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Vergleich der wichtigsten Geldanlagen

Freitag, 05. Februar 2016

In den heutigen Zeiten der niedrigen Zinsen wird teilweise sogar in der Bild-Zeitung die Frage aufgeworfen, wie ein Sparer sein Geld investieren soll, um langfristig sein Kapital zu steigern oder zumindest dessen Wert zu halten. Derzeit ist die Inflation bei ungefähr null Prozent, doch darf das Ziel der Europäischen Zentralbank, eine Inflation von mindestens zwei Prozent, nicht aus den Augen gelassen werden.

 

Sollten die Konjunkturprogramme irgendwann tatsächlich einen realen Effekt entfalten, könnte die Wirkung sogleich auf den Kapitalmärkten große Spuren hinterlassen. Bei einem eingehenden Vergleich einer Geldanlage muss im Hinblick auf dieses bedrohende Szenario sichergestellt werden, dass der Investor Sicherheit über sein Geld behält.

 

Was ist eine Geldanlage?

 

vergleich-geldanlageAls Geldanlage oder Kapitalanlage wird die Investition von Geld in Produkte bezeichnet, die dazu bestimmt sind, langfristig das Einlagekapital zzgl. eines Aufschlags zurückzuzahlen. Eine Kapitalanlage kann vieles sein. Die Definition reicht vom Sparbuch über Immobilien bis hin zu Optionen. Im Nachfolgenden soll ein Vergleich der unterschiedlichen Formen einer Kapitalanlage dargelegt werden.

 

Spezielle derzeitige Zinssituation

Zu den Zielen der Europäischen Zentralbank (EZB) gehört die Vermeidung der Deflation. Ferner versucht die EZB unter dem Einfluss der derzeitigen Krise den betroffenen Staaten wie Griechenland oder Spanien durch eine expansive Geldpolitik unter die Arme zu greifen, um Investitionen anzuregen.

 

Dazu zählt auch die Maßnahme, dass der Leitzins, zu dem sich Banken bei der EZB refinanzieren können, auf nunmehr nur noch 0,05 Prozent gesenkt wurde. Dies bedeutet, dass sich die Geschäftsbanken von der EZB quasi zum Nullzins Geld leihen können.

 

Das hat den allgemeinen Zins enorm gesenkt. Die Umlaufrendite befindet sich derzeit bei etwa 1,5 Prozent, was historisch einmalig niedrig ist. Um einen exakten Vergleich der richtigen Anlageformen darstellen zu können, ist es wichtig, die makroökonomische Lage der EU nicht außer Acht zu lassen.

 

Festverzinsliche Anlagen

Unter dem Begriff „festverzinsliche Anlagen“ sind mehrere Anlageprodukte erfasst, die dadurch gekennzeichnet sind, dass nach der Investition in den Folgejahren fixe Zahlungen an den Investor fließen. Zu den festverzinslichen Anlagen zählen unter anderem die altbewährten Lebensversicherung, Unternehmensanleihen und Staatsanleihen.

 

Kurz möchten wir ebenso auf den Charakter des Tagesgeldkontos und des Sparbuchs eingehen, wobei Letzteres für die Deutschen seit jeher von größter Sicherheit zeugt.

 

Das Sparbuch und das Tagesgeldkonto verloren deutlich aufgrund des derzeitigen Zinsniveaus ihren Reiz, da es sich bei einem Zins von 0,05 Prozent für keinen Menschen lohnt, einem Institut sein Geld anzuvertrauen. Selbstverständlich können Sie als Investor freigewordenes Kapital in Ihr Tagesgeldkonto stellen, solange Sie sich im Unklaren sind, wie Sie dieses Kapital investieren möchten. Dennoch stellt das Tagesgeldkonto selbstverständlich keine Dauerlösung dar

 

Die Lebensversicherung gilt den Deutschen auch als Beispiel der Sicherheit. Sie wurde in der Regel zusätzlich zur gesetzlichen Rente aufgenommen, um die staatliche Rente um eine private zu ergänzen. Diese Anlage erscheint unter dem derzeitigen Zinsniveaus allerdings nicht mehr zeitgemäß, bieten Lebensversicherungen derzeit nur noch knapp 2 bis 4 Prozent. Diese Zahlen erscheinen Ihnen vielleicht zum derzeitigen Zinsniveau überaus attraktiv, doch dürfen Sie nicht vergessen, dass Sie Ihr Kapital über mehrere Jahrzehnte ausleihen und sich durchaus Phasen ergeben können, in denen der Zins und die Inflation wieder enorm steigen. Wenn dies passiert, würde Ihnen im Falle der Investition in eine Lebensversicherung ein Verlust drohen.

