Mit ‘Umweltbanken’ getaggte Artikel

Nachhaltiges Trading – ein Spagat zwischen Rendite und Moral

Montag, 04. Juli 2016
Zusammenfassung: Kann Trading überhaupt nachhaltig sein? Es kommt wohl sehr darauf an wie man nachhaltig definiert. Manche würden behaupten, dass Spekulation nie nachhaltig sein könne, egal wie man seine Werte definiert. Andere jedoch sind sich sicher, dass die Spekulation auf jegliche Werte ein wichtiges Instrument ist, um ein Rationales Erwartungs-Equilibrium zu erreichen und dies auch Arbeit mit Mehrwert ist, die vergütet werden darf, seien es Spekulationsgewinne oder Spekulationsverluste.

 

 

 

Es gibt auch eine Zwischenlösung, man darf spekulieren, jedoch nur nach gewissen Werten. Hierzu wurden Positiv- und Negativ-Kriterien der Nachhaltigkeit definiert:

 

Positivkriterien

Positivkriterien sollen das Verantwortungsbewusstsein der Unternehmen und Emittenten wiederspiegeln. Für das Einhalten und dessen Ausmaß werden dann Positivpunkte vergeben, wobei am Schluss der gesamte Ethikgehalt ausgerechnet werden kann. Diese Punktzahl kann schlussendlich mit dem Durchschnitt verglichen werden. Gemessen wird dies an absoluten Kriterien, wie etwa den Verzicht auf Kinderarbeit, strenge Recycling-Vorschriften, Erstellung eines Umwelt- und Sozialberichtes (Nachhaltigkeitsbericht) oder Engagement im Bereich erneuerbare Energien. Grundsätzlich hat bei dieser Methode jedes Unternehmen die Möglichkeit, im Nachhaltigkeitsfonds vertreten zu sein, auch wenn in fragwürdige Geschäftsfelder investiert wird.

 

Negativkriterien

Durch den Einsatz von Negativkriterien verzichtet ein Anleger bzw. ein Investmentfonds auf die Investition in Aktien von Unternehmen aus bestimmten Branchen bzw. mit bestimmter Geschäftstätigkeit. Unternehmen, deren Tätigkeit oder Produkte nicht dem sozial-ökologischen Anspruch des Anlegers bzw. Fondsmanagements entsprechen, werden von vornherein ausgeschlossen.

 

Beispiele für solche Negativkriterien sind: Korruption, Drogen, Waffenhandel, Kernenergie, Umweltschädigungen und Menschenrechtsverletzungen. Werden die vordefinierten Ausschlusskriterien nicht tangiert, kann investiert werden.

 

Nachhaltiges Investment nur mit Positivkriterien?

Neben den klassischen Möglichkeiten für Investments suchen deshalb immer mehr Menschen nach einer Möglichkeit für Alternativen, sind sich oft allerdings nicht sicher, welche Möglichkeiten für ein nachhaltiges Investment auf dem Markt zur Verfügung stehen und welche Risiken bei alternativen Investments abgewogen werden müssen.

 

Grünes Geld“ heißt heutzutage nicht mehr, auf eine angemessene Rendite verzichten zu müssen. Längst ist nachhaltiges Investment zu einer ebenbürtigen Geldanlage geworden, die durchaus Renditen in gleicher Höhe bieten kann, wie deren klassische Pendants. Profit und Ethik ergänzen sich gegenseitig und bedingen einander. Eine gut funktionierende Ethik im Wirtschaftsbereich ist ohne Profit nicht finanzierbar, und Gewinnmaximierung ist ohne Ethik nicht optimal. Unter dieser Voraussetzung verhilft ethisch motiviertes unternehmerisches Handeln zu mehr Erfolg. Außerdem muss „ethisch-ökologisches Investment“  nicht ausschließlich als eine Investition in den Umweltschutz verstanden werden.

