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Banken und Finanzberater: Augen auf bei der Partnerwahl

Freitag, 12. Mai 2017
Zusammenfassung: Die Auswahl an Banken und Finanzberatern ist mittlerweile unübersichtlich und wächst weiter an. Der Markt bietet damit für jeden Kunden- und Anlegertyp das passende Angebot, allerdings ist es nicht immer leicht, den passenden Anbieter zu finden. Daher ist es gut, wenn Kunden genau wissen, was sie von ihren Finanzpartnern erwarten. Das gilt für Sicherheit und Ertrag der Anlage genauso wie für ethische und ökologische Werte.

 

Ohne Bankverbindung lässt sich das tägliche Leben nicht regeln.

Der Kolumnist Max Goldt beschrieb vor gut einem viertel Jahrhundert den Umgang mit Geld als das Einfachste auf der ganzen Welt. Er empfahl höchstens soviel Geld vom Konto abzuheben, wie darauf verfügbar sei und am Ende des Monats den Rest auf das Sparbuch übertrage. Dann, so Goldt, gäbe es keine Scherereien.

 

Wir wissen nicht, wie Goldt aktuell mit der Verwaltung seine persönlichen Finanzen verfährt, es ist jedoch sicher anzunehmen, dass auch er sich von dieser simplen Lösung verabschiedet hat, denn das ehemals grundsolide Sparbuch hat durch die Zinsentwicklung ausgedient und ist höchstens noch für Menschen zu empfehlen, die ihr Geld als Alternative im Safe oder unter dem Kopfkissen aufheben würden.

 

Während früher ein einfaches Konto und Sparbuch für viele Menschen ausreichte, hat sich das Leben in den vergangenen Jahrzehnten rapide verändert. Viele Impulse haben zu dieser Veränderung beigetragen. So hat die Rentenreform neue Anforderungen an die Arbeitnehmer gestellt, sich eigenverantwortlicher um ihre Altersvorsorge zu kümmern. Auch die Begeisterung für Aktiengeschäfte ab Mitte der neunziger Jahre, die Einführung der Volksaktie und der Börsenboom und die anfänglichen Erfolge am Neuen Markt haben das Interesse an der Finanzwelt in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt.

 

 

Finanzwelt durchdringt den Alltag

Finanzprodukte außerhalb des üblichen Menüs aus Konto, Sparbuch, festverzinslichen Wertpapieren und Bausparvertrag feierten jetzt einen Siegeszug in die Haushalte. Waren Wertpapiergeschäfte bis dahin nur undurchsichtige Aktivitäten von Yuppies und Wohlhabenden, avancierten Börsenkurse in den späten neunziger Jahren zum allgemein akzeptierten Gesprächsthema. Nach dem Hype folgte mit dem raschen Abflauen vieler Börsenwerte eine Rückbesinnung auf sichere und solide Finanzanlagen.

 

Dennoch hatte diese Entwicklung dazu geführt, dass die Dienstleistungen von Banken und Beratern nun von Kunden aus nahezu allen Bevölkerungsschichten nachgefragt wurden.

 

 

Die Qual der Wahl – das richtige Bankkonto

Ein Bankkonto ist die Basis sämtlicher Geldgeschäfte. Um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, ist eine Bankverbindung mittlerweile unerlässlich. Daher hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr das Recht auf eine Kontoverbindung festgeschrieben und damit die Grundlage für ein sogenanntes Basiskonto auf Guthabenbasis geschaffen.

 

Gewinnaussichten mit hohen Risiken – Spielbank sind keine soliden Finanzpartner.

Wer heute ein Konto eröffnen will, steht vor einer nahezu unüberschaubaren Menge von Angeboten. Daher ist es wichtig, im Vorfeld zu überlegen, welche Kriterien das Konto erfüllen soll. Wem ein dichtes Filialnetz mit persönlicher Beratung wichtig ist, wird sich eher für die altbekannten Banken und Sparkassen entscheiden. Wer mehr auf Online-Banking setzt, kann aus den Angeboten der traditionellen Anbietern und der speziellen Online-Banken wählen. Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist, ob die Bank auch die Depotführung für Wertpapiergeschäfte übernehmen soll und ob Beratungsleistungen zum Vermögensaufbau beziehungsweise zur Vermögensverwaltung in Anspruch genommen werden. Gerade bei der Eröffnung des ersten Kontos sind darüber hinaus auch die Gebühren für die Kontoführung sowie für Karten und die Höhe es Kreditrahmens ein entscheidendes Kriterium.

 

Generell geht der Trend zum Führen von mehreren Girokonten. Das bringt zwar auch für den Kunden einen Mehraufwand an Verwaltung mit sich. Vielfach lassen sich so jedoch auch alltägliche Dinge in Familie und Partnerschaft leichter trennen und übersichtlich gestalten.