 

Gleiches gilt für die Staatsanleihe. Einjährige Staatsanleihen von Deutschland sind auf dem Markt teilweise sogar nur für nominelle Minusrenditen zu erwerben. Bei zehnjährigen deutschen Staatsanleihen besteht ein Zins von etwa 1,5 Prozent. Der Erwerb von Staatsanleihen von Spanien oder Griechenland bietet im Vergleich leicht höhere Renditen, doch darf nicht vergessen werden, dass bei diesen Ländern das Ausfallrisiko ungleich höher ist. Generell ist derzeit von der Anlage in festverzinsliche Anlageformen abzuraten.

 

Eine eventuelle Ausnahme bildet die Unternehmensanleihe, die auch an den Erfolg des jeweiligen Unternehmens gebunden ist.

 

Zumeist bieten diese immer noch eine höhere Rendite. Auch in diesem Zusammenhang allerdings ist auf das höhere Risiko und auf die feste Bindung an fixe Zahlungen zu erinnern.

 

Aktien, Fonds und Optionen

 

Verfechter von einer Kapitalanlage in Aktien betonen stets, im Gegensatz zu jeder anderen Geldanlage hätten diese Inflation und Kriege überstanden. Tatsächlich hat die Siemens-Aktie die chaotische deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert überstanden und stellt auch heute noch einen stabilen Wert dar. Die Aktie als ein Anteil an einem Unternehmen vermittelt auf diese Weise ein Zeichen von Sicherheit. Über Dividenden oder spätere Veräußerungsgewinne können Anleger am Erfolg ihres Unternehmens partizipieren.

 

Tatsächlich haben empirische Studien ergeben, dass die Investition in Aktien im Vergleich zu anderen Anlage weitaus überlegen ist. Dennoch besteht bei der Aktie das enorme Schwankungsrisiko einzelner Aktien, weshalb die Investition in Aktien spätestens seit der letzten Krise im Jahr 2008 von der Öffentlichkeit nur mit allzu großem Argwohn betrachtet wird.

 

aktie-vergleich-geldanlage

 

Auch wird ein eigentlich profitables Unternehmen von einer allgemeinen Marktbewegung nach unten miterfasst und wird ebenso an Wert verlieren. Daraus ergibt sich, dass die Aktie als Kapitalanlage nichts „für schwache Nerven“ ist.

 

Dennoch sei gesagt, dass ein Anteilseigner bei einer Anlage in Aktien sein Geld letztlich in einen Firmenwert investiert, der je nach individueller Lage des Unternehmens mehr oder weniger solide ist und eine überdurchschnittliche Rendite bietet. Problematisch allerdings sind derzeit die bereits hohen Kurse der Aktien. Selbstverständlich kann der Anleger weiterhin von Dividenden profitieren, doch ist die Einschränkung weiterer Kursgewinne eher eingeschränkt und es besteht das Risiko, im Falle eines Crashs hohe Einbußen zu erleiden.

 

Aus diesen Gründen empfiehlt sich eher die Investition in einen Aktienfonds, da dadurch einerseits das individuelle Risiko der Aktien gestreut wird. Andererseits werden Fonds von professionellen Verwaltern gemanagt, die im Ernstfall die Aktien frühzeitig verkaufen können und bei passender Gelegenheit wieder einsteigen können.

 

Nachteil dieser Kapitalanlage ist, dass für den Fondsverwalter zusätzliche Gebühren anfallen, doch erhält man dafür ein deutlich größeres Maß an Sicherheit.

 

Kurz muss noch auf den Charakter von Optionen eingegangen werden. Diese knüpfen an bestimmte Kapitalanlagen wie Aktien oder Indices und entfalten einen Hebelcharakter. Diese werden im Internet häufig als besonders gewinnbringend beworben, doch bieten diese Anlagen von allen wohl das geringste Ausmaß an Sicherheit. Während sich eine Option von einer Sekunde auf die andere im Wert verdoppeln kann, kann es ebenso leicht passieren, dass die gesamte Option verfällt und der Anleger sein eingesetztes Kapital verliert.