 

So können zum Beispiel auch Unternehmen aus der Erdölindustrie verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen sowie ethische und soziale Aspekte in ihre Unternehmenspolitik integrieren. Man kann aber eben auch den Spieß umdrehen und gute Profite mit Unternehmen erwirtschaften, die eigentlich nur (persönliche) Negativkriterien erfüllen. Es muss einfach nur auf fallende Kurse spekuliert werden, während man eine Verkaufsposition (Leerverkauf) initiiert.

 

Leerverkäufe: mit Negativkriterien ethisch handeln?

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Börse New York: Gibt es eine nachhaltige Spekulation?

Bei Leerverkäufen wetten „Investoren“ auf fallende Kurse von Wertpapieren. Sie verkaufen zum Beispiel Aktien, die sie sich etwa bei Fonds ausgeliehen haben. Das Kalkül dahinter: Sinkt der Kurs, können sie die Titel später zu einem niedrigen Preis zurückkaufen und dem eigentlichen Besitzer zurückgeben. Den Differenzbetrag zwischen Verkaufs- und späterem Rückkaufkurs streichen sie als Gewinn ein.

 

Die Fonds machen dieses Spiel mit, weil sie die Aktie langfristig im Bestand halten wollen. Die Krux an der Sache: Leerverkäufer machen nur dann einen Gewinn, wenn der Kursverfall der Papiere, auf den sie ja wetten, auch tatsächlich eintritt.

 

Bei Optionen und Differenzkontrakten, auch als CFD bekannt (Was sind CFDs?), funktionieren Leerverkäufe (Short-Positionen) ein wenig anders.

 

Da am Derivatmarkt oftmals ein Equilibrium direkt durch die Wetten an Spekulationswerten hervorgerufen wird und nicht nur durch Angebot und Nachfrage am Spotmarkt. Diese Derivate handeln nur den Basiswert des zugrundeliegenden Wertes z.B.: einer Aktie bzw. Titel eines Rohstoffes.

 

Man besitzt die Anlage nicht selbst, sondern nur ein Derivat, welches natürlich einen Tausch- bzw. Options-Wert hat und sich damit gegenüber dem Basiswert der realen Anlage gegenseitig beeinflusst.

 

Daraus ergeben sich gleich zwei zusätzliche Möglichkeiten ethisch zu handeln, ohne sich nur von Positivkriterien leiten zu lassen:

 

1) Einerseits besitzt man mit einem Derivat als Option oder CFD eigentlich keine richtigen Anteile an einer Firma, Rohstoff etc. sondern nur einen Spekulationswert als Schattenvertrag. Für manche nachhaltigkeitsbewusste Trader ist das ein Positivkriterium um auch auf steigende Werte z.B.: einer nicht besonders umweltbewussten Bergbaufirma zu spekulieren.

 

2) Andererseits kann man mit dem Leerverkauf auch auf fallende Kurse eines Unternehmen spekulieren, welches persönlich nur Negativkriterien erfüllt, z.B.: ein Öl-Konglomerat mit niedrigen Umweltstandards, welches außerdem erneuerbare Energien verdrängt und den Klimawandel anheizt.

 

Praktisches Beispiel: VW

 

Als praktisches Beispiel könnte der VW-Abgas-Skandal herangezogen werden – gerade, wenn man bedenkt, dass VW häufig als Unternehmen mit vielen Positivkriterien galt und bemüht war, sich mit viel „Greenwashing“ als besonders nachhaltig darzustellen, wie man in diesem Video gut erkennen kann.

 

Um in der Autoindustrie als „grün“ und nachhaltig mit positiven Nachhaltigkeitskriterien angesehen zu werden, muss man nicht nur mit Hybrid und Elektroautos herstellen. Denn auch besonders umweltschonende Standards und langlebige Produkte, die eigentlich einen hohen Umwelt-Footprint haben, können in der Realwirtschaft als Positivkriterium in der gelebten Nachhaltigkeit gesehen werden.

 

In dem Fall wurden nicht nur Konsumenten, sondern auch Anleger getäuscht. Auch Aktionäre mit sehr realistischen persönlichen Positivkriterien sahen sich betrogen und hätten lieber ein Derivat ohne Anteile gehandelt. Als die Aktie nach dem Bekanntwerden der Misere auch noch knapp 50% an Wert verlor, sind die Eigentümer, die an die guten Werte geglaubt haben und sich durch Werbeclips und Nachhaltigkeitsreporte überzeugt haben, auch noch mit einem Riesenverlust bestraft worden.

