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Mikrofinanz-Fonds – Hilfe zur Selbsthilfe

Dienstag, 16. Mai 2017
Zusammenfassung: Das Frankfurter Finanzunternehmen Invest in Visions zählt zu den etablierten Anbietern von Mikrofinanz-Fonds. Gemeinsam mit erfahrenen internationalen Partnerunternehmen ermöglichte Invest in Visions bereits weit mehr als 100.000 Mikrokredite in Entwicklungs- und Schwellenländern. Wer in den Mikrofinanz-Fonds investiert, fördert nicht nur eine positive gesellschaftliche Entwicklung, sondern kann zudem mit einer guten Rendite rechnen.

 

 

Mikrokredite – kleiner Einsatz – große Wirkung.

Kleine Ursache – große Wirkung. Dieses Prinzip ist in vielen Lebensbereichen zu beobachten. Viel zitiert wird Schmetterlingseffekt, der von einem US-amerikanischen Meteorologen 1972 formuliert wurde. Demnach kann der Flügelschlag eines Schmetterlings einen ganzen Wirbelsturm auslösen („Does the Flap of a Butterfly’s Wings in Brazil set off a Tornado in Texas?“). Aber während in diesem Beispiel der Flügelschlag eine Katastrophe herbeiführt, stehen im wirtschaftlichen und sozialen Leben kleine Impulse oft für eine positive Entwicklung. Denn viele gute Ideen und innovative Projekte werden niemals umgesetzt, weil eine entscheidende Kleinigkeit fehlt. Und diese Kleinigkeit ist nicht selten die Anschubfinanzierung. Ein Problem, das viele Unternehmer in spe auf der ganzen Welt kennen. Doch während in der westlichen Welt Jungunternehmer mit einer tragfähigen Geschäftsidee auf Unterstützung von verschiedenen Stellen hoffen können, sieht das in ärmeren Ländern völlig anders aus. Hier haben breite Teile der Bevölkerung keinen Zugang zum Finanzmarkt. Mikrofinanz-Systeme schaffen hier Abhilfe.

 

 

Hilfe zur Selbsthilfe

Wer in den armen Ländern Afrikas, Asiens, Südamerika und Osteuropa Geld benötigt, um selbstständig Handel, Handwerk oder Dienstleistungen anbieten zu können, hat in vielen Fällen keine Möglichkeit, einen seriösen Bankkredit zu erhalten. Zum einen fehlt es an Bürgen und Sicherheiten, in einigen Regionen beginnt die Schwierigkeit schon damit, dass Finanzinstitute aufgrund der Infrastruktur kaum erreichbar sind. Die Alternative sind dann häufig lokale Geldverleiher, die ihr Geschäft mit überzogenen Zinsforderungen betreiben. Wer hier einen Kredit aufnimmt, gerät meist noch tiefer in die wirtschaftliche Misere. Wer so scheitert, verliert nicht nur sein letzte Hab und Gut, sondern auch meist seinen Unternehmergeist und seine Antriebskraft.

 

Um diesem teuflischen Kreislauf der Armut ein Ende zu setzen, wurde die Idee der Mikrokredite entwickelt. Mit Hilfe dieser Klein- und Kleinstkredite, die ohne die üblichen Sicherheiten vergeben werden, können Menschen eine selbstständige Arbeit aufnehmen, die sie und ihre Familie ernährt und von Almosen unabhängig macht.

 

Weithin bekannt wurde das Mikrofinanz-System durch den Volkswirtschaftler  Muhammad Yunus aus Bangladesch. Er wurde für die Belebung dieser Idee im Jahr 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Yunus von seiner Universität in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Aufgabe erhalten, ein Entwicklungsprojekt zu managen. Aus seiner Idee, Selbsthilfe zu fördern und Anschubkredite an die verarmte Bevölkerung zu vergeben, entstand eine weltweite Bewegung. Zahlreiche Erfolgsgeschichten gaben der Mikrofinanz-Idee Recht. Aktuell bietet eine Vielzahl von Mikrokredit-Instituten weltweit Darlehen an. Schätzungen zu Folge, beläuft sich das Gesamtvolumen der einhundert größten Anbieter auf rund 52 Milliarden US-Dollar. Der weltweite Bedarf an Klein- und Kleinstkrediten in Entwicklungs- und Schwellenländern wird allerdings sechsmal so hoch geschätzt.

 

 

Visionen fördern – Invest in Visions

Das Geld, das weltweit über Mikrofinanzinstitute an Kleinunternehmer vergeben wird, kommt von zahlreichen Mikrofinanzinvestoren weltweit. Ein Finanzier der ersten Stunde ist dabei die Frankfurter Invest in Visions GmbH, die damit zu den erfahrensten Anbietern in diesem Markt zählt.

 

Das Unternehmen wurde 2006 gegründet. Ein Jahr nach dem „Jahr der Mikrokredite“, das von den Vereinten Nationen zu Bekämpfung der Armut ausgerufen wurde und im gleichen Jahr wie die Ehrung der Mikrofinanzidee durch das schwedische Nobelpreiskomitee.

 

Ziel der Unternehmensgründerin Edda Schöder war es seit dem, privaten und institutionellen Anlegern sogenannte „Impact Investments“ zu ermöglichen. Das bedeutet, dass die Investoren nicht nur mit interessanten finanziellen Erträgen rechnen können, sondern zugleich auch mit ihrem Investment einen positiven gesellschaftlichen Effekt erzielen.

 

Engagierte Unternehmen geben wichtige Impulse.

2011 legte Invest in Visions mit dem IIV Mikrofinanzfonds den ersten Fonds dieser Anlageklasse in Deutschland auf. Ende des Geschäftsjahres 2016 belief sich das Fondsvolumen auf und 368 Millionen Euro. Damit konnte das Fondsvolumen um mehr als 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr weiterentwickelt werden, Ende 2015 belief sich das Fondvolumen noch auf 198 Millionen Euro.

 

Tipp: Aus Gesprächen wissen wir, dass immer wieder viele Menschen über den Namen „IIV“ rätseln. Sind das römische Zahlen? Für was steht es? Die Lösung ist recht einfach: es sind die Initialbuchstaben von Invest-in-Visions.

 

Insgesamt verwaltet Invest in Visions rund 500 Millionen Euro in vier Impact-Investment-Fonds. Mikrofinanzinvestments bilden dabei den größten Anteil des Vermögens. Das Unternehmen engagiert sich jedoch auch in Projekten aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien, der Förderung nachhaltiger Landwirtschaft sowie in den Bereichen Sozialunternehmen und sozialer Wirkungskredite.

 

 

Sorgfältige Auswahl der lokalen Mikrofinanzinstitute

Aktuell sind die Gelder des IIV Mikrofinanzfonds in 68 Mikrofinanzinstitute (MFI) in 25 Ländern investiert. Diese Mikrofinanzinstitute sorgen vor Ort in Afrika, Asien, Südamerika und Osteuropa dafür, dass die Mikrokredite bei den Menschen landen, die sie benötigen, das sind mittlerweile mehr als 122.000 Endkreditnehmer. Die durchschnittliche Kreditsumme beträgt dabei rund 2.320 US-Dollar.

 

Bei der Vergabe der Mikrokredite in den einzelnen Ländern, arbeitet Invest in Visions eng mit den Investmentmanagern der Kooperationspartner zusammen. Seit 2015 besteht eine Partnerschaft mit der belgischen Incofin Investment Management, einem Pionier in Sachen Mikrofinanz. Das Unternehmen verfügt über sehr spezifisches Know how zu den einzelnen Ländern und ist mit Niederlassungen in Kolumbien, Indien, Kenia und Kambodscha vertreten.

 

Seit 2016 arbeitet Invest in Visions darüber hinaus mit US-amerikanischen Unternehmen Developing World Markets, einem der ältesten Player in diesem Bereich, zusammen. Beide Partnerunternehmen prüfen die Mikrofinanzinstitute und erstellen Analysen der einzelnen Länder. So wird die Arbeit der lokalen Mikrofinanzinstitute genau überwacht. Dabei werden soziale und ökologische Faktoren genauso unter die Lupe genommen, wie die wirtschaftliche Tragfähigkeit des jeweiligen Mikrofinanzinstituts sowie die Abwägung der Kreditrisiken.

 

Eingehend geprüfte Mikrofinanzinstitute können dann ihre Teile des Fondsvolumens als Mikrokredite an sinnvoll ausgewählte Projekte vergeben.

 

Ein eigenes Feld zu bewirtschaften kann die Exisitenz der gesamten Familie langfristig sichern.

 

Aktuell ist eine Veränderung im Markt der Mikrofinanzinstitute zu beobachten, sie unterliegen zunehmend neuen Regularien. Vielfach wird die Hinterlegung eines höheren Eigenkapitalanteils als Reserve vorgeschrieben. Daraus folgend müssen vermehrt Mikrofinanzinstitute eine Banklizenz erwerben und Kundeneinlagen annehmen. Die zunehmenden Auflagen der Regulierungsbehörden bringen auch neue Möglichkeiten für die Institute: Durch Geldeinlagen ihrer Kunden vermehrt sich das Geld in der lokalen Währung und kann für weitere Kreditvergaben genutzt werden. Dabei entfallen die Kosten für die Währungsabsicherung. Eine wichtige Entwicklung, denn sie kann steigende Betriebskosten ausgleichen.

 

 

Erfolge vor Ort

Typische Zielgruppen für Mikrokredite sind dabei Kleinhändler- und Bauern sowie Handwerker. Mit den gewährten Krediten können sie Arbeitsgeräte, Saatgut und Vieh oder auch Transportmittel finanzieren, die für den Erfolg ihres Geschäftes notwendig sind. Läuft das Geschäft, und das tut es in vielen Fällen, kann durch die selbstständige Arbeit die Existenz langfristig gesichert werden. Besonders Frauen nutzen die Mikrokredite erfolgreich für sich und ihre Familien. Durch ihren Geschäftserfolg können sie nicht nur ihre wirtschaftliche, sondern vielfach auch ihre gesellschaftliche Position stärken.