 

Dennoch kann die Option auch ein Instrument zur Risikoreduzierung darstellen, was am Beispiel der Put-Option erklärt werden kann. Hierbei sichert der Investor gegen eine Abschlagszahlung das Risiko nach unten ab. Dennoch sollte die Option nicht als normale nachhaltige Geldanlage betrachtet werden, da ihr Wert viel zu sehr schwankt.

 

Geldanlage in Immobilien

Immobilien werden ebenso nach wie vor als sehr konservative Wertanlage betrachtet, die im Rahmen der jetzigen Niedrigzinsphase ebenso ein wichtiges Investitionsgut darstellt. Noch vor fünf Jahren wurde von der Investition in Immobilien noch abgeraten, da sie aufgrund der Alterungsstruktur Deutschland langfristig nicht rentabel sein könne, da immer weniger Wohnraum benötigt werde.

 

Dieser demographische Effekt wird durch den derzeitigen Zuzug von Flüchtlingen umgekehrt. Vielmehr wird für mehr als eine Million Menschen Wohnraum benötigt. Immobilien sind auch steuerlich interessant, da sie nach einem Zeitraum von 10 Jahren verkauft werden können, ohne dass der sich ergebende Veräußerungsgewinn versteuert werden muss.

 

Wird die Immobilie vermietet, können derzeit aufgrund der Niedrigzinsphase in aller Regel die Mieten in vollem Umfang Zins und Tilgung tragen.

 

Es muss allerdings darauf geachtet werden, Leerstandszeiten zu minimieren, um die Rendite nicht zu mindern. Eine Immobilie zur Eigennutzung bietet gleichfalls eine gute Geldanlage, da in diesem Zusammenhang das Geld für eine Mietwohnung gespart werden kann.

 

Es empfiehlt sich jedoch, die Immobilie in einem dicht besiedelten Gebiet zu kaufen, da hier langfristig die größten Wachstumschancen zu erwarten sind.

 

Ein großer Nachteil im Rahmen des Immobilienkaufs besteht jedoch darin, dass der Käufer über ein umfangreiches Finanz- und Immobilienwissen verfügen sollte, um nicht eine Fehlkalkulation einzugehen. Im Immobilienbereich gibt es allerdings auch umfangreiche Immobilienfonds, die durch ihr breites Portfolio einerseits sehr gut streuen können, andererseits verfügt ein Immobilienfonds ebenfalls über professionelle Fondsmanager, die das Risiko eines Immobilienfonds minimieren können und so den Anlegern ein höheres Maß an Sicherheit versprechen.

 

Durch die Geldanlage in einen Immobilienfonds wird jedoch im Vergleich einer der größten Vorteile eines Immobilienkaufs nicht genutzt: Die Möglichkeit der Fremdfinanzierung.

 

Aufgrund der niedrigen Zinsen kann der Anleger mithilfe der Fremdfinanzierung durch die Zinsvorteile seine Rendite deutlich erhöhen.

 

Kapitalanlage in Rohstoffe

 

Als konservativste Maßnahme wird häufiger die Anlage in Edelmetalle wie Gold oder Silber beworben. In allen Zeiten der menschlichen Geschichte wurde Gold immer ein immenser Wert zugewiesen. Während der Krise im Jahre 2008 sind die Anleger in zunehmendem Maß an dem Edelmetall interessiert gewesen. Und nicht nur Gold oder Silber, auch Metalle wie Palladium scheinen Potential zu bieten.

 

Dennoch ist hier unter allen Bankern der Grundsatz bekannt: Gold zahlt keine Zinsen.

 

Ein Goldbarren, der zuhause im Tresor liegt, generiert keine laufenden Einnahmen. Dem Investor verbleibt nur die Möglichkeit durch einen späteren Verkauf einen finanziellen Vorteil zu erzielen. Dieser ist übrigens steuerlich sehr günstig gestellt, denn Veräußerungsgewinne im Rahmen von Gold sind bereits ab einem Jahr von der Besteuerung freigestellt.

 

Dennoch ist zu betonen, dass der Goldpreis sich seit der Krise äußerst negativ entwickelt hat. Er fiel von etwa 1.900 USD pro Unze auf nur noch 1.100 USD pro Unze.

