist es sicher sinnvoll, ein gebrauchtes Gerät zu wählen. Denn so werden menschenrechtsverletzende und umweltzerstörende Unternehmen nicht unterstützt und neuer Elektroschrott vermieden. Angenehmer Nebeneffekt für den Käufer: eine ordentliche Geldersparnis.

 

 

3. Wenn es ein neues Smartphone sein muss

Eine Alternative zu den gängigen Smartphone-Modellen bietet seit 2013 die niederländische Fairphone B.V. Das Unternehmen befolgt bei der Entwicklung und Produktion soziale und ökologische Nachhaltigkeitskriterien und hat es sich zum Ziel gesetzt, ein ressourcenschonendes Smartphone zu entwickeln und zu vermarkten. Seit einem Jahr ist das überarbeitete Fairphone 2 auf dem Markt. Dieses ist modular aufgebaut. Mit Hilfe eines Feinmechanik-Schraubendrehers können einzelne Komponenten leicht ausgetauscht werden Das erhöht die Lebensdauer des Gerätes und spart unnötigen Abfall. Fairphone B.V. lässt die Fairphones zwar auch in Asien produzieren, verfügt jedoch über hohe Standards in Sachen Arbeitssicherheit, faire Bezahlung und ökologische Nachhaltigkeit. So legt das Unternehmen nicht nur seine Produktion offen, sondern gibt auch Auskunft über die Herkunft und Zulieferer der verwendeten Rohstoffe.

 

Ebenfalls in diesem Feld aktiv ist seit 2014 das hessische Familienunternehmen SHIFT GmbH, das mit seinen Shiftphones und Notebooks ebenfalls faire und ökologisch nachhaltige und Coltan-freie Geräte auf den Markt gebracht hat.

 

 

4. Reparatur und – wenn wirklich gar nichts mehr geht – Recycling

Smartphones gehen auch einmal kaputt. Besonders anfällig ist das Display. Hier lohnt sich eigentlich immer eine Reparatur. Auch bei größeren Reparaturen ist es durchaus sinnvoll, das Gerät nicht gleich durch ein neues Modell zu ersetzen. Wenn allerdings wirklich nichts mehr zu machen ist, zählt das Mobiltelefon zu den Elektroaltgeräten und muss entsprechend entsorgt werden.

 

Obwohl Mobiltelefone wertvolle Materialien enthalten und im chinesischen Guiyu im großen Stil Metalle ausgeschmolzen werden, ist die Recyclingquote generell noch gering. Insgesamt werden weniger als 20 Prozent der wegegeworfenen Elektronikgeräte weltweit recycelt. Die deutsche Umwelthilfe sowie viele Umwelt- und Naturschutzverbände nehmen alte Handys und Smartphones gerne entgegen und führen diese der professionellen Wiederverwertung zu. Tipps zum Umgang mit Altgeräten gibt auch die Organisation Germanwatch.

 

 

Faire Mobiltelefone – ethische Geldanlagen

Die Geschichte des Handys ist komplex, aber faire Alternativen sind im Kommen. Ebenso verhält es sich auch in Sachen Geldanlagen. Mussten früher nur die Erträge stimmen, interessieren sich zunehmend Anleger auch dafür, welche Unternehmen, Staaten und Technologien mit dem investierten Geld unterstützt werden. Grünes Geld  ist Experte für ethisch-ökologische Geldanlagen. Hier können Sie sicher sein, dass Ihr Geld nicht bei Unternehmen landet, die für Ausbeutung, Krieg und Umweltzerstörung verantwortlich sind.

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

3 gute und nachhaltige Vorsätze für das neue Jahr

Freitag, 16. Dezember 2016
Zusammenfassung: Gute Vorsätze für 2017. Viele Menschen fassen ihre persönlichen Ziele zusammen und starten mit einer mehr oder minder langen Liste in das neue Jahr. Erfolgversprechend ist es, realistisch zu bleiben und möglichst sofort mit der Umsetzung zu beginnen. Wer keine guten Vorsätze fasst, kann sich dennoch von den 3 nachhaltigen Vorschlägen inspirieren lassen.

 

Locker durchstarten und nicht entmutigen lassen, wenn es mal nicht so läuft!

Locker durchstarten und nicht entmutigen lassen, wenn es mal nicht so läuft!

Silvester rückt näher. Und kaum ist die lange Liste der Erledigungen für das Weihnachtsfest abgehakt, werden schon wieder Listen erstellt. Diesmal mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr. Schließlich ist der Kalenderwechsel auch immer eine Einladung, sich neu zu besinnen und alte Gewohnheiten abzulegen.

 

Stress zu vermeiden und abzubauen sowie mehr Zeit mit der Familie zu verbringen steht mit gut 60 Prozent bereits seit mehreren Jahren auf Platz eins der guten Vorsätze. Rund 50 Prozent der Bevölkerung wollen auch für sich selbst mehr Zeit einräumen. Gute Vorsätze, die allerdings gar nicht so leicht zu realisieren sind.

 

Ebenfalls hoch im Kurs stehen die guten Vorsätze zum Thema Gesundheit. Fast 60 Prozent der Befragten haben sich vorgenommen, künftig mehr Sport zu treiben. Auf eine gesündere Ernährung wollte rund die Hälfte achten. Fast ein Drittel der Befragten wollte außerdem im kommenden Jahr sparsamer sein.

 

 

Gute Vorsätze – Erfolge motivieren

Blick nach vorne - jetzt auf das neue Jahr vorbereiten!

