Mit ‘Konsum’ getaggte Artikel

Alles öko? – Teil 1: Büro & Schule

Freitag, 04. August 2017
Zusammenfassung: Viele Dinge des täglichen Bedarfs belasten Klima und Umwelt. In der neuen Serie „Alles öko?“ werden verschiedene Lebensbereiche unter die Lupe genommen. Den Anfang machen Büro und Schule. Hier kann durch umweltfreundliche Produkte und die Vermeidung von überflüssigen Artikeln ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

 

 

Earth Overshot Day – jetzt erst recht die Welt im Blick behalten!

Am vergangenen Mittwoch war es in diesem Jahr soweit. Das Global Footprint Network teilte mit, dass die Menschheit bereits am 2. August die natürlichen Ressourcen aufgebraucht hat, die für das gesamte Jahr 2017 zur Verfügung stehen. Damit wurde die Folge der traurigen Rekorde weiter fortgesetzt, denn seit Beginn der Errechnung des sogenannten Earth Overshot Day in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, rückt der Termin im Kalender immer weiter nach vorne. Einziger – wenn auch winziger –Hoffnungsschimmer: der Welterschöpfungstag ist im Vergleich zum Vorjahr lediglich einen Tag nach vorne gerutscht.

 

 

Die Erde in der Schuldenfalle

Alle natürlichen Ressourcen, die ab dem 3. August der Natur entnommen und verbraucht werden, stellen einen Raubbau an der Natur dar. Ab sofort lebt also die gesamte Menschheit auf diesem Planeten – ungeachtet des persönlichen Ressourcenverbrauchs – auf Pump.

 

Wem die Rechnung mit der Erdüberlastung zu abstrakt ist, kann sich das Modell auch konkret so vorstellen: Bereits nach sieben Monaten ist das komplette Jahresgehalt für 2017 aufgebraucht. Und das, obwohl es noch nicht vollständig erarbeitet wurde. Rücklagen gibt es keine. Für Anschaffungen zum neuen Schuljahr – relevant für alle Eltern – , Weihnachtsgeschenke, Wintergarderobe, Urlaub oder auch ganz simpel: Miete und Lebensmittel ist nichts übrig.

 

Aber während Banken derzeit mit Krediten zu günstigen Konditionen locken und einen normalen Haushalt vorerst finanziell aushelfen könnten, gerät die Erde direkt in die Schuldenfalle. Denn der übermäßige Verbrauch der natürlichen Ressourcen geht weit über die Idee eines Dispo-Kredits im Alltag hinaus.

 

Höchste Zeit also, sich dieser Entwicklung entgegen zu stellen und den eigenen Lebensstil kritisch unter die Lupe zu nehmen. Denn neben den großen Herausforderungen der Menschheit, wie beispielsweise der drastischen Reduzierung der CO2-Emissionen und Ausbau bezahlbarer und sauberer Energie weltweit, ist das Konsumverhalten der Menschen in den Industrienationen – und zunehmend auch in Teilen der Schwellenländer – verantwortlich für die bedenkliche Entwicklung.

 

 

Viele kleine Dinge bewirken Veränderung

Eine afrikanische Weisheit besagt: „Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ – Der Spruch mag häufig belächelt werden, gibt jedoch die Quintessenz eines nachhaltigen Lebensstils wider: Veränderungen im Alltag und ein bewussterer Konsum können in der Masse bereits viel bewirken.

 

Welche Möglichkeiten konkret bestehen, werden wir in den kommenden Wochen in unserer kleinen Serie „Alles öko?“ beleuchten. Im ersten Teil geht es heute rund um den Schreibtisch. Vorgestellt werden Tipps und Anregungen für nachhaltige Produkte und Verhaltensweisen im Büro, am heimischen Schreibtisch und in der Schule.

 

 

Büro & Schule: Weniger ist mehr

Unser Konsum beeinflusst in nahezu allen Lebensbereichen die Entwicklung von Umwelt und Klima. Im Lebensmittel und Kosmetikbereich haben sich Bio-Siegel bereits gut etabliert, aber schon bei Kleidung sind die meisten Güte-Siegel zum einen kaum bekannt, zum anderen wird die Kaufentscheidung fast ausschließlich vom individuellen Geschmack beeinflusst.

 

Weniger ist mehr!

Bei Büroartikeln und Schulsachen könnte die Sache einfacher sein, ist sie aber nicht. Zwar steht hier vielfach die Funktion der Dinge im Vordergrund, entscheidend ist allerdings auch meist der Preis.

 

Die einfachste, klimafreundlichste und billigste Möglichkeit ist es, unnötige Anschaffungen zu vermeiden, vorhandene Materialien zu nutzen und – wo immer es möglich ist – erneut zu verwenden.

 

In vielen Büros hat es sich durchgesetzt, auf unnötige Ausdrucke zu verzichten und auf papierlose Ablagesysteme zu setzten. Sicher wird durch die Arbeitsleistung der Rechner auch Energie verbraucht. Durch die steigende Akzeptanz von nachhaltig erzeugtem Strom, ist hier jedoch eine gute Ökobilanz möglich.

 

Mehr Energieeffizienz verspricht auch das EU Energy Star-Siegel, das sich bei vielen Geräten im IT- und Office-Bereiche durchgesetzt hat. Nachteil des Siegels ist allerdings, dass es niedrigschwellig vergeben wird. Die Hersteller ordnen sich nach ihren eigenen Vorgaben ein und teilen die der EU-Kommission mit. Eine externe Prüfung findet nicht statt.

 

 

Umweltfreundliches Papier mit Brief und Siegel

Altpapier: Abfall? – Nein, Rohstoff!

Dort, wo Papier zur Arbeit benötigt wird, sollten Unternehmen, private Haushalte und Schulen auf umweltfreundliche Produkte setzen. Aber Augen auf! – Nicht jede wohlklingende Werbeaussage steht auch wirklich für ein klima- und umweltfreundliches Produkt.

 

Noch immer werden zur Papierherstellung tropische Regenwälder abgeholzt. Wer dann auf das Siegel „tropenwaldfrei“ vertraut, kann unwissentlich Papier aus Plantagenholz in Händen halten. Und die Plantagen sind nicht selten auf den gerodeten Flächen der tropischen Wälder entstanden. Ebenso kann Papier mit diesem Label auch aus bedrohten Waldgebieten in Sibirien oder Kanada stammen.

 

Häufig tragen Papierprodukte die Bezeichnung „holzfrei“. Was für den Konsumenten wie ein ökologisch sinnvolles Versprechen klingt, bezeichnet in der Papierindustrie jedoch die holzfreie Qualitätsstufe des Papiers, das wenig vergilbt. Auch das holzfreie Papier besteht aus Zellstoff und dieser wird aus Holz gewonnen. Im holzfreien Papier dürfen jedoch nur ein ganz geringer Anteil an verholzten Fasern, sogenanntem Holzschliff, sein. Es ist in der Herstellung teuer und umweltschädlicher, da sogar mehr Bäume benötigt werden. 

 

Selbst die an sich unmissverständliche Aufschrift „chlorfrei“ steht nicht automatisch für ein umweltfreundliches Papier, denn hier wurde nur auf eine problematische Zutat verzichtet. Chlorfrei gebleichtes Papier schont zwar die Gewässer, nicht jedoch zwangsläufig den Erhalt der Wälder.

 

Vertrauen können Verbraucher auf die folgenden Siegel, denen strenge Umweltkriterien zugrunde liegen.

 

Am bekanntesten ist dabei der Blaue Engel. Das Umweltzeichen wurde bereits 1978 vom Bundesinnenministerium und den Umweltministerien der Länder auf den Weg gebracht und diente als Vorbild für viele internationale Umweltsiegel und für die ISO-Norm 14024. Kopierpapier, Schreibhefte und andere Papierartikel mit dem Blauen Engel werden nach ökologischen Standards hergestellt. Dabei ist nicht nur der Altpapiergehalt relevant, sondern auch die chlorfreie Bleiche sowie die Einhaltung von Schadstoffgrenzen. Der Blaue Engel wird nicht nur für Schul- und Büromaterialien vergeben. Das Siegel kennzeichnet auch viele weitere Produkte des täglichen Lebens. Laut einer Umweltbewusstseinsstudie kennen 92 Prozent der Befragten Personen das Umweltzeichen Blauer Engel, für 37 Prozent ist das Siegel kaufentscheidend.

 

Neben dem Blauen Engel stehen auch die als UWS-Papier gekennzeichneten Produkte für eine positive Ökobilanz. UWS-Papier ist ein Recyclingpapier, das ohne De-Inking und Bleiche hergestellt wird. Dadurch ist es im Allgemeinen nicht reinweiß, ist jedoch was den Ressourcenverbrauch anbelangt die erste Wahl unter den Papierprodukten.

 

Weniger bekannt ist das Siegel Ökopa plus, das vom ökologischen Schreibaren-Großhändler Venceremos als unternehmensinternes Gütesiegel vergeben wird. Öko plus Papier besteht zu einhundert Prozent aus Altpapier und wird umweltfreundlich hergestellt.

 

Sollte in Schule oder Büro einmal akute Papiernot herrschen und kein Recyclingpapier verfügbar sein, ist Papier mit FSC-Siegel eine klimafreundliche Alternative zu herkömmlichen Papieren. Das FSC-Siegel steht für eine nachhaltige Forstwirtschaft. An diesem Zertifizierungssystem sind Wirtschaft, Umwelt- und Sozialverbänden beteiligt und setzen sich für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ein.

 

 

Schreibzeug & Co. – Comeback des Füllers

Füllfederhalter sind wieder beliebt!

Schreibtische sind Mikrokosmen, die viel Auskunft über ihren Besitzer geben. Da sind auf der einen Seite durchorganisierte Puristen, die neben ihrem Laptop kaum etwas auf der Tischplatte dulden, auf der anderen Seite Schreibtisch-Messis, die nicht nur sämtliche Arbeitsmaterialien um sich herum verstreuen und zudem diverse Papierhaufen und Kleinkram vor sich liegen haben. Natürlich gibt es unzählige Typen zwischen den beiden Extremen.

 

Stifte finden sich quasi auf allen Schreibtischen – vom Erstklässler bis zum Generaldirektor. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren eine interessante Entwicklung parallel zur Digitalisierung der Arbeitswelt ergeben: Der Füller feiert sein Revival. Bildeten noch vor einigen Jahren Werbekugelschreiber und Fineliner in den Stifteköchern und Schreibmäppchen die Mehrheit, ist in den letzten Jahren die Freude am guten alten Füllfederhalter wieder erwacht. Gut für die Umwelt: Der Stift hält lange, die Feder kann ausgetauscht werden, Tinte wird – je nach System – aus dem Tintenfass, der wiederbefüllbaren Patrone (Konverter) oder – schlechteste Möglichkeit – der Einwegpatrone getankt. Darüber hinaus ist die Auswahl breit gefächert und deckt nahezu alle Preisvorstellungen ab.

 

 

Ernüchterung nach den Ferien – Schulsachen einkaufen

Während viele Büroangestellte mit relativ wenig Schreibmaterialien auskommen, sind die Einkaufslisten der Schüler traditionell lang. Buntstifte, Wasserfarben, Textmarker, Bleistifte in den unterschiedlichsten Stärken, Hefte, Blöcke, Umschläge – da kommt einiges Zusammen. Bei der Vielzahl der Artikel ist es sicher nicht einfach, umwelt- und klimafreundliche Produkte im Blick zu behalten.

 

Daher ist es sinnvoll, drei einfache Faustregeln zu beachten:

 

  1. Welche Produkte sind bereits vorhanden und können weiter genutzt werden?

Viele Hefte aus dem vergangenen Schuljahr sind nur zur Hälfte genutzt worden. Warum also nicht einfach dort weitermachen, wo vor den Ferien geendet wurde? Wer das partout nicht will, kann aus dem unbeschriebenen Papier Notizblöcke herstellen.

 

  1. Können Produkte nachgekauft, repariert oder ergänzt werden?

Das ist zum Beispiel bei Wasserfarbkästen und Farbstiften ein wichtiger Punkt, mit dem sich Geld sparen lässt. Gleichzeitig werden Ressourcen geschont.

 

  1. Giftstoffe und Plastik vermeiden!

Tintenkiller, Klebstoffe, bunte Radiergummis, hier sollte bereits der Geruch häufig vom Kauf abhalten. Viele dieser Produkte enthalten giftige Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Lösungsmittel. Darüber hinaus stecken viele in überflüssigen Plastikhüllen.

 

Buntstifte in guter & klimafreundlicher Qualität.

Die gute Nachricht, für fast alles gibt es umweltfreundliche Alternativen. Kautschuk-Radierer können teilweise sogar Tintenspuren beseitigen. Flüssigkleber gibt es nachfüllbar und frei von Lösungsmittel, Textmarker werden als Holzstifte angeboten und wer auf Filzstifte nicht verzichten will oder kann, sollte auf Refills achten. Die meisten Produkte sind im gut sortierten Schreibwarengeschäft und in den Kauf- und Warenhäusern erhältlich.

 

Eine gute Orientierung über die Produkte im Markt und umweltfreundliche Alternativen bietet die Broschüre „Umweltfreundliche Schulmaterialien“ der Stiftung Naturschutz Berlin

 

Wer lieber online Shoppen geht, kann sich bei Anbietern wie beispielsweise dem ökologischen Büroausstatter memo alles ins Haus liefern lassen, übrigens CO2-neutral und in einer klimafreundlichen Pfandkiste verpackt. Hier finden sich auch ökologische Büromöbel und Schülerschreibtische.

