Mit ‘Earth Overshot Day’ getaggte Artikel

Alles öko? – Teil 1: Büro & Schule

Freitag, 04. August 2017

[schema type=“review“ description=“Zusammenfassung: Viele Dinge des täglichen Bedarfs belasten Klima und Umwelt. In der neuen Serie „Alles öko?“ werden verschiedene Lebensbereiche unter die Lupe genommen. Den Anfang machen Büro und Schule. Hier kann durch umweltfreundliche Produkte und die Vermeidung von überflüssigen Artikeln ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.“ ]

 

 

Earth Overshot Day – jetzt erst recht die Welt im Blick behalten!

Am vergangenen Mittwoch war es in diesem Jahr soweit. Das Global Footprint Network teilte mit, dass die Menschheit bereits am 2. August die natürlichen Ressourcen aufgebraucht hat, die für das gesamte Jahr 2017 zur Verfügung stehen. Damit wurde die Folge der traurigen Rekorde weiter fortgesetzt, denn seit Beginn der Errechnung des sogenannten Earth Overshot Day in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, rückt der Termin im Kalender immer weiter nach vorne. Einziger – wenn auch winziger –Hoffnungsschimmer: der Welterschöpfungstag ist im Vergleich zum Vorjahr lediglich einen Tag nach vorne gerutscht.

 

 

Die Erde in der Schuldenfalle

Alle natürlichen Ressourcen, die ab dem 3. August der Natur entnommen und verbraucht werden, stellen einen Raubbau an der Natur dar. Ab sofort lebt also die gesamte Menschheit auf diesem Planeten – ungeachtet des persönlichen Ressourcenverbrauchs – auf Pump.

 

Wem die Rechnung mit der Erdüberlastung zu abstrakt ist, kann sich das Modell auch konkret so vorstellen: Bereits nach sieben Monaten ist das komplette Jahresgehalt für 2017 aufgebraucht. Und das, obwohl es noch nicht vollständig erarbeitet wurde. Rücklagen gibt es keine. Für Anschaffungen zum neuen Schuljahr – relevant für alle Eltern – , Weihnachtsgeschenke, Wintergarderobe, Urlaub oder auch ganz simpel: Miete und Lebensmittel ist nichts übrig.

 

Aber während Banken derzeit mit Krediten zu günstigen Konditionen locken und einen normalen Haushalt vorerst finanziell aushelfen könnten, gerät die Erde direkt in die Schuldenfalle. Denn der übermäßige Verbrauch der natürlichen Ressourcen geht weit über die Idee eines Dispo-Kredits im Alltag hinaus.

 

Höchste Zeit also, sich dieser Entwicklung entgegen zu stellen und den eigenen Lebensstil kritisch unter die Lupe zu nehmen. Denn neben den großen Herausforderungen der Menschheit, wie beispielsweise der drastischen Reduzierung der CO2-Emissionen und Ausbau bezahlbarer und sauberer Energie weltweit, ist das Konsumverhalten der Menschen in den Industrienationen – und zunehmend auch in Teilen der Schwellenländer – verantwortlich für die bedenkliche Entwicklung.

 

 

Viele kleine Dinge bewirken Veränderung

Eine afrikanische Weisheit besagt: „Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ – Der Spruch mag häufig belächelt werden, gibt jedoch die Quintessenz eines nachhaltigen Lebensstils wider: Veränderungen im Alltag und ein bewussterer Konsum können in der Masse bereits viel bewirken.

 

Welche Möglichkeiten konkret bestehen, werden wir in den kommenden Wochen in unserer kleinen Serie „Alles öko?“ beleuchten. Im ersten Teil geht es heute rund um den Schreibtisch. Vorgestellt werden Tipps und Anregungen für nachhaltige Produkte und Verhaltensweisen im Büro, am heimischen Schreibtisch und in der Schule.

 

 

Büro & Schule: Weniger ist mehr

Unser Konsum beeinflusst in nahezu allen Lebensbereichen die Entwicklung von Umwelt und Klima. Im Lebensmittel und Kosmetikbereich haben sich Bio-Siegel bereits gut etabliert, aber schon bei Kleidung sind die meisten Güte-Siegel zum einen kaum bekannt, zum anderen wird die Kaufentscheidung fast ausschließlich vom individuellen Geschmack beeinflusst.