Blick nach vorne – jetzt auf das neue Jahr vorbereiten!

Ein ambitioniertes Programm, das sicher nicht komplett mit dem Neujahrsgeläut um Mitternacht direkt umgesetzt wird. Umfragen zu Folge hält nur jeder zweite seine guten Vorsätze dauerhaft durch. Gute Chancen für eine langfristige Umsetzung haben alle, die sich konkrete und vor allem realistische Ziele gesetzt haben.

 

Wer also einen guten Vorsatz fasst und erfolgreich umsetzt, kann motiviert und zufrieden durch das neue Jahr gehen. Nur sollte der Nummer-eins-Vorsatz nicht vergessen werden: Stress vermeiden. Wer mit einem Vorsatz scheitert, sollte nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern lieber die Ziele überprüfen und neu formulieren.

 

Wer noch konkrete Vorsätze für das neue Jahr sucht, findet in unserer kleinen Liste der nachhaltigen Vorsätze sicher einige Anregungen mit hoher Erfolgsquote.

 

 

1. Vorsatz: Umstieg auf Ökostrom

„Wozu Atomkraft? – Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose!“ – Der alte Sponti-Spruch aus den achtziger Jahren bringt es auf den Punkt. Woher unser Strom kommt, spielt für viele Menschen im Alltag keine Rolle. Gleichzeitig wird die Energiewende von großen Teilen der Bevölkerung unterstützt und die Abkehr von den klimaschädlichen fossilen Energieträgern und der unsicheren Atomenergie begrüßt.

 

2017 die private Energiewende einläuten

Der Jahreswechsel ist eine gute Gelegenheit, eine eventuell vorhandene Schere im Kopf zu schließen und zu einem Ökostrom-Anbieter zu wechseln, der unabhängig von den großen Atomkonzernen ist. Ökostrom kommt aus erneuerbaren und klimafreundlichen Quellen, wie Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse. Je nach Kündigungsfrist des bisherigen Stromanbieters, sollte der Wechsel zu sauberem Strom dann spätestens im Frühling vollzogen sein.

 

Der Wechsel zu einem neuen Stromanbieter ist nicht enorm aufwändig – und wenn Kündigung des alten und Abschließen des Neuvertrags erledigt sind, läuft alles in geregelten Bahnen. Ein guter Vorsatz also, der leicht umzusetzen ist, denn einmal aktiv geworden, wirkt die sinnvolle Entscheidung in den kommenden Jahren nahezu von alleine weiter.

 

 

2. Vorsatz: Fair geht vor

Keine krummen Geschäfte: Fairtrade Bananen.

Keine krummen Geschäfte: Fairtrade Bananen.

Unsere Gesellschaft ist informiert wie noch nie zuvor, dennoch ist es schwierig aus der Wissensmenge die Konsequenz zu ziehen und unser Handeln entsprechend zu verändern. Vielen ist bekannt, dass beispielsweise unsere Lebensmittel unter umweltzerstörerischen Umständen produziert werden. Auch klassische Genussmittel, wie etwa Kaffee, Tee und Kakao sind für uns günstig zu kaufen, weil Menschen in den Anbauländern dafür ausgebeutet werden und ihren Lebensunterhalt kaum durch ihre schwere Arbeit bestreiten können.

 

Es ist nicht einfach mit gutem Gewissen einzukaufen, aber es ist auch nicht unmöglich. Leicht umzusetzen ist der folgende Vorsatz: Man wählt ein Produkt aus, das regelmäßig konsumiert wird und kauft ab sofort die entsprechende Fairtrade-Variante. Bei der Vielzahl der mittlerweile ausgezeichneten Artikel, findet jeder eine angenehme Möglichkeit, die Welt etwas gerechter zu machen. Orientierungshilfe beim Einkauf bietet das Fairtrade-Siegel, außerdem stammen sämtliche Artikel der Firma Gepa aus fairem Handel.

 

 

3. Vorsatz: Umstieg auf ethische Geldanlagen

Ökologisch einkaufen, auf fair-gehandelte Ware achten, das Auto einmal stehen lassen und ein umweltfreundliches Verkehrsmittel wählen. Es gibt unzählige Möglichkeiten im Alltag ethische und soziale Werte zu leben. Einige fallen leichter, andere schwerer. Kritiker monieren dabei, dass diese kleinen Schritte nicht die Welt aus den Angeln hebt und nur dem eigenen guten Gewissen dient. Darüber kann man geteilter Meinung sein, denn Konsumenten stellen durchaus eine große Marktmacht.

 

 

 

Sicher ist allerdings, dass Geld ein mächtiger Faktor ist und die Welt durchaus bewegt. Wer also seine Macht als Anleger für eine gute Sache nutzen will, sollte kritisch prüfen, bei welcher Bank er sein Geld gut aufgehoben weiß und welcher Finanzdienstleister die gleichen hohen ethischen, sozialen und ökologischen Werte teilt.

 

Der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank ist ähnlich einfach wie der Wechsel des Stromanbieters. Nachdem die neue Bank ausgewählt und ein Konto eingerichtet worden ist, läuft alles seinen gewohnten Weg. Die neue Bankverbindung muss den relevanten Stellen einmal mitgeteilt werden, Daueraufträge ziehen automatisch mit um. Neu ist dann allerdings das Wissen, dass mit dem Bankguthaben keine Atomkraftwerke, fossilen Energien, Rüstungskonzerne und viele andere unethischen Unternehmen unterstützt werden. Vielmehr wird das Geld für ethische, soziale und klimafreundliche Projekte eingesetzt. Wer allerdings auf ein flächendeckendes Filialnetz und persönliche Beratung großen Wert legt, wird sich in diesem Bereich umstellen müssen.