 

In seinem aktuellen „Social Report“ stellt Invest in Visions, stellvertretend für unzählige andere Kreditnehmer, zwei Erfolgsgeschichten exemplarisch vor.

 

Zum einen die Geschichte einer fünfköpfigen Familie aus Kambodscha, die von einer kleinen Rente sowie dem Reisanbau lebte. Nachdem die Reisernte durch eine Überschwemmung vernichtet wurde, ließ sich die Frau beraten und erhielt einen Kredit über rund 300 US-Dollar, um den Reisanbau nochmals zu versuchen. Nach dem Verkauf ihrer ersten Ernte konnte sie den Kredit zurückzahlen und einen Teil ihres Gewinnes für neue Investitionen zurücklegen. Darüber hinaus nahm die Frau nochmals einen Kredit auf, erweiterte den Reisanbau und baute ein eigenes kleines Lebensmittelgeschäft auf. Mit dem regelmäßigen Einkommen konnte die Familie in ein größeres Haus umziehen und den regelmäßigen Schulbesuch der Kinder sichern.

 

Die Früchte der Arbeit einfahren.

Ein weiteres Beispiel kommt aus Chile. Dort konnte ein Ehepaar mit Hilfe eines Mikrokredits ein Himbeerfeld kaufen. Nach einer Anlaufphase wurde die Ackerfläche vergrößert und ein erster Mitarbeiter eingestellt. Außerdem gelang es dem Paar, zusätzlich Brombeeren anzubauen und zu verkaufen. Der wirtschaftliche Erfolg ermöglichte es ihnen, für ihre Auslieferungen einen gebrauchten Lastwagen zu kaufen.

 

Die Erfolge der Mikrokredite für die Kreditnehmer wirken sich auch direkt positiv auf die Investoren aus. Denn Mikrokredite werden zwar ohne Sicherheiten an erfolgversprechende Projekte vergeben, sie sind jedoch nicht zinslos. Die Rückzahlungsquote ist generell hoch und liegt im Bereich der Mikrokredite zwischen 95 und 98 Prozent. Damit ist die Zahlungsmoral der Kreditnehmer in den Entwicklungs- und Schwellenländern entschieden höher als in den Industrienationen. Mikrokredite befördern so eine Win-Win-Situation auf beiden Seiten. Kreditnehmer profitieren von einem fairen Darlehen ohne Wucherzinsen, Kreditgeber und damit auch Investoren profitieren von Zinserträgen ohne hohe Rückzahlungsausfälle.

 

 

Die Nachfrage nach Mikrokrediten wird weiter steigen

Der größte Erfolg des Mikrofinanzsystems wäre sicher die endgültige Überwindung der Armut, wie sie von den Vereinten Nationen bereits in den Millenniumszielen sowie in den Zielen für eine nachhaltige Entwicklung von den Vereinten Nationen gefordert wird. Fakt ist allerdings, dass die Weltbevölkerung besonders in Afrika südlich der Sahara weiter anwächst. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Bevölkerung von derzeit einer Milliarde Menschen bis 2100 auf rund vier Milliarden ansteigen wird. Das Bevölkerungswachstum dort sowie auch in vielen armen Region der Welt wird jedoch den Bedarf nach Mikrokrediten sicher auch zukünftig noch steigern.

 

 

Eine soziale Zukunft mitgestalten

Geld nur mit starrem Blick auf den Shareholder Value anzulegen, kommt für immer mehr Anleger nicht mehr in Frage. Viele Anleger wissen, dass sie mit ihrem Geld etwas bewirken können. Und das bedeutet nicht, dass sie auf interessante Erträge verzichten müssten. Im Gegenteil. Mit ethischen Geldanlagen – wie beispielsweise Mikrofinanz-Fonds von Invest in Visions –  ist es möglich, sein Geld sinnvoll und sicher anzulegen und dennoch gute Erträge zu erzielen.

 

Grünes Geld, erfahrener Anbieter nachhaltiger Geldanlagen, bietet Mikrofinanz-Fonds im Rahmen des Musterdepots „Soziale Verantwortung“. Wer sich für diese gesellschaftlich sinnvolle und sozial sehr wirksame Geldanlage interessiert, hat zwei Möglichkeiten zur Auswahl.

 

Zum einen besteht die Möglichkeit, ab einer Anlagesumme von 5.000 Euro einmalig in das Musterdepot zu investieren. Die Anlage hat keine feste Laufzeit und ist damit täglich kündbar. Die Rendite pro Jahr wird mit lohnenden 2,4 Prozent pro Jahr prognostiziert.

 

Wer sich für das Monatssparen  entscheidet, legt jeden Monat 100 Euro an. Auch hier ist die Laufzeit frei wählbar. Auch Monatssparer können mit einer jährlichen Rendite von 2,4 Prozent rechnen. In beiden Fällen wird eine Mindestanlagedauer von drei Jahren empfohlen, um möglich Schwankungen ausgleichen zu können.

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Mikrofinanz – Anständige Rendite durch ethische Geldanlagen

Freitag, 11. November 2016
Zusammenfassung: Mikrofinanz-Fonds ermöglichen Klein- und Kleinstkredite in Entwicklungs- und Schwellenländern. Für Anleger sind diese Fonds eine gute Möglichkeit soziales Engagement und attraktive Rendite miteinander zu verbinden.

 

 

Mikrofinanz-Kredite ermöglichen eine selbstständige Arbeit.

Mikrofinanz-Kredite ermöglichen eine selbstständige Arbeit.

Manche Entwicklungen laufen auf den ersten Blick gesehen parallel und zeigen keine direkten Berührungspunkte: Da wäre zum einen der Trend zu mehr Nachhaltigkeit. Innerhalb unserer Gesellschaft wächst das Interesse an ökologischen und sozialen Themen, Konsumenten achten zunehmend auf Produkte aus fairem Handel und biologischem Anbau. Zum anderen ist es aktuell schwierig, gut verzinste und sichere Geldanlagen zu finden.

 

Und gerade hier ist eine positive Verbindung möglich, denn Mikrofinanz-Fonds bieten Anlegern beides: eine sinnvolle ethische Geldanlage und einen attraktiven Wertezuwachs.

 

 

Mit kleinen Krediten große Entwicklungen anstoßen

Die Idee ist nicht neu: Klein- oder Kleinstkrediten ermöglichen eine Anschubfinanzierung für Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas sowie Osteuropas. Ziel ist es, mit dem geliehenen Geld eine selbstständige Arbeit und damit verbunden eine langfristige Existenzsicherung zu ermöglichen.

 

Stark belebt wurde die Mikrofinanz-Idee in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch Muhammad Yunus, Wirtschaftsprofessor aus Bangladesch. Da sich die Mikrokredite vielfach als wirkungsvoller Weg aus der Armut erwiesen, wurde Yunus als Vordenker des Mikrofinanz-Systems, im Jahr 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

 

Gerade in den armen Ländern haben viele Menschen keine Möglichkeit, bei Banken einen Kredit zu bekommen. Dabei fehlen oft nur geringe Summen, um ein kleines Geschäft aufzubauen, einen Handwerksbetrieb zu gründen oder ein Feld neu zu bewirtschaften. Mikrofinanz-Projekte ermöglichen diesen Menschen einen Kleinstkredit ohne eine Sicherheit zu verlangen und erheben dafür Zinsen vergleichsweise niedrige Zinsen. Diese sind für westliche Verhältnisse zwar hoch, jedoch im Vergleich zu den Wucherzinsen von lokaler Geldverleiher ein faires Geschäft für alle. Zumal die Mikrofinanz-Geber mit relativ hohen Fixkosten wirtschaften und oft weite und unwegsame Strecken bis zu ihren Kunden zurücklegen müssen.

 

Der wirtschaftliche Erfolg stärkt die Rolle der Frauen in der Gesellschaft.

Der wirtschaftliche Erfolg stärkt die Rolle der Frauen in der Gesellschaft.

Kreditnehmer sind übrigens in erster Linie Frauen. Hier ist eine Mikrofinanzierung besonders wichtig, denn Frauen ist selbst sogar der Zugang zu Geld mit Wucherzinsen verwehrt. Ausgestattet mit einem Kleinkredit finanzieren sie jedoch Saatgut, Marktstände, Nähmaschinen und andere Werkzeuge und Waren, um eine existenzsichernde Arbeit in den Bereichen Handel, Handwerk oder in der Landwirtschaft aufzubauen. Durch ihre wirtschaftlichen Erfolge entkommen Frauen zunehmend aus Abhängigkeitsverhältnissen und verbessern ihre gesellschaftliche Stellung.

 

Und das mit nachhaltigem Erfolg: So liegt die Rückzahlungsquote in den Mikrofinanz-Ländern zwischen 95 und 98 Prozent und damit um einiges höher als in den Industrienationen. Grund für die geringen Zahlungsausfälle ist eine andere Einstellung gegenüber dem Kreditgeber: Während in der ersten Welt Banken selten als Partner auftreten dem Kunden besondere Loyalität verpflichtet wären, ist die Rückzahlung eines Kredits in Entwicklungs- und Schwellenländern auch eine Frage der Ehre – verbunden mit dem Stolz, es geschafft zu haben.

 

Mittlerweile gibt es weltweit unzählige Anbieter von Mikrokrediten. Die einhundert größten Player weltweit verwalten ein Finanzvolumen von rund 52 Milliarden US-Dollar. Der Bedarf an Mikrokrediten wird auf rund 300 Milliarden US-Dollar geschätzt.