 

Man hätte gute Renditen mit bestem Gewissen machen können, hätte man die Aktie während dieser Zeit Leerverkauft und sich damit für seine gewissensreine Spekulation auf fallende Kurse belohnen lassen.

 

Es gibt auch eine weitere Variante, wahrscheinlich der beste Spagat: Ein nachhaltigkeitsbewusster Anleger hat den Glauben in VW nicht verloren und glaubt langfristig daran, dass der Kurs des Unternehmen sich tatsächlich in Zukunft vollkommen positiv nachhaltig verhalten wird (wie auch seit dem Skandal stets angekündigt).

 

Er wird seinen Anteil deshalb nicht veräußern, kann jedoch seine Verluste hedgen, indem eine Gegenposition als Leerverkauf eröffnet wird, bis sich der Unternehmenskurs und Aktienkurs erholt haben.

 

 

 

Nicht jedem Kriterien-Katalog glauben, lieber sich selbst gut informieren

Wer nachhaltig investieren möchte, sollte sich deshalb vorab genau darüber informieren, welches Risiko, welche Rentabilität, welchen zugrundeliegenden Wert und welche Liquidität die Geldanlage in seiner persönlichen Lebens- und Vermögenssituation haben sollte. Sind diese Grundfragen der Geldanlage geklärt, gilt es, sich sorgfältig mit den verschiedenen „nachhaltigen Anlageprodukten“ auseinanderzusetzen. Wegen der Fülle an Produkten und Anbietern, empfiehlt es sich, verschiedene Informationsquellen zu Rate zu ziehen.

 

 

 

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Aktuelle Konditionen der 4 wichtigsten Ökobanken: Ethikbank, Umweltbank, Triodos und GLS Bank

Donnerstag, 23. Juli 2015

Letzte Aktualisierung: 30.05.2017

Die Konditionen der Banken sind weiterhin auf einem historischen Tiefstand, der nach Ansicht vieler Experten auch noch einige Zeit andauern wird. Dem können sich auch die 4 wichtigsten Ökobanken in Deutschland kaum entziehen, die Ethikbank, Umweltbank, Triodos und die GLS Bank (hier geht’s zur vollständige Liste aller Ökobanken).

 

Wer sein Geld trotzdem noch in Bankeinlagen anlegen will, findet bei diesen Banken zumindest ethisch-ökologisch saubere Anlagen. Allerdings sind die Kriterienkataloge unterschiedlich und Anleger mit besonderen Wünschen, zum Beispiel Veganer, die die Ausbeutung von Tieren auch bei Ihrer Geldanlage vermeiden möchten, tun sich schwer.

 

 

 

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Eine andere Umweltbank: keine Zinsen, aber schönes Sitzen.

1. Ethikbank

 

Die Anlagekriterien der Ethikbank sind streng und für die meisten Anleger ausreichend. Sie folgt einem Negativ- und Positiv-Ansatz mit fast allen bekannten Kriterien wie Ausschluss von Militärwaffen, Kinderarbeit, Korruption aber auch mit Negativ-Kriterien wie Spekulation mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln.

 

Das Tagesgeldkonto kennt keine Mindestanlagesumme, bietet aber aktuell auch mit 0,00 Prozent überhaupt keine Zinsen. Der gleiche Zinssatz gilt für alle Festgeld-Varianten (ab 5.000 Euro). Sparbriefe werden erst ab 2.500 Euro mit bis zu 10 Jahren Laufzeit angeboten – Zins: ebenfalls 0,0 Prozent. Da stellt sich schon die Frage, wer sich dafür erwärmen können soll.