 

Neben den täglichen Bankgeschäften, wie beispielsweise Überweisungen und Geldein- und auszahlungen, sind auch sämtliche anderen Geldgeschäfte nachhaltig und fair möglich. So bietet Grünes Geld zahlreiche, geprüfte ethisch-ökologische Geldanlagen an. Als unabhängiger Experte in Sachen nachhaltiger Geldanlagen berät das Unternehmen kompetent und sorgt dafür, dass die angelegten Gelder dort landen, wo sie sozial- und umweltverträglich eingesetzt werden. Gleichzeitig achten die erfahrenen Berater darauf, dass attraktive Erträge für die Anleger erwirtschaftet werden.

 

 

Unser guter Vorsatz für das kommende Jahr bleibt wie bisher: Grünes Geld will auch weiterhin gemeinsam mit seinen Kunden Gelder so anlegen, dass diese nicht nur den Anlegen nutzen, sondern auch sinnvollen ethische, soziale und ökologische Projekte auf der ganzen Erde voranbringen.

 

 

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Carmen Junker

Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Grünes Geld vor Ort – Veranstaltungshinweise für Herbst 2016

Freitag, 23. September 2016

In den letzten Monaten des laufenden Jahres besteht die Möglichkeit uns an verschiedenen Standorten im Bundesgebiet persönlich und unverbindlich zu treffen. Messen rund um das Thema Nachhaltigkeit, gesunde und sozial-verträgliche Lebensweise sind darüber hinaus auch ohnehin einen Besuch wert. Oft gibt es leckeres Essen und interessante Informationen.

Starten Sie gut informiert in das letzte Drittel des Jahres. Möglichkeiten dazu gibt es auf folgenden Veranstaltungen:

Ökomarkt

 
  • Aschaffenburger Ökomarkt am 25.09.2016, 11.00 bis 18.00 Uhr

Bereits zum 13. Mal findet unter Ausrichtung durch die Kreisgruppe Aschaffenburg des Bund Naturschutz der Ökomarkt auf dem Aschaffenburger Schlossplatz statt.

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An über 70 Mitmach- und Infoständen bietet der Ökomarkt jedes Jahr ein weites und interessantes Angebot sowie eine angenehme Atmosphäre für die ganze Familie. Der gut besuchte Markt bietet dem Publikum ein reiches Spektrum der Information sei es nun, dass ökologische Nahrungsmittel, Natur-Kleidung, Bio-Möbel, Öko-Spielzeug usw. für Mensch und Umwelt einfach die besseren Alternativen sind, oder dass an Mitmachständen die Kreativität gefördert wird.

An vielen Stellen informieren Sie sich über Gentechnik, zu naturnahem Gärtnern, zu vegetarischem Essen, zu Naturreisen, über Greenpeace,  den Regenwald, oder über Baubiologie und über ökologischen Geldanlagen.  Töpferei, Kerzenziehen und Aktionen des Wald- und Waldorffkindergarten begeistern Ihre Kinder.

Kulinarische Köstlichkeiten für jeden Geschmack runden das Angebot ab und sorgen für gute Laune.

 

 

Heldenmarkt

  • Berliner Heldenmarkt am 26./27. November 2016

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Veranstaltungszeiten Heldenmarkt Berlin:

Sa. 26. November 2016, 10:00-20:00 Uhr

So. 27. November 2015, 10:00-18:00 Uhr

Für mehr Informationen hier klicken.

 

Zwei Tage können Sie sich hier verwöhnen lassen mit kulinarische Köstlichkeiten, letztes Jahr z.B. gab es eine Vegane Kochshow, Äpfel wurden gekeltert und es gab eine Traumreise mit Elsa der Schokoladenfee für die Kleinen. Darüber hinaus, gibt es allerlei schöne Dinge zu sehen aus dem Bereich der ökologischen Produktecke. Aber auch kritische Themen werden angesprochen, z.B. wie bringen wir mehr Nachhaltigkeit in die Stadt, wie setzt Frankfurt das Thema erneuerbare Energien um für die Zukunft. Viele regionale Partner unterstützen dieses Jahr den Heldenmarkt und möchten ihn mit Ihnen gemeinsam zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

 

 

  • Stuttgarter Heldenmarkt am 5. / 6. November 2016

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Veranstaltungszeiten Heldenmarkt Stuttgart:

Sa. 5. November 2016, 10:00-19:00 Uhr

So. 6. November 2016, 11:00-18:00 Uhr

Für mehr Informationen hier klicken.

Menschen aus dem Raum Stuttgart können sich auf dem Heldenmarkt rund um das Thema Nachhaltige Lebensweise und Konsum informieren. In der Alten Kelter in Fellbach laden viele Aussteller zum Bummeln, Verweilen und Informieren ein.  Hier gibt es die Gelegenheit sich über seinen individuellen ökologischen Fußabdruck oder das Papierdirektrecycling zu informieren. Vorträge und Tombola-Verlosungen runden die beiden Tage ab. Lassen Sie sich dies nicht entgehen und genießen sie ein heldenhaftes Wochenende

Alle drei Veranstaltungen unterstützen wir mit unserem Grünes Geld Messestand.  Kommen Sie doch einfach vorbei, lernen Sie uns kennen,  wir freuen uns auf Sie.