 

Ebenfalls ökologisch gefertigt, ausgefallen im Design und praktisch im Aufbau sind auch die Ordnungssystems des Herstellers Werkhaus. Das Unternehmen fertigt seit 25 Jahren eine facettenreiche Produktpalette mit ausgeklügelten Ordnungssystemen für den professionellen und den heimischen Arbeitsplatz. Das Unternehmen engagiert sich zudem auch sozial. Zwölf Prozent der Arbeitsplätze sind mit Menschen körperlicher oder seelischer Einschränkung besetzt.

 

 

Grüner Arbeitsplatz

An einem grünen Schreibtisch macht die Arbeit gleich viel mehr Spaß. Das geht sicher nicht nur dem Team von Grünes Geld so. Denn umgeben von sinnvollen Dingen, die Ressourcen schonen, werden auch unsere Ressourcen frei und wir kommen auf gut Ideen. Zum Beispiel wie Ihr Geld ökologisch und sozial positiv wirkt und Ihnen zugleich eine gute Rendite bringt. Wie das geht? Machen Sie einfach den Grünes Geld Test.

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

Klimaschutz im Alltag – 10 gute Ideen

Dienstag, 06. Juni 2017
Zusammenfassung: Große Weltrettungsaktionen sind das Werk vieler. Mit 10 einfachen Ideen für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit hat jeder Einzelne im Alltag die Möglichkeit, seinen Beitrag zu leisten und die Welt auch für kommende Generationen lebenswert zu erhalten.

 

 

Das Pariser Abkommen auf den Kopf gestellt.

Der Juni startete sonnig, für das globale Klima gab es jedoch schlechte Nachrichten. Der US-amerikanische Präsident Donald Trump verkündete offiziell den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Das Abkommen, so Trump, sei ungerecht, die Reduzierung von klimaschädlichen Treibhausgasen sei zu teuer für sein Land.

 

Positiv an der Entwicklung: Offensichtlich beurteilen große US-Unternehmen und viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Lage völlig anders. Unter anderem erklärte der Chef von General Electric, dass – angesichts der Realität des Klimawandels – die Industrie jetzt die Führung übernehmen müsse und sich nicht auf die Regierung verlassen könne.

 

Gegen Trumps Entscheidung richteten sich auch die Unternehmensführungen von Branchengrößen wie dem Elektronikhersteller Apple und dem Sportartikelunternehmen Nike. Der CEO des Elektroautobauers Tesla, Elon Musk, erklärte zudem, dass er Donald Trump zukünftig nicht mehr beraten werde. Wie es weiter gehen wird, ist eine Frage, über die sich Trump sorgen muss, denn auch wenn die Klimakrise noch lange nicht abgewendet ist zeigt sich, dass die Notwendigkeit des Klimaschutzes und die Förderung Erneuerbarer Energien mehrheitliche internationaler Konsens sind.

 

Manchmal picksig – aber es lohnt sich!

Seit 45 Jahren wird am 5. Juni der „Internationale Tag der Umwelt“ begangen. An diesem Aktionstag der Vereinten Nationen beteiligen sich rund 150 Staaten, um die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Umweltzerstörung und Bedrohung der Menschheit aufzuzeigen. Während dieses langen Zeitraum – vom Beginn der siebziger Jahr bis heute – haben sich die Akzente im Umweltschutz verändert. Während in den Anfangsjahren Themen wie Gewässerschutz und Maßnahmen gegen sauren Regen und Waldsterben im Vordergrund standen, rückten in den letzten Jahren verstärkt Themen des Klimaschutzes in den Vordergrund, denn die Klimakrise stellt die Klammer für nahezu alle Bedrohungsszenarien dar.

 

Im Dezember haben wir in unserem Blog drei Ideen für gute Vorsätze im neuen Jahr gegeben. Jetzt – fast ein halbes Jahr später – sind die Vorsätze sicher längst abgehakt, in Fleisch und Blut übergegangen und aus dem Alltag nicht mehr weg zudenken? Oder kam ständig das ein oder andere dazwischen und die Umsetzung der Ideen schlummert zwar noch im Hinterkopf, ist aber vorerst noch auf der langen Liste der Dinge, die dringend noch erledigt werden sollten. Wie auch immer…heute möchten wir nachlegen und nochmals aufrütteln.

 

Für kleine und große Maßnahmen in Sachen Umwelt-, Klimaschutz und mehr Nachhaltigkeit im Alltag ist es nie zu spät. Am leichtesten fällt es den Meisten, mit Kleinigkeiten zu beginnen, die leicht und schnell zu realisieren sind. Deshalb haben wir heute zehn Ideen für mehr Klimaschutz im Alltag zusammengetragen, deren Umsetzung nur einen kleinen Aufwand bedeutet, jedoch eine große Wirkung zeigen kann.

 

 

1. Auf dem Wochenmarkt einkaufen – regional & reichhaltig

Wer Lebensmittel aus der Region einkauft, schont das Klima. Denn lange Transportwege entfallen. Zudem wird die regionale Wirtschaft gestärkt, denn das Geld landet nicht bei den großen multinationalen Lebensmittelkonzernen. Gut ist es außerdem, saisonales Obst und Gemüse zu bevorzugen, denn so werden CO2-Emissionen vermieden, die durch die Zucht in beheizten Gewächshäusern oder durch die Aufbewahrung in Kühlhäusern entstehen. Wer außerdem auf Ware aus ökologischem Anbau setzt, ist in Sachen Klimaschutz auf der sicheren Seite. Gerade im Sommer macht der Einkauf auf den lokalen Wochen- und Bauernmärkten sowie bei den örtlichen Einzelhändlern besonders viel Spaß, denn das reichhaltige Angebot an Beeren, Früchten, Kräutern, Salaten und vielfältigen Gemüsesorten macht Lust auf gute Küche. Zudem finden Gartenfreunde hier auch eine reichhaltige Auswahl an Pflanzen. Ergänzt wird das Angebot vielfach durch lokale Milch-, Fleisch- und Fischprodukte, Honig und Marmeladen sowie Backwaren von Handwerksbetrieben.

 

 

2. Stell’ dir vor es gibt kein Fleisch und keiner merkt es

Vielfalt statt Einfalt.

Wer mit schwer beladenen Körben im Sommer vom Markt kommt plant häufig ein gemütliches Essen mit der Familie und Freunden. Grillen steht dabei noch immer hoch im Kurs. Allerdings ist der hohe Fleischkonsum in den Industrienationen und die damit verbundene Massentierhaltung.

 

Mit ein Grund für den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase. Besonders schlecht schneidet Rindfleisch ab, denn um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, müssen gut 15 Kilogramm pflanzliches Futter aufgewendet werden. Dafür wird eine landwirtschaftliche Fläche benötigt, auf der im Verhältnis rund 120 Kilogramm Karotten und 80 Kilogramm Äpfel geerntet werden könnten. Mittlerweise gibt es viele hervorragende Rezepte für ein veganes oder vegetarisches Grillvergnügen. Dabei triumphieren viele Speisen – wie etwa Gemüsespieße – optisch über die Bratwurst, so dass der Verzicht kaum auffällt. Wer nicht völlig fleischlos glücklich ist, sollte sich wenigsten in der Menge beschränken. Übrigens: Auch bei der Grillkohle sollten Klimaschützer die Augen offen halten. Gute Grillkohle sollte als Nebenprodukt einer nachhaltigen Holzverarbeitung stammen

 

 

3. Zu Fuß und auf dem Rad – das Umfeld genießen und neu entdecken

Neue Wege befahren.

Bei schönem Wetter das Auto stehen lassen und den Weg zur Arbeit, zu Einkäufen oder Veranstaltungen mit dem Rad oder Fuß genießen – das ist ein Luxus, den man sich häufiger leisten sollte. Die Vorteile für Umwelt und Klima liegen auf der Hand. Aber auch die persönliche Lebensqualität kann vielfach durch veränderte Gewohnheiten verbessert werden.

 

Wer samstags mit dem Rad zum einkaufen auf den Markt fährt, muss sich nicht über mangelnde und teure Parkmöglichkeiten ärgern. Wenn der tägliche Arbeitsweg ohne PKW zurückgelegt werden kann, fließt die sportliche Betätigung direkt in den Alltag ein.

 

Zudem können oftmals andere Wege, beispielsweise durch Parks und Felder genutzt werden, die auch positiv auf die Psyche auswirken. Wer den Radverkehr in den Innenstädten scheut, findet vielleicht auch zu Fuß Entspannung, besonders angenehm ist es dabei, wenn der Weg variiert werden kann und so immer wieder neue Impulse für die Sinne bietet.

 

 

4. Warum in die Ferne schweifen – Fliegen ist nicht unbedingt schöner!

Klimaschäden ausgleichen.

Reisebüros und –portale haben mittlerweile das ganze Jahr über Saison. Dennoch ist der Sommerurlaub noch immer als Hauptreisezeit fest im Jahresrhythmus vieler Deutscher fest verankert. Fernweh und die Sehnsucht nach verlässlichem Sonnenschein sind der Grund dafür, dass Flugreisen besonders beliebt sind.

 

Allerdings belastet gerade der Flugverkehr das Klima stark. Besonders problematisch sind dabei nicht nur Fernreisen, sondern auch die zunehmenden Anzahl von Flügen zu nahgelegenen Zielen. Viele davon ließen sich auch mit dem Zug erreichen. Das dauert oft nicht einmal sehr viel länger, denn Bahnhöfe befinden sich meist mitten in den Städten.

 

So entfallen die – oft langen – Anfahrtswege zum Flughafen und zurück. Außerdem gibt es bei der Bahn keine langen Eincheckzeiten. Wer dennoch eine Flugreise plant, sollte auch einen Ausgleich für den Klimaschaden mit einkalkulieren. Das kann zum einen durch eine Zahlung an ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt sein oder durch ein direktes Investment, beispielsweise durch die Beteiligung an Aufforstungsprojekten.

 

 

5. Autofahren – aber richtig

Ganz stehen lassen ist auch eine Alternative.

Apropos Reisen. Wer mit dem Auto unterwegs ist hat zwar nicht unbedingt das klimafreundlichste Fortbewegungsmittel gewählt, kann aber auch in diesem Bereich dafür sorgen, dass das Klima nicht unnötig belastet wird. Sinnvoll ist es dazu, auf sparsame Fahrzeuge zu setzen und – wenn möglich – einen Elektro- oder Hybridantrieb zu wählen.

 

Umweltfreundlicheres Autofahren ist allerdings fast mit jedem Modell möglich. In den USA hat sich dabei bereits das Hypermiling als Wettbewerb etabliert, bei dem die Fahrer versuchen, durch eine sparsame Fahrweise, möglichst lange Strecken mit einer Tankfüllung zurückzulegen. Die „Tricks“ sind dabei für jeden umsetzbar. Zum einen genügt der Blick auf den Tacho, bei maximal 120 Stundenkilometern kann bei längeren Strecken bereits viel CO2 eingespart werden.

 

Wichtig ist es auch, den Drehzahlmesser zu beobachten und rechtzeitig hochzuschalten, denn bei rund 2.000 Umdrehungen bleibt der Verbrauch niedrig. Auch der richtige Reifendruck wirkt sich positiv auf den Benzinverbrauch aus. Bereits 0,2 Bar zu wenig führen zu rund 10 Prozent höherem Verbrauch. Kleinigkeiten, die auch viel bringen: Energiefresser wie Stand- und Sitzheizung, Klima- und Stereoanlage nur bei Bedarf nutzen und keinen unnötigen Ballast spazieren fahren. Dachgepäckträger und ähnliches sollten nach ihrem Einsatz wieder in der Garage landen.

 

 

6. Auch ein Kühlschrank hat einmal Ruhe verdient

Mal in Ruhe abschalten – auch den Kühlschrank.

Im Sommer einer der besten Küchenhelfer: Der Kühlschrank, denn hier lagern Speisen und Getränke angenehm kühl und sicher vor Verderben. Wer einen neuen Kühlschrank kauft, sollte auf die Energieeffizient des Gerätes, ebenfalls ist ein Standort mit Abstand zu Wärmquellen wie Backofen und Heizungen sinnvoll – so weit so gut.

 

Aber auch im laufenden Betrieb lässt sich noch viel Energie sparen, denn eine Lagerung von rund sieben Grad Celsius bringen gegenüber kühleren Temperaturen bereits eine bemerkbare Stromersparnis. Ebenfalls positiv wirkt sich ein voller Kühlschrank aus, denn Luft zu kühlen ist aufwändig. Wer nicht genug Lebensmittel im Haus hat kann auch einfach mit Wasserflasche oder dem sonstigen Getränkevorrat die Lücken füllen. Wichtig für einen optimalen Energieverbrauch ist das regelmäßige Abtauen.

 

Eine gute Gelegenheit dazu bietet sich während der Urlaubszeit, denn dann muss der Kühlschrank erst nach der Rückkehr wieder angeschaltet werden. Um die letzten Vorräte vorher zu verbrauchen, bietet sich ein auch „Restessen“ mit Freunden an oder man verschenkt seine übrigen Lebensmittel, beispielsweise über eine Foodsharing-Plattform.

 

 

7. Sommermode – Nachhaltigkeit ist „cool“

Frischer Wind im Kleiderschrank.