 

 

„Wegen Überfüllung geschlossen“

Fondsanbieter werben im Allgemeinen um ihre Kunden. Dass Fonds wegen zu hoher Beteiligung quasi „wegen Überfüllung geschlossen“ sind, kommt selten vor, so jedoch geschehen beim Mikrofinanz-Fonds Invest in Visions (IIV) im letzten Vierteljahr. Daher steht der Fall IIV exemplarisch für das enorm gewachsene Interesse der Anleger an Mikrofinanz-Investments. Sie profitieren von guten Renditen, einer hohen Sicherheit und sie legen ihr Geld mit guten Gewissen an. Denn waren bis vor kurzem Mikrofinanz-Fonds nur für institutionelle Anleger geöffnet, kommen jetzt auch vermehrt private Anleger und Stiftungen zum Zuge.

 

 

Risikoarm – Renditestark

Mikrofinanz-Fonds streuen ihre Investitionen geografisch meist über mehre Regionen und achten auf Investments in unterschiedlichen Bereichen wir Landwirtschaft, Handel, Handwerk oder Dienstleistungen. So können beispielsweise Einbußen durch Ernteausfälle in einem Landstrich mit den Erträgen aus einem anderen Bereich optimal ausgeglichen werden. Darüber hinaus überwachen die Fondsgesellschaften sämtliche allgemeinen und besonderen Risiken zuverlässig.

 

Die Mikrofinanz-Fonds vergeben Kredite an Mikrofinanz-Institute in den jeweiligen Ländern. Vor dort werden die Mikrokredite zur Existenzgründung an künftige Kleinunternehmer vor Ort vergeben.

 

Damit nicht nur das angelegte Geld sondern auch die ursprüngliche Mikrofinanz-Idee gesichert ist, überwachen die Fondsmanager auch die Mikrofinanz-Institute in den jeweiligen Ländern und prüfen deren Geschäftspraktiken. So können Investoren sicher sein, dass ihr Geld sozial und ethisch angelegt ist.

 

Mikrofinanz-Fonds sind von den Entwicklungen der weltweiten Aktienmärkte unabhängig und unterliegen nur geringen Schwankungen. So bieten diese Fonds solide Renditen ab zwei Prozent. Ein Wertzuwachs, der sich beim aktuellen Zinsniveau und den Sicherheiten eines Mikrofinanz-Fonds, durchaus sehen lassen kann.

 

 

Mikrofinanz-Fonds für private Anleger

Mikrofinanz-Fonds sind erst seit knapp zehn Jahren in Deutschland überhaupt als Fonds-Kategorie zugelassen. 2011 wurde dann der erste Mikrofinanz-Fonds für private Investoren geöffnet: Invest in Visions (IIV). Dieser Fonds hat in den vergangenen fünf Jahren keinen Wertverlust erfahren. Investoren konnten während dieses Zeitraums eine Rendite von rund 2,5 Prozent jährlich verzeichnen.

 

Das Fonds-Management des IIV stellt strenge Nachhaltigkeits-Anforderungen an die Mikrofinanz-Institute in Asien, Südamerika und Osteuropa. Neben der Kreditvergabe sind die Institute besonders aufgefordert, ihren Kunden Schulungen zu umweltfreundlicher Landwirtschaft und nachhaltigem Einsatz sonstiger Ressourcen anzubieten. Insgesamt hat IIV bereits 64.000 Mikro-Kredite ermöglicht.

 

Bereits seit zehn Jahren ist der Mikrofinanz-Fonds Dual Return Fund – Vision Microfinance im Markt aktiv. Seit 2016 können sich nun auch private Anleger in Deutschland an diesem Fonds beteiligen. In den vergangenen Jahren erwirtschaftete dieser Fonds eine durchschnittliche Rendite von 2,9 Prozent. Wie IIV zählt der Dual Return Fund zu den Anbietern mit einem hohen Nachhaltigkeitsanspruch und hat bislang 234.000 Mikro-Kredite in 50 verschiedenen Staaten ermöglicht. Auch hier legen die Fonds-Manager viel Wert auf dir Förderung ökologischer Projekte, beispielsweise zum Schutz des Trinkwassers in den verschiedenen Ländern.

 

 

Mikrofinanz-Fonds – soziales Investment zahlt sich aus

Ethische Geldanlagen wie Mikrofinanz-Fonds ermöglichen es, mit Anstand durchaus anständige Erträge zu erwirtschaften. Und das bei einem geringen Risiko und einer soliden Wertentwicklung.

 

Grünes Geld bietet Mikrofinanz-Fonds im Rahmen eines monatlichen Sparplans an, aber auch als einmaliges Investment. Das Monatssparen ist ab 100 Euro monatlich möglich, einmalige Anlagen ab 5.000 Euro. In beiden Fällen ist Ihr Geld nicht langfristig festgelegt, sondern quartalsweise verfügbar.

 

Informieren Sie sich über Mikrofinanz-Fonds – So übernehmen Sie Verantwortung für soziale Belange und Ihr Vermögen.

 

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Fair Fashion – Menschen machen Kleider

Dienstag, 13. September 2016
Zusammenfassung: „Fair Fashion“, fair hergestellte Kleidung, erfährt zunehmend Beachtung. Berichte über die katastrophalen Arbeitsbedingungen in Textilfabriken haben viele Menschen erschüttert. Es ist jedoch noch nicht einfach, fair produzierte und gehandelte Textilien im Markt zu finden. Verlässliche Siegel helfen.

 

 

Kleider machen Leute - aber wie geht es den Menschen, die unsere Kleider machen?

Kleider machen Leute – aber wie geht es den Menschen, die unsere Kleider machen?

Kleider machen Leute„, so lautet das alte Sprichwort, das mehr oder weniger besagt, dass eine bestimmte Kleidung auf den sozialen Status und die Bildung schließen lässt. Das ist heute nicht mehr ganz so leicht zuzuordnen. Genauso wenig verrät die Kleidung darüber, von wem sie unter welchen Bedingungen hergestellt wurde.

 

Spätestens seit dem großen Brand in einer Textilfabriken in Bangladesch 2012, bei dem mehr als 100 Menschen in den Flammen starben, ist klar: Unsere Kleidung wird vielfach unter katastrophalen Bedingungen hergestellt. In Fabriken ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen, von Arbeitern und Arbeiterinnen ohne Mindestlohn und Gesundheitsvorsorge. Die Brandkatastrophe in Bangladesch zeigte zudem auch noch, dass sehr viele Menschen auf engstem Raum arbeiten mussten und die Notausgänge nicht zu öffnen waren. Der Brand 2012 war kein Einzelfall, seit 2006 hat die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) bereits fast 500 Tote und unzählige Verletzte bei Bränden in Textilfabriken gezählt.

 

Viele Verbraucher beschleicht bei diesen Nachrichten ein mulmiges Gefühl, denn es ist teilweise sehr schwer nachzuvollziehen, woher die eigene Bekleidung kommt und unter welchen Umständen sie hergestellt wurde. Der Preis, den wir in Deutschland für die Kleidungsstücke bezahlen, bietet kaum einen verlässlichen Hinweise, denn sowohl Bekleidung aus dem Discounter als auch hochpreisige Marken werden vielfach in den gleichen Fabriken gefertigt, in denen Menschen ausgebeutet und in ihren Rechten verletzt werden. Der Verband „Kampagne für Saubere Kleidung“, der als Netzwerk von mehr als 200 Gewerkschaften, Frauen- und Verbraucherorganisationen, Kirchengruppen, Weltläden und Forschungsinstituten getragen wird, will daher vor allem die westlichen Unternehmen in die Pflicht nehmen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Die Kampagne hat dazu Richtlinien entwickelt, nach denen Unternehmen die Arbeitsstandards in den Produktionsstätten bewertet, die Arbeitssituation verbessert und die Lieferketten überprüft werden können. Generell fordert der Verband die Einführung und Einhaltung eines Verhaltenskodex für die Unternehmen gegenüber ihren Mitarbeitern. Der Kodex beinhaltet grundsätzliche Arbeitnehmerrechte wie etwa dem Recht auf gewerkschaftliche Organisation. Darüber hinaus die Zahlung eines existenzsichernden Lohns, keine Diskriminierungen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsversorgung und den Verzicht auf exzessive Überstunden. Außerdem – hierzulande eine Selbstverständlichkeit – keine Kinderarbeit.

 

 

Macht der Käufer

Unter welchen Umständen eine Jeans gefertigt wurde, ist nicht am Preis zu erkennen.

Unter welchen Umständen eine Jeans gefertigt wurde, ist nicht am Preis zu erkennen.

Die beschämenden Berichte aus fernöstlichen Textilfabriken haben auch die Einstellung der Verbraucher in den vergangenen Jahren verändert. Einer repräsentativen Umfrage von YouGov zufolge sind für 40 Prozent der Bevölkerung faire Produktionsbedingungen in der Textilbranche „sehr wichtig“ und für 46 Prozent „eher wichtig“. Lediglich 14 Prozent stehen dem Thema mehr oder weniger gleichgültig gegenüber. Allerdings spielt der Preis der Kleidung eine enorme Rolle: 86 Prozent der Befragten ist der Preis „sehr wichtig“ und „eher wichtig“.

 

Positiv dabei: Trotz der enormen Erfolge der quasi „Wegwerfkleidung“ von Primark & Co. bewerten junge Menschen die Produktionsbedingungen der Kleidung wichtiger als ältere Befragte.

 

 

Der Preis ist heiß

Kunden haben recht klare Vorstellungen darüber, was Kleidung kosten sollte. Ein einfaches T-Shirt sollte, so befindet rund die Hälfte aller Konsumenten, sollte bei einem Preis von rund zehn Euro liegen.