 

Weniger ist mehr!

Bei Büroartikeln und Schulsachen könnte die Sache einfacher sein, ist sie aber nicht. Zwar steht hier vielfach die Funktion der Dinge im Vordergrund, entscheidend ist allerdings auch meist der Preis.

 

Die einfachste, klimafreundlichste und billigste Möglichkeit ist es, unnötige Anschaffungen zu vermeiden, vorhandene Materialien zu nutzen und – wo immer es möglich ist – erneut zu verwenden.

 

In vielen Büros hat es sich durchgesetzt, auf unnötige Ausdrucke zu verzichten und auf papierlose Ablagesysteme zu setzten. Sicher wird durch die Arbeitsleistung der Rechner auch Energie verbraucht. Durch die steigende Akzeptanz von nachhaltig erzeugtem Strom, ist hier jedoch eine gute Ökobilanz möglich.

 

Mehr Energieeffizienz verspricht auch das EU Energy Star-Siegel, das sich bei vielen Geräten im IT- und Office-Bereiche durchgesetzt hat. Nachteil des Siegels ist allerdings, dass es niedrigschwellig vergeben wird. Die Hersteller ordnen sich nach ihren eigenen Vorgaben ein und teilen die der EU-Kommission mit. Eine externe Prüfung findet nicht statt.

 

 

Umweltfreundliches Papier mit Brief und Siegel

Altpapier: Abfall? – Nein, Rohstoff!

Dort, wo Papier zur Arbeit benötigt wird, sollten Unternehmen, private Haushalte und Schulen auf umweltfreundliche Produkte setzen. Aber Augen auf! – Nicht jede wohlklingende Werbeaussage steht auch wirklich für ein klima- und umweltfreundliches Produkt.

 

Noch immer werden zur Papierherstellung tropische Regenwälder abgeholzt. Wer dann auf das Siegel „tropenwaldfrei“ vertraut, kann unwissentlich Papier aus Plantagenholz in Händen halten. Und die Plantagen sind nicht selten auf den gerodeten Flächen der tropischen Wälder entstanden. Ebenso kann Papier mit diesem Label auch aus bedrohten Waldgebieten in Sibirien oder Kanada stammen.

 

Häufig tragen Papierprodukte die Bezeichnung „holzfrei“. Was für den Konsumenten wie ein ökologisch sinnvolles Versprechen klingt, bezeichnet in der Papierindustrie jedoch die holzfreie Qualitätsstufe des Papiers, das wenig vergilbt. Auch das holzfreie Papier besteht aus Zellstoff und dieser wird aus Holz gewonnen. Im holzfreien Papier dürfen jedoch nur ein ganz geringer Anteil an verholzten Fasern, sogenanntem Holzschliff, sein. Es ist in der Herstellung teuer und umweltschädlicher, da sogar mehr Bäume benötigt werden. 

 

Selbst die an sich unmissverständliche Aufschrift „chlorfrei“ steht nicht automatisch für ein umweltfreundliches Papier, denn hier wurde nur auf eine problematische Zutat verzichtet. Chlorfrei gebleichtes Papier schont zwar die Gewässer, nicht jedoch zwangsläufig den Erhalt der Wälder.

 

Vertrauen können Verbraucher auf die folgenden Siegel, denen strenge Umweltkriterien zugrunde liegen.

 

Am bekanntesten ist dabei der Blaue Engel. Das Umweltzeichen wurde bereits 1978 vom Bundesinnenministerium und den Umweltministerien der Länder auf den Weg gebracht und diente als Vorbild für viele internationale Umweltsiegel und für die ISO-Norm 14024. Kopierpapier, Schreibhefte und andere Papierartikel mit dem Blauen Engel werden nach ökologischen Standards hergestellt. Dabei ist nicht nur der Altpapiergehalt relevant, sondern auch die chlorfreie Bleiche sowie die Einhaltung von Schadstoffgrenzen. Der Blaue Engel wird nicht nur für Schul- und Büromaterialien vergeben. Das Siegel kennzeichnet auch viele weitere Produkte des täglichen Lebens. Laut einer Umweltbewusstseinsstudie kennen 92 Prozent der Befragten Personen das Umweltzeichen Blauer Engel, für 37 Prozent ist das Siegel kaufentscheidend.