 

Hinzu  kommt, dass Gold oder Silber beim Abbau große Probleme bereiten. Die Mienenarbeiter haben einen gefährlichen und gesundheitsschädlichen Beruf und die Erde wird oft auf das schlimmste ausgebeutet und zerstört.

 

Fazit:

 

Abschließend ist festzuhalten, dass vor allem von der Anlage in festverzinsliche Anleihen wie Staatsanleihen oder Lebensversicherungen abzusehen ist, da der derzeitige extrem niedrige Zins anfällig für Verwerfungen auf dem Markt ist. Das Sparbuch oder das Tagesgeldkonto jedoch stellen keine langfristige Investition dar.

 

Aktien und Immobilien dagegen erscheinen im Vergleich interessant. Die laufenden Einnahmen werden in diesen Fällen entweder in Form von Dividenden oder in Form von Mieteinnahmen erlangt und sichern dem Investor eine ansprechende Rendite.

 

Auch in puncto Sicherheit können sie sich insbesondere bei einer des öfteren diskutierten drohenden Inflation behaupten. Bei der Auswahl der entsprechenden Wertpapiere oder Immobilien ist jedoch größte Vorsicht an den Tag zu legen und das Hinzuziehen eines Experten ist ratsam sein.

 

Edelmetalle sollten im Portfolio allenfalls als Ergänzung erworben werden und sind unter sozial-ökologischen Aspekten nicht vertretbar.

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Geldanlage Vergleich 2017 / 2018: Wie kann ich sicher Geld anlegen?

Donnerstag, 09. April 2015

Wer sucht nicht eine Kapitalanlage, die bei hoher Sicherheit hohe Renditen erzielt? Gerade seit die Zinsen bei Null und für die Großanlager sogar schon unter Null sind, ist dieser Wunsch jedoch immer schwerer erreichbar geworden. In den Jahrzehnten zuvor konnte man relativ viele Geldanlagen finden, mit denen sich sicher Geld verdienen ließ. Festgeld oder die Geldanlage in Lebensversicherungen waren dazu die beliebtesten Möglichkeiten.

 

Sicher Geld anlegen und dann schöneren Dingen zuwenden.

Doch mittlerweile erfordert die sichere Geldanlage mehr Nachdenken. Das gilt sowohl für die kurzfristige Geldanlage 2017 wie auch für die mittelfristige Geldanlage 2018 und oder die langfristige Geldanlage auf 10 und mehr Jahre. Die Anleger müssen sich, um Geld sicher anzulegen, auch mit neuen Themen wie Einlagensicherung, finanzieller Repression, Kapitalertragssteuer, und ähnlichen Themen, auskennen.

 

Um ihr Geld sicher anzulegen und müssen heute private und professionelle Investoren viel mehr bedenken und wissen als noch vor einigen Jahren. Die Anlagestrategie muss umfangreicher und flexibler sein als früher (Beispiel: der unerwartete Januar-Crash in 2016, Brexit, Wahl Donald Trumps).

 

Eine risikolose Geldanlage mit guter Verzinsung ist nicht mehr erhältlich, seit die Rendite vieler Staatsanleihen negativ geworden ist. Die Frage bleibt: Geld anlegen, aber wie?   Glücklicherweise ist die Auswahl an Anlagemöglichkeiten in den letzten Jahren für Privatanleger reichhaltiger geworden. Die individuell beste Geldanlage kann dabei aus Waldfonds, Immobilien, Wasserfonds, Aktien, Rentenfonds, Festgeld, Mikrofinanzen, oder vielen anderen Anlagen bestehen.

Dabei sollte der Anleger immer die Grundlagen einer sicheren Geldanlage beachten:

 

Kapitalerhalt ist wichtiger als der letzte Zehntelpunkt Rendite

Nie  alle Eier in einen Korb legen (die Geldanlage sollte immer in verschiedene Anlageklassen, Währungen und Länder gestreut werden)

Der Privatanleger sollte nur in Produkte sein Geld anlegen, die er auch versteht

 

 

Sichere Geldanlagen mit niedriger oder negativer Verzinsung

Tagesgeld

– selbst genutzte Immobilie

Staatsanleihen im Euro-Raum von Ländern bester Bonität

Unternehmensanleihen im Euro-Raum mit bester Bonität

 

 

Interessante Geldanlagen mit höherer Rendite

Hier eine Liste mit interessanten, aber risikoreicheren Investments:

Aktien

Aktienfonds

Denkmalschutz Immobilien

Diamanten

Edelmetalle (Gold, Silber, Platin, Palladium, seltene Erden)

Erneuerbare Energien Fonds

Geschlossene Fonds (Projekte)

Holzprojekte

Immobilien

Lebensversicherungen / Rentenversicherung

Mikrofinanz

Oldtimer

Private Equity

Rentenfonds

Rentenpapiere (Anleihen)

Rohstoffe

Sparplan

Uhren

Unternehmensbeteiligungen

Wasser

Wein

Windkraft

 

Aktuell befinden wir uns in einer Phase, in der als sicher geltende Geldanlagen keine Rendite erzielen, die nach Abzug der Steuern die Preissteigerung ausgleichen würde. Um einen Kapitalverlust zu vermeiden, müssen die Sparer und Geldanleger in Anlageklassen investieren, die ein höheres Risikoprofil aufweisen und die auch erstmal verstanden werden wollen.

 

 

Die Basis: Das Einmaleins der Geldanlage

Wer sein Geld anlegen möchte verleiht sein Geld an eine Bank (zum Beispiel im grünen Bereich die GLS Bank, Ethikbank oder Umweltbank) oder an ein Unternehmen, um nach einer bestimmten Zeit seine Einlage zusammen mit Zinsen zurück zu erhalten (Grundsatz jeder Geldanlage). Dabei spielen die Höhe der Zinsen, die Laufzeit der Geldanlage und die Bonität (Kreditwürdigkeit) des Empfängers des Geldes eine Rolle. Bei uns als Unternehmen Grünes Geld wird zusätzlich zu diesen 3 Dimensionen noch die 4. Dimension berücksichtigt, die tatsächliche Verwendung des Geldes [bei uns: in ethisch-ökologisch sinnvolle Geldanlagen].

 

 

Laufzeit von Geldanlagen: Kurzfristig, mittelfristig oder langfristig

Ganz entscheidend für die Geldanlage ist, wie lange man das Geld entbehren kann. Der natürliche Wunsch des Anlegers ist die kurzfristige Laufzeit. Die  Qualität der Geldanlagen, also die Sicherheit und die  Rendite, steht dem jedoch entgegen. Je mehr Zeit der Anleger für die Geldanlage mit bringt, um so höhere Renditen bei umso höherer Sicherheit kann er erzielen.

1. Kurzfristige Geldanlage

Gründe für die eigentlich ungünstige Form, für die kurzfristige Geldanlage, können sein:

– Das angelegte Geld wird in einer absehbaren Zeit für einen bestimmten Zweck gebraucht, zum Beispiel für die Rückzahlung eines Darlehens für eine Immobilie.

– Der Geldanleger geht von kurzfristigen Marktverwerfungen und Marktrückgängen aus, zum Beispiel von Einbrüchen am Aktienmarkt. In dieser Zeit möchte er die Börse meiden und parkt sein Geld für einige Monate.

– Eine gut strukturierte Geldanlage besteht aus unterschiedlichen Anlagezielen in Bezug auf Anlageklassen, Länder, Regionen oder Währungen. Außerdem muss sie verschiedene Anlagezeiträume abdecken, dabei ist unter anderem eine kurzfristig verfügbare Liquiditätsreserve vorzusehen.

Die typische Anlageform für die kurzfristige Geldanlage sind dabei Tagesgeldkonten oder Geldmarktfonds. Alternativ dazu gibt es Angebote mit etwas höheren Renditen wie  zum Beispiel Geld Grün Parken, bei dem man auf Sicht von 12 bis 24 Monaten mit einer Rendite zwischen 2 und 4 Prozent rechnen kann (bei täglicher Verfügbarkeit, keine Garantie).

 

2. Mittelfristige Geldanlage

Bei der mittelfristigen Geldanlage geht man von einer Anlagedauer von 3 bis 5 Jahren aus. Das Angebot dafür ist schon wesentlich breiter als bei der kurzfristigen Geldanlage. Im Bereich der Banken – wir empfehlen im nachhaltigen Bankensektor Triodos, Ethikbank, Umweltbank oder GLS Bank – gibt es Festgeld im Bereich bis 5 Jahren. Das Beispiel „Mäusekonto“ der Ethikbank, 5 Jahre Laufzeit, zeigt jedoch, welche Zinsen gezahlt werden: 0,00% Zinsen pro Jahr (Stand: 03.02.2017).