Da wir gerade vom Verschenken sprechen, Sharing-Communities kommen in der Mitte der Gesellschaft an. Förderer der Idee, Kleidung zu tauschen, zu verschenken und in Läden – wie beispielsweise Oxfam – zu kaufen, ist zum einen der beliebte Vintage-Look, aber auch das gestiegene Interesse an eine nachhaltig produzierten Kleidung  ohne Ausbeutung, Kinderarbeit, Pestizide und unnötigem Ressourcenverbrauch.

 

 

Den richtigen Schalter umlegen – mit Ökostrom

Wer in der Urlaubszeit einen sommerlichen Regentag vor sich hat, freut sich im Allgemeinen auf einen gemütlichen Lesenachmittag oder ähnlich beschauliche Dinge. An einem solchen Tag bietet sich aber auch eine gute Möglichkeit, sich endlich um die Dinge zu kümmern, die bereits lange auf Erledigung warten. Zum Beispiel der Umstieg auf einen Ökostromanbieter.

 

 

9. Was bleibt – der CO2-Fußabdruck

Den Fußabdruck nicht zu tief werden lassen.

Wer bereits Ökostrom bezieht und sein Lieblingsbuch ausgelesen hat, unternimmt vielleicht an einem Tag mit Sommerregen einen erfrischenden Spaziergang – vielleicht sogar Barfuß. Wer dann zurück in Haus kommt, hinterlässt feuchte Fußabdrücke, die bald wieder verschwunden sind.

 

Anders sieht das mit dem persönlichen CO2-Fußabdruck aus, denn die eigene Bilanz der CO2-Emissionen kann sich nachdrücklich negativ auf das globale Klima auswirken. Ein Regentag ohne besondere Pläne ist daher ein perfekter Termin, um über den eigenen Energieverbrauch, den Lebensstil und viele andere Gewohnheiten nachzudenken. Im Netz gibt es mehrere CO2-Rechner, mit denen der eigene Fußabdruck ermittelt werden kann.

 

 

10. Haushaltskasse optimieren

Regentage gehören zum Sommer in Deutschland – und das ist eigentlich auch gut so. Daher noch ein Tipp für eine sinnvolle Indoor-Aktivität: Klimaschutz und Nachhaltigkeit durch persönliches Verhalten zu betreiben ist sehr gut. Noch effektiver werden jedoch viele Aktionen, wenn sich viele zusammentun und Projekte anschieben, die einen relevanten Beitrag für den Klimaschutz leisten können. Eine gute Möglichkeit bieten daher nachhaltige Geldanlagen, denn hier können Anleger sicher sein, dass ihr Geld nur ethischen und ökologischen Projekten landet. Kompetente Beratung in diesem Bereich bietet Grünes Geld.

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Essen statt Wegwerfen – aktiv gegen die Lebensmittelverschwendung vorgehen

Freitag, 21. April 2017
Zusammenfassung: Weltweit haben 795 Millionen Menschen Hunger. Gleichzeitig landen jährlich rund 220 Tonnen essbarer Lebensmittel in den Abfalltonnen der Industrienationen. Dabei besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Lebensmittelverschwendung auf der einen Seite und der Armut auf der anderen Seite der Welt. Ein ethisch verantwortungsvoller Umgang mit Nahrung muss ins Bewusstsein rücken. Vielfältige Initiativen machen sich für das Thema stark.

 

 

Lebensmittel gehören auf den Teller.

Die beiden ersten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind die Bekämpfung von Armut und Hunger bis zum Jahr 2030. Diese Ziel weltweit zu erreichen, wird nicht einfach sein. Denn Kriege, Naturkatastrophen und die Folgen der Klimaerwärmung stellen enorme Hemmnisse dar. Hinzu kommen vielfältige globale wirtschaftliche Verflechtungen, die zu tiefen Gräben zwischen Arm und Reich geführt haben und schwer zu überwinden sind.

 

Aktuell leben fast 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde. Davon haben 795 Millionen Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern nicht genug zu essen. Die Mehrheit der Hungernden lebt im Wirtschaftsraum Asien/Pazifik. Gemessen am Anteil der Bevölkerung ist jedoch Afrika am stärksten vom Hunger betroffen. Dort werden 20 Prozent der Bevölkerung nicht satt. Hunger ist damit die größte Geisel der Menschheit und jährlich für mehr Tote verantwortlich als AIDS, Malaria und TBC zusammen.

 

 

Hunger versus Überfluss

Manch einer erinnert sich noch an die Belehrungen seiner Eltern oder Großeltern. Diese forderten mit Nachdruck dazu auf, den Teller leer zu essen, weil in Afrika Kinder hungern müssen. Daran war zwar nicht der kindliche Esser schuld, jedoch war und ist der Hunger in den armen Ländern eng verknüpft mit dem Überfluss und der Lebensmittelverschwendung in den Industrienationen.

 

Im Zuge der Globalisierung verstärkt sich diese Abhängigkeit noch weiter. Die Weltbevölkerung wächst weiter an. Bevölkerungsreiche Staaten wie beispielsweise China – das derzeit noch zu den Schwellländern zählt – verbessern ihre wirtschaftliche Situation. Das bringt veränderte Lebensgewohnheiten mit sich. In der Folge nimmt die Nachfrage nach Lebensmitteln rasant zu, in erster Linie nach Fleisch und anderen tierische Erzeugnissen.

 

Eine kritische Entwicklung für Umwelt und Klima auf der einen Seite, denn gerade tierische Lebensmittel benötigen viel Fläche und Wasser. Darüber hinaus trägt die industrielle Tierhaltung auch zum vermehrten Ausstoß vom klimaschädlichen Treibhausgas Methan bei.

 

Getreideanbau kann viele Menschen satt machen.

Auf der anderen Seite ist der steigende Fleischkonsum auch ein Problem, da in der Viehzucht Getreide als Futtermittel genutzt wird. Um ein Kilo Schweinfleisch zu erzeugen, müssen drei Kilo Getreide verfüttert werden, bei Rindfleisch liegt die Bilanz noch ungünstiger. Hier werden sieben Kilo Getreide benötigt. Bei einer Weltbevölkerung, die sich gerade anschickt, die 10 Milliarden-Grenze zu überschreiten, wird die Frage nach der Ernährungssicherheit überlebenswichtig, denn der steigende Fleischkonsum in den reichen Teilen der Welt trägt entscheidend zu einer Verknappung von Getreide und zu steigenden Preisen auf dem Weltmarkt bei. Damit werden Grundnahrungsmittel in den armen Ländern teuer – teilweise unerschwinglich.

 

Um diese enormen Mengen Getreide anzubauen werden große Ackerflächen benötigt. Um diesen Landbedarf zu decken kaufen reiche Staaten zunehmend Land in den Entwicklungsländern auf. Dafür werden traditionell arbeitende Kleinbauern häufig von ihrem Land vertrieben und zwangsenteignet. Sie stehen nach dem Verlust ihres Landes vor dem wirtschaftlichen Aus.

 

Ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmittel in den Industrienationen und Schwellenländern kann diese Faktoren entschärfen. Denn hier schließt sich wieder der Kreis: Weggeworfene Lebensmittel in den Industrienationen fehlen in den Hunger-Regionen. Für das eingangs zitierte Bild vom „Teller leer essen“ sollte die Konsequenz allerdings lauten: Lieber nicht mehr als benötigt auftischen und einkaufen. So landen Nahrungsmittel nicht im Abfall.

 

 

Nicht einfach „ab in die Tonne“

Experten gehen davon aus, dass rund ein Drittel aller Lebensmittel weltweit nicht nicht gegessen wird, sondern auf dem Müll landet.

 

Ein nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln endet nicht damit, ökologische erzeugte Produkte aus der Region in der richtigen Saison einzukaufen. Es geht auch darum, Mengen richtig zu kalkulieren, keine Vorräte verderblicher Produkte zu horten – „es könnte ja überraschend Besuch kommen“ – und sich nicht sklavisch an das Mindesthaltbarkeitsdatum zu halten. Denn viele Lebensmittel sind auch noch weit darüber hinaus genießbar. Um das zuverlässig zu beurteilen, sollten Konsumenten mehr auf ihre eigene Wahrnehmung achten, denn auf das Kalenderdatum.

 

 

Keine krummen Geschäft: Gemüse jenseits der Norm

Knackiges Gemüse in Bestform bleibt selten liegen.

Das gleiche gilt für Obst und Gemüse. Hier setzt die Verschwendung bereits ein, bevor sich die ersten braunen Stellen zeigen könnten: Enorme Mengen der Ernte werden bereits als Ausschuss aussortiert, bevor sie in den Handel erreichen. Schätzungen zu Folge werden in Europa zwischen 20 und 40 Prozent der Ernte nicht gegessen. Krummes Gemüse landet im Müll, wird geschreddert und untergepflügt oder verfüttert.

 

Entsprechend liegen Kartoffeln, Karotten, Gurken & Co. gleichförmig und wohlgewachsen in den Lebensmittelgeschäften. Obwohl die sogenannte Gurkenkrümmungsverordnung der Europäischen Union, wie einige andere Normierungen von Obst und Gemüse bereits 2009 außer Kraft trat, setzt der Handel auch weiterhin auf optisch einwandfreie Ware. Das bedeutet in der Praxis, dass natürlich gewachsene Früchte nur geringe Chancen haben, verkauft zu werden. Genormtes Aussehen ist wichtiger als Qualität und Geschmack. Vielfach geben Handelskonzerne den Landwirten Vorgaben, welche Farbe und Größe die Obst- und Gemüsesorten haben müssen. Dabei spielt nicht einmal unbedingt die Käuferpräferenz eine Rolle, vielmehr sind hier auch logistische Faktoren, wie die Größe von Packkisten entscheidend.

 

Angesichts des Aufwands an Wasser und Energie in der Landwirtschaft sowie dem Bodenbedarf sicher keine nachhaltige Lösung. Ob Kunden auch Früchte jenseits der Norm akzeptieren, versuchen verschiedene Initiativen unter dem Motto „Esst die ganz Ernte“ herauszufinden. Das Berliner Catering-Unternehmen „Culinary Misfits“ greift bei seinen vielfältigen Gemüsegerichten bewusst zur Ware jenseits der üblichen Norm und bietet zudem Workshops an, um die kulinarischen Außenseiter zurück auf die Teller zu bringen. Ihre Empfehlungen an die Kunden ist es, auf Märkten und in Hofläden auch bewusst krummes Gemüse zu kaufen, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot entscheidend mit.

 

 

Spannend wie ein Krimi: „Taste the Waste“

Nicht nur krummes Gemüse landet im Müll, Lebensmittel werden an nahezu allen Stationen eines Produktes entsorgt, sei es beim Transport, in der weiterverarbeitenden Industrie, im Handel, in Restaurants und Kantinen und schließlich auch beim Endkunden selbst. In Deutschland werden geschätzt zwischen 10 und 20 Tonnen essbarer Lebensmittel im Jahr weggeworfen, wieviele es genau sind, lässt sich kaum noch ermitteln. Das Worldwatch Institut geht davon aus, dass in den Industriestaaten jährlich rund 220 Millionen Tonnen an Nahrung nicht verwertet werden. Diese Menge entspricht in etwa der gesamten Lebensmittelproduktion Afrikas südlich der Sahara.

 

2011 brachte ein Dokumentarfilm die enorme Lebensmittelverschwendung in den Industrienationen in die öffentliche Diskussion. Der Regisseur Valentin Thurn zeigte mit „Taste the Waste“ den Umgang mit Lebensmitteln in den reichen Ländern. Dabei beleuchtete er die Einflüsse der Lebensmittelkonzerne, des Handels und der Werbung und sprach mit Initiativen, die sich kreativ gegen die Verschwendung einsetzen.

 

Backwaren – jederzeit in beliebiger Menge verfügbar.

In einem der eindrucksvollsten Beiträge des Films geht es um Brot, dem in Deutschland beliebtesten Grundnahrungsmittel. Da Bäckereien in großen Verbrauchermärkten vertraglich zusichern müssen, dass auch kurz vor Ladenschluss eine breite Palette an Brotsorten vorgehalten wird, ist die Anzahl der nichtverkauften Ware am Ende des Tages enorm. Ein Bäcker zeigt, wie er mit den alten Broten seine Backöfen betreibt. Damit spart er Heizöl ein, produziert jedoch direkt wieder Überschuss. Brot, das verbrannt und nicht gegessen wird.

 

Eine globale Perspektive wird am Beispiel von Bananen eingenommen: In einem französischen Großmarkt sortiert eine Mitarbeiterin aus Kamerun eingeflogene Bananen aus ihrem Heimatland aus. Denn diese können aufgrund von Flecken nicht verkauft werden. Gleichzeitig können sich in Kamerun viele Menschen keine Bananen leisten. Wegen der hohen europäischen Nachfrage sind die Preise stark angestiegen.

 

 

Foodsharing – Essensretter

In „Taste the Waste“ werden zwei sogenannte „Mülltaucher“ gezeigt, die durch das Durchsuchen von Abfalltonnen nahezu ihren gesamten Lebemsmittelbedarf decken. Ein sehr radikaler Ansatz als Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung. Es haben sich in den letzten Jahren jedoch auch bundesweit foodsharing-Initiativen zu einem Verein zusammengeschlossen, der möglichst vielen Menschen ermöglicht, Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten.