 

Dass dieser Preis auch bei fairer Entlohnung der Textilarbeiter zu realisieren ist, zeigen auch Berechnungen des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE). Demnach beläuft sich der Lohnkostenanteil am Ladenpreis nur auf ein bis drei Prozent. In der Praxis bedeutet das, dass der Preis eines T-Shirts in Deutschland um maximal 50 Cent steigt, wenn in Bangladesch die Durchschnittslöhne in der Textilfabrik verdoppelt würden. Der Aufpreis für faire Herstellungslöhne spielt bei den enormen Gewinnmargen der Markentextilien keine Rolle.

 

Laut Berechnungen der internationalen Fairwear Foundation beträgt bei einem Marken-T-Shirt der Lohnanteil gerade einmal 0,6 Prozent des Ladenpreises. 59 Prozent entfallen auf die Handelsspanne, jeweils zwölf Prozent auf den Bruttogewinn der Marke und die Materialkosten. Der Rest sind die Kosten für Transport und Zwischenhandel. Die „Fairwear Foundation“ zählt insgesamt 90 Mitgliedsunternehmen in sieben europäischen Ländern und repräsentiert 120 Marken, darunter Outdoor-Ausrüster Deuter und Vaude, Öko-Pionier hessnatur, aber auch die Textilkette Takko und junge Designer wie Armedangels oder King Louie.

 

So teilt sich der Ladenpreis eines T-Shirts auf. Die Lohnkosten spielen keine Rolle (Quelle: FairWorld, Grafik: Grünes Geld)

So teilt sich der Ladenpreis eines T-Shirts auf. Die Lohnkosten spielen keine Rolle (Quelle: Fairwear Foundation, Grafik: Grünes Geld, ohne Gewähr)

 

Wie die „Kampagne für Saubere Kleidung“ tritt auch die „Fairwear Foundation“ für einen verbindlichen Arbeitsverhaltenskodex ein und fordert die westlichen Textilhändler dazu auf, ihre enorme Marktmacht zu nutzen, um Anforderungen an ihre Zulieferer zu stellen und so die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken nachhaltig zu verbessern.

 

 

Faire Bedingungen mit Brief und Siegel

Kunden, die sich bewusst für fair produzierte Kleidung entscheiden wollen, haben es beim Einkauf nicht gerade leicht. Denn im Markt existieren Zertifikate und Gütesiegel für faire Mode. Die Kriterien zur Vergabe dieser Siegel sind dabei breit gefächert. Darüber hinaus produzieren einige Unternehmer, wie beispielsweise Trigema, ganz ohne Siegel. Dennoch entsprechen die Arbeitsbedingungen beim schwäbischen Traditionsunternehmen durchaus den Ansprüchen an gerechte Löhne und Sozialleistungen. Trigema fertigt seine gesamte Kollektion inklusive der Stoffherstellung in Deutschland.

 

Einen hohen Standard verspricht das Fairtrade-Siegel. Es kennzeichnet vor allem Baumwolle-Produkte, die zu fairen Preisen gehandelt werden und deren Produzenten menschenwürdige Arbeitsbedingungen unterstützen. Darüber hinaus hat Fairtrade International in diesem Jahr einen Textilstandard veröffentlicht, mit dem die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Textilfabriken gestärkt und die Löhne verbessert werden sollen. Ziel ist es hier, die komplette Lieferkette nach dem entwickelten Standard zu zertifizieren. Für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion steht auch das Siegel, das die „Fairwear Foundation“ an ihre Mitgliedsunternehmen vergibt.

 

Kein Textil-Siegel im eigentlichen Sinne, jedoch sicher fair gehandelt sind Kleidungsstücke aus Weltläden. Die dort vertretenen Marken Gepa, dwp oder El Puente stehen für ein hohes ethisches und soziales Engagement.

 

Für einen sozial- und umweltverträglichen Baumwollanbau in Afrika setzt sich die nachhaltige Baumwollinitiative Cotton Made in Africa (CmiA)  ein. Kleinbauern in Afrika erhalten hier Dünger und Saatgut vorfinanziert und können so ihre Existenz selbst sichern. Darüber hinaus werden Schulen, Trinkwasserversorgung und Frauenkooperativen unterstützt. Getragen wird die Initiative unter anderem von der Bill and Melinda Gates Foundation, der Welthungerhilfe, dem Naturschutzbund Deutschland, Otto Group und dem WWF. Partnerunternehmen können das Nachhaltigkeitslabel von CmiA erwerben.

 

 

Soziale Verantwortung übernehmen – auch bei der Geldanlage

Ein kritischer Blick lohnt sich auf nahezu alle Dinge, die wir tagtäglich konsumieren, denn informierte Verbraucher stellen durchaus eine Marktmacht dar. Schließlich haben die Verbraucher die Möglichkeit, über ihre Kaufkraft nachhaltige und sinnvolle Projekte zu unterstützen.

Eine gute Möglichkeit für eine ethische und soziale Geldanlage ist beispielsweise die Unterstützung von Mikrofinanzprojekten, die Menschen in Schwellenländern helfen, mit Kleinstkrediten eine Existenz aufzubauen. Das kann etwa eine Nähmaschine sein, mit deren Hilfe Säcke für den Handel genäht werden. Für viele Frauen aus den Textilindustrie eine selbstbestimmte Alternative zum Fabrikjob. Grünes Geld berät Sie gerne zu unserer nachhaltigen Geldanlage Soziale Verantwortung.

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Mikrofinanz: Kleinkredite ermöglichen – Vermögen aufbauen

Freitag, 22. Juli 2016

Zusammenfassung: Mikrofinanzierung ermöglicht mit Kleinkrediten Menschen in armen Ländern eine Existenzgründung. Finanziert werden diese Projekte durch Mikrofinanz-Fonds - einer sicheren und sozialen Investitionsmöglichkeit. Mittlerweile existieren mehrere Fonds für Privatanleger in Deutschland.

 

 

Mikrofinanzierung hilft Menschen, sich lebst zu helfen.

Mikrofinanzierung hilft Menschen, sich lebst zu helfen.

Mit Kleinstkrediten Menschen helfen, selbstständig arbeiten und leben zu können, das ist in Kürze das Grundprinzip der Mikrofinanzierung.

 

Weithin bekannt geworden ist das Prinzip durch Muhammad Yunus, Wirtschaftsprofessor aus Bangladesch. Er vergab in seinem Heimatland seit den siebziger Jahren Mikrokredite und gründete in den achtziger Jahren die Grameen Bank. Die Idee setzte sich durch und hatte Erfolg. Die Vereinten Nationen bescheinigen der Vergabe von Mikrokrediten eine hohe Wirksamkeit zur Bekämpfung der Armut und riefen 2005 das „Internationale Jahr der Mikrokredite“ aus. Ein Jahr später erhielt Muhammad Yunus und die Grameen Bank den Friedensnobelpreis.

 

Wer in Mikrofinanz-Fonds investiert, baut nicht nur sein eigenes Vermögen auf sondern übernimmt auch zugleich soziale Verantwortung. Denn das Geld aus diesen Fonds geht an verschiedene Mikrofinanz-Institute in den Entwicklungs- und Schwellenländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Diese Institute vergeben Existenzgründerkredite an Klein- und Kleinstunternehmer. Denn oftmals fehlt armen Menschen nur eine kleine Anschubfinanzierung, um selbstständig für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können.

 

 

Wege aus der Armutsspirale

Mikrofinanz hat sich mittlerweile in rund 60 Entwicklungs- und Schwellenländern fest etabliert und vielen Menschen aus der Armutsspirale geholfen.

 

Denn zum einen konnten sie sich mit dem Mikrokredit die Dinge kaufen, die sie für ihre selbstständige Arbeit benötigten – sei es eine Nähmaschine, oder die Ausstattung für eine Suppenküche. Besonders profitieren Frauen von den Kleinkrediten: 97 Prozent der Kreditnehmer sind weiblich. Als Kleinstunternehmerinnen verdienen sie durch landwirtschaftliche und handwerkliche Tätigkeiten Geld für ihre Familien.

 

Selbstverdientes Geld sichert den Unterhalt der Familie und stärkt die Rolle der Frau.

Selbstverdientes Geld sichert den Unterhalt der Familie und stärkt die Rolle der Frau.

Zum anderen tragen die Mikrofinanzierungen dazu bei, dass die Menschen sich kein Geld von einem örtlichen Geldverleiher mit überzogenen Zinsen leihen und weiter in Überschuldung und Armut abrutschen. Die herkömmlichen Banken vor Ort scheuen den Aufwand der Kleinstkreditvergabe, sehen diese als wenig lukrativ an und schließen so Menschen vom Wirtschaftsleben aus.

 

 

Sozial und sicher zahlt sich aus

Zahlungsausfälle, wie sie die Banken in den Mikrofinanz-Ländern fürchten, sind in der Praxis eine Seltenheit. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Kreditnehmer das Geld, das auf Vertrauensbasis verliehen wurde, zurückzahlen und mit der Mikrofinanzierung eine Weg aus der Armut finden. Mit einer Rückzahlungsquote von rund 96 Prozent liegt die Zahlungsmoral höher als in den entwickelten Ländern.

 

 

Mikrofinanz-Fonds – Mehr Angebote für Privatanleger

Wer sein Geld sinnvoll und sicher anlegen will, findet in Mikrofinanz-Fonds eine interessante Möglichkeit für ein nachhaltiges Investment.

 

Mikrofinanz-Fonds sind seit 2007 als Fondskategorie in Deutschland zugelassen und unterliegen restriktiven gesetzlichen Einschränkungen. Waren sie in ihren Anfängen nur für institutionelle Investoren interessant, gibt es mittlerweile attraktive Angebote für private Anleger.