 

Neben dem Blauen Engel stehen auch die als UWS-Papier gekennzeichneten Produkte für eine positive Ökobilanz. UWS-Papier ist ein Recyclingpapier, das ohne De-Inking und Bleiche hergestellt wird. Dadurch ist es im Allgemeinen nicht reinweiß, ist jedoch was den Ressourcenverbrauch anbelangt die erste Wahl unter den Papierprodukten.

 

Weniger bekannt ist das Siegel Ökopa plus, das vom ökologischen Schreibaren-Großhändler Venceremos als unternehmensinternes Gütesiegel vergeben wird. Öko plus Papier besteht zu einhundert Prozent aus Altpapier und wird umweltfreundlich hergestellt.

 

Sollte in Schule oder Büro einmal akute Papiernot herrschen und kein Recyclingpapier verfügbar sein, ist Papier mit FSC-Siegel eine klimafreundliche Alternative zu herkömmlichen Papieren. Das FSC-Siegel steht für eine nachhaltige Forstwirtschaft. An diesem Zertifizierungssystem sind Wirtschaft, Umwelt- und Sozialverbänden beteiligt und setzen sich für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ein.

 

 

Schreibzeug & Co. – Comeback des Füllers

Füllfederhalter sind wieder beliebt!

Schreibtische sind Mikrokosmen, die viel Auskunft über ihren Besitzer geben. Da sind auf der einen Seite durchorganisierte Puristen, die neben ihrem Laptop kaum etwas auf der Tischplatte dulden, auf der anderen Seite Schreibtisch-Messis, die nicht nur sämtliche Arbeitsmaterialien um sich herum verstreuen und zudem diverse Papierhaufen und Kleinkram vor sich liegen haben. Natürlich gibt es unzählige Typen zwischen den beiden Extremen.

 

Stifte finden sich quasi auf allen Schreibtischen – vom Erstklässler bis zum Generaldirektor. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren eine interessante Entwicklung parallel zur Digitalisierung der Arbeitswelt ergeben: Der Füller feiert sein Revival. Bildeten noch vor einigen Jahren Werbekugelschreiber und Fineliner in den Stifteköchern und Schreibmäppchen die Mehrheit, ist in den letzten Jahren die Freude am guten alten Füllfederhalter wieder erwacht. Gut für die Umwelt: Der Stift hält lange, die Feder kann ausgetauscht werden, Tinte wird – je nach System – aus dem Tintenfass, der wiederbefüllbaren Patrone (Konverter) oder – schlechteste Möglichkeit – der Einwegpatrone getankt. Darüber hinaus ist die Auswahl breit gefächert und deckt nahezu alle Preisvorstellungen ab.

 

 

Ernüchterung nach den Ferien – Schulsachen einkaufen

Während viele Büroangestellte mit relativ wenig Schreibmaterialien auskommen, sind die Einkaufslisten der Schüler traditionell lang. Buntstifte, Wasserfarben, Textmarker, Bleistifte in den unterschiedlichsten Stärken, Hefte, Blöcke, Umschläge – da kommt einiges Zusammen. Bei der Vielzahl der Artikel ist es sicher nicht einfach, umwelt- und klimafreundliche Produkte im Blick zu behalten.

 

Daher ist es sinnvoll, drei einfache Faustregeln zu beachten:

 

  1. Welche Produkte sind bereits vorhanden und können weiter genutzt werden?

Viele Hefte aus dem vergangenen Schuljahr sind nur zur Hälfte genutzt worden. Warum also nicht einfach dort weitermachen, wo vor den Ferien geendet wurde? Wer das partout nicht will, kann aus dem unbeschriebenen Papier Notizblöcke herstellen.

 

  1. Können Produkte nachgekauft, repariert oder ergänzt werden?

Das ist zum Beispiel bei Wasserfarbkästen und Farbstiften ein wichtiger Punkt, mit dem sich Geld sparen lässt. Gleichzeitig werden Ressourcen geschont.

 

  1. Giftstoffe und Plastik vermeiden!

Tintenkiller, Klebstoffe, bunte Radiergummis, hier sollte bereits der Geruch häufig vom Kauf abhalten. Viele dieser Produkte enthalten giftige Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Lösungsmittel. Darüber hinaus stecken viele in überflüssigen Plastikhüllen.