Ihr Grünes Geld Team

Fair Fashion – Menschen machen Kleider

Dienstag, 13. September 2016
Zusammenfassung: „Fair Fashion“, fair hergestellte Kleidung, erfährt zunehmend Beachtung. Berichte über die katastrophalen Arbeitsbedingungen in Textilfabriken haben viele Menschen erschüttert. Es ist jedoch noch nicht einfach, fair produzierte und gehandelte Textilien im Markt zu finden. Verlässliche Siegel helfen.

 

 

Kleider machen Leute - aber wie geht es den Menschen, die unsere Kleider machen?

Kleider machen Leute – aber wie geht es den Menschen, die unsere Kleider machen?

Kleider machen Leute„, so lautet das alte Sprichwort, das mehr oder weniger besagt, dass eine bestimmte Kleidung auf den sozialen Status und die Bildung schließen lässt. Das ist heute nicht mehr ganz so leicht zuzuordnen. Genauso wenig verrät die Kleidung darüber, von wem sie unter welchen Bedingungen hergestellt wurde.

 

Spätestens seit dem großen Brand in einer Textilfabriken in Bangladesch 2012, bei dem mehr als 100 Menschen in den Flammen starben, ist klar: Unsere Kleidung wird vielfach unter katastrophalen Bedingungen hergestellt. In Fabriken ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen, von Arbeitern und Arbeiterinnen ohne Mindestlohn und Gesundheitsvorsorge. Die Brandkatastrophe in Bangladesch zeigte zudem auch noch, dass sehr viele Menschen auf engstem Raum arbeiten mussten und die Notausgänge nicht zu öffnen waren. Der Brand 2012 war kein Einzelfall, seit 2006 hat die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) bereits fast 500 Tote und unzählige Verletzte bei Bränden in Textilfabriken gezählt.

 

Viele Verbraucher beschleicht bei diesen Nachrichten ein mulmiges Gefühl, denn es ist teilweise sehr schwer nachzuvollziehen, woher die eigene Bekleidung kommt und unter welchen Umständen sie hergestellt wurde. Der Preis, den wir in Deutschland für die Kleidungsstücke bezahlen, bietet kaum einen verlässlichen Hinweise, denn sowohl Bekleidung aus dem Discounter als auch hochpreisige Marken werden vielfach in den gleichen Fabriken gefertigt, in denen Menschen ausgebeutet und in ihren Rechten verletzt werden. Der Verband „Kampagne für Saubere Kleidung“, der als Netzwerk von mehr als 200 Gewerkschaften, Frauen- und Verbraucherorganisationen, Kirchengruppen, Weltläden und Forschungsinstituten getragen wird, will daher vor allem die westlichen Unternehmen in die Pflicht nehmen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Die Kampagne hat dazu Richtlinien entwickelt, nach denen Unternehmen die Arbeitsstandards in den Produktionsstätten bewertet, die Arbeitssituation verbessert und die Lieferketten überprüft werden können. Generell fordert der Verband die Einführung und Einhaltung eines Verhaltenskodex für die Unternehmen gegenüber ihren Mitarbeitern. Der Kodex beinhaltet grundsätzliche Arbeitnehmerrechte wie etwa dem Recht auf gewerkschaftliche Organisation. Darüber hinaus die Zahlung eines existenzsichernden Lohns, keine Diskriminierungen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsversorgung und den Verzicht auf exzessive Überstunden. Außerdem – hierzulande eine Selbstverständlichkeit – keine Kinderarbeit.

 

 

Macht der Käufer

Unter welchen Umständen eine Jeans gefertigt wurde, ist nicht am Preis zu erkennen.

Unter welchen Umständen eine Jeans gefertigt wurde, ist nicht am Preis zu erkennen.

Die beschämenden Berichte aus fernöstlichen Textilfabriken haben auch die Einstellung der Verbraucher in den vergangenen Jahren verändert. Einer repräsentativen Umfrage von YouGov zufolge sind für 40 Prozent der Bevölkerung faire Produktionsbedingungen in der Textilbranche „sehr wichtig“ und für 46 Prozent „eher wichtig“. Lediglich 14 Prozent stehen dem Thema mehr oder weniger gleichgültig gegenüber. Allerdings spielt der Preis der Kleidung eine enorme Rolle: 86 Prozent der Befragten ist der Preis „sehr wichtig“ und „eher wichtig“.

 

Positiv dabei: Trotz der enormen Erfolge der quasi „Wegwerfkleidung“ von Primark & Co. bewerten junge Menschen die Produktionsbedingungen der Kleidung wichtiger als ältere Befragte.

 

 

Der Preis ist heiß

Kunden haben recht klare Vorstellungen darüber, was Kleidung kosten sollte. Ein einfaches T-Shirt sollte, so befindet rund die Hälfte aller Konsumenten, sollte bei einem Preis von rund zehn Euro liegen.

 

Dass dieser Preis auch bei fairer Entlohnung der Textilarbeiter zu realisieren ist, zeigen auch Berechnungen des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE). Demnach beläuft sich der Lohnkostenanteil am Ladenpreis nur auf ein bis drei Prozent. In der Praxis bedeutet das, dass der Preis eines T-Shirts in Deutschland um maximal 50 Cent steigt, wenn in Bangladesch die Durchschnittslöhne in der Textilfabrik verdoppelt würden. Der Aufpreis für faire Herstellungslöhne spielt bei den enormen Gewinnmargen der Markentextilien keine Rolle.

