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Die Waffen meiner Bank

Montag, 11. April 2016
Zusammenfassung: Die Studie Die Waffen meiner Bank zeigt die umstrittenen Finanzierungs-Praktiken von Banken auf. Ohne mit dem Finger zu zeigen, liefert Sie gute Entscheidungshilfen für ethisch orientierte Geldanleger.
 

Die Studie „Die Waffen meiner Bank“, herausgegeben von Facing Finance und urgewalt, liefert Ihnen die Grundlagen für Ihre Entscheidung, ob Sie Ihr Geld bei einer Umweltbank anlegen sollen, die keine Waffengeschäfte finanziert.
 

die-waffen-meiner-bank-gewehrschussAktuell wird um die Frage in der politischen Diskussion heftig und kontrovers gestritten, ob Waffengeschäfte grundsätzlich erlaubt sein sollen und wie Lieferungen in die Krisenherde dieser Welt zu beurteilen sind. Auch die Politsatire „Die Anstalt“ hat sich mit diesem Thema befasst (ZDF, 5. April 2016 ). Die Studie „Die Waffen meiner Bank“ ergänzt und versachlicht diese Auseinandersetzung, indem sie sich mit der Aufbereitung von Fakten den unterschiedlichen Verknüpfungen von Rüstungsindustrie und Bankenwelt widmet. Sie fokussiert zwar die entscheidenden Problemstellungen, vermeidet aber jede Art von Belehrung oder Indoktrination. Dadurch ist sie für Sie eine wohltuende Entscheidungshilfe, ob Sie grünes Banking bei einer Ökobank betreiben oder bei einer anderen Bank Waffengeschäfte fördern wollen. Wie auch immer Sie sich nach der Lektüre entscheiden, Sie haben Ihren Entschluss bewusst getroffen.
 

Die Herausgeber – Förderer des grünen Bankings

 

 

Facing Finance e. V. hat sich zum Ziel gesetzt, den nachhaltigen und verantwortungsbewussten Einsatz von Kapital in ökologische und soziale Projekte zu fördern. International anerkannte Standards der Menschenrechte, der Arbeitswelt und der Umwelt sollen eingehalten werden. Deshalb spricht Facing Finance die Bankkunden aller Größenordnungen an, bei ihren Einlagen auf die Einhaltung sozialer, ökologischer und ethischer Kriterien zu dringen. Der Verein ist Mitglied verschiedener nationaler und internationaler NGO(Nichtregierungsorganisationen)-Netzwerke. Spenden sind willkommen.

urgewalt e. V. sucht den direkten Einfluss auf Industrie und Banken, um für Mensch und Umwelt schädliche Aktivitäten zu unterbinden. Der Geldgeber trägt die Verantwortung; deshalb ist er zur Rechenschaft zu ziehen. Mit sorgfältiger Recherche, mutigem Einsatz und unkonventionellen Überlegungen wurde so manche Finanzierung von schädlichen Großvorhaben unterbunden. Dazu werden Kampagnen aufgelegt, damit sich die Verbraucher und Bürger auf ihre Macht als Konsumenten besinnen. Spenden sind willkommen.

 

Bestandsaufnahme für grünes Banking

 

Zu Beginn weist die Studie auf die durch repräsentative Umfragen bestätigte Tatsache hin, dass die Verkaufsorganisationen der Großbanken, Sparkassen und Volksbanken sehr genau wissen, dass zwei Drittel ihrer Kunden Rüstungsgeschäfte ablehnen. Ein Teil davon würde zu einer Ökobank wechseln, wenn er wüsste, dass sein Kreditinstitut Waffenexporte finanziere. Deshalb sind die Banken an aufgeklärten Kunden nicht interessiert, zumal diese Geschäfte hoch lukrativ sind. Ihr Volumen betrug 2014 immerhin 143 Billionen US-Dollar. Laut Veröffentlichungen des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstitutes (SIPRI) lagen die Rüstungsverkäufe 2011 – 2015 um 14 % über denen des vorherigen Zeitraumes von fünf Jahren. 4,7 % entfallen davon auf Deutschland, das von China (5,9 %) vom vierten auf den fünften Platz verdrängt wurde. An der Spitze stehen die USA (33 %) und Russland (25 %).

 
 
 

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Maßnahmen des grünen Bankings

 

Eine grüne Bank einmal anders

Eine grüne Bank einmal anders

Wenn Sie nicht in die Rüstungsindustrie investieren oder ohne Ihr Wissen Anteilseigner eines Waffenlieferanten werden wollen, zeigen Ihnen die dargestellten Geldflüsse den richtigen Weg. Ein Institut ist dann eine wirkliche Umweltbank, wenn für alle Geldanlagen wie vergebene oder gekaufte Anleihen, direkt oder über andere Banken emittierten Gelder das Erreichen der Rüstungsindustrie ausgeschlossen ist. Dasselbe gilt für Fonds und Versicherungen. Banken geben sich gern den Anschein, eine Ökobank zu sein, indem sie sich auf die Gesamtkreditvergabe zurückziehen. Wenn ein Konzern eine Rüstungssparte hat, soll das gesamte Unternehmen der Kreditnehmer sein. Ob Geld bei der Abteilung Waffen ankomme, sei Sache des Kunden und nicht die der Bank. Aber das Prädikat Ökobank kann nur beanspruchen, wer jeglichen Geldstrom in die Rüstungsindustrie ausschließt.
 

Freunde des grünen Bankings

 

Umweltbanken sind die Freunde der nachhaltigen ökologischen Kapitalanlage. Sie schließen aus, dass Ihr Geld bei der Rüstungsindustrie ankommt. Deshalb setzt sich die Studie im Einzelnen mit vielen Kreditinstituten auseinander und beschreibt, ob und welche Beziehungen zu Waffengeschäften bestehen. Sie kommt so zu folgenden Ergebnissen: Die Kirchenbanken sind Ökobanken; denn sie vergeben keine Kredite an die Rüstungsindustrie. Ob Sparkassen oder Genossenschaftsbanken möglicherweise Umweltbanken sind, erschließt sich nur aus der Prüfung des Einzelfalles. Normale Geschäftsbanken sind jedenfalls nie Ökobanken.

 

Feinde des grünen Bankings

 

Ein eigenes Kapitel ist den weltweit großen Playern der Rüstungsindustrie unter Beteiligung der deutschen Unternehmen gewidmet. Es liefert die sachliche Grundlage, damit Sie sich Ihr Bild von den Waffengeschäften machen können.

 

Fazit

 

Die Studie verleiht Ihnen den Anstoß, Ihr grünes Banking gegen Waffengeschäfte zu entwickeln, sofern Sie nach der Lektüre diesen Weg gehen wollen. Sie will überzeugen, nicht überreden. Zur Auswahl der richtigen Umweltbank helfen dann die Darstellungen der Banken.

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.