 

Buntstifte in guter & klimafreundlicher Qualität.

Die gute Nachricht, für fast alles gibt es umweltfreundliche Alternativen. Kautschuk-Radierer können teilweise sogar Tintenspuren beseitigen. Flüssigkleber gibt es nachfüllbar und frei von Lösungsmittel, Textmarker werden als Holzstifte angeboten und wer auf Filzstifte nicht verzichten will oder kann, sollte auf Refills achten. Die meisten Produkte sind im gut sortierten Schreibwarengeschäft und in den Kauf- und Warenhäusern erhältlich.

 

Eine gute Orientierung über die Produkte im Markt und umweltfreundliche Alternativen bietet die Broschüre „Umweltfreundliche Schulmaterialien“ der Stiftung Naturschutz Berlin

 

Wer lieber online Shoppen geht, kann sich bei Anbietern wie beispielsweise dem ökologischen Büroausstatter memo alles ins Haus liefern lassen, übrigens CO2-neutral und in einer klimafreundlichen Pfandkiste verpackt. Hier finden sich auch ökologische Büromöbel und Schülerschreibtische.

 

Ebenfalls ökologisch gefertigt, ausgefallen im Design und praktisch im Aufbau sind auch die Ordnungssystems des Herstellers Werkhaus. Das Unternehmen fertigt seit 25 Jahren eine facettenreiche Produktpalette mit ausgeklügelten Ordnungssystemen für den professionellen und den heimischen Arbeitsplatz. Das Unternehmen engagiert sich zudem auch sozial. Zwölf Prozent der Arbeitsplätze sind mit Menschen körperlicher oder seelischer Einschränkung besetzt.

 

 

Grüner Arbeitsplatz

An einem grünen Schreibtisch macht die Arbeit gleich viel mehr Spaß. Das geht sicher nicht nur dem Team von Grünes Geld so. Denn umgeben von sinnvollen Dingen, die Ressourcen schonen, werden auch unsere Ressourcen frei und wir kommen auf gut Ideen. Zum Beispiel wie Ihr Geld ökologisch und sozial positiv wirkt und Ihnen zugleich eine gute Rendite bringt. Wie das geht? Machen Sie einfach den Grünes Geld Test.

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

Nachhaltige Branchen – Energiewirtschaft

Freitag, 03. März 2017

[schema type=“review“ description=“Zusammenfassung: Nachhaltigkeit hat sich in der Wirtschaft zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil entwickelt. Entsprechend veröffentlichen Unternehmen und Organisationen Berichte zu ihrem Engagement im sozialen und ökologischen Bereich. Nachhaltigkeitsberichte sollten jedoch nicht zum „Greenwashing“ missbraucht werden. Auch Produkte oder Dienstleistungen sollen den Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung genügen. Ein gutes Beispiel ist die Energiewirtschaft, die sich in einem umgreifenden Wandel befindet.“ ]

 

 

Nachhaltigkeitsziele – neue Entwicklungen geben Anstöße.

Nachhaltiges Wirtschaften – das bedeutete einst in der Forst- und Landwirtschaft, dass nur soviel aus der Natur entnommen wurde, wie diese auch wieder im Stande war wieder zu reproduzieren. Damit sollte das fragile Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur ausbalanciert bleiben.

 

Diese Art des Wirtschaftens gehört längst der Vergangenheit an. Mittlerweile ruft der Earth Overshot Day, der von Umweltverbänden ins Leben gerufen  wurde, jedes Jahr ins Gedächtnis, dass die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen das Angebot der Erde längst übersteigt. Entsprechend sind die Ressourcen von Jahr zu Jahr früher erschöpft. Die Umwelt hat kaum noch die Möglichkeit sich zu regenerieren. Bei einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt wäre der „Earth Overshot Day“ am Ende des Jahres. De facto wurde er Erschöpfungstermin im vergangenen Jahr 2016 bereits für den 8. August errechnet.

 

Strategien und Maßnahmen für ein nachhaltiges Wirtschaften sind also mehr denn je gefordert. Entsprechend spielen Nachhaltigkeitskriterien auch in der Beurteilung und Bewertung von Unternehmen und Branchen eine zunehmend wichtige Rolle.