 

 

Geld und Ethik – Gegensätze überwinden

In den 1980er Jahren empörten sich viel Menschen über die Geschäfte der Deutschen Bank mit dem südafrikanischen Apartheitsregime. Sicher büßte die Bank einige Kunden ein und musste bei ihren Aktionärsversammlungen Vertretern der Kritischen Aktionären Rede und Antwort stehen, generell war der Bankenwechsel früher jedoch für Kunden um einiges aufwändiger als heute – zudem waren die Alternativen sehr übersichtlich. Das hat sich heute grundlegend geändert.

 

Nachhaltigkeit hat sich zu einem der wichtigsten gesellschaftlichen Trends der letzten Jahren entwickelt. Entsprechend sind die Ansprüche der Kunden gestiegen. Dabei endet die Orientierung an ökologischen und ethischen Werten längst nicht mehr beim Kauf von Bio-Lebensmitteln, der Nutzung von Ökostrom und der Bevorzugung fair produzierter Textilien. Auch Banken und Finanzdienstleister müssen sich an diesen Kriterien messen lassen und durch eine transparente und nachhaltige Unternehmenspolitik das Vertrauen ihrer Kunden immer wieder aufs Neue verdienen.

 

 

Bankgeschäfte erschüttern Kundenvertrauen

Keine undurchsichtige Krötenwanderung: ethische und ökologische Geldanlagen.

Kunden sind sich ihrer gewachsenen wirtschaftlichen Macht bewusst und erteilen verstärkt konventionellen Banken eine Absage. Gestärkt durch vielfältige Informationsquellen sind die Argumente gegen viele Großbanken gefestigt und basieren nicht auf einer diffusen Ablehnung gegen das „Kapital“. Eines der Hauptargumente gegen führende Banken bleibt dabei – leider bereits seit vielen Jahren – deren globale Waffengeschäfte und damit die direkte Unterstützung von Kriegen und Krisen weltweit. Ein weiteres K.O.-Kriterium bei der Auswahl eines nachhaltig arbeitenden Geldinstituts ist die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen, die zu Nahrungsmittelknappheit und Hungersnöten in vielen Regionen der Welt führt. Wenig Voraussicht beweisen auch viele Banken noch, wenn es um Investitionen in Risiko-Technologien geht. Noch immer sehen viele Banken große Atomkonzerne und Betreiber von Kohlekraftwerken als wichtige Geschäftspartner. Politische und gesellschaftliche Entwicklungen wie die Energiewende sollten jedoch auch von der Finanzwelt nicht ignoriert werden. Denn im Zuge einer nachhaltigen Entwicklung verändern sich auch die Geschäftspartner und deren Ansprüche und Ziele. Wer hier weiter nur auf bestehende Netzwerke setzt, kann schnell den Anschluss verlieren.

 

Neben den ethischen und ökologischen Bedenken bei den Finanzgeschäften der konventionellen Banken, stören sich aber auch immer mehr Menschen an den generell wenig sozialen Geschäftspraktiken. Immer mehr Berichte über undurchsichtige Verstrickungen in Schattenfinanzplätzen, Steuerhinterziehungen und nicht zuletzt die Enthüllungen durch die sogenannten Panama Papers haben selbst das Vertrauen langjähriger Kunden erschüttert.

 

 

Alternativen zu den traditionellen Banken

1984 gründete sich in der Bankenmetropole Frankfurt die Ökobank als eingetragene Genossenschaft. Ihr Ziel war es, als Finanzdienstleister Partner für alternative Unternehmen zu sein und Entwicklungsförderung in der Dritten Welt zu betreiben. Diese Geschäftsbereiche wurden damals von den großen Banken nicht abgedeckt. Die Ökobank geriet Anfang des Jahrhunderts in finanzielle Schieflage und gab ihre Geschäfte 2003 auf. Generell stellt jedoch die Geschichte der Ökobank die Inspiration für die heute aktiven grünen Banken und auch für die Nachhaltigkeitsbestrebungen einiger regionaler Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken dar.

 

Aktuell sind drei alternative Banken mit einem alltagstauglichen Angebot für Privatkunden im Markt aktiv: Die GLS Bank, die Ethikbank sowie die Triodos Bank. Alle drei Anbieter fühlen sich sozialen und ökologischen Werten verpflichtet, berichten transparent zu ihren Aktivitäten und veröffentlichen die Ausschluss- und Positivkriterien ihre Investments. Ihren Kunden bieten die alternativen Geldinstitute neben Girokonten und Kreditkarten auch die kostenlose Nutzung ausgewählter Geldautomaten, beispielsweise von Volks- und Raiffeisenbanken und der Sparda-Bank. Darüber hinaus werden Tages- und Festgeldkonten, sowie unterschiedliche Investmentfonds, Wertpapiere und Altersvorsorgeprodukte angeboten.