 

 

2. Umweltbank

 

Die Umweltkriterien der Umweltbank sind ebenfalls streng und an deutschen Maßstäben ausgerichtet, denn für Deutschland wichtige Punkte, wie zum Beispiel der Ausschluss von Kernenergie, ist dabei. In anderen Ländern wie zum Beispiel in den USA, ist Atomkraft auch in Ethikfonds zu finden. Insgesamt sind es jedoch etwas weniger Kriterien als bei anderen Ökobanken; so fehlt zum Beispiel der Ausschluss von Nahrungsmittelspekulationen oder der Ausschluss von Suchtmittel-Produzenten (Alkohol, Tabak).

 

Ein Girokonto bietet die Umweltbank generell nicht an. Das Tagesgeldkonto kann ab 500 € eröffnet werden und bietet 0,025 Prozent Zinsen (ab 100.000 Euro 0,01 Prozent, ab 500.000 Euro 0,0 Prozent). Es gibt ein Wachstumssparen mit unterschiedlichen Laufzeiten von 1 Jahr bis 7 Jahren – und 0,1 Prozent Zins im ersten Jahr, 0,2 Prozent im zweiten Jahr bis hin zu 1,0 Prozent im 7. Jahr. Sparbriefe werden ab 500 Euro angeboten, bei 2 Jahren Laufzeit zahlt die Bank 0,2 Prozent. Bei 20 Jahren Laufzeit zahlt die Umweltbank 1,25 Prozent.

 

 

3. Triodos

 

 

Bei der Triodos Bank erfolgt die ethisch-ökologische Auswahl über den Investment-Ansatz und die Ausschlusskriterien. Die Ausschlüsse sind streng, und obwohl Triodos eine ausländische Bank ist fehlt, der Ausschluss von Kernenergie nicht. Auch Ausschluss-Punkte wie Pelzindustrie oder Tabak sind vertreten. Der Investment-Ansatz sieht allerdings den er liberalen Best-in-Class-Ansatz vor; dafür betreibt Triodos eine aufwendige Engagement-Strategie. Das heißt, Triodos wirkt aktiv auf Unternehmen ein, um sie zum Umdenken zu bewegen.

 

Girokonto und Tagesgeldkonto sind im Angebot. Beim Tagesgeldkonto gilt: 0,1% Zinsen ohne Mindestanlagesumme. Ab 500 Euro kann Festgeld angelegt werden. Für 3 Monate gibt es 0,1 Prozent, für 12 Monate immerhin 0,15 Prozent. Für 10 Jahre zahlt die Triodos-Bank 0,8 Prozent Zinsen pro Jahr.

 

4. GLS Bank

 

Last-but-not-least die GLS Bank, die größte und am längsten in Deutschland bestehende Ökobank. Ihre Anlagegrundsätze sind gut, auch Punkte wie Suchtmittel oder chlororganische Massenprodukte sind darunter zu finden. Engagement wird nicht betrieben, aber ein besonderer Wert auf die Positiv-Kriterien gelegt, die die hauptsächliche Investitionsrichtung vorgeben.

 

Die GLS Bank versteht sich als Vollbank und bietet entsprechend ein Girokonto an. Das Tagesgeldkonto kennt zwar keine Mindestanlagesumme, dafür ist der Zinssatz aber auch komplett auf 0 Prozent. Sparbriefe bietet die GLS Bank mit 3 Jahren (0,0 Prozent), 5 Jahren (0,15 Prozent) oder 7 Jahren (0,25 Prozent) Laufzeit an.

 

Achtung: Die GLS Bank hat im Dezember 2016 den „GLS Beitrag“ eingeführt, so dass jeder Kunde grundsätzlich 5 Euro Gebühr pro Monat zahlen muss. Hintergrund sei die geringere Zinsmarge, die das GLS Geschäft ansonsten nicht mehr tragen kann.

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Geldwäsche in grün – die 4 besten Umweltbanken!