 

Guten Ideen gegen Lebensmittelverschwendung setzen sich durch.

In gemeinnützigen Projekten arbeiten Privatpersonen mit lokalen Supermärkten, Händlern und Herstellern zusammen. Überschüssige Produkte werden abgeholt und verteilt, teilweise wird gemeinsam gekocht oder ganze Veranstaltungen versorgt. Auch übrige Lebensmittel und zubereitete Speisen aus Haushalten können über diese Initiativen geteilt werden. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern schont auch die Haushaltskasse. Laut foodsharing e.V. werfen Privatpersonen in Deutschland Jahr für Jahr Lebensmittel im Wert von 22 Milliarden Euro weg, fast 300 Euro pro Person.

 

Die Gründe für die massenhafte Entsorgung von Essen sind vielfältig. 84 Prozent der Verbraucher geben an, dass die Ware verdorben oder das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen sei. Ob die Lebensmittel dennoch genießbar gewesen wären, lässt sich dann kaum noch ermitteln. Vermeidbar wäre aber die Lebensmittelverschwendung durch eine bessere Planung. Immerhin ein Viertel der Kunden gibt an, Lebensmittel wegzuwerfen, weil zu viel eingekauft wurde. Dabei machen Obst und Gemüse die Hälfte der Lebensmittel im Abfall aus. Verbraucherinitiativen gehen davon aus, dass gut 50 Prozent der in Deutschland weggeworfenen Lebensmittel durch eine vorausschauende Planung und richtigere Lagerung hätten gerettet werden können. Daher organisieren viele foodsharing-Initiativen auch Vorträge, Seminare und Kochkurse, um Wissen über eine sinnvolle Planung, Zubereitung und Aufbewahrung von Essen zu vermitteln.

 

 

 

 

Klima-Killer durch Lebensmittel-Müll und Massentierhaltung

Massentierhaltung ist für die Klimakrise mitverantwortlich.

Wenn Lebensmittel, also organische Stoffe, auf Mülldeponien landen, entsteht Methan, ein klimaschädliches Treibhausgas, das für die Erwärmung der Erdatmosphäre mit verantwortlich zeichnet. Rund 15 Prozent der globalen Methan-Emissionen basieren auf Lebensmittel-Müll, weitere 65 Prozent entstehen in der Nutztierhaltung. Damit stehen mindestens 80 Prozent der Methan-Emissionen im Zusammenhang mit den Ernährungsgewohnheiten der Industrienationen.

 

Reduziert werden kann die Entstehung von Methan durch die Kompostierung organischer Abfälle oder durch Verwertung in Biogasanlagen. Noch effektiver wirkt die Reduzierung von Lebensmitteln im Müll und von Lebensmitteln tierischer Herkunft.

 

 

Respektvoller Umgang mit Lebensmitteln

Das Problem der Lebensmittelverschwendung ist in vielen Köpfen angekommen. Immerhin geben fast 70 Prozent der Haushalte, die regelmäßig Lebensmittel wegwerfen an, dies mit einem schlechten Gefühl zu tun. Das Gefühl trügt nicht, denn weggeworfene Lebensmittel in den reichen Staaten sorgen indirekt für den Hunger in armen Ländern. Ein ethischer und respektvoller Umgang mit Nahrung ist daher eine wichtige Voraussetzung um den Hunger in der Welt zu beenden.

 

Viele wichtige Entscheidungen hängen mit den Flüssen des Geldes zusammen. „Die Geldanlage grün zu gestalten ist eine Abstimmung der Bevölkerung mit den Füßen. Das sollten wir alle nutzen. Denn es ist wirklich einfach umzusetzen“, so Gerd Junker, Geschäftsführer von Grünes Geld. Wer daher auch bei seinen Geldanlagen auf ethische und ökologische Kriterien achtet, leistet nicht nur einen wertvollen Beitrag für das globale Miteinander, sondern kann auch mit interessanten Erträgen rechnen. Grünes Geld, erfahrener Anbieter von ethischen und ökologischen Geldanlagen, berät Sie umfassend und kompetent.

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

7 Tipps für einen umweltfreundlichen Frühjahrsputz

Freitag, 17. März 2017
Zusammenfassung: Der Frühling steht vor der Tür, höchste Zeit für einen ausgiebigen Frühjahrsputz. Immerhin rund die Hälfte aller Deutschen bringt zur lauen Jahreszeit ihr Zuhause in Ordnung. Besonders gut für die Umwelt sind ökologisch unbedenkliche Hausmittel und eine sinnvolle Entsorgung von überflüssigen Dingen. Am einfachsten geht es mit den 7 Tipps für einen umweltfreundlichen Frühjahrsputz. Nicht vergessen werden sollte auch die regelmäßige Durchsicht von Finanzunterlagen.

 

 

Umweltfreundliche Putzmittel sind preisgünstig und wirkungsvoll.

Bewegung im Alltag – ein Dauerbrenner, wenn es um Fitness und Gesundheit geht. Wer jetzt im Frühjahr Wohnung, Haus oder Garten entrümpelt, aufräumt und putzt, hat bereits ein umfassendes und anspruchsvolles Workout absolviert. Und wer den Frühjahrsputz als Fitnessprogramm sieht, wird sicher mit mehr Lust und Laune ans Werk gehen. Schließlich zählt die Hausarbeit nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen der meisten Menschen. Der Grund dafür liegt auch in der ständigen Wiederholung der gleichen Tätigkeiten ohne sichtbaren und nachhaltigen Erfolg. Ein umfangreicher Frühjahrsputz dagegen geht – abseits von den kleinen alltäglichen Verrichtungen – den Weg der großen Lösungen und zeigt so auch länger eine positive Wirkung.

 

 

Ist Frühjahrsputz noch „in“?

Ist ein Frühjahrsputz überhaupt noch ein zeitgemäßes Thema? Schließlich wollen es doch die meisten Menschen das ganze Jahr über sauber, gemütlich und aufgeräumt haben. Das schon, aber ein „offizieller“ Frühjahrsputz treibt auch die letzten Wintergedanken aus den eigenen vier Wänden und ist natürlich auch eine gute Gelegenheit, mal wieder richtig auszumisten und aufzuräumen. Ein durchaus aktuelles Thema in den Zeiten des „leichten Gepäcks“. Darüber hinaus ist seit einigen Jahren eine neuerwachtes Interesse an häuslichen Tätigkeiten zu verzeichnen. Kochen, backen, dekorieren und reparieren liegt im Trend. Interessanterweise zieht sich die Begeisterung für häusliches Do-it-yourself durch sämtliche Altersklassen. Gerade jünger Menschen lieben Life-Hacks im Internet, die eigentlich den klassischen Hauhaltstipps der gängigen Illustrierten sehr ähnlich sind.

 

Dass der Frühjahrsputz also noch immer seine Berechtigung hat, belegen auch Umfragen: Denen zufolge entscheidet sich gut die Hälfte der Deutschen für ein Großreinemachen im Frühjahr. Gut für Mensch und Natur: umweltfreundliche und bewährte Hausmittel und Gerätschaften zu benutzen.

 

 

7 gute Ideen für einen umweltfreundlichen Frühjahrsputz

 

  1. Aufräumen und Ausmisten: Am Anfang war das Chaos

Vor dem Putzen steht das Aufräumen. Und das macht vielen besonders viel Arbeit. Viele Blogs und Bücher befassen sich mittlerweile mit diesem heiklen Thema, denn auch abseits der klinischen Diagnose des Messie-Syndroms haben viele Menschen Schwierigkeiten, Dinge aufzuräumen oder sich völlig von ihnen zu trennen. Dabei greift die alte Weisheit, dass man „alles irgendwann einmal gebrauchen könnte“, zu kurz. Schließlich verfügt kaum jemand über einen weitläufigen Dachboden eines alten Bauernhauses, in dem dann nach Jahrzehnten wertvolle Schätze wiederentdeckt werden. Vielmehr sieht es in der Praxis so aus, dass Keller und Abstellräume vollgestopft werden mit alter Kleidung, ausrangierten Elektrogeräten, ausgelesenen Büchern oder Kinderspielsachen. Nachhaltiger ist es aber, wenn Dinge hier und heute benutzt werden. So wird weniger produziert und es wird kein wertvoller Aufbewahrungsraum beansprucht. Wer also im Frühjahr aufräumt, sollte vor allem eine Kunst erlernen und beherrschen: das Loslassen!

 

 

Wer diese mentale Hürde genommen hat, besorgt sich einige Kisten und sortiert nach dem bewährten Prinzip, das in nahezu allen Ratgebern empfohlen wird: verkaufen, verschenken, entsorgen und behalten. Die Tücke des Systems liegt darin, dass nach getaner Arbeit neue Aufgaben warten. So müssen die Verkäufe organisiert, Geschenke und Spenden abgeliefert oder der kommunale Wertstoffhof aufgesucht werden. Hier empfiehlt es sich, eine Liste anzufertigen, die einzelnen Schritte mit Terminen zu versehen und einen alternativen Plan zu bedenken. Beispielsweise kann sich das alte Kinderbett als unverkäuflich herausstellen. Hier gilt es dann, die Gesetze des Marktes zu respektieren und das Möbelstück lieber an eine karitative Einrichtung vor Ort zu spenden, als wieder in die Abstellkammer zu bringen.

 

Die größte Falle lauert allerdings in der Kiste mit den Dingen, die bleiben sollen. Auch hier ist es gut, genau zu überlegen, welchen Platz die Dinge erhalten sollen, ob etwas repariert werden muss oder ob sich ein kreatives Upcycling anbietet. Repair-Cafés und Upcycling-Blogs geben hier vielfältige Anregungen. Wer diese gewaltigen Herausforderungen im Haushalt bewältigt hat, kann sich beherzt dem Saubermachen widmen.

 

 

  1. Konsumfalle: Neue Besen kehren gut?

Neue Besen kehren gut – alte aber auch!

Eimer, Staubsauger, Besen und Putztücher sind eigentlich in jedem Haushalt zu finden. Dennoch gibt es auch bei den Haushaltsgeräten in diesem Bereich ständig Innovationen. Im konventionellen Bereich sind das die unterschiedlichsten Wisch-Systeme, die das Auswringen automatisieren sowie eine unüberschaubare Menge an Tücher, Lappen und Schwämmen. Im technischen Bereich werden Saugroboter, elektrische Fensterputzer und Dampfreiniger angeboten. Alle Geräte müssen aber auch weiterhin von Menschenhand bedient und gepflegt werden. In der Putzleistung sind sie der klassischen Handarbeit im Allgemeinen nicht überlegen.

 

Die kostspieligen Geräte rechnen sich darüber hinaus eher im professionellen Einsatz. Wer dennoch nicht auf Hightech-Haushaltshelfer verzichten will, muss diese nicht unbedingt kaufen. Dampfreiniger und Hochleistungssauger werden auch von vielen Baumärkten verliehen. Auf diese Weise können technikbegeisterte Frühjahrsputzer ohne großen Aufwand immer das neueste Modell nutzen. Geräte, die wirklich häufiger zum Einsatz kommen, können auch mit befreundeten Haushalten gemeinsam angeschafft und geteilt werden.

 

 

  1. Die kleine Chemiestunde – Keine Angst vor Hausmitteln

Die Wohnung ist aufgeräumt, Schrubber, Besen und Co. stehen bereit – jetzt kann es sofort losgehen mit dem eigentlichen Frühjahrsputz. Mit Muskelkraft, heißem Wasser und etwas Druck verschwindet zwar der meiste Schmutz, einfacher geht es allerdings mit Unterstützung eines passenden Putzmittels. Hier erleben erfreulicherweise viele alte Hausmittel eine Renaissance, denn konventionelle Putzmittel belasten die Umwelt stark.

 

Für einen umweltfreundlichen Frühjahrsputz werden drei Substanzen benötigt: Natriumhydrogencarbonat, E330 und E260. Was für Nicht-Chemiker unheilvoll klingt, ist nur für Schmutz und Ablagerungen gefährlich, denn hinter den eindrucksvollen Begriffen verbergen sich Natron (auch bekannt als Soda und als Bestandteil des Backpulvers), Zitronensäue und Essigsäure. Zusammen mit warmem Wasser und waschbaren Putzlappen, lässt sich so das gesamte Haus effektiv und umweltfreundlich säubern.

 

Natron wirkt als Allzweckwaffe gegen Fett und kann so zum Putzen und Spülen verwendet werden. Gute Erfolge verzeichnet Natron auch als Zusatz zur Weißwäsche. Chemisch eindrucksvoll ist auch das Zusammenspiel von Natron und Haushaltsessig. Das schäumende Gemisch wirkt Wunder bei angebrannten Töpfen und ist auch ein ausgezeichneter Rohrreiniger.

 

Gegen lästige Kalkablagerungen in Küche und Bad hilft es, Waschbecken, Kacheln und Armaturen regelmäßig trocken zu wischen und die Dusche mit einem Abzieher zu trocknen. Für alle, die das über das Jahr doch häufiger versäumen, eignet sich eine Behandlung mit Essig oder Zitronensäure. Welche Säure eingesetzt wird, ist eine Geschmacks- beziehungsweise Geruchsfrage. Ein guter Schuss ins Putzwasser genügt. Das Mittel eignet sich auch als WC-Reiniger und zum Fensterputzen. Für stark verschmutzte Fensterscheiben bietet sich allerdings auch denaturiertes Ethanol an, besser bekannt als Spiritus. Der Alkohol reinigt zuverlässig und verdunstet rasch, so dass Glasscheiben streifenfrei sauber werden.