 

Laut Berechnungen der internationalen Fairwear Foundation beträgt bei einem Marken-T-Shirt der Lohnanteil gerade einmal 0,6 Prozent des Ladenpreises. 59 Prozent entfallen auf die Handelsspanne, jeweils zwölf Prozent auf den Bruttogewinn der Marke und die Materialkosten. Der Rest sind die Kosten für Transport und Zwischenhandel. Die „Fairwear Foundation“ zählt insgesamt 90 Mitgliedsunternehmen in sieben europäischen Ländern und repräsentiert 120 Marken, darunter Outdoor-Ausrüster Deuter und Vaude, Öko-Pionier hessnatur, aber auch die Textilkette Takko und junge Designer wie Armedangels oder King Louie.

 

So teilt sich der Ladenpreis eines T-Shirts auf. Die Lohnkosten spielen keine Rolle (Quelle: FairWorld, Grafik: Grünes Geld)

So teilt sich der Ladenpreis eines T-Shirts auf. Die Lohnkosten spielen keine Rolle (Quelle: Fairwear Foundation, Grafik: Grünes Geld, ohne Gewähr)

 

Wie die „Kampagne für Saubere Kleidung“ tritt auch die „Fairwear Foundation“ für einen verbindlichen Arbeitsverhaltenskodex ein und fordert die westlichen Textilhändler dazu auf, ihre enorme Marktmacht zu nutzen, um Anforderungen an ihre Zulieferer zu stellen und so die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken nachhaltig zu verbessern.

 

 

Faire Bedingungen mit Brief und Siegel

Kunden, die sich bewusst für fair produzierte Kleidung entscheiden wollen, haben es beim Einkauf nicht gerade leicht. Denn im Markt existieren Zertifikate und Gütesiegel für faire Mode. Die Kriterien zur Vergabe dieser Siegel sind dabei breit gefächert. Darüber hinaus produzieren einige Unternehmer, wie beispielsweise Trigema, ganz ohne Siegel. Dennoch entsprechen die Arbeitsbedingungen beim schwäbischen Traditionsunternehmen durchaus den Ansprüchen an gerechte Löhne und Sozialleistungen. Trigema fertigt seine gesamte Kollektion inklusive der Stoffherstellung in Deutschland.

 

Einen hohen Standard verspricht das Fairtrade-Siegel. Es kennzeichnet vor allem Baumwolle-Produkte, die zu fairen Preisen gehandelt werden und deren Produzenten menschenwürdige Arbeitsbedingungen unterstützen. Darüber hinaus hat Fairtrade International in diesem Jahr einen Textilstandard veröffentlicht, mit dem die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Textilfabriken gestärkt und die Löhne verbessert werden sollen. Ziel ist es hier, die komplette Lieferkette nach dem entwickelten Standard zu zertifizieren. Für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion steht auch das Siegel, das die „Fairwear Foundation“ an ihre Mitgliedsunternehmen vergibt.

 

Kein Textil-Siegel im eigentlichen Sinne, jedoch sicher fair gehandelt sind Kleidungsstücke aus Weltläden. Die dort vertretenen Marken Gepa, dwp oder El Puente stehen für ein hohes ethisches und soziales Engagement.

 

Für einen sozial- und umweltverträglichen Baumwollanbau in Afrika setzt sich die nachhaltige Baumwollinitiative Cotton Made in Africa (CmiA)  ein. Kleinbauern in Afrika erhalten hier Dünger und Saatgut vorfinanziert und können so ihre Existenz selbst sichern. Darüber hinaus werden Schulen, Trinkwasserversorgung und Frauenkooperativen unterstützt. Getragen wird die Initiative unter anderem von der Bill and Melinda Gates Foundation, der Welthungerhilfe, dem Naturschutzbund Deutschland, Otto Group und dem WWF. Partnerunternehmen können das Nachhaltigkeitslabel von CmiA erwerben.

 

 

Soziale Verantwortung übernehmen – auch bei der Geldanlage

Ein kritischer Blick lohnt sich auf nahezu alle Dinge, die wir tagtäglich konsumieren, denn informierte Verbraucher stellen durchaus eine Marktmacht dar. Schließlich haben die Verbraucher die Möglichkeit, über ihre Kaufkraft nachhaltige und sinnvolle Projekte zu unterstützen.

Eine gute Möglichkeit für eine ethische und soziale Geldanlage ist beispielsweise die Unterstützung von Mikrofinanzprojekten, die Menschen in Schwellenländern helfen, mit Kleinstkrediten eine Existenz aufzubauen. Das kann etwa eine Nähmaschine sein, mit deren Hilfe Säcke für den Handel genäht werden. Für viele Frauen aus den Textilindustrie eine selbstbestimmte Alternative zum Fabrikjob. Grünes Geld berät Sie gerne zu unserer nachhaltigen Geldanlage Soziale Verantwortung.

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Mikrofinanz: Kleinkredite ermöglichen – Vermögen aufbauen

Freitag, 22. Juli 2016

Zusammenfassung: Mikrofinanzierung ermöglicht mit Kleinkrediten Menschen in armen Ländern eine Existenzgründung. Finanziert werden diese Projekte durch Mikrofinanz-Fonds - einer sicheren und sozialen Investitionsmöglichkeit. Mittlerweile existieren mehrere Fonds für Privatanleger in Deutschland.

 

 

Mikrofinanzierung hilft Menschen, sich lebst zu helfen.

Mikrofinanzierung hilft Menschen, sich lebst zu helfen.

Mit Kleinstkrediten Menschen helfen, selbstständig arbeiten und leben zu können, das ist in Kürze das Grundprinzip der Mikrofinanzierung.