Montag, 19. Mai 2014

Umweltbanken konnten auch im vergangenen Jahr einen starken Zuwachs verzeichnen, denn dass man sein Geld grün und nachhaltig anlegen kann, hat sich inzwischen herumgesprochen. Aber was passiert eigentlich mit dem Geld auf unseren Girokonten? Wie arbeiten die Banken damit? An welche Firmen oder Projekte vergeben unsere Banken Kredite? Wie transparent wird gearbeitet? Die Antworten auf diese Fragen fallen bei den führenden deutschen Finanzunternehmen ernüchternd aus. Das NRO-Bündnis FACING FINANCE hat in der Studie „Dirty Profits“ klargestellt, dass trotz aller Beteuerungen deutsche Finanzdienstleister und Versicherungsunternehmen noch immer im großen Stil Unternehmen und Geschäftsmodelle unterstützen, die Umweltstandards und Menschenrechte missachten. Aber welche Alternativen hat man? Wir möchten Ihnen heute die 4 besten Umweltbanken vorstellen:

 

GLS Bank

 

Die GLS Bank besteht seit 40 Jahren und ist somit die älteste Bank mit sozial-ökologischer Ausrichtung. Geführt wird die GLS als Genossenschaftsbank mit rund 30.000 Mitgliedern (Stand 28.02.2013). Bei der Eröffnung eines Girokontos können Kunden angeben, wie ihr Geld wirken soll und in welche Bereiche es als Kredit weitergegeben werden soll. Zur Auswahl stehen die Bereiche Energie, Ernährung, Bildung, Wohnen oder Soziales. Die GLS informiert regelmäßig darüber, an welche Unternehmen oder Projekte Kredite zu welchem Zweck vergeben hat.

Angebotene Produkte: Girokonto (kostenfreie Nutzung von rund 19.200 Geldautomaten der Volks- und Raiffeisenbanken und Spardabanken), Sparanlage (incl. Tagesgeldkonto), Wertpapiere, Vermögensverwaltung, Altersvorsorge.

 

Bei allen 4 Umweltbanken sind Investitionen in Rüstung und Atomkraft ausgeschlossen.

Investitionen in Rüstung und Atomkraft sind bei allen 4 Umweltbanken ausgeschlossen (Bildquelle v. l. n. r.: Rainer Sturm/pixelio.de, Daniel Bleyenberg/pixelio.de)

 

UmweltBank

 

Die Umweltbank konzentriert sich darauf, durch die Vergabe von Krediten möglichst viele Umweltprojekte zu fördern. Zum 31.12.2013 finanzierte das Unternehmen über 15.000 Umweltprojekte mit einem Volumen in Höhe von 2,13 Mrd. Euro. Etwas mehr als 40 % des Volumens entfallen auf Kredite für Solarprojekte. Ökologische Bauprojekte haben einen Anteil von ca. 30 %. Der Rest verteilt sich auf Wind- und Wasserkraftprojekte, Biomasse/Biogas sowie ökologische Landwirtschaft. Genaue Auskünfte veröffentlicht die Umweltbank halbjährlich und einzelne Projekte werden ausführlich über die Internetpräsenz oder im Geschäftsbericht präsentiert.

Angebotene Produkte: Sparanlagen, Wertpapiere, Altersvorsorge, Finanzierungen – kein Girokonto.

 

EthikBank

 

Die Ethikbank gehört zur Volksbank Eisenberg eG und finanziert mit ihren Krediten ausschließlich „ökologisch und sozial sinnvolle Maßnahmen“. Die Basis aller Geschäfte bildet der Mix aus Tabu- und Positivkriterien in der Anlagepolitik. Absolut ausgeschlossen sind unter anderem Investitionen in Rüstung, Atomkraft oder in Unternehmen, die Kinderarbeit billigen. Allerdings müssen Unternehmen, die nicht an Negativkriterien scheitern, zusätzlich Positivkriterien erfüllen. Eine ökologisch nachhaltige Arbeitsweise, die Einhaltung von sozialen Standards und der Menschenrechte sind Voraussetzung. Transparenz wird auch hier groß geschrieben. Die Vergabe von Krediten und Wertpapieranlagen werden regelmäßig auf der Homepage des Unternehmens aktualisiert.

Angebotene Produkte: Girokonto, Sparanlagen, Wertpapiere, Altersvorsorge, Finanzierungen.