 

 

  1. Putzmittel – Man muss ja nicht alles selbst machen

Strahlend sauber in den Frühling!

Natürlich muss niemand seine Reinigungsmittel selbst mischen, um umweltfreundlich zu putzen. Allerdings sollte beim Kauf von Putzmitteln darauf geachtet werden, welche Substanzen zum Einsatz kommen und wie sich diese auf die Umwelt auswirken. Gerade bei Putzmitteln sind Werbeversprechungen mit besonderer Vorsicht zu genießen, denn hinter manchem Wundermittel steckt eine regelrechte Giftschleuder. Konventionelle Reinigungsmittel sind entsprechend häufig schädlich für Natur und Mensch. Viele waschaktive Substanzen werden auf Basis von Mineralöl hergestellt und belasten schon bei der Gewinnung und Produktion unnötig die Umwelt. Was in einem Krankenhaus Pflicht ist, ist im privaten Haushalt überflüssig: antibakterielle Reiniger und Desinfektionsmittel zerstören wichtige Mikroorganismen und haben in einer ökologischen Putzkiste nichts zu suchen. Allergien sind auf dem Vormarsch. Verantwortlich ist dafür nicht die mangelnde Hygiene, sondern oft unnötige synthetische Tenside aus Reinigungsmitteln, die Haut und Schleimhäute austrocknen.

 

In eine gute Ökoputzkiste gehören Reinigungsmittel ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe. Die waschwirksamen Tenside der Produkte stammen aus nachwachsenden Rohstoffen, also aus Fetten und Zucker aus biologischem Anbau. Aber auch hier lohnt sich der kritische Blick auf die Angabe der Inhaltsstoffe. Gerade das klimaschädliche Palmöl sollte in den Putzmitteln nicht enthalten sein. Gute ökologische Putzmittel basieren im Allgemeinen auf den gleichen Substanzen, wie die selbstgemixten Produkte, also Essig, Zitronensäure, Natron und Spiritus.

 

  1. Haushaltshilfe – Unterstützung tut gut

Umweltfreundliche Putzmittel und Arbeitsgeräte stehen bereit, dennoch kommt beim sauber machen nicht die Sonderkonditionen mit den Grünes Geld Newsrechte Freude auf. Wenn auch die alte Devise „mit Musik geht alles besser“ nicht hilft, ist tatkräftige Unterstützung gefragt. Ein „Putzparty“ mit der gesamten Familie ist für einige sicher eine gute Möglichkeit – aber sicher nicht für alle. Wer trotzdem nicht alleine putzen will oder kann, sollte auf professionelle Unterstützung zurück greifen. Viele Agenturen für Hauspersonal vermitteln ihre Kräfte auch für einzelne Termine. Die besonderen Vorteile dieser Lösung: eine professionelle Putzkraft reinigt Böden und Fenster ohne sich von anderen möglichen Tätigkeiten im Haus ablenken zu lassen. Darüber hinaus sind die Kosten für diese haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich absetzbar. Bis zu 20 Prozent, höchstens jedoch 4.000 Euro im Jahr, können in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Wichtig ist, dass eine Rechnung ausgestellt und bargeldlos bezahlt wurde.

 

 

  1. Raus ins Freie

Alles aufgeräumt, entrümpelt und herrlich sauber – jetzt heißt es, den Zustand so lange wie möglich zu bewahren. Das fällt in der helleren und wärmeren Jahreszeit nicht allzu schwer, denn wer sich jetzt viel im Freien aufhält, hat wenig Gelegenheit, für Unordnung und eine erneute Anhäufung von Dingen zu sorgen. Wer stattdessen Frühlingszweige und Wiesenblumen ins Haus bringt, verschönert die eigenen vier Wände umweltfreundlich und ohne besondere Anschaffungen.

 

 

  1. Die äußere und die innere Ordnung

Nach getaner Arbeit zurücklehnen und entspannen – das macht im frisch aufgeräumten Zuhause besonders viel Spaß. Aber nicht nur die Wohnung muss regelmäßig aufgeräumt werden, auch Schreibtisch, Ordner und viele wichtige Unterlagen sollten regelmäßig durchgesehen werden. Schließlich ist es wichtig, dass beispielsweise laufende Versicherungen noch zur Lebenssituation passen. Oder, dass sich Geldanlagen sich positiv entwickeln.

 

Grünes Geld, erfahrener Anbieter ethischer und ökologischer Geldanlagen hilft Ihnen, in Ihrem Portfolio Ordnung zu schaffen. Mit mehr als 300 nachhaltigen Investments, die eine gute Rendite versprechen. Machen Sie den Grünes Geld Test.

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

Palmöl – Schmierige Geschäfte

Dienstag, 21. Februar 2017
Zusammenfassung: Palmöl ist heutzutage Bestandteil in unzähligen Lebensmitteln, Reinigungsmitteln und Kosmetika. Der weltweite Bedarf steigt rapide an. Für immer neue Palmöl-Plantagen werden ökologisch wichtige Regenwälder zerstört. Damit ist nicht nur die Biodiversität in den Regionen bedroht, sondern auch das globale Klima. Abhilfe schaffen maßvoller Konsum, fairer Handel und Aufforstungsprogramme.

 

 

Palmöl ist in unzähligen Lebensmitteln und Kosmetika enthalten.

Öle waren von jeher wertvoll und begehrt. Vielfältige Pflanzenöle dienten bereits in der Antike der Zubereitung von Speisen, ätherische Öle wurden zu kosmetischen und medizinischen Zwecken eingesetzt. Bis ins letzte Jahrhundert hinein war Deutschland allerdings in Sachen Öl eher verhalten. In der traditionellen Küche triumphierten lange tierische Speisefette wie Butter und Schmalz über Olivenöl & Co.

 

Das hat sich mittlerweile drastisch geändert. Grund dafür ist aber nicht nur die Aufgeschlossenheit gegenüber pflanzlichen Lebensmitteln und die generelle Erweiterung des kulinarischen Horizonts. Vielmehr trägt die Globalisierung des Lebensmittelmarktes dazu bei, dass ein Öl mittlerweile in einer Vielzahl unserer Nahrungs- und Pflegemittel steckt: das Palmöl.

 

 

Palmöl – fast überall dabei

Palmöl ist weltweit das bedeutendste Pflanzenöl und hält einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent im pflanzlichen Ölgeschäft. Rund 56 Millionen Tonnen werden pro Jahr produziert. Experten gehen davon aus, dass sich die Nachfrage nach Palmöl in den kommenden dreißig Jahren verdreifachen wird. Um diese Mengen zu produzieren, müssten die weltweiten Anbaugebiete extrem ausgeweitet werden.

 

Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen. Die Ölpalme zählt zu den effizientesten Ölpflanzen. Für ihren Ertrag benötigt die Pflanze beispielsweise nur ein Drittel der Anbaufläche gegenüber der Rapspflanze und nur ein Sechstel verglichen mit Soja. Durch den relativ geringeren Ressourcenverbrauch ist Palmöl billig zu produzieren. Zudem ist Palmöl aufgrund seiner Viskosität einfach zu verarbeiten und kommt mit unterschiedlichen Verarbeitungstemperaturen gut zurecht. Palmöl wird zu etwas 68 Prozent in der Nahrungsmittelindustrie verwendet. 27 Prozent werden zu Putz- und Reinigungsmitteln sowie zu Kosmetika verarbeitet, 5 Prozent werden in der Energiegewinnung, beispielsweise in der Herstellung von Agrotreibstoffen, verwendet.

 

 

Umwelt- und Verbraucherinitiativen gehen davon aus, dass aktuell in Deutschland quasi jedes zweite Produkt im Supermarkt Palmöl enthält. Backwaren, Fertigmüsli, Speisefette, Schokoaufstrich, Süßigkeiten, Fertiggerichte, Waschmittel, Make-up, Duschgel, Hautcreme – in unzähligen Produkten des täglichen Bedarfs ist Palmöl enthalten, teilweise muss Palmöl als Bestandteil nicht einmal besonders deklariert werde. Dabei sind nicht nur konventionelle Marken betroffen, Palmöl wird auch in Bio-Produkten eingesetzt.

 

 

Klimakiller Palmöl

Der größte Teil des Palmöls, stammt aus Malaysia (36 Prozent) und zu mehr als die Hälfte aus Indonesien (53 Prozent). Dort werden Ölpalmen auf riesigen Plantagen in Monokultur angebaut.

 

Die Anbauflächen sind zum größten Teil Urwaldgebiete, die für den Anbau der Ölpalmen gerodet und trockengelegt wurden. Dort finden die Palmen optimale Wachstumsbedingungen. Durch die weltweit steigende Nachfrage nach Palmöl besteht die Gefahr, dass in wenigen Jahrzehnten sämtliche geeigneten Urwälder abgeholzt werden und Ölpalmen-Plantagen weichen müssen.

 

Der so entstehende Torfboden entwickelt sich zur ökologischen Bedrohung, denn das vormals in den Urwäldern gespeichertes CO2 wird als klimaschädliches Treibhausgas in die Atmosphäre emittiert. Ölpalmen wachsen im wahrsten Sinn des Wortes auf verbrannter Erde. Denn abgesehen von der generellen Öko-Problematik kommt hinzu, dass die Urwälder auf den Inseln Sumatra und Borneo vielfach durch illegale Brandrodung abgeholzt werden und dabei unkontrollierte Waldbrände verursachen.

 

 

Gefahr für Mensch und Natur

Orang Utan auf Sumatra – sein Lebensraum ist extrem bedroht.

Dieser Raubbau an der Natur führt dazu, dass vielfältige Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. In Indonesien kämpfen beispielsweise Orang Utan und der Sumatra-Tiger ums Überleben. Laut Studien der Umweltorganisation Greenpeace sind die Regenwälder Südostasiens seit 2006 bereits um mehr als 15 Prozent geschrumpft. Dabei wird nicht nur der Lebensraum der Tiere zerstört, auch Urwaldvölker werden durch Rodungen und Brände enteignet und von ihrem Land vertrieben.

 

Die Vernichtung der Regenwälder in großen Teilen Indonesiens hat dazu geführt, dass sich das Land mittlerweile auf den unrühmlichen dritten Platz der weltweiten CO2-Produzenten manövriert, gleich hinter den USA und China. Allerdings gräbt sich das Land damit auch selbst die Lebensgrundlage ab, denn durch seinen großen Küstenanteil zählt Indonesien zu den Staaten, die durch die Erderwärmung besonders bedroht sind.

 

Die wirtschaftliche Nutzung der Regenwälder ist zu einem bedeutenden Entwicklungsfaktor geworden. Entsprechend führt der anhaltende Palmöl-Boom auch zum Aufbau von Plantagen in anderen Teilen der Welt. So entdecken auch immer mehr Länder West- und Zentralafrikas den lukrativen Palmöl-Anbau für sich. Auch hier fallen Urwälder dem Monokulturanbau zum Opfer. Gleichzeitig werden die Lebensräume von Gorillas, Schimpansen und Bonobos bedroht.

 

 

Weniger hilft viel

Palmöl zu entgehen, ist schwierig geworden. Auch im Bereich des ansonsten sinnvollen ökologischen Anbaus, ist in Sachen Palmöl Vorsicht angesagt, denn auch Bio-Palmöle stammen oftmals von brandgerodeten Plantagen. Das Bio-Siegel stellt lediglich sicher, dass keine gesundheitsschädlichen Pflanzengifte eingesetzt wurden. Ein nachhaltiger Ansatz sollte jedoch weiter reichen und in der Tat kann aktuell kein Konzern garantieren, dass das verwendete Palmöl aus umweltverträglicher Produktion stammt.

 

Während noch vor einem Jahrzehnt kritische Verbraucher auf den Ingredienzienlisten von Kosmetika nach unliebsamen Mineralölen suchten und in Lebensmitteln nach versteckten tierischen Fetten Ausschau hielten, gilt jetzt das Siegel „frei von Palmöl“ heute schnell als ökologisches Gütesiegel. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille, denn auf der anderen Seite wird Palmöl als effizient nachwachsender Rohstoff als Alternative zu tierischen Produkten gesehen und auch als mögliche Alternative zum immer knapper werdenden Erdöl.

 

Angesichts des Massenkonsums kann Palmöl allerdings kaum nachhaltig angebaut werden. Und auch mit anderen Rohstoffen ist es schwierig nachhaltig zu wirtschaften, wenn die weltweite Nachfrage ungebrochen steigt. Und das tut sie, denn der Anteil an stark verarbeiteten und industriell gefertigten Nahrungsmitteln steigt weiter an.

 

Umdenken ist also generell angesagt, denn weniger Konsum bedeutet mehr Nachhaltigkeit. Der exzessive Palmöl-Anbau stellt eine ökologische Bedrohung dar. Aber er ist auch nur ein Puzzleteil im globalen Raubbau an der Natur. Lösungswege können vielfältig sein. Dazu zählen auch die Rückbesinnung auf regionale und traditionell gefertigte Lebensmittel und ein bewusster und verantwortungsvoller Konsum.