 

Weithin bekannt geworden ist das Prinzip durch Muhammad Yunus, Wirtschaftsprofessor aus Bangladesch. Er vergab in seinem Heimatland seit den siebziger Jahren Mikrokredite und gründete in den achtziger Jahren die Grameen Bank. Die Idee setzte sich durch und hatte Erfolg. Die Vereinten Nationen bescheinigen der Vergabe von Mikrokrediten eine hohe Wirksamkeit zur Bekämpfung der Armut und riefen 2005 das „Internationale Jahr der Mikrokredite“ aus. Ein Jahr später erhielt Muhammad Yunus und die Grameen Bank den Friedensnobelpreis.

 

Wer in Mikrofinanz-Fonds investiert, baut nicht nur sein eigenes Vermögen auf sondern übernimmt auch zugleich soziale Verantwortung. Denn das Geld aus diesen Fonds geht an verschiedene Mikrofinanz-Institute in den Entwicklungs- und Schwellenländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Diese Institute vergeben Existenzgründerkredite an Klein- und Kleinstunternehmer. Denn oftmals fehlt armen Menschen nur eine kleine Anschubfinanzierung, um selbstständig für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können.

 

 

Wege aus der Armutsspirale

Mikrofinanz hat sich mittlerweile in rund 60 Entwicklungs- und Schwellenländern fest etabliert und vielen Menschen aus der Armutsspirale geholfen.

 

Denn zum einen konnten sie sich mit dem Mikrokredit die Dinge kaufen, die sie für ihre selbstständige Arbeit benötigten – sei es eine Nähmaschine, oder die Ausstattung für eine Suppenküche. Besonders profitieren Frauen von den Kleinkrediten: 97 Prozent der Kreditnehmer sind weiblich. Als Kleinstunternehmerinnen verdienen sie durch landwirtschaftliche und handwerkliche Tätigkeiten Geld für ihre Familien.

 

Selbstverdientes Geld sichert den Unterhalt der Familie und stärkt die Rolle der Frau.

Selbstverdientes Geld sichert den Unterhalt der Familie und stärkt die Rolle der Frau.

Zum anderen tragen die Mikrofinanzierungen dazu bei, dass die Menschen sich kein Geld von einem örtlichen Geldverleiher mit überzogenen Zinsen leihen und weiter in Überschuldung und Armut abrutschen. Die herkömmlichen Banken vor Ort scheuen den Aufwand der Kleinstkreditvergabe, sehen diese als wenig lukrativ an und schließen so Menschen vom Wirtschaftsleben aus.

 

 

Sozial und sicher zahlt sich aus

Zahlungsausfälle, wie sie die Banken in den Mikrofinanz-Ländern fürchten, sind in der Praxis eine Seltenheit. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Kreditnehmer das Geld, das auf Vertrauensbasis verliehen wurde, zurückzahlen und mit der Mikrofinanzierung eine Weg aus der Armut finden. Mit einer Rückzahlungsquote von rund 96 Prozent liegt die Zahlungsmoral höher als in den entwickelten Ländern.

 

 

Mikrofinanz-Fonds – Mehr Angebote für Privatanleger

Wer sein Geld sinnvoll und sicher anlegen will, findet in Mikrofinanz-Fonds eine interessante Möglichkeit für ein nachhaltiges Investment.

 

Mikrofinanz-Fonds sind seit 2007 als Fondskategorie in Deutschland zugelassen und unterliegen restriktiven gesetzlichen Einschränkungen. Waren sie in ihren Anfängen nur für institutionelle Investoren interessant, gibt es mittlerweile attraktive Angebote für private Anleger.

 

Der erste in Deutschland zugelassene Mikrofinanz-Fonds für Privatanleger ist Invest in Visions der seit 2011 aufgelegt wird und seit dem kein Kalenderjahr mit Wertverlust verzeichnen musste. Allerdings bewegen sich die Gesamtjahreskosten dieses Fonds auf dem Niveau eines Aktienfonds. Dennoch lagen die Kursgewinne, nach Abzug der Fondskosten durchschnittlich bei  2,5 Prozent für den Anleger.

 

Invest in Visions hat bereits rund 64.000 Mikrofinanzierungen ermöglicht, vor allem in ländlichen Regionen Asiens und Lateinamerikas, aber auch im Kaukasus und in Osteuropa. Die Fondsgesellschaft legt Wert auf die Stärkung der Rolle der Frau in diesen Gegenden und vergibt Kredite bevorzugt an Frauen. Außerdem verlangt Invest in Visions von den Mikrofinanzinstituten, Schulungen für die Kreditnehmer anzubieten, um den umweltfreundlichen Umgang mit Ressourcen und um alternative landwirtschaftliche Anbaumethoden voranzutreiben.

 

Mittlerweile haben weitere Mikrofinanz-Fonds eine Zulassung für Deutschland erhalten, wie beispielsweise in diesem Jahr der Dual Return Fund – Vision Microfinance.

 

Dual Return Fund – Vision Microfinance ist für institutionelle Anleger bereits seit 2006 aktiv und hatte seit dem kein Kalenderjahr mit Wertverlust. Der Jahresgewinn belief sich auf durchschnittlich 2,9 Prozent. Wie bei Invest in Visions liegen allerdings auch hier die Gesamtjahreskosten im Bereich eines Aktienfonds.