 

Wem diese Angebote zu niedrig sind, kann nachhaltige Geldanlagen mit höheren Renditen wählen:

Geld Grün Parken (ab 2  Jahren, rund 2 bis 4 Prozent Renditeprognose, leichte Kurs-Schwankungen)

Soziale Verantwortung (ab 3 Jahren, rund 3 bis 4 Prozent Renditeprognose, kaum Schwankungen)

Musterdepot Sicherheit (ab 3 Jahren, rund 3 bis 5 Prozent Renditeprognose, leichte Schwankungen)

Musterdepot Balance (ab 5 Jahren, rund 4 bis 6 Prozent Renditeprognose, mittlere Schwankungen)

 

 

3. Langfristige Geldanlage

Die meisten Auswahlmöglichkeiten bestehen bei der langfristigen Geldanlage ab 5 Jahren. Dabei benötigt der Kapitalanleger das Geld für einen längeren Zeitraum nicht, möchte aber vielleicht eine  regelmäßige Ausschüttung erzielen (siehe dazu auch unseren Beitrag zur 4%-Regel). So gibt es Anlage-Formen, die eine jährliche, vierteljährliche oder monatliche Ausschüttung bieten. Letztlich möchte der Geldanleger eine höhere Rendite erzielen, die auch in Form einer großen Schlussauszahlung erfolgen kann.

 

Natürlich ist das Engagement des Geldanlegers bei langfristigen Geldanlagen höher, denn er muss über einen sehr langen Zeitraum auf das Geld verzichten. Die Geldanlage wird dadurch teilweise auch schlechter kalkulierbar, da sich manche Entwicklungen langfristiger Natur nur schwer vorher sehen lassen. Wie bei Festgeld oder bei Bundesanleihen unterschiedlicher Laufzeit ersichtlich, kann man dafür aber eine spürbar höhere Renditen erwartet.   Bei grünen Geldanlagen empfehlen sich Musterdepots wie das Wachstumsdepot, oder, falls es um die Altersvorsorge geht, auch eine fondsgebundene private Rente.

 

 

Zahlungsfähigkeit des Geld-Empfängers

Der Zinssatz oder die Rendite einer Geldanlage werden ganz wesentlich davon bestimmt, an wen man das Geld verleiht. Geld-Empfänger bester Bonität können sich über die niedrigsten Zinsen freuen. Beste Bonität bietet zum Beispiel der Deutsche Staat: entsprechend sind die Zinsen auf seine ausgegebenen Staatsanleihen auch sehr niedrig, im Moment bei kurzen Laufzeiten sogar negativ.

 

Schlechtere Schuldner hingegen müssen mehr Zinsen zahlen. Während bei Staaten die Beurteilung der Bonität noch relativ einfach ist, da es professionelle Rating-Agenturen gibt, wird es bei Festgeld oder Fonds schon deutlich schwieriger. Hier ist die Urteilskraft des Geld-Anlegers selbst gefragt. Für manchen ist zum Beispiel die Anlage in ein Aufforstungsprojekt sehr sicher, der andere hält Windkraft oder Tagesgeld oder Aktien für sicherer.

 

 

Was ist beim Geld anlegen zu beachten?

Bei jeder Geldanlage geht es um die grundlegenden Punkte Rendite, Verfügbarkeit und Sicherheit. Daraus kann man das magische Dreieck der Geldanlage entwickeln,  das diese 3 Punkte als Ecken besitzt. Eine ausgewogene Geldanlage befindet sich dabei in der Mitte, die Entfernung zu den Eckpunkten des Dreiecks ist also jeweils  gleich. Wünscht man sich mehr Rendite, entfernt man sich automatisch vom Ziel Sicherheit und/oder Verfügbarkeit des Geldes:

 

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Magisches Dreieck der Geldanlage: hier ausgewogene Geldanlage (Grafik: Grünes Geld GmbH)

Neue Situation durch Euro Krise: Verfügbarkeit wichtig

Im Rahmen der Immobilienkrise (2008), der Staatsschuldenkrise (2012) und der Währungskrise des Euro (2013) hat sich die Ausrichtung der Geldanlagen verändert. Der Punkt Verfügbarkeit ist besonders wichtig geworden; man möchte nicht mehr für 10, 15 oder 20 Jahre sein Geld aus den Händen geben. Denn letztlich ist die Bewertung der Sicherheit und gan z besonders, der langfristigen Sicherheit, immer schwieriger geworden. Während früher Bankkonten und Tagesgeld als sicher galten, hat die Zypern Krise 2013 gezeigt, dass auch Bankeinlagen unsicher geworden sind – dort sind rund 50% des auf Banken angelegten Geldes für viele Anleger verloren gegangen. Der erste Schuldenschnitt in Griechenland 2012 hat gezeigt, dass gleiches auch für Staatsanleihen gilt, obwohl diese zuvor als sehr sicher eingestuft waren.