 

 

Nachhaltig wirtschaften – Regenwälder erhalten

Nachhaltigkeit ist der Ausweg aus der globalen Klimakrise und aus dem umweltzerstörenden und menschenrechtsverletzenden Wirtschaften. Das Beispiel der Ölpalmen zeigt, dass Baum nicht gleich Baum ist: Denn Palmen in Monokultur leisten bei weitem nicht den gleichen Beitrag wie ein biodiverser Mischwald. Von der Zerstörung des Bodens sowie der Tier- und Pflanzenwelt ganz zu schweigen.

 

Wirtschaftliche Interessen leiten weltweite Entwicklungen. Hier gilt es den Hebel anzusetzen und Geld gezielt dort zu investieren, wo es wirklichen Nutzen bringt. In der nachhaltigen Aufforstung, in der Förderung selbstständiger Arbeit in Entwicklungsländern oder klimafreundlichen Projekten.

 

Grünes Geld, erfahrener Anbieter nachhaltiger Geldanlagen, bietet mit mehr als 300 ethischen und ökologischen Investments für jeden Anlegertyp die passende Geldanlage.

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

„Teilen statt Besitzen“ – Bewusste Konsumentscheidung

Dienstag, 19. Juli 2016
Zusammenfassung: „Teilen statt Besitzen“ ist ein weithin akzeptierter Trend in vielen Lebensbereichen geworden. Für einen nachhaltigen und umweltgerechten Lebensstil ist es jedoch wichtig, das Konsumverhalten generell zu überdenken und gespartes Geld nachhaltig zu investieren.

 

 

„Sharing Economy“, „kollaborativer Konsum“, „Teilen statt Besitzen“ beziehungsweise „Nutzen statt Besitzen“ – Viele Begriffe für eine Idee: Dinge, die nicht dauerhaft benötigt werden, können auch von anderen Personen genutzt werden. Ein Gedanke, der in den vergangenen Jahren an Fahrt gewonnen hat und zunehmend an Akzeptanz und Beliebtheit gewinnt. Die Bandbreite der angebotenen Dinge ist unendlich, die Anzahl der Anbieter – sowohl professionelle Plattformen als auch ehrenamtliche Initiativen – steigt stetig an.

 

 

Große Anschaffungen gemeinsam ermöglichen

Car-Sharing, Erfolgsmodell  im Bereich "Teilen statt Besitzen".

Car-Sharing, Erfolgsmodell im Bereich „Teilen statt Besitzen“.

Die Idee des „Teilens statt Besitzens“ ist nicht neu. Schon immer wurden geteilt, um Projekte überhaupt erst möglich zu machen. Ein klassisches Beispiel ist der Bereich der Landwirtschaft. In sogenannten Maschinenringen, schaffen Landwirte gemeinsam große Geräte und Fahrzeuge an und übernehmen zusammen Pflege und Wartung.

 

Auch im privaten Bereich ist die Idee bereits seit einem Viertel Jahrhundert etabliert: Car-Sharing-Initiativen, in ihren Anfängen noch milde belächelt, haben rasant an Beliebtheit gewonnen und sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Vorreiter sind hier die Bewohner größerer Städte, die über ein funktionierendes Nahverkehrsnetz verfügen. Anfang des Jahres waren 1,26 Millionen Car-Sharing-Teilnehmer bei rund 150 Anbietern in Deutschland registriert.

 

Sowohl Maschinenring als auch Car-Sharing sind allerdings Beispiele dafür, dass „Teilen statt Besitzen“ besonders dann funktioniert, wenn es sich um hochpreisige Güter handelt. Denn die gemeinsame Anschaffung ist hier oftmals die einzige Alternative zum kompletten Verzicht.

 

 

Von der Nachbarschaftshilfe ins Internet

Anders sieht es im privaten Bereich aus. Denn hier haben sich die Möglichkeiten in den letzten Jahrzehnten durch günstig verfügbare Konsumgüter deutlich verändert.

 

Dennoch ist auch hier der Grundgedanke des Teilens statt Besitzens fest verankert. In einer gewachsenen Nachbarschaft auf dem Land genauso wie im Mehrfamilien-Altbau in Berlin: Verleihen unter Bekannten ist selbstverständlich. Der eine Nachbar besitzt den Vertikutierer, der andere den Häcksler für den Strauchschnitt – eine kurze Verständigung über den Gartenzaun hinweg und der Tausch ist perfekt. Der eine Haushalt hat ein Waffeleisen, der andere einen Einkochtopf, die Beispiele sind vielfältig.

 

Einbruch erlitt dieses etablierte, individuelle Tauschen durch den zunehmenden Massenkonsum und die beliebten Schnäppchen-Angebote der Discounter. War in den siebziger Jahren noch ein Fonduetopf ein hochwertiges Weihnachtsgeschenk, fanden sich derartige Angebote spätestens in den 90er Jahren in den wöchentlichen Werbeveröffentlichungen von Aldi & Co wieder – und das in einem Preissegment, dass jede Vernunft ausschaltet. Warum also extra zum Nachbarn gehen, wenn das Gerät auch im eigenen Schrank stehen kann? Aber jeder Trend provoziert einen Gegentrend.

 

Den eigenen Konsum überdenken und eingespartes sinnvoll invstieren.

Den eigenen Konsum überdenken und eingespartes Geld sinnvoll invstieren.

Abkehr vom Massenkonsum, Nachdenken, was wirklich benötigt wird. Die Band Silbermond liefert mit „Leichtes Gepäck“ derzeit die Hintergrundmusik zum kritischen Konsum. „Eines Tages fällt dir auf, dass du 99 Prozent nicht brauchst.“ Vielleicht sind 99 Prozent recht hoch gegriffen, die Feststellung, dass enorm viele Dinge nur eine bestimmte Zeit benötigt werden ist jedoch eine wichtige Erkenntnis und die Option, sich diese Dinge bei Bedarf ausleihen zu können, schont viele Ressourcen – nicht zuletzt den eigenen Geldbeutel. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Studie „Nutzen statt Besitzen“ die der NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegeben hat.

 

Wer keinen gut ausgestatteten Nachbarn hat, findet im Internet eine Vielzahl von Angeboten. Die Bandbreite geht hier vom gewerblichen Anbieter bis hin zu Projekten, die keinerlei kommerzielles Interesse verfolgen, wie etwa die Schweizer Sharing Community Pumpipumpe.

 

 

Kommerzielles Teilen als Alternative zum Massenkonsum

„Teilen statt Besitzen“ ist eine gute Möglichkeit, nachhaltig und bewusst zu konsumieren. Das Modell kann allerdings auch genutzt werden, um einfach nur mehr zu konsumieren. Ein Beispiel beschreibt das Wirtschaftsmagazin brand eins mit der Möglichkeit, modische Kleidung für ein bis zwei Wochen zu mieten. Vielleicht kein extrem bewusster Konsum. Ein Kleidertausch ist jedoch aus ökologischer Sicht gewiss ressourcenschonender als jede Woche Kleidung von Primark , H&M und Co. zu kaufen, die nach kurzer Tragezeit in der Mülltonne landet.

 

beliebteste-musterdepots-von-gruenes-geld

„Teilen statt Besitzen“ – ein zukunftsfähiges Modell. Doch auch hier gibt es Schattseiten. So sehen Kritiker in der zunehmenden Professionalisierung der Sharing-Angebote auch ein steigendes Gewinnstreben im privaten Bereich: Hat der Nachbar seine Bohrmaschine bislang gratis verliehen, stellt er sie jetzt als kostenpflichtiges Angebot ins Netz. Damit gehen auch soziale Beziehungen verloren.

 

 

Lebensqualität statt Verzicht

Den gesellschaftlichen Mehrwert einer Kultur des Teilens, die keine gewinnorientierten Interessen in den Vordergrund stellt, zeigt das Modell des Couchsurfings, das unter anderem durch die Sendung „Auf drei Sofas durch …“ populär geworden ist. Hier bieten Menschen in den unterschiedlichsten Städten und Ländern eine kostenlose Gästecouch an, ohne besonderen Komfort, dafür aber mit gegenseitigem Kennenlernen, gemeinsamen Unternehmungen und echten Insider-Tipps. Dagegen stehen Modelle, wie die Vermittlungsplattform des Home Sharing Services AirBnB, mit dessen Börsengang bereits gerechnet wird. Hier ist die Grundidee der Ökonomie des Teilens komplett in den Hintergrund gerutscht.

 

Wenn das Modell „Teilen statt Besitzen“ funktioniert, profitieren alle Beteiligten, denn in Zeiten des Klimawandels ist das Überdenken des eigenen Konsumstils sicher ein wichtiger Moment. Auch Soziologe Harald Welzer spricht sich entschieden für einen reduzierten Lebensstil aus. In seinem Buch „ Selbst denken – Eine Anleitung zum Widerstand“ beschreibt er inspirierend verschiedene Modelle, die zum Wohl der Allgemeinheit beitragen. In seiner Stiftung „FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit“ beschäftigt sich Welzer mit der Erforschung, Entwicklung und Förderung alternativer Lebensstile und Wirtschaftsmodelle.

 

Harald Heinrichs, Professor für Nachhaltigkeit und Politik an der Leuphana Universität Lüneburg, bescheinigt der jüngeren Generation in Deutschland eine steigende Sensibilität für Umweltthemen. Den Trend zum Teilen und Leihen wird, so Heinrichs, nicht als Konsumverzicht sondern stärker als Gewinn an Lebensqualität verstanden. Rund ein Viertel der Deutschen sind auf der Suche nach Alternativen zur Wegwerfgesellschaft und definieren ihr Leben nicht über Eigentum.

 

 

Bewusst leben – nachhaltig investieren

Gelungen ist das Modell „Teilen statt Besitzen“, wenn das eingesparte Geld auch sinnvoll investiert wird. Die Unterstützung nachhaltiger Projekte ist eine gute Alternative zum Konsum um jeden Preis. Und die Möglichkeiten sind in diesem Bereich vielfältig.

 

Interessant ist es in jedem Fall, Projekte zu unterstützen, die den Schutz des Klimas forcieren. So nutzt der bewusste und reduzierte Konsum gleich zweimal der Umwelt: Zum einen, durch das Vermeiden überflüssiger Konsumgüter, zum anderen durch die aktive Förderung regenerativer Energiequellen, nachhaltiger Verkehrsträger und weiteren Projekten für eine bessere Welt.

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Grünes Geld jetzt auch bei Brandoscope gelistet

Dienstag, 13. Mai 2014

Der „Lifestyle of Health and Sustainability“, kurz LOHAS, wird inzwischen von mehr als zehn Millionen Deutschen gelebt. LOHAS streben nicht Geld und Konsum an, sondern einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil. Sie kaufen ökologisch und ethisch korrekte Produkte und tragen damit zu einem gesellschaftlichen Wertewandel bei. Diese Art von Konsum überträgt diese Gruppe von Konsumenten auf ihre gesamte Lebensweise. Das heisst, dass neben Ernährung und Gesundheit auch bei den Themen Technologie, Mobilität, Geldanlage, Bekleidung, Kosmetik und Urlaub auf Umweltverträglichkeit und faire Herstellungsbedingungen geachtet wird. LOHAS verbinden somit bisher widersprüchlich erscheinende Aspekte: Nachhaltigkeit und Genuss, Konsum und Verantwortung bzw. Technik und Natur.

 

LOHAS bringen Konsum und Nachhaltigkeit auf einen Nenner. (Bildquelle: Andreas Hermsdorf/pixelio.de)

LOHAS bringen Konsum und Nachhaltigkeit auf einen Nenner. (Bildquelle: Andreas Hermsdorf/pixelio.de)

 

Den Begriff LOHAS prägte erstmals im Jahr 2000 der Soziologe Paul Ray, der eine Käufergruppe beschrieb, die Ihre Entscheidungen bezüglich des Konsmus an sozialen und moralischen Werten ausrichtet. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um Konsumverweigerung als Weiterentwicklung der Umweltbewegung aus den 80er Jahren. LOHAS möchten genussvoll leben aber mit ihrem Konsum ganz bewusst eine Entscheidung für mehr Nachhaltigkeit und Ethik in diesem Bereich treffen. Sie möchten damit erreichen, dass Unternehmen transparenter werden und ökologischer handeln. Alleine in Deutschland kann man inzwischen rund 12,5 Mio. Menschen zu dieser Bewegung zählen.

 

Das Portal www.brandoscope.com leistet Hilfe dafür, nachhaltig und bewusst zu konsumieren. Dort sind Unternehmen und Dienstleister aufgeführt, welche von einem oder mehreren anerkannten Nachhaltigkeitssiegeln zertifiziert wurden. Das Fairtrade Siegel, Bioland oder Der blaue Engel sind nur einige davon. Auch Grünes Geld wurde jetzt bei Brandoscope gelistet. Verbraucher können auf diesem Portal ohne großen Aufwand Information darüber erhalten, welche Firmen oder Dienstleister den Standards des nachhaltigen Wirtschaftens genügen. Die Zunehmende Nachfrage nach ökologisch und sozial verantwortungsvoll produzierter Ware zieht ein wachsendes Angebot nach sich. Und so zeigt sich, dass jeder Einzelne mit einem nur kleinen Beitrag durch seinen Konsum den Markt verändern kann.

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages: Jasmin Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

Die 20 größten Konsumsünden – Teil 2

Freitag, 19. April 2013

Auf welche Konsumgüter können die Deutschen nicht verzichten? 3sat hat im Rahmen seiner Themenwoche „Hauptsache Konsum?“ seine Zuschauer gefragt und eine Rangliste erstellt. Wir haben uns auch mit dieser Liste beschäftigt und vor kurzem bereits unsere Kommentare zu Platz 20 bis 11 veröffentlicht. Jetzt geht es ans Eingemachte! Hier die Top 10:

 

Platz 10: Mode

 

Muss der Schrank wirklich alle paar Monate neu gefüllt werden?