 

Der erste in Deutschland zugelassene Mikrofinanz-Fonds für Privatanleger ist Invest in Visions der seit 2011 aufgelegt wird und seit dem kein Kalenderjahr mit Wertverlust verzeichnen musste. Allerdings bewegen sich die Gesamtjahreskosten dieses Fonds auf dem Niveau eines Aktienfonds. Dennoch lagen die Kursgewinne, nach Abzug der Fondskosten durchschnittlich bei  2,5 Prozent für den Anleger.

 

Invest in Visions hat bereits rund 64.000 Mikrofinanzierungen ermöglicht, vor allem in ländlichen Regionen Asiens und Lateinamerikas, aber auch im Kaukasus und in Osteuropa. Die Fondsgesellschaft legt Wert auf die Stärkung der Rolle der Frau in diesen Gegenden und vergibt Kredite bevorzugt an Frauen. Außerdem verlangt Invest in Visions von den Mikrofinanzinstituten, Schulungen für die Kreditnehmer anzubieten, um den umweltfreundlichen Umgang mit Ressourcen und um alternative landwirtschaftliche Anbaumethoden voranzutreiben.

 

Mittlerweile haben weitere Mikrofinanz-Fonds eine Zulassung für Deutschland erhalten, wie beispielsweise in diesem Jahr der Dual Return Fund – Vision Microfinance.

 

Dual Return Fund – Vision Microfinance ist für institutionelle Anleger bereits seit 2006 aktiv und hatte seit dem kein Kalenderjahr mit Wertverlust. Der Jahresgewinn belief sich auf durchschnittlich 2,9 Prozent. Wie bei Invest in Visions liegen allerdings auch hier die Gesamtjahreskosten im Bereich eines Aktienfonds.

 

Dual Return Fund – Vision Microfinance investiert in erster Linie in Asien und Lateinamerika sowie in der Kaukasus-Region. Bislang wurden Kleinkredite an 234.000 Menschen vergeben, knapp mehr als die Hälfte waren Frauen. Insgesamt ist das Kapital auf 258 verschiedene Mikrofinanzinstitute in 50 Ländern gestreut, die das Fondsmanagement regelmäßig überprüft. Dual Return Fund – Vision Microfinance legt dabei Wert auf qualifizierte Kreditberatung der Mikrofinanzinstitute, um Überschuldungen zu vermeiden und in Sachen Ernteausfallversicherung zu beraten. Darüber hinaus sollen soziale Projekte unterstützt und umweltschützende Projekte gefördert werden, beispielsweise Projekte aus den Bereichen Wasseraufbereitung und erneuerbare Energien.

 

 

Soziale Verantwortung zeigen – nachhaltig investieren

Die beiden Mikrofinanz-Fonds zeichnen sich durch Nachhaltigkeit, Stabilität und Sicherheit aus. Die soziale Wirkung ist hoch, die Wertentwicklung stabil und das Risiko gering. Gute Nachrichten für private Investoren, denn Geldanlagen sind schwierig geworden in Zeiten des Niedrigzinses.

 

Mikrofinanz-Fonds bieten Sicherheit und einen stetigen Wertzuwachs mit minimalen Schwankungen. Hinzu tritt, dass die Anlageklasse Mikrofinanz unabhängig ist von der Entwicklung an den Aktienmärkten und kaum korreliert mit klassischen festverzinslichen Wertpapieren.

Grünes Geld bietet beide Mikrofinanz-Fonds in seinen Musterdepots an. Möglich ist das monatliche Sparen, bei dem mit einer Rendite zwischen zwei und drei Prozent gerechnet werden kann oder die einmalige Anlage mit einer Rendite von rund zwei bis vier Prozent.

 

 

 

Soziale Verantwortung zeigen mit unseren Musterdepots

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

Was gibt es als Alternative zum Festgeld? – Mikrofinanz: anständige Zinsen

Freitag, 16. Januar 2015

Das Jahr 2015 ist erst wenige Tage alt und doch schon historisch. Abgesehen davon, dass die Meinungsfreiheit in Frankreich bedroht wurde mit einem feigen Terroranschlag, ist in der Finanzwelt ein weniger bedeutsames aber dennoch historisches Ereignis eingetreten. Erstmalig fielen die Zinsen der zehnjährigen Bundesanleihen unter den Zinssatz von 0,5 Prozent. Bei Laufzeiten von weniger als fünf Jahren sind die Zinsen bereits negativ.

 

Sparer treibt dies um, seit vielen Monaten rentieren sich ihre Anlagen immer weniger und viele fragen sich welche Alternativen es zum Festgeld gibt. Im Schnitt gibt es aktuell gut 0,5 Prozent für Tagesgelder und Festgelder mit einer Laufzeit von 12 Monaten.

Anleger denen Nachhaltigkeit in der Geldanlage nicht wichtig ist gehen oft den Weg über Festgeldvergleichsrechner. Dabei ist festzustellen, dass die interessanten Angebote oftmals nur für Neukunden gilt und nach ein paar Monaten Laufzeit stark abgesenkt werden. Mancher wechselt dann erneut die Bank um ein attraktiveres Angebot zu erhalten.

So landen diese Anleger beispielsweise bei der russischen VTB Bank. Diese lockte im Frühjahr mit einem Zinsangebot von 1,5 Prozent. Bereits nach drei Wochen fiel der Satz auf 1,00 Prozent. Auch regionale Banken sind hier nicht besser, so änderte die PSD Bank Hessen sechsmal ihre Konditionen im vergangenen Jahr. Die Spanne lag zwischen 0,30 Prozent und 1,35 Prozent.

 

Sparvolumen wächst weiter

 

Das Einlagenvolumen deutscher Sparer wächst dennoch weiterhin und knackte im November 2014 erstmals die 1.000-Milliarden-Grenze. Zu diesem Termin lag das Neugeschäftsvolumen der Banken für täglich fällige Einlagen privater Haushalte laut Bundesbank bei 1.013,535 Milliarden Euro – ein Plus von 2,35 Prozent.

Auch Festgeld für 6 oder 12 Monate Laufzeit erfreut sich trotz der historisch niedrigen Zinsen großer Beliebtheit. Der Sparer jammert und klagt über die niedrigen Zinsen doch legt er weiterhin an wie er es gewohnt ist.

 

Anständige Zinsen statt Niedrigzins

 

Ein Blick über den Tellerrand hinaus würde das Problem der Sparer lösen. Und einige der ethisch-ökologisch orientieren Geldanleger nutzen die Alternative zum Festgeld bereits mit großer Zufriedenheit.

Anständige Zinsen können mit der Geldanlage in Mikrofinanzfonds erzielt werden. Zwar ist das Geld nicht täglich verfügbar, doch mit einer Frist jeweils bis zum 15. Kalendertag des Vormonats des relevanten Quartalsendes, ähnlich wie ein Festgeld flüssig zu machen.

 

3,65 % Rendite

 

Vorab ein Blick auf die Rendite, denn die wertvollen sozialen Komponenten dürften für die Zinsvergleicher unter den Sparern an zweiter Stelle stehen.

Das Thema Mikrofinanz ist insbesondere bei Vermögenden und Stiftungen beliebt. Dies liegt insbesondere daran, dass die Renditeerwartungen zwischen 1-4,5 Prozent liegen und diese noch dazu mit einer sozialen Wirkung dahinter erzielt werden.

2014 durften sich die Anleger im Musterdepot soziale Verantwortung über eine Rendite von 3,65 Prozent nach jährlichen Kosten freuen. Die Erträge werden jährlich ausgeschüttet. Auch 2013 lag die Rendite mit 2,57 Prozent über Festgeldniveau. Der Ausblick für die kommenden Jahre ist sehr positiv.

 

Geringe Risiken

 

Keine Rendite in der Finanzwelt ohne Risiko lautet ein klassischer Spruch. Risiken sind unterschiedlich. Eine Verbraucherschützerin aus Hamburg verglich die Mikrofinanzanlage eins zu eins mit Festgeld. Dies ist vielleicht etwas zu gewagt, doch liegen die Risiken fernab von denen die Sparer mit Anlagen, die höhere Renditen ausweisen, in Verbindung bringen.

Die Schwankungen (Volatilität ann.) einer Anlage in Mikrofinanzfonds liegen bei nur 0,54%. Zum Vergleich Aktienfonds Deutschland bringen es auf eine Volatilität von 18-23%.

Selbst sicherheitsorientierte Sparer dürften mit der geringen Schwankung,die Mikrofinanzanlagefonds mit sich bringen, gut schlafen.

Darüber hinaus bietet die breite Streuung über verschiede Kontinente und Länder sowie zahlreiche Kreditnehmer eine Risikominimierung. Die Gelder verteilen sich derzeit auf

55 452 Kreditnehmer, davon sind 73% Frauen. Die durchschnittliche Kreditsumme beträgt 1.115 USD. Aktuell weist der Anlagefonds IIV-Mikrofinanzfonds ein Volumen von knapp 79 Millionen aus.

 

Chart mikrofinanz

 

Wirkung der Gelder

 

Mikrofinanzfonds vergeben Darlehen an Mikrofinanzinstitute, diese wiederrum reichen die Mittel an zahlreiche Kleinstkreditnehmer weiter. Ein Großteil der Kreditnehmer gründet damit eigene Kleinunternehmen oder nutzt das Geld um in der Landwirtschaft Anschaffungen zu tätigen.