Das aktuelle magische Dreieck der Geldanlage sieht deshalb für viele Anleger so aus:

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Magisches Dreieck der Geldanlage 2017 & 2018: neue Situation bei der Geldanlage (Grafik: Grünes Geld GmbH)

Geldanlage muss neu strukturiert werden, sonst verlieren Deutsche immer mehr

Bei deutschen Sparern ist die aktuelle Zins-Wirklichkeit noch nicht angekommen. Anders ist es nicht zu erklären, dass weiterhin hohe Summen an Spareinlagen, aktuell rund 2 Billionen Euro, existieren. Gerade Spareinlagen erbringen für den Geldanleger kaum noch Zinsen, oft 0 Prozent pro Jahr. Zieht man dann noch die auf die Zinsen fälligen Steuern von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent ab, ist praktisch kein Kapitalzuwachs zu erzielen. Zumindest der Wechsel von Tagesgeld auf Festgeld wäre also für die meisten Sparer ein deutlicher Zinsgewinn. Allerdings sind auch Festgelder im Moment nicht zu empfehlen, denn die Zinsen sind zu niedrig. (Festgeldalternative: Geld Grün Parken).

Steigt immer weiter: Geldvermögen der Deutschen

Die Deutschen sind ein fleißiges und reiches Volk. Obwohl die Kapitalanlage der Deutschen zu vorsichtig und rendite-arm ist, wächst das Geldvermögen kontinuierlich weiter. Der langfristige Trend, ersichtlich an der nachfolgenden Grafik der Deutschen Bundesbank seit 1990, ist intakt. Von 1,75 Billionen Euro 1990 stieg das Geldvermögen der Deutschen auf mittlerweile mehr als 5,2 Billionen Euro 2015.

Der Anstieg ist kontinuierlich und gleichmäßig. Erkennbar als kurze Unterbrechungen des Wachstumspfads sind das Platzen der sogenannten Dotcom-Blase zu Beginn des Jahrtausends und die weltweite Finanzkrise in 2008.

Geldvermögen der Deutschen steigt langsam und kontinuierlich (Grafik: Deutsche Bundesbank)

Deutsche verschenken riesige Mengen Geld auf Tagesgeldkonten und bei Festgeld

Die Deutschen legen besonders viel Wert auf den Erhalt ihrer Ersparnisse. Allerdings kümmern Sie sich wenig darum und treffen aus Unkenntnis oder Faulheit falsche Anlageentscheidungen. Milliarden Euro gehen den deutschen Sparen dadurch Jahr für Jahr durch die Lappen.   Geht man aktuell von 0,2 Prozent Guthabenzins auf einem Tagesgeldkonto im Gegensatz zu den 4,1 Prozent Rendite, die zum Beispiel in einem Rentendepot in den letzten 5 Jahren nach Kosten erzielt werden konnten, bedeutet das eine Zinsdifferenz von 3,9 Prozent pro Jahr. Bei der Anlagesumme von ca. 615 Milliarden Euro (kurzfristig) entspricht das einem Verlust der deutschen Sparer von: 23,98 Milliarden Euro jährlich.

Besser informierte Anleger schichten um

Wer diese Zahlen einmal beleuchtet und sich intensive Gedanken darüber macht, wird Tagesgeld und Festgeld meiden. Denn neben der niedrigen Verzinsung ist die Sicherheit  bei Bankeinlagen ein meist unterschätztes Risiko.

 

Noch jede Papiergeld-Währung ist wieder von der Bildfläche verschwunden, meist auf dem Wege der Inflation und damit der Geldvernichtung für den Sparer. Beispiele sind in Deutschland die Hyperinflation von 1923 oder die Entwertung der Reichsmark bis 1948. Auch Euro-Anleger haben bereits  zwei mal massiv Geld verloren: dem Schuldenschnitt Griechenlands 2012 folgte 2013 die Halbierung der Bankeinlagen, oberhalb von 100.000 Euro in Zypern.