 

 

Nachhaltigkeitsberichte werden zu Wettbewerbsfaktoren

Bereits seit den 90er Jahren veröffentlichen besonders Großunternehmen jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht. Dieser löst mehr und mehr den bis dahin üblichen Umweltbericht des Unternehmens ab und wird oft in den jährlichen Geschäftsbericht integriert.

 

Die Berichterstattung über das gesellschaftliche, ökologische und soziale Engagement von Unternehmen mittlerweile durch eine EU-Verordnung vorgeschrieben. Börsennotierte Unternehmen, sowie Firmen und Organisationen mit mehr als 500 Mitarbeitern oder einer besonderen öffentlichen Bedeutung sind verpflichtet, jährlich über die Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu berichten. Aber auch kleinere Unternehmen erstellen Nachhaltigkeitsberichte. Das ist vor allem für Betriebe von Bedeutung, die als Lieferanten für Großkonzerne arbeiten, denn diese verlangen aufgrund ihrer Unternehmenspolitik Nachhaltigkeitsnachweise ihrer Geschäftspartner.

 

 

Nachhaltigkeitsbericht – sinnvoll oder bloßes „Greenwashing“

Generell rücken Nachhaltigkeitsberichte das Thema ins gesellschaftliche Bewusstsein, nehmen Unternehmen in die Verantwortung und werten die Bedeutung sozialer und ökologischer Belange auf. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass ein Nachhaltigkeitsbericht zum bloßen Marketing-Instrument verkommt, das die Glaubwürdigkeit des Unternehmens erhöhen soll, jedoch eigentlich nur ein „Greenwashing“ darstellt.

 

 

 

Was steht im Nachhaltigkeitsbericht?

Nachhaltigkeitsdenken findet mittlerweile auch jenseits einer beschaulichen Öko-Idylle statt.

Ein Nachhaltigkeitsbericht umfasst unter anderem die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens. Festgehalten wird außerdem die Entwicklung sozialer Ziele innerhalb des Unternehmens. Dazu zählen familienfreundliche Maßnahmen, Umsetzung der Gleichstellung in den unterschiedlichen Führungsebenen, Fortbildungen und Lohngerechtigkeit, aber auch außerbetriebliche Faktoren, wie die Ablehnung von Kinderarbeit, beispielsweise durch eine entsprechende Verpflichtung von Zulieferbetrieben. Ebenso werden ökologische Ziele festgelegt und deren Umsetzung überwacht. Dazu können beispielsweise eine verbesserte Energieeffizienz, eine papierlose Verwaltung oder Elektrofahrzeuge in der Firmenflotte gehören.

 

Das generelle Problem eines Nachhaltigkeitsberichts ist, dass die Prozesse eines Unternehmens oder einer Organisation zwar nahezu lückenlos bewertet werden können. Der Nachhaltigkeitsbericht blendet jedoch eine zentrale Frage, nämlich die Frage nach der Nachhaltigkeit eines Produktes oder einer Dienstleistung selbst, aus.

 

 

Nachhaltige Unternehmensfühung ergibt nicht automatisch ein ethisches Produkt

Denn auch wenn ein Unternehmen seine Produktion zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien bestreitet, in seiner Kantine Bio-Gerichte aus regionalen und saisonalen Produkten anbietet und den Arbeitnehmern weitreichende Mitbestimmungsrechte einräumt – so ist der Begriff der Nachhaltigkeit doch fragwürdig, wenn es sich um ein Unternehmen handelt, das Kriegswaffen herstellt. Für eine umfassende Bewertung von Nachhaltigkeit sollte auch die soziale und ökologische Wirkung eines Produktes mit in die Betrachtung einbezogen werden.

 

 

Wirtschaft und Gesellschaft wirken zusammen

Das ist natürlich ein Extrembeispiel. Denn generell lassen sich Wirtschaft und Gesellschaft nicht auseinanderdividieren. Viele Unternehmen befinden sich eher in der für die Moderne typischen Situation, mit ihren Produkten zwar weder den konkreten Weltfrieden noch den sofortigen Stopp des Klimawandels zu befördern, sind aber durchaus bestrebt, ihre Prozesse sozial, ökologisch und klimafreundlich zu gestalten und ihre Produkte nachhaltig zu fertigen.

 

 

Beispiel Energiewirtschaft

Große Energiekonzerne müssen ihre Nachhaltigkeitsstrategie neu definieren.