Die jüngsten Investitionen des IIV-Mikrofinanzfonds sind nach Kirgistan geflossen. Das zentralasiatische Land mit 5,5 Millionen Einwohnern hat bewegte Zeiten hinter sich. Aufgrund Korruption, steigenden Energiepreisen und einer Wirtschaftskrise kam es zu einer Revolution mit sich anschließenden ethnischen Unruhen. Auch wenn sich die Situation wieder normalisiert hat benötigt das Land wirtschaftliche Hilfe um sich zu entwickeln. Mikrofinanz ist ein Teil dieser Hilfe. Vor Ort gibt es 436.000 Mikrofinanzkunden und rund 400 Mikrofinanzinstitute. Zweien dieser Institute wurde Darlehen gewährt. Der Großteil der Kredite geht in die Landwirtschaft zu Kleinbauern etwa 20 Prozent in den Handel.

 

Laufendes Risikomanagement

 

Das Risikomanagement des Fonds gewährleistet eine lückenlose und umfassende Überwachung der allgemeinen und spezifischen Risiken. Es wird genau analysiert, ob das Mikrofinanzinstitut den Gedanken der Mikrofinanzierung lebt, das bedeutet armen Menschen den Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglicht, Frauen fördert und unethische Geschäftspraktiken ausschließt. Eine kontinuierliche Überwachung der sozialen Kriterien ist durch ein internes soziales Bewertungssystem gewährleistet.

 

 soziale Verantwortung

 

 

 

 

 

Die 3 besten Gründe, um über ein Investment in Grünes Geld nachzudenken!

Dienstag, 06. Mai 2014

Nachhaltigkeit ist in vielen Lebensbereichen ein Trend. Die Bio-Lebensmittel boomen, Fairtrade ist kein Fremdwort mehr und „Öko“ wird längst nicht mehr mit Birkenstock-Sandalen und Hanfkutten gleichgesetzt. Der Begriff „Grünes Geld“ zaubert allerdings oft noch große Fragezeichen in die Augen von Gesprächspartnern. Was unterscheidet nachhaltige Geldanlagen von konventionellen und warum sollte man grün investieren? Hier sind die 3 besten Gründe:

 

1. Kapitalabzug aus konventionellen Märkten

 

Auch wenn wir gerade keine Möglichkeit haben, größere Investitionen zu tätigen, stellen wir den Banken jeden Monat aufs Neue unser Geld zur Verfügung – über unser Girokonto! Die Banken arbeiten mit diesem Kapital. Und das zum Teil recht intransparent. Laut der „Dirty-Profits“ Studie investieren alle führenden deutschen Banken massiv in Unternehmen, deren Arbeitsweise ökologisch oder menschenrechtlich als bedenklich anzusehen ist. Es gibt aber durchaus Alternativen. Entziehen Sie dem konventionellen Markt ihr Kapital, indem Sie ihr Girokonto bei einer der Umweltbanken einrichten. Bei einigen können Sie sogar gezielt auswählen, in welchem Bereich mit Ihrem Geld gearbeitet werden soll. So können Sie zum Beispiel den ökologischen Landbau unterstützen.

 

2. Ausbau der Energiewende und neuer Technologien

 

Der Klimawandel lässt sich nicht mehr leugnen. Laut dem aktuellen Weltklimabericht des IPCC lässt er sich auch nicht mehr aufhalten, sondern höchstens abbremsen. Dazu benötigt es große Investitionen in die Energiewende und in die Förderung neuer Technologien, um weltweit den Ausstoß klimaschädlicher Abgase massiv zu reduzieren. Auch die weltweite Versorgung mit sauberem Trinkwasser stellt uns mit Zunahme der Weltbevölkerung vor große Probleme. Hierzu gibt es spezielle Wasser-Fonds. Wenn Sie ökologisch Geld anlegen, dann können Sie dazu beitragen, die Probleme, die uns durch den Klimawandel bevorstehen, besser zu lösen. Investitionen in erneuerbare Energien und die Förderung energie- und ressourceneffizienter Techniken in Industrie und Wirtschaft sind die Schlüsselworte, um unsere Welt für zukünftige Generationen lebenswert zu erhalten.

 

Lebensmittel, Kleidung oder technische Geräte - durch die Globalisierung steht für uns fast alles kurzfristig zur Verfügung (Bildquelle v.l.n.r.: Andreas Hermsdorf, pixelio.de/ k. A. / Harald Wanetschka, pixelio.de)

Lebensmittel, Kleidung oder technische Geräte – durch die Globalisierung steht für uns fast alles kurzfristig zur Verfügung (Bildquelle v.l.n.r.: Andreas Hermsdorf, pixelio.de/ k. A. / Harald Wanetschka, pixelio.de)

 

3. Soziale Verantwortung

 

Die Globalisierung macht uns fast jedes Produkt in kürzester Zeit aus den entferntesten Ecken der Welt verfügbar. Für uns ein scheinbares Schlaraffenland, bedeutet das für viele andere Menschen schlichtweg Ausbeutung. Egal, ob es die Bananen aus Südamerika, Textilien aus Bangladesh oder die hochwertigen Smartphones sind, die in China hergestellt werden. Wir können uns der Globalisierung kaum entziehen. Produktionsketten von Konsumgütern sind kaum noch nachvollziehbar, Transparenz meist ein Fremdwort und die Arbeitskraft des Einzelnen nichts mehr wert. Am Ende leidet derjenige am meisten, der ganz am Ende der Produktionskette steht. Der Arbeiter auf der Plantage, welche großflächig per Flugzeug mit Pestiziden besprüht wird, weil es so am effizientesten ist. Oder die Näherin in einer Textilfabrik, die nach ein paar Jahren unter massiven Atemwegserkrankungen leidet, weil es in den Arbeitsstätten keine vernünftigen Lüftungsanlagen gibt. Unmenschliche Wochenarbeitszeiten und Löhne, die kaum zum Überleben ausreichen sind an der Tagesordnung und Kinder erhalten oft keine ausreichende Bildung, weil sie frühzeitig zur Ernährung der Familie beitragen müssen. Eine Veränderung können wir hier zum einen mit einem bewussteren Konsum bewirken, aber auch mit nachhaltigen Investitionen wie zum Beispiel in Mikrofinanzprodukten. Mit Kleinstkrediten zu fairen Bedingungen erhalten hier ExistenzgründerInnen die Möglichkeit, in die finanzielle Unabhängigkeit zu starten und auch ihren Kindern eine angemessene Bildung zu ermöglichen.

 

Übernehmen Sie Verantwortung und investieren nachhaltig. Informieren Sie sich über unsere Seite www.gruenesgeld24.de oder in einem persönlichen Gespräch über die vielfältigen Möglichkeiten, damit „Grünes Geld“ Ihnen keine Fragezeichen mehr in den Augen beschert.

 

Verfasser des BeitragesJasmin Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

6 gute Gründe, über Grünes Geld nachzudenken

Freitag, 07. Februar 2014

Viele Menschen sind zur Zeit skeptisch gegenüber grünen, nachhaltigen Geldanlagen. Pleiten von Produktanbietern aus diesem Bereich oder auch die Bundesregierung, die augenscheinlich die Energiewende abbremst, sind nur zwei Gründe dafür. Warum also ist es besser, sein Geld grün anzulegen? Wir finden, dass es darauf (mindestens) 6 gute Antworten gibt:

 

1. Abzug von Kapital aus den regulären, nicht nachhaltigen Märkten

 

Banken arbeiten mit unserem Geld. Gemäß der Studie „Dirty Profits“ des NRO-Bündnisses FACING FINANCE sind alle führenden deutsche Finanzinstitute massiv in menschenrechtlich und ökologisch bedenkliche Unternehmen investiert oder unterstützen diese mit Krediten. Indem Sie Ihr Girokonto bei einer der Umweltbanken einrichten und ihre Geldanlagen in nachhaltige Fonds mit ethischen Ausschlußkriterien oder in ökologische Projekte investieren, entziehen Sie diesem Markt Kapital und unterstützen Firmen und Entwicklungen, die nachhaltig und sowohl ethisch als auch ökologisch vorbildlich sind.

 

2. Förderung der Energiewende

 

Der bisherige Verlauf der Energiewende ist zum größten Teil den Bürgern zu verdanken. Durch Investitionen in Solar- und Windenergie durch kleine Anlagen auf dem eigenen Dach, Windräder von Bauern auf ihren Feldern oder auch durch Zusammenschlüsse in Form von Genossenschaften oder Investitionen von Bürgern in Projekte von institutionellen Anbietern wurde der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben. Die großen Stromkonzerne allerdings haben diese Entwicklung zum großen Teil verschlafen. Der gesellschaftlich getragene, dezentrale Ausbau scheint also der Schlüssel für eine erfolgreiche Fortführung der Energiewende zu sein.

 

Förderung der Energiewende, Klimaschutz oder Wiederaufforstung von Mischwäldern - die Gründe für ein grünes Investment sind vielseitig (Bildquelle v.l.n.r.: Petra Bork, pixelio.de/ k. a. / Oliver Brunner, pixelio.de)

Förderung der Energiewende, Klimaschutz oder Wiederaufforstung von Mischwäldern – die Gründe für ein grünes Investment sind vielseitig (Bildquelle v.l.n.r.: Petra Bork, pixelio.de/ k. a. / Oliver Brunner, pixelio.de)

 

3.  Förderung von neuen Technologien

 

Wir leben in einer schnelllebigen Welt und sind umgeben von ständiger Veränderung. Veränderung bedeutet aber im besten Fall auch Weiterentwicklung. Durch die stetige Zunahme der Weltbevölkerung stehen wir vor einer nie gekannten Herausforderung. Neben der Notwendigkeit grundsätzlich weniger Energie und Ressourcen zu verbrauchen, gibt es auch die Möglichkeit, die Erforschung und Entwicklung von neuen Technologien zu unterstützen. Unternehmen, welche Verfahren entwickeln, um Energie in Produktionsprozessen einzusparen, bessere Dämmtechniken erarbeiten oder an einer Möglichkeit arbeiten, erneuerbare Energien speicherbar zu machen. All das kann dazu beitragen, unsere Welt für nachfolgende Generationen besser zu gestalten.