 

Triodos Bank

 

Die Triodos Bank wurde 1980 gegründet und kann mittlerweile rund 400.000 Kunden verzeichnen. 2009 wurde das Unternehmen als „Sustianable Bank of the Year“ durch die Financial Times und die Weltbanktochter IFC ausgezeichnet. Auch hier werden ausschließlich Unternehmen, Projekte und Institutionen finanziert, welche strengen Kriterien genügen und zum Wohle von Mensch und Umwelt beitragen. Erneuerbare Energien, Ökolandbau, nachhaltige Immobilien oder Mikrofinanzierung sind nur einige Beispiele. Girokontokunden können mit ihrer Triodos Kreditkarte sogar deutschlandweit an allen Geldautomaten gebührenfrei Bargeld abheben.

Angebotene Produkte: Girokonto, Sparanlagen (incl. Tagesgeld), Geschäftskonten, Investmentfonds

 

Sie sehen, es gibt ausreichend Alternativen für Ihr Girokonto oder andere Finanzprodukte. Eine der 4 Umweltbanken wird sicher auch Ihnen zusagen und einem „Krötenwechsel“ dürfte nichts mehr im Wege stehen.

 

Natürlich können auch die Öko-Banken aktuell nur Zinsen auf niedrigem Niveau bieten. Wenn Sie Alternativen zum Tagesgeld suchen, schauen Sie sich doch einmal unserer Musterdepots Sicherheit an.

 

Sie möchten die komplette Liste aller Ökobanken in Deutschland – klicken Sie hier.

 

 

Verfasser des Beitrages Jasmin Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

6 gute Gründe, über Grünes Geld nachzudenken

Freitag, 07. Februar 2014

Viele Menschen sind zur Zeit skeptisch gegenüber grünen, nachhaltigen Geldanlagen. Pleiten von Produktanbietern aus diesem Bereich oder auch die Bundesregierung, die augenscheinlich die Energiewende abbremst, sind nur zwei Gründe dafür. Warum also ist es besser, sein Geld grün anzulegen? Wir finden, dass es darauf (mindestens) 6 gute Antworten gibt:

 

1. Abzug von Kapital aus den regulären, nicht nachhaltigen Märkten

 

Banken arbeiten mit unserem Geld. Gemäß der Studie „Dirty Profits“ des NRO-Bündnisses FACING FINANCE sind alle führenden deutsche Finanzinstitute massiv in menschenrechtlich und ökologisch bedenkliche Unternehmen investiert oder unterstützen diese mit Krediten. Indem Sie Ihr Girokonto bei einer der Umweltbanken einrichten und ihre Geldanlagen in nachhaltige Fonds mit ethischen Ausschlußkriterien oder in ökologische Projekte investieren, entziehen Sie diesem Markt Kapital und unterstützen Firmen und Entwicklungen, die nachhaltig und sowohl ethisch als auch ökologisch vorbildlich sind.

 

2. Förderung der Energiewende

 

Der bisherige Verlauf der Energiewende ist zum größten Teil den Bürgern zu verdanken. Durch Investitionen in Solar- und Windenergie durch kleine Anlagen auf dem eigenen Dach, Windräder von Bauern auf ihren Feldern oder auch durch Zusammenschlüsse in Form von Genossenschaften oder Investitionen von Bürgern in Projekte von institutionellen Anbietern wurde der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben. Die großen Stromkonzerne allerdings haben diese Entwicklung zum großen Teil verschlafen. Der gesellschaftlich getragene, dezentrale Ausbau scheint also der Schlüssel für eine erfolgreiche Fortführung der Energiewende zu sein.