In loser Folge stellen wir daher Branchen und Unternehmen vor, die sich den anspruchsvollen Nachhaltigkeitszielen stellen. Den Anfang macht die Energiewirtschaft.

 

Durch das gestiegene gesellschaftliche Interesse an Nachhaltigkeitsthemen reagieren Medien und Verbraucher außerordentlich sensibel wenn der Verdacht auf „Greenwashing“ besteht. Wenn Unternehmen der konventionellen Energiewirtschaft gedankenlos ohne konkrete Maßnahmen auf den Nachhaltigkeitszug aufspringen, wird das in der breiten Öffentlichkeit mittlerweile übel genommen und kann sich zum entscheidenden Wettbewerbsnachteil entwickeln.

 

Die Energiewirtschaft ist als Branche einem extremen Wandel unterworfen. Mit dem Siegeszug der Elektrizität und dem Aufbau von Stromnetzen bildeten sich Monopole heraus, die staatlich reguliert wurden. Mit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 zog sich der Staat aus der Kontrolle des Energiemarktes zurück, so dass eine breite Anbieterstruktur entstehen konnte. Allerdings bildeten sich mit E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall rasch vier große Player heraus, die mit Unterstützung zahlreicher Tochterunternehmen den deutschen Energiemarkt dominierten. Der deregulierte Strommarkt ermöglichte aber auch das Aufkommen einer Vielzahl von kleineren Energieanbietern, die den Ausbau Erneuerbarer Energien zum Ziel hatte.

 

Durch den beschlossenen Atomausstieg und die Energiewende in Deutschland werden die Karten im Energiemarkt aktuell neu gemischt, denn das gegenwärtige Energiesystem ist nicht nachhaltig. Zu diesem Schluss ist die Enquetekommission des deutschen Bundestages gekommen. Um eine Veränderung zu forcieren, muss ein Mix aus Erneuerbaren Energien gefördert und koordiniert werden, denn keine regenerative Quelle kann alleine die künftige Energieversorgung sichern. Entsprechend gefördert werden daher die Solarstromerzeugung mit Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft, Biomasse, Geothermie und Gezeitenkraft.

 

Die konventionellen Energie-Anbieter haben aktuell lediglich einen einstelligen Prozentanteil an den produzierten Erneuerbaren Energien. Entsprechend sind diese Unternehmen jetzt besonders gefordert, ihre Nachhaltigkeitsstrategie neu zu definieren.

 

Sonderkonditionen mit den Grünes Geld News

Dabei wandelt sich bei den bislang führenden Konzernen der bisherige Wettbewerbsvorteil zum Nachteil. Den behäbigen Wirtschaftsriesen stehen jetzt viele agile und wandlungsfähige Unternehmen gegenüber, die bereits positive Nachhaltigkeitsbilanzen für sich verbuchen können. Unter den Anbietern von regenerativen Energien befinden sich engagierte Start-ups, Energiegenossenschaften und auch viele regionale Energieversorger, die jetzt als kommunale Unternehmen agieren.

 

 

Nachhaltiges Denken heißt vorausschauendes Denken

Nachhaltigkeit bedeutet auch immer, die Zeichen der Zeit zu erkennen und frühzeitig den richtigen Weg einzuschlagen. Manche Entwicklungen sind unausweichlich, auch wenn sie etwas auf sich warten lassen. Ein gutes Beispiel dafür sind die Erneuerbaren Energien, denn Experten haben bereits vor Jahrzehnten auf die Begrenztheit von fossilen Energieträgern, dem Schaden für das Klima durch eine hohe Kohlendioxid-Belastung sowie den generellen Gefahren durch Atomkraft hingewiesen. Wer früh auf Erneuerbare Energien gesetzt hat, sieht sich jetzt in seiner Investition bestätigt.

 

Grünes Geld, Experte für nachhaltige Geldanlagen, bietet viele interessante Geldanlagen im Bereich der Erneuerbaren Energien an. Denn Wind, Sonne und Wasser bringen nicht eine nachhaltige Lösung für unsere Energieversorgung, sondern auch eine interessante Rendite. Machen Sie den Grünes Geld Test und finden Sie heraus, welche grüne Geldanlage für Sie optimal ist.

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.