 

Dual Return Fund – Vision Microfinance investiert in erster Linie in Asien und Lateinamerika sowie in der Kaukasus-Region. Bislang wurden Kleinkredite an 234.000 Menschen vergeben, knapp mehr als die Hälfte waren Frauen. Insgesamt ist das Kapital auf 258 verschiedene Mikrofinanzinstitute in 50 Ländern gestreut, die das Fondsmanagement regelmäßig überprüft. Dual Return Fund – Vision Microfinance legt dabei Wert auf qualifizierte Kreditberatung der Mikrofinanzinstitute, um Überschuldungen zu vermeiden und in Sachen Ernteausfallversicherung zu beraten. Darüber hinaus sollen soziale Projekte unterstützt und umweltschützende Projekte gefördert werden, beispielsweise Projekte aus den Bereichen Wasseraufbereitung und erneuerbare Energien.

 

 

Soziale Verantwortung zeigen – nachhaltig investieren

Die beiden Mikrofinanz-Fonds zeichnen sich durch Nachhaltigkeit, Stabilität und Sicherheit aus. Die soziale Wirkung ist hoch, die Wertentwicklung stabil und das Risiko gering. Gute Nachrichten für private Investoren, denn Geldanlagen sind schwierig geworden in Zeiten des Niedrigzinses.

 

Mikrofinanz-Fonds bieten Sicherheit und einen stetigen Wertzuwachs mit minimalen Schwankungen. Hinzu tritt, dass die Anlageklasse Mikrofinanz unabhängig ist von der Entwicklung an den Aktienmärkten und kaum korreliert mit klassischen festverzinslichen Wertpapieren.

Grünes Geld bietet beide Mikrofinanz-Fonds in seinen Musterdepots an. Möglich ist das monatliche Sparen, bei dem mit einer Rendite zwischen zwei und drei Prozent gerechnet werden kann oder die einmalige Anlage mit einer Rendite von rund zwei bis vier Prozent.

 

 

 

Soziale Verantwortung zeigen mit unseren Musterdepots

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

Sparen der Zukunft: Nachhaltige Geldanlagen

Dienstag, 12. Juli 2016
Zusammenfassung: Sparen ist schwierig geworden in Zeiten des Niedrig- und Negativzinses. Einfache Sparmodelle mit geringem aber sicherem Ertrag gehören der Vergangenheit an. Wer jetzt sparen will, sollte nachhaltige Geldanlagen ins Auge fassen.

 

 

Sinnbild des Sparens schlechthin. Aber eine gute Geldanlage war das Sparschwein nie.

Sinnbild des Sparens schlechthin. Aber eine gute Geldanlage war das Sparschwein nie.

Sparsamkeit wird schon seit der Antike von vielen Philosophen als Tugend gesehen. Weitergetragen wird der Gedanke durch das Christentum, in der Reformationszeit besonders durch den Schweizer Johannes Calvin, der mit der Betonung der Werte Sparsamkeit und Fleiß die Arbeitsethik des Protestantismus und damit den modernen Kapitalismus entscheidend prägte. Sparsamkeit gilt auch als eine der klassischen preußischen Tugenden und bis heute als „typisch deutsch“.

 

Allgemein ist Sparsamkeit ein neutraler Begriff, der den maßvollen Umgang mit Geld aber auch mit Dingen beschreibt. Sparsamkeit bezeichnet damit die ausgewogene Strategie zwischen Geiz und Verschwendung.

 

Wer spart, denkt an die Zukunft. Das kann zum einen das Sparen für einen bestimmten Zweck sein, wie beispielsweise für eine Reise, eine größere Anschaffung oder für den Bau beziehungsweise Kauf eines Eigenheims. Zum anderen vermittelt ein Sparvermögen Handlungsfreiheiten für unvorhersehbare Ereignisse in der Zukunft. Etwas auf der sprichwörtlichen „hohen Kante“ vermittelt Sicherheit. Schließlich weiß niemand genau, was die Zukunft bringt.

 

Der klassische Ansatz in der Wirtschaftswissenschaft erklärt, dass dann gespart wird, wenn der Sparer durch die Zinsen für seinen Konsumverzicht entschädigt wird. Ein sehr einfaches Modell, dem der britische Volkswirtschaftler John Maynard Keynes Anfang des 20. Jahrhunderts widersprach. Keynes sieht Voraussicht und Vorsicht als entscheidende Sparmotive. Zum einen geht es darum, mehr oder weniger sichere zukünftige Ereignisse finanziell planbar zu machen, zum Beispiel die Altersvorsorge oder die Ausbildung der Kinder. Zum anderen sollen unvorhersehbare zukünftige Ereignisse finanziell abgefedert werden. Doch Sparen ist schwierig geworden in Zeiten des Niedrig- und Negativzinses.

 

 

Sicherheitsbewusste Sparer haben es schwer

Wer vorausschaut, an die Zukunft denkt und eine sichere Sparmöglichkeit sucht, muss sich eine Strategie überlegen, sein Geld sinnvoll anzulegen. Die althergebrachten Rezepte wie Bundesanleihen und das allseits beliebte Sparbuch haben an Attraktivität stark eingebüßt.

 

Seit der Einführung von Sparbüchern vor rund zweihundert Jahren erfreute sich diese Anlageform bis vor Kurzem einer breiten Beliebtheit, schließlich handelt es sich hier um eine leicht verständliche Sparform. Der Sparer verleiht sein Geld an die Bank und erhält Zinsen, die Bank verleiht Geld und erhält Zinsen vom Kreditnehmer. Doch die fallenden Zinsen haben dieses einfache Modell zerstört. Wer also weiter auf leicht nachvollziehbare Modelle setzt, wählt Tagesgeldkonten mit etwas höheren Zinsen. Eine Möglichkeit der Geldaufbewahrung, nicht aber der Geldanlage.