 

Förderung der Energiewende, Klimaschutz oder Wiederaufforstung von Mischwäldern - die Gründe für ein grünes Investment sind vielseitig (Bildquelle v.l.n.r.: Petra Bork, pixelio.de/ k. a. / Oliver Brunner, pixelio.de)

Förderung der Energiewende, Klimaschutz oder Wiederaufforstung von Mischwäldern – die Gründe für ein grünes Investment sind vielseitig (Bildquelle v.l.n.r.: Petra Bork, pixelio.de/ k. a. / Oliver Brunner, pixelio.de)

 

3.  Förderung von neuen Technologien

 

Wir leben in einer schnelllebigen Welt und sind umgeben von ständiger Veränderung. Veränderung bedeutet aber im besten Fall auch Weiterentwicklung. Durch die stetige Zunahme der Weltbevölkerung stehen wir vor einer nie gekannten Herausforderung. Neben der Notwendigkeit grundsätzlich weniger Energie und Ressourcen zu verbrauchen, gibt es auch die Möglichkeit, die Erforschung und Entwicklung von neuen Technologien zu unterstützen. Unternehmen, welche Verfahren entwickeln, um Energie in Produktionsprozessen einzusparen, bessere Dämmtechniken erarbeiten oder an einer Möglichkeit arbeiten, erneuerbare Energien speicherbar zu machen. All das kann dazu beitragen, unsere Welt für nachfolgende Generationen besser zu gestalten.

 

4. Übernahme von sozialer Verantwortung

 

Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Durch die fortschreitende Globalisierung können wir fast zu jeder Zeit an jedes gewünschte Produkt kommen. Die Globalisierung hat aber nicht nur Vorteile, sondern für manche Menschen auch gravierende Nachteile. Die Ausbeutung von menschlicher Arbeitskraft und Landgrabbing sind nur zwei Punkte. Oft befinden sich Menschen in Produktionsländern für unsere Konsumgüter in einem Kreislauf, der es ihnen nicht erlaubt, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Kleinstkredite in Form von Mikrofinanzprodukten können hier ein Ausweg sein. Der Mitbegründer des Mikrofinanzgedanken, Prof. Yunus hat für dieses Konzept 2006 den Friedensnobelpreis erhalten. Mit Krediten zwischen 50,- € und 2.000,- € erhalten ExistenzgründerInnen in Entwicklungsländern auch ohne Sicherheiten die Möglichkeit, zu fairen Bedingungen in die finanzielle Unabhängigkeit zu starten. Hilfe zur Selbsthilfe ist hier der Schlüssel zum Erfolg und mit steigendem Wohlstand steigt in der Regel auch die Bildungsquote – gerade für Mädchen und Frauen.

 

5. Unterstützung von nachhaltigen Aufforstungsprojekten

 

Der Wald ist die Lunge unseres Planeten. Er gibt vielen Lebewesen ein zu Hause, dient uns zur Erholung und liefert wertvolle Rohstoffe. Und trotzdem zerstören wir kaum einen Lebensraum in einer solchen Geschwindigkeit und so nachhaltig wie den Wald. Doch es gibt auch Projekte, die auf der einen Seite Rohstoffe liefern, aber auf der anderen Seite dafür sorgen, dass die Wälder sich auch wieder erholen können. Monokulturen und das Auslaugen der Böden werden vermieden. Ehemalige Weideflächen werden wieder zu Mischwäldern umgebaut und der Bevölkerung vor Ort attraktive Arbeitsplätze geboten. Kaum ein anderes Investment könnte man treffender als „Grünes Geld“ bezeichnen.

 

6. Wertentwicklung im Vergleich zu konventionellen Anlagen

 

Bedeuten nachhaltige Geldanlagen auch automatisch, dass man Kompromisse in der zu erwartenden Wertentwicklung gegenüber konventionellen Anlagen eingehen muss? Nicht unbedingt! Die Studie „Nachhaltige Investments aus dem Blick der Wissenschaft: Leistungsversprechen und Realität“ des Reserch Center for Financial Services der Steinbeis-Schule Berlin kommt im Vergleich zu dem Ergebnis, dass eine Anlage mit gutem Gewissen kein schlechteres Ergebnis in der Renditeentwicklung bedeuten muss. Teilweise können Sie sogar leichte Vorteile gegenüber konventionellen Geldanlagen erkennen. Das liegt auch daran, dass das Angebot ständig wächst. Tragen auch Sie mit Ihrem Kapital dazu bei, die Entwicklung hin zu einer nachhaltigeren Welt voranzutreiben.

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”