Muss der Schrank wirklich alle paar Monate neu gefüllt werden?

C. J.: Ich wähle eher klassische und zeitlose Bekleidung. Fummel für eine Saison sind nichts für mich. Zu viel Aufwand ständig einkaufen zu gehen. Ansonsten meide ich Anbieter bei denen bekannt ist, dass sie Menschen in den Herstellungsländern ausbeuten.

 

G. J.: Nachhaltigkeit heisst ja auch, die Kleidung länger als eine Saison zu tragen. Das widerspricht dem Gedanken der heutigen Modewelt – also hier könnte man sich bestimmt einschränken.

 

J. M.: Mode muss funktionell und schick sein, aber ich laufe keinen kurzlebigen Trends hinterher. Lieber ein paar Klamotten weniger im Schrank, die fair und bio produziert wurden, als jede Saison ein Schrank voll mit neuen Kleidern von einer der unzähligen Modeketten. Second Hand ist auch eine tolle Alternative.

 

T. E.: Zu undurchsichtig, um wirklich zu wissen woher etwas kommt und wie die Arbeitsbedingungen sind. Nur grüne Mode zu kaufen, ist auch nicht die Lösung. Wenn möglich die „üblichen Verdächtigen“ meiden (Textildiscounter).

 

Platz 9: Flugreisen

 

Viele zieht es mit dem Flieger in die Ferne.

Viele zieht es mit dem Flieger in die Ferne.

C. J.: Ich fliege gerne und würde das auch gerne noch öfter als ich es tue. Das plagende Gewissen stelle ich mit grünen Geldanlagen ruhig. Warscheinlich würden Flugreisen auf meiner persönlichen Rangliste nicht auf Platz 9, sondern weiter oben landen.

 

G.J.: Da sind sowohl Nutzen als auch Umweltverschmutzung schon sehr hoch. Andere Kulturen kennen lernen und verstehen trägt sicher zum Weltfrieden bei. Aber die Umweltschäden durch Flugverkehr sind auch extrem. Einschränken – aber nicht verbieten.

 

J. M.: Ich fliege nicht gerne und bin die letzten Jahre auch sehr gut ohne ausgekommen. Weitere Strecken lege ich lieber mit dem Zug zurück, was ich deutlich komfortabler und entspannter finde. Fernreisen fallen daher für mich flach, aber damit kann ich ganz gut leben. Wir leben hier knapp 50 km entfernt vom Frankfurter Flughafen und an manchen Tagen ist die Lärmbelästigung schon immens. Flüge sollten wieder deutlich teurer werden! Es kann nicht sein, dass ein Flug von München nach Hamburg günstiger ist als die Zugfahrt.

 

T. E.: Kommt auf die Entfernung an. Es lässt sich über Online-Rechner ganz gut ausrechnen, was ökologisch sinnvoller ist (Bus, Bahn, Auto, Flugzeug). Lässt sich grundsätzlich nicht vermeiden. Gegebenenfalls sollte man CO2 an anderer Stelle einsparen.

 

Platz 8: Alkohol

 

136 Liter Alkohl konsumierten die Deutschen im letzten Jahr pro Person.

136 Liter Alkohl konsumierten die Deutschen im letzten Jahr pro Person.

C. J.: Frankenwein – übrigens nicht in Maßen 😉

 

G. J.: In Maßen 😉

 

J. M.: Hin und wieder ein Glas Wein oder ein Bier mit Freunden.

 

T. E.: In Maßen 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Platz 7: Smartphone

 

Smartphones sind Bestandteil unseres Alltages.

Smartphones sind Bestandteil unseres Alltages.

C. J.: Lange nutzen, auch wenn es schon unmodern ist und dann recyceln. Das ist doch dann sicher okay, oder?

 

G. J.: Ein Smartphone ist so nützlich, dass es die Menschheit einfach braucht! Umweltfreundlich produzieren und recyceln ist hier die Lösung.

 

J. M.: Die Smartphones haben sich so in unser Leben geschlichen, dass man inzwischen den Eindruck hat sie wären unverzichtbar. Leider wird einem auch hier vorgespielt, ständig das neueste Modell haben zu müssen und ausrangierte Geräte werden kaum recycelt. Wenn mann mal mit Freunden unterwegs ist und die Hälfte der Leute schaut ständig auf ihr Smartphone, um die neuesten E-Mails, Facebookk-Updates oder WhatsApp-Nachrichten zu lesen, dann nervt das schon sehr! Und hin und wieder ertappe ich mich leider selbst dabei. Praktisch sind sie schon – wie ein Schweizer Taschenmesser. Man hat Telefon, Kamera, Navi , Minicomputer in einem Gerät. Ich empfinde es allerdings inzwischen als „Zeitfresser“. Wenn meines den Geist aufgibt, geht es zurück zum Handy, mit dem man „nur“ telefonieren oder SMS schreiben kann – wenn es die bis dahin noch zu kaufen gibt 😉

 

T. E.: Neumodische Erscheinung und zu 99 % unnötige Benutzung. In der Herstellung wahrscheinlich ebenso ungut, wie das „normale“ Handy.

 

 

 

Platz 6: Fleisch

 

Im Schnitt isst jeder Deutsche 60 kg Fleisch pro Jahr.

Im Schnitt isst jeder Deutsche 60 kg Fleisch pro Jahr.

C. J.: Auf dem Weg zum Vegetarier bzw. Ei und Honig essenden Veganer (wie heißt der dann eigentlich???). Bisher ist Klasse statt Masse das Credo.

 

G. J.: Da sag ich jetzt nichts dazu.

 

J. M.: Ich lebe vegan!

 

T. E.: In Maßen und wenn, dann ordentliches Fleisch. Auf Herkunft und Qualität achten. Wenn möglich bio oder vom benachbarten Bauern.

 

 

 

 

 

 

 

 

Platz 5: Fernsehen

 

Kulturgut oder Zeiträuber?

Kulturgut oder Zeiträuber?

C. J.: Ich zahle gerne GEZ für Dokus auf z. B. Arte oder Phoenix. Die restlichen Programme sehe ich als Energieverschwender. In meiner Rangliste landet Fernsehen nicht soweit vorne als Konsumsünde.

 

G. J.: Das Fernsehen von heute könnte man eigentlich komplett abschalten!

 

J. M.: Ich persönlich habe für mich vor über einem Jahr entschieden, die Kiste abzuschalten und höre lieber Radio (Bayern 2 – kann ich nur empfehlen). Unser Fernseher hat dann vor einem halben Jahr den Geist aufgegeben. Seitdem gestaltet sich das Familienleben deutlich kommunikativer und keiner vermisst wirklich etwas. Wenn man mal gezielt etwas sehen möchte, geht das auch über die Mediatheken im Internet.

 

T. E.: Der Klassiker – Volksverdummungsaparat erster Güte. Auch hier zu 99 % unnötig, da leider die Inhalte sehr fragwürdig bzw. auf Zeitvertrieb ausgerichtet sind. Gute Reportagen über kritische Themen kommen noch immer zu wenig.

 

Platz 4: Süßigkeiten

 

Süße Versuchung

Süße Versuchung

C. J.: Bin inzwischen keine Schoko-Süchtige mehr. Wenn Schoko, dann doch bitte fair trade und bio. Schmeckt ausßerdem viel leckerer!

 

G. J.: Wie bei Alkohol – alles in Maßen.

 

J. M.: Einem leckeren Stück Schokolade kann ich mich hin und wieder nicht entziehen. Aber auch hier immer bio und aus fairem Handel. Ansonsten gibt es bei mir kaum Süßigkeiten.

 

T. E.: Nichts, was der Mensch wirklich braucht, dennoch ein großes Laster der Gesellschaft. Jeder weiß, dass die meisten ungesund sind und dick machen. Naja, die Glückshormone von Schokolade reissen es wieder raus, nicht wahr 😉

 

 

 

Platz 3: Auto

 

Des Deutschen liebstes Spielzeug.

Des Deutschen liebstes Spielzeug.

C. J.: Langlebigkeit und zeitlose Eleganz prägen meine Wahl. Wenn die Menschen mit Ihren Kapitalanlagen solche Verluste einfahren würden wie mit neuen Autos, würden sie sicherlich die Vermittler verklagen 🙂

 

G. J.: Da trifft uns natürlich voll die menschliche Eitelkeit. Gerade in Deutschland. Hier wird Umweltraubbau ohne Ende getrieben. Man denke nur an die ach so grüne „Abwrackprämie“ – anstatt dass man Autos so lange fährt wie, sie halten.

 

J. M.: Ich habe ein Auto. Das ist für mich ein reiner Gebrauchsgegenstand und kein Statussymbol, aber trotzdem eine Art Luxus. Allerdings teile ich mein Auto mit Freunden. Hier in der Stadt lege ich fast alle Wege mit dem Rad oder zu Fuß zurück. Und weite Strecken fahre ich lieber mit der Bahn. Grundsätzlich hält man sich mit einem eigenen Auto flexibel. Ich ärgere mich aber jeden Tag, wenn ich mir die Autos im Berufsverkehr ansehe und in über 90 % der Fälle nur eine Person im Auto sitzt. Dann frage ich mich, ob das Benzin vielleicht nicht doch noch zu günstig ist.

 

T. E.: Luxus. Unterm Strich hat das Auto in unserer Gesellschaft einen viel zu hohen Stellenwert. Eigentlich braucht man es, um von einem Ort zum anderen zu kommen. Heute ist es mehr ein Statussymbol als Fortbewegungsmittel und verbraucht zu viele Ressourcen. Mal ganz abgesehen von den Preisen, die heute aufgerufen werden. Mein Traumauto: Marktfähiges E-Mobil mit adäquater Reichweite und einem sportlichen Aussehen. Das ganze zum realistischen Preis und betankt mit Grünstrom.

 

Platz 2: Kaffee

 

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen.

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen.

C. J.: Okay ertappt – ich gebe es zu! Doch auch hier achte ich auf fairtrade und bio.

 

G. J.: Also das könnte man sich abgewöhnen. Das ist reines Suchtverhalten. Aber wer will schon komplett rational sein?

 

J. M.: Ich bin gelegentlich morgens von sogenannten Morgenmuffel-Dämonen besessen und die lassen sich auch nur mit Kaffee vertreiben. Leider fast unverzichtbar. Für Kaffee gilt (was die Herkunft angeht) für mich das gleiche wie bei Schokolade. Zu Hause habe ich mich gegen eine Kapselmaschine entschieden und trinke inzwischen handgebrühten Kaffee.

 

T. E.: Luxus. Schmeckt, macht nicht dick, kostet wenig. Unterm Strich: braucht kein Mensch.

 

 

 

 

Platz 1: Elektrogeräte

 

Wer möchte schon waschen wie anno dazumal?

Wer möchte schon waschen wie anno dazumal?

C. J.: Ist es eine Konsumsünde, nicht mehr am Fluss waschen zu wollen? Ich bin dankbar für die Helfer und bei den neuen Geräten habe ich hier auch kein schlechtes Gewissen. Wassersparend und energieeffizient. Da freue ich mich über meine Staubsaugroboter, Spülmaschine, Waschmaschine usw.

 

G. J.: Ich denke, dass Elektrogeräte in ökologischer Hinsicht in so manchem Fall sogar besser sind, als wenn man alles manuell machen würde.

 

J. M.: Viele Haushaltsgeräte erleichtern uns den Alltag immens. Und eine neue, energieeffiziente Spülmaschine ist zum Beispiel ökologischer, als mit der Hand zu spülen. Allerdings gibt es auch wirklich viele Geräte, die eigentlich kein Mensch braucht.

 

T. E.: Wenn mit Grünstrom betrieben und hohe Effizienzklasse, ist nichts dagegen zu sagen.

 

 

Die 20 größten Konsumsünden – Teil 1

 

 

Die 20 größten Konsumsünden – Teil 1

Mittwoch, 17. April 2013

„Hauptsache Konsum?“ – das war das Thema der 3sat Themenwoche vom 08. bis 14. April. Im Vorfeld hat der Sender eine Umfrage unter den Zuschauern gestartet und nach den 20 Konsumgütern gefragt, auf die sie am wenigsten verzichten können. Damit Sie uns etwas besser kennenlernen können und sehen, dass wir nicht nur „grün arbeiten“, sondern auch „grün leben“ und hinter der Idee einer nachhaltigen Lebensweise stehen, haben wir uns diese Liste selbst vorgeknöpft und geben einen Einblick in unsere Gedanken zu den einzelnen Themen. Aber Sie werden sicher auch merken, dass wir nicht perfekt sind und jeder seine kleine „Konsumsünde“ hat!

 

Zunächst Platz 20 bis 11:

 

Platz 20: Plastikspielzeug

 

Plastik findet sich fast überall.

Plastik findet sich fast überall. (@Helene Souza / pixelio.de)

C. J.: An Lego kommen wir inzwischen nicht mehr vorbei, doch ansonsten ernte ich manchmal Kopfschütteln bezüglich meiner Einstellung, Plastikspielzeug doch möglichst zu vermeiden. Sicher ist das auch nicht ganz einfach für unsere Kinder. Da fällt mir gerade die Zinkwanne statt PVC Plantschbecken ein – diese führte zu Erklärungsbedarf bei Besuchskindern.