 

4. Übernahme von sozialer Verantwortung

 

Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Durch die fortschreitende Globalisierung können wir fast zu jeder Zeit an jedes gewünschte Produkt kommen. Die Globalisierung hat aber nicht nur Vorteile, sondern für manche Menschen auch gravierende Nachteile. Die Ausbeutung von menschlicher Arbeitskraft und Landgrabbing sind nur zwei Punkte. Oft befinden sich Menschen in Produktionsländern für unsere Konsumgüter in einem Kreislauf, der es ihnen nicht erlaubt, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Kleinstkredite in Form von Mikrofinanzprodukten können hier ein Ausweg sein. Der Mitbegründer des Mikrofinanzgedanken, Prof. Yunus hat für dieses Konzept 2006 den Friedensnobelpreis erhalten. Mit Krediten zwischen 50,- € und 2.000,- € erhalten ExistenzgründerInnen in Entwicklungsländern auch ohne Sicherheiten die Möglichkeit, zu fairen Bedingungen in die finanzielle Unabhängigkeit zu starten. Hilfe zur Selbsthilfe ist hier der Schlüssel zum Erfolg und mit steigendem Wohlstand steigt in der Regel auch die Bildungsquote – gerade für Mädchen und Frauen.

 

5. Unterstützung von nachhaltigen Aufforstungsprojekten

 

Der Wald ist die Lunge unseres Planeten. Er gibt vielen Lebewesen ein zu Hause, dient uns zur Erholung und liefert wertvolle Rohstoffe. Und trotzdem zerstören wir kaum einen Lebensraum in einer solchen Geschwindigkeit und so nachhaltig wie den Wald. Doch es gibt auch Projekte, die auf der einen Seite Rohstoffe liefern, aber auf der anderen Seite dafür sorgen, dass die Wälder sich auch wieder erholen können. Monokulturen und das Auslaugen der Böden werden vermieden. Ehemalige Weideflächen werden wieder zu Mischwäldern umgebaut und der Bevölkerung vor Ort attraktive Arbeitsplätze geboten. Kaum ein anderes Investment könnte man treffender als „Grünes Geld“ bezeichnen.

 

6. Wertentwicklung im Vergleich zu konventionellen Anlagen

 

Bedeuten nachhaltige Geldanlagen auch automatisch, dass man Kompromisse in der zu erwartenden Wertentwicklung gegenüber konventionellen Anlagen eingehen muss? Nicht unbedingt! Die Studie „Nachhaltige Investments aus dem Blick der Wissenschaft: Leistungsversprechen und Realität“ des Reserch Center for Financial Services der Steinbeis-Schule Berlin kommt im Vergleich zu dem Ergebnis, dass eine Anlage mit gutem Gewissen kein schlechteres Ergebnis in der Renditeentwicklung bedeuten muss. Teilweise können Sie sogar leichte Vorteile gegenüber konventionellen Geldanlagen erkennen. Das liegt auch daran, dass das Angebot ständig wächst. Tragen auch Sie mit Ihrem Kapital dazu bei, die Entwicklung hin zu einer nachhaltigeren Welt voranzutreiben.

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

Ausverkauf im Ackerland?

Montag, 13. Januar 2014

Welche Ressource ist neben Wasser unabdingbar, um die Bedürfnisse einer wachsenden Weltbevölkerung zu sichern? Land – vorzugsweise fruchtbares Land! Doch dieses ist knapp und somit beginnt ein Wettrennen um profitable Agrarflächen. Denn die Bevölkerungszahl und somit die Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln wächst kontinuierlich und damit auch die Aussicht auf Profit. Auch private Anleger können sich an Investitionen im Agrarsektor beteiligen. Doch können solche Anlagen ethisch und ökologisch vertretbar sein? Die Studie „Agrarland in Entwicklungs- und Schwellenländern als neues Anlageprodukt“ von Südwind nimmt dieses Thema genauer unter die Lupe.

 

Direkte oder indirekte Investition?

 

Zunächst muss man sich ansehen, auf welche Art und Weise private Investoren an solchen Anlagen beteiligt werden können. Das kann zum einen indirekt und in den meisten Fällen relativ intransparent sein. Denn die Banken arbeiten mit unserem Geld, welches wir ihnen zur Verfügung stellen. Dieses wird unter anderem in Form von Krediten oder auch in Form von Beteiligungen z. B. über Aktien an Firmen weitergegeben. In der Regel hat der Kunde keinen Einfluss darauf, wie die Bank mit seinem Geld arbeitet und nur selten wird über die konkreten Investitionen transparent Auskunft erteilt. Nur einige wenige Umwelt- oder Ethikbanken geben dem Kunden hier ein Mitspracherecht, in welchem Bereich sein Geld eingesetzt werden darf.

Weiterhin gibt es inzwischen auch einige Wertpapierfonds im Agrarsektor. Hier veröffentlichen die Investmentgesellschaften halbjährlich umfangreiche Berichte  über die im Fonds enthaltenen Wertpapiere. Somit kann der Anleger klar erkennen, in welche Unternehmen der Fonds investiert.

 

Wertvolles Ackerland

Mit Zunahme der Weltbevölkerung steigt auch der Bedarf an wertvollen Agrarflächen.

 

Chancen und Risiken

 

Über private und institutionelle Anleger fließen Milliarden in die Landwirtschaft von Entwicklungsländern. Grundsätzlich ist das zu begrüßen, da hier Verbesserungen im Agrarsektor oft dringend notwendig sind. Allerdings wird meist der Schwerpunkt auf hohe Erträge nach Vorbild der Intensivlandwirtschaft auf der Nordhalbkugel gelegt und die Bedürfnisse und Interessen der Länder, im Besonderen der Landbevölkerung werden viel zu wenig berücksichtigt. Landgrabbing stellt vor allem in afrikanischen Ländern die Einwohner vor große Probleme. Formal hat meist der Staat die Rechte am Land. Praktisch wird dieses aber meist ohne jegliche Verträge von Kleinbauern verwaltet, bewirtschaftet (meist von Bäuerinnen) und bewohnt und stellt so deren Existenzgrundlage dar. Wird dieses Land jetzt vom Staat an Investoren verkauft oder verpachtet, wird die dort ansässige Bevölkerung vertrieben und deren Einkommensgrundlagen vernichtet. Entstehende Arbeitsplätze reichen aufgrund der industriellen Intensivwirtschaft der meist in Monokultur entstehenden Plantagen nicht aus, um die landlos gewordenen Bauern und Bäuerinnen zu beschäftigen. Und gerade Frauen werden auf den Farmen weniger angestellt als Männer. Eine Möglichkeit zur Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft besteht meist nicht und so werden vor allem Frauen in extreme Armut gedrängt. Ein weiteres Problem ist, dass meist nur für den Export angebaut wird und somit die lokale Ernährungssicherung gefährdet wird.

 

Auch die negativen, ökologischen Auswirkungen dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Nicht oder kaum genutztes Land wird nach der Übernahme durch Investoren intensiv genutzt, was zu einem wesentlich höheren Wasserverbrauch führt. Die Böden werden zudem durch massiven Einsatz von Dünger und Pestiziden ausgelaugt und belastet. Auf lange Sicht zerstört dies die Fruchtbarkeit des Landes und die Auswirkungen beschränken sich nicht nur auf das lokal betroffene Gebiet. Wasserentnahme aus Flüssen oder Seen zur intensiven Bewässerung der Felder kann die Wasserversorgung von entfernteren Gemeinden negativ beeinflussen. Das benötigte Wasser wird knapp und durch die Rückführung von durch Agrochemikalien belastetem Abwasser stark verunreinigt bis unbrauchbar.

 

Plantagen in Monokultur für zum Beispiel Palmöl vernichten besonders sensible Ökosysteme wie den Regenwald. Dreiviertel des produzierten Palmöls kommen aus Indonesien oder Malaysia. Dafür werden bislang unberührte Regenwälder zerstört und ganze Arten wie zum Beispiel der Orang Utan in ihrer Existenz bedroht. Doch auch Südamerika rückt zunehmend in den Fokus von Palmöl-produzierenden Firmen. Zudem wird durch die Rodung der Urwälder extrem viel CO2 freigesetzt, welches durch den Anbau der neuen Plantagen nicht wieder ausgeglichen werden kann. Besonders in der Kritik steht hier der Konzern Wilmar, seines Zeichens weltweit führender Hersteller und Händler von Palmöl. Obwohl Mitglied des RSPO und somit als nachhaltiger Palmöllieferant zertifiziert, prangern Umweltorganisationen immer wieder die Arbeitsweise des Konzernes an. Illegale Brandrodungen und Überfälle auf die indigene Bevölkerung, um diese aus ihrem Lebensraum zu vertreiben gehören demnach zum Alltag von Wilmar.

 

Durch Brandrodung ist der Orang Utan vom Aussterben bedroht.