 

Jahrzehntelang standen Bundesanleihen vom Staat bei sicherheitsbewussten Anlegern als seriöse Geldanlage weit oben auf der Beliebtheitsskala. Die Zinsen waren zwar vergleichsweise niedrig, flossen aber zuverlässig. Im letzten Monat wurden nun viele Anleger durch die Meldung erschüttert, dass sie jetzt praktisch Gebühren dafür zahlen, dem Staat Geld zu leihen.

 

 

Vom Sparer zum Zocker?

Die einfachen Sparmodelle mit geringem aber sicherem Ertrag gehören der Vergangenheit an. Seit den neunziger Jahren wurden sie zunehmend von aktienbasierten Anlagemodellen abgelöst. Mit der Einführung der sogenannten Volksaktie der Deutschen Telekom 1996 und den zahlreichen Börsengängen der New Economy rückte die Börse auch für kleine und mittlere Privatanleger in den Fokus. Zu verlockend waren die Möglichkeiten, hier reich zu werden. Doch auf den Börsen-Hype folgte der Crash und damit verbunden die Frage, wie eine sinnvolle Anlagestrategie aussehen kann.

 

 

Konsum statt Sparen?

Konsumieren statt sparen - keine nachhaltige Strategie.

Konsumieren statt sparen – keine nachhaltige Strategie.

„Und dann hau‘ ich mit dem Hämmerchen mein Sparschwein, mein Sparschwein kaputt . . .“ So sang Chris Howland 1961 in seiner bekannten Hämmerchen Polka. Wie Howland halten es viele derzeit. Die Konsumstimmung ist positiv. „Shoppen statt sparen“ lautet die Devise.

 

Laut dem Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK befinden sich aktuell die Bundesbürger in einem Kaufrausch. Ökonomen sehen hier aber auch ein kurzfristiges Phänomen, dass durch angekündigte Tarif- und Rentenerhöhungen bedingt wird. Und altbekannt ist auch die Erkenntnis, dass auf Rausch Katerstimmung folgt.

 

Umweltfreundliche Produkte fristen zwar vielfach noch ein Nischendasein, die Branche befindet sich aber durchaus im Wachstumsbereich. Wer seiner Shopping-Laune nachgeben will und an die Umwelt denkt, findet hier sicher viele Dinge, die sinnvoll sind und Freude machen. Nachhaltiges Shoppen bedeutet aber immer auch, über den langfristigen Nutzen nachzudenken und Alternativen mit in die Kaufentscheidung einzubeziehen. Verzicht auf Unnötiges, stattdessen Geld längerfristig und nachhaltig anzulegen – ein durchaus reizvolles Kontrastprogramm.

 

 

„Der oberste Zweck des Kapitals ist nicht, mehr Geld zu schaffen, sondern zu bewirken, dass das Geld sich in den Dienst der Verbesserung des Lebens stellt.“ Henry Ford

 

 

Vom nachhaltigen Shoppen zum nachhaltigen Anlegen

Wer in die Zukunft investieren will, sollte stets auch globale Umweltfaktoren mit einplanen, denn was nutzt ein Anlagevermögen in einer Welt, in der es keine gesunde Luft, kein sauberes Wasser und keine schadstofffreien Lebensmittel mehr gibt?

 

Konventionelle Finanzberater berücksichtigen vielfach nur drei Faktoren: Zum einen, wie schnell angelegtes Geld wieder verfügbar ist (Liquidität). Zweitens, wie hoch die zu erwartenden Erträge sind (Rentabilität) und schließlich, wie sicher diese Art der Geldanlage ist (Risiko). Verantwortungsvolle Anleger sollten drüber hinaus auch noch mitberücksichtigen, welche Konsequenzen ihre Geldanlage für Mensch und Umwelt hat (Nachhaltigkeit).

 

Persönliche ethische Kriterien können so auch mit der Geldanlage verbunden werden. Etwa durch die Unterstützung von Unternehmen, die sich dem fairen Handel, dem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und er Förderung regenerativer Energien verpflichtet sehen.

 

 

Ökonomie und Moral schließen einander nicht mehr aus

Wer sein Geld nachhaltig anlegen will, benötigt eine gute und umfassende Beratung und einen detaillierten Einblick, welche sozialen, ethischen und ökologischen Aspekte die angebotenen Anlageprojekte genau berücksichtigen. Obgleich die Faktoren des klassischen Renditedreiecks bei nachhaltigen Anlagen erst an zweiter Stelle stehen, haben viele Anlageprojekte beim Thema Rendite genauso gut abgeschnitten wie konventionelle Investments.

 

Die Finanzberatung Grünes Geld GmbH überprüft ihre Projekte regelmäßig nach ethischen und ökologischen Kriterien. Anleger können bei ihren Investments die Themenschwerpunkte auswählen, die ihnen besonders am Herzen liegen. So gehen sie sicher, dass ihr Geld nur bei Unternehmen landet, die auch verantwortlich handeln. Dadurch wird der Einfluss dieser Unternehmen gesteigert und das Anlagekapital wächst. Sicher erfordert das Sparen durch nachhaltige Geldanlagen etwas mehr Zeit und Überblick als das einfache Sparbuch von früher. Doch durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den unabhängigen Finanzberatern, bietet dieses Sparen einen positiven Effekt für das persönliche Vermögen und für Umwelt und Klima.

 

 

Gute Geldanlage: Musterdepots Vermögensaufbau bei Grünes Geld

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.