 

G. J.: Da kann ich am einfachsten drauf verzichten – und nach meinen Kindern fragt ja keiner!

 

J. M.: Meinen Kindern habe ich vorwiegend Spielzeug aus Holz gekauft und dabei auch auf die Qualität (Stichwort „Lacke“) geachtet. Allerdings konnte ich inzwischen leider auch Lego und Barbies nicht vollständig vermeiden. Grundsätzlich achte ich seit dem Film „Plastic Planet“ darauf, so wenig Kunststoffe wie möglich im Alltag zu gebrauchen, bzw. als Abfall zu produzieren. Eigene Stoffbeutel zum Einfkauf mitzunehmen ist zum Beispiel schon mal ein guter Anfang.

 

T. E.: Spielzeug – ja, hatte ich in der Kindheit. Das meiste davon war hauptsächlich aus Kunststoff. Einige Spielzeuge allerdings auch aus Holz oder Metall. Ich glaube, verzichten können hätte ich auf einige Spielsachen. Heilig war mir allerdings mein Lego. Allgemein gibt es zu viel Kunsstoff. Das Meiste davon landet wieder auf dem Müll. Und wir könnten Produkte auch in gleicher Qualität und Eigenschaft aus Bio-Kunsstoffen herstellen, z. B. oben genanntes Lego-Spielzeug. Plastiktüten haben meines Erachtens in unserer heutigen Welt generell nichts mehr verloren. Aus recyceltem Papier oder biologisch abbaubare Tüten erfüllen ihren Zweck ebenso. Besser noch: Den Stoffbeutel zum Einkaufen von zu Hause mitbringen.

 

Platz 19: Kreuzfahrten

 

Kreuzfahrten werden immer beliebter.

Kreuzfahrten werden immer beliebter.

C. J.: Da ich leicht seekrank werde, stellt sich die Frage nach Kreuzfahrten glücklicherweise nicht.

 

G. J.: Tja, wieviel Umweltsünde dürfen uns Vergnügen und Spaß wert sein? Wahrscheinlich liegt die Grenze unterhalb von Kreuzfahrten!

 

J. M.: Kreuzfahrten haben für mich keinen Reiz. Tagelang auf einem Schiff mit einer großen Menge an Menschen, denen man nicht wirklich aus dem Weg gehen kann. Zudem die große Umweltbelastung durch die Verbrennung von Schweröl als Treibstoff ökologisch nicht vertretbar ist.

 

T. E.: Oha – genau mein Thema! Unnützer Luxus auf hoher See. Könnte ich sofort drauf verzichten! Am schlimmsten: Die Seefahrt im Allgemeinen verfeuert Schweröl mit einem hohen Schwefelgehalt. Im Prinzip ein Abfallprodukt, das keiner haben will. Also verfeuern wir es einfach in den Schiffsdieselmotoren. Wird schon keinen interessieren, was da auf hoher See passiert! Mein Urteil: Weg damit!

 

Platz 18: Schmuck

 

Statussymbol oder Verschwendung?

Statussymbol oder Verschwendung?

C. J.: Früher war mir das garnicht wichtig. Inzwischen fange ich an, Antikschmuck (Art Deco) schön zu finden. Generell ist die Gewinnung der Edelmetalle und Edelsteine meist fragwürdig. Nicht nur die ökologischen Folgen, sondern auch die sozialen Beeinträchtigungen für die Menschen in den Abbaugebieten sind oft katastrophal. Die größere Konsumsünde sind jedoch wahrscheinlich die versteckten Edelmetalle und Edelsteine in Gütern, die wir tagtäglich im Alltag nutzen.

 

G. J.: Schmuck kann man ja auch aus anderen Materialien als aus Edelmetallen fertigen. Das wäre bestimmt machbar. Aber fällt Schmuck überhaupt ins Gewicht?

 

J. M.: Schmuck ist mir nicht wirklich wichtig. Ich habe einige, wenige Stücke die mir geschenkt wurden und die für mich eher einen ideellen als einen materiellen Wert haben. Ich kann mir nicht vorstellen, wirklich viel Geld für Uhren oder Schmuck auszugeben.

 

T. E.: Grundsätzlich bin ich Fan von Schmuck aus Holz, Steinen oder Leder. Edelsteine oder gar Diamanten reizen mich wenig. Hier kommt es meines Erachtens nach stark auf die Herkunft und die Gewinnung der Edelsteine an. Gegen Schmuck aus Edelstahl gibt es nichts einzuwenden. Ich glaube, im industriellen Bereich werden Ressourcen aus Edelmetallen hemmungsloser verschwendet, als im Schmuckbereich.

 

Platz 17: Dekoartikel

 

Sinn oder Unsinn?

Sinn oder Unsinn?

C. J.: Betrachte ich als völlig überflüssig und als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Die meisten Dinge werden hier nur für die Mülltonne produziert. Gut, an Weihnachten gehören die Christbaumkugeln und der Adventskranz schon dazu, doch das geht hervorragend auch vorwiegend aus Naturmaterialien.

 

G. J.: Siehe Kreuzfahrten – ein wenig Spaß darf der Menschheit ja erlaubt sein. Aber es gibt Grenzen!

 

J. M.: Was Dekoartikel angeht, versuche ich mich natürlicher Mittel zu bedienen. Um die Weihnachtszeit letztes Jahr war ich in einem Geschäft, welches sich auf solche Produkte spezialisiert hat, um Kerzen zu kaufen. Mit Verwunderung habe ich festgestellt, dass dort tatsächlich Tannenzapfen und Äste verkauft werden. Ein wenig mit Gold und Glitzer eingesprüht und die Leute kaufen das für teures Geld! Dabei muss man doch nur mit offenen Augen durch die Nautr gehen und kann sich so sein zu Hause schöner gestalten. Auch für batteriebetriebene, singende und tanzende Weihnachstmänner, Osterhasen oder ähnliches habe ich kein Verständnis. Man kann auch tolle Dinge aus alten, gebrauchten Materialien herstellen – Stichwort Upcycling!

 

T. E.: Kann man drauf verzichten. Wenn dann möglichst aus nachhaltigen Rohstoffen (z. B. Holz) oder recyceltem Material.

 

Platz 16: Feuerwerk

 

Schön anzusehen ist ein Feuerwerk.

Schön anzusehen ist ein Feuerwerk.

C. J.: Werden die eigentlich veranstaltet, um die Erinnerung an Bombennächte wachzuhalten? Ich könnte gut und gerne darauf verzichten!

 

G. J.: Ich bräuchte keine Feuerwerke. Aber generell gilt natürlich: Spaß in Grenzen ist okay.

 

J. M.: Ich gebe zu, dass ich mir ein schön arrangiertes Feuerwerk auch gerne ansehe. Aber die unkontrollierte Böllerei an Silvester finde ich furchtbar. Für die Tierwelt ist der Krach und für die Umwelt die verpulverten Chemikalien und der Müll eine unglaubliche Belastung – und das nur für ein paar Minuten „Spaß“!

 

T. E.: Naja, macht schon Spaß! Ökonomisch und ökologisch natürlich höchst fragwürdig.

 

 

 

 

 

Platz 15: Wassersport

 

Spaß oder Belästigung der Umwelt?

Spaß oder Belästigung der Umwelt?

C. J.: Kann ich wenig damit anfangen! Übrigens an G. J.: Schwimmen verbraucht viele Kalorien, dadurch entsteht ein höherer Lebensmittelkonsum und somit mehr Klimabelastung. 😉

 

G. J.: Wo ist da das Problem – Schwimmen müsste doch okay sein, oder? Bei Yachten, die 20.000 Liter Diesel pro Stunde brauchen, sieht das anders aus.

 

J. M.: Kann ich persönlich gut darauf verzichten, aber so lange keine Motoren im Spiel sind, habe ich nichts dagegen!

 

T. E.: Mit Hilfe von Wind oder Muskelkraft ist meines Erachtens nichts einzuwenden. Umwelt und Natur sollten in jedem Fall geschont bzw. nicht beeinträchtigt werden!

 

 

 

 

Platz 14: Haustierbedarf

 

So bitte nicht!

So bitte nicht!

C. J.: Habe ich in Bio nicht aufgepasst? Hunde haben doch ein Fell und brauchen keine extra Bekleidung! Reicht ein Stöckchen oder Ball nicht mehr zum Spielen für die Vierbeiner? Spaß beiseite, das enorm steigende Angebot führt meines Erachtens zu einer immer weniger argerechten Haltung der Tiere.

 

G. J.: Finde ich so, wie es ist in Ordnung.

 

J. M.: Alles, was über den notwendigen Bedarf hinausgeht, führt nur zur Vermenschlichung und Zurschaustellung der Tiere. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Hund sich freiwillig einen Regenmantel oder ein Fußballtrikot vom Lieblingsverein des Herrchens anziehen würde. Das Züchten von Rassen, denen es im Winter dann tatsächlich zu kalt ist, gehört grundsätzlich verboten. Eigentlich das Züchten generell, welches dazu dient irgendein optisches Ideal für den Menschen zu erreichen. Reinste Tierquälerei!

 

T. E.: Völliger Mumpitz! In der freien Natur gibt es alles, was das Tier benötigt. Von Haustieren im Käfig, bzw. Tieren die nicht raus dürfen, halte ich ohnehin nichts.

 

Platz 13: Wintersport

 

Skizirkus in den Bergen.

Skizirkus in den Bergen.

C. J.: Schön wäre es, wenn wir hier wieder zu mehr Natur zurück kämen. Das ein oder andere Gebiet z. B. in Oberösterreich versucht hier den Wandel oder garnicht erst in den Massentourismus einzusteigen. Das finde ich toll. Im Übrigen habe ich es geliebt, die Pisten hinunter zu sausen. Leider war ich schon länger nicht mehr Skilaufen. Der große Skizirkus mit Massentourismus schreckt mich ab. Wo bleibt da die Freiheit?

 

G. J.: Wintersport halte ich für sehr grenzwertig, auch wenn das Naturerlebnis prinzipiell für den heutigen Menschen wichtig ist. Die Zerstörungen scheinen mir hier aber sehr groß zu sein.

 

J. M.: Ich mag den Winter und Schnee nicht und kann daher weder Skifahren noch Snowbaorden. Und der ganze Skizirkus-Rummel ist mir inzwischen sehr suspekt.

 

T. E.: Das ist für mich wie mit dem Wassersport. Umwelt und Natur sollten nicht beeinträchtigt werden. Auf Schneekanonen kann man verzichten und das Schnitzel kann auch zu Hause gegessen werden.

 

Platz 12: Schnittblumen

 

Rosen mit Fairtrade-Siegel.

Rosen mit Fairtrade-Siegel.

C. J.: Ich habe neulich gelesen, dass es bis zu 6-mal umweltfreundlicher sei, Schnittblumen aus Afrika zu importieren, als sie hier zu züchten. Privat freue ich mich über den Fliederstrauß aus dem Garten. Sonst bedeuten mir Blumen nichts.

 

G. J.: Schnittblumen bräuchte ich keine.

 

J. M.: Mit einem großen Blumenstrauß vom Floristen kann man mich leider genauso wenig beeindrucken wie mit teurem Schmuck, weil ich um die schlechten Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern wie z. B. Äthiopien und die aus dem Anbau resultierenden Probleme weiß. Natürlich freue ich mich über die Geste ansich. Aber noch mehr freue ich mich, wenn die Blumen vielleicht aus dem eigenen Garten kommen oder wenn meine Tochter mir zum Beispiel Blümchen von der Wiese mitbringt. Wer nicht auf die Rose zum Geburtstag oder Valentinstag verzichten kann, sollte auf ein Fairtrade-Siegel achten.

 

T. E.: Wenn die Herkunft bekannt ist und die Blumen verantwortungsbewusst angebaut wurden, ist es in Ordnung.

 

Platz 11: Kosmetik

 

Siegel für Kosmetika ohne Tierversuche und ohne tierische Inhaltsstoffe.

Siegel für Kosmetika ohne Tierversuche und ohne tierische Inhaltsstoffe.

C. J.: Mit zunehmendem Alter kommt man daran ja leider nicht mehr vorbei. Versuche hier, vegan zu bleiben. Gelingt mir sicher aber nicht immer:

 

G. J.: Ein Minimum ist da sicher okay. Wenn wir aber Tierversuche dafür brauche, hört es wirklich auf!

 

J. M.: Bei Kosmetika achte ich darauf, dass sie ohne tierische Inhaltsstoffe sind und auch ohne Tierversuche hergestellt wurden. Tierversuche für kosmetische Inhaltsstoffe sind zwar inzwischen in Deutschland verboten und auch der Verkauf solcher Produkte, allerdings dürfen bzw. müssen medizinische Inhaltsstoffe (wie z.B. Hyaloron) weiter an Tieren getestet werden. Kosmetikartikel müssen für mich auf pflanzlicher Basis und frei von Stoffen wie Aluminium oder auch Nanopartikeln sein. Ich verwende auch feste Seifen anstatt Flüssigseife, um Müll zu vermeiden.

 

T. E.: Naturgemäß hält sich die Kosmetik bei Männern in Grenzen. Wenn, dann versuche ich darauf zu achten, dass Tierversuche ausgeschlossen sind und die Inhaltsstoffe in Ordnung sind.

 

 

 

To be continued…