Palmölplantagen in Monokultur zerstören den Lebensraum zahlreicher Arten, wie z. B. den des Orang Utans. (Bildquelle: regenwald.org / Fausto Dembinki, pixelio.de)

 

Es gibt aber auch positive Beispiele. Denn die Thematik der wachsenden Weltbevölkerung führt durchaus dazu, dass es einen immensen Bedarf an Investitionen im Agrarsektor gibt. Sollen bis 2050 weltweit die erwarteten 9 Mrd. Menschen ernährt werden können, wird bis zu diesem Zeitpunkt 70 % mehr landwirtschaftliche Produktion nötig sein. Dies bedeutet jährlich zusätzliche 83 Mrd. US-Dollar an Investitionen, um die Reduktionsziele in puncto Armut und Hunger zu erreichen. Abgesehen davon, dass dies mit dem derzeitigen Konsum in den westlichen Ländern und dem steigenden Wachstumshunger in den Schwellenländern wie China oder Indien kaum zu bewältigen ist, ist es durchaus sinnvoll, Entwicklungsländer im Aufbau eines nachhaltigen Agrarsektors zu unterstützen, um die Nahrungsmittelversorgung und die Erwerbstätigkeit der einheimischen Bevölkerung zu sichern. Fakt ist, dass es aktuell keinen wirklich nachhaltigen, empfehlenswerten Agrarfonds gibt, da es derzeit zu wenige Firmen gibt, die diesem Anspruch gerecht werden können. Allerdings gibt es Projekte, initiiert von Alternativbanken, welche z. B. kleinbäuerliche Kooperativen oder faire Modelle wie Managementverträge unterstützen. Ein ökologischer Landbau und die Anwendung von sozialen Kriterien nach Fair-Trade Vorgaben werden bei solchen Projekten vorangetrieben. Ein positives Beispiel dafür ist die SEKEM-Gruppe in Ägypten, an der seit 2007 auch die GLS und die Triodos-Bank beteiligt sind.

 

Ebenso wichtig sind Investitionen in eine nachhaltige Wasserversorgung der Landwirtschaft. Das indische Unternehmen Jain Irrigation zum Beispiel ist einer der führenden Hersteller für Bewässerungssystemen, im Speziellen für Tröpfchen- und Mikrobewässerungssysteme für die Landwirtschaft. Diese sind besonders wasser- und energiesparend und somit können bis zu 50 % des herkömmlichen Wasserverbrauchs eingespart werden. Wird diese Bewässerungstechnik eingesetzt, kann dementsprechend Dünger eingespart werden, was sich nicht nur finanziell positiv auswirkt, sondern auch den Boden weniger belastet. Gerade in Regionen, welche jetzt schon unter Wassermangel  leiden und die sich im Zuge des Klimawandels noch größeren Herausforderungen ausgesetzt sehen, können solche Bewässerungssysteme eine Basis für eine Zukunftssicherung darstellen.

 

Soziale und ökologische Verträglichkeit vor Rendite

 

Wir sind der Auffassung, dass Investitionen für einen landwirtschaftlichen Strukturwandel in Entwicklungs- und Schwellenländern dringend notwendig sind. Diese dürfen sich allerdings nicht an reinen Profiterwartungen orientieren, sondern müssen sich den örtlichen Gegebenheiten der Landwirtschaft und der Bevölkerung orientieren. Auch mittelfristig führen hohe Renditeerwartungen von Investoren dazu, dass eine Entwicklung in Richtung einer ökologischen und sozial verträglichen Landwirtschaft kaum möglich sein wird. Ein wichtiger Punkt, um diesen Prozeß zu unterstützen ist mit Sicherheit auch die Bildung der Einheimischen. Bildung und Wissen verschafft die Möglichkeit zu einer unabhängigen Meinungsbildung und Selbstbewusstsein. Dies sind Eigenschaften, welche für die Bevölkerung in Entwicklungsländern von unschätzbarem Wert sein können, wenn es darum geht, ihre Rechte gegenüber skrupellosen Großinvestoren zu verteidigen. Wenn wir Ihnen also keinen Agrarfonds mit gutem Gewissen empfehlen können, so sind doch Mikrofinanzkredite eine gute Möglichkeit, den Strukturwandel dort, wo er dringend benötigt wird voranzutreiben.

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

Was passiert mit meinem Geld in Mikrofinanzanlagen?

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Ein Teil der Nachhaltigen Investition ist die Anlage in Mikrofinanzkredite. Für die Idee und deren Umsetzung wurde 2006 Mohammed Yunus mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Anleger die in sogenannte Mikrofinanzfonds investieren leisten aktiven Beitrag zur Armutsbekämpfung. Doch was passiert genau mit dem Geld?  Über den Fonds Invest in Visions können wir genauere Informationen bekommen. Hier investierte Gelder sind sehr transparent nachzuverfolgen.  Wir möchten den sozialen Nutzen von Geldanlagen in Mikrofinanz, wie unter Grünes Geld Soziale Verantwortung  erhältlich, an einer persönlichen Geschichte und an anhand eines Mikrofinanzinstitutes verdeutlichen. 

 

Die persönliche Geschichte des Mr. Abbas:

 

Mr. Abbas, ein Landwirt im abgelegenen Teil von Uganda, hat im Juni 2008 seinen 6. Mikrokredit ( den ersten hatte er vor 8  Jahren in Höhe von 500 USD bekommen und alle zurückgezahlt) von dem örtlichen Mikrofinanzinstitut in Höhe von 1.000 USD erhalten. Mit diesem Geld konnte er sich ein weiteres Stück Land kaufen und seine Einnahmen aus dem Anbau von Kaffee und Mantoke (Kochbananen) steigern. Durch diese Mehreinnahmen kann er seinen Kindern ( 11 an der Zahl) den Besuch der Schule in Uganda ermöglichen. Die beiden Älteren besuchen mittlerweile die Universität. Langfristig verhilft sich Mr. Abbas und seiner Familie damit aus der Armut und ermöglich seinen Kindern eine Ausbildung für ein „besseres“ Leben.

 

Kontrolle vor Ort

Bilderreihe vom Besuch bei Mr. Abbas in Uganda. Seine Kinder können alle die Schule besuchen. Ein nachhaltiger Schritt aus der Armut

Mr. Abbas hätte von einer kommerziellen Bank nie einen Kredit bekommen. Warum? Weil er keine Sicherheiten bieten konnte außer seiner eigenen Arbeitskraft. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Prinzip der Mikrofinanz. Mit einem „kleinen“ Kredit – diese liegen zwischen 20 USD in Asien und 3.000 USD in Osteuropa – wird diesen Menschen die Möglichkeit gegeben sich selbst aus der Armut zu befreien. Mikrofinanzinstitute, spezielle auf diese Zielgruppe ausgerichtete Finanzdienstleistungsinstitute übernehmen regional die Kreditvergabe.

 

Im September hat der Mikrofinanzfonds Invest in Visions Microfinance unter anderem in Kambodscha investiert.  Weshalb fiel die Wahl auf ein Mikrofinanzinstitut in Kambodscha?

 

Das Beispiel Prasac – Mikrofinanzinstitut in Kambodscha:

 

Kambodscha ist ein südostasiatisches Land, welches durch die Roten Khmer den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verfall erlebt hat. Die Roten Khmer wollten die Gesellschaft mit Gewalt in einen Agrarkommunismus überführen. Dieser Prozess umfasste auch die fast vollständige Vertreibung der Bevölkerung aus der Hauptstadt Phnom Penh und mündete in einem Massenmord an der kambodschanischen Bevölkerung. Bis zum Ende ihrer Herrschaft 1978 fielen den Roten Khmer nach Schätzungen etwa 1,7 bis 2,2 Millionen Kambodschaner zum Opfer.
31% der 14,4 Millionen Kambodschaner leben auch heute noch in bitterer Armut. Kambodscha exportiert neben Agrarerzeugnissen wie Reis, Gemüse, Kautschuk und Cashewnüssen auch Textilien (70% des Exports) und Rohstoffe. Das Wirtschaftswachstum betrug 2011 ca. 6%. Über 50% der Bevölkerung sind jünger als 25 Jahre.

 

Kambodscha hat einen regulierten Mikrofinanzmarkt. Die Einführung von transparenten Praktiken wie z.B. Effektivzins, Preismodelle und auch einem Kreditbüro (ähnlich Schufa) hat dem Mikrofinanzmarkt ein weiteres Wachstum verschafft. Mittlerweile wird 1,2 Millionen Menschen durch Mikrofinanzierung der Zugang zu Finanzdienstleistung verschafft.
Im September hat der Fonds ein Darlehen in Höhe von 1,5 Millionen USD an Prasac Microfinance Ltd., ein MFI mit einem Marktanteil von ca. 21% vergeben. Prasac bedient ca. 120.000 Kunden im ländlichen als auch städtischen Bereich, davon 70% Frauen. Prasac ist aus einem Entwicklungshilfeprojekt der EU (1995) hervorgegangen, welches die Landbevölkerung in Kambodscha fördern sollte. Mittlerweile ist das Mikrofinanzinstitut reguliert und kann seit 2011 auch Spareinlagen annehmen. Um weiter wachsen zu können benötigte Prasac den Kredit in Höhe von 1,5 Millionen USD.

 

 

Geldanlagen werden also immer noch benötigt um den Mikrofinanzbereich weiter zu fördern. Für den Anleger hier rechnet sich sein Engagement ebenfalls. Bei einer Verzinsung von etwa 2-4% pro Jahr wird die Geldanlage nebenbei noch höher verzinst als auf dem Tagesgeldkonto bei der Bank.

 

 

Verfasser des Beitrages:

Carmen Junker ist Mit-Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst hier noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Mikrofinanz statt Staatsanleihen

Dienstag, 14. Februar 2012

 

In einem Interview mit der Börse Stuttgart erläutert Andreas W. Korth vom GOOD GROWTH INSTITUT was für eine Geldanlage sich hinter dem Begriff Mikrofinanz verbirgt und warum dieses Investment sinnvoller und sicherer ist, als die langfristige Anlage in Staatsanleihen.

 

Mikrofinanz-Geldanlagen sind stabil und entwickeln sich konstant nach oben. Mikrofinanz-Anlagen finden Sie bei uns in den Musterdepots Soziale-Verantwortung Monatssparen Ethik oder Soziale-Verantwortung Einmalsparen Ethik.

 

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