 

Wer auf die staatliche 100.000 Euro Garantie setzt könnte ebenfalls schwer enttäuscht werden. Die entsprechenden Garantiezusagen von Bundeskanzlerin Merkel wurden nie schriftlich fixiert und sind nicht einklagbar. Die europaweit geltenden Garantien werden nicht durch die Staaten gewährt, sondern durch private Sicherungssysteme der Banken. Diese verkraften meist nur den Ausfall eines Bank-Instituts. Systemweite Krisen oder der Zusammenbruch mehrerer Banken überfordert sie praktisch immer. Dann würde möglicherweise der Staat einspringen (auf freiwilliger Basis). Dass in diesem Fall noch die 100.000 Euro Marke gelten würde, ist äußerst unwahrscheinlich. Der grüne Spitzenpolitiker Jürgen Tritin hat da eher eine schutzwürdige Größenordnung von 25.000 Euro als Schwelle abgeschätzt.   Es gilt deshalb, dass gut informierte Anleger umschichten. Weg von Festgeld, weg von Tagesgeld, hin zu schwankungsarmen Depotlösungen.

Wie legt man 10.000 Euro, 50.000 Euro oder 100.000 Euro sicher und rentierlich an?

Aufgrund der mit der Kapitalanlage verbundenen Kosten und des Informations-Aufwands sind hochwertige Geldanlagen erst ab bestimmten Schwellwerten sinnvoll machbar. Einzig wer in Holzprojekte investiert, kann bereits ab 5.000 Euro sinnvoll anlegen. Ansonsten gelten 10.000 Euro als Einstiegsgröße für eine gut diversifizierte, mit guter Sicherheit versehene Geldanlage.   Dort sind breit angelegte Investmentfonds eine gute Lösung für die meisten Anleger. Wer kurzfristig anlegen möchte und keine Schwankungen verträgt, ist mit Rentendepots gut bedient. Mittelfristig orientierte Anleger, die rund 5 Jahre Zeit mitbringen, werden bei ausgewogenen Depots fündig. Wer hingegen langfristig ab 7 Jahren anlegt und zwischenzeitliche Kurseinbrüche gut verkraftet, wird mit Aktiendepots glücklich werden.

 

 

Sichere und rentierliche Geldanlage 2017

Die Aussichten für Geldanlagen für das 2. Halbjahr 2017

Das erste Halbjahr 2017 war für die Kapitalmärkte eher gut. Die Wahlen in Europa haben rechte Tendenz eingedämmt und auch US-Präsident Trump kann besser eingeschätzt werden. Trump bleibt jederzeit ein Risikofaktor, doch Beispiele wie das Umschwenken auf die Linie seiner Berater bei der Afghanistan-Frage oder die Trennung von rechtspopulistischen Einflüssterern wie Bannon geben Hoffnung. Auch die im Wahlkampf so wichtige Mauer nach Mexiko ist weiterhin nicht begonnen.

 

Für Anleger war das 1. Halbjahr oftmals enttäuschend, das der Euro zur Mitte des Jahres rund 13 Prozent hinzugewonnen hat. Wer in Dollar notierte Aktien, Rohstoffe oder Anleihen im Depot hatte, konnte also nur von Währungs-Verlusten, nicht von Währungs-Gewinnen sprechen. Doch das wird sich mittelfristig wieder ausgleichen.

 

Wenn die schwachen Sommermonate und der September vorüber sind, sollten die Aktienmärkte bis Ende des Jahres noch leicht zulegen. Auch Gold und Rohstoffe legen leicht zu. Eine Straffung der Geldpolitik könnte in kleinen Mengen sowohl in den USA (Zinserhöhung) also auch im Euro-Raum (Rückfahren des Anleihe-Kaufprogramms) noch anstehen und die Märkte belasten.

 

Literatur und Bücher zu Geldanlagen

Van K. Tharp, D.R. Barton, S. Sjuggerud, u.a.: Sichere Wege zur finanziellen Freiheit

Max Deml: Grünes Geld: Das Handbuch für ethisch-ökologische Geldanlagen

Stefanie Kühn: Geldanlage für Fleißige, 2. aktualisierte Auflage

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.