 

 

Bankenwechsel erleichtert

Kunden, die zu einer grünen Bank wechseln möchten, haben es seit dem vergangenen Jahr besonders leicht. Denn seit September des letzten Jahres sind Banken gesetzlich verpflichtet, ihren Kunden beim Wechsel zu helfen, so dass die Umstellung im Allgemeinen nach zwei Wochen vollständig durchgeführt wird. Die alte und die neue Bank erhalten dafür von ihrem Kunden den Auftrag zum Kontowechsel. Die neue Bank fordert dann sämtliche Daten von der alten Bank an und übernimmt diese in ihren Systemen. Da sämtliche Zahlungen der vergangen 13 Monate übermittelt werden, fallen auch jährlich geleistete Beiträge und Zahlungen nicht durch das Raster. So werden Unterbrechungen von Daueraufträgen und Lastschriftmandaten vermieden und die alltäglichen Geldgeschäfte laufen reibungslos weiter, denn die neue Bank informiert Zahler wie Zahlungsempfänger gleichermaßen über die neue Bankverbindung.

 

 

Bankenunabhängige Finanzberater – eine sinnvolle Ergänzung

Auch wer sich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zu einem Bankenwechsel durchringen kann oder will, kann sein Geld sinnvoll und nachhaltig anlegen. Denn eine Hausbank ist längst nicht mehr der alleinige Anbieter von Finanzprodukten. Bankenunabhängige Berater bilden eine wichtige Ergänzung im Bereich der Finanzdienstleistungen.

 

Gute Finanzberater bieten keine Standardlösungen sondern Kundenorientierung.

Die Zeiten von relevanten Zinserträgen für Konto- und Sparbuchguthaben sind endgültig vorbei. Moderne Geldanlage mit interessanten Erträgen erfordert allerdings auch von Sparern und Anlegern mehr Einsatz als früher. Gut, wer sich dann auch in diesem Bereich auf einen kompetenten Partner verlassen kann. Die Beratung durch einen unabhängigen Anbieter ist für alle Anleger sinnvoll, die ihr Geld ethisch und ökologisch anlegen wollen oder nach diesen Kriterien ein Vermögen aufbauen möchten. Wichtig dabei ist natürlich, dass sich Kunde und Berater auf Augenhöhe begegnen und die gleichen ethischen und ökologischen Werte teilen. Ein erfahrener Finanzberater wird dann gemeinsam mit seinem Klienten Ziele definieren und abwägen, welche Investments für den jeweiligen Anlegertypus in Frage kommen.

 

„Offenheit und Vertrauen sind hier das A und O einer guten Beratung“, weiß Gerd Junker, Gründer und Geschäftsführer von Grünes Geld. „Je mehr wir über unserer Kunden wissen, desto besser können wir die passende Anlagestrategie bestimmen. Beispielsweise gibt es auch vegane Finanzprodukte, bei denen Investments in Tierhaltung völlig ausgeschlossen werden. Um hier sinnvolle Empfehlungen auszusprechen, müssen wir nicht nur die finanziellen Verhältnisse sondern eben auch persönliche Überzeugungen kennen“, so Gerd Junker.

 

 

Aus diesem Grund ist das Beratungsgeschäft auch in Zeiten von Vergleichsportalen anspruchsvoll und spannend, denn ein erfahrener Finanzdienstleister bietet mehr als eine Renditeprognose für die kommenden drei Jahre. Kunden benötigen passgenaue Lösungen, denn stehen spezielle Präferenzen von Anfang an fest und ist klar, wie sicherheitsbewusst beziehungsweise risikofreudig der Kunde ist, kann eine solide und langfristige Anlagestrategie entwickelt werden, die nur noch bei Veränderungen leicht korrigiert werden muss.

 

So findet jeder Kunde ein Investment, das sowohl seinen persönlichen Werten entspricht, als auch generell für eine ethische und ökologische Entwicklung Eintritt. Um das zu gewährleisten werden zum einen entsprechende Projekte gefördert, beispielsweise durch die Vergabe von Mikrokrediten oder bei der Förderung von umwelt- und klimaschädlichen Maßnahmen. Zum anderen werden Investitionen in problematischen Bereichen konsequent ausgeschlossen, beispielsweise Atomkraft, Waffenhandel oder Gentechnologie.

 

Anleger, denen ökologische und soziale Werte wichtig sind und ihr Geld dennoch ertragreich investieren wollen, sind bei Spezialisten wie Grünes Geld an der richtigen Adresse, denn Grünes Geld bietet mehr als 300 interessante Geldanlagen für die unterschiedlichsten Anlegertypen.

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.